Milch Rhfrk
milĭχ, me-; Mosfrk
melĭχ, –ĭš [WBitb
mø-]; Westerw (mit Ausnahme von kurköln Neuw)
męlĭχ; Rip
meləχ;
n. der Benr-L.
mel(ə)k (Jül-Röding noch
melək) [Selfk
mi-, aber auch
-e-, –ē-, letzteres auch in Kemp, Mörs vielfach]; Klevld
-ę- [MülhRuhr
-i-]; in der Kinderspr.
melχəlχən, me·l.j-, melkskə, mi·l.a, mimi Sg. t.
f.: 1.a. wie
nhd.,
Kuh-, Küh-Geissen-, Ferkes-, Esels-, Perds-, Schofs-, Motterm.; de Morgens-, Ovendsm. Allg. —
De Koh get M. wie Wasser so reichlich Trier-Ld, —
küt op de M. wird melk Bergh, —
git sech mit der M. nimmt an Milchertrag ab May, —
schläht en de M. Trier-Ld., —
lit (lässt)
de M. got kumme lässt sich gut melken, —
get de M. gern (net) Allg., —
lässt de M. ger gihn Zell, —
litt de M. net gohn Aden, Wend, —
hält de M. (en, an) (fas), — lösst de M. net los, — zieht (treck) de M. op Allg., —
git die M. so bes (böse),
dat mer mänt, mer soll se aus de Herner (Hörnern)
ziehe Simm-Laub;
de M. hängk los Dür, —
fällt (flög) drut Mörs;
de Kuhw treck de M. inne Hörn Klev, —
es de M. en de Herner geschoss Goar, Allg.;
de Koh verseiht de M. sie ist längere Zeit nicht gemolken u. hält nachher die
M. zurück;
de K. van de ene M. in de andere melken von einer K., die kurz vor dem Kalben noch gemolken wird SNfrk. — Die erste unbrauchbare
M. nach dem Kalben ist
de iərscht M. Mosfrk,
[] Rhfrk;
de dreckig M. Goar;
de gel (gelbe)
M. Simm, Kobl, Sieg, Jül;
Biesm. (
s. d.). —
Fresche (forsch), fette, süsse M. gute, frische
M., im Gegens. zur entrahmten, aber noch süssen
M. (
de M. afscheppen, aflossen, afduhn; de M. durchdrehen, fluppen, fuən, fummen, fumpen, fumschen, fuppen, futschen, fusen, bätschen mit der Zentrifuge;
s. d. W.);
afkamisölte M. solche
M. Neuss-Delhv;
mager oder
dünn M. Allg. (
arme M. Goar-Boppard;
blaue M. Verbr.;
Stritzm. Trier-Mehring;
wässerege M. Verbr.);
klisösse M. kleesüsse
M. Sieg-Fussh;
kuhwarme M. Saarbr-Sulzb;
grüne M. ungekocht Gummb;
de M. es gedöf (getauft) mit Wasser gelängt (auch
blo M. genannt) Rip, Allg., —
gegeisselt Kemp, —
gewäschen Elbf. Die
fresche M. wird unmittelbar nach dem Melken
durch de Seih gelossen, — durchgeseiht u.
kalt gestallt, am dritten Tage
afgescheppt Rip, Allg.;
de M. wiərd gekocht (
gewellt Heinsb) Allg. —
De M. geht (löf) zesammen (te Hop) sie gerinnt beim Kochen (
kochen, wellen) Allg.;
zesammengegangene M. Allg.;
gangig M. Birkf-OBromb;
de M. es zesamme Hunsr, Zell, Saarbg-Portz), —
löppt in MGladb-Giesenk, Ess, Klev-Goch, —
es inengelope (ineinander-) Barm, Lennep, Ruhr,
n. Ruhr, Klev, Mörs, —
bejənengegange (-gelope) Jül, Geilk, Heinsb, Klev, —
opeingegangen (-gelaupen) Sol, Mettm, MülhRuhr, —
övverengegange Eup-Ld, Aach, Geilk, Heinsb, —
üəvergange Heinsb-Süsterseel, Mettm, —
opgelaupe MülhRuhr, —
emgegange Saarbg-Nittel, Trier-Wasserliesch, WBitb, Monsch, Aach, Jül, Dür-Wenau, Bergh-Habbelr, Geilk-Stdt Baesw, Heinsb-Dremmen Süsterseel, —
hat ömgesatt (-gesetzt) Monsch-Rötgen, —
es em (um) Saarbr-Bilzing, Trier-OBillig, Aach, Geilk-Üb, Neuss-Kaarst, —
kiəhrt (kehrt), —
es gekiəhrt Eup-Stdt, —
rönnt, — es geronnen, — beronnen Rhfrk, Saarl, May, Kobl, Altk, Siegld, Berg (
s. rinnen), —
geseit, — es geseit Dür-Bürvenich Embken Ginnick Pissenh Poll Wallersh, Neuss-Hackenbr, Prüm-Mauel, —
es geschoəte (geschossen,
geschoəte M.) Heinsb (auch
bijənegeschoəte), MGladb, Neuss, Kref, Kemp, Mörs, Geld, —
es gehoddelt, — gehott (
s. bei Hotte II) MGladb-Hardt, Geld, Mörs, Klev, Sol (
s. auch hottig), —
plondert Ess, Wesel, —
es nergeschlohn May-Hirten, —
geschiddert Malm-Amel, —
gerotzelt, — gescheft (
s. schiffen) Klev. Die Vorstufe ist:
de M. sürt (sauert), —
es sur, et es s. M.; se hat ene Stech Allg.;
M., die eben anfängt, sauer zu werden, nicht mehr süss, aber auch noch nicht sauer ist (u. nicht mehr gerinnt), ist
gekig M. Saarbg-Wawern, Trier, Wittl, Bernk, Koch, Bitb, Prüm, Daun, oder
scheel M. Rhfrk, Saarl, Merz, Saarbg, Zell, Kobl, Aden, Ahrw, Schleid-Wollenbg, Westerw, Siegld, OBerg, Sieg, MülhRh, Sol;
gole M. halbsauer Gummb-Berghsn; das Ergebnis des Gerinnens ist
die decke M. (die Flüssigkeit
die sauer M.);
de M. [] wiərd (get) d. Allg.;
dönn M. Schleid, Aden, Ahrw;
stif M. LRip, SNfrk, MülhRh, Sol;
käsige M. Verbr. Saarbr, Simm, uMos, Neuw, Aach-Eschw;
gekäste M. Neuw (
s. bei Käse);
klatterige M. Wittl, Daun, Prüm, Malm, Schleid, Aden (
s. auch
Klatterm.; de M. es so stif, dat se klattert Heinsb-Erpen);
klonterege M. Monsch-Rohren;
schlabberig M. Wittl-Spang-Dahlem;
quabbelige M. Köln-Ehrenf;
klotzige M. Sieg-Mond Siegbg Wellerschd, Köln-Efferen;
klompig M. Prüm-Ringhuschd;
gipsig M. Prüm-Schlausenb;
scholle M. Sol-Richr;
gesched(en) (geschiedene)
M. Neuw-Notschd, Altk, Siegld, Waldbr, OSieg, Ahrw-Dedenb;
geschiffte M. Ruhr, Rees, Klev-Goch Keeken;
geröttelte M. Rees-Mehr;
gerotzelte M. Rees-Elten;
gebockt M. Daun-Lissend;
s. auch
Brockel-, Broch-, Klatter-, Klotz-, Klunter-, Plunder-, Schlubber-, Schlocker-, Schlotter-, Plutsch-, Prättel-, Stippm.;
M., die körnig ist, bes. vor dem Kalben, oder den ersten Ansatz zur Käsebildung zeigt,
es stoppig Saarbr-Güding, —
langk Dinsl-Hiesf;
fuselige M. Neuw-Etschd;
gegrimmelte M. Lennep-Walbrecken;
griselege M. Ahrw-Lohrsd, Neuss-Kaarst;
kinselege (gekenselte) M. Heinsb, Aach;
kiselege M. Sieg, Bo, Köln;
gekrenzelte M. Bergh-OEmbt;
gerimmelte M. Lennep, Sol, Wippf, Gummb-Ründeroth Neuw-Dierd. — Zur Abscheidung der Molken (
Molken, Matten, Hotten, Quark) lässt man
de M. opgoh man wärmt sie an Siegld, Waldbr; sie wird
gebriht (gebrüht) Rhfrk, —
gefängt Merz, Saarbg, Trier, Bitb, —
geschrämpt (dabei wird das Wasser (
Wässig, Wei, Sering) abgezapft) Wittl-Binsf, Ahrw, Rheinb, Bo-Neuw, Altk (
geschrompen Neuw-GrMaischd), —
entwonnen Bitb-Herforst Massholder. — Die Haut, die sich auf der
M. beim Kochen bildet, heisst
Buckse, Bucksenfell, Fell, Fläme, Haut, Schlammes, Schlampes, Schlapp(es), Schläume, Schlumpe, Schlurfe, Schnuck. — RA.:
De süht us (dat es en Mädche) we M. on Blot Rip, Allg., —
wie M. on Wuərschbröh bleich Sol.
De Appel fällt nit wick (weit)
vum Baum; su we de M. es och de Raum (Rahm) Köln-Stdt.
Dat Bier dronk sich wie M. Geld.
De M. es so dönn, als wenn se durch de Bach geschlepp wör Rip, Allg.
De M. ös su blo (mager)
wie der Blitz Altk-NFischb.
Dau michst e Gesicht, wie wenn de M. ogebrannt wär so verdriesslich Trier-Mettnich, —
as wür dech de M. ömgegange Aach, Geilk, Heinsb.
Wenn de lach, dann geht de M. öm Neuss.
Die lofe beienander wie de sur (decke) M. bei Aufregung, enger Freundschaft, ohne Bedacht leichtfertig Verkehr eingehen u. heiraten Sieg, MülhRh, Köln, Berg.
E Gesech mache (so verdriesslich)
wie sur M. Rip, —
en Dippe vull s. M. Zell-Sohren, Siegld-Weidenau;
de sengt, dat em ganzen Hoff de M. s. wüərd MülhRh, Heinsb;
de ka lege (lügen),
dat de M. s. wird Siegld;
nu hür op, [] sös wiərd de M. s.! zum Schwätzer Rheinb-Queckenbg.
All Heil, du Bur, de M. wedd s., de Kappes brennt an! Grevbr-Bedburdyck;
B., B., de M. es s.! Mettm-Neviges.
Herrsche (herrschaftliche)
Madammen, die M. geht sesammen! rufen die Kinder hinter geputzten Stadtdamen her Saarbr-KlBlittersdorf.
Eich schlahn der en de Backzänn, dat de M. bəronn geft en der ganz Noberschaft! Merz-Becking.
E Geset make, als wenn de M. üəvergekock wür MGladb.
De M. mächt en decke Maul (Schnut) wenn sie kocht May-Trimbs, Verbr.
Mach de Dir (Türe)
of, dess die M. net fortlaift (beim Überkochen)
! Birkf.
Judd, J., J., dein M. laft iwer, schitt en Schuh Wasser driwer usf. Trier, Bernk (
s. Jude).
Wenn et donnert en ane dire (dürren)
Bam, get et wedder M. noch Ram May-Hatzenport.
Em Wöngkter, wann et früs (friert),
dann trick de Köh de M. en de Hüərner Köln-Poulh.
Wenn de Kih in de Stoppele gihn, wird de M. in de Schosseln geschitt ist sie rar Saarbg-Cahren.
Wo ken Geschwell (Euter)
es, do es och ken M. Sieg-Mond. —
Brut on M. mack de Backe ruət Heinsb.
Wo de M. hingeăht, do g. nicks annerscht hin Siegld.
Bohne sin min Krone; mar M. met Wettebrot, dat es minne betteren Dod Geld-Aldekerk.
Botter em Loch (Arsch),
M. en der Broch (Dickmilch) das ist überflüssig Merz-Neumünster. Was haben wir gekocht? Antw.:
Hotschelpapp, de M. es knapp! Mörs-Rumeln.
Das is M. vun de schwarze Kuh schwarzer Kaffee Simm-Horn.
Dat kihlt un hält (kühlt u. heilt)
wie die Crasteler (Simm-Crastel)
M. sie hat Heilkraft Simm.
Et kennt M. sean, hot de Katz gesot, do hott se de Ram gefreass Merz, —
do hott se Spelwasser gesoff Wittl, Koch, Kobl;
jetz de M., sat de K., do hattse der R. all em Lif SNfrk (
s. weiter bei Katze).
Es de Katt enne Kater, dann es de M. von Water Mörs-Rheinbg.
De Heff es at jet alt, de M. at jet kalt, da wiərd dat Weckelche en Messgestalt vom Bäcker gesagt Monsch-Rollesbr.
Dat ös ennen Tustand: sewen Ossen on noch ken M.! Mörs-Neuk.
Dat kömmp langsam (lat) as den Oss de M., alle sewe Johr en Dröppke Duisb, Nfrk, Rip;
dat kimmt em noch wie dem Bock de M. er begreift langsam Mosfrk, Rhfrk.
Egal (einerlei),
of Bläss of Köəhl (Kuhnamen),
wenn se mar got M. göft Kemp-Süchteln.
En schwatze Koh git och wisse M. Rip, Nfrk (
s. weiter bei Kuh).
Dat ärm Dier sall M. gewe en hät gen Ier (Euter)
! das, was du da zumutest, ist unmöglich Klev, Ess.
Git de Geiss kein M., git se emmer noch de Bunne für de Kaffe Ahrw-Heimersh.
En hot sein M. gen seine Schuldigkeit getan, —
och s. M. g. seinen Senf dazu getan, —
fer haut (heute)
s. M. g. scherzh. Unsinn gemacht Rhfrk, Mosfrk.
Wen (wer)
de Wanter (Winter)
wöllt M. streichen (melken),
de lass de Saft nöt op den Halm entweichen! nicht erst mähen, wenn das Futter schon holzig ist Bitb-Betting.
M. en ene Korf melke sich
[] dumm anstellen Rip, Allg.
Üt en Pärebom (Birn-)
kosse (kannst du)
kin M. trecke Rees-Wesel;
dau konnscht kä M. aus em Hannduch melke Saarbr-Sulzb.
Wemme kenn M. het, mott me de Kaffe drüg drenken Mettm-Fingschdt.
We de Rome (Rahm)
gehat hät, de kann och de decke M. han von einem Mädchen, das schon einen Freier hatte Sieg-ODollend.
Jongfer, hat der M.? zu einem Mädchen, das vergessen hat,
M. auf den Kaffeetisch zu bringen; sagt das Mädchen dann:
jo!, dann sagt man:
dann sed der och ke Jongfer mih! Rheinb-Meckenh.
Mer moss sech ze helfen wössen, hat de Frau gesat on hat de M. dur dat Hemd geseiht Westerw.
Om Niederland (Ruhrgeb.)
essen se de M. mot dem Schmand Prüm-Ihren.
Dem han ech de M. dönn gemach ihn derb zurechtgewiesen Aden-Nohn, —
heiss g. Aden, Schleid, Dür-Birkesd, —
gehireg gekocht Kobl-Rübenach, —
an (in)
de Herner gejät (gejagt) Trier-Schilling;
de hät dem de M. afgetrocke hält ihn kurz Dür.
De hät kein got M. in er geht nur widerwillig u. langsam an die Arbeit Neuw-Asb.
Den hat och ken got M. (bes ‘böse’
M.) gesoffen (gedronken) ist störrisch, voller Ränke Malm, Mosfrk, Rhfrk, Aach-Merkst;
he het verkehrde M. gedronken ist von andern beeinflusst worden Gummb-Harschd.
Beter wis (weise, klug)
as onwis, sät de Katt on soəp de M. ut de Emmer Mörs-Xanten.
Nou de M., sat de Katt, do ho se alt der Raum (Sahne)
e gene Sack Eup.
Du has de M. all kriəge bist ein tüchtiger Kerl MGladb-Mülfort;
he hat kä M. im Kaffee krege ist verdriesslich Siegld. — Was haben wir gekocht? Antw.:
Decke M. met Grend gebrockt! Kobl-Neuend;
Zendern on sur M. Siegld-Weidenau. Wieviel Uhr ist es? Antw.:
Viardel op deck M. Bitb, Prüm;
halwer iwer de M. Prüm-Büdesh.
De Katz bei de M. stelle den Bock zum Gärtner machen Geilk-Lindern.
So rick (reich) as
Peter an den Dick (Teich),
eine Kuhw in de M., en de andere hört öm niet tuw Emmerich.
Du muss em dat in süte (süsse)
M. ingewen ihm durch sanftes Zureden beibringen, ihn überreden Gummb-Berghsn.
He hät ordentlich wat (jet) en de M. te brocken hat Geld Sol, Allg.
De verdent sin Salz e de sur M. net Siegld-Kreuzth Mittelhees.
Besser as b., hat de Fra gesot, du hat se et Fläsch a (in)
(der) M. gekocht Mos, Hunsr, Berg, Heinsb.
Die Katt, dij hät inne M. gepess; dat düht, dat märge Kermes es! sagt man, weil Kirmes die
M. durch Wasser verdünnt wird, um den gesteigerten Bedürfnissen zu genügen Geld-Kevelaer.
Mit M., Eiern un Eərpeln (Kartoffeln)
kann me sek tum Dokter etten kann man ein Gelehrter sein Gummb-Berghsn.
Ek häbb son Scheck (Glück)
met de M. van de Seck (Ziege),
sej wörd nit sur en sej w. niet deck Emmerich.
Mer moss Gott vor alles donke, nore net vor dick M., well mer em schonn vor die siss on de Rahm gedonkt hat Saarbr-Sulzb.
He schöppt [] der Rom van de M. nimmt das Beste von sich MGladb, Allg. —
Volksgl. Nach altem, noch bekannten Gl. vermögen die Hexen den Kühen die
M. zu entziehen u. diese in ihr Gefäss zu füllen, indem sie an einem Handtuche oder einem Stocke melken Verbr.; sie verhexen die Kühe, dass sie rote
M. geben; stillschweigend hieben die Frauen mit Sicheln in der
M. herum, im Gl., damit die Hexe zu treffen, durch deren Schuld die
M. rot geworden war Hunsr. Um
M. vor Verhexung zu hüten, warf man ein einziges Körnchen geweihten Salzes hinein Sieg; kaufte man
M. u. musste mit ihr über fliessendes Wasser gehen, so musste man ein Körnchen Salz in die
M. werfen, um vor Verhexung durch die
M. zu schützen Birkf. Man gab der Kuh drei Kränze aus Gundelreben, molk jede Zitze zwischen den Füssen hindurch u. sprach:
Kuh, da geb ich dir die Gundelreben, dass du mir die M. sollst wiedergeben! Birkf-Herrst. Ist eine frische Kuh im Stall, an der das Kalb noch saugt, so darf nichts weggeliehen werden, sonst verliert sich die
M.; hatte man eine frischmelkende Kuh gekauft, so musste derselben der Strick, an dem man sie nach Hause geführt hatte, um die Hörner geschlungen werden, u. die Kuh ihn so drei Tage tragen, sonst verzog sich die
M. oNahe. Wird die
M. der Kuh stoppig, so bestreicht man das Euter mit warmem Schmutz u. reibt es mit einem
Donnerkeil Saarbr-Güding. — Starb ein Säugling, so musste die Mutter etwas von ihrer
M. in den Sarg des Kindes schütten, u. die
M. der Mutter verlor sich ohne Schaden oNahe; man legte das Hemdchen, das das Kind in der Todesstunde anhatte, auf die Brüste, u. die
M. verzog sich Duisb. — Gegen Sommersprossen wäscht man das Gesicht mit
M. Verbr. Bei Zahnschmerzen scherzh.
holl der en Schness voll M. on rösel so lang, bes et Botter as, da sein dein Zännweh fort! Bitb, Verbr. — b. aus
M. hergestellte Speise, in Zs.
Brocke-, Weggem. M.suppe mit Brot-, Weckbrocken, auch einfach
M. genannt, meist als Abendessen (sonst
de M. es gebrockt),
Gries-, Rism. mit Gries oder Reis Klevld, Mörs, Geld, Selfk. — 2. übertr. a. der milchige Saft verschiedener Pflanzen (Wolfsmilch, Löwenzahn, Salat usf.) Allg.;
sure M. Wolfsmilch Klev, Eup;
s. auch Sauermelcke. — b. in den Wend.:
De Fruich steht (es) en de M. die Körner des Getreides beginnen sich zu bilden; auch
der gesäte Wess ös en der M. quillt u. keimt auf;
Hawer werd gewalzt, wenn se aus der M. es Rheinb, Sieg, Westerw. — c. in der Winzerregel:
Et dog (taugt)
net, wann et en de Blot (Blüte der Rebe)
M. rent regnet Sieg-ODollend.