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steinig

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steinig adj.

Bd. 18, Sp. 2101
steinig, adj. ags. stânig, stnig stony, rocky Bosworth-Toller 911b. im ahd. steinac Monseer fragm. 11 Hench; steinago ahd. gl. 2, 644, 71, und daneben steinigaz 2, 656, 36; mhd. steinig. im nhd. hat sich steinig durchgesetzt gegen steinicht, welches heute aus dem sprachbrauch bereits völlig verdrängt ist (vgl. E. Schröder in zs. f. dt. altert. 35, 376). in bedeutung und anwendung sind steinicht und steinig durchaus parallel. 11) 'voller steine': lapidosus, lapidiosus steynig, stenech, stienich (hd. u. nd., 15. jh.) Diefenbach 318b; lapidiosus, id est lapidibus plenus steynig oder voll stein gemma gemmarum (1508) o 3b. in älterer zeit auch 'felsig, voller felsen': scrupea (spelunca) steinigaz ahd. gl. 2, 656, 36; saxosus (Hypanis flumen) steinago 2, 644, 71; saxosus stenig, stenich (15. jh.) Diefenbach gloss. 514c; stenech nov. gloss. 328a; saxosus ... steinig, vol felsen gemma gemmarum (1508) z 1c; dazu auch: adricum mare stenich mer, adriaticus stenick ulm (vgl. 4ulm) Diefenbach gloss. 14a; s. auch nov. gloss. 9; nur vereinzelt literarisch: ihr habt gesehen und gehort Scyllam die steinig, rauschend ort (sonantis accestis scopulos) Spreng Äneis 6b; ein auffrichtiger, verstendiger, freidiger herr ..., der in seinem lande, das voller wälde und steinig were, guten [] frieden und sicher geleit erhielte Kirchhof wendunmuth 3, 72 lit. ver.; dazu eigentlich auch: es giebt ... mancherlei herren und diener im steinigen wie in dem glüklichen Arabien K. L. v. Haller restaur. d. staatswiss. (1816) 1, 3; vgl. steinicht, adj., 3. 1@aa) 'mit steinen bedeckt', von erdoberfläche oder wassergrund: das gelb mäuszörlin oder nagelkraut, je besser es an der sonnen stehet und je steiniger der ort, da es wächszt, je besser das kraut ist Gäbelkover artzneib. (1595) 1, 108; gehe hin auff ein steyniges griesz, an einem flieszenden wasser, und lisz oder klaub kleine kiszlingsteyn zu hauffen Fronsperger kriegsb. 2 (1573) 170b; die nothdürftigen häuser, auf einer steinigen, der überschwemmung ausgesetzten fläche Göthe IV 39, 22 W.; wir konnten nur langsam fahren in den engen, steinigen schluchten Eichendorf (1864) 3, 47; das war nun ein heilloser ritt, denn der boden ist sehr steinig und von tiefen wasserrissen durchschnitten Moltke ges. schr. 6, 92; im ausgetrockneten, steinigen bett eines waldbachs ging er zu thal Auerbach schr. 2, 12; bei schmutz und regen öfters am tage 180 fusz steil und steinig hinab zum schiff und wieder herauf zu steigen gehört nicht zu meinen liebhabereien Bismarck briefe an s. braut u. gattin 562; steiniger bach: alle drei zu der porten der stat auszgiengen, ab in den steynigen pach stigen, den steyn zu suchen Arigo decam. 477, 22 K.; steinige waldbäche brausen vorüber Scheffel ges. w. 1, 115. auch schon früh steiniger weg; gern im bilde und mit dem nebensinn 'beschwerlich': (die wege sind) gar steinic und dornic Berthold v. Regensburg 1, 171 Pf.; steynig weg kümmerlich sin den füssen. ein sprichwort Terenz deutsch (Straszb. 1499) 34b; weitter sichst du die kleinen thür und auch ein engen weg darfür gar ungebant, staynig und rauch Hans Sachs 3, 83 K.; modern auch steiniger pfad, steig: dem Tempe des friedens, von heerden bewallt, entwinden die steinigen pfade sich bald Matthisson schr. (1825) 1, 172; wer überwindet nicht gern die beschwerde steiler, steiniger gebirgssteige, wenn sie ihn zu herrlichen gegenden führen? Holtei erz. schr. 36, 21. mundartlich übertragen als 'schwierig': des is mə z' staini das kann ich nicht verstehen Schmeller-Fr. 2, 764. 1@bb) 'mit steinen durchsetzt', vom erdboden u. ä.: eyn laide off ruede in steynigher erden vibex v. d. Schueren 200 Verdam; do der boden (in Malta) am dicksten ist, ist er etwa anderhalb elen, dann so hat er nichts weder felsen und letten; durchausz ist er steinig Seb. Münster cosmogr. (1564) 363; man musz die ziegel weder aus sandigem noch steinigem (calculosus) noch griesigem (sabulosus) lehme verfertigen Rode Vitruv (1796) 1, 69. steiniger, d. h. unfruchtbarer boden; schon früh im bilde, nach Matth. 13, 5: ist aber din herze zornic, steinic unde dornic Laubacher Barlaam 1833; die andern fieln in daz steinig, do si nit heten vil erden cod. Teplensis 1, 17, vgl. o. Monseer fragm.; aber, wie der herr sagt, es ist steynich acker, und haben nit safft gnug Luther 8, 368 W.; heute hab ich auf sehr steinigem boden die gröszten, ältsten bäume gesehen Göthe III 1, 329 W.; im bilde immer beliebt: das feld der zeit ist steinig, es trägt nicht blüthe noch frucht Strachwitz ged. (1850) 32; änderungsvorschläge wären bei seinen leuten ja doch auf steinigen boden gefallen W. v. Polenz Grabenhäger 1, 231. 'steinhaltig, körnig', von anderen dingen: nachdem ich nur noch im fluge mir von ihm die notiz hatte geben lassen, dasz eine gute wolle weder klettig, noch haarläusig und auch nicht steinig sein dürfe Lenau briefe 143 Schlossar; von früchten: die gemeinsten quitten sein klein, [] knöpficht oder voller knorren, rauhe, herb und sehr steynig Ryff confectbuch (1548) 31b; steinig von birnen, deren kerngehäuse verhärtet ist Martin-Lienhart 2, 601; ebenso schteinich Damköhler Nordharz. 177, vgl. seinzelle. 22) steinig 'steinern' oder 'steinartig, hart'. 2@aa) in glossaren: lapidius steynich (nd., 1417) Diefenbach nov. gloss. 228a; lapideus steynich Diefenbach 318b; saxeus staineger (Nürnb. 1482) 514c. literarisch: do waren geseczt 6 stainige vas nach der gerainigung der Juden cod. Teplensis 1, 123; meist alemannisch: ein steiniger oder höltzener sant Peter Paracelsus opera 2, 249 Huser; die wolthat eines unwilligen und kargen ist einem steinigen brod gleich B. Faber thes. (1587) 433a; bis in die neuzeit: Tannhuser sitzt am steinige tisch Schweizer volkslieder 2, 161 Tobler; eine stäinige stääge Friedli Bärndütsch 5, 126; auch Seiler Basel. 276; Hunziker Aargau. 252; Martin-Lienhart 2, 601. 2@bb) 'steinartig': ein jeglicher stein, der da solt geboren werden, der musz steinige primam materiam haben. darauff folget, dasz solcher steiniger materien zwo seind Paracelsus 1, 66 Huser; meist an die härte des steines anknüpfend: das fünfft und das sechst (schädelstück) seint genant steinig. wann sye seint hart als stein (felsenbein) v. Gersdorff feldtbuch (1526) 4a; das instrument oder werckzeug des gehörds ist ein fellin im loch des harten steynigen beyns Ryff anatomi (1541) m 3b; modern: (der tuberkel) wird zu einer compacten, steinigen substanz Sömmerring menschl. körper (1839) 8, 1, 249; ein theil (der strahlpolypen) ... enthält einen hornigen oder steinigen kern Oken allg. naturgesch. (1839) 5, 98. uneigentlich, vom harten sinn und herzen: ghyff doch over dynen harden stenighen zin (1487) bei Schiller-Lübben 4, 388; es musz ein hert steiniges hertz sein, das sich nicht bewegen lasst, in solcher kranckheit hilff zu betrachten Paracelsus 1, 591 Huser; erinnert ihr euch, was wir ... von dem steinigen bauer und seinem dunkeln hofe gesprochen? Gotthelf ges. schr. 10, 111; aber er erschrickt, wie rauh sein blick, wie steinig seine miene und wie einfarbig hart das ganze gesicht ist Federer berge u. menschen (1911) 527.
7181 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Steinig , -er, -ste, adj. et adv. 1. Steine enthaltend, und in engerer Bedeutung viele Steine enthaltend, doch nur so fe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    steinig

    Goethe-Wörterbuch

    steinig [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    steinig

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB steinig allg. Adj. 1. steinern, von Stein. N-e steinigi Stëg Su. Steinigi Hoftorpföste n Dü. Das Hus wär a uch…

  4. Spezial
    steinig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stei|nig adj. plëgn de peres, da peres, da sasc.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinig

28 Bildungen · 7 Erstglied · 18 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von steinig 2 Analysen

stein + -ig

steinig leitet sich vom Lemma stein ab mit Suffix -ig.

Alternativen: ste+-in+-ig

steinig‑ als Erstglied (7 von 7)

steinigen

DWB

stein·igen

steinigen , vb. , denominativum wie steinen, sp. 2064, doch jünger und weit weniger entwickelt als dieses; vgl. einen und einigen, reinen un…

steiniger

DWB

steiniger , m. lapidator ein steiniger oder steinwerffer Frisius 755 b und danach in den wbb. bis ins 19. jh.; gelegentlich auch literarisch…

steinigeⁿ

Idiotikon

steinigeⁿ Band 11, Spalte 935 steinigeⁿ 11,935

Steinigtwolmsdorf

Meyers

Steinigtwolmsdorf , Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Bautzen, an der Wesenitz, 309 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Lein- und Damastwebe…

steinigung

DWB

steinig·ung

steinigung , f. 1 1) das werfen oder bewerfen mit steinen: lapidatio steinigung, das ist, wenn man mit steinen zesamen wirfft Frisius-Cholin…

steinigunge

Lexer

steinigunge stf. abgränzung mit marksteinen Gr.w. 2,172 ;

Steinigwerden

Meyers

steinig·werden

Steinigwerden , eine Bildungsabweichung der saftigen Früchte, besonders der Birnen, Quitten und Mispeln, wobei der größere Teil des Fruchtfl…

steinig als Zweitglied (18 von 18)

ecksteinig

ElsWB

eck·steinig

PfWB RhWB ecksteinig Adj. karriert. E i n e. Kleid [Klǽt Wh. Ndrröd. ]; e. Tuch.

g(e)steinig

Idiotikon

g(e)steinig Band 11, Spalte 933 g(e)steinig 11,933

grandsteinig

DWB

grand·steinig

grandsteinig , adj. , wohl nur von 1 grand ' grober sand, kies ' her erklärlich, freilich noch etwas früher bezeugt als dieses; vereinzelt b…

halbsteinig

GWB

halb·steinig

halbsteinig nach Hs-Faksimile (LA II 7, Taf 1, nach S62) ‘halb steinig’ LA II 7,61,8 M39 MinGeol Plp [ Zit s v halbversteint ] Gert Liebich …

lebersteinig

DWB

leber·steinig

lebersteinig , adj. , nach leberstein 1: disz wasser führt in sich ein eisenschusz und etwas cobalts mit einem lebersteinigen letten. L. Thu…

marmelsteinig

DWB

marmel·steinig

marmelsteinig , adj. : marmoreus marmelsteinig, mermelsteinig, mermelsteinicht, murmelsteink Dief. 349 c .

rauhsteinig

PfWB

rauh·steinig

rauh-steinig Adj. : 'mit rauhen Steinen gemauert', vgl. PfWB rauh 1 a; rauhsteenichi Scheier [ Danner Penns 97].

rinnsteinig

RhWB

rinn·steinig

rinn-steinig -ā:n- Trier-Fell Mehring Adj.: r. ist der Fluss, wo er über das Ufer getreten ist.

schleifsteinig

RhWB

schleif·steinig

schleif-steinig (s. S.) May-Kottenh Trimbs Stdt , Aden-Antw Vettelhv , Schleid-Glehn Hellenth Holzh , Monsch-Kalterherbg Adj.: schl. ist das…

Unsteinig

Campe

unst·einig

Unsteinig , adj . u. adv . nicht steinig, keine Steine enthaltend.

wackensteinig

DWB

wacken·steinig

wackensteinig , adv. nach art der wackensteine: ( fische ) die er ... als die holtzhauffen im buchwald ordentlich auff einander zimmert, auf…

weichsteinig

DWB

weich·steinig

weichsteinig , adj. mit weichem kern, von e. frucht Sebiz feldbau (1579) 339 , demnach älter als das subst., das doch in s. bildung unabhäng…

Ableitungen von steinig (3 von 3)

Unsteinig

Campe

Unsteinig , adj . u. adv . nicht steinig, keine Steine enthaltend.

versteinigen

DWB

versteinigen , verb. , obd. wort. 1 1) in der literatur schwindet es im 17. jh. vor steinigen wie versteinen I B. mhd. versteinen Lexer 3, 2…

versteinigung

DWB

versteinigung , f. , Campe. 1 ) zu versteinigen 1; ' handlung, vorgang der steinigung ' : lapidatio Dentzler 313 b ; der da verurtheilt word…