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zerrinnen

mhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zerrinnen verb.

Bd. 31, Sp. 749
zerrinnen, verb., zu rinnen (th. 8, 1020); ahd. zarinnan (Graff 2, 517), mhd. zerrinnen; 1) auseinanderrinnen, -flieszen, -laufen, a) flüssigkeiten und schmelzbares: als die zerrunnen milch, die zu einer gantzen nimmer werden mag Paracelsus op. (1616) 2, 6c H.; doch der quell, will ich ihn kosten, zerrinnt Göthe 5, 255 W.; schmelzen, zergehn: liquescere Frisius 774b; der schnee zerrinnt, der mai beginnt Hölty ged. 156 H.; auch von butter, unschlitt: schweiz. id. 6, 1011; übertr. auf die zeit (vgl. sp. 537) und das leben: da zerrann die schnelle zeit Spee trutznachtigall (1649) 324; er (J. Chr. Günther) wuszte sich nicht zu zähmen, und so zerrann ihm sein leben wie sein dichten Göthe 27, 81 W.; im sande z. eig. vom blut erschlagener: Hölderlin 2, 198 L.; übertr.: die ... offensive der Italiener ... ist ... im sande zerronnen Frankf. zeitg 17. 7. 1915 1. morgenbl.; b) sich verlaufen, sich auflösen: ists ganze heer zerronnen? Lohenstein Sophonisbe 244; von einem klub: Varnhagen tageb. 4, 218; c) übertr. von vorrath, geld und gut, das wie korn aus einem löcherigen sack zerrinnt, vgl. die bibelstelle: aber er (gott) macht doch zuletzt den sack lOechericht und bleset drein, das es zusteubet und zurinnet (was sie gesammelt hatten) Luther vorr. auf Haggai bei Bindseil 7, 409, woraus sich der sinn schwinden, vergehn, in nichts zerflieszen ergibt: wie das geldt dem reichen alle tag z. mag Paracelsus op. (1616) 2, 616 H.; in anderen bildern, z. b. wie rauch z.: Neumark fortgepfl. lustw. 1, 158; wie wasser z.: Stieler 1612; bald ist ein groszes gut zerronnen, es rauscht im lebensstrom hinab Göthe (Faust 10 340) 15, 1, 257 W.; schweiz. id. 6, 1011; sprw.: wie gewonnen, so zerronnen Moscherosch ges. 418 und allgemein; unter den händen z.: denn was man nicht mit recht gewint, unter den henden gar zurinnt Ringwald evang. a 7b; sodann von abstracten, z. b. friede: Oswald v. Wolkenstein 111, 13 Sch.; hoffnung: A. U. v. Braunschweig Oct. 2, 459; u. a.; die gedult, alle lust zerrinnet Kramer teutsch-it. 2, 363a; die kräfte z. U. Hegner ges. schr. 5, 135; d) vor dem blick zerflieszen, sich auflösen, sich in dunst und luft verlieren: die wiese zerrann vor seinen blicken Anzengruber ges. w. 2, 29; untergehn: der mond ist schon zerronnen, kein sternlein mehr zu sehn Cl. Brentano ges. schr. 2, 101; mit subjectswechsel: mein blick zerrann im unermeszlichen Hebbel 1, 110 W.; von menschen wie zerflieszen 1 f, i und 2 a: diese wolte in thrAenen z. Lohenstein Arm. 2, 619a; lasz mich in gesang zerrinnen Wackenroder herzensergiesz. 249; vor freude u. ä.: Lohenstein Arm. 1, 18b; 2) als einzige für das ma. bezeugte bedeutung ausgehn, zu mangeln anfangen, gebrechen, a) ursprünglich in unpersönlicher construction mit dem gen.; belege s. mhd. wb. 2, 1, 717b; Lexer 3, 1077; Jelinek 985; Schmeller-Fr. 2, 115; H. Fischer 6, 1144; Ch. Schmidt els. wb. 438a; schweiz. id. 6, 1012; vgl.: ni zirinne herrin fona Judae noh herizohin fona sinem dheohum (non deficiet princeps ex Juda nec dux de faemoribus eius) Isidor 35b Hench; mirn zerinne mîner friunde,in wirt arebeit bekant Nibel. 164, 4 L.; oft thet ihn gelts zerrinnen H. Sachs 3, 476 K.; dann unglücks ist mir nie zerrunnen Ayrer dram. 3, 1610 K.; noch bei Harsdörfer gesprächsp. 3, 279 der gen. der zeit; bisweilen ohne object: ist er geytig, so besorgt er villeicht, das im mOecht z. A. v. Eyb spieg. d. sitt. G 2b; Prätorius saturn. 376; b) danach mit nom., so bei Luther in bezug auf kunst: meins thayls will mir kunst zurinnen 34, 2, 73; 28, 73 W., wo indessen H. Sachs: weil euch der kunst nye ist zerrunnen fastnachtsp. 11, 133 ndr. die ältere gen.-construction erweist; weitere belege für den nom.: es solt mit der weysze wol tuch zurynnen allein zu munchkappen Luther 7, 565 W.; die tollen jungfrawen, den das öle zurann 10, 3, 413 W.; wenn man alle wochen Mertenstag helt, da z. gense und endten Mathesius Syrach 1, 116b; c) mit der präpos. an als ersatz des genitivs: so dir an gelt zerrinnen will Wickram 1, 117 B.; er will nicht helffen, wo es uns an kunst, wicz, vorstandt, hulff czurindt Luther 9, 392 W.; an der narung: S. Münster cosm. 1191 (aber: die nahrung: Petri d. Deutsch. weiszh. 2, U u u 5v; die lebensmittel: v. Chemnitz schwed. krieg 1, 128); lex.: z. nicht zureichen Reinwald henneb. id. 2, 163. —
4349 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zerrinnenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    zer-rinnen stv. BMZ zu ende gehn, ausgehn, mangeln. persönl. Gen. Pass. diu trûtschaft mac nimmer zerrinnen Reinfr. B. 3…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zerrinnen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Zerrinnen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Rinnen ,) mit dem Hülfsworte seyn, aus einander rinnen, oder fließen. Butt…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zerrinnen

    Goethe-Wörterbuch

    zerrinnen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    zerrinnen

    Rheinisches Wb.

    zer-rinnen (nur in der RA.: Wie gewonn, su zerronn Trier , Verbr.).

  5. Sprichwörter
    Zerrinnen

    Wander (Sprichwörter)

    Zerrinnen 1. Bald zerrinnt, was man am Sonntag spinnt. Besonders wenn man schlechten Flachs dazu nimmt. 2. Es ist bald z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zerrinnen

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Ableitung von zerrinnen

zer- + rinnen

zerrinnen leitet sich vom Lemma rinnen ab mit Präfix zer-.

Zerlegung von zerrinnen 2 Komponenten

zerr+innen

zerrinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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