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klabastern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klabastern

Bd. 11, Sp. 887
klabastern , ein merkwürdiges volkswort, das nach der entwickelung der bed. und den reichen nebenformen alt sein musz. 11) klabástern selbst heiszt 1@aa) schlagen, prügeln, und ist so in Mitteldeutschland weit zu finden, hess., thüring., sächs., oberlaus. Anton 9, 7, schles. Weinh. 43b. aber auch ins östr. gebiet eingreifend in Kärnten (auch kalabastern, kalbastern) Lexer 153, und ins fränkische in henneb. zerklabastern zertrümmern (durchbringen) Fromm. 3, 137; s. auch das schwäb. u. 2, a. die bed. scheint wesentlich dem md. anzugehören; fremd aber ist sie dem nd. nicht nach folg. redensart aus dem Lüneburgischen: üt gift klabasters nâ de swere nôt, schläge. Colshorn im weim. jahrb. 3, 365; ähnlich bei Leipzig es setzt klabastre. 1@bb) nd. ist eine andre bed. vorherschend, polternd laufen, reiten, fahren u. dgl.: de wekenfohrman na Itzehoe baller un klabaster inne infahrt rin. Groth Trina 149, vom poltern eines wagens in der thorfahrt; wull (wer) kumt dar noch anklabastert? 156, vom pferdegetrappel (vgl.klepper); auf meines vaters stocke (als steckenpferde) die stube. auf und nieder zu klabastern. Siegfr. v. Lindenberg 1, 4. daher götting. galoppieren Schambach 100b, westf. recht hörbar laufen Fromm. 5, 166; in einem kinderspruche von verschiednem reiten (Simrock kind. nr. 79) reiten die husaren klabaster klabaster klabaster! merkwürdig auch bei Rochholz alem. kinderlied s. 49 aus der Schweiz, in der formel klibíster klabáster horribili kribrifax, als schulwitz in 'sauerkrautlatein', mit ablautspiel versehen (s. sp. 782 unten); die bed. ist nicht erkennbar. aber auch in der Altmark kommt klabistern vor, dat geit klabister klabaster heiszt es von einem galoppierenden pferde, s. Danneil 101b. *) das verbum ist übrigens in der angegebenen bed. wieder auch md.; in Leipzig z. b. klabastert einer mit holzpantoffeln die treppe hinunter. auch gleich störend hin und her laufen (Leipzig), poltern überhaupt (thür.), z. b. von einem gespenste Schambach 316b; auch aus Kaufbeuern, Regensburg wird mir klapastern so angegeben, also schwäb., bair. 1@cc) etwas abweichend in der bed. ditm. 'ungeschickt trottiren, in den tag hinein reiten', auch unordentlich hin und her laufen Schütze 2, 261; in Posen durch den dreck klabastern, patschen (vgl. 2, a a. e.), daher auch klabasterig schmuzig. auch sächs. so, dazu sich voll klapastern. s. dazu 2, e. 1@dd) nebenformen sind klapastern, klapestern, klapaustern (Leipzig, auch mit b), alle gut gestützt, s. 2, d. e; im gaunerdeutsch heiszt nach Grolmann 36a klapastern und klapattern (s. 2, b) dreschen. auch kalabastern ist sächs., und kalopestern. 22) überhaupt weicht das wort in form und bed. manigfach aus, wie es bei alten wörtern geht, die ohne pflege dem volksmunde überlassen bleiben. 2@aa) aus Pommern gibt Dähnert klabatschen, mit der karbatsche durchprügeln, dazu klabatsche karbatsche; ebenso wieder in Schwaben klawatschen abprügeln Schmid 315. man musz wirklich beim aufkommen von karbatschen diesz an unser wort angelehnt haben, denn selbst die bed. von klabastern 1, b. c ist darauf übergegangen (s. sp. 207). aber auf älteren bestand von klabatschen deutet nl. klavaatshamer gleich kalfaathamer, hammer beim kalfatern gebraucht; Weiland meint, das wort ahme das wiederholte klopfen des kalfaterers nach, der begriff des darin versteckten klavaatsen ist also ganz wie beim klabastern des reiters. das pomm. wort heiszt übrigens auch 'durch den koth steigen (s. 1, c), welches einige auch kladatschen nennen'. 2@bb) noch älter im auslaut sieht klapattern u. 1, d aus, ostfries. klabattern, kalbattern, karbattern, prügeln und galoppieren. Stürenburg 101a; das kalbattern ist wie kärnt. kalbastern unter 1, a. aber auch kalfatern (s. d.), das arabischer herkunft sein soll und allerdings dort trefflichen anhalt hat, findet doch hier einen bedeutsamen deutschen zusammenhang (kalbattern und klavaatsen 2, a), und wie das wort in alle südeuropäische sprachen kam (Diez 80), könnte es wol auch noch zu den Arabern und Türken gewandert sein? 2@cc) der begriff wiederholt oder unaufhörlich klopfen tritt deutlich auf in nrh. klabatter f., so heiszt in Aachen die kath. klapper oder rassel, die man in der charwoche braucht, während die glocken schweigen, s. Müller u. Weitz 108. übertragen das. auch klappermaul (auch klabott f.), und letzteres wieder in Schlesien, klabatschke f. und klabatschker m. für maul Weinhold 43b, das in der form zu a stimmt. es gibt auch mrh. klawatschen (lawatschen) schwätzen, klawatsch f. schwätzer, schwätzerin *) worauf beruht die da erwähnte sage, dasz in einer nd. (nach andern in einer nl.) bibelübers. und seine jünger folgten ihm nach mit klabastern übersetzt sei? nl. ist das wort gar nicht. Kehrein 227 (s.klapper 2), und dazu stimmt nl. bei Kil. klabbotsen pulsare cum fragore, klabbotse klatschbüchse, bei Binnaert clabbatse. 2@dd) so gehört auch hierher der klabautermann der nordd. matrosen, der kobold des schiffes, der im untern raume haust; das au stimmt zu klapaustern unter 1, d. er heiszt aber auch klabatermann Temme volkss. von Pommern u. Rügen 300, klabotermann H. Heine werke 1, 140 (reisebilder 2, 24), klaboltermann Johansen nordfries. sprache 10, kabautermännchen oder Lappländer J. Wolf deutsche sagen 184, wo sie als kobolde auf dem festlande erscheinen. dasz sie 'klopfende' kobolde sind, zeigt der name kalfater den sie auch haben (Temme a. a. o.), sie klopfen am schiffe wie der kalfater, vgl. Heines bericht. ostfriesisch heiszt kalbauter ein wüster mensch Stürenburg 101a. 2@ee) die abweichungen in form und bed. entfernen sich aber auch weiter von klabastern. Schütze 2, 261 gibt aus Holstein klabakken gleich klabastern 1, b. im inlaut abweichend pomm. kladatschen Dähnert 229a, ebenso westf. kladeistern lebhaft laufen Frommann 5, 166; ebenda merkwürdig klabuistern gleich klamuisern eifrig studieren über etwas (kalmäusern), schlesisch klabustern aber kleben, kleistern, klabustrig schmierig (vgl. unter 1, c und nd. klabbern in schmierigem hantieren Fromm. 6, 215); sächs. klapustern pl. menschenkot, klapusterbeeren kotklunkern, aber auch klabastern, z. b. butter aufs brot kl., dick streichen, 'klecksen'. endlich der einzige ältere beleg in der form knabestern, in der bed. fortjagen (s. kamesierer a. e.) 33) für sichere beurtheilung fehlen ältere nachweise. im ganzen drängt sich als unterliegend der nd. md. stamm klap klappen, klopfen auf, der einzeln auch in der form knap sich zeigt (s.knappen a. e.); das zurückgehen des p auf b (doch s. auch 1, d) erklärt sich ausreichend daraus dasz es hier zwischen vocale zu stehen kam. der zweite worttheil, der den ton auf sich zog (wie in kalmäuser), scheint eben darum nicht bildungsendung, sondern ein zweiter stamm (dieser ton erklärt wol auch die änderung des kla-, wie man nun die silbe fühlte, in kala-, kal-); vgl. nd. bats, batsche schlag u. ä., nl. botse Kil., zu kladatschen nd. klatern klappern (s.klatzen), zu klabastern klastern. s. auch Woeste b. Fromm. 5, 166 und nd. klabûs! klack! 6, 424.
7111 Zeichen · 170 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klabasternv., intrs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Х Klabastern , v. intrs . im N. D. unordentlich hin und her laufen. Das Klabastern .

  2. modern
    Dialekt
    klabastern

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    klabastern sich geräuschvoll bewegen, lärmend umherlaufen Mi 41 a ; wat hefft ji tau klabastern? Wa; vir Jungs ... klaba…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klabastern

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Zerlegung von klabastern 2 Komponenten

kla+bastern

klabastern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von klabastern (1 von 1)

verklabastern

PfWB

ver-klabastern schw. : ' schmutzig machen '. Du net alles veʳklawaschdere ! [ KL-O'sulzb ]. Syn. s. verschmieren 1 a. — Wohl kaum identisch …