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Rammeln

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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40
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31

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rammeln

Bd. 3, Sp. 926
Rammeln, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. * Eigentlich, ein lautes Geräusch, ein Getöse machen, lärmen; Schwed. ramla, Griech. ρεμβειν, ρομβειν. Es ist im Hochdeutschen in dieser Bedeutung veraltet. 2. In weiterer Bedeutung, solche ungestüme Bewegungen machen, welche in vielen Fällen mit diesem Getöse verbunden sind. 1) So gebraucht man im gemeinen Leben das Wort rammeln sehr oft von allerley unordentlichen und heftigen Bewegungen mit Händen und Füßen. Auf dem Strohe herum rammeln. Wo es auch active üblich ist. Das Kind hat das Bett zu Schanden gerammelt. In den niedrigen Sprecharten sind dafür auch die Wörter rankern und ranzen üblich. 2) Sich begatten, sich belaufen; wo man es doch nur von den Hasen, Kaninchen, Katzen und Böcken gebraucht. In der Lausitz und andern Gegenden sagt man es auch von dem Rindviehe, da denn der Zuchtochs auch der Rammelochs genannt wird. Zunächst wird es nur von dem männlichen Geschlechte der Thiere gesagt, der Bock rammelt; in weiterer Bedeutung aber gebraucht man es auch von beyden Geschlechtern. Die Hasen rammeln, wenn sie sich begatten. Viele andere gleichbedeutende Wörter, welche aber von andern Thieren gebraucht werden, z. B. brunsten, rauschen, ranzen, balzen, rollen u. s. f. sind gleichfalls von dem Geräusche hergenommen, welches manche Thiere dabey zu machen pflegen. S. Rammbock und Rammler. Nieders. gleichfalls rammeln. In Boxhorns Glossen ist Rammalond schon Coitus. II. Als ein Activum. 1) Mehrmahls stoßen; auch als eine Anspielung auf das damit verbundene Geräusch. Pfähle in die Erde rammeln. In der anständigen Sprechart ist dafür rammen üblich, S. dasselbe. 2) Versammeln; eine gleichfalls von dem Getöse mehrerer sich versammelnder Dinge hergenommene Figur. In diesem Verstande ist es nur noch im Bergbaue als ein Reciprocum üblich, wo sich die Gänge rammeln, wenn sie so zusammen kommen, daß sie sich völlig mit einander vermischen, so daß man ihr Streichen und ihr Salband nicht mehr erkennen kann; worin es von dem sich scharen der Gänge verschieden ist. Im Wend. ist Rema die Versammlung, und im Nieders. Ramp, Rammel, die Menge, Franz. Ramas. Daher das Rammeln. Anm. Rammeln ist das Intensivum oder Frequentativum von rammen, oder, da auch dieses wegen des doppelten m ein Intensivum zu seyn scheinet, von dem veralteten ramen, welches schreyen, lärmen u. s. f. bedeutet haben mag, und wovon Ruhm, rumoren, rummeln, brummen, Trommel fremere, u. a. m. abstammen. Im Hebräischen ist יעם der Donner, im Schwed. råma brüllen, Angels. hreaman, im Isländ. rymia. Rähmsken bedeutet im Hannöv. wiehern. S. Rühmen und Rammen.
2694 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rammelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rammeln swv. BMZ lasciviosi ludi, lustlich mit einander rammeln Dfg. 319 c . ramlen und prunsten Zimr. chr. 3. 539,35 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rammelnsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    rammeln , sw. V. Vw.: s. rammelen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rammeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rammeln , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. * Eigentl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rammeln

    Goethe-Wörterbuch

    rammeln 1 refl: sich herumjagen, raufen, balgen [ mBez auf die Vagabunden der ersten Fassung von Goethes ‘Claudine von V…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rammeln

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rammeln , von Hafen und Kaninchen, soviel wie sich begatten; s. Rammler .

  6. modern
    Dialekt
    RammelnPl.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rammeln [ràməln Vbg. ] Pl. Frosch- und Krötenlaich. s. d. folgende.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rammeln

10 Bildungen · 2 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von rammeln 2 Komponenten

ramm+eln

rammeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rammeln‑ als Erstglied (2 von 2)

rammeln II

RhWB

rammeln II = begatten s. bei Rämmel I.

rammeln III

RhWB

rammeln III -a- das Wort, ndl., mndl., fries. rammelen entsprechend, im Ablaut zu rummeln, ist zunächst am lrip. WRand u. daran anschliessen…

rammeln als Zweitglied (4 von 4)

anrammeln

DWB

anrammeln , oppilare, einrammeln: das pflaster anrammeln.

ausrammeln

DWB

aus·rammeln

ausrammeln , coire desinere, von schafen, katzen und hasen. Fischart setzt es transitiv für aushecken: welche ein trunkener münch und ungele…

einrammeln

DWB

ein·rammeln

einrammeln , fistuca adigere: pfäle einrammeln. Heilmans Thuc. 572 ; ihr sprecht von gold, wir hatten viel gesammelt, in fels und hölen heim…

fastrammeln

MeckWBN

fast·rammeln

Wossidia fastrammeln ä. Spr. festrammen: 'alle Rückpföste ... tüchtig fest rammeln lassen' Ferb. Contr. 1, 48.

Ableitungen von rammeln (4 von 4)

berammeln

MeckWB

berammeln bespringen, von mnd. ram Widder; übertr. vom menschlichen Geschlechtsverkehr Sta Dros ; Wa.

errammeln

DWB

errammeln , ludendo, saltando obtinere, reficere: auf solche wol erschnaufte und errammelte abdawung entschlossen sie sich eben auf derselbe…

verrammeln

DWB

verrammeln , verb. 1 1) durch einrammeln von pfählen den weg versperren: die thüre war verrammelt und von auszen so geschickt verschüttet un…

zerrammeln

DWB

zerrammeln , verb. , zerstoszen, zerwühlen ( zu rammeln 4 c, th. 8, 78): z. durch vieles rammeln ( wälzen, balgen ) ganz aus seiner ordnung …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rammeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rammeln/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „rammeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rammeln/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rammeln". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rammeln/adelung.
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