Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
gerinnen
gerinnen
gerinnen Vb. ‘flockig, klumpig, fest werden’ (von kolloidalen Lösungen, besonders von Milch, Blut), ahd. girinnan ‘(zusammen)fließen, gerinnen, erstarren’ (8. Jh.), unpersönlich mit Genitiv ‘ausreichen’ (9. Jh.), mhd. gerinnen ‘gerinnen, laufen, abstammen’, asächs. girinnan ‘gerinnen’ (mnd. nur rinnen), got. garinnan ‘zusammenkommen, erreichen’ sind Präfixbildungen zu dem unter rinnen (s. d.) behandelten Verb, die teilweise noch die ursprüngliche Bedeutung ‘zusammen’ des Präfixes germ. *ga- (s. ge-) erkennen lassen (daneben resultatives got. garinnan ‘durch Laufen erreichen’). – Gerinnsel n. ‘Klümpchen geronnener Flüssigkeit’ (Anfang 19. Jh.); zuvor ‘die Milchgerinnung bewirkendes Ferment, Lab’ (16. Jh.) wie früher bezeugtes mnd. rinsel und das von den Formen von rennen (s. d.) abgeleitete ahd. rennisal ‘Lab’ (Hs. 12. Jh.). In neuerer Zeit (19./20. Jh.) wird Gerinnsel auch in gleichem Sinne wie Rinnsal (s. rinnen) verwendet; zum Suffix s. -sal, -sel.