steigeisen,
n. spitzes eisen, das man an die füsze schnallt, um bequemer oder sicherer zu steigen, s. Campe 4, 616;
étrier; climbers with spurs, stirrups Blaschke
wb. d. elektrotechnik 115
b.
seit dem 18.
jh. auch mundartlich: els. stigise(n) Martin - Lienhart 1, 77
b,
in Rappenau štaikaisilə, -lin Meisinger 180
b. 11) '
mit spitzen oder haken versehene eisen, welche beim erklettern der bäume unter die schuhe geschnallt werden',
im forstwesen: Behlen
forst- u. jagdkunde (1840
ff.) 5, 684.
so in den ältesten belegen: viertens (
solle keiner) mit unzimblichen ... gräszschnaiten (
abgehauenen tannenzweigen) sich nicht betretten lassen, vil weniger ainiges st. gebrauchen
steir. taid. 461, 23 (
Gmünd, 18.
jh., vgl. d. glossar); sie (
die bewohner von Grieszheim) haben eine bewundernswürdige fertigkeit, mit st. auf die höchsten bäume zu klettern
allg. dtsche bibl. (1765
ff.) 101, 262.
s. auch Schwappach
handb. d. forst- u. jagdgesch. 1, 420; als dann der Martin — die scharfzackigen st. an die beine geschnallt ... — sich anschickte, auf den baum zu steigen Rosegger
schr. (1895
ff.) 3, 101.
dazu: der bursche kletterte flink den glatten baumstamm empor, diesen mit den armen umfangend und fest mit den
steigeisenzacken einsetzend
ebenda. '
zum erklettern von gebäuden, bäumen, pfählen etc. bestimmtes ausrüstungsstück der pioniere' Stenzel 401
a. 22)
gewöhnlich von dem heute meist mit 6—8
spitzen versehenen eisernen steigzeug der bergsteiger, zum besteigen steiler berge und besonders der gletscher, s. Campe 4, 616: wobei man an die tollkühnen felskletterer bei ersteigung der senkrechten mit schnee und eis behangenen steilwände der sogdianischen felsburg ... erinnert wird, welche ... von dreihundert kletterern mit st. erstürmt ward Ritter
erdkunde 7, 791; bey 35 grad neigung läszt sich ein abhang frey nur noch dann ersteigen, wenn ... man stufen einhaut oder st. anwendet Oken 1, 544; du gehst ja mit deinen spatzierhölzern wie ein gamsenjäger mit seinen st. Bäuerle
kom. theater 3, 50; die den gipfel besteigen wollen, müssen diesz mit hilfe von st., stricken und klammern thun Stifter
w. 5, 1, 206; er erklimmt mit seinen st. die höchsten berge Steub
drei sommer in Tirol 1, 325; einige mit st. am gürtel trugen gemsböcke auf dem rücken G. Keller
ges. w. 2, 188; an den füszen trug er schneeschuhe mit st. Kürnberger
nov. 2, 195; übrigens ... stehen ihnen mein bergstock und meine st. immer zu dienst Heyse
kinder der welt 1, 252; wer auf eigene faust das Algäuer gebirge durchstreift, der lasse die st. ja niemals zu hause H. v. Barth
Kalkalpen 144; die bewährten Algäuer st. wurden festgeschnallt 325. 33)
übertragen: so heb er sich ... an den springstäben und st. der kritik ... auf Jean Paul 4, 12
R. (
s. unter springstab,
sp. 118). —
bei dems. auch im sinne von steigbügel (
sonst unbekannt): die rockschösze über den pferderücken ... die stiefel in die st. 26, 88
R.;
so bildlich: diejenigen weiber, ... die ... die liebe der sinne nur flüchtig mit der liebe zum herrschen abwechseln lassen, und die es nur thun, um aus Amors binde ein leitseil, aus seinen pfeilen sporen und st. zu machen 9, 39
R. 44)
im seewesen '
die an flachen, glatten wänden an stelle einer leiter angenieteten sprossen zum steigen' Stenzel 401
a.
vgl. Alten handb. f. heer u. flotte (1909ff.) 1, 704; 2, 27. —