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ungeduld

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeduld f.

Bd. 24, Sp. 641
ungeduld, f. (m.), gegenstück zu geduld. ags. ungeþyld; ahd. ungidult, ungidultî; mhd. ungedult, ungedolt, ungedulde; mnd. ungedult; mnl. ongedout, -gedolt, -gedult, -gedoude, -gedulde; nl. ongedult (n. utaalmodighed, schwed. otlighet; Falk-Torp 1238). mundartlich ungleich bezeugt; z. b. els. 2, 680a; Müller-Fraureuth 2, 598b; lux. 315a; Bauer-Collitz 108a. ungedüllig, aber kein subst. Schambach 243a; ungedüllig, aber ungedür Danneil 231b. die formerscheinungen entsprechen denen des grundwortes; s. geduld I: das m. auch fastnachtsp. 422, 8 K. (unsicher im unwillen und ungedult Hartmann fluchsp. 33); ungedulte Schede ps. 150 neudr.; ungedult bis ins 19. jh. häufig (Göthe III 1, 302, 10; IV 1, 210, 10 Weim., H. v. Chézy erz. 2, 125). umlaut könnte wie in gedültig, gedülden eingedrungen sein (mit ungedlt Schwarzenberg Cic. 82v), wennfür den umlaut hier beweiskräftig wäre. ohngedult Weise erzn. 65 neudr. ein später sonst unentwickelter plur.: Graff 5, 137; meine heftigkeiten und ungedulden (wohl nach franz. impatiences) Göthe IV 38, 55 Weim. formen ohne ge gehen, wie beim grundwort, nebenher, schriftsprachlich bis ins 17. jh. (ahd. undult, unthultî; mhd. undult, undulde; mnd. undult; mnl. ondout; nl. onduld): der undult angel Sachs 22, 547, 20 Götze; Zimm. chr. 1, 300, 37; 444, 11; vor eifer und groser unduld Rein. Fuchs (1650) 75. ein adj. unduld s. ungeduldig. 11) dem alten begriffskreis von geduld (th. 4, 1, 1, 2043) entsprechend. 1@aa) feindseligkeit, feindselige beeinträchtigung, mhd. auch schläge, unerträglichkeit, schmerzen, krankheit; vgl. geduld II 1 b; mnl. wb. 5, 539, 4: mortlîche, schedelîche u. mhd. wb. 1, 379a; Folz meisterl. 8, 192, im reg. 429c unrichtig erklärt; vielleicht mit gen. obj. Heinrich v. Neustadt gottes zuk. 2180a Singer; der juden ungeduld passionssp. 150 Wackernell; allen feinden, die sie on schuld verfolgen hie mit ungedult Sachs 18, 79, 12 Götze; u. der feinde noch Neukirch ged. (1744) 59; wo der grosz ubern kleinen mag wirfft er auff jn sein ungedult Waldis Esopus 1, 18 Kurz; fürnehmlich wusten sie ihre u. auf Cariovalden auszuschütten Lohenstein Arm. 2, 1242b; und kneip seine waden mit macht, das er mit ungedult erwacht Rollenhagen froschm. D 5a; solch ungedult (verschlechterung im befinden eines kranken infolge von obstgenusz) Eyering 1, 42. veraltet. 1@bb) heftigkeit, unruhe (mnl. auch spektakel), erbitterung, widerwille, unmuth, miszmuth u. dgl.: nû negeskehent to nieht neheine gâhe sturza dero dingo âne eteliche undulte dero muoto sine quodam quasi fluctu animorum Notker 1, 52, 19; er wolte us brechen mit ungedult Suso 59, 14 B.; nit on zorn und u. non sine stomacho Maaler 461d. heftiges handeln: wAen lycht syn zorn jn ungedult zücht Brant narr. 38, 21; mit undult unde mit wedderkrassinghe gegen got mnd. wb. 5, 41a; aus zorn odder u. Luther 30, 3, 243 Weim.; kein ungeduld noch aufruor zu stifften Stumpf 203a; welcher ... ein arbeiter in u. gewesen ist ... der hat wenig verdienet J. Böhme 4, 156; mit u. invitus Stieler 347; fromme kinder entschlaffen willig, muthwillige mit geschrey und u. Lehman flor. 2, 770; sich aus u. (vgl.a) an etwas rächen Treuer d. 1, 156, an e anschlieszend. in der neueren sprache verblaszt und mit 4 gemischt: unruhe und u. Göthe 24, 320 Weim.; da ward er über das pferd ärgerlich und sprach in u. Grimm märch. 2, 6; aus allerhand u. (unruhe) an Benecke 22; seine mutter, deren joch er mit u. erträgt Ranke 31, 6 (vgl. ob. Stieler); die allgemeine unruhe und u. Bismarck gedank. 1, 388; in tagen gährender u. Treitschke aufs. 1, I. an dyspathia (s. 6) reichend: ein symptom der krankhaften unruhe und der nervösen u. unserer zeit Moltke schr. 2, 235. 1@cc) unrecht, vergehen, unbill, unbilligkeit, ungunst: ungidulti laesiones legis Graff 5, 137; mnl. wb. 5, 540, 5; sonder undult modeste mnd. wb. 5, 41a (vgl.b); ain pauwer (sündigt) mit ungeduld und mit unrecht rainen und stainen A. v. Eybe spiegel der sitten A 2a; dasz du mich schlägst ausz ungedult, so ich doch keine schläg verschuldt Sandrub kurzw. 57, 25 neudr.; welcher gärtner wollte ... von ... einem baum im winter früchte mit u. (unbilligerweise) ... hoffen Hohberg 1, 96. vieldeutig in neuere bed. verflieszend: ich musz zuförderst über die u. vieler leser, liebhaber und kunstrichter klagen, die sich durch den schwarm der nachahmer die bardenpoesie verekeln lieszen Kretschmann 1, 5; die zuverlässigsten gemeinden fingen an .. zeichen der ungeduld und der schwankenden treue zu geben Mommsen r. g. 3, 34. vgl.e und undult defectus, treubruch Graff 5, 136. 1@dd) sünde, schlechtigkeit, fehler; unglück, unfall. vgl. mnl. wb. 5, 540, 5: das in der welt gros ungedult regieret, das ist der untrew schuld Fr. Wilhelm sprichw. reg. B a. n. 55; ich kan jhm nicht, ob ich schon wolt helffen ausz dieser ungedult (von hunden zerrissen zu werden) Gillhusius gramm. 3, 8, 86; dasz er disz musz leiden, ursacht nur mein ungeduld Silesius seelenl. 34 neudr. heute euphemisch verstanden: ich bin ... durch zerstreuungen, wiederkehrende sinnlichkeit und u. wieder auf abwege gerathen Schubart br. 2, 99. 1, 120; mangel an thätiger geduld (3) und widerstehender ausdauer spielt hinein. 1@ee) unzufriedenheit und deren äuszerungen, sorge, verzweiflung, leid, kummer (vgl.b): Otfrid 3, 24, 16; 3, 24, 4; 5, 7, 17; mnl. wb. 5, 538, 2; mnd. wb. 5, 41a; do viel sin herz in ungedult Kunz Kistener 811; u. und verzweiflung Franck chron. Germ. 186; Hahn einl. (1721) 1, 114; mit u. und verzweiflung τετληότι θυμῷ Voss Od. 18, 134; bei Göthe 25, 194 Weim. wird u. von verzweiflung gesondert; liebesleid Hätzlerin 69, 90, 15; Medea in übergrosze u. und kummernusz geseczet ward Stainhöwel ber. fr. 71; ungeduld hat mich umhegt, in das herz hinein gelegt von der angst und kummernusz, die noch mancher leiden musz Opel-Cohn 311; musz heulen wie ein grimmes thier für ungedult und schmertzen Opitz 3, 158; jetzt leb ich (nonne) hier in hasz und neid mit ungeduld und schwerem leid Mittler volksl. 589; also ist die u. eine beunruhigung des gemüthes im unglück Wolff von der menschen thun 431; Walch 2738; Zedler 49, 1410; mit u. (1 e) bestraft sich tausendfältig u. (4), sie will das ziel heranziehn und entfernt es nur Göthe 53, 359 Weim.; etwa nach προπέτεια πολλοῖς ἐστιν αἰτία κακῶν Erasmus adag. (1554) 523; schr. d. Götheges. 21, 290; vgl. nichts taugt ungeduld, noch weniger reue, jene vermehrt die schuld, diese schafft neue Göthe 2, 249, 586 Weim.; indignatio (Stieler; vgl. b): so neiget sich auch in miner handt die baner ane alle schult, und thede es den juden ungedolt Alsfelder pass. 3885; do das die gest in u. vertruogen ferrent indigne Stainhöwel Äsop 55; habt kein ungedult! Ayrer 212, 27 K.; er ... macht ... aus einem kleinen unwillen eine grosse u. Faber 6b; nach 4 übergreifend unmuth und u. Göthe 20, 181 Weim. sorge: armut bringt u. Petri 2, 77v; sorgen unde undult mnd. wb. 5, 41a; mein vater war im kriegstumult vor kummer und vor ungeduld, gott tröst' ihn dort! gestorben Seume ged. 227; bes. in der verb. schuld und u. Sanders 1, 327c (hier falsch erklärt); erg. 167a; er kann vor schuld und u. nicht aus den augen sehen, steckt bis über die ohren in sch. und u. u. dgl. aus dieser alten verflechtung mit der welt der leidenschaften, die ahd. selbst ungidulte (Graff 5, 137. geduld II 1 b) heiszen, gewinnt das wort, auch in der veräuszerlichten neueren bed. 3, 4, seinen starken gefühlston (vgl. Göthes: immer wieder in die weite), den eindrucksvolle adjectiva (bange u. Lessing 2, 364; unbehagliche Göthe 19, 77 Weim.; unendliche 24, 32 Weim.; heisze Schiller 12, 447; zerstörende Novalis 4, 108; sehnsüchtige Storm 1, 108 u. s. w.) kräftig unterstreichen. 22) impatientia, mangel an leidender geduld, unfähigkeit zu dulden, zu ertragen, gewähren zu lassen. mnl. wb. 5, 537, 1. 2@aa) mit gen. obj.: von ungedult der straff Brant narrensch. cap. 54; impatientia morae ... ein ungedult des auffzugs Luther 27, 396, 3 Weim. mit präp.: u. zu allem leyden Eberlin von Günzburg 2, 25; Mosers schriften deuten sämtlich auf eine ungeduld in einem zustand, mit dessen verhältnissen man sich nicht versöhnen und den man doch nicht loswerden kann Göthe 26, 122 Weim. vgl. ungeduld als bezeichnung des springkrauts, dessen samenkapseln keine berührung vertragen. s. 6. veraltet. 2@bb) undeutlich entwickelt für intoleranz (Kinderling 287; intolerantia Frisius 725b): wo unfrid und ungedult ist, do ist nichts guots Luther vater unser 18 (vgl. 1 a); alle welt schreyet mit ungedult, es sey keyn glaube Agricola sprichw. C c 7b (doch mehrdeutig); ähnlich seine alte u. erwachte und er verwies es ihr (sie hatte E. beim lesen ins buch gesehen, was dieser nicht vertragen kann) Göthe 20, 46 Weim.; so geschiehts nun gar leicht, dasz eheleute durch u. einander überdrüssig werden Iffland 2, 149. sonst kaum u. als gegensatz zu geduld II 3 b; man sagt keine geduld haben, nicht ungeduld haben; vielleicht die u. des pflegers u. dgl. vgl. ungeduldig II 2 b. 2@cc) mangel an willigem und ausharrendem dulden, an gelassenheit, ergebung, fassung und selbstbeherrschung gegenüber den geistig-sittlich empfundenen leiden dieser welt (vgl.geduld II 2 b, c), eine der heutigen hauptbedeutungen, scheint sich, während sie in mhd. mnd. mnl. dichtung ganz selten belegt wird (Heinr. v. Neustadt gottes zuk. 2267. 2302 Singer), erst in geistlicher lit. im anschlusz an 1 e durchgesetzt zu haben: ungeþyld vitium impatientiae Bosworth-Toller 1114b; Zedler 49, 1410; unde du mit ungedulten brestêst taz lôz, taz chît ungedultigo leidezêst tia geskiht, tîa dû nîeht keuuehselôn nemugîst Notker 1, 56, 20; mehrdeutig ter sih kelâzet in ungedulte (vgl. 1) Graff 1, 137; onghedolt in liden Ruysbroek im mnl. wb. 5, 538, 1; vgl.ongedure, ostfr. nd. ungedür; für bewegten wider got in ir ungefridsam und in dem ytwisz ir murmelung var.: trugen ir ungedult, unduld (protulerunt impatientiam suam, mit ungedult wider gott gemurret Judith 8, 24) erst. d. bib. 7, 60, 15; dein eigene geduld fellt in ungeduld B. v. Chiemsee 38; ain catholischer in seiner krankheit nur ein einigs zaichen etwa einer ungedult mercken lässt Nas antip. 1, 27a; ain gläubige gedult erwirbt gotes huld, aber die ungedult gots ungnad und mehr kreuz verschuld Fischart pod. trostb. 61, 13 neudr.; will man aus ungedult der götter schickung fluchen? Besser 1, 276; davon entstehen im herzen ungeduld, finsternisz in der seele, grillen im hirne Kortum Jobsiade 3, 3; herr, mich befrei von falscher scheu, von hoffart und von ungeduld Droste-Hülshoff 3, 190. als scheinbares gegentheil der frommen, heiligen geduld giebt es zwar eine fromme ungeduld (Schubart leb. 2, 297), h. u. (Abr. a St. Clara mercks Wien 142), aber im ersten falle ist die fromme sehnsucht nach dem baldigen tode (s. 4), im zweiten berechtigter zorn (s. 1 b) gemeint. tausend centner ungedult helffen im creutz nicht ein härlein breit Petri 1, F 2r; bey unglück ungeduld ist zagheit Lohenstein Arm. 2, 27; leiden daurt nicht immer, ungedult machts schlimmer Schellhorn sprichw. 157. 33) auch in dem bei geduld II 3 aufgestellten schwächeren sinne: widerspruch ohne u. anhören; bes. mangel an thätiger geduld; der zeitbegriff stellt sich ein: hier sasz Victoria auf ihrem polsterstuhle mit ungeduld erfüllt, dasz ihre federspule die übersetzungen zu sparsam flieszen liesz Rost verm. ged. 10; nur keine ungeduld! immer fort gehandelt! Göthe IV 40, 249 Weim.; ungeduld des menschen sich nicht ganz vorzubereiten II 6 300 Weim.; aufwallende u. bei hindernissen und nicht erfüllten wünschen sind noch immer meine fehler Meinecke Boyen 1, 135. 44) wiewohl das wort auch heute noch die älteren vielverzweigten sonstigen zusammenhänge erkennen läszt, drängt sich doch jetzt in der zweiten hauptbedeutung (vgl. 2 c) mehr oder weniger der zeitbegriff vor. ungeduld wird die unfähigkeit, warten und ausdauern zu können, sich zu gedulden, ungeduldiges verlangen, eigenschaft, verhalten, zustand und deren ergebnis bezeichnend: met ongedoude worden wi des strijts gemene mnl. wb. 5, 538, 1; das sie sich wendeten zu jrer dienstbarkeit in jrer ungedult (per contentionem) Neh. 9, 17; man kans doch nicht schnurgleich haben und richtet mit ungedult nichts aus Hayneccius Hans Pfriem 7 neudr.; er ruffte mit grosser ungedult, wer im secret wäre pol. maulaffe 20; verliebte u. Ziegler Ban. 136; liebende J. Paul 15/18, 234; vgl. W. Müllers: ich schnitt' es gern in alle rinden ein; flatternde Lessing 9, 250 u. s. w.; bei kindern Göthe Herm. u. Dor. 9, 17 ff.; aus u. und langer weile 33, 52 Weim.; 26, 194 Weim.; th. 5, 366; der postillon liesz das gewöhnliche zeichen der u. erschallen Göthe 29, 192 Weim.; hast und u. 36, 254 Weim.; die u. verlangt das unmögliche, nämlich die erreichung des ziels ohne die mittel Hegel 2, 23 (vgl. unten mangel an ausdauer); ohne sich eine u. merken zu lassen J. Paul leb. Fibels 18. auch von sachen: voll u. drängen sich die jungen rosen aus der knospe S. Gessner schr. 1, 123; zwischen der ungeduld wilden gerölls Nietzsche 8, 366. fürs adj.: die u. des zustandes Göthe 48, 228 Weim. in u. citissime Fischart Eul. 7122; sie setzen mich in u. n. schausp. (1771) 2, 2, 20; in u. verglühe ich maler Müller 1, 68; in u. fallen Rückert 1, 237; aus u. Agyrtas grill. 174; mit u. dringlich Schmidt gesch. der D. 3, 441; mit wahrer u. dgl. u. Humboldt an Welcker 50; mit u. erwarten Göthe 19, 55 Weim.; ohne u. J. A. Ebert ep. 113; sein .. anverwandter .. wuste vor u. sich nicht zu mässigen Buchholtz Herk. 38; die kinder dampften auch vor u. Alexis ruhe 1, 154; bis zur u. Göthe 34, 7 Weim. ungeduld über Grimmelshausen th. 4, 1, 2, 3835; Arnim 1, 27 (vgl. 1 e); auf Göthe IV 36, 24 Weim.; nach Gotter 1, 99; Göthe 33, 12 Weim.; mit dasz Lohenstein Arm. 1, 46b; wie im franz. mit inf. Heräus 92; Göthe IV 28, 29 Weim. vgl. u. des hervorbringens 36, 319 Weim. mangel an ausdauer: wizzet daz manic schuoler verdirbet und weder guot noch êre erwirbet, daz machet sîn selbes ungedult renner 17457 Ehrismann; die passion, die ich habe gelehrt zu werden, ist so grosz, dasz sie von meiner angebornen u. nicht hat können geschwächet werden d. d. mahlern 1, 2; v. Fleming sold. 160, 2; u. im bücherlesen Gottsched d. neueste 3, 567; vorarbeiten, die ich aber aus u. fahren liesz Göthe IV 28, 192 Weim.; theoretische und praktische u. II 4, 388 Weim.; produktionen genialer u. 40, 86 Weim. vgl. 1 b. 55) persönlich: u. verschüttet alle tugend Petri 2, V v ii r; u. jagt ein andern und musz eben so streng lauffen, als der im hatz ist Lehman flor. 1, 265; gedult bawet, u. bricht ab ebd.; Wander 4, 1430; Düringsfeld 1, 287a; die u. sitzt immer mit den füszen in glüenden kohlen Hoffmann pol. Jes. Syr. 45. vgl. bildliches Sachs 22, 547, 20 Götze; Fischer - Tümpel 1, 118; beflügelt u. nicht deine füsze? S. Gessner schr. 1, 78; Bettine dies buch 1, 16; u. wächst, steigt, steigert sich u. s. w. du ungeduld, ei, Hodka, hier auch du? Brentano 6, 174; wo mag sie sein? wo meiner warten? die liebe junge ungeduld! Rückert 1, 412; unduldche ein verzogenes kind, welches keine geduld hat Wegeler Coblenz 55. vgl. ungebittche. th. 5, 2251 ist auch der ausdruck es mit der u. kriegen persönlich erklärt: dasz er's nicht mit der u. kriegt Holtei erz. schr. 24, 10; L. Schücking an A. v. Droste-Hülshoff 33. Hans Ungeduld Immermann 16, 166. er is immer glei enne u. = sehr ungeduldig Müller-Fraureuth 2, 598b. 66) terminologisch: für dyspathia der kranken Zedler 7, 1688; Nemnich nos. 17c. vgl. oben 1 b und Göthe IV 29, 9, 17 Weim. für balsamina lutea, impatiens Ehrhart pflanzenhist. (1753) 1, 170; springkraut, herba impatiens 11, 132; Schkuhr 3, 190; noli me tangere Nemnich naturg. 609; hirschmelde Holl 26a; Pritzel-Jessen 190; impatiens parviflora, kleine ungeduld Schlechtendal-Hallier 21, 119. zur bed. s. 2 a. zusammensetzungen: ungedultszügel Olearius rosenthal 88; herzens-, jagdungeduld Sanders erg. 167a; liebesu. Viebig schlaf. heer 1, 49 u. dgl. m.
16115 Zeichen · 455 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungeduld

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Ungeduld , plur. car. der Gegensatz der Geduld, so fern es die tugendhafte Mäßigung des Widerwillens im Leiden bezei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ungeduld

    Goethe-Wörterbuch

    Ungeduld [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Ungeduld

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Ungeduld f. wie hochd. ‘Ich vergeh nàch vur Ungeduld’ Dehli. JB. XI 39.

  4. Sprichwörter
    Ungeduld

    Wander (Sprichwörter)

    Ungeduld 1. Ein Centner Ungeduld lindert das Kreuz nicht um ein Quentlein. Lat. : In ruce se cruciat mage, qui se opponi…

  5. Spezial
    Ungeduld

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|ge|duld f. (-) despaziënza (-zes) f. , impaziënza (-zes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungeduld

12 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ungeduld

un- + geduld

ungeduld leitet sich vom Lemma geduld ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungeduld 2 Komponenten

ung+e+duld

ungeduld setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungeduld‑ als Erstglied (11 von 11)

ungedulden

DWB

ung·e·dulden

ungedulden , verb. Folz ztschr. f. d. altert. 8, 530, 222 ; mhd. substantiviert Lexer 2, 1834 ; unerträgliche lage Folz meisterl. 84, 40 May…

ungeduldic

KöblerMhd

ungeduldic , Adj. Vw.: s. ungedultic

ungeduldig

DWB

ung·e·duldig

ungeduldig , adj. adv. , gegentheil von geduldig. ahd. ungadultîg, undultîg; ags. ungeþyldig, unþyldig; mhd. ungedultic, -dic, undultec, und…

Ungeduldiger

Wander

Ungeduldiger 1. Ein vngedultiger ist wie ein vnruh im Vhrwerck; er ruhet selbst nicht, vnd treibt ander vmb, dass sie nicht ruhig leben könn…

ungeduldigkeit

DWB

ungeduldig·keit

ungeduldigkeit , f. , gegentheil der geduldigkeit. mhd. ungedulticheit, undulticheit; mnl. ongeduldicheit, onduldicheit; nl. ongeduldigheid:…

ungeduldiglich

DWB

ungeduld·iglich

ungeduldiglich , adv. ags ungeþyldiglîce (unþyldiclîcness); mnl. onduldelike: Stainhöwel unter ungeduldig II 1 d; undultigklich Frisius 654 …

ungeduldikeit

KöblerMhd

ungeduldikeit , st. F. Vw.: s. ungedulticheit*

Ableitungen von ungeduld (1 von 1)

ungedulde

KöblerMhd

ungedulde , st. F. Vw.: s. ungedult

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ungeduld". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungeduld/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „ungeduld". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungeduld/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ungeduld". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungeduld/dwb.
BibTeX
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