ungeduld,
f. (
m.),
gegenstück zu geduld.
ags. ungeþyld;
ahd. ungidult, ungidultî;
mhd. ungedult, ungedolt, ungedulde;
mnd. ungedult;
mnl. ongedout, -gedolt, -gedult, -gedoude, -gedulde;
nl. ongedult (
dän. utaalmodighed,
schwed. otlighet; Falk-Torp 1238).
mundartlich ungleich bezeugt; z. b. els. 2, 680
a; Müller-Fraureuth 2, 598
b;
lux. 315
a; Bauer-Collitz 108
a. ungedüllig,
aber kein subst. Schambach 243
a; ungedüllig,
aber ungedür Danneil 231
b.
die formerscheinungen entsprechen denen des grundwortes; s. geduld I:
das m. auch fastnachtsp. 422, 8
K. (
unsicher im unwillen und ungedult Hartmann
fluchsp. 33); ungedulte Schede
ps. 150
neudr.; ungedult
bis ins 19.
jh. häufig (Göthe III 1, 302, 10; IV 1, 210, 10
Weim., H. v. Chézy
erz. 2, 125).
umlaut könnte wie in gedültig, gedülden
eingedrungen sein (mit ungedlt Schwarzenberg
Cic. 82
v),
wenn
für den umlaut hier beweiskräftig wäre. ohngedult Weise
erzn. 65
neudr. ein später sonst unentwickelter plur.: Graff 5, 137; meine heftigkeiten und ungedulden (
wohl nach franz. impatiences) Göthe IV 38, 55
Weim. formen ohne ge
gehen, wie beim grundwort, nebenher, schriftsprachlich bis ins 17.
jh. (
ahd. undult, unthultî;
mhd. undult, undulde;
mnd. undult;
mnl. ondout;
nl. onduld): der undult angel Sachs 22, 547, 20
Götze; Zimm. chr. 1, 300, 37; 444, 11; vor eifer und groser unduld
Rein. Fuchs (1650) 75.
ein adj. unduld
s. ungeduldig. 11)
dem alten begriffskreis von geduld (
th. 4, 1, 1, 2043)
entsprechend. 1@aa)
feindseligkeit, feindselige beeinträchtigung, mhd. auch schläge, unerträglichkeit, schmerzen, krankheit; vgl. geduld II 1 b;
mnl. wb. 5, 539, 4: mortlîche, schedelîche u.
mhd. wb. 1, 379
a; Folz
meisterl. 8, 192,
im reg. 429
c unrichtig erklärt; vielleicht mit gen. obj. Heinrich v. Neustadt
gottes zuk. 2180
a Singer; der juden ungeduld
passionssp. 150
Wackernell; allen feinden, die sie on schuld verfolgen hie mit ungedult Sachs 18, 79, 12
Götze; u. der feinde
noch Neukirch
ged. (1744) 59; wo der grosz ubern kleinen mag wirfft er auff jn sein ungedult Waldis
Esopus 1, 18
Kurz; fürnehmlich wusten sie ihre u. auf Cariovalden auszuschütten Lohenstein
Arm. 2, 1242
b; und kneip seine waden mit macht, das er mit ungedult erwacht Rollenhagen
froschm. D 5
a; solch ungedult (
verschlechterung im befinden eines kranken infolge von obstgenusz) Eyering 1, 42.
veraltet. 1@bb)
heftigkeit, unruhe (
mnl. auch spektakel),
erbitterung, widerwille, unmuth, miszmuth u. dgl.: nû negeskehent to nieht neheine gâhe sturza dero dingo âne eteliche undulte dero muoto
sine quodam quasi fluctu animorum Notker 1, 52, 19; er wolte us brechen mit ungedult Suso 59, 14
B.; nit on zorn und u.
non sine stomacho Maaler 461
d.
heftiges handeln: wAen lycht syn zorn jn ungedult zücht Brant
narr. 38, 21; mit undult unde mit wedderkrassinghe gegen got
mnd. wb. 5, 41
a; aus zorn odder u. Luther 30, 3, 243
Weim.; kein ungeduld noch aufruor zu stifften Stumpf 203
a; welcher ... ein arbeiter in u. gewesen ist ... der hat wenig verdienet J. Böhme 4, 156; mit u.
invitus Stieler 347; fromme kinder entschlaffen willig, muthwillige mit geschrey und u. Lehman
flor. 2, 770; sich aus u. (
vgl.a) an etwas rächen Treuer
Däd. 1, 156,
an e
anschlieszend. in der neueren sprache verblaszt und mit 4
gemischt: unruhe und u. Göthe 24, 320
Weim.; da ward er über das pferd ärgerlich und sprach in u. Grimm
märch. 2, 6; aus allerhand u. (
unruhe)
an Benecke 22; seine mutter, deren joch er mit u. erträgt Ranke 31, 6 (
vgl. ob. Stieler); die allgemeine unruhe und u. Bismarck
gedank. 1, 388; in tagen gährender u. Treitschke
aufs. 1, I.
an dyspathia (
s. 6)
reichend: ein symptom der krankhaften unruhe und der nervösen u. unserer zeit Moltke
schr. 2, 235. 1@cc)
unrecht, vergehen, unbill, unbilligkeit, ungunst: ungidulti
laesiones legis Graff 5, 137;
mnl. wb. 5, 540, 5; sonder undult
modeste mnd. wb. 5, 41
a (
vgl.b); ain pauwer (
sündigt) mit ungeduld und mit unrecht rainen und stainen A. v. Eybe
spiegel der sitten A 2
a; dasz du mich schlägst ausz ungedult, so ich doch keine schläg verschuldt Sandrub
kurzw. 57, 25
neudr.; welcher gärtner wollte ... von ... einem baum im winter früchte mit u. (
unbilligerweise) ... hoffen Hohberg 1, 96.
vieldeutig in neuere bed. verflieszend: ich musz zuförderst über die u. vieler leser, liebhaber und kunstrichter klagen, die sich durch den schwarm der nachahmer die bardenpoesie verekeln lieszen Kretschmann 1, 5; die zuverlässigsten gemeinden fingen an .. zeichen der ungeduld und der schwankenden treue zu geben Mommsen
r. g. 3, 34.
vgl.e
und undult
defectus, treubruch Graff 5, 136. 1@dd)
sünde, schlechtigkeit, fehler; unglück, unfall. vgl. mnl. wb. 5, 540, 5: das in der welt gros ungedult regieret, das ist der untrew schuld Fr. Wilhelm
sprichw. reg. B a. n. 55; ich kan jhm nicht, ob ich schon wolt helffen ausz dieser ungedult (
von hunden zerrissen zu werden) Gillhusius
gramm. 3, 8, 86; dasz er disz musz leiden, ursacht nur mein ungeduld Silesius
seelenl. 34
neudr. heute euphemisch verstanden: ich bin ... durch zerstreuungen, wiederkehrende sinnlichkeit und u. wieder auf abwege gerathen Schubart
br. 2, 99. 1, 120;
mangel an thätiger geduld (3)
und widerstehender ausdauer spielt hinein. 1@ee)
unzufriedenheit und deren äuszerungen, sorge, verzweiflung, leid, kummer (
vgl.b): Otfrid 3, 24, 16; 3, 24, 4; 5, 7, 17;
mnl. wb. 5, 538, 2;
mnd. wb. 5, 41
a; do viel sin herz in ungedult Kunz Kistener 811; u. und verzweiflung Franck
chron. Germ. 186; Hahn
einl. (1721) 1, 114; mit u. und verzweiflung
τετληότι θυμῷ Voss
Od. 18, 134;
bei Göthe 25, 194
Weim. wird u.
von verzweiflung gesondert; liebesleid Hätzlerin 69, 90, 15; Medea in übergrosze u. und kummernusz geseczet ward Stainhöwel
ber. fr. 71; ungeduld hat mich umhegt, in das herz hinein gelegt von der angst und kummernusz, die noch mancher leiden musz Opel-Cohn 311; musz heulen wie ein grimmes thier für ungedult und schmertzen Opitz 3, 158; jetzt leb ich (
nonne) hier in hasz und neid mit ungeduld und schwerem leid Mittler
volksl. 589; also ist die u. eine beunruhigung des gemüthes im unglück Wolff
von der menschen thun 431; Walch 2738; Zedler 49, 1410; mit u. (1 e) bestraft sich tausendfältig u. (4), sie will das ziel heranziehn und entfernt es nur Göthe 53, 359
Weim.; etwa nach προπέτεια πολλοῖς ἐστιν αἰτία κακῶν Erasmus
adag. (1554) 523;
schr. d. Götheges. 21, 290;
vgl. nichts taugt ungeduld, noch weniger reue, jene vermehrt die schuld, diese schafft neue Göthe 2, 249, 586
Weim.; indignatio (Stieler;
vgl. b): so neiget sich auch in miner handt die baner ane alle schult, und thede es den juden ungedolt
Alsfelder pass. 3885; do das die gest in u. vertruogen
ferrent indigne Stainhöwel
Äsop 55; habt kein ungedult! Ayrer 212, 27
K.; er ... macht ... aus einem kleinen unwillen eine grosse u. Faber 6
b;
nach 4
übergreifend unmuth und u. Göthe 20, 181
Weim. sorge: armut bringt u. Petri 2, 77
v; sorgen unde undult
mnd. wb. 5, 41
a; mein vater war im kriegstumult vor kummer und vor ungeduld, gott tröst' ihn dort! gestorben Seume
ged. 227;
bes. in der verb. schuld und u. Sanders 1, 327
c (
hier falsch erklärt);
erg. 167
a; er kann vor schuld und u. nicht aus den augen sehen, steckt bis über die ohren in sch. und u.
u. dgl. aus dieser alten verflechtung mit der welt der leidenschaften, die ahd. selbst ungidulte (Graff 5, 137. geduld II 1 b)
heiszen, gewinnt das wort, auch in der veräuszerlichten neueren bed. 3, 4,
seinen starken gefühlston (
vgl. Göthes: immer wieder in die weite),
den eindrucksvolle adjectiva (bange u. Lessing 2, 364; unbehagliche Göthe 19, 77
Weim.; unendliche 24, 32
Weim.; heisze Schiller 12, 447; zerstörende Novalis 4, 108; sehnsüchtige Storm 1, 108
u. s. w.)
kräftig unterstreichen. 22)
impatientia, mangel an leidender geduld, unfähigkeit zu dulden, zu ertragen, gewähren zu lassen. mnl. wb. 5, 537, 1. 2@aa)
mit gen. obj.: von ungedult der straff Brant
narrensch. cap. 54; impatientia morae ... ein ungedult des auffzugs Luther 27, 396, 3
Weim. mit präp.: u. zu allem leyden Eberlin von Günzburg 2, 25;
Mosers schriften deuten sämtlich auf eine ungeduld in einem zustand, mit dessen verhältnissen man sich nicht versöhnen und den man doch nicht loswerden kann Göthe 26, 122
Weim. vgl. ungeduld als bezeichnung des springkrauts, dessen samenkapseln keine berührung vertragen. s. 6.
veraltet. 2@bb)
undeutlich entwickelt für intoleranz (Kinderling 287;
intolerantia Frisius 725
b): wo unfrid und ungedult ist, do ist nichts guots Luther
vater unser 18 (
vgl. 1 a); alle welt schreyet mit ungedult, es sey keyn glaube Agricola
sprichw. C c 7
b (
doch mehrdeutig);
ähnlich seine alte u. erwachte und er verwies es ihr (
sie hatte E. beim lesen ins buch gesehen, was dieser nicht vertragen kann) Göthe 20, 46
Weim.; so geschiehts nun gar leicht, dasz eheleute durch u. einander überdrüssig werden Iffland 2, 149.
sonst kaum u.
als gegensatz zu geduld II 3 b;
man sagt keine geduld haben,
nicht ungeduld haben;
vielleicht die u. des pflegers
u. dgl. vgl. ungeduldig II 2 b. 2@cc)
mangel an willigem und ausharrendem dulden, an gelassenheit, ergebung, fassung und selbstbeherrschung gegenüber den geistig-sittlich empfundenen leiden dieser welt (
vgl.geduld II 2 b, c),
eine der heutigen hauptbedeutungen, scheint sich, während sie in mhd. mnd. mnl. dichtung ganz selten belegt wird (Heinr. v. Neustadt
gottes zuk. 2267. 2302
Singer),
erst in geistlicher lit. im anschlusz an 1 e
durchgesetzt zu haben: ungeþyld
vitium impatientiae Bosworth-Toller 1114
b; Zedler 49, 1410; unde du mit ungedulten brestêst taz lôz, taz chît ungedultigo leidezêst tia geskiht, tîa dû nîeht keuuehselôn nemugîst Notker 1, 56, 20;
mehrdeutig ter sih kelâzet in ungedulte (
vgl. 1) Graff 1, 137; onghedolt in liden Ruysbroek im
mnl. wb. 5, 538, 1;
vgl.ongedure,
ostfr. nd. ungedür;
für bewegten wider got in ir ungefridsam und in dem ytwisz ir murmelung
var.: trugen ir ungedult, unduld (
protulerunt impatientiam suam, mit ungedult wider gott gemurret
Judith 8, 24)
erst. d. bib. 7, 60, 15; dein eigene geduld fellt in ungeduld B. v. Chiemsee 38; ain catholischer in seiner krankheit nur ein einigs zaichen etwa einer ungedult mercken lässt Nas
antip. 1, 27
a; ain gläubige gedult erwirbt gotes huld, aber die ungedult gots ungnad und mehr kreuz verschuld Fischart
pod. trostb. 61, 13
neudr.; will man aus ungedult der götter schickung fluchen? Besser 1, 276; davon entstehen im herzen ungeduld, finsternisz in der seele, grillen im hirne Kortum
Jobsiade 3, 3; herr, mich befrei von falscher scheu, von hoffart und von ungeduld Droste-Hülshoff 3, 190.
als scheinbares gegentheil der frommen, heiligen geduld
giebt es zwar eine fromme ungeduld (Schubart
leb. 2, 297), h. u. (Abr. a St. Clara
mercks Wien 142),
aber im ersten falle ist die fromme sehnsucht nach dem baldigen tode (
s. 4),
im zweiten berechtigter zorn (
s. 1 b)
gemeint. tausend centner ungedult helffen im creutz nicht ein härlein breit Petri 1,
F 2
r; bey unglück ungeduld ist zagheit Lohenstein
Arm. 2, 27; leiden daurt nicht immer, ungedult machts schlimmer Schellhorn
sprichw. 157. 33)
auch in dem bei geduld II 3
aufgestellten schwächeren sinne: widerspruch ohne u. anhören;
bes. mangel an thätiger geduld;
der zeitbegriff stellt sich ein: hier sasz Victoria auf ihrem polsterstuhle mit ungeduld erfüllt, dasz ihre federspule die übersetzungen zu sparsam flieszen liesz Rost
verm. ged. 10; nur keine ungeduld! immer fort gehandelt! Göthe IV 40, 249
Weim.; ungeduld des menschen sich nicht ganz vorzubereiten II 6 300
Weim.; aufwallende u. bei hindernissen und nicht erfüllten wünschen sind noch immer meine fehler Meinecke
Boyen 1, 135. 44)
wiewohl das wort auch heute noch die älteren vielverzweigten sonstigen zusammenhänge erkennen läszt, drängt sich doch jetzt in der zweiten hauptbedeutung (
vgl. 2 c)
mehr oder weniger der zeitbegriff vor. ungeduld wird die unfähigkeit, warten und ausdauern zu können, sich zu gedulden, ungeduldiges verlangen, eigenschaft, verhalten, zustand und deren ergebnis bezeichnend: met ongedoude worden wi des strijts gemene
mnl. wb. 5, 538, 1; das sie sich wendeten zu jrer dienstbarkeit in jrer ungedult (
per contentionem)
Neh. 9, 17; man kans doch nicht schnurgleich haben und richtet mit ungedult nichts aus Hayneccius
Hans Pfriem 7
neudr.; er ruffte mit grosser ungedult, wer im secret wäre
pol. maulaffe 20; verliebte u. Ziegler
Ban. 136; liebende J. Paul 15/18, 234;
vgl. W. Müllers: ich schnitt' es gern in alle rinden ein; flatternde Lessing 9, 250
u. s. w.; bei kindern Göthe
Herm. u. Dor. 9, 17
ff.; aus u. und langer weile 33, 52
Weim.; 26, 194
Weim.; th. 5, 366; der postillon liesz das gewöhnliche zeichen der u. erschallen Göthe 29, 192
Weim.; hast und u. 36, 254
Weim.; die u. verlangt das unmögliche, nämlich die erreichung des ziels ohne die mittel Hegel 2, 23 (
vgl. unten mangel an ausdauer); ohne sich eine u. merken zu lassen J. Paul
leb. Fibels 18.
auch von sachen: voll u. drängen sich die jungen rosen aus der knospe S. Gessner
schr. 1, 123; zwischen der ungeduld wilden gerölls Nietzsche 8, 366.
fürs adj.: die u. des zustandes Göthe 48, 228
Weim. in u.
citissime Fischart
Eul. 7122; sie setzen mich in u.
n. schausp. (1771) 2, 2, 20; in u. verglühe ich maler Müller 1, 68; in u. fallen Rückert 1, 237; aus u. Agyrtas
grill. 174; mit u.
dringlich Schmidt
gesch. der D. 3, 441; mit wahrer
u. dgl. u. Humboldt
an Welcker 50; mit u. erwarten Göthe 19, 55
Weim.; ohne u. J. A. Ebert
ep. 113; sein .. anverwandter .. wuste vor u. sich nicht zu mässigen Buchholtz
Herk. 38; die kinder dampften auch vor u. Alexis
ruhe 1, 154; bis zur u. Göthe 34, 7
Weim. ungeduld über Grimmelshausen
th. 4, 1, 2, 3835; Arnim 1, 27 (
vgl. 1 e); auf Göthe IV 36, 24
Weim.; nach Gotter 1, 99; Göthe 33, 12
Weim.; mit dasz Lohenstein
Arm. 1, 46
b;
wie im franz. mit inf. Heräus 92; Göthe IV 28, 29
Weim. vgl. u. des hervorbringens 36, 319
Weim. mangel an ausdauer: wizzet daz manic schuoler verdirbet und weder guot noch êre erwirbet, daz machet sîn selbes ungedult
renner 17457
Ehrismann; die passion, die ich habe gelehrt zu werden, ist so grosz, dasz sie von meiner angebornen u. nicht hat können geschwächet werden
d. d. mahlern 1, 2; v. Fleming
sold. 160, 2; u. im bücherlesen Gottsched
d. neueste 3, 567; vorarbeiten, die ich aber aus u. fahren liesz Göthe IV 28, 192
Weim.; theoretische und praktische u. II 4, 388
Weim.; produktionen genialer u. 40, 86
Weim. vgl. 1 b. 55)
persönlich: u. verschüttet alle tugend Petri 2,
V v ii r; u. jagt ein andern und musz eben so streng lauffen, als der im hatz ist Lehman
flor. 1, 265; gedult bawet, u. bricht ab
ebd.; Wander 4, 1430; Düringsfeld 1, 287
a; die u. sitzt immer mit den füszen in glüenden kohlen Hoffmann
pol. Jes. Syr. 45.
vgl. bildliches Sachs 22, 547, 20
Götze; Fischer - Tümpel 1, 118; beflügelt u. nicht deine füsze? S. Gessner
schr. 1, 78; Bettine
dies buch 1, 16; u. wächst, steigt, steigert sich
u. s. w. du ungeduld, ei, Hodka, hier auch du? Brentano 6, 174; wo mag sie sein? wo meiner warten? die liebe junge ungeduld! Rückert 1, 412; unduldche
ein verzogenes kind, welches keine geduld hat Wegeler
Coblenz 55.
vgl. ungebittche.
th. 5, 2251
ist auch der ausdruck es mit der u. kriegen
persönlich erklärt: dasz er's nicht mit der u. kriegt Holtei
erz. schr. 24, 10; L. Schücking
an A. v. Droste-Hülshoff 33. Hans Ungeduld Immermann 16, 166. er is immer glei enne u. =
sehr ungeduldig Müller-Fraureuth 2, 598
b. 66)
terminologisch: für dyspathia der kranken Zedler 7, 1688; Nemnich
nos. 17
c.
vgl. oben 1 b
und Göthe IV 29, 9, 17
Weim. für balsamina lutea, impatiens Ehrhart
pflanzenhist. (1753) 1, 170;
springkraut, herba impatiens 11, 132; Schkuhr 3, 190;
noli me tangere Nemnich
naturg. 609;
hirschmelde Holl 26
a; Pritzel-Jessen 190;
impatiens parviflora, kleine ungeduld Schlechtendal-Hallier 21, 119.
zur bed. s. 2 a.
zusammensetzungen: ungedultszügel Olearius
rosenthal 88; herzens-, jagdungeduld Sanders
erg. 167
a; liebesu. Viebig
schlaf. heer 1, 49
u. dgl. m. —