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Rinnen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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23 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rinnen

Bd. 3, Sp. 1126
Rinnen, verb. irreg. neutr. ich rinne, du rinnest, oder rinnst, er rinnet, oder rinnt; Imperf. ich rann; Mittelw. geronnen; Imperat. rinne. Es wird auf doppelte Art gebraucht. 1. Mit dem Hülfsworte seyn, wo es von einer gewissen Art einer schnellen Fortbewegung gebraucht wird. 1) Im weitesten Verstande, sich schnell fortbewegen; wo es doch nur in dem zusammen gesetzten entrinnen üblich ist, indem in andern Fällen dafür rennen gebraucht wird. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung wird es nur von flüssigen und flüssig gemachten Körpern gebraucht, wo es zwar mit fließen gleichbedeutend ist, sich aber doch noch merklich davon unterscheidet. Fließen ist ein allgemeiner Ausdruck, welcher theils die Menge des flüssigen Körpers, theils die Geschwindigkeit, mit welcher er sich fortbewegt, unentschieden läßt; allein rinnen setzt eine kleine Menge und eine schwache Bewegung voraus. Ein flüssiger Körper rinnt, wenn er sich in an einander hängenden, nicht von einander zu unterscheidenden Tropfen fortbeweget; ein Unterschied, welcher aus der Onomatopöie herrühret, welche beyden Wörtern das Dasyen gegeben hat. Indessen gebraucht man im Oberd. rinnen auch wie fließen von größern Flüssen und Strömen. Das Blut rinnet aus der Wunde. Die Thränen rannen ihm aus den Augen, von den Wangen. Kleine Bäche, kleine Quellen rinnen, größere fließen. Ein rinnendes Wasser, besser ein fließendes. Rinnen stehet zwischen[] dem Tröpfeln und Fließen in engerer Bedeutung in der Mitte. 3) Ein flüssiger Körper rinnt, wenn er zu einer festern Masse wird, in eine festere Masse zusammen fließet, ohne eben ganz zu erharten, ungeachtet dieses zuweilen eine Folge davon ist. Die Milch ist geronnen. Geronnenes Blut. Das Fett rinnet. Geschmolzen Bley rinnet, wenn es anfängt zu erkalten. Indessen ist dafür jetzt im Hochdeutschen gerinnen üblicher. Schon Notker gebraucht rinnen in diesem Verstande, und im Schwed. ist ränna gleichfalls gerinnen. Daher ist im Oberdeutschen Rennse, Rinnsel, das Lab, welches die Milch gerinnen macht. 2. Mit dem Hülfsworte haben, einen flüssigen Körper rinnen oder fließen lassen. Ein Gefäß rinnt, wenn es nicht dicht ist, und den darin befindlichen flüssigen Körper ausrinnen läßt, wofür man im gemeinen Leben auch lecken gebraucht. Der Narren Herz ist wie ein Topf, der da rinnt, Sir. 21, 48. Das Licht rinnt, wenn es den flüssig gewordenen Talg herunter fließen läßt. Die Augen rinnen, so wohl, wenn unwillkührliche Feuchtigkeiten heraus rinnen, welches auch triefen genannt wird, rinnende Augen haben, triefende; als auch, wenn sie Thränen rinnen lassen, in welcher letztern Bedeutung es zuweilen in der dichterischen Schreibart vorkommt, auch wohl mit dem Vorworte von; das Auge rinnt von Thränen, obgleich sich wider diese Verbindung vieles einwenden ließe. Der biblische Gebrauch, das Auge rinnt mit Thränen, ist im Hochdeutschen völlig ungewöhnlich; daß unsere Augen mit Thränen rinnen, und unsere Augenlieder mit Wasser fließen, Jer. 9, 18. Meine Augen rinnen mit Wasserbächen, Klagel. 3, 48. Daher das Rinnen. Anm. In der ersten Bedeutung von flüssigen Körpern schon bey dem Ulphilas rinnan, bey dem Ottfried rinnan, im Schwed. und Isländ. rinna, im Nieders. rönnen, im Engl. to run. Es ist von rennen eigentlich nur in der Mundart unterschieden, außer etwa, daß das i eine kleinere Masse und kleinere Geschwindigkeit ausdrückt, als das e. Daher bedeutet das Schwed. rinna, so wie das Nieders. rönnen, so wohl rinnen als rennen. Ehedem wurde es auch für aufgehen, besonders von der Sonne und dem Lichte gebraucht, welche Bedeutung das Schwed. rinna noch erhalten hat. Es ist ein Intensivum von dem veralteten renen, reinen, dessen ehemahlige weite Bedeutung schon bey den Wörtern Rennen und Ring angemerket worden. Das Griech. ῥεειν fließen, erhält dieses Stammwort noch. Im Oberdeutschen ist Runs so wohl ein Bach, Fluß, als auch das Bett eines Flußes. S. auch Blutrünstig.
3902 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rinnenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    rinnen stv. I, 3. BMZ rinnen, fliessen, manare Dfg. 345 c . dâ von ist si genamet ein garte, daʒ ientie etewaʒ dâ inne r…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rinnenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    rinnen , st. V. nhd. rinnen, fließen, tröpfeln, tropfen, lecken, tränen, triefen, laufen, rennen, gerinnen ÜG.: lat. coa…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rinnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rinnen , verb. irreg. neutr. ich rinne, du rinnest, oder rinnst, er rinnet, oder rinnt; Imperf. ich rann; Mittelw. geron…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rinnen

    Goethe-Wörterbuch

    rinnen 3.Pers Sg metrumbedingt ‘rinnet’ 2,70 Vs 79 ; subst 11,138,2 1 in einem dünnen Strahl (abwärts) fließen; von Flüs…

  5. modern
    Dialekt
    rinnen

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    rinnen Band 6, Spalte 999 rinnen 6,999

  6. Spezial
    rinnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rin|nen (rann, geronnen) vb.intr. 1 (fließen, strömen) rogore (rogor, rogorü) 2 (leck sein, durchlässig sein) perde (per…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rinnen

139 Bildungen · 31 Erstglied · 101 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von rinnen 2 Komponenten

rin+nen

rinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rinnen‑ als Erstglied (30 von 31)

Rinnenstein

SHW

Rinnen-stein Band 4, Spalte 1417-1418

Rinnentor

SHW

Rinnen-tor Band 4, Spalte 1417-1418

rinnenartig

GWB

rinnen·artig

rinnenartig Großschr wie eine Rinne geformt; in Beschreibung des 2. Halswirbels beim Tier N8,339 Morph Plp Katherina Mittendorf K.M.

rinnenbaum

DWB

rinnen·baum

rinnenbaum , m. ein baum, aus dem eine rinne gemacht werden kann. Coler. 2, 261 .

rinnenblume

DWB

rinnen·blume

rinnenblume , f. : rinnenblume, rinnenblatt, hydrophyllum Nemnich 3, 467 ; auch wasserblatt, eine mit ellisia verwandte gattung exotischer p…

rinnenförmig

DWB

rinnen·foermig

rinnenförmig , adj. wie eine rinne geformt; so heiszt dasjenige blatt, woran beide hälften des blattes sich so gegen einander neigen, dasz e…

rinnengarn

DWB

rinnen·garn

rinnengarn , n. theil eines jagdwerkzeugs zum fange von raubvögeln. vgl. unter rinne 2.

Rinn(en)graben

PfWB

rinnen·graben

Rinn(en)-graben m. : = Rinnne 1 a, Rinnegrawe [ KU-Rothsbg ], Rännegräwel [ BZ-V'weidth ]. —

Rinn(en)gras

PfWB

rinnen·gras

Rinn(en)-gras n. : 'ausgehobene Grasschollen zum Ausfüllen der tiefen, nassen Stellen der Wiese', Rennegras [ NW-Meckh ]; vgl. Rinnenwasen .…

rinnenholz

DWB

rinnen·holz

rinnenholz , rinnholz , n. ein stück holz, aus dem eine rinne gemacht werden kann. Coler. 2, 221. 224. 254 .

Rinn(en)knebel

PfWB

rinnen·knebel

Rinn(en)-knebel m. : 'Knebel zum Zusammendrehen der Bindkette des Wagens', Rinnknewel [RO-O'mosch ( Klein Wag. 114)]; Syn. s. Reitel 1 a. —

rinnenknecht

DWB

rinnen·knecht

rinnenknecht , m. bei den brauern ein gestelle, worauf die rinnen beim bierablassen gelegt werden. Jacobsson 3, 424 b .

rinnenmacher

DWB

rinnen·macher

rinnenmacher , m. abziehpflug, werkzeug zum abziehen des wassers von einem nassen lande. Jacobsson 7, 77 b .

rinnenmuschel

DWB

rinnen·muschel

rinnenmuschel , f. name der scheidemuschel oder messerscheide, wegen ihrer rinne. Nemnich 2, 1321 . Oken 5, 448 nennt sie rinnenschnecke.

Rinn(en)saat

PfWB

rinnen·saat

Rinn(en)-saat f. : 'aus Samen entstandene Forstkultur', Rinnesoot [ BZ-V'weidth ]. —

rinnenschnabel

DWB

rinnen·schnabel

rinnenschnabel , m. der schnabel mit einer rinne; vogel mit solchem schnabel; so heiszt der diomedesvogel oder albatros. Campe.

Rinnentines

RhWB

Rinnen-tines (-martinus) -ī- Bitb-NWeis m.: verächtl. langsamer Mensch.

Rinnentränchen

RhWB

Rinnen-tränchen -øbsdətrEnχə Bernk-Wehlen n.: im Spr. der Kinder: Mairēnche, Tr., fall of mich, da wachsen ich.

Rinn(en)wasen

PfWB

rinnen·wasen

Rinn(en)-wasen m. : 'ausgehobene Grasschollen zum Ausfüllen der tiefen, nassen Stellen der Wiese', Rennewase [ LA-Böbing ]; vgl. Rinnengras …

rinnen als Zweitglied (30 von 101)

abbrinnen

Idiotikon

abbrinnen Band 5, Spalte 641 abbrinnen 5,641

abe brinnen

MWB

abe brinnen stV. intr., md. auch abe burnen ( StRFreiberg ), vgl. das swV. abe brennen 1 ‘niederbrennen, völlig zerstört werden’ (in allen B…

abe rinnen

MWB

abe rinnen stV. ‘herab rinnen, hinunter laufen’ biz ime der sweiz abe ran Ägidius 295; sines abgerunnen bluͦtes Seuse 319,1; mit dem bache, …

abebrinnen

KöblerMhd

abe·brinnen

abebrinnen , st. V. nhd. abbrennen, durch Feuer zerstört werden, wegbrennen, verbrennen Q.: Chr, Kchr (um 1150), StRFreiberg, Urk E.: s. abe…

abeentrinnen

KöblerMhd

abe·entrinnen

abeentrinnen , st. V. nhd. sterben E.: s. abe, entrinnen W.: nhd. DW2- L.: Lexer 355b (abeentrinnen)

aberinnen

KöblerMhd

aber·innen

aberinnen , st. V. nhd. „abrinnen“, herabfließen, hinabfließen Hw.: vgl. mnl. afrinnen, mnd. afrinnen Q.: Seuse (FB abe rinnen), Ägidius, CL…

abrinnen

DWB

abrinnen , defluere, ablaufen. der regen rinnt von dem dach ab; das wasser ist von ihm abgeronnen.

abtrinnen

DRW

abt·rinnen

abtrinnen abfallen vom Glauben vgl. abtrünnig afgetrunnen christenman 1499 Köln/KölnChr. II 360 Faksimile

afrinnen

MNWB

afrinnen , stv. , 1. gerinnen (Milch). 2. c. Acc. (eine Entfernung) durchlaufen.

anbrinnen

BWB

anbrinnen Band 3, Spalte 3,396f.

ane brinnen

MWB

ane brinnen stV. 1 intr. ‘(beim Kochen) anbrennen’ 2 tr. ‘in Brand setzen’    1 intr. ‘(beim Kochen) anbrennen’ nym [...] eyn rureschit vnd …

ane rinnen

MWB

ane rinnen stV. ‘beginnen zu rinnen’ die zahere in ane runnen [die Tränen traten ihm in die Augen] Gen 2314 MWB 1 265,28; Bearbeiter: Schnel…

ane brinnen

Lexer

ane·brinnen

ane brinnen stv. vom anbrennen, brenzlichwerden der speisen Berth. 432,11. 433,11 ;

ausrinnen

DWB

aus·rinnen

ausrinnen , effluere, ausflieszen: ausrinnendes wasser; das gefäsz rinnt aus, hat einen risz; dadurch dise zäherliche feuchtigkeiten ausgetr…

berinnen

DWB

berin·nen

berinnen , circumfluere: gesicht, kopf, leib mit blut gefärbt und beronnen. Tieck Cev. 1, 334 . oft mhd. z. b. Er. 4499. 5325. Ls. 1, 280.

Chǟsrinnen

Idiotikon

Chǟsrinnen Band 6, Spalte 998 Chǟsrinnen 6,998

darinnen

DWB

darin·nen

darinnen drinnen , weitere nebenform von darin. Graff und Benecke haben kein beispiel von dâr dar innan, innen, wiewohl bei letzterm (1, 750…

Ableitungen von rinnen (7 von 7)

berinnen

DWB

berinnen , circumfluere: gesicht, kopf, leib mit blut gefärbt und beronnen. Tieck Cev. 1, 334 . oft mhd. z. b. Er. 4499. 5325. Ls. 1, 280.

emprinnen

KöblerMhd

emprinnen , st. V. Vw.: s. entbrinnen

entrinnen

DWB

entrinnen , effluere, effugere, evadere, elabi, ahd. intrinnan ( Graff 1, 515 ), mhd. entrinnen, das goth. andrinnan ist aber gegeneinander …

errinnen

DWB

errinnen , emanare, oriri, entspringen, goth. urrinnan für usrinnan, ahd. arrinnan, irrinnan, ags. âirnan, part. âurnen. edle, heute ganz ei…

gerinnen

DWB

gerinnen , n. subst. inf. des vorigen: das gerinnen, spissitudo Steinbach 2, 295 ; das gerinnen der milch. Weber öcon. wb. 191 b ; das gerin…

verrinnen

DWB

verrinnen , verb. verflieszen, verschwinden, mhd. verrinnen, ahd. farrinnan, goth. frarinnan. die bedeutung ist ursprünglich ' fortlaufen, a…

zerrinnen

DWB

zerrinnen , verb. , zu rinnen ( th. 8, 1020); ahd. zarinnan ( Graff 2, 517 ), mhd. zerrinnen; 1) auseinanderrinnen, -flieszen, -laufen, a) f…