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sterzen

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sterzen vb.

Bd. 18, Sp. 2538
sterzen, vb. , ragen; umherschweifen. AA. 'emporragen; ragen machen'. anord. sterta 'aufsteifen, straffen', neunorw. sterta, ältern. sterte; in der bedeutung weicht ab as. ci gistertanne '(ad) strudem. destructionem' Wadstein as. sprachdenkmäler 83, 3 (oft in giscerdanne corrigiert). im ablaut stehen mit sterzen anorw. stirtla 'aufrichten', s. Torp nynorsk. et. ordb. 712, und stürzen, s. Fick4 3, 487; Walde-Pokorny 2, 630; Persson beitr. z. idg. wortforschg. 433 f. vgl. weiter sterz 'schwanz' usw. (sp. 2531). — sterzen ist nur in schwacher flexion bezeugt: gestertzt (s. unten 1; 2 b); stertzte (s. unten 1); vgl. an. uppstertr. das isolierte starke part. perf. act. gesturzin, gestorten gehört trotz as. stertan (s. o.) wegen seiner bedeutung zu stürzen. — das intrans. (1) und causat. (2) vb. sind in der form nicht immer voneinander geschieden. eine zu erschlieszende ursprüngliche verteilung *stërzan st. v. intransitiv*starzjan sw. v. transitiv wird durch die belege nur zum teil gestützt: für das intrans. 'ragen, strotzen' ist auszer den ablautenden oder nicht hergehörigen starzen und storzen (aus *starrezen : starr, s. Fischer schwäb. 5, 1647, und *storrezen, s. teil 10, 3, 447?) nur sterzen mit altem e belegt; dagegen zeigt das causativ 'ragen machen' formen mit umlauts- und altem e, dieses im reim auf herz (2 a, 2 c), jenes im reim auf kerze (2 b) und märz (2 c); starzen (Windberger ps. und altalem., s. u. 2 a) kann dann umlauthinderung haben. störzen (u. 2 c) wird aus sterzen gerundet sein. stürzen (teil 10, 4, sp. 717) beruht auf verwechslung mit dem echten 2stürzen. der name Starzfidere enthält wohl nach Müllenhoff-Scherer denkm.2 3, 156 starz 'schwanz'. — das vb. lebt als intrans. und causat. heute noch mundartlich im bair.-österreich. und md. A@11) intransitiv. 'strotzen, anschwellen': werest du mäszig, dir stertzte das fleisch nit also, und geleg dir das gumpen (springen), wenn on füllen und brassen geligt dir der gamel Keisersberg postill (1522) 2, 78b; blehen den bauch, das er startzet, wie ein polnische sackpfeiffe fragen u. satzreden v. d. haserei a 2a; turgeo vor völle startzen und sich blähen Frisius dict. (1556) 1339a; startzend, vol, turgidus Schottel haubtspr. 1421; stertzen, auffblähen, tumescere, turgescere, tumidum fieri Henisch (1616) 450; eine volle tasche stärzt Sartorius Würzburg 118. — hierzu im übertragenen sinn 'sich brüsten, sinnlich prunken': einez ich vergezzen han darinne minnefröude lit: ich wæne der selben süeze git vil muotes gerenden herzen. ir loslichez sterzen betœret vil wiser sinne Ulr. v. d. Türlin Willehalm 280; vgl.: sich stärzen 'sich brüsten, aufblasen' Schmeller-Fr. bair. 2, 775; der von groszer hochfart startzet alto fastu turgidus Frisius (1556) 546a. den folgenden zeugnissen näher: stertzen gehen, herumstertzen caminar codeggiando e menando la coda Kramer 2 (1702) 967b; in ähnlichem sinn das transitive den schwanz sterzen (u. 2 a). — starr hervorstehen, in die höhe ragen, s. Hertel Thür. 235; Gerbet Vogtland 205; Reinwald henneberg. 2, 121: eine gestärkte schürze stärzt Ruckert unterfränk. 174; die hände und finger haben geradaus wie ein brett gestarzt bei Schmeller-Fr. bair. 2, 775; 'hervorragen': er hatte spitzige, härigte und startzende ohren, bleckende zähne, einen spitzkopff, eine hohe brust ... und sehr garstige kleider E. Francisci weh der ewigkeit 169; und die oren sind kurtz und spitzig und für sich gestertzt Mynsinger v. falken, pferden u. hunden 59 lit. ver.; sei schnauzer sterzit vir Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 2, 586. — hierher wohl, im sinne von 'nach oben gerichtet, stehend', [] kaum zu 2sterzen 2 beschneiden (und so wohl auch das umgestaltete stürzen bei Irenäus, s. teil 10, 4, 717 u.): die bärt sollen gestutzet seyn, all härlein hinab bis aufs ein, den knebel über sich gestörtzt: sic a la modo, und fein bherzt bei J. Scheible flieg. blätter des 16. u. 17. jh. 21, vgl. auch den bart störzen, u. 2 a. intransitiv ist auch ein vereinzeltes sterzen hinken, vielleicht im sinne von 'ein steifes, ragendes bein haben', vgl. aengl. steartlian 'calcitrare': sterczender loripes md. qu. v. 1476 bei Diefenbach nov. gloss. 239. A@22) transitiv. steif heraus, hervor ragen lassen. A@2@aa) die glieder des körpers: arrigo aufrichten, stertzen, aufrecken Frisius (1556) 121a; 'vorstrecken': daz gie der kuo ze hertzen, die hürner ward sie stertzen Wittenwiler ring 1435 Wieszner; nihne wellet erheven — ufstarcen — in die hohe horn iuwer, nihne wollet reden wider got daz unreht (nolite extollere in altum cornu vestrum) Windberger interlinearvers. der psalmen 347 Graff; der löuw fieng an zu mauwen und treten hinder sich; der stier starzt sine brawen und gab dem löuwen ein stich schweiz. volksl. 2, 20 Tobler; (ein wütender) die nasen rumpffet, den bart störtzet, schreyet, kälberisch plärret Eberh. Gockel bei Fischer schwäb. 6, 3221; die beine sterzen sie geradeaus von sich strecken Vilmar Kurhess. 399. — den schwanz, das hinterteil spreizen: die haizzen darumb die waltohsen zegel, wanne, als der waltohs seinen zagel sterzt, so macht er ainen halben kraiz H. v. Megenberg deutsche sphära 21; in der kirchen, da er ... sitzet, hat er keinen rock an, sondern sterzet den arsch ausshin und vermeint, man müsse sein hindern sowohl förchten als sein ferder sauersehen qu. v. 1572 bei Fischer schwäb. 6, 3204; e sterzt den arsch ruis Hertel Thür. 235; dös vöich (rinder) sterzt heint d schwanz Neubauer egerl. 99; eine wildgewordene kuh stärzt den schwanz Müller-Fraureuth obersächs. 2, 562; übertragen 'mutwillig sein': Christus gibt ein gleichnis von den vogeln auf eim vogelherde: dieselben sind niemals sicherer gewesen, gehen und hupffen hin und her, stertzen die schwentz und sind sehr frölich ... schwip, in einem huy ligt das netze uber inen Matth. Friederich wider den saufteufel (1557) b 4b. in gezwungener construction, vgl. den intransitiven gebrauch (o. 1): du sterzest gegen edle? volk der gestutzten affen? und sind von gott die affen zum sterzen wol geschaffen? es wehret euch, zu sterzen, die kürze eurer schwänze Rückert Hamasa 2 (1846) 169. — ähnlich: wie der N. wieder gstazt dahersteigt stolz, wichtig sich recken Hügel Wiener dial. 155. A@2@bb) das schwert, messer usw. mit der spitze nach oben oder vorne wenden, dadurch kampfeswillen zeigen, im 16. jh., ebenso auch stürzen (teil 10, 4, 717): darum sie auch so meisterlich sich können brüsten, kopff auffwerffen, obin hin sehen, degen stertzen, marter und wunden donnern, den pfauwentritt gehen J. Westphal in: theatr. diab. (1587) 2, 8b; wenn einer ein schwert treget und allein ist, mag er das schwert blos oder nicht blos tragen, mags stertzen oder nicht stertzen Luther 10, 3, 6 W.; sintemal deine bluthunde das messer zuerst gestörtzt und unserm friedsamen teil den krieg entboten ebda 30, 3, 460; Ludwig Geylsheusser ist auch gelauffen komen zu Casparn mit gestertztem und halb auszgereifftem messer qu. v. 1533 bei Vilmar Kurhessen 399; und der hett an ein bantzer schwer, sein messer stertzt er uber zwer, brumbt wie ein beer H. Sachs 17, 207 K.-G.; edle göttin, ich bin verwegen. gen iederman stertz ich mein degen H. Sachs 7, 28 K.-G., dann hebt sich auf der gas ein muffen, ... ein spritzen und ein degnstertzen. kompt einer, der nit tregt ein kertzen, der musz sich aber stürtzen lan H. Sachs 4, 240 K. [] wohl 'das umgeschnallte schwert nach hinten herausragen lassen': dasselbig schwert ... werde nit nach kriegs gebrauch oder landsknechtischen sitten hinder sich gestörzt qu. v. 1524 bei Fischer schwäb. 6, 3221. — hierher wohl auch, im sinne von 'sich mutig gebärden', kaum intransitiv wie o. 1: in mundo, qui iactat, ist nichts dahinder. ... sic die krieger, qui stertzen, sed qui stellen sich ut kinder, die nicht viel sagen Luther 34, 2, 189 W. A@2@cc) den pflug sterzen ihn zum pflügen bereitstellen, s. Spiess Henneberg. 242. vielleicht erst von sterz pfluggriff (sp. 2534) abgeleitet; der pflug wird am sterze ergriffen, vgl.: den wagen sterzen, beim bauholzfahren den hinteren theil des wagens (sterz, sp. 2534) richten und lenken Spiess Henneberg. 242; meistens im reim auf märz, den monat, da das pflügen beginnt: im märz muss der bauer seinen pflug sterz ebda; nu seidt getrost im herren ir fromen hertzen, und hebet an mit freud und lust, es ist hinfort die zeit den pflug zu stertzen, last reuen euch kein mühe noch kost Val. Triller ein schlesisch singbüchlein (1553) m 3a; Marcius bin ich gnendt, der mertz. den pflug ich in das feld hin stertz, das erdtrich rumb zu pflugen eben H. Sachs 4, 269 K.; so denn wirt ze merzen, und man pflüg sol uf sterzen und der buman sol ze aker gan des teufels netz 307 Barack; man haist mich merzen, den pflug wil ich aufsterczen calender v. 1466 bei Schmeller-Fr. 2, 785; im merz(en) musz der bauer den pflug sterz(en) volkstümliche kalenderregel bei Rückert Hamasa 2 (1846) 170. — wohl mit stürzen, etwa I A 3 d, (schles. sterzen, s. teil 10, 4, 698) verwechselt: wenn sich die erde auffthut, und die bösen ungesunden dünste mit den erdwürmlein heraus kriechen, so pflegen gemeiniglich die menschen hinein zu kriechen. derowegen haben unsere vorfahren aus erfahrung gesagt: auff den mertzen wollen wir stertzen, wo nicht auff den april, so geschichts doch wenn gott wil V. Herberger geistl. traurbinden (1611) 1, 393. unverständlich geworden: ir (flöhe) solten schir im merzen auch, wie mein groszvater het im brauch, zwen degen vor forcht um euch schürzen, und gegen dem merz, der sterzt, stürzen, weil euch der merz haist recht ain mars, der euch setzt martisch auf den ars Joh. Fischart 2, 86 Kurz; hierher auch: mittel märze soll der bauer im feld rum sterzen Fischer schwäb. 5, 1805. A@33) unklar und vereinzelt stirzen 'stoszen', im alem.: 'einen rippenstosz geben' Tobler Appenzell. 409a; mit den füssen stossen, stirtzen pedibus ferire, caedere Dentzler clav. ling. lat. 1, 571a. im siebenbürg.: wol giht der wängd, wol schokeln de birken; wol vil wärren es (das waisenkind) de fremde stirzen! bei Schuller beitr. z. wb. d. siebenb. ma. 63. BB. umherschweifen, sich müszig herumtreiben. seit dem 14. jh., im obd. und md., sv. vb.mundarten erweisen stẹrzen mit secund. ẹ, z. b. štirtsn vagabondieren Lessiak ma. v. Pernegg, beitr. 28, 67; dem steht durch den reim alt bezeugtes stërzen (: scherzen, u. 1; :herz, u. 2) entgegen; vielleicht beruht stërzen auf vermischung mit A 1. — neben sterzen seit dem 16. jh. störzen (teil 10, 3, 446), bair. und schwäb. auch starzen; seit dem 17. jh. durch vermischung stürzen (teil 10, 4, 718); nur bei Kramer storzen (teil 10, 3, 447). — die bedeutung ist mit 'ragen, steif sein' (A) schwer zu vereinen; die nähe zwischen sterzen 'sich brüsten, grosztun' (o. A 1) und 'müszig herumlaufen' scheint jünger, vgl. allerdings die vereinigung beider bedeutungen bei sterzer. auszerhalb des deutschen entspricht schw. dial. stjärta 'zwecklos umherrennen' s. Persson beitr. z. idg. wortforschg. 434. vergleichbar sind auch die engl. vb. von der bedeutung 'auffahren aufspringen': ags. styrtan (vgl.stürzen, teil 10, 4, 697), me. sterte, ne. start Holthausen altengl. et. wb. 329; daran schlieszen sich unmittelbar an: steerten fugere [] Kilian (1605) 525; steirten, doorsteirten, gaen, loopen, vluchten fugere Binnaert teut.-lat. (1702) Dd 4 a; steerten fliehen brem. wb. 4, 1029. vgl. mit diesen engl. und nd. wörtern auch mnd. storten 'eilen' (d. i. stürzen, s. teil 10, 4, 713); zu stürzen gehören auch wohl: stärzen ziellos rennen Müller-Fraureuth obersächs. 2, 586. starzen 'eilen, rennen, herzu stürzen' Damköhler Nordharz 177. B@11) umherschweifen, heute im bair.-österreich., s. Schmeller-Fr. 2, 785; Schöpf tirol. 708; Neubauer Egerländer ma. 99; ins tschech. entlehnt als štercovati. spurweise auch im schwäb., s. Fischer 5, 1805; 1647. die vrouwin nicht sullen sterzcin noch verre wege scherczin schachbuch 362 Sievers, (mulieres non debent nimis discurrere Jac. a Cessolis); besonders von bettlern, bettelmönchen und landsknechten: ane der obrigkait vorwissen soln die underthon kainen inman aufnemen. die sterzenden lantsknecht der wirt oder ander uber ain nacht nit beherbergen österreich. weisth. 8, 844; so auf dem land gesterzt hätte (am rand: ein landstörzer gewesen) qu. v. 1556 bei Fischer schwäb. 5, 1805; der starken stolzen pettler halben, die durch die land und all jarmärkt ausziechen, auch perg und tal sterzen und hausiern, daz soll nit gestatt werden österr. weisth. 1, 210; die klosterbrüeder seind auch ym spil, die ich yetzund auch nennen wil, sy stertzen auff dem lannde Wackernagel kirchenlied 3, 419; Christus ... befalch seinen schuelern, ... (sie) solten nit von ainem haus zu dem andern herumb sterzen wie die stutzeten hund, als das gmain sprichwort ist Turmair 4, 804 Lexer; oberro umher schweiffen, stertzen Megiser thes. pol. (1603) 2, 141c. abstracter 'dem müsziggang fröhnen': andere schlafnarren schlafen nicht allein lang, stertzen und faullentzen im beth und federn Albertinus Lucifers königreich 220 dtsche nat.-lit. B@22) von einem orte fortziehen, abziehen. im unterschiede zu 1 auf das schles. beschränkt. heute dort mundartlich, s. Berndt sles. id. 131; Anton oberlaus. 13, 8. bei den schles. dichtern reich bezeugt; zuweilen mit stürzen, das in der schles. ma. sterzen lautet, verwechselt, s. teil 10, 4, 698, die dort genannten zeugnisse von Lohenstein und Gryphius wohl besser hierher. besonders in verbindung mit von und aus: iche wil a mohl für de lange weele ze mutter Salmen gihn unde wil üm roth froyn, wos ich machen soll, denne vu meeme vetter ho ich müssen stertzen Gryphius lustsp. 306 Palm; auch 269; ihr mägde! gute nacht, seht eur Polylogus, der itzt mit sack und pack von hofe stärtzen musz, empfiehlt sich eurer gunst und wünscht euch so viel glücke Günther ged. (1735) 1039; ... nur dis, mein keiser, schmertzet, dis jammert mich, mein fürst, dasz der, der nie gestertzet aus Oszmans lieb und dienst, mus Mammelukke seyn und ertztverräther heist und aufruhr führen ein Lohenstein Ibrahim (1653) b 1; eltern fühlen lust im hertzen, wann der sohn ihr bildnüss ist. aber wann ihn gott erkiest, dass er muss von hinnen stertzen, was für jammer dieses sey, wohnet dir am besten bey Andreas Tscherning deutscher getichte früling (1642) 329; geht (ihr gedanken) mitten in ihr hertz, ihr dürft daraus nicht stertzen Czepko bei Drechsler Wencel Scherffer 252; vgl.laszt die gedanken sterzen Gryphius, s. teil 10, 4, 698; wenn seele, sinn und geist aus marck und adern stertzen, so fängt der tod erst an zu kämpfen mit dem hertzen Lohenstein Cleopatra (1689) 12. — ebenso in absoluter stellung: schaffe mir ein neues hertze, das mein boeses ewig stertze, heilger schoepffer, meine lust! Qu. Kuhlmann bei Fischer-Tümpel ev. kirchenl. 5, 584a; wo sin die musen selbst? sie haben müssen sterzen, ihr sitz ist umgekehrt, in der gelehrten herzen, in ihren herzen steht, was allzeit übrig bleibt Opitz ausgew. dicht. 247 Tittmann; [] diesz hausz ist nur geliehen. wol dem der sich befleist, geschickt hinauszzuziehen, wann gott ihn stertzen heist Tscherning deutscher get. früling (1642) 161; ja das hertze klopft davon, wann dein treuer Coridon denkt an diesz sein traurig stertzen Czepko bei Drechsler Wencel Scherffer 252; von den dienstmädchen 'den dienst aufgeben', vgl. 2stürzen 4 (teil 10, 4, 718): die köchin aber hatte ohnedies ausgedienet, und wird eben auf den tag lautbar, da sie soll sterzen; als habe ich ihr lohn gegeben und sie laufen lassen v. Schweinichen denkwürd. (1878) 546.
15676 Zeichen · 346 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stërzenstv. I, 3?., swv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    stërzen stv. I, 3?. , sterzen swv. BMZ BMZ intr. steif emporragen, turgere (starzen) Dfg. 602 b ; stelzen: loripes, ein …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêrzen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Stêrzen , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, aber nur in den gemeinen Sprecharten Ober- und Niede…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sterzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sterzen , Handhaben zur Führung eines Pfluges, sind oft der Größe des Arbeiters entsprechend verstellbar. Näheres s. Pfl…

  4. modern
    Dialekt
    sterzen

    Rheinisches Wb.

    sterzen schw.: 1. trans. a. absol. den Schwanz aufrichten, vom Pferde Sieg-Eitorf , Aach-Merkst . — b. eine Kuh st., ein…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sterzen

24 Bildungen · 8 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von sterzen 2 Komponenten

ster+zen

sterzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sterzen‑ als Erstglied (8 von 8)

sterzenbecher

DWB

sterzen·becher

sterzenbecher , m. , soviel wie stürzebecher, ' stürmischer, ungeberdiger mensch ': sagt doch die grammatic: ... mascula sunto. ob zwar etli…

Sterzende

RhWB

sterz·ende

Sterz-ende (s. S.) n.: 1. a. Fleischstück am Sterze des Schlachttieres Rheinb , Bo , Köln , Bergh , Dür , Jül , Grevbr . — b. ein Riemen am …

Sterzenfaselabend

RhWB

Sterzen-faselabend -Eərtsəfastəl:vənt Sieg-Königswinter , Heinsb-Havert m.: Freitag vor Fastnacht.

Sterzenlaib

RhWB

sterzen·laib

Sterzen-laib -eartsəlāif Siegld m.: 1. kleines Brot, das aus dem übrigbleibenden Brotteige, der zu einem Brot von normaler Grösse nicht mehr…

Sterz(en)stock

PfWB

sterzen·stock

Sterz(en)-stock m. : 'Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken', läuft nach oben in die beiden Sterze 2 aus, unten ist der Ri…

Sterzensuppe

RhWB

sterzen·suppe

Sterzen-suppe -Ertənsupə Sol f.: Schwanzsuppe. RA.: Hüt Meddag göt et Sterəzetsupp scherzh. wenn einem Mädchen ein Teil des Zopfes herabhäng…

sterzente

DWB

sterz·ente

sterzente , f. , wildente, anas boscas, neben storzente ( teil 10, 3, 447) und sturzente ( teil 10, 4, 718), zu 1 sterz: anas fera ein store…

sterzen als Zweitglied (13 von 13)

gisterzen?

KöblerAhd

*gisterzen? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. gisterten*

Úmsterzen

Campe

† Úmsterzen , v. intrs . ich sterze um, umgesterzt, umzusterzen , umziehen. S. Campe Sterzen. D. Umsterzen .

absterzen

DWB

absterzen ? dunkler bedeutung: so oft ein herze sterzt dem andern herzen ab. Lohenst. Hyac. 34 ; kaum abstürzen, aber sonst heiszt sterzen, …

bestërzen

Lexer

best·erzen

be-stërzen stv. I, 3. BMZ rasch mit etw. bedecken Schm. ; vgl. bestürzen.

ersterzen

Lexer

erst·erzen

er-sterzen swv. BMZ als müssiggänger, vagabund etw. gewinnen Pass.

schwibsterzen

DWB

schwibsterzen , verb. (schwippen, schwanken, schwanken machen, sterz, schwanz ): merckt man aber, dasz sie ( die rebhühner? ) schellig werde…

umsterzen

DWB

umsterzen , s. DWB umstörzen .

versterzen

DWB

verst·erzen

versterzen , verb. , nur mundartlich, verwandt mit sterz ' schwanz '. vgl. mhd. stërzen intr. trans., ' sich oder etwas rasch bewegen ' mhd.…

Wegsterzen

Campe

weg·sterzen

† Wegsterzen , v. intrs . mit sein , an einen andern Ort sterzen. S. Sterzen. D. Wegsterzen .

wippsterzen

DWB

wipp·sterzen

wippsterzen , vb. , zum vorigen gebildet, ' den schwanz unruhig auf- und abbewegen ': der atzel ( elster ) nit ungleich, die auch so lange w…

ūfsterzen

KöblerMhd

ūfsterzen , sw. V. nhd. „auf den Sterz stellen“, steil hochstellen Q.: Netz, PsWindb (4. Viertel 12. Jh.), ReinFu E.: s. ūf, sterzen W.: nhd…

Ableitungen von sterzen (3 von 3)

bestërzen

Lexer

be-stërzen stv. I, 3. BMZ rasch mit etw. bedecken Schm. ; vgl. bestürzen.

ersterzen

Lexer

er-sterzen swv. BMZ als müssiggänger, vagabund etw. gewinnen Pass.

versterzen

DWB

versterzen , verb. , nur mundartlich, verwandt mit sterz ' schwanz '. vgl. mhd. stërzen intr. trans., ' sich oder etwas rasch bewegen ' mhd.…