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trumpel

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trumpel

Bd. 22, Sp. 1359
trumpel, trommel, trumpen, trompen, m., seltener f.; 'wertlose kleinigkeit, spottgeld'; besonders westmd. noch bezeugtes wort. die naheliegende und von Vilmar Kurhessen 418 bereits gebrachte deutung von trumpel als deminutivum von trumm, n., A 3 'teilstückchen' bietet gewisse lautliche schwierigkeiten, da trumm nur vereinzelt und jung dialektisch mit unorganischem -p (-b) erscheint (s. oben sp. 1336) und mundartliches -mb- in der regel altes -mp- voraussetzt (vgl. z. b. drombel, f., neben drombe 'trumpfen' Heinzerling-Reuter Siegerl. 49; drumbel, m., neben stumbe 'reste' Reuting Höchster ma. 13 u. 44; trumbel, f., neben lumbe 'lumpen' Autenrieth pfälz. 142 u. 89 u. s. w.); man müszte den p-zusatz allenfalls für eine expressive verstärkung des deminutivs trummel halten, das aber in der bedeutung von trumpel nicht auftritt. vermutlich steht trumpel, trumpen etymologisch in zusammenhang mit 1trumpeln, trümpeln wie ähnlich etwa 2trendel mit 1trendeln 5 und trödel 2 mit trödeln 2 und hat wie 3trumpel, 4trumpe als verächtliche bezeichnung für etwas wertloses, geringes, unnützes den charakter eines expressivwortes, vgl. auch trumpenwerk und trumpeltrei. — ob trumpen die form des nom. sing. ist, läszt sich den belegen nicht entnehmen, auch trump, trumpe können zugrunde liegen, vgl. trumb 'kleinigkeit' Vilmar a. a. o. alt in der verbindung drei trumpen, trumpeln: dasz du sehest, wie all pracht der welt, wie grosz und viel derselbig war, dran nicht blieben ist ein haar, dann auch aller gepreng und pompen, seynd all nicht wirdig dreyer trompen Kirchhof wendunmuth 2, 45 lit. ver. (nicht als 'trommel' wie oben sp. 810 zu verstehen); so ist auch solches nicht gewesen rixa de lana caprina oder de asini umbra, ein nichtswertiger streit von dreyen lumpen oder trumpen, sondern von einem hohen glaubensartikul C. Dieterich poenitentialia Davidica (1621) 2, 159; man weiset sie (die schulmeister) allenthalben gemeiniglich mit 3 drumpeln ab, gibt ihnen, was sie haben sollen, und nicht, was sie gern wollen (v. j. 1618) bei Fischer schwäb. 6, 1782; mancher kaufft am ersten wolfeil, aber hernach musz ers theuer genug bezahlen, wann ihn nemblich die noth angeht, dasz ers um drey trumpeln wieder hingeben musz Hartm. Creidius nuptialia (1655) 2, 293; vgl.etwas für 3 trumpel geben 'sehr wohlfeil verkaufen' Kehrein Nassau 411; fer en drombel (e par, drei dr.) verkâft Crecelius oberhess. 305; die drei drombele seine wenigen habseligkeiten Schön Saarbr. 213a. redensartlich meist für (um) einen trumpel kaufen, bekommen, verkaufen: ich hätte ihm meine kleinen radierungen um einen trumpl verkauft ..., die nächsten soll er schon besser bezahlen M. v. Schwind br. 151 Stoessl; vgl. Vilmar a. a. o., Reuting a. a. o., Autenrieth a. a. o., bad. wb. 577 ('aus dem westmd. zugewandert'), 'spottgeld, geringer preis' Martin-Lienhart elsäss. 2, 758; trumpel 'wertloses geldstück' Schön Saarbr. 213; drumbel 'eine kleinigkeit' rhein. wb. 1, 1524. vereinzelt belegt in der form trommel 'nichtigkeit': ein groszes füllhorn, woraus allerley kennzeichen der eitelkeit und wollust herausfallen: eine maske, ... eine geige, ein ... thyrsus oder Bachusstab und dergleichen trommel König in: Canitz ged. (1750) 120. vgl. auch trümpelschulden und trumpeln, trümpeln, vb., 'wenig auf einmal geben' Stalder schweizer. 1, 314, 'nichts geben' Kehrein Nassau 1, 411; dazu vertrumbele 'um eine kleinigkeit verkaufen' Autenrieth pfälz. 142.
3497 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TRUMPELswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    TRUMPEL swf. unzüchtiges weib. manch unnütz pfaff hab trumplen drei in seinem haus Herm. v. Sachsenh. 34. b. Oberl. 1617…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TrumpelDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    ✱ ✱ Die Trumpel , Mz. — n , die Trommel.

  3. modern
    Dialekt
    Trumpel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Trumpel [Trùmpl Co. Str. Hf. Ingw. Lobs. ] m. Spottgeld, geringer Preis. Auch verbunden Für e T. un d e Dürrbir Ingw. Së…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trumpel

14 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trumpel 2 Komponenten

trum+pel

trumpel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trumpel‑ als Erstglied (13 von 13)

Trumpel I

SHW

Trumpel I Band 1, Spalte 1785-1786

Trumpeleⁿbir(eⁿ)

Idiotikon

Trumpeleⁿbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1498 Trumpeleⁿbir(eⁿ) 4,1498

trumpelgast

DWB

trumpel·gast

trumpelgast , m. , bei Keisersberg postilla (1522) 3, 43 b , s. trollgast 3 oben sp. 806; wohl zu 4 trumpel gehörig.

trumpelhaus

DWB

trumpel·haus

trumpelhaus , n. , ' hurenhaus ' ; zu 3 trumpel liederliches frauenzimmer: o wie manig seufftzen und klag hab ich gehort von munchen und pfa…

trumpelig

ElsWB

trumpelig [trùmpəlik Roppenzw. Hi. ; trpəlik M. ] Adv. mit Obst beladen, dass es Büschel bildet. Dë r Baüm hangt t. voll Roppenzw.

trumpeln II

RhWB

trumpeln II das Wort, mit dem man trummeln vergleiche, ist als drombəln, –pəln WMosfrk in Bitb , Prüm u. in Malm-Vith schw.: 1. intrans. kol…

trumpelnonne

DWB

trumpel·nonne

trumpelnonne , f. , ' beguine ', wohl zu 3 trumpel, f., gehörig, vgl. begina trumpelnunn ( lat.-dt. voc. d. 15. jhs. ) bei Fischer schwäb. 6…

Trumpeltier

PfWB

trumpel·tier

Trumpel-tier n. : ' ungewöhnlich dicke weibliche Person '. Das isch e Drumbeldieʳ! [ PS-Erfw ]; vgl. Trampeltier . — Zu Trumpel 1 .

trumpeltrei

DWB

trumpel·trei

trumpeltrei , genus unbestimmt; ' possenwerk, narretei ', zu 4 trumpel, m., gebildet?, vgl. auch trumpenwerk : und e der ablasz ist recht us…

Ableitungen von trumpel (1 von 1)

Trumpel(e)

ElsWB

Trumpel(e) [Trùmpələ f. S.; Trpl m. M. ; Trùmpl f. Betschd. ; Pl. –ə, aber Trįpl M. ; Demin. Trìmpələ S., Trįpələ M. ] 1. Trupp, Haufe S.…