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Rammeln

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Rammeln v., ntr, intrs, trs, rec

Bd. 3, Sp. 741a
Rammeln, v. I) ntr. mit haben, u. intrs. das Verstärkungs= oder Veröfterungswort von rammen. 1) Ehemahls und eigentlich, ein lautes Geräusch, ein Getöse machen. 2) Ungestüme Bewegungen machen, die mit einem Geräusche verbunden sind, tummeln. So wird es im gemeinen Leben von allerlei heftigen Bewegungen mit Händen und Füßen gebraucht. I Bette rammeln, von Kindern, sich darin hin und her werfen, es mit den Füßen stoßen und ganz in Unordnung bringen, wofür man in der niedrigen Sprechart auch rankern, reitern und ranzen hat. 3) Von den Hasen, Kaninchen, Katzen und Böcken, sich begatten, auch von dem dabei Statt findenden Geräusche. Die Hasen rammeln. Der Bock rammelt. I der Lausitz und einigen andern Gegenden gebraucht man es auch vom Rindviehe, und der Zuchtochs heißt daselbst auch der Rammelochs. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung wird es in Ulm auch von der Begattung und Befruchtung der Bäume gebraucht. »Der Bauer sieht es gerne, wenn es des Winters windet, denn, sagt er, da rammeln die Bäume gerne.« I C. Schmid. — Nach Stieler sagt man in manchen Gegenden dafür auch ralken. II) trs 1) Mehrmahls, wiederholt stoßen. Pfähle in die Erde rammeln. Die Steine fest rammeln. 2) Durch wiederholtes Stoßen bewirken, fest machen, verschließen , in den zusammengesetzten einrammeln, verrammeln  Dann auch 3) durch wiederholtes Stoßen in Unordnung bringen. So sagt man in der gemeinen Sprechart von Kindern, daß sie das Bette zu Schanden rammeln, wenn sie sich darin hin und her werfen, es mit den Füßen zusammenstoßen  So auch in den zusammengesetzten einrammeln, zerrammeln. 4) Versammeln, wo es nur noch uneigentlich und als rec. im Bergbaue vorkömmt, wo sich die Gänge rammeln, wenn sie so zusammenstoßen oder laufen, daß sie sich völlig mit einander vermischen und daß man ihr Streichen und Salband nicht mehr erkennen kann. — D. Rammeln. D. — ung.
1883 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rammelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rammeln swv. BMZ lasciviosi ludi, lustlich mit einander rammeln Dfg. 319 c . ramlen und prunsten Zimr. chr. 3. 539,35 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rammelnsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    rammeln , sw. V. Vw.: s. rammelen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rammeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rammeln , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. * Eigentl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rammeln

    Goethe-Wörterbuch

    rammeln 1 refl: sich herumjagen, raufen, balgen [ mBez auf die Vagabunden der ersten Fassung von Goethes ‘Claudine von V…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rammeln

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rammeln , von Hafen und Kaninchen, soviel wie sich begatten; s. Rammler .

  6. modern
    Dialekt
    RammelnPl.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rammeln [ràməln Vbg. ] Pl. Frosch- und Krötenlaich. s. d. folgende.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rammeln

10 Bildungen · 2 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von rammeln 2 Komponenten

ramm+eln

rammeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rammeln‑ als Erstglied (2 von 2)

rammeln II

RhWB

rammeln II = begatten s. bei Rämmel I.

rammeln III

RhWB

rammeln III -a- das Wort, ndl., mndl., fries. rammelen entsprechend, im Ablaut zu rummeln, ist zunächst am lrip. WRand u. daran anschliessen…

rammeln als Zweitglied (4 von 4)

anrammeln

DWB

anrammeln , oppilare, einrammeln: das pflaster anrammeln.

ausrammeln

DWB

aus·rammeln

ausrammeln , coire desinere, von schafen, katzen und hasen. Fischart setzt es transitiv für aushecken: welche ein trunkener münch und ungele…

einrammeln

DWB

ein·rammeln

einrammeln , fistuca adigere: pfäle einrammeln. Heilmans Thuc. 572 ; ihr sprecht von gold, wir hatten viel gesammelt, in fels und hölen heim…

fastrammeln

MeckWBN

fast·rammeln

Wossidia fastrammeln ä. Spr. festrammen: 'alle Rückpföste ... tüchtig fest rammeln lassen' Ferb. Contr. 1, 48.

Ableitungen von rammeln (4 von 4)

berammeln

MeckWB

berammeln bespringen, von mnd. ram Widder; übertr. vom menschlichen Geschlechtsverkehr Sta Dros ; Wa.

errammeln

DWB

errammeln , ludendo, saltando obtinere, reficere: auf solche wol erschnaufte und errammelte abdawung entschlossen sie sich eben auf derselbe…

verrammeln

DWB

verrammeln , verb. 1 1) durch einrammeln von pfählen den weg versperren: die thüre war verrammelt und von auszen so geschickt verschüttet un…

zerrammeln

DWB

zerrammeln , verb. , zerstoszen, zerwühlen ( zu rammeln 4 c, th. 8, 78): z. durch vieles rammeln ( wälzen, balgen ) ganz aus seiner ordnung …