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Kêck

ahd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kêck

Bd. 2, Sp. 1528
Kêck, -er, -este, adj. et adv. eigentlich lebendig, in welcher im Deutschen veralteten Bedeutung chech bey dem Notker, und cuce im Angelsächsischen vorkommt. Es ist nur noch in einigen figürlichen Bedeutungen üblich. 1. * Frisch, unverdorben; im gemeinen Leben einiger Gegenden. In Rosenplüts, eines Nürnbergischen Reimers aus dem 15ten Jahrh. Fastnachtspielen heißt es von einem Stücke gekochten Haufens: Er ist keck und[] lind gesalzen. 2. * Lebhaft, brennend, von der Farbe; gleichfalls nur noch in einigen Oberdeutschen Gegenden. Eine kecke Farbe. Ein keckes Roth. Dieser Zeug ist kecker als jener, hat eine höhere Farbe, mehr Glanz. 3. * Hurtig, geschwinde; auch nur in einigen Gegenden, besonders Schlesiens. Den Braten keck umdrehen. 4. * Munter, wohl aufgeräumt, im Gegensatze des niedergeschlagen, bekümmert; eine im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutung. Quekes muates seyn, Ottfr. guten Muthes. Sey keck, Gott läßt sich noch erbitten, H. Sachs. 5. Ohne Bedenken, ohne einen Zweifel zu haben, mit dem Nebenbegriffe der Geschwindigkeit; in welcher Bedeutung es noch im gesellschaftlichen Leben häufig vorkommt, doch am häufigsten als ein Nebenwort. Mit dem Briefe werde ich keck zu deinem Vater gehen. Das kannst du keck glauben. Ingleichen im nachtheiligen Verstande, ohne Bedenken, wo man Bedenken tragen sollte. S. Kecklich. 6. Ohne Furcht vor der Gefahr, gleichfalls mit dem Begriffe der Lebhaftigkeit, Hurtigkeit, auf eine lebhafte Art kühn. 1) Im guten Verstande. Und da das Volk abfiel, stund er treulich, fest und keck, Sir. 45, 29. Da lobten sie alle Gott, und wurden keck, daß sie den Feind schlagen wollten, 2 Macc. 11, 9. Er nahm das schwere Joch mit keckem Herzen an, Opitz von Paulo. Die Helden Von deren kecken Sinn auch noch die Schriften melden, Opitz von Paulo. So wird er unverzagt auch eine kecke Schaar Den Kürzern lehren ziehn, ebend. Verleihe kecken Muth und schärfe meine Hand, Den Kürzern lehren ziehn, ebend. In den bildenden Künsten ist eine kecke Hand diejenige, welche schnell und ohne Zagheit die verlangte Wirkung thut; eine kecke Zeichnung, worin sich die kecke Hand des Meisters offenbaret; ein kecker Pinsel u. s. f. 2) Noch häufiger im nachtheiligen Verstande, auf eine tadelhafte Art keck, und darin gegründet. Eine kecke Antwort. Ein kecker Mensch. Sie thun sehr keck. Ein keckes Mädchen. Wo es oft ein gelinder Ausdruck für frech, ingleichen für verwegen ist. 7. * Stark, mächtig; eine veraltete Bedeutung. Du hast deine Stärke bewiesen, an denen, die sich keck wußten, Weish. 12, 17. Im Griech. ist κικυειν stark, bey guten Kräften seyn. Hierher gehöret vermuthlich auch der noch in einigen Oberdeutschen Gegenden übliche Gebrauch, wo keck, kech, kach, für dick, dicht, und die Käche für Dicke, Dichtheit, gebraucht wird; wenn es in dieser Bedeutung nicht von einem andern Stamme herkommt. Anm. Im Schwed. kaek, im Dän. kiäk, im Isländ. kiaekr. Es gehöret zu dem Worte Quick, S. dasselbe.
2944 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    keck

    Althochdeutsches Wörterbuch

    keck- s. quec(k)-.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    keckAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    keck , Adj. Vw.: s. kek L.: Lü 170a (keck)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêck

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kêck , -er, -este, adj. et adv. eigentlich lebendig, in welcher im Deutschen veralteten Bedeutung chech bey dem Notker, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    keck

    Goethe-Wörterbuch

    keck vereinzelt ‘kek’ 1 mutig, kühn, forsch; von Personen u ihren Handlungen; auch mit erotischer Nuance; einmal metapho…

  5. modern
    Dialekt
    këck

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    këck [khak Attenschw. Pfetterhsn. ; khak Banzenh. Su. Ruf. Dü. Rchw. Bf. khæk Lohr Tieffenb. ] Adj. 1. kräftig, gesund, …

  6. Sprichwörter
    Keck

    Wander (Sprichwörter)

    Keck 1. Allzu keck liegt bald im Dreck. Dän. : Alt for kæk er største gæk. – Hvo faren elsker omkommer deri. ( Prov. dan…

  7. Spezial
    keck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    keck adj. 1 (mutig, kühn) corajus (-sc, -josa), ardí (-dis, -dida) 2 munter (-tri, -tra) 3 (frech) desfrunté (-tá, -tada…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keck

32 Bildungen · 27 Erstglied · 0 Zweitglied · 5 Ableitungen

keck‑ als Erstglied (27 von 27)

keckbrunnen

DWB

keck·brunnen

keckbrunnen , m. lebendige quelle, ahd. quecbrunno, chehprunno, mhd. quecbrunne, keckbrunne Mones anz. 8, 486 ( vgl. 6, 226), kochburne Haup…

keckelsang

KöblerMnd

keckelsang , M. Vw.: s. kēkelsanc

kecken

DWB

kec·ken

kecken gleich käcken, s. d. und keckern. dazu gehören auch kekeck, kekecks, kekechs, kachs als bezeichnungen des froschgequakes bei Rollenha…

keckercht

DWB

keckercht ? von dem keckercht und aberklauwen, überschrift eines abschnittes bei M. Sebiz feldbau (1580) s. 573, aus dr. N. Meurers jag- und…

keckern

DWB

keck·ern

keckern , frequent. zu kecken, z. b. vom frosch, s. köckern , kacken . vom fuchs: um erhörung seiner heiszesten wünsche ( in der brunstzeit …

keckhaft

DWB

keck·haft

keckhaft , fortbildung von keck, bei Klopstock : recht keckhafte und grosze feindseligkeiten wider uns deutsche gelehrte vorzunehmen. 12, 30…

Keckhahn

MeckWB

keck·hahn

Keckhahn m. kecker, dreister Mensch, vorlauter Junge, Frechdachs Ro Klock ; Elm; Egg. Trems. 154; Pl. Keckhahns Ro Ribn ; Dim. Keckhähnken k…

Keckhauhn

MeckWB

Keckhauhn n. wie -hahn, doch bes. von jungen Mädchen, als Dim.: dat is mal 'n Keckhäuhnken ein frisches, sicheres Mädchen.

keckheit

DWB

keck·heit

keckheit , f. keckes wesen oder thun, kekheit Erec 8435: auch mücken fehlt es nicht an keckheit noch an macht. Hagedorn; andere ( mädchen, i…

keck II

RhWB

keck II -ę- nur in Stadtma. u. dies in RA. Adj.: wie nhd. So k. we'n Möschemännchen Wermelsk . Klein, flink un k. stüss Grossen en de Dreck …

Keck III

RhWB

Keck III Elbf , Mörs m.: in der RA.: Frog minen Bruəder K., de lügt so wahl as ek!

kecklecht

DWB

keck·lecht

kecklecht , derb, dicht, wie keck 2, c: ein feiszt süsz kecklecht fleisch haben diese fisch. Forer fischb. 44 a .

kecklich

DWB

keck·lich

kecklich , adv. zu keck, mhd. keclîchen; von der bedeutung s. unter keck : o reicher got, lasz miltiklich all frucht kecklich ( frisch, kräf…

kecklichkeit

DWB

kecklich·keit

kecklichkeit , f. audacia: vermeint sie selben min klein undergangne schwester zu sin, ist nit das ein kecklichkeit? Terentius deutsch Stras…

kecklëcht

Idiotikon

kecklëcht Band 3, Spalte 123 kecklëcht 3,123

keckmütig

DWB

keck·muetig

keckmütig , adj. , mit keckem mute: keckmütiger widerstand und wehr. Fischart ehz. 529 Sch.; vgl. kühnmütig .

Kecksch

RhWB

keck·sch

Kecksch -e- = Kerngehäuse s. Kitsche bei kitschen III;

kecksilber

DWB

keck·silber

kecksilber , n. ältere nebenform von quecksilber, d. i. lebendiges, ewig bewegliches silber, s. keck 1; wie deutlich man im 15. jh. noch das…

keckwasser

DWB

keck·wasser

keckwasser , n. lebendiges, flieszendes wasser, fluszwasser, quellwasser, bair. Schmeller 2, 280 mit mehreren belegen, ahd. ebenso gebildet …

Ableitungen von keck (5 von 5)

erkecken

DWB

erkecken , reviviscere, ahd. archëcchên, erquëchên, intransitiv und gegenüber dem tr. archicchan, erquicchan, vivificare, nhd. erquicken. 1 …

gekecke

DWB

gekecke , n. fortgesetztes kecken ( s. u. käcken): ich meine da sei ein gekecke! Luther br. 4, 4 , von dohlengeschrei; ein gekecke der frösc…

kecke

DWB

kecke , f. ahd. checchî calor vitalis, vivacitas Graff 4, 634 , mhd. quecke, kecke. nhd. landschaftlich bewahrt. 1 1) keckheit: von keck ist…

unkeck

DWB

unkeck , adj. adv. , gth. v. keck 3. ' feige ' Wilh. v. Österreich 12328; Alberus; Fischer schwäb. wb. 4, 301 : es gilt hie, welcher der nec…

unkecklich

DWB

unkecklich , adv. Xylander Polyb. 183 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „keck". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/keck/adelung?formid=K00618
MLA
Cotta, Marcel. „keck". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/keck/adelung?formid=K00618. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „keck". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/keck/adelung?formid=K00618.
BibTeX
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