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ranzen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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33 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ranzen verb.

Bd. 14, Sp. 111
ranzen, verb. in mehreren bedeutungen. 11) balgend und stoszend rennen, einen anrennen: schweiz. ranzen, mit jemand spielend seine kräfte üben, wie es die muntere jugend zu thun pflegt. Stalder 2, 257; hennebergisch ranse, ranze, herumschwärmen, ausgelassen springen, von kindern, toben Fromm. 2, 415; hess. sich ranzen, sich wie die buben herumbalgen. Vilmar 315; Friderich hat eben dero zit ouch etwas sonderbaren spänn und stöszen mit den Appenzellern, wann er was jr nechster nachpur und anstöszer, und wie jnen jr fürnemmen noch biszhar was fürwert gangen, wurdent si ze geil, und begundend den graven ouch ranzen und ze unwillen veranlassen. Tschudy 2, 190b. 22) namentlich in geilheit balgen und rennen; auch für coire, vergl. Schm. 2, 127 Fromm.; schles. ranzen, sich üppig und heftig bewegen. Weinhold 76a; in Leipzig sich ranzen, sich auf der strasze herumtreiben, ranzbesen namentlich das erwachsene mädchen, das dieses thut. Albrecht 190a; ranzen, herumlaufen, auf buhlschaft ausgehen. Kindleben studentenlexicon (Halle 1781) 172; vergl.herumranzen th. 42, 1181; und (das mädchen) hette den ganzen tag nichts anders gethan, wenn sie nur prave hette mit ihnen herumb ranzen sollen. Schoch stud. leb. D 4. 33) in der jägersprache ranzen, von thieren in der begattungszeit: ranzen, heiszet bei denen raubthieren so viel als laufen oder sich begatten. also ranzet der fuchs zu anfang des februarii um lichtmesse, die fischotter um die fastenzeit, der dachs ungefehr im december, der wolf und der luchs ebenfalls im februario. öcon. lex. 1977; zu welcher zeit ranzet oder laufet der dachs? Göchhausen not. ven. 45; zu welcher zeit pfleget die wölfin zu ranzen? 48; marder, ratzen, eichhörnlein und wiesel ranzen alle im hornung. Heppe leithund 296. 44) ranzen, sich strecken, faul dehnen; oberdeutsch weit verbreitet, bairisch Schm. 2, 127; tirol. Schöpf 533; in Kärnten ranzen, strecken, aber auch wiegen und schaukeln Lexer 204 (auch schwäbisch ist ranzen wiegen Schmid 425); in der ältern sprache als rannsen und rensen erscheinend: alare, rensen, rannsen Dief. 20b (vergl. auch rangen); nach dem slaf solt du dein arm und dein glider rekchen und dich rensen. quelle des 15. jahrh. bei Schm. a. a. o.; später nur ranzen: thät ich meine glieder .. durch ohngebertiges ranzen und strecken in die ordnung richten, und den tag mit aufgesperrtem maul, als gewöhnlicher faullenz-posaunen, bewillkommen. Abr. a S. Clara Judas 1, 43. 55) ranzen, filzig handeln. Schmid 425; ranzen, handel treiben, dingen, unterhandeln. Stalder 2, 257 (vergl. dazu ranzer); es geht in der welt lauf nit anders durchausz, dann das mann einander das helmlin durchs maul zeucht, das süsz umb die ohren, und den falben hengst streicht, ein ströin bart flechtet, in das gemalt stüblin fürt, ein maul macht, uber das seil wirft, ranzt und finanzt. S. Frank sprichw. 1, 105a; ein heller abbrochen ist auch gwin, da ranzt und zeiszt ye einer den anderen, und ist der kaufer als der verkaufer. 2, 155a; wann sie (die bauern) sich selber sähen an was sie lang hant geranzet, finanzet! Uhland volksl. 698; vergl. ranzieren. 66) ranzen in anranzen th. 1, 423, anfahren, schelten, schimpfen, vergl. dazu schweiz. ränzen, knurren, keifen Stalder 2, 258; einen ranzen, ihm übel mitspielen Schm. 2, 127 Fromm.; dasz si so hoch und on end die altglöubigen und iren anhang verschmächtend, tratztend, spätzletend, ranztend und verachtend mit dichten, dialogen, on zal bchli, lieder, truck und schriften. H. Salat 290 Bächtold; auch hier geht die bedeutung von der vorstellung des zurennens auf einen aus, anranzen in derber rede kann auch blosz ansprechen um auskunft oder um hilfe bedeuten: er hat seinen alten um ein paar thaler zuschusz angeranzt, aus dem munde eines studenten; blitz, der Panzer! ich musz fort, sonst ranzt er mich um seine niecen an. Fr. Müller 2, 66; niederd. ist an randen, an randsen, anranzen, sich an etwas machen, einen angreifen, anfallen, einen anrufen, anreden. brem. wb. 3, 432. 77) dasz in allen bedeutungen des wortes der grundbegriff einer bewegung heraustritt, ist hervorgehoben (Lexer kärntn. wb. 204). ob es, das noch im mhd. unbezeugt ist, aus früherem rankzen entsprang, und von rank (sp. 99) wendung, drehung als iterativ gebildet wurde, ist zweifelhaft; eben so gut kann es mit rennen zusammenhängen, worauf die formen rannsen und rensen (oben 4) führen würden. das schwäbische hat rantschen in der bedeutung müszig umherlaufen. Schmid 424.
4499 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ranzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ranzen swv. ib. intr. ungestüm hin u. her springen. pöckisch woll wir umbhin ranzen Wolk. 58. 3,5 ; tr. einen springen m…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ranzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen , sw. V. nhd. herumlaufen, herumrennen Hw.: vgl. mhd. ranzen E.: s. mhd. ranzen?, V., „ranzen“, ungestüm hin und …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ranzen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Ranzen , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist nur in den gemeinen Spr…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ranzen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen iSv einen ranzigen Geruch verbreiten; im Spottgedicht mBez auf menschliche Leichname [ mBez auf Kotzebues Garten …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ranzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ranzen , in der Jägersprache vom vierläufigen Raubhaarwild soviel wie sich begatten.

  6. modern
    Dialekt
    Ranzen

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    Ranze n , Ranzer [Ràntsə fast allg.; Ràntsər Geisp. ; Rântsə Mutzig ; Rntsə Bisch. ; Pl. Rantsə; Demin. Rantsələ Osenb.…

  7. Spezial
    Ranzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ran|zen m. (-s,-) 1 (Schultasche) tascia da scora f. 2 (Hirtentasche) ronz (ronc) m. 3 ‹pop› (Bauch) punza (-zes) f. ▬ s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ranzen

33 Bildungen · 20 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von ranzen 2 Komponenten

ran+zen

ranzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ranzen‑ als Erstglied (20 von 20)

Ranzengarde

SHW

Ranzen-garde Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenknopf

SHW

Ranzen-knopf Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenlaib

SHW

Ranzen-laib Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenweh

SHW

Ranzen-weh Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenblitz

PfWB

ranzen·blitz

Ranzen-blitz m. : 'Schuljunge', scherzh., Ranzeblitz [NPf ( Thielen 90)]. —

Ranzengarde

PfWB

ranzen·garde

Ranzen-garde f. : 1. a. 'mit Ratschen ausgerüstete Abteilung, die vor dem Fastnachtszug marschiert', Ranzegaʳd [Kaislt]. Die Fasenacht, die …

ranzenieren I

RhWB

ranzenieren I rantsənī:rən  Elbf schw.: anranzen.

ranzenieren II

RhWB

ranzenieren II das Wort rantsənī:rə, –nē:rə [ Goar , Zell , Bernk auch rans- ; Merz-Bergen Nunk ręnts- ; Trier-Mehring ręntsəlwErən ] , …

Ranzenjahr

DRW

ranzen·jahr

Ranzenjahr, n. letztes der drei Karenzjahre eines neu eingetretenen Stiftsfräuleins [Register des Dechantinnen-Amts] es sein dis jahr in der…

Ranzenknebel

RhWB

ranzen·knebel

Ranzen-knebel -īw- Birkf-Idar m.: Doppelknöpfe, zwei sechseckige Achatstäbchen, durch ein Kettchen verbunden, zum Schliessen des Herrenrocke…

Ranzenkorb

RhWB

ranzen·korb

Ranzen-korb -ntsəl- Goar-Trechtingshsn m.: hoher, bauchiger Korb mit Deckel.

Ranzenmänner

RhWB

ranzen·maenner

Ranzen-männer Bergleute vom Westerwald, die in Siegld-Gosenb arbeiteten; sie gingen Samstags mit ihrem Rucksack, gefüllt mit ihren Bedarfsge…

Ranzenmann

RhWB

ranzen·mann

Ranzen-mann m.: Quartiermann, Bergmann, der im Quartier wohnte (wegen der Taschen, die er trug) Saargeb.

ranzenreiter

DWB

ranzen·reiter

ranzenreiter , m. postknecht, welcher die briefe von einer post zur andern im ranzen befördert: ranzenreuter Jacobsson 7, 31 b .

Ranzenrisser

PfWB

ranzen·risser

Ranzen-risser m. : 'schlechter Wein', Ranzerisseʳ [ BZ-Nd'ottb ]; Syn. s. Rachenputzer 1 a. —

Ranzen (Subst.)

Wander

ranzen·subst

Ranzen (Subst.) Ranzen (Subst.). 1. Dear hot'n Ranza wie der Propst von Marchthal. ( Zwifalten. ) – Birlinger, 975. 2. Den Ranzen voll haben…

Ranzen (Verb.)

Wander

ranzen·verb

Ranzen (Verb.) Ranzen (Verb.). 1. Sich ranzen wiera ag'stochna Sau. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten. 2. Sich ranzen wiera Sau im Kindlbett.…

Ranzenweh

PfWB

ranzen·weh

Ranzen-weh n. : 'Bauchweh', -weh [ LU-Altr ]. Südhess. IV 1216 ; Els. II 777 .

ranzen als Zweitglied (12 von 12)

abranzen

DWB

abranzen , discurrere, müde ranzen. sich abranzen.

anranzen

DWB

anranzen , objurgare, increpare, einen anfahren: blitz, ich musz fort, sonst ranzt er mich um seine nichten an. Fr. Müller 2, 66 . Schmeller…

Curanzen

Wander

cur·anzen

Curanzen Einen curanzen (auch coranzen). Dieser sprichwörtliche Ausdruck kommt daher: Curanze war eine französische Festung zur Zeit des Hug…

koranzen

DWB

koran·zen

koranzen , wie kuranzen, s. d.: wart, ich werd euch mal koranzen. Voss 4, 56 .

kuranzen

DWB

kur·anzen

kuranzen , ein volksmäsziges kraftwort, im 17. jahrh. auftauchend. 1 1) die jetzt gewöhnliche bed. ist prügeln, tüchtig durchprügeln: ich mu…

spranzen

DWB

spranzen , verb. 1 1) einherstolzieren. so mhd.: darzu mit springen und mit spranzen. fastn. sp. 397, 10 ; wir wellen klaider und har dar zu…

use(n)ranzen

Idiotikon

use(n)ranzen Band 6, Spalte 1159 use(n)ranzen 6,1159

verfranzen

Pfeifer_etym

ver·franzen

verfranzen Vb. ‘sich verlaufen, verirren’, zuvor ‘sich verfliegen’ (20. Jh.), abgeleitet vom Eigennamen Franz als einer scherzhaften Bezeich…

Verranzen

Adelung

ver·ranzen

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.

Ableitungen von ranzen (1 von 1)

Verranzen

Adelung

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.