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vorbringen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorbringen verb.

Bd. 26, Sp. 932
vorbringen, verb. , s. älteres fürbringen th. 4, 1, 1, sp. 670; ahd. furipringan Graff 3, 198; forapringan 199; mhd. vürbringen mhd. wb. 1, 251a; Lexer 3, 585; vor-, vürbringen Jelinek 883; proficere vorbringen Diefenbach gl. 463b; Haltaus 549; für- oder vorbringen, adferre, apportare, narrare, proponere Stieler 243; 245; für- et vorgebracht, ich bringe vor Steinbach 1, 174; vorbringen, proponere, in medium proferre Frisch 1, 139b; Adelung; Campe; Fischer 2, 1841; schweiz. idiot. 5, 725; aus dem deutschen entlehntn. forebringe. — im part. prät. fehlt in älterer sprache noch das ge-, vgl. fürbringen 9, th. 4, 1, 1, sp. 671: propositum vorbracht wille Diefenbach gl. 466a; allen den dieser brieff vorbracht wird handelsrechn. d. deutschen ordens 300 Sattler; wenns vorhin nit ist durch etzliche der gemeine vorbracht Luther 10, 3, 121 W.; das solche schlechte hendel in keiner sprach so künstlich, zierlich, prechtig und anmutig könten vorbracht werden Rollenhagen froschmeuseler (1595) a 6b; nachdem wir ... gründliche nachrichtung werden vorbracht haben Schottel friedenssieg 53 ndr.; auch sind etliche mit clavirn gemacht, durch welch yhre melodey wird vorbracht Agricola musica instrum. deutsch 51 Eitner; die gaben, die wir vor euer heil den sternen vorbracht haben Fleming deutsche ged. 75 L. zu der mitteldeutschen präsensform vorbrengen vgl. brengen th. 2, sp. 384; fürbrengen th. 4, 1, 1, sp. 669; epilogare eyn ding vorbrengen Diefenbach gl. 204c; perficere vorbrengen 425c; fürbrengen Bauer-Collitz 36a; förbrengen ten Doornkaat-Koolman 1, 537b; unde zo man dar uth wat understeit vornthobrengen Rotmann restitution 22 ndr.; Nabuchodonosor nu hiez brengen die jungen vor Daniel 291. 11) räumlich, nach vorn, vorwärts schaffen: in welchen v. der pique man zugleich die rechte hand umdrehet v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 246; weil ich die gebundenen hände vom rücken nicht v. konnte Holtei erz. schr. 2, 102; er wollt uns weiter v. Waiblinger d. Britten in Rom 122 Zoller; bald darauf gelingt es, 2 batterien über Planchette vorzubringen Moltke (1892) 7, 31. — besonders in dem sinne, dasz dadurch etwas in erscheinung tritt, was vorher nicht sichtbar war; 'aus einem verborgenen oder unbekannten orte bringen, in gegenwart anderer bringen; nur noch zuweilen, für herbey bringen' Adelung; das geld aus dem kasten v. Steinbach 1, 174; jetzt lieber hervorbringen: in dem andern tage vorbrachte er zwen phenig d. erste d. bibel 1, 253 var. (Luc. 10, 35, zoch eraus zween grosschen Luther); da bringt die groszmama heute einen alten brief vor Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 27; indem sie sich tief verneigte und eine thräne vorbrachte Göthe 24, 89 W.; die ältere sprache ist viel beweglicher: auff dasz sie dabey mercken können, ob man ihnen gifft v. wölle Heyden Plinius (1565) 140; untern andern stücken (vom hirsch) ward eins vorbracht, sehr gut und feist Kirchhof wendunmuth 2, 289 Ö.; da wird dem lekkermaul ... ein frischer kropfsallat mit essig vorgebracht Rachel satyr. ged. 62 ndr.; vorbringen, -brengen, eructare Diefenbach gl. 209b. — mit persönlichem object, vorführen, vgl. oben Daniel 291: Ulerich gab befehl, sie (bauernweiber) vorzubringen Hauff w. (1890) 1, 300. — frei: (wir haben die gläubigen) Christo tho einer reinen bruydt vorgebracht Rotmann restitution 107 ndr. 22) die bedeutung von in erscheinung treten lassen verbindet sich dann mit der vorstellung des schaffens, erzeugens, hervorrufens, verursachens; diese anwendung bezeichnet schon Adelung als veraltet, auch hier ist hervorbringen an die stelle getreten: was die erde vorbringt, quae nascuntur e terra Frisch 1, 139b. — ein vogel ..., der zwey junge fürbringt Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 3b; fast alles, was bedarf der mensch in seinem leben, bringt vor der baum Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641 ff.) 2, 10; wird doch nichts geschicktes (poesie) vorgebracht werden, wo nicht der kopf mit nöthigen wissenschaften ausgerüstet ist Neukirch anfangsgründe z. teutschen poesie (1724) 16; (wie eine scene) sich aus andern entwickelt und andere vorbringet Herder 3, 224 S.; was kirchliche kunst in früheren jahrhunderten vorgebracht hat Stifter (1901 ff.) 14, 333; o groszer starcker löw aus Israel entsprungen, aus Juda vorgebracht Opitz teutsche poemata 191 ndr.; wie viele, welche stets nach neuen sachen ringen, bemühen sich noch itzt ein stetes mobile durch tieff ersonne kunst zum wunder vorzubringen Henrici ernst-, scherz- u. sat. ged. (1727 ff.) 1, 192; da jede fluth uns scheint stets neue vorzubringen König ged. (1745) 2; als die natur den andern dingen das wesen gab, so fiel ihr ein, zur lust ein fremdes vorzubringen Lichtwer äsopische fabeln (1748) 30; die thoren sind der stoff, aus dem der vorsicht macht bald philosophen, bald auch helden vorgebracht Cronegk schr. (1766) 2, 118; schaffen in freierem sinne, wirken, zustandebringen, leisten, zeigen u. ä.: du enmaht es niht fürbringen als dû uns hie hâst verjehen Hartmann v. Aue a. Heinrich 576; und was der thürckisch khönig vorpracht hatt in den xiii jaren, das stett hernach geschrieben Schiltberger reisebuch 9 lit. ver.; v. sollen wyr sie nicht, bosze gedangken Luther 34, 2, 201 W.; das sie dort on unterlas das spinnwerck und weben, welches sie hie gehaszt, treiben mus und gleichwol darbei nichts vorpringen Fischart 3, 204 H.; so mag keiner dasselbig, wie angezeigt ist, vorbringen ohn die sonnen Paracelsus opera (1616) 2, 658B; denn je mehr trawrigkeit man ihm (dem scheuenden pferde) in derselben furcht vorbringet; desto hefftiger wird es bestürtzt Walther pferde- u. viehzucht (1658) 22. — zum ausdruck bringen: darumb wir Teutschen aller eigentlichest die vorprechung an der eer und anbettung gotis in bedeuttung und eigentschafft unser sprach vorbringen, als wir sagen abgöterey Jac. Strausz christenlich unterricht (1523) a 2a; je mehr man unterscheid der stimmen vor- kan -bringen, je wunderbahrlicher pflegt auch das lied zu klingen A. Silesius cherub. wandersmann 37 ndr.; frei: lasse niemand sich verdrieszen, ... die wahre danckbarkeit sampt der tugend vorzubringen Voigtländer oden u. lieder (1642) 60; s. auch unter 3 b u. c. 33) die neuere sprache verwendet das verbum hauptsächlich in dem sinne von durch worte, durch die sprache hörbar oder kundbar machen, entsprechend dem lat. proferre, ohne dasz doch ein einflusz dieses wortes (zeitschr. f. d. wortf. 4, 132) angenommen zu werden braucht. 3@aa) das object ist zunächst das hörbar gemachte, auch hier wird hervorbringen in manchen wendungen vorgezogen: er konnte kein wort vorbringen, herausbringen Adelung; jetzt aber eher hervorbringen, wenn eben nur das lautliche ohne hinsicht auf den sinn bezeichnet werden soll: er brachte nur unarticulierte laute hervor, lieber als vor. die belege zeigen, dasz diese scheidung durchaus nicht immer festgehalten wird, auch ist die vorstellung des lautlichen von der des sinnes oft gar nicht zu trennen: er konte für weinen kein deutliches wort v. Kramer 1 (1700), 165b; dasz er nicht ein einiges wort vorbringen können A. Gryphius Horrib. 4 ndr.; hörten sie ihn endlich diese worte vorbringen A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 11; so wolte er mit seinen schwestern frantzösisch an zu reden fangen, allein er kunte der tebel hohl mer nicht mehr v. als ouy Chr. Reuter Schelmuffsky vollst. 113 ndr.; die deutsche sprache ... wenn ... ein wohlgebildeter mund sie vorbringt allg. d. bibl., anh. zu 53-86, 493; dasz der kleine keinen miszlaut vorbrachte Hippel kreuz- u. querzüge (1795 ff.) 1, 120; er war auszer stande, auch nur den ersten satz seines monologes vorzubringen Hebbel w. 12, 11 W.; streckte, ohne ein wort vorzubringen, den zeigefinger weit vor sich hin Gaudy (1844) 15, 56. — worte v. kann natürlich auch auf schriftliche äuszerung gehen: es sey ihm (dem verf.) erlaubt, über diese sammlung (seiner schriften) einige nöthige worte vorzubringen Chph. v. Schmid schr. (1858 ff.) 1, 3. — fremd klingt uns v. in verbindung mit rede (für vortragen): interrogatio bringt die rede durch eine frage vor Ch. Weise polit. redner (1677) 9; wodurch er aus dem stegreife eine ... rede ohne anstosz v. kann Rabener schr. (1777) 1, 160. — vom musikalischen vortrag, ebenfalls ungewöhnlich: musik, so dem herrn gesandten auf seinen namenstag ... vorbracht wurde Fleming ged. 483 L.; indem sie ein muthwilliges lied mit der schönsten stimme von der welt ... vorbrachte Göthe 24, 78 W.; ohne jedoch auch auf diesem instrumente etwas ordentliches v. zu können G. Keller w. (1889 ff.) 2, 94; vgl.: meister, sprach er, ir harphet wol: die noten sint rehte vürbrâht senelîche und alse ir wart gedâht Gottfried v. Straszburg Tristan 3521. 3@bb) dagegen wird in der sprache der gegenwart v. ausschlieszlich, und nicht hervorbringen gebraucht, wenn sich das verbum mehr auf das, was gesagt wird, bezieht als darauf, dasz überhaupt etwas zu gehör gebracht wird; leicht ist dann die übertragung auf mittheilung durch die schrift. überhaupt kann die vorstellung unbestimmter werden, etwa im sinne von vorführen, vorstellen, so dasz jem. davon kenntnis nimmt, es bemerkt: alles, was er vorbrachte, waren lappalien Stieler 243; allerhand schnadriack v. Kramer 2 (1702) 617a; er bringt seltzam zeug vor 1446c; was hast du vorzubringen? eine sache sehr oft v., eine ursache, kahle entschuldigungen v. Adelung; auch hier bewegt sich die ältere sprache freier, und in manchen der im folgenden angeführten wendungen wird jetzt v. lieber durch andere verba ersetzt (vortragen, zum ausdruck bringen, darlegen, vorführen, anführen u. a.): ihre vorgebrachte gravamina verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 68; griff ..., den der böse feind ... weisz vorzubringen Moscherosch insomnis cura par. 114 ndr.; (wenn lügner) ein andermahl die wahrheit redeten und vorbrächten Lehman floril. pol. (1662) 3, 184; warum hat man mir nicht zeit gegönnet, ... meine notturft vorzubringen? Bucholtz Herkuliskus (1665) 7; was ein aufgebrachter vater in solchem falle heftiges und hartes v. kann (in einem briefe) Lessing 2, 304 M.; er habe irgend eine unschicklichkeit vorgebracht Musäus volksm. 1, 29 H.; was die liberalen vorbringen, läszt sich immer lesen Göthe 42, 2, 237 W.; bring er das unserm obersten vor 17, 238; bringen sie meinen antrag vor Schiller schr. 3, 566 G.; da er nun sein trauriges nein vorbrachte Klinger w. (1809 ff.) 6, 127; jetzt wollen wir zur mutter, und ihr unsere angelegenheiten v. Bäuerle kom. theater (1820 ff.) 1, 76; brachte ihnen falsche lügen vor br. Grimm d. sagen (1891) 2, 165; nur eine stelle der comedia läszt sich mit einigem scheine dafür v. Döllinger akad. vorträge (1888 ff.) 1, 88; (um) einen scherz vorzubringen G. Keller (1889 ff.) 2, 203; wente nie tidinge kanstu draden hir vörbringen dodes danz 1240 B.; was soll ich doch wol singen, was soll ich doch vor einen text vorbringen? Voigtländer oden u. lieder (1642) 1; kan Salome sich zwingen, so unverhoffte lust (freude, freudige kunde) nicht eylends vorzubringen? A. Gryphius trauerspiele 162 P.; hab ich oft nicht bey der nacht ... dir mein leiden vorgebracht? ... dir mein elend vorgetragen? Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 131; hat man Roxanen schon mein suchen vorgebracht? Besser schr. (1732) 2, 576; ein falsch gerücht, das man dir vorgebracht J. E. Schlegel w. 1, 237; bring alle unsre plagen deinem gott beweglich vor Zinzendorf ged. (1766) 319; ein neu project ward vorgebracht Göthe 5, 86 W.; wer sonst was vorzubringen hat, verfecht es für sich selbst Schiller schr. 6, 192 G.; ein arg gemüth, das heilges zeugnisz vorbringt (producing holy witness) Shakespeare kaufm. v. Venedig 1, 3. mannigfache modale bestimmungen treten hinzu: fast alles musz französisch oder lateinisch vorgebracht werden curiös. bauernlex. (1728) II; deutlich, zierlich v. Frisch 1, 139b; dasz ... mitleidenlichere wörter ersonnen und so beweglich vorgebracht werden können Grimmelshausen Simpl. 4, 555 Keller; deutlich und handgreiflich vorgebracht Thomasius ged. u. erinn. (1720 ff.) 2, 117; abschlägige antwort, die mit einer guten art vorgebracht wird v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 161; ehe er mit stammelnder zunge eine entschuldigung ... vorbrachte Nicolai Seb. Nothanker (1773 ff.) 1, 226; sie brachte ihre antworten in einem gebrochenen deutsch ... vor Göthe 21, 153 W.; brachte ihre reden mit artigem accente vor G. Keller (1889 ff.) 1, 301; auf diese pathetisch vorgebrachten worte Storm (1899) 6, 214; mich dünkt, disz waren seine worte, so er mit seuftzen vorgebracht Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 293; du trägest unverdekket den wundsch des hertzen an: bringst alles deutlich vor Rachel satyr. ged. 55 ndr.; diesz alles, vorgebracht mit sanftem ton (with gentle breath) Shakespeare Romeo u. Julia 3, 1; glaubt nicht, dasz mit demüthiger gebärde Andreas diese worte vorgebracht Uhland ged. 1, 359 Schm.-H. 3@cc) man beachte noch folgende besonderen wendungen: man würde ihn (den Eulenspiegel) auch etwan mit der weil gesangsweisz oder pfeiffensweisz und also musicaliter oder reimensweisz ... v. und vorsingen Fischart 2, 11 H.; dasz er ihnen zur lust ein gaukelspiel vorbringe br. Grimm d. sagen (1891) 1, 175; schreckbild ..., dasz ihre phantasie ihr immer vorbringt Storm (1899) 5, 166; so verliesz ich mich insbesondere bei den weibern, die es (das buch, Shakespeare) vorbrachte, ganz auf ihn G. Keller (1889 ff.) 4, 48; damit uns dieses nutz mög sein, was man uns spiels weisz vorgebracht Dähnhardt griech. dramen 2, 271; wies komm, das man zu dieser frist, an diesem ort, vor dem auctor, comödienspiel bringe vor Rinckhart christl. ritter 15 ndr.; so denk ich diesem herrn kein opfer vorzubringen und mehr des kaisers lob als seines zu besingen Heräus ged. (1721) 120; doch weil die sinnen ihr (der seele) was falsches vorgebracht Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 59. 3@dd) verblaszt, mitteilen, auch wohl wie vorreden: fiele es der Agrippina nicht schwer, dem kaiser von ihnen vorzubringen, was sie selber wolte A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 421; weil sie dem vater vorgebracht haben, ich trünke viermal des tages caffee Gottsched d. schaubühne 5, 255; als bald vergangen war die nacht, wurd disz dem keiser vorgebracht Spangenberg anbind- oder fangbriefe 44 lit. ver.; du aber hast, wie mir ist vorgebracht, sie selbst verliebt gemacht Voigtländer oden u. lieder (1642) 40. 3@ee) der infin. substantiviert, antrag, gesuch, vorschlag, gutachten, eingabe, schriftsatz, auch anklage (s. unter 4) u. ä.: in älterer sprache: ein ungeschicktes, alberes v., propositio inepta, insulsa Stieler 245; was ist sein v., quid vult? quid petit? Frisch 1, 139b; auf solches mein vor- und anbringen lieszen ifg ... zur antwort geben Schweinichen denkw. 160 Ö.; dann fieng Lucifer sein v. an Ayrer histor. proc. juris (1600) 2; dasz sie über dem v. rath halten ... wollten verh. d. schles. fürsten u. stände 4, 69; wie in ihrem (der juristen) so mündlichen, so schrifftlichen v. die teutsche sprach noth leidet d. unartig t. sprachverderber (1643) 28; dasz ich nichts anders glauben kan, als dasz ihr dero v. kein ernst sey Grimmelshausen Simpl. 4, 755 Keller; unsere könige waren voll verwunderung wegen dieses vorbringens Bucholtz Herkuliskus (1665) 248; ihr schmeichliches werben und v. Prätorius Blockesberges verrichtung (1668) 64; erzehlte denen unsrigen des quacksalbers v. mediz. maulaffe (1719) 953; wie wenig auch auf das p. 31 befindliche v. (beschuldigung), dasz der hofr. Listn seinen arbeitern ihren verdienten lohn so gerne vorenthalte, zu fuszen sey Bürger br. 1, 127 Str.; (Pius IV.) hört ihr (der gesandten) v. ohne weiteres an Ranke s. w. 37, 207; Annemarie, die noch immer das trumm suchte zu ihrem v. (die anknüpfung für ihre mitteilung) O. Ludwig (1891 ff.) 2, 196; eine blöde geduldsprobe, alles v. dieser männer zu ende zu hören Blunck d. weibsmühle (1927) 281. — das part. prät. allein: bisz hieher Bartholinus: dessen vorgebrachtes in dem übereinkömpt mit unserm alp, weil er auch die kinder beschweret Prätorius Anthropodemus Pluton. (1666) 1, 20; lasse es dir zur warnung dienen, dasz du bey hofe nicht allem vorgebrachten glaubest und trauest Ziegler d. asiat. Banise (1689) 93. 44) in älterer sprache wird v. in prägnanter anwendung und auch in besonderer bedeutung in bezug auf klage und gerichtsverhandlung oder verhandlungen vor der obrigkeit gebraucht.zunächst bezieht es sich auf das anbringen und vortragen einer klage, wie das natürlich im anschlusz an den allgemeinen gebrauch des verbums (3 b) auch in der heutigen sprache der fall sein kann (klage, sache v., zu seiner verteidigung v. u. s. w.); Adelung bemerkt allerdings: 'einem seine klage v., wofür doch vortragen oder seine klage vor ihn bringen üblicher sind'; in älterer sprache aber wird das verb. prägnant für das anbringen und durchführen der anklage gebraucht, s. fürbringen 8, th. 4, 1, 1, sp. 671 und fürbrengen sp. 669. ferner schweiz. idiot. 5, 726; Fischer 2, 1841; vgl. Richthofen altfries. wb. 751b; s. auch oben vorbringen, n., unter 3 e: tede aber dheiner dawider, daz solten die hubener melten und v. Grimm weisth. 6, 87; der überausz scharpfsinnige antwort gab auf alles fürbringen und anklagen Montanus schwankb. 640 lit. ver.; auf viel angehörtes vor- und widerbringen quelle im schweiz. idiot. 5, 725; du begerest ... etliches vor uns vorzubringen Ayrer hist. proc. juris (1600) 24; sie sollen gar wohl sehen auf den, der die klage vorbringet Reinicke fuchs (1650) 221; (er) antworte auf klägers jetzo vorgebrachte klage Stranitzky ollapatrida 182 Wiener ndr.; frau Marthe Rull! bringt eure klage vor H. v. Kleist d. zerbr. krug 7; alterthümlich: du bringst vor, der graf von Strahl ... habe dir dein kind verführt H. v. Kleist Käthchen v. H. 1, 1. — das verbum fürbringen wird in älterer sprache auch mit persönlichem object verbunden, besonders auch in der bedeutung von überführen, ertappen: ein ickleich unversprochener man in unserm rechten, der nicht mit warer tat furpracht ist Jelinek wb. 883, s. weiteres bei Fischer und im schweiz. idiot. a. a. o., vgl. vorbringung. 55) ableitungen und zusammensetzungen:
18257 Zeichen · 412 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    vor bringen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    vor bringen Prag. r. 138, 126.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    vorbringensw. V., st. V.?

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    vorbringen , sw. V., st. V.? Vw.: s. vörbringen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vorbringen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Vorbringen , verb. irregul. act. S. Adelung Bringen . 1. * Für hervor bringen, zur Wirklichkeit bringen, eine jetzt vera…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vorbringen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    vorbringen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    vorbringen

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    vorbringen Band 3, Spalte 3,384

  6. Sprichwörter
    Vorbringen

    Wander (Sprichwörter)

    Vorbringen Was er vorbringt, hat weder Hand noch Fuss.

  7. Spezial
    vorbringen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    vor|brin|gen vb.tr. 1 (anführen) porté dant, mëte dant 2 (ausdrücken) formulé (-lëia) 3 manifesté (-tëia) 4 (bezeigen) p…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vorbringen

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Zerlegung von vorbringen 2 Komponenten

vor+bringen

vorbringen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vorbringen‑ als Erstglied (1 von 1)

vorbringen, brengen

LW

vorbringen·brengen

vor-bringen, -brengen, unreg. v. vorbringen, -setzen, -führen, zur Stelle bringen, in den Verkehr b., verkündigen, zur Kenntnis b., vortrage…