lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

verstehlen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
7

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verstehlen verb.

Bd. 25, Sp. 1701
verstehlen, verb. , in der älteren periode weit verbreitet, tritt in der neueren zurück und ist heute nur in der form des part. prät. üblich. altengl. forstelan furari, surripere, privare Bosworth-Toller 319a; mengl. forstélen Stratmann-Bradley 242b; altsächs. farstelan Gallée vorstudien 67; mnd. vorstelen Schiller-Lübben 5, 462a; mnl. verstelen Verdam hdwb. 638a; vgl. altnord. fyrirstela Fritzner 522b. ahd. farstelan Graff sprachschatz 6, 668; mhd. verstëln wb. 2, 2, 634f., Lexer hdwb. 3, 250; verstelen, absentare Diefenbach gloss. 5a; verstellen, involare, verstill, invola voc. v. 1424 bei Schmeller 2 2, 749; verstohlener, cleptus voc. v. 1482 ii 8b; verstälen, subducere, subripere, intervertere, suffurari Maaler 431d; Dentzler 313b; Frisch 2, 328a. Kramer bemerkt zum inf.: verb. inusit. non già il supino 2, 953a; ähnlich Adelung, Campe; verstehlen nicht mehr üblich nach Braun (1793) 285a. doch führt Fischer 2, 1361 für das schwäb. einen trans. gebrauch als modern an: etwas (nur so geschwind) verstelen, 'in aller eile abmachen'. in lothring. mundarten taucht ein schwaches part. verstehlt auf Follmann 154a. AA. der trans. gebrauch reicht etwa bis 1600. A@11) 'stehlen': altsächs. hwand it (schatz) rotat hir an roste, endi regintheoBos farstelad Heliand 1644. ahd. thâr noh rost noh miliwa íʒ ni furmelit noh thiobâ ni grabent noh ni furstelent Tatian 36, 1; der Herculi siniu rinder ferstal Notker 1, 300, 26 Piper. mhd. si sprach 'daʒ golt vil edele daʒ wart mir verstoln' Nibelungenlied 791, 1; oder wirt sie (varnde habe) ime verstolen oder ab geroubet Sachsenspiegel 2, 60, 1; in der palmwochen ward den Venedigern ire clainat und edels gestain .. und der gantz schatz verstolen d. städtechron. 22, 93, 7; nihten wölt euch schetzen schetz in die erde: do in der rost und die milben verwusten: und do in die dieb aus graben und versteln erste d. bibel 1, 23, 31; das er im den stab nit neme und verstele Keisersberg bilgerschafft 34; das er nit ander speis haben möcht, dan was die tugetreich frau irem tisch verstall (entzog) W. v. Schaumburg 62. mit angabe des ortes: sie sind ihm ausz einer vermaurten mauren in seim abwesen verstolen worden Paracelsus opera 1, 476 B. mit persönlichem object: das villeicht sein junger icht kumen und in verstelen erste d. bibel 1, 114, 31; quam Maria sliumo in wár tho zen júngoron sar, déta si in sar mári, thaʒ er firstolan wari Otfrid 5, 5, 2 (Notker 2, 240, 23 Piper); so forcht ich sere, dasz sie kommen und Jhesum usz dem grabe vorstelen Alsfeld. pass. 6853; die wolden ir swester dar, die getriuwen Jafiten, holen, die in der tôt hête verstoln Wirnt v. Gravenberg Wigalois 9213. A@22) in übertragenem sinne: wie er Justinen êre wolde vurbaʒ mêre versteln duplîch alsô passional 495, 75 Köpke; war kom dîn sunneclîcher blic? wê wer hât den verstolen dînen wangen? Wolfram Titurel 112, 4; hie in diser versamnunge wirt ein enzúndunge geborn in dem brande der minne und wirt ein nebel, ein vinsternisse, in dem wirt dir din geist recht verstoln (entführt, verzückt) licht eins halben ave Marien lang, das du dinen sinnen und diner naturlicher vernunft entnomen wirst Tauler 166, 29 Vetter; ein tag verstälen frölich zesein, diem surripere; etwas zeyts von seinen geschäfften verstälen oder underlassen, subripere aliquid spatii Maaler 431d. mnd. auch 'durch stehlen verwirken': efft dar en deif stele, so mach de deif vorstelen sinen hals unde al sin ghud Dithmarscher recht bei Schiller-Lübben 5, 462a. A@33) wie das zusammengesetzte die verschiedenen bedeutungen des einfachen verbs zeigt, so bildet auch hier die vorstellung des heimlichen von jeher einen hauptbestandtheil der bedeutung vgl. Paul wb. 2 523b. die vorstellung der bewegung kann dabei ganz ausgeschaltet werden: joh thiu selba dát sin ni móhta tho firhólan sin. joh er tho spráh ubar ál bi frúma thía si thar firstál Otfrid 3, 14, 39; durh zuht solt ich minne heln: nune mag irʒ herze niht versteln Wolfram Parzival 814, 10; da sie sich schämen müszten und es verhälen und verstälen, wan vileicht eine frucht fürkäme Fischart ehzuchtbüchlin 179, 24 Hauffen. statt der üblichen bewegung von einem orte weg kann andrerseits die zu einem gegenstande hin eintreten: alsus begunde si versteln (heimlich beibringen) im eine wunden, als ich las Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 10758; die wurcz do von man ser geschwal er in die kandel bald verstal (that die wurzel verstohlen in die kanne), si pot in sant Johannes segen H. Foltz bei Schmeller 2, 749. BB. diese eigenheiten sind auch bei dem reflexiven gebrauch zu beobachten. B@11) sich verstälen und heimlich hinwäg schleichen, sich hinwäg verstälen, sich verzucken und schnäll davon machen Maaler 432a; Dentzler 313b; Adelung, Campe; der het sich tougen dâ verstoln mit vierzec halspergen Heinrich v. d. Türlin krone 11056; wollt eh dasz in der teuffel ritt, eh dasz ich in wolt wider holen, bin fro, dasz er sich hat verstolen Fischart Eulenspiegel 7352. übertragen: keiser Hinrik vorstal sik unde wart monik lüb. chron. 1, 28; under wilen sol der mensche .. sich den als minenklichen und heimlichen verstelen und geben sich zuo heiligem innigem gebette und heiliger betrachtunge und heiligen bilden Tauler 244, 20 Vetter; die .. grauen hund .. jagen auch keyn wild gern, welches sich verschlägt und verstilt Sebiz feldbau 578. durch den zusatz weg verstärkt: und das volck verstal sich weg an dem tage, das nicht in die stad kam, wie sich ein volck verstielet, das zu schanden worden ist, wens im streit geflohen ist 2 Sam. 19, 3 (vgl. Zürcher bibel v. 1531, 2n. 14 a). mit präpos. von: so er sich von Gabriotto verstelen mocht, an das ort kam, da die roszen stunden Wickram 1, 309; von jenen drin er sich verstal Gottfried Tristan 9111. von leblosen dingen, 'unvermerkt wegkommen, verloren gehen': und sattel und bügel waren weg, sammt beiden halftern und pistolen, die sich, wer weisz wohin, verstohlen Soltau bei Campe. B@22) ohne hinweis auf eine bewegung, 'sich verbergen, verkappen': alle man, die sich under uns versteln und sich in wîbes bilde heln verborgenlichen wellen Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 16267; ich wil mich in dem hausz versteln und sehen, was sie machen wöln Sachs 9, 76, 6 Keller. die bewegung nach einem orte hin wird durch zusätze hervorgehoben: si verstal sich zeinem bache, an di dræte si daʒ chint verlie, heim si trourende gie exodus 122, 9 Diemer; wan möhte et ich mich hin versteln Gottfried Tristan 1552; auff dasz sich auch von meiner feinden heer kein irthumb mög in mein gemüht verstehlen Weckherlin ged. 2, 85, 32; zu nacht verstal er sich wider auff das täffel (kirchenboden), verhielt sich bisz morgen, da der keyser an seinen gewonlichen ort beten kam Franck chron. Germ. (1538) 102. nach dem 16. jh. ist sich verstehlen nur ganz vereinzelt nachzuweisen: wer nicht fiel, oder verkauft wurde, verstahl sich in die Alpenthäler Joh. v. Müller 1, 275; du weiszt es wohl, ich habe mich verstohlen und unter fremdem namen hergeschlichen Göthe 11, 205 Weim. (Claudine 131). B@33) ein mnd. refl. 'sich zum diebe machen' steht allein: manych vorstelt syk unde vordevet, de wol blewe eyn bedderwe man, wan he de worpele lete stan Josef todsünden 2462. CC. part. prät. C@11) in passiver verwendung: verstolen, heimlich entfrömbdt, furtivum, surreptum Maaler 432d; verstohlne waaren Campe; wa ain lehenman acher oder wise haimlich usz sinem lehen verkouft oder vil jar verlüret, das haiszet verstoln guot weisthüm. 1, 378, 22 Grimm (nd. quelle bei Frisch 2, 328a; tirol. v. 1526 bei Schöpf 705). im übertragenen sinne (vgl.A 2): verstolner zeyt vollbrachte arbeit, arbeit die sich näbend eynhin geschickt hat, succisivae operae Maaler 432d. C@22) in activem sinne dient wie verlogen, versoffen, verspielt auch verstohlen zur bezeichnung eines wesens, das eine ausgesprochene neigung zum stehlen hat: verstolen, v. diebisch, stelhaft; ein verstolener dieb; er hat verstolene klauen Kramer 2, 953a; Dentzler 313b; bair. der (die) ist klaə~ və'stoln, dem stehlen sehr ergeben Schmeller 2, 749; schwäb. verstohlene waaren, diebspack Fischer 2, 1361; elsäss. z. b. von der katze Martin-Lienhart 2, 591a; auch in Mittel- und Niederdeutschland bekannt; wie offt reisen sie auff die Franckfurter, Straszburger, oder Leiptziger mesz, förchten der straszenräuber verstohlne händ nicht Schupp schriften 697; dasz ein verstohlner raab brodt gibt, ist ein wunder, und disz ist geschehen dem groszen Elie Abraham a S. Clara Judas 2, 224; auf dasz sie die verstohlne weiber und naschende knaben hiermit vermeynten abzuschröcken Hohberg georgica 3, 307b; verstohlen bin ich nicht, denn wann ich etwas nehme, so thue ichs, dasz mans sieht Stranitzky Ollapatrida 20 Wien. neudr.; es ist hier zu lande ein sehr verstohlnes volk Freytag 2, 158; hier ist ja alles verstohlenes pack Hauptmann biberpelz 50. C@33) am weitesten verbreitet ist es als adverb.: verstolne, verstoln mhd. wb. 2, 2, 635b; Lexer 3, 253; ein ding heimlich und verstolen thuon, furtim rem agere Maaler 432d; Calepinus 600a; Frisch 2, 328a; Adelung; schwäb. Fischer 2, 1361; köln. verstolle Hönig 194b; ostfries. ferstâlen Doornkaat 1, 467a. in die ahd. glosse unfarstolano, unfirstolano, de furto Steinmeyer-Sievers 1, 106 ist die negation wohl irrthümlich eingedrungen. die bedeutung ist 'heimlich, unbemerkt': wan vor der burcmure, da waren brunnen verholne, die namen si verstolne, da sie sich mit labten Judith 152, 9 Diemer; er sprach: vüer ich verstolne ze vüegen von hinnen, des müese ich wol gewinnen laster unde unêre Hartm. v. Aue Iwein 1766; swaʒ der jude koufet anders dinges unverholne und verstolne bi tages lichte Sachsenspiegel 3, 7, 4; sie saugen dann, wie aller bastart patron Hercules, heymlich und verstolen der Juno milch Fischart Garg. 36 neudr.; gieng ich mit ihr hinaus und thät gantz verstohlen aus einem kübel einen rechtschaffenen trunck wasser Grimmelshausen 2, 364, 24 Keller; der gab acht gülden mir verstolen Sachs 7, 140, 15 Keller; als ich dich in unsern gassen nur verstohlen angeblickt Günther ged. 324; nicht mehr verstohlen werd ich zu ihr schleichen, nicht rauben mehr der liebe goldne frucht Schiller 14, 40 (braut v. Messina 659; vgl. Tell 1100); sind's die gefangnen, die auf ihre flucht verstohlen sinnen? Göthe 10, 77 Weim. (Iphigenie 1769); er .. zog dabei mit einer art von stiller wehmut langsam und wie verstohlen den speisezettel aus der brusttasche Gutzkow ritter 4, 243; ich habe dich gesehn, gestern, aber heimlich, verstohlen, auf dem korso Fontane 5, 154. unpersönliches subject wird handelnd gedacht: erst that es (das schwert) an der linken nur ganz verstohlen blinken Körner 1, 144; nur verstohlen durchdringt der zweige laubigtes gitter sparsames licht, und es dringt lachend das blaue herein Schiller 11, 84; der einbildungskraft hält es (das gemälde des dichters) verstohlen ein unendliches vor, ein zauberbild in den lüften Herder 22, 328; man weisz dasz die ersten jhh. alle bilder verabscheuten, die folgenden fast verstolen wieder dazu ... gelangten J. Grimm kl. schriften 1, 75. zu einem adj. gebrauchten part. oder adj. tretend: verstohlen geschriebene briefe, literae furtivae Frisch 2, 328a; gleich ernsten vätern, die verstohlen lächelnd dem mutwillen des lieblichen kindes zusehen Heine 3, 71. ober- und mitteldeutsch ist die nebenform verstohlens mit adverbialem genetiv-s: bair. verstolens, furtim Schmeller 2, 749; schwäb. einen verstohlens besuchen; etwas verstohlens haben, heimlich halten, verheimlichen Fischer 2, 1361; vogtländ. fšdúəln(d)s Gerbet 172; mansfeld. varstollens Jecht 119a; die ihre herbstfreuden bereits verstohlens in den rhätischen thälern zu finden wissen Steub drei sommer in Tirol 1, 8; etliche aber aus ihnen zwackten der mutter heimlich etliche suppenschnitten hinweg und aszen sie so verstohlens, dasz sie auch die lefftzen nicht drüber bewegten Grimmelshausen 2, 410, 5 Keller. mhd. auch verstolnlîche mhd. wb. 2, 2, 635b; Lexer 3, 253; mnl. verstolenlike neben verstolen Verdam 638b; nhd. do blickt er haimlich und verstolenlich Lucreciam an Wyle translationen 45, 7. verbreiteter ist die umschreibung verstohlenerweise, verstohlenerweis, furtim, furtive Dentzler 313b; etwas verstolener weise oder verstolen thun, nach hause tragen Kramer 2, 953a; Kirsch 2, 314a; Adelung; Campe; bair. Schmeller 2, 749; schwäb. Fischer 2, 1361. im 19. jh. hat man diese schleppende form wieder fallen lassen: (der wolf) gibt fleiszig auff die schäflin acht, vor einem stall nach mitternacht, und schleicht herumb verstolner weisz Spreng Äneis 172b; Lemnius habe seine sinnschriften verstohlner weise drucken lassen Lessing 5, 51; ich sahe ... den Antiochus .. verstohlenerweise nach seiner stiefmutter .. schielen Wieland Lucian 1, 217; zu jeder zeit sind frechheit und üppigkeit in gleichem schritt mit einander gegangen, wenn nicht öffentlich, so verstohlener weise Herder 22, 136; man musz es dem zuschauer so verstohlener weise unter den fusz geben, ihm aber nicht so geradezu in den bart werfen Tieck 5, 176. C@44) das adverb. verstohlen wird seinerseits wieder zum adj. umgewandelt: verstolen, surreptivus, clancularius, clandestinus Stieler 2164; verstolene liebe, liebeshändel, küsse, blicke Kramer 2, 953a; Dentzler 313b; Frisch 2, 328a; Adelung; Campe; by welcher er im schnellen zuogon begriffen hatt siner huszfrowen verstolne geburt Grünynger Terenz deutsch (1499) cl, iiia; die verstolen wasser sind süsze, und das verborgen brot ist niedlich sprüche Sal. 9, 17; vgl. Sachs 19, 260, 30 Götze; doch waren ihnen ihre verstohlne zusammenkünfte desto angenehmer A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 240; von der zeit an wandte ich alle verstohlenen einsamen stunden darauf, mein schauspiel wiederholt zu lesen Göthe 21, 23 Weim.; der mond .. schaute in den garten, ob er wieder das süsze, flüsternde, verstohlene glück erblicke Stifter 2, 48; an einer klippe meine führer halten, und ich mich wende zu verstohlner schau Droste-Hülshoff 2, 95. halb unterdrückte willens- und gefühlsäuszerungen: ist gleich dein wink verstohlen: so find ich doch mein glücke in jedem deiner blicke Hagedorn 3, 117; noch wendet ihr voll scham euer gesichte weg? noch fallen verstohlne thränen herab? Lessing 6, 184; die verstohlnen blicke, die er noch so gerne in die scenen seiner glücklichen jugend wirft Wieland Agathon 2, 290; neben ... paketen, die er mit einem verstohlenen seufzer auf den tisch legte, brachte er einige geschenke für Anna mit Keller 2, 34; gönne endlich der eine handvoll verstohlener wollust, die dir die herrschafft der welt zum brautschatze einbringt Lohenstein Arminius 1, 405a; die Weistritz, die sich aus den tiefen des plauenschen grundes losringt, wie ein verstohlnes gefühl aus der tiefe der brust Kleist 5, 236; sie genieszen es (das verbotene naschwerk) mit einer solchen verstohlnen wollüstigen furcht, die einen groszen theil des kindischen glücks ausmacht Göthe 21, 21 Weim.; so unverkennbar von verstohlenem trotz begleitet Storm 6, 194. C@55) während das zu einem sächlichen subst. tretende attribut in der regel an ein trans. verb. anzuschlieszen ist, deutet das persönliche auf eine reflex. grundform hin: weil die anfangs verstohlnen und furchtsamen Sonter nach und nach immer kühner werden Lohenstein Arminius 1, 245a; war es nicht unedel, unzärtlich, dasz du einen verstohlnen zuschauer abgabest, wo du wusztest, dasz Panthea keinen zuschauer verlangte Wieland 3, 65 akad. ausg.; golden in die gemächer scheine dir die sonn' am morgen, silbern in das nächtliche brautgemach dir der mond, der verstohl'ne Rückert 2, 90; dasz mich nicht der mittag senge, winken mir verstohlne schatten Platen 1, 361. C@66) das part. prät. wird wie ein adj. gesteigert; zu 2: schwäb. du bist verstohlener als Felixen geisze, die ist zu nacht gen stehlen gegangen Fischer 2, 1361. zu 3: dieser mann .. versuchte .. alles mögliche, um seine neigung aufs verstohlenste zu befriedigen Meiszner Alcibiades 1, 263. zu 4: dieses grosze vorrecht der dramatischen manier, die seele gleichsam bey ihren verstohlensten operationen zu ertappen Schiller 2, 4. — ein subst. verstehlung ist ungebräuchlich: verstälung, subreptio Maaler 432a; suppressio, ipse actus supprimendi, verschlahung, verstälung, vertruckung Calepinus 1428a. vgl. auch verstohlenheit.
16466 Zeichen · 217 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verstehlen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Verstehlen , verb. regul. act. (S. Adelung Stehlen ,) durcuh Stehlen entfernen, entwenden. Verstohlne Wasser sind süße, …

  2. modern
    Dialekt
    verstehlen

    Rheinisches Wb.

    ver-stehlen: Part. heimlich; dat moss mer all verstolle dohn, dat e nüs merk Rip, Allg.

Verweisungsnetz

14 Knoten, 10 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 10 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verstehlen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verstehlen

ver- + stehlen

verstehlen leitet sich vom Lemma stehlen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verstehlen 2 Komponenten

ver+stehlen

verstehlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verstehlen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verstehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verstehlen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verstehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verstehlen/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verstehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verstehlen/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_verstehlen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verstehlen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/verstehlen/dwb},
  urldate      = {2026-05-11},
}