scheim,
m. leuchte, licht, glanz, schimmer, eine ableitung zu der wurzel skî '
scheinen, leuchten'
mit m-
suffix, die besonders den ältern germanischen dialekten eigen und jetzt durch schein
verdrängt ist. sie liegt vor in goth. skeima
fackel: miþ skeimam jah haizam (
μετὰ φανῶν καὶ λαμπάδων).
Joh. 18, 3;
altn. skími
schimmer, daneben ein schwaches fem. skíma
in gleicher bedeutung; ags. scîma,
alts. skîmo
licht, glanz, dazu alts. dagskîmo
und ags. ein schwaches verb. scîmian
scheinen. ahd. scîmo,
splendor, obrizum, fulgor, effulgentia, radius, acies (
stellarum),
flamma (
solis),
vibratus (
ignium),
fax. Graff 6, 511
f.; dazu bligskîmo,
vibrans fulguransque lumen und houbetscîmo
radius capitis sowie scîman
paululum lucere. 512;
mhd. schîm, schîme (
stark und schwach)
strahl, glanz, dazu urschîm
und widerschî
m. mhd. wb. 2, 2, 137
a. Lexer
handwb. 2, 742.
ähnliche bildungen mit kurzem vocal s. unter schemen;
über alts. scimo
umbra (Heyne
kl. altnd. denkm. 92, 29)
vgl. nd. korrespondenzbl. 11, 63.
dazu ist wol auch mit rücksicht auf die bedeutung zu stellen westf. schîn, schyn = schîm, schimm '
schatte' Woeste 229
a.
vgl. auch schimmer
und zum ganzen Schm. 2, 419
f.: ten (
sol, die sonne) furefûor, sô er begonda chomen, ein rôt skîmo, purpurun gelîcher. Notker 1, 748
Piper (
Mart. Cap. 1, 38); eliotropios ist crûone mit plûotfareuuen strimon, die ioh tero sunnun skîmen blûotfareuue, unde tunchele gemachont. 1, 752 (1, 41); der (
vater) ist sol (
gl. sunna) unde ist der sun sîn splendor (skîmo).
ps. 71, 5; unde unseres gotes skîmo sî uber unsih. 89, 17; diû himilisge gotes burg diû ne bedarf des sunnen noh des mânskîmen dâ ze liehtenne. in ire ist der gotes skîmo, der sie aldlûhtet.
quelle aus dem 11.
jh., s. zeitschrift f. d. alterth. 3, 443; und alse der schîm des sunnin durch daʒ glesîne fenstir in daʒ gadin schînit. Wackernagel
d. pred. 3, 19; die selbe tube die ist ubersilbert nitore predicacionis eloquiorum dei, mit deme schime und mit deme clange der gotis worte. Schönbach
altd. pred. 1, 137, 16; thes scîmen, thi ih nu zelita,thes sih io worolt frewita. Otfrid 4, 33, 7; unt der sunne verdunchelôte sich, er hete vil nâch sînen schîmen verlorn. Lamprecht
Alexander, Vorauer hdschr. 113 (
Straszb. hdschr. 137: irn schîn); swer die wârheit lêret ... der lûhtet iemer mêre sam der skîme des sunnen.
kaiserchr. 3137
Schröder; der lîm der wart ein slüʒʒel der heiʒen glüete schîme, wan si niht vor dem lîme moht ûʒ gebrechen vürbaʒ mêr. Konrad v. Würzburg
troj. krieg 9739; du überflüʒic gnâden scheim.
Marien rosenkranz 72
bei Bartsch
erlösung s. 272.
eigenthümlich ist scheim
neben schiem
in der bedeutung '
schatten' (
vgl. oben und schemen,
sowie Weinhold 82
b)
bei Opitz: der himmel sagte mir; die welt musz weit und breit dem weisen, wie die nacht der morgenröthe weichen, wie kan (
lies taw) dem sonneglantz', und schiem der mittagszeit. 1, 421; der schiem ist eytelkeit die unsre seele bindet.
ebenda, ebenso hat der einzeldruck '
von der welt eitelkeit' (
Breslau 1629) A 2
a schiem,
dagegen die ausg. von 1646 (1, 370. 371) scheim.
sonst ist das wort im nhd. nicht mehr bezeugt. über ein anderes scheim
vgl.schaum.