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rinnen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rinnen verb.

Bd. 14, Sp. 1020
rinnen, verb. fluere, labi, currere, congelari. II. Verwandtschaft und form. I@11) rinnen ist den germanischen sprachen gemeinsam: goth. rinnan, rann, runnum, runnans, ahd. rinnan, rann, runnum, girunnan Graff 2, 513; mhd. rinnen, rann, gerunnen, alts. rinnan, altfries. renna Richthofen 992a, mnd. rinnen, ags. irnan und rinnan, mittelengl. ernen, eornen, engl. to run, ndl. runnen, rennen, rinnen, altn. renna in älterer form rinna, schwed. rinna, n. rinde. das verbum ist verwandt mit griech. ὄγνυμι, lat. or-iri. Fick 3, 251. I@22) nebenformen zu dem jetzt gewöhnlichen rinnen, prät. rann, rannen, part. prät. geronnen: infinitiv rünnen oder gerünnen, coagulari, geliefern, steif werden. Gottsched sprachkunst5 136; niederd. rennen, ronnen, rönnen. brem. wb. 3, 524. Frischbier 2, 223a. daher tritt vermischung mit dem schwachen verbum rennen ein; vgl. oben rennen 5, d sp. 811. Danneil 175a. ten Doornkaat-Koolman 3, 30b. prät. runne, conjunctiv rünne und rönne Stieler 1611; ranne: so bald aber der beschorne im ofen suchte, war der bawr behend da mit einer darzu gemachten scharffen ruten .. unnd gab im darmit gute birckene käsz, dasz ims blut abher ranne. Kirchhof wendunm. (1573) 448b; plural ronnen: alle wünsche, jede hoffnung, das leben selbst, ronnen unter blutigen thränen aus meinem herzen. Klinger 1, 32; das schwache prät. rinte des reimes wegen: die rotzig nasz und augen rinten, die zeen kein rindlein beiszen künten. froschm. Hh 8a; rante, entstanden aus der vermischung mit den formen des causativums rennen (vgl. sp. 807): darum ist auch kein dabitur mehr, unser herr gott wil auch nicht mehr so reichlich segnen, lieber, wer etwas haben wil, der musz auch geben, milder hant nie zurant. Luther tischred. 142b. Stieler 1611. partic. gerant, gerunnen und geronnen Stieler 1611; der wunderschöne brunnen, der uns so reichlich tränckt, ist trauriger gerunnen, weil um sein reines quell der gelben leichen heer in solcher menge war. Opitz 2, 35. IIII. Bedeutung. II@AA. vom goth. bis zum älteren nhd. bezeichnet rinnen jede bewegung von flüssigkeiten und fällt oft mit flieszen zusammen, vgl. oben 3, 1794, 1. jetzt bezeichnet es gewöhnlich eine langsamere bewegung von flüssigkeiten in geringerer menge, so dasz es in der mitte steht zwischen flieszen und tröpfeln. II@A@11) eigentlich: regen, wasser, bäche, brunnen, in dichterischer sprache auch flüsse. goth. ahvos us vambai is rinnand vatins libandins Joh. 7, 38; ahd. er teta rinnen uuaʒʒer ûʒer steine. Notker ps. 28, 7; mhd. diu stat ûf eime berge lît und rinnet darumbe zeiner sît diu Tiver, diu durch Rôme gât. Mai u. Beaflor 207, 36; hie bî ein waʒʒer rinnet. Hadam. v. Laber jagd 427; nhd. also rind ein arm von dem groszen wasser in umb den gries. Luther 3, 419; nimb frisch rinnends wasser, saltz und essig. Seuter rossarzn. (1599) 153; der flusz rinnt ins meer hinein. Stieler 1612; in der Schweiz aber, beim anblick und feuchtgefühl des rinnenden, laufenden, stürzenden, in der fläche sich sammelnden, nach und nach zum see sich ausbreitenden gewässers war der versuchung (des badens) nicht zu widerstehen. Göthe 48, 136; eins nachts traumt mir gar wol besunnen, wie ich köm zu eim brunnen, von merbelstein polieret klar, darein das wasser rinnen war. H. Sachs meisterl. 268, 1 Gödeke; so wird durch zarten zeug desz frauenzimmers haut, so steinlein in der bach, die lauter rinnt, geschaut. Opitz 2, 421; Hippocrene will nicht rinnen. 2, 60; du steigest über sie (über Thalia), und deine neue bach, so in die Elbe rinnt, giebt nicht dem brunnen nach am grünen Helicon. 2, 39; ist nur nichtig, flüchtig, süchtig, rinnet wasser gleich dahin. Reinh. v. Freienthal (1700) 68; hier bei diesem frischen brunnen, welcher aus der felsenwand lispelnd kömt herfür geronnen. 37; so bald nicht mehr der goldne regen rinnt, ist keine Danae .. mehr. Wieland 9, 5; noch rinnt und rauscht die wiesenquelle. Hölty 203 Halm; er sah in einer quelle, die silbern rann, sein eigen bild. 6; aber nachdem sie des stroms anmuthiges ufer erreichet, wo man gehölet waschgruben mit rinnender flut. Voss Odyss. 6, 85; .. eher nicht ermüdete der zug (der auswanderer), bis dasz sie kamen in das wilde thal, wo jezt die Muotta zwischen wiesen rinnt. Schiller Tell 2, 2; hätt' ich dich im schatten der platanen, wo durch blumen der Ilissus rann. Hölderlin 1, 6 Schwab; wo ins meer die ströme rinnen, singen bei der pole klang wir der geister königinnen schönster einst triumphgesang. 2, 206; wann wasser rinnen berghinauf, dann höret meine liebe auf. Arndt 217. in bildern: o du aller wolfarth quell .. rinn und treüfle für und für. ged. der Königsberger 158; dem unschuldigen rinnt der born der jugend auch noch im alter. Arndt 3; dein wasser (fluth in tiefer see) rinnet immerhin, so rinnet auch des menschen sinn. 28; alle die kindergesichter, die leuchten als blumen im thal, sie winken zu dir (liebe), sie rannen als tropfen von dir einst aus. 149; vom blute: ahd. thaʒ druhtin selbs wolta,bi unsih sterban scolta, ioh sînes bluates rinnanuns sihurheit giwinnan. Otfrid 3, 25, 36; mhd. daʒ bluot nider durch helme ran. Nib. 2148, 4; nhd. wenn noch ein tropfen deutschen heldenbluts in euren adern rinnt — kommt! Schiller 2, 40; heiszes blut, adeliches blut rinnt in seinen adern. mir das blut zum herzen rinnt. Spee 191, 216; gleich zur stunden von der wunden rann herab der purpurschaum. 216, 16; reiszt von den goldnen locken des helmes decke schnell, damit das blut zu stocken, das rinnt vom könig hell. Arndt 65. von thränen: der dritte tregt die kertz, der vierte will auffangen die threnen, die die braut lest rinnen von den wangen. Kirchner bei Opitz (1624) 188; vielleicht er war noch drinnen (Jesus im grab), vielleicht habs übersehn, allweil von stetem rinnen mir d' augen fast vergehn. Spee 48, 317; wollt gott, auch bliebens allemal in stetem lauf und rinnen (von thränen). 150, 77; wenn die zähren heimlich rinnen, bringt der schmertz zufriedenheit. Günther 208; (Odysseus ..) verbarg sein herrliches antlitz, dasz nicht sähn die Phaiaken die rinnende thrän' aus den wimpern. Voss Od. 8, 83; manche mutterthräne rann mir auf die verblühende knabenwange. Hölty 78 Halm; sehnsuchtsthränen rinnen dir oft .. liebster der gärten. 81; als die erste unsrer zähren auf der mutter busen rann. Göckingk 1, 133; lasz rinnen der thränen vergeblichen lauf. Schiller 11, 291; es rinnen helle tropfen die wange stets herab. Platen 11b; o rinnet nur, ihr thränen, rinnt. Arndt 175. vom schweisze: von der stirne heisz rinnen musz der schweisz, soll das werk den meister loben. Schiller 11, 305; der schweisz von unsrer stirne rinnt. Arndt 5. von anderen flüssigkeiten: fûle fiuhte, diu ûʒ dem houbet rinnet. Diemer arzneib. K 2; gummi armoniac: aus eim stäudlein bei Cyrene in Affrica auf den sand rinnend. onomast. philos. med. (1574) 71a; nachmals nimb ein schauffel von eysen und machs glüend unnd schütt darauff sechs untz baumöl und lasz ihms also warm in den hueff rinnen auff die solen. Seuter rossarzneib. 139; vom wein: der wein rinnt durch die kehle; (ein mädchen von so zarter haut) dasz man ir roten wein durch ir kelen sach rinnen. H. Sachs meisterl. 221, 10 Gödeke. II@A@22) von flüssigkeiten auf andere dinge übertragen: und als jetzt die schatten von allen bergen rannen, und durch die aufgedeckten landschaften nur in bächen zwischen bäumen zogen, ... J. Paul Hesp. 3, 139; ... wo die langen seelentöne der nachtigallen laut durch das aus einander rinnende adagio ziehen und sich aus dem echo erheben ... 3, 234; oben füllet Luna die wehenden wolkenflocken mit flüssigem silber an und die getränkte silberwolle zittert herab und glanzperlen rinnen über glattes laub und stocken in blüten. 1, 118; lasz das haar umbs haupt her rinnen, asche werde drauff gestreut. Opitz 1, 212; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem höchsten klingt, aus meinem herzen rinnen. P. Gerhard 240, 46; mein glück wird seyn, gleichwie des baches flieszen, gleichwie der sand des stundenglases rinnt! Schiller braut v. Mess. 666; und es drängt sich und rinnt aus deiner ewigen fülle die beseelende luft durch alle röhren des lebens. Hölderlin 1, 102; mich gedencket der zeiten meines vaters (der seegen der barmhertzigkeit rinne stets über ihn). pers. baumg. 9, 12; dann trink' ich, wie ein götterkind, die volle flasche leer, dasz glut mir durch die adern rinnt, und tauml' und fodre mehr. Hölty 189; seele rann in seele. Schiller 1 129; dasz um den kelch, worin uns freyheit rinnt, der freude götter lustig scherzen. 6, 274; überall, o natur! und, wie vom quellgebirg, rinnt segen von da und dort in die keimende seele dem volke. Hölderlin 1, 111; in seinen adern ehre rann. Arndt 205; besondere übertragungen. II@A@2@aa) zeit oder zeitabschnitte: die zeit rinnt Stieler 1611; rinne, rinne flüchtige nacht, bild des lebens und verdecke mir die fallende sonne nicht lange. J. Paul Hesp. 2, 247; das eigene leben rann so still, und drauszen das fremde rauschte so überlaut. Freytag handschr. 1, 303; unser leben rinnt dann melodisch wie die flötende quelle zum schöpfer. Schiller 3, 135. öfter unter dem bilde des stundenglases oder des abbrennenden lichtes: mein kurtzes unschlitt rinnt, als wolt' es mir sogar die freude nicht mehr gönnen, die stille finsternisz dir schrifftlich weyhn zu können. Günther 480; wann auch mein stundenglas gemach zur erde rinnet. Gotter 1, 431; den augenblick, worin wir sind, flugs, eh' er uns entschlüpft, zu etwas anzulegen, wovon wir, wenn das glas zu ende rinnt, uns mit vergnügen sagen mögen: 'da lebten wir!' Wieland 9, 257. II@A@2@bb) geschlechter, nachkommen rinnen von jemandem aus: goth. urrinniþ us Sion sa lausjands du afvandjan afgudein af Jakoba. m. 11, 26; ahd. runnen fone iro forderôn sâmen. Notker bei Graff 2, 513; mhd. sie (Eva) wirt gewiʒʒe muoter von sêregem muote, daʒ sol von dir rinnen ein wîplîch chunne (vorher: diu werlt sol von ir vlieʒen). Diemer 9, 15; ob ich kint gewinne, diu werlt von mir gerinne, daʒ du sie irtrenchest. 13, 22; von dir (Maria) ist irrunnen der lilie ist aller wunne. 72, 7. II@A@33) aus der bedeutung A abzuleiten ist die bedeutung 'schwimmen', indem es zunächst von dem willenlosen umherschwimmen auf dem wasser und dann auch von selbstthätiger bewegung darauf gesagt wurde. II@A@3@aa) vom willenlosen schwimmen: desselben males ran hern Götfrid Müllers hûs ûf der nidern brugg ze Zürich in der nacht hinweg. Zür. jahrb. 70, 23; so soll unser richter den dieb gebunden an ein ledigs schiff setzen, und soll in ân alle rueder rinnen laszen. monum. boica bei Schm. 2, 114; N. N. ist in die Iser gefallen, 900 schritt weit darinn gerunnen, und weilen er des schwimmens unerfahren, endlich undergangen. Benno-mirakel von 1697 ebenda. II@A@3@bb) schwimmen mit eigener anstrengung von thieren: herzog Jörg het ainsmals geredt, ee er wolt, das hertzog Albrechten sein land wurd, ee wolt er, das ain see wär, undt er ain ändt und darauf runn. bair. chron. bei Schm. 2, 115; wann Tuenaw und visch nymer rint. ebenda; der hirsch rinnet sehr gut und besser zu dieser (der brunstzeit) als zu keiner andern zeit, weil ihn das viele feist, das er alsdann hat, eigenthümlicher leichter machet. er durchrinnet grosze ströme und man behauptet sogar, dasz er in der brunstzeit durch den geruch der tiere verführet wird in das meer zu gehen und dasz er von einer insel zur andern, in der entfernung von einigen meilen rinne. Heppe jagdlust (1783) 1, 151; ob eʒ im halt ein teil kan für gewinnen, er kobert ûf der herte, darzuo so kan er (der hund) alle waʒʒer rinnen. Hadam. v. Laber jagd 118; ach ferreʒ fürgewinnen daʒ machet widerlöufe und vil in wâge rinnen. 223; ach, sol dîn arbeit lang ein rüde nieʒen, sô clag ich daʒ du dicke gerunnen hâst in drâten unkunden gieʒen. 292; stæte und ouch triuwe beide ungern rinnent besunder in dem waʒʒer. 438. II@BB. allgemein von bewegungen: gehen, kommen, geraten, meist von schneller bewegung wie rennen. II@B@11) ohne dasz die schnelligkeit der bewegung betont wird: goth. jah qimandin imma hindar marein ... gamotidedun imma tvai daimonarjos us hlaivasnom rinnandans. Matth. 8, 28; ich bin ein fahrt zu tief hineingeronnen (zu tief in den text geraten). Aventin (1566) 100; wolt ir das auch von hertzen günnen, das die zwo schwester zammen rünnen. H. Sachs 5, 269, 37 Keller; dasz eingangs erwähntes sprichwort waar und gewisz ist: das geblüt treugt nicht, oder wie man sonsten sagt: das geblüt rinnt allezeit zusammen. Harsdörffer gesprächsp. 2 (1657) s. 118. besonders zurückrinnen, in schuld rinnen: etlich, so irer bösen hauszwirtschaft halb in schuld rynnen. bair. landesordn. von 1553 bei Schm. a. a. o.; dasz wür unns mit erkhauffung güetter haben eingelassen, und dadurch etwas zuruckh gerunen. ebenda; dasz er einrunn in grosze schuld. H. Sachs ebenda; wann wer so offt lehrgeldt musz geben, dem geschieht wie dem beyern eben, das er ein hinder dem andern gwint, bisz er zuletzt auch gar einrint. H. Sachs 9, 266, 25 Keller. II@B@22) von schneller bewegung. nd. he kam an ronnen. brem. wb. 3, 524; dô die schar zesamene runnen. Servatius 2037; wen er zu forders ran dô man die burg gewan. Herbort v. Fritzlar Troye 1611; wer hier erschrack und aus dem garten rann, das waren Hanne und Johann. Lessing 1, 212; betäubt von schrecken rannen die emirn aus den sahl. Wieland 10, 358. in Herborn (Nassau) heiszt rinnen auf dem eise gleiten, laufen Kehrein 329. II@CC. mit dem ausgangspunkt als subject. II@C@11) gefäsze rinnen, lassen feuchtigkeit durch: des narren hertz ist wie ein topff, der da rinnet, und kan keine lere halten. Sirach 21,17 rinnend gefäsz, rinnende fäszer Stieler 1612. II@C@22) augen rinnen vor oder mit thränen: rinnantiu augun, suffusio oculorum Graff 2, 513; aber Lya was rinnender augen. bibel 1483, 18b. das unse augen mit threnen rinnen, und unser augenlider mit wasser fliessen Luther Jer. 9, 18; meine augen rinnen mit wasserbechen klagl. Jerem. 3, 48; bonenblüwasser in die augen gethan ein stund vor nacht trückent die rinnend augen und vertreibt das rinnen Vogter arzneib. (1532) 19 als ich das leichenläuten seinetwegen hörte und daran dachte, wie die wittwe im stummen kirchthurm mit rinnenden augen das seil unten reisze. J. Paul uns. loge 3, 174; ich nam mir ein megdlein von achtzig jaren, mit rinnenden augen und grawen haaren. Ambras. liederb. 206, 2. II@C@33) andere subjecte wann einem rosz die naszlöcher rinnen. Seuter rossarzn. (1599) 47; wann ein rosz in füszlen rinnt, sol mans nit bald hailen oder stellen. 250; wann einem rosz die füesz rinnen, so nimb pappelnblätter ... und salb dem rosz die füesz darmit, so verrinnen sie bald. ebenda; seit jener abschiednacht, wo meine seele grosz und meine thränen unerschöpflich waren, rinnt eine ewige wunde in mir. J. Paul Hesp. 2, 109; es giebt einen schmerz, der sich mit einem groszen saugestachel ans herz legt und thränen durstig zieht — das ganze herz rinnt und quillt und drückt zuckend die innersten fasern zusammen, um zu einem thränenstrom zu werden. 4, 117; rinnen wird von dem weinstock gesagt, wenn er nach dem schneiden tropfen saft rinnen läszt. Kehrein volksspr. in Nassau 1. nachtr. 44; ein rinnendeʒ dach, ein zornec wîp, diu kürzent dem man sînen lîp. Morolf 377; darzu hab ich rinende pain, rotte augen, sausende orn (vom schlemmer). H. Sachs fastnachtsp. 3, 16, 36 neudr.; dort aber, wo im schaum der strudelreichen wellen die wuth des Avançons gestürzte wälder welzt, rinnt der gebirge gruft mit unterird'schen quellen. Haller 42; nicht des fröhlichen weins gespart! weil die kehle zur röhre ward, musz sie rinnen und triefen. Arndt 52; wände rinnen, wenn die feuchtigkeit des beschlags von ihnen herabrieselt; auch wan die bachen (schinken) rinnen, das salz wirt len und weich .. so ist es regens zeit. H. Sachs meisterl. 199, 41 Gödeke. II@DD. gleich gerinnen: rinnen = congelari, durescere, geronnen erz, geronnene butter Stieler 1611; das pulver wird nun distilliert mit groszem fewr wie sichs gebürt. das man ein feuchtigkeit gewint die widder zu dem pulver rint. froschm. N 4a. II@EE. vermischung mit rennen, rinnen (rennen) machen: wie der marschalc, untriuwen vol, umb gîtekeit sîn eigen verlôs und ouch muost sînen lîp rinnen enweg ûʒ den landen. Dioclet. 5099; unterdessen schrei ich, ach! dasz ein heiszer thränenbach musz auch meine augen rinnen, mein bekümmern, meine pein, sol ohn' end' und mahsze sein. Rist Parnasz 620.
16518 Zeichen · 322 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rinnenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    rinnen stv. I, 3. BMZ rinnen, fliessen, manare Dfg. 345 c . dâ von ist si genamet ein garte, daʒ ientie etewaʒ dâ inne r…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rinnenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    rinnen , st. V. nhd. rinnen, fließen, tröpfeln, tropfen, lecken, tränen, triefen, laufen, rennen, gerinnen ÜG.: lat. coa…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rinnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rinnen , verb. irreg. neutr. ich rinne, du rinnest, oder rinnst, er rinnet, oder rinnt; Imperf. ich rann; Mittelw. geron…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rinnen

    Goethe-Wörterbuch

    rinnen 3.Pers Sg metrumbedingt ‘rinnet’ 2,70 Vs 79 ; subst 11,138,2 1 in einem dünnen Strahl (abwärts) fließen; von Flüs…

  5. modern
    Dialekt
    rinnen

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    rinnen Band 6, Spalte 999 rinnen 6,999

  6. Spezial
    rinnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rin|nen (rann, geronnen) vb.intr. 1 (fließen, strömen) rogore (rogor, rogorü) 2 (leck sein, durchlässig sein) perde (per…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rinnen

139 Bildungen · 31 Erstglied · 101 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von rinnen 2 Komponenten

rin+nen

rinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rinnen‑ als Erstglied (30 von 31)

Rinnenstein

SHW

Rinnen-stein Band 4, Spalte 1417-1418

Rinnentor

SHW

Rinnen-tor Band 4, Spalte 1417-1418

rinnenartig

GWB

rinnen·artig

rinnenartig Großschr wie eine Rinne geformt; in Beschreibung des 2. Halswirbels beim Tier N8,339 Morph Plp Katherina Mittendorf K.M.

rinnenbaum

DWB

rinnen·baum

rinnenbaum , m. ein baum, aus dem eine rinne gemacht werden kann. Coler. 2, 261 .

rinnenblume

DWB

rinnen·blume

rinnenblume , f. : rinnenblume, rinnenblatt, hydrophyllum Nemnich 3, 467 ; auch wasserblatt, eine mit ellisia verwandte gattung exotischer p…

rinnenförmig

DWB

rinnen·foermig

rinnenförmig , adj. wie eine rinne geformt; so heiszt dasjenige blatt, woran beide hälften des blattes sich so gegen einander neigen, dasz e…

rinnengarn

DWB

rinnen·garn

rinnengarn , n. theil eines jagdwerkzeugs zum fange von raubvögeln. vgl. unter rinne 2.

Rinn(en)graben

PfWB

rinnen·graben

Rinn(en)-graben m. : = Rinnne 1 a, Rinnegrawe [ KU-Rothsbg ], Rännegräwel [ BZ-V'weidth ]. —

Rinn(en)gras

PfWB

rinnen·gras

Rinn(en)-gras n. : 'ausgehobene Grasschollen zum Ausfüllen der tiefen, nassen Stellen der Wiese', Rennegras [ NW-Meckh ]; vgl. Rinnenwasen .…

rinnenholz

DWB

rinnen·holz

rinnenholz , rinnholz , n. ein stück holz, aus dem eine rinne gemacht werden kann. Coler. 2, 221. 224. 254 .

Rinn(en)knebel

PfWB

rinnen·knebel

Rinn(en)-knebel m. : 'Knebel zum Zusammendrehen der Bindkette des Wagens', Rinnknewel [RO-O'mosch ( Klein Wag. 114)]; Syn. s. Reitel 1 a. —

rinnenknecht

DWB

rinnen·knecht

rinnenknecht , m. bei den brauern ein gestelle, worauf die rinnen beim bierablassen gelegt werden. Jacobsson 3, 424 b .

rinnenmacher

DWB

rinnen·macher

rinnenmacher , m. abziehpflug, werkzeug zum abziehen des wassers von einem nassen lande. Jacobsson 7, 77 b .

rinnenmuschel

DWB

rinnen·muschel

rinnenmuschel , f. name der scheidemuschel oder messerscheide, wegen ihrer rinne. Nemnich 2, 1321 . Oken 5, 448 nennt sie rinnenschnecke.

Rinn(en)saat

PfWB

rinnen·saat

Rinn(en)-saat f. : 'aus Samen entstandene Forstkultur', Rinnesoot [ BZ-V'weidth ]. —

rinnenschnabel

DWB

rinnen·schnabel

rinnenschnabel , m. der schnabel mit einer rinne; vogel mit solchem schnabel; so heiszt der diomedesvogel oder albatros. Campe.

Rinnentines

RhWB

Rinnen-tines (-martinus) -ī- Bitb-NWeis m.: verächtl. langsamer Mensch.

Rinnentränchen

RhWB

Rinnen-tränchen -øbsdətrEnχə Bernk-Wehlen n.: im Spr. der Kinder: Mairēnche, Tr., fall of mich, da wachsen ich.

Rinn(en)wasen

PfWB

rinnen·wasen

Rinn(en)-wasen m. : 'ausgehobene Grasschollen zum Ausfüllen der tiefen, nassen Stellen der Wiese', Rennewase [ LA-Böbing ]; vgl. Rinnengras …

rinnen als Zweitglied (30 von 101)

abbrinnen

Idiotikon

abbrinnen Band 5, Spalte 641 abbrinnen 5,641

abe brinnen

MWB

abe brinnen stV. intr., md. auch abe burnen ( StRFreiberg ), vgl. das swV. abe brennen 1 ‘niederbrennen, völlig zerstört werden’ (in allen B…

abe rinnen

MWB

abe rinnen stV. ‘herab rinnen, hinunter laufen’ biz ime der sweiz abe ran Ägidius 295; sines abgerunnen bluͦtes Seuse 319,1; mit dem bache, …

abebrinnen

KöblerMhd

abe·brinnen

abebrinnen , st. V. nhd. abbrennen, durch Feuer zerstört werden, wegbrennen, verbrennen Q.: Chr, Kchr (um 1150), StRFreiberg, Urk E.: s. abe…

abeentrinnen

KöblerMhd

abe·entrinnen

abeentrinnen , st. V. nhd. sterben E.: s. abe, entrinnen W.: nhd. DW2- L.: Lexer 355b (abeentrinnen)

aberinnen

KöblerMhd

aber·innen

aberinnen , st. V. nhd. „abrinnen“, herabfließen, hinabfließen Hw.: vgl. mnl. afrinnen, mnd. afrinnen Q.: Seuse (FB abe rinnen), Ägidius, CL…

abrinnen

DWB

abrinnen , defluere, ablaufen. der regen rinnt von dem dach ab; das wasser ist von ihm abgeronnen.

abtrinnen

DRW

abt·rinnen

abtrinnen abfallen vom Glauben vgl. abtrünnig afgetrunnen christenman 1499 Köln/KölnChr. II 360 Faksimile

afrinnen

MNWB

afrinnen , stv. , 1. gerinnen (Milch). 2. c. Acc. (eine Entfernung) durchlaufen.

anbrinnen

BWB

anbrinnen Band 3, Spalte 3,396f.

ane brinnen

MWB

ane brinnen stV. 1 intr. ‘(beim Kochen) anbrennen’ 2 tr. ‘in Brand setzen’    1 intr. ‘(beim Kochen) anbrennen’ nym [...] eyn rureschit vnd …

ane rinnen

MWB

ane rinnen stV. ‘beginnen zu rinnen’ die zahere in ane runnen [die Tränen traten ihm in die Augen] Gen 2314 MWB 1 265,28; Bearbeiter: Schnel…

ane brinnen

Lexer

ane·brinnen

ane brinnen stv. vom anbrennen, brenzlichwerden der speisen Berth. 432,11. 433,11 ;

ausrinnen

DWB

aus·rinnen

ausrinnen , effluere, ausflieszen: ausrinnendes wasser; das gefäsz rinnt aus, hat einen risz; dadurch dise zäherliche feuchtigkeiten ausgetr…

berinnen

DWB

berin·nen

berinnen , circumfluere: gesicht, kopf, leib mit blut gefärbt und beronnen. Tieck Cev. 1, 334 . oft mhd. z. b. Er. 4499. 5325. Ls. 1, 280.

Chǟsrinnen

Idiotikon

Chǟsrinnen Band 6, Spalte 998 Chǟsrinnen 6,998

darinnen

DWB

darin·nen

darinnen drinnen , weitere nebenform von darin. Graff und Benecke haben kein beispiel von dâr dar innan, innen, wiewohl bei letzterm (1, 750…

Ableitungen von rinnen (7 von 7)

berinnen

DWB

berinnen , circumfluere: gesicht, kopf, leib mit blut gefärbt und beronnen. Tieck Cev. 1, 334 . oft mhd. z. b. Er. 4499. 5325. Ls. 1, 280.

emprinnen

KöblerMhd

emprinnen , st. V. Vw.: s. entbrinnen

entrinnen

DWB

entrinnen , effluere, effugere, evadere, elabi, ahd. intrinnan ( Graff 1, 515 ), mhd. entrinnen, das goth. andrinnan ist aber gegeneinander …

errinnen

DWB

errinnen , emanare, oriri, entspringen, goth. urrinnan für usrinnan, ahd. arrinnan, irrinnan, ags. âirnan, part. âurnen. edle, heute ganz ei…

gerinnen

DWB

gerinnen , n. subst. inf. des vorigen: das gerinnen, spissitudo Steinbach 2, 295 ; das gerinnen der milch. Weber öcon. wb. 191 b ; das gerin…

verrinnen

DWB

verrinnen , verb. verflieszen, verschwinden, mhd. verrinnen, ahd. farrinnan, goth. frarinnan. die bedeutung ist ursprünglich ' fortlaufen, a…

zerrinnen

DWB

zerrinnen , verb. , zu rinnen ( th. 8, 1020); ahd. zarinnan ( Graff 2, 517 ), mhd. zerrinnen; 1) auseinanderrinnen, -flieszen, -laufen, a) f…