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triel

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triel m.

Bd. 22, Sp. 483
triel, m. (f., n.), schnauze, mund, lippe; wamme, mhd. triel. das wort, das auf germ. *treu-la zurückgeht, hat weitere verwandte in anord. trýni, n., trjóna, f., 'schnauze, rüssel des schweins', schwed., norw. tryne, n.,n. en tryne, nordfries. trŷn, m., dass.; norw. dial. muletrjosk, -trusk 'pferdemaul'. zu grunde liegt mit verschiedenen suffixen erweitertes idg. *dereu-, das zur wurzel *der 'schinden, spalten' gehört; die grundbedeutung wäre demnach anzusetzen als 'der reiszende, wühlende' oder besser passivisch als 'spalte', s. Walde-Pokorny 1, 800; Falk - Torp 2, 1290. vgl. noch nd. trülle, trüllsnûte, f., 'dicker, aufgeworfener mund' Schambach götting.-grubenhag. 235. in der schriftsprache ist das wort seit dem mhd. dürftig belegt, die oberdeutschen mundarten (schweiz. und elsäss. in zusammensetzungen unter der form truel-, trüel-, s. unten 2) haben es hingegen lebendig bewahrt; auch im niederrhein. ist es vereinzelt belegt: trühl 'maul' Waldbrühl rhingscher klaaf (1869) 214 (wörterverzeichnis). das genus ist im cimbrischen und lusernischen abweichend: tril, n. Schmeller cimbr. 179; trial, f. Bacher lus. 407; ebenso im niederrhein.: di trühl Waldbrühl a. a. o. s. auch driel teil 2, 1408. 11) mund, maul. selten von tieren: ez (das schrätel) was doch stark und greif hin wider dem müeden beren in den giel. er zuzerrete im den triel Heinrich von Freiberg schretel 240 Bernt; die anwendung auf den menschlichen mund ist herrschend: die (Isôt) sneit im underwîlen brôt und legete im vür manich guot mursiel, die stiez er tœrische in den triel ders., Tristan 5280 Bernt; sein (des weins) räss erschrecket mir das pluet, davon so wird ich swach, unfruet, sein wilde fluet schaft mir den triel verrimpfen Oswald von Wolkenstein 148 Schatz; vereinzelt mit besonderer färbung: hickâ, wie sî mir geviel, do ich rehte erblihte wie sî was getân! wol stuont ir daz hâr unde ir rôsenvarwer triel Neidhart 37, 32; meist mit derbem oder verächtlichem ausdruck, so in den mundarten: an triel, recht pritschat, dick und broat A. Schlosser volksl. aus Steiermark 29a; halt deinen triel! Fischer schwäb. 2, 379; beliebt sind wendungen wie den triel recken, hängen lassen, einen triel machen: und ob aym mein red nit gefiel und dar umb wolt reken den triel, der selbig der sol wissen zwar, daz ich yems gesagt hab vor (steirisch, vor 1548) vierteljahrsschr. f. lit.-gesch. 2, 331 Seuffert; heunt macht er an trial er ist ungehalten, miszgelaunt Überfelder kärnt. id. 77; den triel hängen lassen mürrisch sein, mürrische miene machen, s. Schöpf tirol. 756; Unger-Khull steir. 172. sodann, wie in den letzten belegen schon mitschwingend, in verengter bedeutung 'lippe'; bezeichnendes aussehen vermittelt den übergang: triel herabhängende unterlippe Reiser Allgäu 2, 741; wulstlippe, lefze Unger-Khull 172; ganz allgemein: z (das) obere, untere triil Schmeller cimbr. 179. wieder weiter, 'ausdruck um den mund': (mutter zu dem als general heimkehrenden sohn) ja, ja, i kenn di schan, du bist in gsicht no gail, du hast dein' alten triell und da no's muedamail (muttermal) M. Lindermayr dichtg. in obderenns. volksmundart (1822) 44. 22) triel speichel, geifer, der aus dem munde tritt Fischer schwäb. 2, 379, dazu composita: trielbletz, -fleck, -laden, -latz, -schurz, -tuch geifertuch, sabberlätzchen, das kleinen kindern besonders beim essen umgebunden wird, ebda; im Elsasz meist deminutiv: trüelmäntele, truellätschel, -tüechel Martin-Lienhart 2, 755; vgl. auch Staub-Tobler 4, 343 (truelmänteli); 5, 284 (truelbletz). s. unten trielen, vb., trieler, m.schwäbisch auch triel ausflieszendes blut, besonders roter triel blut Fischer 2, 379. 33) 'der triel, landschaftlich, am rindviehe, derjenige theil der haut, welcher von der untern kinnlade zwischen den vorderfüszen bis zum knie herabhängt, die wamme' J. Hübner zeitungslex. 4, 626 Rüder; auch koder genannt. seit dem 18. jh. bezeugt, s. Schrader dt.-frz. wb. (1781) 2, 1382; als ausdruck der viehzucht kommt das wort in die schrift: die wampen, auch bommel oder triel oder halslappen genannt württ. gesetz v. 1813 bei Fischer 2, 379; einen schönen und vollkommen gut gebauten zuchtochsen charakterisieren folgende eigenschaften: ... ein starker, kraus behaarter und tief herabhängender triel Thomas allg. vieharzneibuch (1835) 2, 2; carbunkeln, brandbeulen ... nehmen (bei milzbrand) schnell an umfang zu und vergröszern sich so bedeutend, dasz die thiere ganz entstellt werden, besonders der triel beim rinde oder der schlauch bei pferden A. Lion abrisz d. veterinär-sanitätspolizei (1862) 9; der lange schmale hals mit dem ganz wenig entwickelten triel (wamme) ist häufig ... in der mitte etwas eingedrückt J. N. v. Schwerz prakt. ackerbau (1882) 695.
4789 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TRIELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    TRIEL stm. lippe, mund. Schmeller 1,488. ir rôsenvarwer triel Nith. 36,5. sein wilde fluot schaft mir den triel verrimpf…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TrielDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Der Triel , — es, Mz. — e . 1) Beim Rindvieh, derjenige Theil der Haut, welcher von der untern Kinnlade zwischen den V…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Triel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Triel ( Wamme, Koder ), eine an der Kehlfläche der Rinder vom Brustbein bis zum Kopfe sich absetzende Hautfalte, die nam…

  4. modern
    Dialekt
    Triel

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Triel Band 4, Spalte 4,490

  5. Sprichwörter
    Triel

    Wander (Sprichwörter)

    Triel Den Triel 1 hängen lassen. – Schöpf, 756. 1 ) Mund, vgl. Mittelhochd. Wb., III, 30. – In Baiern: Den Triel herabhä…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triel

25 Bildungen · 20 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

triel‑ als Erstglied (20 von 20)

Triel I

Idiotikon

Triel I Band 14, Spalte 883 Triel I 14,883

Triel II

Idiotikon

Triel II Band 14, Spalte 885 Triel II 14,885

Trielauge

SHW

Triel-auge Band 1, Spalte 1727-1728

Triellappen

SHW

Triel-lappen Band 1, Spalte 1727-1728

trielen

DWB

tri·elen

trielen , vb. , von 1 triel gebildet, ein mundartliches wort mit gleicher verbreitung wie dieses, dazu elsäsz. truele, trüele. 1 1) geifern,…

trieler

DWB

tri·e·ler

trieler , m. , ein oberdeutsches dialektwort, abgeleitet von 1 triel bzw. trielen. 1) wie 1 triel 1 ' mund ', in derbem sinn: i hau dir eins…

Trieleteⁿ

Idiotikon

Trieleteⁿ Band 14, Spalte 884 Trieleteⁿ 14,884

trieleⁿ

Idiotikon

trieleⁿ Band 14, Spalte 883 trieleⁿ 14,883

Trieleⁿs

Idiotikon

Trieleⁿs Band 14, Spalte 884 Trieleⁿs 14,884

trielig

PfWB

trielig Adj. : ' langsam, ungelenk '; e trielcheʳ (drilχÄʳ) Bub [ KL-Heilmosch ]. — Wohl zu trielen . — Schwäb. II 380 .

trielisch

Lexer

triel·isch

trielisch adj. ib. mit frischen, vollen lippen Wolk. 44. 2,14.

triellappe

DWB

triel·lappe

triellappe , m. , ein tuch, das den kindern beim essen umgebunden wird, geiferlatz u. ä., s. Meisinger Rappenau 206 (triilapə); Fischer schw…

trieltrappe

DWB

triel·trappe

trieltrappe , f. , eine vogelart, otis tetrax Naumann naturgesch. d. vögel 7, 52 , auch grieltrappe genannt, s. teil 4, 1, 6, 262; zuerst er…

triel als Zweitglied (3 von 3)

G(e)striel

Idiotikon

G(e)striel Band 11, Spalte 2234 G(e)striel 11,2234

victrîel

MNWB

victrîl(e) (fickterile) , victrîel , vitrîl , vitril (vittril, vittrel), n. , Vitriol, Kupfer-, Zinksulphat . —

Ableitungen von triel (2 von 2)

triele

DWB

triele , f. , ' scheibe ', s. 3 trille.