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stampf

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stampf m.

Bd. 17, Sp. 675
stampf, m. eigentlich keulenartiges gerät zum stoszen, stampfen. ahd. stamph Graff 6, 684; mhd. stampf; mnd. stamp Schiller - Lübben 4, 359a. plur. stämpfe. Adelung kennt stampf als fast nur in technischer sprache noch lebendig. von stampf abgeleitet ist stampfen, verb. (s. unten), von des letzteren mnd. form stampen wieder stempel und stempeln (s. unten). etymologische verwandtschaft besteht zu skr. stambh 'stemmen, stützen', stambha 'pfeiler' und griech. στέμβω 'durch stampfen erschüttern', innerhalb des germ. vgl. noch stumpf. 11) in der ursprünglichen bedeutung 'gerät, mit welchem gestampft wird'. 1@aa) stamph, stampf, pila. Dief. 434b; stampf, als in einer müle und öltrotten, tudicula. Maaler 384a; stampf in der stampfmühle. Schöpf 698; stampf Schm.2 2, 760; amtsakten durch den stampf vernichten. ebenda; stampf, stempfel. Lexer kärnt. wb. 239; auch in zusammensetzungen: gerstestàmpf, linsetstàmpf; loud'nstàmpf in der walkemühle. ebenda. und die ersten zwey reder (der papiermühle) hetten 18 stempf; der selben stempf lieszen sie vil feiren, darumb, dasz sie mir lützl papier wolten machen. d. städtechron. 1, 79, 9; ich stempf do gen tag und nacht, die haben schier die pfenning pracht. in der mul sol dein tochterlein von den stempfen das gelt nemen ein. fastn. sp. 111, 12 Keller. obscön: (Gottfried Werner von Zimmern,) der vermeint ihe, waverr es an ime stüende, welt er ir ain stampf hiein ritten, damit doch die müle nimmer leer wurde. Zimmerische chron.2 1, 458, 25. 1@bb) übertragen 'ein stampfendes bein': jung, reytz keinn alten in den kampff, alt ochsen hand einen starken stampff. Franck sprichw. 2 (1541), 117a. 22) begriffserweiterung 'stampfwerk, stampfmühle': stàmpf, stampfmühle. Schöpf 698; stampf, stampfwerk. Bühler Davos 1, 152; en ölstampf mit sechs stampf. Schm.2 2, 760. vgl. stomp, stampfmühle. Lumtzer Melich deutsche lehnwörter in der ungarischen sprache 243. des ersten, daʒ der mülbach ausz der Guntraun mit vollem gewalt geen sol, als er von alter her gangen ist, in der beschaidenhait, daʒ mülen und stämpf genge sein sullen. tirol. weisth. 4, 30, 9; gleicherweis soll auch hinfüron kain mül, schmidten, saag, stampf oder anders, so wasserlaitung oder wäre haben muesz, auf der gemain gsezt oder gepaut werden ohne vergunstigung oder zuegeben der herrschaft. 635, 2; das papier, das wir iezo brauchen (gemacht [] von alten hadern und haderlumpen, an aigen mülen und stempfen zu mel und pulver gestossen ...). Aventin bair. chron. 1, 373, 14. stampf bei den weiszgerbern eine vorrichtung zum gerben der felle. Schm.2 2, 760. 33) stampf ein vertieftes gerät, in dem etwas gestampft wird. 3@aa) stampf, mortarium. Frisch 2, 317c; stamf, mörser, mortajo, pila. Schm. cimbr. wb. 235b; stampf, mörser. Zingerle lusern. wb. 52b. vgl.: ob du stempfest den toren in dem stampf, als renewen die gersten von oben mit dem stempfel, sein torheit wirt nit abgenomen von im. bibel 1483. 304b. dem entsprechend ist stampf in rein technischer sprache ein (vertieftes) werkzeug von eisen, um gegenstände aus blei oder blech darin zu bilden, z. b. der bleystampf. Jacobsson 4, 252b. Adelung. 3@bb) ein gröszeres gerät, wol von holz, zum bereiten des schweinefutters im ländlichen haushalt: wer also ausser dem hof von Ballschweyler an die obgenannten geröge (gezöge?) zühet, das mag er wol tun mit disen vier stückhen: mit einem stampf, einem sybe, einem hehl unnd mit einem hanen. J. Grimm weisth. 4, 49 (vom j. 1413). vgl.: item man erkhendt auch meiner gnedigen frauwen von jeder herttstatt ein garttenhun, und soll das hun sein, das es von dem herdt uff den stampf gefliegen müg, und von dem stampf uff die asen. 29. 44) aus dem vorigen leitet sich wol die steir. bedeutung her: stampf, ein altes getreidemasz von der grösze eines vierlings. Unger-Khull 569a, oder ist an die menge kornes zu denken, welche jedesmal unter den stampf gebracht werden kann? 55) stampf 'das durch stampfen hervorgebrachte'. 5@aa) entsprechend der passiven bedeutung von stempel (s. unten), so stampf bei der münze: ein behemsch ist ein guote müntz, ist guot silber, aber der gemeyn man kent sye nitt. dorumb so schlecht ein statt ir zeichen doruff, Ulm oder Augspurg. das zeichen macht jn nitt besser silber weder er vor was, es ist aber ein zügnüsz, das er guot ist. er ist gestempfft, sprechent sye. und also kennet man sye bey dem stampff, das sye bewert unnd gerecht seind, und sye dester lieber nympt. Keisersberg postille 2, 38a; bildlich: der zehend pfennig ist der mensch, der ist gestempfft mit dem stampff und bild der gottheit. 3, 50a; vgl.: wenn einer falsche müntz hatt, ein falschen pfennig ... so spricht man, er sol nüt, er ist nichts wert, wann er hatt nit das bild und den stampf der warheit, sunder der falscheit. sünden des mundes 25b. hierher auch: preuszische groschen auf sächsischen stampf geprägt. Lori münzrecht 3, 406 bei Schm.2 2, 760, d. h. von der gleichen schwere und mischung wie die sächsischen. 5@bb) fuszspur. vgl. oben die active entsprechung unter 1, b. (bildlich:) dise straf hat (bei den wiedertäufern) kain frucht pracht, dann ir vil haben wider in den alten stampff getretten, sind verheitter darnach worden, dann sie vor gewessen sind. d. städtechron. 23, 195, 9. 5@cc) im thüringischen šdámpf ein brei. Hertel thür. sprachsch. 233.
5370 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    stampfst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stampf , st. M. (a?, i?) nhd. Stampfer, Keule, Stößel, Mörser, Gefäß in dem man Korn zerstampft ne. cudgel ÜG.: lat. (fr…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STAMPFstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    STAMPF stm. einrichtung oder werkzeug zum stampfen, stampfmaschine, mörserkeule, stempel. ahd. stamph , stumph . Gr. 2,5…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stampf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Stampf , des -es, plur. die -e, gleichfalls nur in einigen Fällen für Stämpel oder Stampfe. So ist bey den Goldschmi…

  4. modern
    Dialekt
    Stampf

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Stampf Band 11, Spalte 474 Stampf 11,474

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stampf

133 Bildungen · 101 Erstglied · 27 Zweitglied · 5 Ableitungen

stampf‑ als Erstglied (30 von 101)

Stampfbeton

SHW

Stampf-beton Band 5, Spalte 1295-1296

Stampfeisen

SHW

Stampf-eisen Band 5, Spalte 1295-1296

Stampfhafen

SHW

Stampf-hafen Band 5, Spalte 1297-1298

Stampfhonig

SHW

Stampf-honig Band 5, Spalte 1297-1298

Stampftritt

SHW

Stampf-tritt Band 5, Spalte 1297-1298

Stampftrog

SHW

Stampf-trog Band 5, Spalte 1297-1298

Stampfampfeteⁿ

Idiotikon

Stampfampfeteⁿ Band 11, Spalte 481 Stampfampfeteⁿ 11,481

Stampfbetondecken

Meyers

Stampfbetondecken , Decken aus Beton, die man durch Einstampfung auf einer Unterschalung herstellt. Bei schmalen Deckenfeldern werden die S.…

stampfbube

DWB

stampf·bube

stampfbube , m. bursche, der die rinden- oder lohstampfe bedient. Unger-Khull steir. wortsch. 569 a . s. auch unten stampfknecht.

stampfchen

PfWB

stampf·chen

stampfchen schw. : ' stampfen, stapfen ', stampche (šdambχə) [ KU-Hundh ]; vgl. PfWB Gestampfche . — Zum Ableitungssuffix s. E. Christmann: …

stampfdick

DWB

stampf·dick

stampfdick , adj. in niederdeutschen gegenden ' steif, dick, breiig ' im gegensatz zu flüssig. Campe. nd. stampedick brem. wb. 991.

Stampfdienst

DRW

stampf·dienst

Stampfdienst, m. Stampfen (II) als Frondienst vgl. Mühlendienst (I), Sägedienst müllen-, saag- u. stampfdienst 1577 VeröfflSteierm. 25 S. 77

stampfeisen

DWB

stampf·eisen

stampfeisen , n. : stampfeisen, ein eisen, damit man etwas klein stösset, piloit de fer; pistello de ferro. Hulsius (1616) 306 a ; stampfeis…

stampfel

DWB

stamp·fel

stampfel , m. , dasselbe wie stampf 1, a, stampfe 2, a und stampfer 4: hinten im gange lag der stampfel, das ist ein schweres eisen, mit dem…

Stampfelihūs N.

Idiotikon

Stampfelihūs N. Band 2, Spalte 1731 Stampfelihūs N. 2,1731 u.

stampfen

DWB

stampfen , verb. , ahd. stamfôn nur einmal ( bei Notker ) belegt. Graff 6, 684 ; mhd. stampfen, mnd. ( md. ) stampen ( welches für eine bede…

stampfen,

FWB

1. ›(mit den Füßen) stampfen, fest auf die Erde treten‹.; 2. ›etw. (vor allem Früchte, Speisen) mit einem Handwerkszeug (Stößel) zerkleinern…

Stampfenstößel

PfWB

stampfen·stoessel

Stampfen-stößel , Stampfen-stößer m. : ' Küchengerät zum Zerstampfen ', Stambesteßel [ Krämer Gal 205], -steßeʳ [ IB-Blieskst ]; vgl. PfWB S…

stampfer

DWB

stamp·fer

stampfer , m. einer der stampft. 1 1) von personen: 1@a a) der etwas stampfend bearbeitet: stampffer, stosser, der in einem mörsel stoszt, p…

Stampferich

PfWB

stampf·erich

Stampferich m. : ' dicker Brei, dicke Suppe ', Stamberich (šdambəriχ) [ RO-Als ]. Das es e St. [ RO-Als ].

stampferig

PfWB

stamp·ferig

stampferig Adj. : 1. 'angetrunken, betrunken', stamberich (šdambəriχ) [ KU-Wolfst KL-Hirschhn Katzw Neukch KB-Kerzh LU-Maud NW-Elmst ]; Syn.…

stampf als Zweitglied (27 von 27)

Bei(n)stampf

Idiotikon

Bei(n)stampf Band 11, Spalte 476 Bei(n)stampf 11,476

Bire(n)stampf

Idiotikon

Bire(n)stampf Band 11, Spalte 476 Bire(n)stampf 11,476

Blǖwelstampf

Idiotikon

Blǖwelstampf Band 11, Spalte 476 Blǖwelstampf 11,476

Chnopfstampf

Idiotikon

Chnopfstampf Band 11, Spalte 476 Chnopfstampf 11,476

G(e)stampf

Idiotikon

G(e)stampf Band 11, Spalte 477 G(e)stampf -ä- 11,477

gerstenstampf

KöblerMhd

gersten·stampf

gerstenstampf , st. M. nhd. gestampfte enthülste Gerste Q.: LexerHW (1. Hälfte 15. Jh.?) E.: s. gerste, stampf W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 8…

Gërste(n)stampf

Idiotikon

Gërste(n)stampf Band 11, Spalte 476 Gërste(n)stampf 11,476

Jutteⁿstampf

Idiotikon

Jutteⁿstampf Band 11, Spalte 476 Jutteⁿstampf 11,476

kastenstampf

DWB

kasten·stampf

kastenstampf , m. ein werkzeug der goldschmidte zur vertiefung des kastens am ringe, s. DWB kasten 6.

miststampf

DWB

mist·stampf

miststampf , m. einer der mist stampft, schimpfwort für einen groben menschen ( vergl. misttrampel): es hat .. Abigail, wie die heilige schr…

pulverstampf

DWB

pulver·stampf

pulverstampf , m. stampfwerk in einer pulvermühle: ( der Inn treibt ) hamerschmiten, pulferstampf etc. Ernstinger raisbuch 3 ; der ein klein…

Rinde(n)stampf

Idiotikon

Rinde(n)stampf Band 11, Spalte 477 Rinde(n)stampf 11,477

Stōssstampf

Idiotikon

Stōssstampf Band 11, Spalte 477 Stōssstampf 11,477

walkstampf

DWB

walk·stampf

walkstampf , m. walkvorrichtung in einer walkmühle oder diese selbst: vendiderunt molendinam eorum cum omnibus attinentibus und auch mitsamp…

Ölstampf

Idiotikon

Ölstampf Band 11, Spalte 476 Ölstampf 11,476

Ableitungen von stampf (5 von 5)

erstampfen

DWB

erstampfen , percutere, contundere, 1 1) mit den füszen erstampfen: die rosse erstampfen, stampfen auf den boden. 2 2) zerstampfen: etwas zu…

gestampfe

DWB

gestampfe , gestampf , n. das stampfen: ruheten jetzt von des tanzes gestampf. Voss Odyss. 23, 298 ; weit über die dunkele erd' hin tönte da…

stampfe

DWB

stampfe , f. 1 1) handlung, vorgang des stampfens. ein körper ist in der stampfe, wird gestampft. Campe. auch hirse in die stampfe schicken,…

verstampfen

DWB

verstampfen , verb. , in verschiedenen bedeutungen lebendig, aber wenig zu belegen. bisweilen erscheint die mittel- und ndd. form verstampen…

zerstampfen

DWB

zerstampfen , verb. , zu stampfen ( th. 10, 2, 677), in stücke, zu pulver stampfen: da nehme man ... schellkraut ..., das dOerre man, zersta…