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keck

ahd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

keck

Bd. 11, Sp. 375
keck , vivus, vegetus, alacer, animosus, audax, ein mehrfach merkwürdiges wort, von hohem alter und weiter verwandtschaft. II. die formen. I@aa) das nhd. wort ist in form und bedeutung dem ursprung etwas entfremdet, ahd. hiesz es quek oder queh, mhd. quec, mit gebrochnem ë, für quik, wie noch jetzt in erquicken; auch quek ist erhalten in quecksilber und einigen anderen, ja das alte adj. lebt mundartlich bis heute, z. b. laus. quicke lebendig, munter, derb (neues laus. mag. 30, 247, vgl. u. kommen). aber das k im anlaut findet sich auch schon mhd., kec, und selbst ahd., bei Notker chech. I@bb) reiner erhalten, auch in der bed., ist es in den sprachen der nd. lautstufe: alts. quic, altfries. quik, altn. kvikr, ags. cvic (cveoc); nnd. fries. quick, auch queck, nnl. kwik (quik), engl. quick, schwed. qvick (dial. kvek), n. quik (auch qvig, und qveg), norw. kvik. doch auch hier in nebenformen der versuch, den anlaut zu vereinfachen, in ags. cuc, altn. kykr; vgl. altenglisch kygge, landsch. engl. kedge lebhaft, munter Halliw. 489b. merkwürdig eine altn. nebenform in kvikkvan vivum, kvikva f. für kvika caro viva Egilsson 485b. 486a. 487b, kvikvendi, kykvendi n. gleich kvikindi animans Fritzner 377a, s. unter c.n. kjäk, schwed. käck audax sind aus hd. keck. I@cc) allen andern germ. sprachen steht hier das goth. allein gegenüber mit qvius vivus (gen. qvivis), stamm qviv, ohne den gutturalen wurzelauslaut. und ohne diesen auch im anlaut entspricht lat. vivus (vivo, vita), das aus gvivus verkürzt sein musz, wie gr. βίος leben aus γϜιϜος entstand (vgl. u. kommen). nach den formen vixi, victum von vivo aber scheint auch im wurzelauslaut ein guttural abgefallen, sodasz eine lat. urform vigvus (Schleicher comp. s. 197. 209) oder noch älter gvigv- anzunehmen ist, und zu ihr stimmt denn unser quick, ganz genau die altn. nebenform kvikv- vorhin. wie weit liegen nun vivus, βίος und keck von einander! I@dd) auch die litt.-slav. sprachen sind dieszmal von keck wie quick weit entfernt: litt. gyvas vivus (gyvata vita, gyvenu vivo), lett. dzîws, altsl. živ'', böhm. živý u. s. w., überall mit reicher entwickelung, in der bed. meist mit unserm keck, quick sich berührend; auch altpreusz. giwît vivere u. a. In dieser gestalt tritt dann das wort auch in den verwandten alten sprachen Asiens auf: skr. ǵîvas vivus, ǵîv leben u. s. w., im zend ǵîvja, ǵîv, altpers. zivâ leben, neuindisch ǵî. weiteres s. besonders bei Diefenbach goth. wb. 2, 482 ff. in reichster fülle. I@ee) um aber auf unsern boden zurückzukehren, noch ein wort über die schicksale des anlauts und inlauts: der tausch von qu- mit k- ist ein häufiger, ursprüngliches qu wird gern zu k zusammengedrückt (s.keden, kommen, koth), vollends wenn dabei wie hier die vocale u i (e) zusammenstoszen, die sich nicht gut vertragen im munde; wie denn in keck das e über u siegte, so [] anderwärts auch das u über i, in ags. cuc, cucjan, bei uns in mhd. kücken beleben neben quicken, erkücken (s. 3, 882) neben erquicken, das sich aber auch als erkicken (s. d.) findet, wie denn kick mit i auch hd. einzeln bewahrt blieb, s. unter II, 1, a. auch mit o statt u in einer form koc, koch, choch mhd. wb. 1, 892a, 50. Parz. 71, 13 var. Haupt 7, 143. Mones anz. 4, 370, daher noch später kochbrunnen, kochsilber; und mit umlaut köck, so noch östr., s. unter kecksilber und keden 4, a; im 12. jh. selbst quochsilber Mones anz. 8, 95b. man sieht recht, wie das unbequeme kuí- im munde nach allen seiten eine bequemere gestaltung suchte. IIII. Bedeutung. II@11) keck, lebendig; schon mhd. in der anwendung getrübt, während ahd. quec entschieden noch 'vivus' übersetzt; nhd. nur noch II@1@aa) in erquicken, deutlicher in östr. kicken beleben Höfer 2, 132: das feuer kicket sich, lodert wieder auf, die kuh war krank, aber jetzt kicket sie sich schon wieder; schwäb. einkicken stark einheizen, einkücken Schmid 332 (mhd. queckeʒ fiwer Parz. 71, 13). dann in quecksilber (s. kecksilber) und ähnlichen zusammensetzungen, s. gramm. 2, 638. so queckolder, wacholder (s. dazu kinkel), der immer grüne, 'lebendige' strauch (vgl. 'lebendige' hecke, nnl. quikhaag), ferner in bair. keckwasser, flieszendes, lebendiges wasser (s. d.), keckbrunnen (s. d.), kickbrunnen quelle, auch brunnkick n. und allein keck, kick n. Schmeller 2, 280 (vgl. auch kett), letzteres entweder wie die farbennamen (das blau u. s. f.), gleichsam das vorzugsweis lebendige, oder mit auslassung von wasser, wie das kalt (fieber). das 'lebendige' tritt da noch in der bed. auf, die die ursprüngliche sein mag, als 'lebhaft bewegt', ewig beweglich; vgl. nd. quekstârt, nnl. kwikstaart, bachstelze (stârt schwanz), s. 1, 1063. II@1@bb) hierher wol auch bair. östr. das keck, kick, kikel, sauerteig Schmeller 2, 280. Höfer 2, 132, weil er den teig in bewegung setzt, scheinbar lebendig macht; nord. ist die hefe mit dieser wurzel benannt, altn. kvikur f. pl.,n. dial. kväger, norw. kveik f., schwed. dial. kvikka f. Rietz 372a. doch s. auch gigker sauerteig Schm. 2, 25. II@1@cc) dem adj. ist die urbedeutung jetzt verloren; Adelung gibt zwar mundartlich keck hurtig, geschwind, 'besonders in Schlesien', doch Weinhold erwähnt nichts davon. auch gibt er aus 'einigen oberd. gegenden' die bed. lebhaft, brennend von farben: eine kecke farbe, ein keckes roth, dieser zeug ist kecker als jener, hat eine höhere farbe. ähnlich vom sonnenlicht im 16. jh.: die sunn ir scheinoft leitet ein in unflätiges kote (koth), belibt doch keck,on mos (mâse) und fleck in irer schön on note. N. Manuel bei Grüneisen 300. auch vom wachsthum der grünen welt, s. kecklich; vgl.quecke von einer wuchernden grasart, und 'keck' grünendes moos Thümmel 2, 223. mhd. von grünem holze, queck erlösung 4715, vgl.kock Mones anz. 8, 370. ein engl. chick keimen (Halliwell) gehört vielleicht daher. ähnlich von frischem, lebensfähigem fleisch das in einer wunde wächst: wie ein junger zan dem alten (?) weichen musz, also kumpt auch das kech fleisch und treibet den schiffer (splitter) ohn alle noth herausz. Würtz wundarzn. 25. II@22) von kraft und frische des leiblichen lebens; so mhd. und noch später. II@2@aa) von menschen, ungefähr wie bair. östr. jetzt lebfrisch, nd. karsch: 'keck, animosus, frisch, gesund' bestimmt der voc. inc. teut. n 1a neben 'audax'; er ist alle keche antwortet man schweiz. auf die frage nach dem wolbefinden, ganz munter'. Stalder 2, 93. in einem weinsegen aus dem 15. jh.: nu gesegen dich got, du allerliebster trost, du hast mich oft von groszem durst erlost, und jagst mir alle mein sorge hinwegk und machest mir alle meine glieder keck. altd. bl. 1, 402. II@2@bb) lebensfrische spricht sich besonders in gedrungenem, derbem fleisch, in drallen gliedern aus; daher im alemannischen: 'kächer leib', unverseert, mastig oder satt, corpus solidum. Maaler 239b; die säugamm sol eines kecken, feisten, fleischigen leibs sein. J. Rüff hebammenb. 216; es sollen auch der s. brüst keck und voll sein. das. noch jetzt schweiz. keche waden, derbe, dralle Stalder 2, 93, appenz. e chechs paar arme, en checha porst, ein starker bursche, dazu ein verb checha, derber, straffer, stärker werden. Tobler 97a. a kecks kind im Vorarlberg, mit derben muskeln. II@2@cc) diesz dann verallgemeinert 'densus, käch, zamen getrungen' Dasyp., 'densus, käck, wol zuosamen getruckt' Frisius, käck, dick, satt, solidus, durus Maaler, auch von thieren, fischen, früchten u. s. w.: (bucheckermast) macht niht sô keckeʒ flaisch an den sweinn sam die aicheln tuont. Megenberg 324, 10; [] er (der hausen) ist keck und lind gesalzen. fastn. sp. 370, 28; dasz es keck hert visch wern, die weichen thochten nit. küchenmeist. c 5; ein weisz susz lieblich keck und trocken fleisch haben sie, doch mürb. Forer fischb. 39a; leg si (die gänseleber) in kalt wasser, damit si dester kächer werde. Heuslin Gesners vogelbuch 58b (härter ändert Horst, Frkf. 1669); die wurzel ist inwendig saftig, aber sonst keck und steiflechtig. Thurneisser influent. wirk. aller erdgewächse 37; die wurzel ist kech, also das si, so si gebogen wird, abschnelt wie der rettig. das. 89; s. auch kecklecht, erkecken 1. noch schweiz. die birn ist kech, noch fest, nicht mürbe; auch schwäb. keck von obst, kartoffeln. Schmid 308. s. ähnliches u. keibig, keif, derb. II@2@dd) endlich auch von todten dingen: soll alles zu einer gallren oder sulz gemachet werden, die wirt ouch kech und wol geston (gerinnen). N. Manuel bei Grüneisen 435. an kecka sack, ein straff gefüllter, an kecka letsch ein fest gezogner knoten, vorarlberg. Fromm. 4, 5; e chechs fueder, starke ladung Tobler; sogar so: heb kech dar, halte fest dar! Stalder. II@33) Diese lebensfrische in mehr seelenhafter äuszerung: wolgemut, lebhaft, dann getrost, zuversichtlich, entschieden, endlich unternehmend, mutig, kühn; die abstufungen in den beispielen scharf zu scheiden ist unthunlich. um 1600 fühlte man darin sicher noch mehr die frische des natürlichen lebens, als, wie wir, die sittliche spannkraft; die bed. kühn aber, die uns von den genannten jetzt am nächsten liegt, ist auch schon mhd.: der zage (feige) und der quecke eteswenne bî ein ander sint. Wolfram Wh. 268, 20; das ich durch irn willen wer kek (mir den mut faszte) und stiesz den jungen lappen in dreck. fastn. sp. 756, 19; (kaiser Friedrich I.) das ist der groszmechtigst, streitparst, keckest, unverdrossenst, herlichst, wolredest und miltest fürst. S. Meisterlin, Nürnb. chron. 3, 94; zwen tusent tett man im zu geben der keckesten so in Costenz waren (zum ausfall). J. Lenz Schwabenkrieg 74b; das der esel nit also ein grosz und keck herz het. Cyrill. 14; dann in trubselikeiten entpfahet er ein keckern geist. 15b; auf das sie deste kecker und fester stehen möchten bei Christus wort. Luther 6, 7b; das wir getrost und keck sein solten. 5, 506a; der tröster .. wird euch keck machen, allerlei unglück und ubel zu leiden. tischr. 70a; und da das volk abfiel, stund er trewlich, fest und keck. Sir. 45, 29; da lobten sie alle den barmherzigen gott und wurden keck, das sie ire feinde schlagen wolten. 2 Macc. 11, 9; dises volk ist vor allen auf dem mör ein kluog vorteillig, frembde land zuo finden ein keck künstlich (unternehmendes und erfahrnes) volk zuo schiffen und schiffkriegen. Frank weltb. 70b; ein kecker mut ist ein guter harnisch. dess. sprichw. 1, 13b; werden durch ire weisheit, die aus einem kecken (fröhlichen, frischen) herzen entspreuszt, vieler angst entbunden. Kirchhof wendunm. 91a; dasz ichs desto kecker und frölicher darf sagen. disc. milit. 13; (den landsknechten vor der schlacht) ein gut keck herz einreden. 34; 'bis käck', bis guots muots und hab ein guot herz, erige mentem. Maaler 239b; sei keck (fasse mut), ich will ein sin erdenken. H. Sachs 3, 3, 22b; du bist keck wie ein altes weib. 3, 2, 21b; so ist der falke vil käcker und küner, dann aber sein vermögen (kraft) ist. Heuslin Gesners vogelbuch 1557 147a; bisz dasz du so stark als keck (an leib und seele frisch) erreichest des heils hohen zweck (ziel). Weckherlin 148; ich lob gott in dem höchsten thron, er hat kain diener nie verlon der im keck hat vertrawet. Soltau 2, 166; fieng die schöne Magelona also an zu reden: edler ritter, wiewol es nicht geziemet einem jungen menschen (neutr.) als ich bin, allein mit einem mann heimlich zu reden, jedoch hab ich widerum angesehen ewer edels gemüt, das mich gesichert und keck gemacht hat solchs zu thun. buch d. liebe 35c; verleihe kecken muth und schärfe meine hand, zu dringen durch den neid des volkes von der erden. Opitz 1, 53; so wird er unverzagt auch eine kecke schar den kürzern lehren ziehn. 2, 274; freundschaft, welche zeit und sterben keck verlacht. A. Gryphius 2, 319; was man mit frischem herzensblut und keckem wolbehagen thut, das thut man nicht vergebens. Voss (1825) 4, 70, [] ganz trefflich im ursprünglichen sinne, denn diesz kecke wolbehagen ist eben der ausdruck des frischen herzensblutes. ähnlich: wenn er mit seiner überzeugung im reinen war, so mochte ihn nichts erschüttern und er war keck (entschieden, zuversichtlich). Claudius 8, 19; heiterkeit athmet die flur und heiterkeit garten und waldung, heiterkeit vieh und gevögel und keck arbeitendes landvolk. Voss idyll. 9, 2. Jetzt am häufigsten im adv.: traten wir unsern weg keck gegen die dunkle nebel- und wolkenregion an. Göthe 16, 250; in den gröszten wichtigsten punkten, welche die kunde der schönen alten denkmale fördern können, mag man Winckelmannen keck vertrauen. 37, 75; dasz er eine (arbeit) liefern will die man keck jedem mitmeister .. zu beschauen geben kann. J. Paul flegelj. 1, 19. so oft: man darf keck behaupten, zuversichtlich, ohne bedenken. Adelung: das kannst du keck glauben, mit dem briefe werde ich keck zu deinem vater gehen. Im bair. sprachgebiet braucht man diesz adv. keck als bekräftigungswort: da brauch ich keck drei stund dazue Schm. 2, 280, vgl. tirol. Schöpf 308, kärnt. Lexer 156; das ist aber nur eine bei betheuerungswörtern und ähnlichen gern gebrauchte kürzung des satzbaus für: ich darf keck sagen, dasz u. s. w.; ebenso entstand unser freilich, früher frei (vgl. kaum sp. 359). Aus der kunstsprache führt Adelung an: eine kecke hand, die schnell und ohne zagheit ihre wirkung thut, kecke zeichnung, worin sich die kecke hand des meisters offenbart, ein kecker pinsel u. s. f.; überhaupt wird die harmonie eines bildes desto dauerhafter sein .. je einfacher und kecker er sie (der maler die farbe) angewendet hat. Göthe 36, 282. Vgl.erkecken 2. II@44) Der gebrauch gieng einen schritt weiter zu dem sinn, der uns jetzt der geläufigste ist; da bezeichnet keck, dem ursprung entfremdet, eine kühnheit die über die erwartung oder gar über alles masz hinausgeht, es wird 'trotzig, herausfordernd, dreist', es ist mehr als 'unternehmend', fast 'waghalsig': 'impotens, temerarius, projectus ad audendum' Schönsleder c 4b. doch ist es unter umständen auch noch ohne tadel, und vom vorigen nicht immer scharf zu sondern: schlag mich mehr, bist du anderst keck, du verzagter tropf, narr und geck. H. Sachs 5, 362a. einen tadel enthält schon: keck und frech im glück. Luther tischr. 286b, frech selbst hat sich in derselben weise gesteigert und zugespitzt (urspr. kräftig, mutig, frisch). bis käch zelöugnen, aude negare Maaler 239b. 'ich darf keck behaupten' leitet meist einen satz ein, der eine herausfordernde stimmung voraussetzt, eine kecke behauptung ist eine gewagte, dreiste, ja auch eine freche nennt man schonend so; über eine kecke antwort stutzt man. im dec. 1864 las man in einer zeitung von der politik eines ministers, die sehr zuversichtlich und kühn ist, ja manche mögen sie schon keck nennen. von den 1512 auf Hohenkrähen belagerten heiszt es im volksliede, um sie als verwegen zu bezeichnen: die tauben (im felsennest) warend mer dann keck, si woltend ie (doch) vom schlosz nit weck, ich muosz in lob verjehen: si warend fraidiger (kühner) dann ir herr, das hat man wol gesehen. Uhland 473, diesz mehr als keck ist ungefähr unser jetziges keck. ein kecker reiter, gegner ist jetzt meist mehr als ein kühner: ein guter jäger, ein kecker reiter musz immer ein braver kerl werden, denn zum muthe gesellen sich alle tugenden. Klinger 1, 117; (doch) bedarfs der vorsicht, denn wir haben es mit einem kecken feind. Schiller 460b. ein kecker bursche ist mindestens ein dreister, manchmal aber fast mit stärkerem sittlichen tadel als dreist. die sperlinge genieszen unter den vögeln den ruhm, keck zu sein, Bürger zum spaz der sich auf dem saale gefangen hatte: wenn ich ja übergnädig wär, so holt ich eine scharfe scher' und schnitt ihm (es ist anrede) ab die flügelein sammt seinem kecken schwänzelein. 20b (1789 2, 233), in dem emporstarzenden schwanze des spazen sieht man eben seine keckheit ausgedrückt. In den folg. beispielen ist, wenn nicht immer ein tadel, doch stets eine art übermasz ausgesprochen: die sibent (tochter der schlemmerei) heiszt domina Inhonesta, dann durch den wein wird man frech, keck und unverschambt. Albertinus narrenhatz 219, in geschlechtlicher beziehung; auch wie man spricht, der klein und keck wirft oft den groszen in den dreck. Scheibles flieg. bll. 123; [] sitzt ein Quintil im rath der kleinen kenner, wo man so keck den frühen machtspruch wagt? Hagedorn 2, 58; wer lehret ihn dem bär die neuen klauen, unversucht doch kek (s. sp. 5), in nacken schlagen? Lessing 2, 510; eure tochter ist keck genug .. laszt sie sich mit dem burschen herumschlagen. Göthe 11, 23; und aus der ungeheuer mitte nimmt er den handschuh mit keckem finger. Schiller 70b; die kühnheit macht, die freiheit den soldaten. vermöcht' er keck zu handeln, dürft' er nicht keck reden auch? eins geht ins andre drein. 334a, Octavio entschuldigt damit Butlers dreiste rede gegen Questenberg; mordlustige, undurchbrechliche scharen .. auf das glück ihres führers stolz und keck durch eine lange erfahrung von siegen. 854b; des mannes keckes laster hatte auch eure (der Maria Stuart) blödigkeit besiegt. 408b; den kecken geist der freiheit will ich beugen. 546b. am weitesten geht die bair. mundart, da ist guedkeck frech, impertinent. Schmeller a. a. o.
17284 Zeichen · 386 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    keck

    Althochdeutsches Wörterbuch

    keck- s. quec(k)-.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    keckAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    keck , Adj. Vw.: s. kek L.: Lü 170a (keck)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêck

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kêck , -er, -este, adj. et adv. eigentlich lebendig, in welcher im Deutschen veralteten Bedeutung chech bey dem Notker, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    keck

    Goethe-Wörterbuch

    keck vereinzelt ‘kek’ 1 mutig, kühn, forsch; von Personen u ihren Handlungen; auch mit erotischer Nuance; einmal metapho…

  5. modern
    Dialekt
    këck

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB këck [khak Attenschw. Pfetterhsn. ; khak Banzenh. Su. Ruf. Dü. Rchw. Bf. khæk Lohr Tieffenb. ] Adj. 1. kräftig…

  6. Sprichwörter
    Keck

    Wander (Sprichwörter)

    Keck 1. Allzu keck liegt bald im Dreck. Dän. : Alt for kæk er største gæk. – Hvo faren elsker omkommer deri. ( Prov. dan…

  7. Spezial
    keck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    keck adj. 1 (mutig, kühn) corajus (-sc, -josa), ardí (-dis, -dida) 2 munter (-tri, -tra) 3 (frech) desfrunté (-tá, -tada…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keck

42 Bildungen · 27 Erstglied · 10 Zweitglied · 5 Ableitungen

keck‑ als Erstglied (27 von 27)

keckbrunnen

DWB

keck·brunnen

keckbrunnen , m. lebendige quelle, ahd. quecbrunno, chehprunno, mhd. quecbrunne, keckbrunne Mones anz. 8, 486 ( vgl. 6, 226), kochburne Haup…

keckelsang

KöblerMnd

keckelsang , M. Vw.: s. kēkelsanc

kecken

DWB

kec·ken

kecken , zu keck n., s. DWB keckwasser a. e.; mhd. gab es ein kecken ermutigen, jetzt nur noch sich erkecken.

keckercht

DWB

keckercht ? von dem keckercht und aberklauwen, überschrift eines abschnittes bei M. Sebiz feldbau (1580) s. 573, aus dr. N. Meurers jag- und…

keckern

DWB

keck·ern

keckern , frequent. zu kecken, z. b. vom frosch, s. DWB köckern , DWB kacken . vom fuchs: um erhörung seiner heiszesten wünsche ( in der bru…

keckhaft

DWB

keck·haft

keckhaft , fortbildung von keck, bei Klopstock : recht keckhafte und grosze feindseligkeiten wider uns deutsche gelehrte vorzunehmen. 12, 30…

Keckhahn

MeckWB

keck·hahn

Wossidia Keckhahn m. kecker, dreister Mensch, vorlauter Junge, Frechdachs Ro Rostock@Klockenhagen Klock ; Elm; Egg. Trems. 154; Pl. Keckhahn…

Keckhauhn

MeckWB

Wossidia Keckhauhn n. wie -hahn, doch bes. von jungen Mädchen, als Dim.: dat is mal 'n Keckhäuhnken ein frisches, sicheres Mädchen.

keckheit

DWB

keck·heit

keckheit , f. keckes wesen oder thun, kekheit Erec 8435: auch mücken fehlt es nicht an keckheit noch an macht. Hagedorn; andere ( mädchen, i…

keck II

RhWB

keck II -ę- nur in Stadtma. u. dies in RA. Adj.: wie nhd. So k. we'n Möschemännchen Wermelsk . Klein, flink un k. stüss Grossen en de Dreck …

Keck III

RhWB

Keck III Elbf , Mörs m.: in der RA.: Frog minen Bruəder K., de lügt so wahl as ek!

kecklecht

DWB

keck·lecht

kecklecht , derb, dicht, wie keck 2, c: ein feiszt süsz kecklecht fleisch haben diese fisch. Forer fischb. 44 a .

kecklich

DWB

keck·lich

kecklich , adv. zu keck, mhd. keclîchen; von der bedeutung s. unter DWB keck : o reicher got, lasz miltiklich all frucht kecklich ( frisch, …

kecklichkeit

DWB

kecklich·keit

kecklichkeit , f. audacia: vermeint sie selben min klein undergangne schwester zu sin, ist nit das ein kecklichkeit? Terentius deutsch Stras…

kecklëcht

Idiotikon

kecklëcht Band 3, Spalte 123 kecklëcht 3,123

keckmütig

DWB

keck·muetig

keckmütig , adj. , mit keckem mute: keckmütiger widerstand und wehr. Fischart ehz. 529 Sch.; vgl. DWB kühnmütig .

Kecksbrot

MeckWB

keck·s·brot

Wossidia Kecksbrot n. Hartbrot der Seeleute Ro Rostock@Warnemünde Warn .

Kecksch

RhWB

keck·sch

Kecksch -e- = Kerngehäuse s. Kitsche bei kitschen III;

kecksilber

DWB

keck·silber

kecksilber , n. ältere nebenform von quecksilber, d. i. lebendiges, ewig bewegliches silber, s. DWB keck 1; wie deutlich man im 15. jh. noch…

keckwasser

DWB

keck·wasser

keckwasser , n. lebendiges, flieszendes wasser, fluszwasser, quellwasser, bair. Schmeller 2, 280 mit mehreren belegen, ahd. ebenso gebildet …

keck als Zweitglied (10 von 10)

dummkeck

DWB

dumm·keck

dummkeck , adj. und adv. wie dummkühn, dummdreist. bin bald tumkeck, bald vorsichtig Gabriel Voigtländer Oden.

geckerekeck

DWB

gecker·e·keck

geckerekeck , nachahmung des froschgeschreies ( s. DWB gecken , keckern), auch mit vermehrtem k, wie gr. βρεκεκεκέξ ( s. unter koax): nieman…

Hennenkeck

RhWB

hennen·keck

Hennen-keck Geld-Nieukerk m.: im Spottruf gegen den Aprilsnarren: Aprelgeck, H.!

lebenskeck

DWB

lebens·keck

lebenskeck , adj. : lebenskecker student. Auerbach dorfgeschichten 1, 287 .

Melkeck

MeckWB

melk·eck

Wossidia Melkeck f. der Platz auf der Weide, wo die Kühe gemolken werden.

Müschenkeck

RhWB

mueschen·keck

Müschen-keck -ę- Kemp-Breyell Lobberich , Kref-Fischeln m.: im Neckr. hinter dem Aprilsnarren: Prelgeck, M.!

Schneckerekeck

PfWB

Schneckerekeck m.? : ' Schnecke '; alder Schneckerekeck [ PS-Fehrb ]. Im KR.: Schneckerekeck, streck deiⁿ siwe Ohre eweg, wenn das Kind will…

spielkeck

DWB

spiel·keck

spielkeck , adj. : jeder andere — als dieser spiel-keck mit dem leben umspringende mensch. J. Paul Siebenk. 3, 131 .

überkeck

DWB

ueber·keck

überkeck , adj. u. adv. sehr keck: die überkecke brust voll hoffahrt Clauren fastnachtball 3, 32 ; der alte baron und der schulmeister hörte…

unkeck

DWB

unk·eck

unkeck , adj. adv. , gth. v. keck 3. ' feige ' Wilh. v. Österreich 12328; Alberus; Fischer schwäb. wb. 4, 301 : es gilt hie, welcher der nec…

Ableitungen von keck (5 von 5)

erkecken

DWB

erkecken , reviviscere, ahd. archëcchên, erquëchên, intransitiv und gegenüber dem tr. archicchan, erquicchan, vivificare, nhd. erquicken. 1 …

gekecke

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gekecke , n. fortgesetztes kecken ( s. u. käcken): ich meine da sei ein gekecke! Luther br. 4, 4 , von dohlengeschrei; ein gekecke der frösc…

kecke

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kecke , f. ahd. checchî calor vitalis, vivacitas Graff 4, 634 , mhd. quecke, kecke. nhd. landschaftlich bewahrt. 1 1) keckheit: von keck ist…

unkeck

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unkeck , adj. adv. , gth. v. keck 3. ' feige ' Wilh. v. Österreich 12328; Alberus; Fischer schwäb. wb. 4, 301 : es gilt hie, welcher der nec…

unkecklich

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unkecklich , adv. Xylander Polyb. 183 . —