Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gerinnen stV.
2 wie rinnen ‘fließen’
1 ‘gerinnen, dick werden’ gerunnen ist als div milch herce ir PsM 118,70; der balsem hât die art, wenn man milch dar auf träuft, sô gerinnt si zehant BdN 360,22. 127,25; das wassir gesegin durch das ertriche das nemen si unde sidin is, so gerynt is unde wirt gar gut salcz MarcoPolo 39,2. – der rouch der us dem ovyn get, der gerynt und blibit hengende an deme roste, und das ist tutya [Zinkoxid] MarcoPolo 9,12; sy nemen dy erdin unde wyndin si, dorno queczschin sy dy erde czwischin den hendin, so gerynnet sy ebd. 15,1 2 wie → rinnen ‘fließen’ ez [die Vertiefung im Boden] was sô kleine daz ez nâch sage / zwischen naht unde tage / vil kûme vollez geran Greg 3129; wie sol ein wazzer rein / immer gerinnen ûz einem stein EnikWchr 8528. – wohl hierher: liber min hêrre / ich [Noach] uurhte mir uile sêre / daz guͦt ist uirsunchen / dev werlt allev irtrunchen / ub ich kint gewinne / dev werlt uone mir gerinne [ich fürchte, wenn ich Kinder bekomme, dass die Welt meinetwegen überschwemmt wird] / daz du sie irtrenchest / mit deme wage al uirsenchest VMos 13,23
MWB 2 510,17; Bearbeiter: Richter