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Ranzen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
33 in 19 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Ranzen

Bd. 3, Sp. 934
Ranzen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist nur in den gemeinen Sprecharten üblich, wo es in dreyfacher Bedeutung vorkommt. 1) Lärmen, viele ungeordnete mit einem lauten Getöse verbundene Bewegungen machen; als ein Neutrum. Den ganzen Tag im Hose herum ranzen, d. i. laufen springen, lärmen. Im Bette herum ranzen, heftige und unnütze Bewegungen machen. Ingleichen als ein Activum, das Bett zu Schanden ranzen, es durch solche Bewegungen aus seiner Lage bringen, verderben. S. auch Verranzen. 2) Sich ranzen, sich auf eine ungeschickte, dem Wohlstande zuwider laufende Art dehnen, sich recken; eine besonders im Oberdeutschen übliche Bedeutung, wo dieses Wort auch stranzen lautet. 3) Von vielen Thieren, wenn sie sich begatten, oder ungestüm nach der Begattung verlangen, sagt man, daß sie ranzen. Die Jäger gebrauchen dieses Wort so wohl von den Hunden, als von allen vierfüßigen Raubthieren. Auch hier sticht der Begriff des Geräusches und besonders des Geschreyes merklich hervor, wie denn auch die gleichbedeutenden, aber von andern Thieren üblichen rammeln, rollen, brauschen, brunften u. s. f. eben darauf abzielen. Wenn die Schweine läufisch sind, so sagt man, daß sie brähnen, siehe dieses Wort. Anm. Schon die Endsylbe -zen zeiget, daß dieses Wort ein Intensivum ist, welches von einem veralteten rahnen abstammet, welches überhaupt ein lautes Getöse oder Geschrey machen bedeutet hat, und dieses Getöse selbst nachahmet. Noch im Arabischen ist raua tönen, und im Isländ. kreina, Schwed. vrena, wiehern. S. auch Dröhnen, Grunzen, Krahnisch, Brähnen u. s. f. welche insgesammt dahin gehören, und sich nur doch die Vorlaute unterscheiden. Von dem Begriffe des Getöses ist der Begriff der heftigen Bewegung eine sehr natürliche Figur. Für ranzen in der ersten Bedeutung ist in manchen Fällen auch rasen, und in den gemeinen Sprecharten auch rammeln, rankern, ranten üblich, welche sich nur durch die Endlaute unterscheiden. Im Holländischen ist randen[] und ranten mit einem Getöse herum rennen, und in Franken und Schlesien, dem Frisch zu Folge, der Rant ein Lärm, Getöse. In der Rothwälschen Diebessprache ist der Ranzen eine Katze.
2192 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ranzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ranzen swv. ib. intr. ungestüm hin u. her springen. pöckisch woll wir umbhin ranzen Wolk. 58. 3,5 ; tr. einen springen m…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ranzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen , sw. V. nhd. herumlaufen, herumrennen Hw.: vgl. mhd. ranzen E.: s. mhd. ranzen?, V., „ranzen“, ungestüm hin und …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ranzen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Ranzen , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist nur in den gemeinen Spr…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ranzen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen iSv einen ranzigen Geruch verbreiten; im Spottgedicht mBez auf menschliche Leichname [ mBez auf Kotzebues Garten …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ranzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ranzen , in der Jägersprache vom vierläufigen Raubhaarwild soviel wie sich begatten.

  6. modern
    Dialekt
    Ranzen

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    Ranze n , Ranzer [Ràntsə fast allg.; Ràntsər Geisp. ; Rântsə Mutzig ; Rntsə Bisch. ; Pl. Rantsə; Demin. Rantsələ Osenb.…

  7. Spezial
    Ranzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ran|zen m. (-s,-) 1 (Schultasche) tascia da scora f. 2 (Hirtentasche) ronz (ronc) m. 3 ‹pop› (Bauch) punza (-zes) f. ▬ s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ranzen

33 Bildungen · 20 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von ranzen 2 Komponenten

ran+zen

ranzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ranzen‑ als Erstglied (20 von 20)

Ranzengarde

SHW

Ranzen-garde Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenknopf

SHW

Ranzen-knopf Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenlaib

SHW

Ranzen-laib Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenweh

SHW

Ranzen-weh Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenblitz

PfWB

ranzen·blitz

Ranzen-blitz m. : 'Schuljunge', scherzh., Ranzeblitz [NPf ( Thielen 90)]. —

Ranzengarde

PfWB

ranzen·garde

Ranzen-garde f. : 1. a. 'mit Ratschen ausgerüstete Abteilung, die vor dem Fastnachtszug marschiert', Ranzegaʳd [Kaislt]. Die Fasenacht, die …

ranzenieren I

RhWB

ranzenieren I rantsənī:rən  Elbf schw.: anranzen.

ranzenieren II

RhWB

ranzenieren II das Wort rantsənī:rə, –nē:rə [ Goar , Zell , Bernk auch rans- ; Merz-Bergen Nunk ręnts- ; Trier-Mehring ręntsəlwErən ] , …

Ranzenjahr

DRW

ranzen·jahr

Ranzenjahr, n. letztes der drei Karenzjahre eines neu eingetretenen Stiftsfräuleins [Register des Dechantinnen-Amts] es sein dis jahr in der…

Ranzenknebel

RhWB

ranzen·knebel

Ranzen-knebel -īw- Birkf-Idar m.: Doppelknöpfe, zwei sechseckige Achatstäbchen, durch ein Kettchen verbunden, zum Schliessen des Herrenrocke…

Ranzenkorb

RhWB

ranzen·korb

Ranzen-korb -ntsəl- Goar-Trechtingshsn m.: hoher, bauchiger Korb mit Deckel.

Ranzenmänner

RhWB

ranzen·maenner

Ranzen-männer Bergleute vom Westerwald, die in Siegld-Gosenb arbeiteten; sie gingen Samstags mit ihrem Rucksack, gefüllt mit ihren Bedarfsge…

Ranzenmann

RhWB

ranzen·mann

Ranzen-mann m.: Quartiermann, Bergmann, der im Quartier wohnte (wegen der Taschen, die er trug) Saargeb.

ranzenreiter

DWB

ranzen·reiter

ranzenreiter , m. postknecht, welcher die briefe von einer post zur andern im ranzen befördert: ranzenreuter Jacobsson 7, 31 b .

Ranzenrisser

PfWB

ranzen·risser

Ranzen-risser m. : 'schlechter Wein', Ranzerisseʳ [ BZ-Nd'ottb ]; Syn. s. Rachenputzer 1 a. —

Ranzen (Subst.)

Wander

ranzen·subst

Ranzen (Subst.) Ranzen (Subst.). 1. Dear hot'n Ranza wie der Propst von Marchthal. ( Zwifalten. ) – Birlinger, 975. 2. Den Ranzen voll haben…

Ranzen (Verb.)

Wander

ranzen·verb

Ranzen (Verb.) Ranzen (Verb.). 1. Sich ranzen wiera ag'stochna Sau. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten. 2. Sich ranzen wiera Sau im Kindlbett.…

Ranzenweh

PfWB

ranzen·weh

Ranzen-weh n. : 'Bauchweh', -weh [ LU-Altr ]. Südhess. IV 1216 ; Els. II 777 .

ranzen als Zweitglied (12 von 12)

abranzen

DWB

abranzen , discurrere, müde ranzen. sich abranzen.

anranzen

DWB

anranzen , objurgare, increpare, einen anfahren: blitz, ich musz fort, sonst ranzt er mich um seine nichten an. Fr. Müller 2, 66 . Schmeller…

Curanzen

Wander

cur·anzen

Curanzen Einen curanzen (auch coranzen). Dieser sprichwörtliche Ausdruck kommt daher: Curanze war eine französische Festung zur Zeit des Hug…

koranzen

DWB

koran·zen

koranzen , wie kuranzen, s. d.: wart, ich werd euch mal koranzen. Voss 4, 56 .

kuranzen

DWB

kur·anzen

kuranzen , ein volksmäsziges kraftwort, im 17. jahrh. auftauchend. 1 1) die jetzt gewöhnliche bed. ist prügeln, tüchtig durchprügeln: ich mu…

spranzen

DWB

spranzen , verb. 1 1) einherstolzieren. so mhd.: darzu mit springen und mit spranzen. fastn. sp. 397, 10 ; wir wellen klaider und har dar zu…

use(n)ranzen

Idiotikon

use(n)ranzen Band 6, Spalte 1159 use(n)ranzen 6,1159

verfranzen

Pfeifer_etym

ver·franzen

verfranzen Vb. ‘sich verlaufen, verirren’, zuvor ‘sich verfliegen’ (20. Jh.), abgeleitet vom Eigennamen Franz als einer scherzhaften Bezeich…

Verranzen

Adelung

ver·ranzen

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.

Ableitungen von ranzen (1 von 1)

Verranzen

Adelung

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.