vorbringen,
verb. ,
s. älteres fürbringen
th. 4, 1, 1,
sp. 670;
ahd. furipringan Graff 3, 198; forapringan 199;
mhd. vürbringen
mhd. wb. 1, 251
a; Lexer 3, 585; vor-, vürbringen Jelinek 883;
proficere vorbringen Diefenbach
gl. 463
b; Haltaus 549; für-
oder vorbringen,
adferre, apportare, narrare, proponere Stieler 243; 245; für-
et vorgebracht, ich bringe vor Steinbach 1, 174; vorbringen,
proponere, in medium proferre Frisch 1, 139
b; Adelung; Campe; Fischer 2, 1841;
schweiz. idiot. 5, 725;
aus dem deutschen entlehnt dän. forebringe. —
im part. prät. fehlt in älterer sprache noch das ge-,
vgl. fürbringen 9,
th. 4, 1, 1,
sp. 671:
propositum vorbracht wille Diefenbach
gl. 466
a; allen den dieser brieff vorbracht wird
handelsrechn. d. deutschen ordens 300
Sattler; wenns vorhin nit ist durch etzliche der gemeine vorbracht Luther 10, 3, 121
W.; das solche schlechte hendel in keiner sprach so künstlich, zierlich, prechtig und anmutig könten vorbracht werden Rollenhagen
froschmeuseler (1595) a 6
b; nachdem wir ... gründliche nachrichtung werden vorbracht haben Schottel
friedenssieg 53
ndr.; auch sind etliche mit clavirn gemacht, durch welch yhre melodey wird vorbracht Agricola
musica instrum. deutsch 51
Eitner; die gaben, die wir vor euer heil den sternen vorbracht haben Fleming
deutsche ged. 75
L. zu der mitteldeutschen präsensform vorbrengen
vgl. brengen
th. 2,
sp. 384; fürbrengen
th. 4, 1, 1,
sp. 669;
epilogare eyn ding vorbrengen Diefenbach
gl. 204
c;
perficere vorbrengen 425
c; fürbrengen Bauer-Collitz 36
a; förbrengen ten Doornkaat-Koolman 1, 537
b; unde zo man dar uth wat understeit vornthobrengen Rotmann
restitution 22
ndr.; Nabuchodonosor nu hiez brengen die jungen vor
Daniel 291. 11)
räumlich, nach vorn, vorwärts schaffen: in welchen v. der pique man zugleich die rechte hand umdrehet v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 246; weil ich die gebundenen hände vom rücken nicht v. konnte Holtei
erz. schr. 2, 102; er wollt uns weiter v. Waiblinger
d. Britten in Rom 122
Zoller; bald darauf gelingt es, 2 batterien über Planchette vorzubringen Moltke (1892) 7, 31. —
besonders in dem sinne, dasz dadurch etwas in erscheinung tritt, was vorher nicht sichtbar war; '
aus einem verborgenen oder unbekannten orte bringen, in gegenwart anderer bringen; nur noch zuweilen, für herbey bringen' Adelung; das geld aus dem kasten v. Steinbach 1, 174;
jetzt lieber hervorbringen: in dem andern tage vorbrachte er zwen phenig
d. erste d. bibel 1, 253
var. (
Luc. 10, 35, zoch eraus zween grosschen Luther); da bringt die groszmama heute einen alten brief vor Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 27; indem sie sich tief verneigte und eine thräne vorbrachte Göthe 24, 89
W.; die ältere sprache ist viel beweglicher: auff dasz sie dabey mercken können, ob man ihnen gifft v. wölle Heyden
Plinius (1565) 140; untern andern stücken (
vom hirsch) ward eins vorbracht, sehr gut und feist Kirchhof
wendunmuth 2, 289
Ö.; da wird dem lekkermaul ... ein frischer kropfsallat mit essig vorgebracht Rachel
satyr. ged. 62
ndr.; vorbringen, -brengen,
eructare Diefenbach
gl. 209
b. —
mit persönlichem object, vorführen, vgl. oben Daniel 291: Ulerich gab befehl, sie (
bauernweiber) vorzubringen Hauff
w. (1890) 1, 300. —
frei: (
wir haben die gläubigen) Christo tho einer reinen bruydt vorgebracht Rotmann
restitution 107
ndr. 22)
die bedeutung von in erscheinung treten lassen verbindet sich dann mit der vorstellung des schaffens, erzeugens, hervorrufens, verursachens; diese anwendung bezeichnet schon Adelung
als veraltet, auch hier ist hervorbringen
an die stelle getreten: was die erde vorbringt,
quae nascuntur e terra Frisch 1, 139
b. — ein vogel ..., der zwey junge fürbringt Heuszlin
Geszners vogelbuch (1557) 3
b; fast alles, was bedarf der mensch in seinem leben, bringt vor der baum Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. (1641
ff.) 2, 10; wird doch nichts geschicktes (
poesie) vorgebracht werden, wo nicht der kopf mit nöthigen wissenschaften ausgerüstet ist Neukirch
anfangsgründe z. teutschen poesie (1724) 16; (
wie eine scene) sich aus andern entwickelt und andere vorbringet Herder 3, 224
S.; was kirchliche kunst in früheren jahrhunderten vorgebracht hat Stifter (1901
ff.) 14, 333; o groszer starcker löw aus Israel entsprungen, aus Juda vorgebracht Opitz
teutsche poemata 191
ndr.; wie viele, welche stets nach neuen sachen ringen, bemühen sich noch itzt ein stetes mobile durch tieff ersonne kunst zum wunder vorzubringen Henrici
ernst-, scherz- u. sat. ged. (1727
ff.) 1, 192; da jede fluth uns scheint stets neue vorzubringen König
ged. (1745) 2; als die natur den andern dingen das wesen gab, so fiel ihr ein, zur lust ein fremdes vorzubringen Lichtwer
äsopische fabeln (1748) 30; die thoren sind der stoff, aus dem der vorsicht macht bald philosophen, bald auch helden vorgebracht Cronegk
schr. (1766) 2, 118;
schaffen in freierem sinne, wirken, zustandebringen, leisten, zeigen u. ä.: du enmaht es niht fürbringen als dû uns hie hâst verjehen Hartmann v. Aue
a. Heinrich 576; und was der thürckisch khönig vorpracht hatt in den xiii jaren, das stett hernach geschrieben Schiltberger
reisebuch 9
lit. ver.; v. sollen wyr sie nicht, bosze gedangken Luther 34, 2, 201
W.; das sie dort on unterlas das spinnwerck und weben, welches sie hie gehaszt, treiben mus und gleichwol darbei nichts vorpringen Fischart 3, 204
H.; so mag keiner dasselbig, wie angezeigt ist, vorbringen ohn die sonnen Paracelsus
opera (1616) 2, 658
B; denn je mehr trawrigkeit man ihm (
dem scheuenden pferde) in derselben furcht vorbringet; desto hefftiger wird es bestürtzt Walther
pferde- u. viehzucht (1658) 22. —
zum ausdruck bringen: darumb wir Teutschen aller eigentlichest die vorprechung an der eer und anbettung gotis in bedeuttung und eigentschafft unser sprach vorbringen, als wir sagen abgöterey Jac. Strausz
christenlich unterricht (1523) a 2
a; je mehr man unterscheid der stimmen vor- kan -bringen, je wunderbahrlicher pflegt auch das lied zu klingen A. Silesius
cherub. wandersmann 37
ndr.; frei: lasse niemand sich verdrieszen, ... die wahre danckbarkeit sampt der tugend vorzubringen Voigtländer
oden u. lieder (1642) 60;
s. auch unter 3 b
u. c. 33)
die neuere sprache verwendet das verbum hauptsächlich in dem sinne von durch worte, durch die sprache hörbar oder kundbar machen, entsprechend dem lat. proferre, ohne dasz doch ein einflusz dieses wortes (
zeitschr. f. d. wortf. 4, 132)
angenommen zu werden braucht. 3@aa)
das object ist zunächst das hörbar gemachte, auch hier wird hervorbringen
in manchen wendungen vorgezogen: er konnte kein wort vorbringen,
herausbringen Adelung;
jetzt aber eher hervorbringen,
wenn eben nur das lautliche ohne hinsicht auf den sinn bezeichnet werden soll: er brachte nur unarticulierte laute hervor,
lieber als vor.
die belege zeigen, dasz diese scheidung durchaus nicht immer festgehalten wird, auch ist die vorstellung des lautlichen von der des sinnes oft gar nicht zu trennen: er konte für weinen kein deutliches wort v. Kramer 1 (1700), 165
b; dasz er nicht ein einiges wort vorbringen können A. Gryphius
Horrib. 4
ndr.; hörten sie ihn endlich diese worte vorbringen A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 11; so wolte er mit seinen schwestern frantzösisch an zu reden fangen, allein er kunte der tebel hohl mer nicht mehr v. als ouy Chr. Reuter
Schelmuffsky vollst. 113
ndr.; die deutsche sprache ... wenn ... ein wohlgebildeter mund sie vorbringt
allg. d. bibl., anh. zu 53-86, 493; dasz der kleine keinen miszlaut vorbrachte Hippel
kreuz- u. querzüge (1795
ff.) 1, 120; er war auszer stande, auch nur den ersten satz seines monologes vorzubringen Hebbel
w. 12, 11
W.; streckte, ohne ein wort vorzubringen, den zeigefinger weit vor sich hin Gaudy (1844) 15, 56. — worte v.
kann natürlich auch auf schriftliche äuszerung gehen: es sey ihm (
dem verf.) erlaubt, über diese sammlung (
seiner schriften) einige nöthige worte vorzubringen Chph. v. Schmid
schr. (1858
ff.) 1, 3. —
fremd klingt uns v.
in verbindung mit rede (
für vortragen): interrogatio bringt die rede durch eine frage vor Ch. Weise
polit. redner (1677) 9; wodurch er aus dem stegreife eine ... rede ohne anstosz v. kann Rabener
schr. (1777) 1, 160. —
vom musikalischen vortrag, ebenfalls ungewöhnlich: musik, so dem herrn gesandten auf seinen namenstag ... vorbracht wurde Fleming
ged. 483
L.; indem sie ein muthwilliges lied mit der schönsten stimme von der welt ... vorbrachte Göthe 24, 78
W.; ohne jedoch auch auf diesem instrumente etwas ordentliches v. zu können G. Keller
w. (1889
ff.) 2, 94;
vgl.: meister, sprach er, ir harphet wol: die noten sint rehte vürbrâht senelîche und alse ir wart gedâht Gottfried v. Straszburg
Tristan 3521. 3@bb)
dagegen wird in der sprache der gegenwart v.
ausschlieszlich, und nicht hervorbringen
gebraucht, wenn sich das verbum mehr auf das, was gesagt wird, bezieht als darauf, dasz überhaupt etwas zu gehör gebracht wird; leicht ist dann die übertragung auf mittheilung durch die schrift. überhaupt kann die vorstellung unbestimmter werden, etwa im sinne von vorführen, vorstellen,
so dasz jem. davon kenntnis nimmt, es bemerkt: alles, was er vorbrachte, waren lappalien Stieler 243; allerhand schnadriack v. Kramer 2 (1702) 617
a; er bringt seltzam zeug vor 1446
c; was hast du vorzubringen? eine sache sehr oft v., eine ursache, kahle entschuldigungen v. Adelung;
auch hier bewegt sich die ältere sprache freier, und in manchen der im folgenden angeführten wendungen wird jetzt v.
lieber durch andere verba ersetzt (vortragen, zum ausdruck bringen, darlegen, vorführen, anführen
u. a.): ihre vorgebrachte gravamina
verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 68; griff ..., den der böse feind ... weisz vorzubringen Moscherosch
insomnis cura par. 114
ndr.; (
wenn lügner) ein andermahl die wahrheit redeten und vorbrächten Lehman
floril. pol. (1662) 3, 184; warum hat man mir nicht zeit gegönnet, ... meine notturft vorzubringen? Bucholtz
Herkuliskus (1665) 7; was ein aufgebrachter vater in solchem falle heftiges und hartes v. kann (
in einem briefe) Lessing 2, 304
M.; er habe irgend eine unschicklichkeit vorgebracht Musäus
volksm. 1, 29
H.; was die liberalen vorbringen, läszt sich immer lesen Göthe 42, 2, 237
W.; bring er das unserm obersten vor 17, 238; bringen sie meinen antrag vor Schiller
schr. 3, 566
G.; da er nun sein trauriges nein vorbrachte Klinger
w. (1809
ff.) 6, 127; jetzt wollen wir zur mutter, und ihr unsere angelegenheiten v. Bäuerle
kom. theater (1820
ff.) 1, 76; brachte ihnen falsche lügen vor br. Grimm
d. sagen (1891) 2, 165; nur eine stelle der comedia läszt sich mit einigem scheine dafür v. Döllinger
akad. vorträge (1888
ff.) 1, 88; (
um) einen scherz vorzubringen G. Keller (1889
ff.) 2, 203; wente nie tidinge kanstu draden hir vörbringen
dodes danz 1240
B.; was soll ich doch wol singen, was soll ich doch vor einen text vorbringen? Voigtländer
oden u. lieder (1642) 1; kan Salome sich zwingen, so unverhoffte lust (
freude, freudige kunde) nicht eylends vorzubringen? A. Gryphius
trauerspiele 162
P.; hab ich oft nicht bey der nacht ... dir mein leiden vorgebracht? ... dir mein elend vorgetragen? Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 131; hat man Roxanen schon mein suchen vorgebracht? Besser
schr. (1732) 2, 576; ein falsch gerücht, das man dir vorgebracht J. E. Schlegel
w. 1, 237; bring alle unsre plagen deinem gott beweglich vor Zinzendorf
ged. (1766) 319; ein neu project ward vorgebracht Göthe 5, 86
W.; wer sonst was vorzubringen hat, verfecht es für sich selbst Schiller
schr. 6, 192
G.; ein arg gemüth, das heilges zeugnisz vorbringt (
producing holy witness)
Shakespeare kaufm. v. Venedig 1, 3.
mannigfache modale bestimmungen treten hinzu: fast alles musz französisch oder lateinisch vorgebracht werden
curiös. bauernlex. (1728) II; deutlich, zierlich v. Frisch 1, 139
b; dasz ... mitleidenlichere wörter ersonnen und so beweglich vorgebracht werden können Grimmelshausen
Simpl. 4, 555
Keller; deutlich und handgreiflich vorgebracht Thomasius
ged. u. erinn. (1720
ff.) 2, 117; abschlägige antwort, die mit einer guten art vorgebracht wird v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 161; ehe er mit stammelnder zunge eine entschuldigung ... vorbrachte Nicolai
Seb. Nothanker (1773
ff.) 1, 226; sie brachte ihre antworten in einem gebrochenen deutsch ... vor Göthe 21, 153
W.; brachte ihre reden mit artigem accente vor G. Keller (1889
ff.) 1, 301; auf diese pathetisch vorgebrachten worte Storm (1899) 6, 214; mich dünkt, disz waren seine worte, so er mit seuftzen vorgebracht Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 293; du trägest unverdekket den wundsch des hertzen an: bringst alles deutlich vor Rachel
satyr. ged. 55
ndr.; diesz alles, vorgebracht mit sanftem ton (
with gentle breath)
Shakespeare Romeo u. Julia 3, 1; glaubt nicht, dasz mit demüthiger gebärde Andreas diese worte vorgebracht Uhland
ged. 1, 359
Schm.-H. 3@cc)
man beachte noch folgende besonderen wendungen: man würde ihn (
den Eulenspiegel) auch etwan mit der weil gesangsweisz oder pfeiffensweisz und also musicaliter oder reimensweisz ... v. und vorsingen Fischart 2, 11
H.; dasz er ihnen zur lust ein gaukelspiel vorbringe br. Grimm
d. sagen (1891) 1, 175; schreckbild ..., dasz ihre phantasie ihr immer vorbringt Storm (1899) 5, 166; so verliesz ich mich insbesondere bei den weibern, die es (
das buch, Shakespeare) vorbrachte, ganz auf ihn G. Keller (1889
ff.) 4, 48; damit uns dieses nutz mög sein, was man uns spiels weisz vorgebracht Dähnhardt
griech. dramen 2, 271; wies komm, das man zu dieser frist, an diesem ort, vor dem auctor, comödienspiel bringe vor Rinckhart
christl. ritter 15
ndr.; so denk ich diesem herrn kein opfer vorzubringen und mehr des kaisers lob als seines zu besingen Heräus
ged. (1721) 120; doch weil die sinnen ihr (
der seele) was falsches vorgebracht Triller
poet. betrachtungen (1750) 1, 59. 3@dd)
verblaszt, mitteilen, auch wohl wie vorreden: fiele es der Agrippina nicht schwer, dem kaiser von ihnen vorzubringen, was sie selber wolte A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 421; weil sie dem vater vorgebracht haben, ich trünke viermal des tages caffee Gottsched
d. schaubühne 5, 255; als bald vergangen war die nacht, wurd disz dem keiser vorgebracht Spangenberg
anbind- oder fangbriefe 44
lit. ver.; du aber hast, wie mir ist vorgebracht, sie selbst verliebt gemacht Voigtländer
oden u. lieder (1642) 40. 3@ee)
der infin. substantiviert, antrag, gesuch, vorschlag, gutachten, eingabe, schriftsatz, auch anklage (
s. unter 4)
u. ä.: in älterer sprache: ein ungeschicktes, alberes v.,
propositio inepta, insulsa Stieler 245; was ist sein v.,
quid vult? quid petit? Frisch 1, 139
b; auf solches mein vor- und anbringen lieszen ifg ... zur antwort geben Schweinichen
denkw. 160
Ö.; dann fieng Lucifer sein v. an Ayrer
histor. proc. juris (1600) 2; dasz sie über dem v. rath halten ... wollten
verh. d. schles. fürsten u. stände 4, 69; wie in ihrem (
der juristen) so mündlichen, so schrifftlichen v. die teutsche sprach noth leidet
d. unartig t. sprachverderber (1643) 28; dasz ich nichts anders glauben kan, als dasz ihr dero v. kein ernst sey Grimmelshausen
Simpl. 4, 755
Keller; unsere könige waren voll verwunderung wegen dieses vorbringens Bucholtz
Herkuliskus (1665) 248; ihr schmeichliches werben und v. Prätorius
Blockesberges verrichtung (1668) 64; erzehlte denen unsrigen des quacksalbers v.
mediz. maulaffe (1719) 953; wie wenig auch auf das p. 31 befindliche v. (
beschuldigung), dasz der hofr. Listn seinen arbeitern ihren verdienten lohn so gerne vorenthalte, zu fuszen sey Bürger
br. 1, 127
Str.; (
Pius IV.) hört ihr (
der gesandten) v. ohne weiteres an Ranke
s. w. 37, 207; Annemarie, die noch immer das trumm suchte zu ihrem v. (
die anknüpfung für ihre mitteilung) O. Ludwig (1891
ff.) 2, 196; eine blöde geduldsprobe, alles v. dieser männer zu ende zu hören Blunck
d. weibsmühle (1927) 281. —
das part. prät. allein: bisz hieher Bartholinus: dessen vorgebrachtes in dem übereinkömpt mit unserm alp, weil er auch die kinder beschweret Prätorius
Anthropodemus Pluton. (1666) 1, 20; lasse es dir zur warnung dienen, dasz du bey hofe nicht allem vorgebrachten glaubest und trauest Ziegler
d. asiat. Banise (1689) 93. 44)
in älterer sprache wird v.
in prägnanter anwendung und auch in besonderer bedeutung in bezug auf klage und gerichtsverhandlung oder verhandlungen vor der obrigkeit gebraucht. —
zunächst bezieht es sich auf das anbringen und vortragen einer klage, wie das natürlich im anschlusz an den allgemeinen gebrauch des verbums (3 b)
auch in der heutigen sprache der fall sein kann (klage, sache v., zu seiner verteidigung v.
u. s. w.); Adelung
bemerkt allerdings: 'einem seine klage v.,
wofür doch vortragen
oder seine klage vor ihn bringen
üblicher sind'
; in älterer sprache aber wird das verb. prägnant für das anbringen und durchführen der anklage gebraucht, s. fürbringen 8,
th. 4, 1, 1,
sp. 671
und fürbrengen
sp. 669.
ferner schweiz. idiot. 5, 726; Fischer 2, 1841;
vgl. Richthofen
altfries. wb. 751
b;
s. auch oben vorbringen,
n., unter 3 e: tede aber dheiner dawider, daz solten die hubener melten und v. Grimm
weisth. 6, 87; der überausz scharpfsinnige antwort gab auf alles fürbringen und anklagen Montanus
schwankb. 640
lit. ver.; auf viel angehörtes vor- und widerbringen
quelle im schweiz. idiot. 5, 725; du begerest ... etliches vor uns vorzubringen Ayrer
hist. proc. juris (1600) 24; sie sollen gar wohl sehen auf den, der die klage vorbringet
Reinicke fuchs (1650) 221; (
er) antworte auf klägers jetzo vorgebrachte klage Stranitzky
ollapatrida 182
Wiener ndr.; frau Marthe Rull! bringt eure klage vor H. v. Kleist
d. zerbr. krug 7;
alterthümlich: du bringst vor, der graf von Strahl ... habe dir dein kind verführt H. v. Kleist
Käthchen v. H. 1, 1. —
das verbum fürbringen
wird in älterer sprache auch mit persönlichem object verbunden, besonders auch in der bedeutung von überführen, ertappen: ein ickleich unversprochener man in unserm rechten, der nicht mit warer tat furpracht ist Jelinek
wb. 883,
s. weiteres bei Fischer
und im schweiz. idiot. a. a. o., vgl. vorbringung. 55)
ableitungen und zusammensetzungen: