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granat

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

granat m.

Bd. 8, Sp. 1828
granat, m. , granate, f., name für punica granatum L., s. auch granatapfel, granatapfelbaum, granatbaum. aus lat. (malum) granatum 'mit körnern gefüllter apfel' und granatum, n., ital. granato, frz. grenade, span. granada. mhd. grânât, meist nicht erkennbaren geschlechts, s. dazu Suolahti frz. einfl. auf d. dt. spr. (1929) 101; als fem. in dem hausnamen zur granaten (vor 1390) veröffentl. a. d. archiv d. st. Freiburg i. Br. 4 (1903) 50. im übrigen mhd. neben grânât häufig noch die mit malum zusammengesetzten und dann vielfach verkürzten und verstümmelten formen malagranât, malgran, malgram, margram, margrât, s. Lexer 1, 2015; 2047. mhd. stehen, von der häufigen, nicht eindeutigen pluralform granaten abgesehen, granat, m. und granate, f. nebeneinander; die erstere scheint älternhd. vorzuherrschen, die letztere, vor Steinbach (1734) 1, 634 freilich eindeutig nicht zu belegen, gewinnt noch im 18. jh. das übergewicht, besonders im literarischen gebrauch. Adelung, Campe und noch Heyne setzen beide formen an. in abweichender lautform granaden Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 371, französierend grenaten Heine s. w. 2, 396 E. 11) für den ganzen strauchartigen baum, den granatapfelbaum: alumben berc lac ein hac, des man mit edelen boumen pflac. vîgen boum, grânât, öle, wîn und ander rât, des wuohs dâ ganziu rîcheit Wolfram v. Eschenbach Parzival 508, 11; an dürren orten aber bekommen alleyn die ölbäum vnd granaten, die werden in der dürre am frechesten M. Herr feldbau (1551) 34a. in botanischer bestimmung: granat, granatbaum, granatapffelbaum, malus punica: vulgo malus granata, et simpliciter granata Henisch (1610) 1729; die granate ein baum, malus punica Steinbach dt. wb. (1734) 1, 634; punica granatum L. gemein granate; der gemeine granatenbaum; granatapfelbaum; margarethenbaum Dietrich generallex. d. bot. 7, 663; Holl pflanzenn. 134a. besonders in jüngerem gebrauch: gott führte mich (Adam) aus der ebene einen schönen grünen hügel hinauf. unter einer hohen granate sasz ich dort maler Müller w. (1825) 1, 27; Eichendorff s. w. (1864) 2, 502; mehrere felswege kreuzen sich unter sykomoren und granaten O. Ludwig ges. schr. (1891) 3, 384; von den drei ... Horen ist ... die zweite mit blüthe und frucht der vieldeutigen granate versehen Ed. Gerhard akad. abhandl. (1866) 2, 358. 22) häufiger für die frucht des baumes, den granatapfel. nicht ganz eindeutig (zu 3?) in einem mhd. beleg: und (als ob) dez paradises granaten by uns legen uff dem pallas: sulch suszes richens umb uns waz minneburg 3434 Pyritz; granat seind dreierley, süsz, sawer vnd gemischt Dryander d. ganzen arzenei gemeiner inhalt (1542) 32a; sieht kupfer an für gold, die rüben für granaten, die gansz für eine schwan, die kötel für muscaten Rachel satyr. ged. 106 ndr.; die granate senkt gereifet ihrer kerne goldgewicht Brentano ges. schr. (1852) 3, 297. hierher wohl auch, wenn nicht als übertragung mit unanständiger bedeutung: jedoch wir (säue) auch dückisch zugreiffen, verschüten, zerreissn und zerbrechen, unterm zaun die granaten auffzechen ... on alle scham Hans Sachs 21, 311 lit. ver. (vgl. in benachbartem, sachlich gleichartigem zusammenhang ebda 312, 16ff., wo in bildlicher verhüllung von exkrementen die rede ist). sehr häufig in der reihung mit anderen früchten, südliche fruchtbarkeit oder amoene landschaft symbolisierend: desgleich granaten und limonen, paradisöpffel und citronen, auch pomerantzen, darzu feigen Wickram w. 4, 253 lit. ver.; und ob wir nit so vill pomeranzen, granaten, citheronii, capre, oliven ... in Deutschland brechten bei Schade satiren u. pasquille 2, 56; wann man in Italien kommt, so findet man ... citronen, granaten, melonen Schupp schr. (1663) 135; alda (im garten des Alkinoos) streben die bäume mit laubichtem wipfel gen himmel, voll balsamischer birnen. granaten und grüner oliven J. H. Voss Odyssee 119 Bernays; wohlgewachsen trugen daselbst die grünenden bäume birnen, granaten und äpfel Göthe I 4, 327 W. im gebrauch der älteren heilkunde: dorumb so verbüt man im den win vnnd das fleisch, vnd erloubt man im ... granaten, vnd alle sure ding Gersdorff wundarzney (1517) 63b; granaten oder granatapffels gebrauch, kraft vnd würckung Wirsung artzneyb. (1588) reg. 33) sehr viel seltener für die rote blüte des granatbaums; in jüngerem gebrauch, doch s. den beleg aus minneburg unter 2 und Schwan nouv. dict. (1783) 1, 783b: die rose will vergluten, die lilie ward vor sehnsucht bleich, und die granaten bluten zerspaltnen herzen gleich Geibel ges. w. (1888) 4, 122; nicht weit von diesen hatten sich zwei junge mädchen, die die röcke voll blumen hatten, auf einen mauervorsprung geschwungen und lieszen aus den aufgehobenen händen ginster, rosmarin, wilden oleander und granaten in die aufgerissenen grüfte fallen Ric. Huch kampf um Rom (1925) 186. 44) in vergleichender und übertragener anwendung. vor allem in der bildlichen umschreibung weiblicher schönheit, aber verschieden gewendet und mit verschiedenem, manchmal nicht eindeutigem ansatzpunkt. vorwiegend wohl im anschlusz an 2, die vorstellung der schwellenden roten frucht: dasz, die auff wang und mund hegt reiffende granaten, und äpffel auff der brust, des sultans liebessaaten nicht pflantz- noch pflegen könn? Lohenstein Ibrahim sultan (1680) 66; frisch, wie granaten, erst gespalten, lud ein zum kusz der purpurmund Kind ged. (1817) 5, 272; o ihr mädchen! es hob die röthe sich ihr, wie die frühen rosen, oder das korn in der granate gefärbt Athenäum (1798) 1, 132 A. W. Schlegel; denn huris mit dem busen zart und weisz wie schnee am Ätna, aber heisz wie feuer und schwellend wie granaten (erwarten ihn) Grabbe w. (1874) 2, 357. mit anderem vergleichspunkt: der ehestand ist ... wie ein granatapffel, dise schöne frucht trägt über sich eine cron, so lang der apfel gantz bleibt. sobald er aber sich zerspalt, so ist die cron hin Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 446. vgl. zur ganzen vorstellung noch den Ritter- beleg unter 1granatschale. auch hier, wie unter granatapfel (s. d. 3 a), in der übersetzung von hohesl. 4, 3: wie am granat der ritz, so deine wangen am lockenhaar M. Mendelssohn ges. schr. (1843) 6, 379. eher an 3, die bedeutung 'granatblüte' anknüpfend, aber in etwa gleicher anwendung: ihr englisch antlitz (musz ich) nicht nur einen garten rühmen, da lilgen stirn und halsz, die wangen rosen blümen, den mund granaten ziern Lohenstein Ibrahim sultan (1680) 6; (sie war) an pracht und lieblichkeit der jetzt sich öffnenden granate gleich Götz verm. ged. (1785) 1, 84 sanfte lippen, wie grenaten, ein gebognes liliennäschen Heine s. w. 2, 396 Elster. nur gelegentlich zielt ein vergleich in andere richtung: wie der ritz ziert die granaten, ziert das creutz auch einen christ Schmolck trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 636; halboffene granaten, beengte, die fast schon die körner verlieren, ihr seid mir wie stirnen, von ihren gedanken gewaltig gesprengte Rilke ges. w. (1927) 6, 297. 55) zusammensetzungen mit granat(en) als erstem wortbestandteil sind zahlreich seit frühnhd. zeit, wobei häufig formen mit dem sg. granat- und dem pl. granaten- nebeneinanderstehen. eine form wie granatsblum hortus sanitatis (1486) cap. 73; Diefenbach gl. 638a bleibt ausnahme. 5@aa) in der mehrzahl der bildungen steht granat(en)- in der bedeutung 'granatbaum', s. ob. 1: granatbepflastert (ein burghof) Baggesen poet. w. (1836) 1, 225, —
7443 Zeichen · 163 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRÂNÂTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    GRÂNÂT stm. granat, mlat. granatus von grana. 1. eine frucht. vîgen boum grânât öle wîn und ander rât Parz. 508,11. 2. e…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹granât

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1 + granât s. garnât; granâtappel Granatapfel , wîngarnât, granâtȫlye, garnâtesȫl.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Granāt

    Adelung (1793–1801) · +12 Parallelbelege

    1. Der Granāt , eine Art Krebse, S. Adelung Garnele .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Granat

    Goethe-Wörterbuch

    Granat Pl -en, vereinzelt -e den (Halb-)Edelsteinen zugerechnetes Mineral; oft von Form u Größe eines “Korns” u/od (der …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Granat

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Granat , Mineral, regulär u. meistens im Rautendodekaëder krystallisirend; Härte von 6,5 bis 7,5, spec. Gewicht von 3,4 …

  6. modern
    Dialekt
    Granātm.

    Westfälisches Wb.

    Granāt m. [verstr.] hartes, glänzendes Mineral; Edelstein. ¶ Vgl. NDSWB 5,667: Granāt² .

  7. Spezial
    granat

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    granat [gra·nạt] m. (-ac) (mineral) Granat m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit granat

220 Bildungen · 217 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von granat 2 Komponenten

gra+nat

granat setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

granat‑ als Erstglied (30 von 217)

Granātanbaum

Adelung

granata·n·baum

Der Granātanbaum , des -es, plur. die -bäume, ein Baum, welcher in den Morgenländern und den wärmern Gegenden Europens wächset, und dessen F…

granatapfel

DWB

granat·apfel

granatapfel , m. , für die apfelartige frucht von punica granatum ( s. 1 granat), seit dem mhd. ( hier neben malagranâtapfel, margramapfel u…

granatapfelbaum

DWB

granat·apfelbaum

granatapfelbaum , m. , bezeichnung für punica granatum L., wie häufigeres granatbaum, s. auch 1 granat 1. älter auch als granaphel bavm ( md…

granatapfelblüt(e)

DWB

granatapfel·bluete

granatapfelblüt(e) , f. , älter auch granatapfelblust, m., dasselbe wie granatblüte ( s. d. ). in formen wie granatopffel blüget H. Braunsch…

granatapfelblume

DWB

granatapfel·blume

granatapfelblume , f. , was granatapfelblüte ( s. d. ): item dem kind felt auch zu daz im der affterdarm uszget ..., so nym ... granatöpffel…

granatapfelmuster

DWB

granatapfel·muster

granatapfelmuster , n. , zu granatapfel 2 a: am anfang des 16. jahrhunderts steht die ( italienische ) seidenweberei noch vollständig unter …

granatapfelsirup

DWB

granatapfel·sirup

granatapfelsirup , m. : item ist der stulgang des kindes geel, so sol man im geben rosen sirupen, ... oder granatöpffelsirupen mit ein wenig…

granatapfelwein

DWB

granat·apfelwein

granatapfelwein , m. : ein müszlin von weissem meel, mit granatöpffel wein vnd zucker gekocht Dryander d. ganzen arzenei gemeiner inhalt (15…

granatapfelzweig

DWB

granatapfel·zweig

granatapfelzweig , m. , granatapfel 4 entsprechend soviel wie ' zweig des granatbaumes ': weil nun die götter an diesem baume so grosses bel…

grânâtapful

EWA

granat·apful

*grânâtapful m. a-/i-St., in Gl. des 12., 14. und 15. Jh.s: ‚Granatapfel; malum grana- tum, malum punicum‘ (mhd. grânâtapfel, grânâtepfel, n…

Granatappel

MeckWB

granat·appel

Granatappel Granatenappel m. wie Granat 1 1: malum punicum vel granatum 'Granatenappel' Chytr. 477; abweisend auf die Frage wat gifft 't tau…

granataria

MLW

granat·aria

* granataria (-net-, -teria, -netteria), -ae f. ( fort. per contam. ex granatus et granarium) horreum – Kornspeicher, Scheune : Dipl. Consta…

granatarius

MLW

granat·arius

* granatarius (-ne(c)t-, -ter-), -i m. ( fort. per contam. ex granatus et granarium) ? script. -tor-: MLW l. 9. administrator, magister horr…

granatartig

GWB

granat·artig

granatartig G-es [Granat artiges Hs-Neulesung FfA I 15 2 ,810,11 ] Gestein im Fluß Orete [ NW-Sizilien ] N13,384,28 MinGeol Plp Gert Liebich…

granatbäumlein

DWB

granat·baeumlein

granatbäumlein , n. : das ... wundkreütlein würt fingers lang, wie die bletlin von den granaten bäumlin Bock kreutterb. (1539) 1, 93 . sinnb…

granatbaum

DWB

granat·baum

granatbaum , granatenbaum , m. , name für punica granatum L. wie granatapfelbaum ( s. d. ), 1 granat 1, der durch seine blüten wie seine frü…

granatbeerbaum

DWB

granatbeerbaum , m. , wacholder; umgedeutet aus kranat als einer älteren form von krammet ' wacholder ', s. teil 5, 2004: granatbeer H. Brau…

granatbeere

DWB

granat·beere

granatbeere , f. , s. das vorige: juniperus communis L. granatbeer ( vgl. ahd. khrana-witu Graff 4, 612 ) Pritzel-Jessen volksnamen d. pfl. …

Granātbêrg

Adelung

granat·berg

Der Granātbêrg , des -es, plur. die -e, ein aus Granatstein bestehender Berg, dergleichen es in Schweden gibt; S. Adelung Granatstein .

granatbiszchen

DWB

granat·biszchen

granatbiszchen , n. , dimin. zum folgenden und in gleicher bedeutung: ( gerichtsschreiber: ) ich könnte ihn zu granatbiszchen hauen Iffland …

Granatblütfarbe

Campe

Die Granatblütfarbe , o. Mz . die hochrothe Farbe der Granatblüte; dann eine rothe Farbe, welche derselben gleichet.

granatblütfarben

DWB

granatblütfarben , adj. : besagtes töchterlein hat nun granatblüthfarbene, korallenrothe rosenlippen Gaudy s. w. (1844) 12, 151 .

granatblume

DWB

granat·blume

-blume ( was granatblüte) Gersdorff wundarzney (1517) 23 b ; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 7, 508 , —

granat als Zweitglied (2 von 2)

goldgranat

DWB

gold·granat

goldgranat , m. , eine art des minerals granat, die gold enthalten soll, vgl. Voigtel wb. (1793) 2, 112 a ; Adelung 2, 743 . —

Ableitungen von granat (1 von 1)

granate

DWB

granate , f. , ' sprengkugel, streugeschosz '. nach ausweis der wortform geht das seit 1616 belegbare granate ( s. u. 1 a) auf ital. granata…

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APA
Cotta, M. (2026). „granat". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/granat/dwb
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Cotta, Marcel. „granat". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/granat/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „granat". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/granat/dwb.
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