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keck

ahd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 14 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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54
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

keck Adj.

keck Adj.

keck Adj. ‘unbefangen, kühn, verwegen’, seit Ende des 15. Jhs. auch ‘dreist’, ahd. (um 1000), mhd. kec ist eine vom Alem. ausgehende und sich in der nhd. Literatursprache durchsetzende obd. Variante von ahd. quec (8. Jh.), mhd. quec, frühnhd. queck (mit Vokalveränderung durch Brechung) neben asächs. quik, mnd. nd. quick (s. quicklebendig), mnl. quic, nl. kwi(e)k, aengl. cwic, cuc(u), engl. quick, anord. kvikr, kykr, schwed. (vielleicht unter dt. Einfluß) kvick (den ursprünglichen Anlaut zeigen noch Quecke, Quecksilber, erquicken, verquicken, s. d.). Die Bedeutung des Adjektivs wandelt sich von ‘lebendig’ (ahd. asächs. aengl. anord., ebenso noch mhd. mnd. mnl.) zu ‘lebhaft, frisch, munter’ (mhd. frühnhd., mundartlich noch im Obd., ferner nd. nl. engl.) und im Dt. schließlich zu ‘mutig, kühn’ (zuerst mhd.); andere Entwicklungen führen zu ‘fest, gedrungen’ (spätmhd. und in obd. Mundarten) und ‘schnell, flink’ (nl. engl. schwed.). Die westgerm. und nordgerm. Formen (germ. *kwikwaz) unterscheiden sich durch zweifachen Guttural (Annahme eines g-Suffixes bereits für die ie. Vorstufe ist unsicher, vgl. aber landschaftliches lett. dzīga, dzīgot neben lett. dzīve ‘Leben’, dzīvot ‘leben’) von got. qius ‘lebendig’ (germ. *kwiwaz); dieses setzt zusammen mit air. beo ‘lebendig’ und griech. bíos (βίος) ‘Leben’ (falls aus ie. *gu̯iu̯os und nicht zweisilbiges Wurzelnomen, vgl. Frisk 1, 238; s. bio-) sowie mit den nur in der ursprünglichen Vokalquantität abweichenden Bildungen aind. jīvāḥ, lat. vīvus, lit. gývas, lett. dzīvs, aslaw. živъ, russ. živój (живой) ‘lebendig’ ie. *gu̯ī̌u̯o- fort, das (als Erweiterung zur Schwundstufe) zu einer Wurzel ie. *gu̯ei-, *gu̯ei̯ə- ‘leben’ gehört, die allen genannten germ. und außergerm. Formen zugrunde liegt und mit unterschiedlichen Ablautstufen auch in griech. hygiḗs (ὑγιής) ‘gesund’ (eigentlich ‘wohllebend’), zṓon (ζῷον) ‘Lebewesen, Tier’, lat. vīta ‘Leben’ auftritt. – Keckheit f. ‘Kühnheit, Dreistigkeit’, mhd. kecheit ‘frisches, mutiges Wesen’ (Ende 12. Jh.), vgl. früheres ahd. keckī (9. Jh.), queckī (11. Jh.) ‘Lebenskraft, Lebhaftigkeit’, mhd. quecke, kecke ‘frisches, mutiges Wesen, Tapferkeit’.
2155 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    keck

    Althochdeutsches Wörterbuch

    keck- s. quec(k)-.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    keckAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    keck , Adj. Vw.: s. kek L.: Lü 170a (keck)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêck

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kêck , -er, -este, adj. et adv. eigentlich lebendig, in welcher im Deutschen veralteten Bedeutung chech bey dem Notker, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    keck

    Goethe-Wörterbuch

    keck vereinzelt ‘kek’ 1 mutig, kühn, forsch; von Personen u ihren Handlungen; auch mit erotischer Nuance; einmal metapho…

  5. modern
    Dialekt
    këck

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    këck [khak Attenschw. Pfetterhsn. ; khak Banzenh. Su. Ruf. Dü. Rchw. Bf. khæk Lohr Tieffenb. ] Adj. 1. kräftig, gesund, …

  6. Sprichwörter
    Keck

    Wander (Sprichwörter)

    Keck 1. Allzu keck liegt bald im Dreck. Dän. : Alt for kæk er største gæk. – Hvo faren elsker omkommer deri. ( Prov. dan…

  7. Spezial
    keck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    keck adj. 1 (mutig, kühn) corajus (-sc, -josa), ardí (-dis, -dida) 2 munter (-tri, -tra) 3 (frech) desfrunté (-tá, -tada…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keck

32 Bildungen · 27 Erstglied · 0 Zweitglied · 5 Ableitungen

keck‑ als Erstglied (27 von 27)

keckbrunnen

DWB

keck·brunnen

keckbrunnen , m. lebendige quelle, ahd. quecbrunno, chehprunno, mhd. quecbrunne, keckbrunne Mones anz. 8, 486 ( vgl. 6, 226), kochburne Haup…

keckelsang

KöblerMnd

keckelsang , M. Vw.: s. kēkelsanc

kecken

DWB

kec·ken

kecken gleich käcken, s. d. und keckern. dazu gehören auch kekeck, kekecks, kekechs, kachs als bezeichnungen des froschgequakes bei Rollenha…

keckercht

DWB

keckercht ? von dem keckercht und aberklauwen, überschrift eines abschnittes bei M. Sebiz feldbau (1580) s. 573, aus dr. N. Meurers jag- und…

keckern

DWB

keck·ern

keckern , frequent. zu kecken, z. b. vom frosch, s. köckern , kacken . vom fuchs: um erhörung seiner heiszesten wünsche ( in der brunstzeit …

keckhaft

DWB

keck·haft

keckhaft , fortbildung von keck, bei Klopstock : recht keckhafte und grosze feindseligkeiten wider uns deutsche gelehrte vorzunehmen. 12, 30…

Keckhahn

MeckWB

keck·hahn

Keckhahn m. kecker, dreister Mensch, vorlauter Junge, Frechdachs Ro Klock ; Elm; Egg. Trems. 154; Pl. Keckhahns Ro Ribn ; Dim. Keckhähnken k…

Keckhauhn

MeckWB

Keckhauhn n. wie -hahn, doch bes. von jungen Mädchen, als Dim.: dat is mal 'n Keckhäuhnken ein frisches, sicheres Mädchen.

keckheit

DWB

keck·heit

keckheit , f. keckes wesen oder thun, kekheit Erec 8435: auch mücken fehlt es nicht an keckheit noch an macht. Hagedorn; andere ( mädchen, i…

keck II

RhWB

keck II -ę- nur in Stadtma. u. dies in RA. Adj.: wie nhd. So k. we'n Möschemännchen Wermelsk . Klein, flink un k. stüss Grossen en de Dreck …

Keck III

RhWB

Keck III Elbf , Mörs m.: in der RA.: Frog minen Bruəder K., de lügt so wahl as ek!

kecklecht

DWB

keck·lecht

kecklecht , derb, dicht, wie keck 2, c: ein feiszt süsz kecklecht fleisch haben diese fisch. Forer fischb. 44 a .

kecklich

DWB

keck·lich

kecklich , adv. zu keck, mhd. keclîchen; von der bedeutung s. unter keck : o reicher got, lasz miltiklich all frucht kecklich ( frisch, kräf…

kecklichkeit

DWB

kecklich·keit

kecklichkeit , f. audacia: vermeint sie selben min klein undergangne schwester zu sin, ist nit das ein kecklichkeit? Terentius deutsch Stras…

kecklëcht

Idiotikon

kecklëcht Band 3, Spalte 123 kecklëcht 3,123

keckmütig

DWB

keck·muetig

keckmütig , adj. , mit keckem mute: keckmütiger widerstand und wehr. Fischart ehz. 529 Sch.; vgl. kühnmütig .

Kecksch

RhWB

keck·sch

Kecksch -e- = Kerngehäuse s. Kitsche bei kitschen III;

kecksilber

DWB

keck·silber

kecksilber , n. ältere nebenform von quecksilber, d. i. lebendiges, ewig bewegliches silber, s. keck 1; wie deutlich man im 15. jh. noch das…

keckwasser

DWB

keck·wasser

keckwasser , n. lebendiges, flieszendes wasser, fluszwasser, quellwasser, bair. Schmeller 2, 280 mit mehreren belegen, ahd. ebenso gebildet …

Ableitungen von keck (5 von 5)

erkecken

DWB

erkecken , reviviscere, ahd. archëcchên, erquëchên, intransitiv und gegenüber dem tr. archicchan, erquicchan, vivificare, nhd. erquicken. 1 …

gekecke

DWB

gekecke , n. fortgesetztes kecken ( s. u. käcken): ich meine da sei ein gekecke! Luther br. 4, 4 , von dohlengeschrei; ein gekecke der frösc…

kecke

DWB

kecke , f. ahd. checchî calor vitalis, vivacitas Graff 4, 634 , mhd. quecke, kecke. nhd. landschaftlich bewahrt. 1 1) keckheit: von keck ist…

unkeck

DWB

unkeck , adj. adv. , gth. v. keck 3. ' feige ' Wilh. v. Österreich 12328; Alberus; Fischer schwäb. wb. 4, 301 : es gilt hie, welcher der nec…

unkecklich

DWB

unkecklich , adv. Xylander Polyb. 183 . —