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rank

mnd. bis Dial. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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31 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rank m.

Bd. 14, Sp. 98
rank, m. wendung, drehung, list. das wort, im ahd. nicht nachgewiesen, erst im späteren mhd. erscheinend, hat seine verwandten im nd. sprachgebiete: mnd. wrank, das ringen der hände. Schiller-Lübben 5, 777b, und der kampf, streit, ringen. ebenda; wrang, wrangk deutsche städtechron. 16, 438, 23. 446, 32 (Braunschweig, 1500); ags. wrenc, wrence, krümmung, list, hinterlist, engl. wrench, verrenkung, ruck, auch ausflucht, winkelzug. allen zu grunde liegt die germanische wurzel wrang, [] die in ags. wringan, niederd. ringen, ahd. ringan, mhd. ringen und seinen weiteren verwandten zu tage tritt (s. dort); aber jeder dialekt scheint sich das substantiv selbständig gebildet zu haben, das niederdeutsche als bezeichnung einer handlung, das ags. und zumal das hochdeutsche, wo das wort einst nur bei den südlichen stämmen vorkam, in örtlicher bedeutung, woraus sich dann die heute vorherschende übertragene entwickelte. dieselbe haftet in der neueren sprache nur noch am plur. ränke, wofür auch in schwacher form ränken: lobet ... solche fünde, renken und griffe. Butschky Patm. 891; o weh der bösen ränken! Opel u. Cohn 226, 15, eure tochter ist ein junges blut, und kennt den teufel der männer ränken, warum sie sich an die maidels henken. Göthe 13, 62. rank heiszt 11) im oberdeutschen sprachgebiete eine krümme, biegung, wendung: amfractus, rank Dief. 30a; flexus, buck l. rank 239a; der rank, flexus, ein winkeleck oder rank einer straasz, anfractus Maaler 325a; rangk, anfractus Frischlin nomencl. 346; krümb und umgäng der wägen, umbwendung oder ränk, wie in den schnecken sind, anfractus Calepin. (1570) 87; sonderlich an den ränken in gebirgen. Fronsperger kriegsb. 1, 85a; also flieszet die Reusz in vielen krummen ränken den berg ab. Scheuchzer 3, 93; die krümme eines pfades: alsbald sie frölich nun ankam bei dem schiedweg, da der ein flach, breit, gut für die, die weich und träg, der ander aber hoch, rau und eng durchzukommen, hat sie sich nicht so lang als Herkules bedacht, sondern für ihre reis mit groszem mut und macht der tugend rauen rank zu treten fürgenommen. Weckherlin 662; noch jetzt bair. der rank, plur. renk, wendung, krümmung, z. b. des weges Schm. 2, 122 Fromm.; tirol. ebenso Schöpf 533; schweiz. rank, ort, wo die strasze einen winkel bildet, krümmung, selbst auch in einem flusse Stalder 2, 257; rank, wendung, krümmung des weges. Hunziker 201; daher er het de rank gnô, er hat (mit dem wagen) in der krümmung des weges gut umgebogen, und (bildlich) er het de rank gfunde, hat den richtigen weg eingeschlagen. ebenda; wie schwäbisch: einen rank nehmen, mit dem gefährte eine wendung machen, bildlich: ich hab den rank, schickliche gelegenheit der sache eine wendung zu geben. Schmid 424; den rank kriegen, sprichwörtlich, eigentlich mit einem fuhrwerk geschickt um die ecke biegen. Auerbach dorfgesch. 2, 484. 22) rank, namentlich auch im wettlaufe und bei der jagd, die wendung, die der verfolgte nimmt, um dem verfolger zu entgehen: und so er sich darnach (der knabe nach einem brote) bucken thut, so fleücht der gsell mit gutem mut das egk hinab, und nimpt ain rank ain (lies in) andre gasz, bisz in der gank zu seinem gsellen tragen thett. als nun der knab aufgehaben hett den weck, so sicht er nach im dar. er kund sein niendert nemmen war. Keller erzähl. 106, 30; einem einen rank abnehmen, eine solche wendung schneiden: an eʒ (das wild) ich hetze Blicken, swâ ich mag für eʒ komen. der snelle wind mit schricken (springen) hât im vil mangen ranc doch abgenomen. H. v. Laber jagd 324; auch dem rank zuvorkommen, einem den rank ablaufen: understund zu fliehen, den rank aber kam im der graf für. Wickram goldf. Z 4a; (dasz sie) nicht lenger fusz halten wolten, sonder sich widerumb hinder sich begaben. aber der mönch het sither jnen denselben rank abgeloffen, derhalben begaben sie sich ohn alle ordnung in die flucht. Garg. 265b. vergl. dazu die nebenform rang sp. 91. 33) solche fügungen werden bildlich gebraucht, wobei die sinnliche bedeutung von rank verblaszt; es heiszt einem einen rank angewinnen (vergl. th. 1, 353), einen vortheil erlangen: do gwan ich ir erst ain rank an. fastn. sp. 335, 13, vgl. 274, 20; und, bis auf unsere zeit geblieben, aber nach rang sp. 92 umgedeutet, einem den rank ablaufen, den wendungen eines zuvorkommen, einen vortheil über einen erhalten: einem den rank ablaufen, obviam ire fraudibus alicujus Stieler 1508; einem den rank ablaufen, eludere alicujus insidias et dolos Frisch 1, 86a; doch ward im dem Eggen diser rank abgeloufen. Bullinger 1, 353; laufet dem glück einen rank ab. Petr. 104a; solches merkete sein weib, und weil sie mich noch endlich zu überwinden verhoffte, verlegte sie ihm alle bässe und [] liefe ihm alle ränke ab. Simpl. 1, 207 Kurz; bei allen gelegenheiten weisz er andern den rank abzulaufen. Wieland 36, 75; jeder feldherr möchte gern klug genug sein, seinem feinde einen rank abzurennen. Huart übersetzt von Lessing 282. 44) rank selbst heiszt, ohne dasz mehr an seinen örtlichen sinn gedacht wird, kunstgriff, list, vortheil dessen man sich bedient, und wird in dieser bedeutung, wie in der eben (3) angeführten redensart den rank ablaufen, über seine engere heimat hinaus verbreitet: rank, astutia, finesse Schottel 1382; sie haben auch die disputation in ander weg nicht wollen zulassen, und uns also mit einem hornichten und stützigen rank und syllogismo angetastet und überfallen. Luther 1, 144b; rank in verbindung mit griff und list: das ist ein griff (sagt ein beklagter), dasz mich mein gegentheil verklagt; ich weisz einen andern rank, ich bins nicht geständig. der richter sagt, ich weisz auch ein rank, und liesz den in thurn legen. Lehmann floril. 1, 730; durch list und rank um etwas bringen. Lessing 11, 618; und weiszt uff allen rank ein list. Murner narrenbeschw. q 6a; kein list noch rank spar ich auch nicht. H. Sachs 1, 1, 113b; dann weibes list unerforscht und ungründlich ist, verschmitzt, verschlagn mit manchem rank. dessen fastn. sp. 4, 91, 61; wie der rank selbst arglistig genannt wird: als das sein bawrn jnnen wurn, und den arglisting rank erfuhrn. gedichte 4, 3, 90b; es heiszt einen rank erdenken, ersinnen, erfinden, ein rank fällt einem ein: befürchtet er, dasz jn einer hie, der ander da umb gelt zu lehnen ansprechen würde, erfand darumb einen rank, wie er auch mit verdeckter warheit solche abweisen möchte. Kirchhof wendunm. 184b; aber damit er sich noch schütze auch vor ihnen, erdenkt er geschwinde den rank, und theilt ihn aus pfefferkuchen, äpfel u. s. w. Hans Pfriem (1582), vorrede; da erdachte er den rangk, schicket den schützen zu seinem weibe. Henneberger preusz. landtafel 230; er wuste keinen rank darwider auszusinnen. causenm. 160; ich habe mich auf einen rank besonnen. Chr. Weise überfl. ged. 2, 475; ja eines ranks bin ich bedacht: ich wil ein schuler zu jr senden, der mir die sach gar hilft vollenden. H. Sachs fastn. sp. 4, 97, 241; wer macht dich so listig und klueg, dasz dir der rank so schwind fiel ein? 6, 159, 291; ich hab mir schon ein rank erdacht, damit ich wil plenden den narrn. J. Ayrer fastn. sp. 116b (2916, 26 Keller); wenn Venus nicht ihm einen rank erdacht. Wiedemann sept. 20; ersinnt man einen rank. Haugwitz Soliman 3, 71; einen rank lehren: und sprach zu dem edlen Teurdank: ich will euch lern ein sondern rank. Teuerd. 68, 42; einen rank wissen, sagen, brauchen, machen: soll ich gerade heraus sagen, so lade ich grosze ungunst von dem heupt oder parten auf mich, ich will mich hüten, einen rank und umbschweif machen und den mantel nach dem winde hengen. Mathes. Syrach 1, 21a; ain gast sagte dem Dionysio von ainem sondern rank, die feind zuo erschrecken. Frölich Stobäus 52; wir haben dem und dem einen feinen rank daher gemacht. Simpl. 1 (1713), 244; doch weisz der wolf ein andern rank. Murner narrenbeschw. k 7b; hab ich nicht prawcht ein schwinden rank? H. Sachs fastn. sp. 6, 159, 287; braucht er ein rank, ich brauch jr zwen. gedichte 1, 518c; durch den rank wöll wir obgesiegen. 2, 1, 50d; die bauersweiber insgemein, die wöllen nicht ohn vörthel sein, sie schachern, kratzen, schaben, schinden, und lassen keinen rank dahinden, damit sie sich ein schätzlein spahren. baurenstands lasterprob 197; sprichwörtlich klank überwand den rank, eloquentia logicam superavit. Frisch 1, 523c (daselbst zurückgeführt auf die begebenheit, dasz der bischof Gerhard von Hildesheim, ein berühmter redner, den bischof von Halberstadt, der ein guter logiker gewesen sei, im kriege gefangen bekommen habe); umgekehrt: der rank überwindet den klang. Simrock sprichw. 437. [] 55) der plur. ränke, in welchem das wort der neueren schriftsprache fast allein geblieben ist, schlosz zunächst an die bedeutung von rank 2 an, und wurde namentlich von den kreuz- und quersprüngen des wildes gesagt, die es bei der verfolgung anwendet: der fuchs frogt sie (die katze) wie sie tuon wolt, wann die hund an sie kemen und sie wolten zerzerren, sie sprach, ich kan ein einigen sprung, do mit würd ich dar von kommen. das füchszlin sprach, aber ich kan mangerlei renk, do mit ich wil basz dar von komen weder du. also do die hund komen, die katz sprang uff ein boum und kam dar von, aber das füchszlin brucht syne renk, und do es lang umbher lief, zuoletzst erwüsthen es die hund, und zerzerten es. Keisersberg bilg. 55b; der has aber war im zu glenk und brauchet im lauf so vil renk, das der bauer oft fallen was. H. Sachs dichtungen 2, 213, 32; und ich will ihm noch schenken ein hasenküniglin, es ist von tausend ränken. Spee trutzn. 157, 59 Balke; an die folgende bedeutung rührend: mit solchen hasen aber, welche so oft jrer arglist wöllen geprauchen, soll man einen groszen umbkreisz fürnemmen, damit man jm könn alle dück ablaufen und fürkommen, das er nicht auszreiszen könne. solches wann es geschicht, als dann kan man jm seinen muot wol prechen, und jm seine ränk abwehren. Sebiz 595. 66) ränke ist, wie der sing. rank 4, in den sinn listen, vortheile deren man sich bedient, übergegangen, nur ausnahmsweise klingt die vorige bedeutung noch nach: es ist zeit, dasz du alle deine kunst brauchest, alle deine alten steg und renke. buch der liebe 209c; gewöhnlich unter verblassen seines eigentlichen begriffes: ränke, list, fallacia, doli, circumventiones Frisch 2, 86a; selten in edler bedeutung: tausend ränke gehen jeden tag durch meine seele. Göthe 57, 46 (Iphigenie, prosabearb.); ich sinn auf tausend ränke, und zuletzt, das unternehmen zu vollführen, bedarf ich dein, und beiden hilft nur ruhige, wohl überlegte klugheit. 51; wann du bemühet bist zu treffen auf dein ziehl mit kunst und weisen renken, so schläft disz arme volk. Opitz 1, 96; oder wenigstens in milder: stampanei und gut schwenk, philosophisch poetisch renk. H. Sachs dicht. 1, 321, 49 Gödeke; ei merket doch des Mopsus kluge ränke! er mahlt den kopf gewaltig matt und schlecht, nur dasz er nicht der kleidung schönheit kränke. Drollinger 129; wenn ein alter spielt und flucht, verliebt ist, oder andre ränke der jugend unternimmt. Lichtwer fab. 3, 11; das lernt ich jenes tages zuerst von meinem listigen vater, der in ränken und schwänken und allen streichen gewandt war. Göthe 40, 79; sein ganzer witz erzeugt nur albernheit und schwänke; was er für klugheit hält, sind ungeschliffne ränke. 7, 72; sonst immer als etwas verwerfliches gemeint, und mit ähnlichen andern substantiven zusammengestellt: suocht auch all forteil und renk, da er ein anderen überlisten möge. Wickram rollw. 71, 18 Kurz; alle renk und mittel wüssen, gält ze bekriegen, noscere omnes vias pecuniae. Maaler 330d; da gehören wünderliche wege, griffe und renke zu, die kein Salomo noch regent, alle aussinnen, oder mit verboten verkomen, oder uberzeugen kan. Luther 8, 130a; wir wissen ja wol, .. wie viel geschwinder renk und practiken, heimliche tücke und stücke, so oftmals wider uns ist fürgenomen. 249b; mancherlei anschlege und renke. tischr. 255b; was soll man von dem vielfältigen arglistigen betrug, gefährlichen ränken und schränken sagen, welche von den materialisten verderblicherweise geübt werden. Hörnig vier fragen (1636) s. 14; ob sie gleich foll loser renke und striche. Butschky Patm. 420; man hat sich gewundert, warum so viele dieser leute, trotz ihrer vielen geschäfte, kniffe und ränke, .. am ende doch zu grunde gehen. J. Gotthelf schuldenb. 97; wan ich hab bisher in mein alten jaren allerlei list, renk und untrew erfaren. H. Sachs dicht. 1, 247, 17 Gödeke; derhalb treibt dich des geizes tück .. auf arglist, renk und alafanz. dessen fastn. sp. 1, 88, 194; ich wil ain haimlich gspenst ir machen, das mawl aufspreiczen in den sachen durch meine renk und phantasei. 6, 7, 201; [] (armut) thut gewalt, braucht ränk und list. P. Gerhard 81, 33; der kern des ganzen rechts, das ränk und griffe lehrt, wodurch sich recht in schuld verkehrt. Lichtwer fab. 4, 25; durch diese deine feine glossen, juristenfintchen, ränk und possen, hab ich ein schön stück feld vor kurzem eingebüszt. ebenda; dort wo die falschheit und die ränke wohnen, hin an den kaiserhof will man mich ziehn. Schiller Tell 3, 2; weil sie den ränken vertraut, den bösen künsten der verführung. M. Stuart 1, 1; die eigene mutter, geübt in den ränken des truges. Odyss. 2, 88; es heiszt geschwinde, heimliche, böse, schlimme, finstre, schwarze ränke: sie .. sind verschlagen und haben geschwinde renke. ps. 64, 7; die mit bösen renken umbgehen. spr. Sal. 14, 22; heimliche kriegsränke. Schuppius 537; such keine freundschaft durch geschenk, lieb zwerden durch schmeichlerisch renk. Kirchhof wendunm. 41a; sie haben gott versucht mit schlimmen renken, und den umbzehlt durch arges thun und denken, der Israel aus aller noth entrissen. Opitz psalm. 151; vor allen fluchen wir auf unerlaubte ränke, exempli gratia: vergifte liebestränke, und andre zauberei. Picander 1, 270; ihr blick ist finstrer ränke leer. Gotter 1, 111; (der himmel) hat dich nicht voll schwarzer ränke, nicht zum beherrscher einer macht, nicht grosz, nicht reich, nicht arm gemacht. 227; und mit bezug auf die vielseitigkeit der listen: er weisz über hundert ränke. Schoch stud. leb. D 3; so ists ein anderer von ihren tausend ränken, der hier sich birgt. Schiller zerstörung von Troja 8; sprichwörtlich: alte leut, alte renk, junge füchs, newe schwenk. Lehmann 12; ränke ersinnen, finden, anwenden, brauchen, merken: du kanst vil renk finden, dan du bist ain weib. Frölich Stob. 379; brauchte allerhand ränke. Felsenb. 1, 55; die ränke merken, artes intelligere Steinbach 2, 216; die .. alle ränke anwendet, mich gegen die redlichkeit eines mannes argwöhnisch zu machen. Lessing 2, 71; er wendet unbeschreibliche ränke an, mich aus diesem hause zu bringen; ränke, denen er ein so unschuldiges ansehen geben kann, dasz ich selbst darüber erstaune. 1, 448; vil renk und müe ich denn anker, pis ich ein anders pfert anschwer. H. Sachs fastn. sp. 2, 3, 63; schau, brauch all renk und lose stück, das dein anschlag bald geh von stat! J. Ayrer 294b (1470, 4 Keller); dasz Colchus neue ränk und Pontus list ersinne. A. Gryphius (1698) 1, 17; auch ränke schmieden und spinnen, wie man sonst lügen schmiedet und spinnt (vgl. theil 6, 1269 nr. 5): die neigung zum ränkeschmieden, die damahls ein unterscheidendes merkmahl der personen seines standes in Scheschian war. Wieland 6, 176; wollen wir warten, bis redlichkeit die welt regiert — da würden wir lange warten müssen. alles schmiedet ränke! Schiller parasit 3, 1; der gefährliche mensch, welcher die ränke gegen ihn schmiedet. Freytag soll u. haben 1, 461; willkommen ist hier jeder der gegen England böse ränke spinnt. hist.-krit. ausg. 151, 240 (Warbeck); ränken entgehen, ränke büszen: schon längst habe ich es mit dem bittersten verdrusse bemerkt, dasz eben diesen ränken auch der nachruhm des Horaz nicht entgangen ist. Lessing 4, 8; und so wuchs ich heran, um viel vom vater zu dulden, der statt anderer mich gar oft mit worten herum nahm, wenn bei rath ihm verdrusz in der letzten sitzung erregt ward; und ich büszte den streit und die ränke seiner collegen. Göthe 40, 272; mit ränken umgehen, durch ränke bethören u. ähnl.: ein gottloser, so er bürge ist worden, und gehet mit renken umb, das er sich auswickle, der wird der strafe nicht entgehen. Sir. 29, 26; ich hab mich nit gsaumpt mit kisten fägen und andren renken. Wickram rollw. 28, 19 Kurz; weil er sich ie so unücz macht, .. thüet uns so vil schellen anhenken mit selczamen abgrieben renken. H. Sachs fastn. sp. 6, 34, 184; [] und wan ein schalk mit ränken mir etwan bossen macht. Reinh. v. Freientahl (1700) 65; o, mein vater! sie ist nicht hergelaufen, das mädchen, keine, die durch das land auf abenteuer umherschweift, und den jüngling bestrickt, den unerfahrnen, mit ränken. Göthe 40, 281; warum liesz ich mich doch durch die ränke eines bösen sohnes bethören? Schiller räuber 5, 2; das hat er nun von allen seinen ränken, von seiner blutgen that, der bösewicht! Uhland ged. 414.
17034 Zeichen · 267 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rankAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    rank , Adj. nhd. rank, schlank, lang und dünn, schmal Hw.: vgl. mhd. ranc (1) E.: s. germ. *ranka-, *rankaz, Adj., rank,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rank

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Rank , -er, -este, adj. et. adv. ein nur im gemeinen Leben der Obersachsen übliches und eigentlich in Niederdeutschland …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rank

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Rank , Joseph, geb. 1815 zu Neumarkt im Böhmer Wald, studierte die Rechte, saß 1848 in der Paulskirche zu Frankfurt auf …

  4. modern
    Dialekt
    Rank

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Rank [Ràk Fisl. bis Barr Str. ; Pl. Rak Weilert. ] m. 1. Wendung, Krümmung des Weges, Strassenkehre. ‘an dem Rank der …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rank

812 Bildungen · 114 Erstglied · 690 Zweitglied · 8 Ableitungen

rank‑ als Erstglied (30 von 114)

rankeln

SHW

rank-eln Band 4, Spalte 1211-1212

Rankweg

SHW

Rank-weg Band 4, Spalte 1211-1212

rankachtig

RhWB

rank·achtig

rank-achtig raŋkətəx Eup-Stdt Adj.: mager, von Tieren u. Menschen; en r.ə Pri mageres Weib.

Rank (Adj.)

Wander

Rank (Adj.) Rank (Adj.). 1. He is rank un schlank. ( Mecklenburg. ) – Frommann, II, 228. Zur Bezeichnung eines schönen Wuchses. 2. So rank o…

rankamen

MeckWB

rank·amen

Wossidia rankamen herankommen; dem Gegner den Kampf anbietend: kumm ran, wenn du wat wist! allgem.; wo kannst du to min Dochter rannerkamen?…

Ranke(n)

Idiotikon

Ranke(n) Band 6, Spalte 1142 Ranke(n) 6,1142

Ranke, Joh.

DWBQVZ

ranke·joh

Ranke, Joh. *1836 Thurnau/Oberfranken †1916 Soln b. München.

rankeken

KöblerMnd

ranke·ken

rankeken , N. nhd. „Rankechen“, langer sich windender Trieb einer Pflanze, Ranke E.: s. ranke, ken L.: MndHwb 2, 1857 (ranke/rankeken) Son.:…

Rankel

WWB

ran·kel

Rankel Faser, die man bei grünen Bohnen abzieht (Frbg.) ( Kr. Tecklenburg Tek Bi).

Rankelarwt

MeckWB

Wossidia Rankelarwt f. wohlriechende Wicke Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

Rankelbohne

PfWB

 Rankel-bohne f. : ' Spinnbohne ', Rankelbohn [ Lambert Penns 120].

Ranke, Leop. v.

DWBQVZ

Ranke, Leop. v. *1795 Wiehe/Thür. †1886 Berlin.

Rankelkrut

MeckWB

Wossidia Rankelkrut n. rankendes Kraut: Voßswanz is 'n Rankelkrut Pa Parchim@Goldberg Goldb .

rankeln

DWB

rank·eln

rankeln , verb. iterativ zu ranken sich winden: eine stange, an die sich die bohne schmiegt und rankelt. Hippel 1, 283 .

rankeln1

PfWB

rankeln 1 , ränkeln 1 schw. : sich r. 'sich (allmählich) hochwinden'. Die Erbse rankle sich in die Heh [ HB-Kirrbg ], ränkle 'sich aufrichte…

rankeln2

PfWB

rankeln 2 schw. : ' schwanken, taumeln (aus Schwäche während oder nach einer Krankheit) ', rankele [ FR-Albsh ]; vgl. PfWB schrankeln ; Zs.:…

Rankelros'

MeckWB

Wossidia Rankelros' f. Rankrose Ha.

Rankelstän

LothWB

Rankel-stän [ràkəl-štǽn Mw. ; ràkəltər- Si. ] m. Sandstein von Rangwall bei Hayingen.

Rankelter

LothWB

rank·elter

Rankelter [rakəltər Rü. lux. Grenze ] m. wollige Schlinge (Viburnum Latana). — vgl. hd. sich ranken; ElsWB els. 2, 270 u. baier. 2, 122 Ran…

Rankelwinn'

MeckWBN

Wossidia Rankelwinn' f. Zaunwinde, convolvulus sepium Sta Stargard@Buchholz Buchholz .

ranken

DWB

ran·ken

ranken , m. ein mundartlich weit verbreitetes wort, um ein derbes stück brot oder fleisch zu bezeichnen: schweiz. der rängge, groszes stück,…

Rankenrose

SHW

Ranken-rose Band 4, Spalte 1211-1212

ranken1

MeckWB

Wossidia ranken 1 hoch aufschießen, sich um etwas winden: ick fäuhlt glik, dor rankt mi dat (Schmerzgefühl) dat Lif tauhööcht (1887) Ro Rost…

ranken 2

LexerN

ranken 2 vgl. runchen 2,538.

rank als Zweitglied (30 von 690)

*appuldrank

KöblerAs

*appuldrank , st. M. (a), st. M. (i), st. N. (a) nhd. Apfelsaft ne. apple juice Hw.: vgl. ahd. apfultrank* E.: s. appul, drank Son.: vgl. mn…

*skrank

KöblerAs

*skrank , st. M. (a?) Vw.: -tūn* Hw.: vgl. ahd. skrank* (st. M. a?) E.: s. germ. *skranka-, *skrankaz, st. M. (a), Schranke, Gitter; vgl. id…

*ubartrank?

KöblerAhd

*ubartrank? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. ovardrank*

Äpfeltrank

Campe

✱ Der Äpfeltrank , des — es, o. Mz. ein aus Äpfeln bereiteter Trank; in einem Wörterbuche von 1482. R.

Ɉammerkrank

Campe

Jammer·krank

◬ Ɉammerkrank , adj . u. adv . vor Jammer krank, vom Jammer danieder geworfen. »Sein jammerkranker muthloser Geist.« Kretschmar. (R.)

Liebestrank

RDWB1

Liebestrank m приворотное зелье устойч. , устар.

Afrank

MeckWB

Wossidia Afrank f. Geißblatt, s. MeckWB Alfrank .

AIDS-KRANK

DWB2

aids·krank

DWB2 AIDS-KRANK adj. DWB2 ( auch substantiviert ) DWB2 1985 man hat auch schon AIDS-kranke kinder festgestellt wochenpost 40,19 a . AIDS-kra…

AKTENSCHRANK

DWB2

akten·schrank

DWB2 AKTENSCHRANK m. DWB2 schrank für die aufbewahrung von akten: DWB2 1759 wann ich in einem fürstlichen cabinet die wände mit actenschränk…

Alfrank

MeckWB

alf·rank

Wossidia Alfrank Elfrank f. 'Elfenranke' 1. wildes Geißblatt, Jelängerjelieber, Zaunlilie, lonicera periclymenum Niem. Idiot. 1; E. Krüg. 51…

ALKOHOLKRANK

DWB2

alkohol·krank

DWB2 ALKOHOLKRANK adj. DWB2 zu alkohol 2 : DWB2 1979 die individuellen ursachen, die einen menschen .. nicht alkoholkrank werden lassen alko…

ALTARSCHRANK

DWB2

altar·schrank

DWB2 ALTARSCHRANK m. DWB2 wie altarschrein: DWB2 1699 (erklärung zu einer abbildung:) altar tisch. altar schräncke Sturm Daviler, civil bauk…

altkrank

DWB

alt·krank

altkrank , diu aegrotus: altkranke augen. J. Paul Fibel 216 .

ansprank

DWB

ans·prank

ansprank , m. lentigo, sommerflecken, sprossen. Stieler 2098 . s. DWB sprenkeln .

Antikenschrank

GWB

antike·n·schrank

Antikenschrank Der Glaser wegen der Thüren zum A. GWB Tgb 16.9.25 GWB 47,149,28 Samml 4 Maria Erxleben M. E.

apfeltrank

DWB

apfel·trank

apfeltrank , m. hydromelum, ahd. epfiltranc ( Graff 5 , 539); äpfeltrank aus Hessen. Garg. 59 b . nnl. appeldrank.

apfultrank

KöblerAhd

apful·trank

apfultrank , st. M. (a)? nhd. „Apfeltrank“, Apfelwein ne. cider ÜG.: lat. hydromellum Gl Hw.: vgl. as. appuldrank? Q.: Gl (12. Jh.) E.: s. a…

appeldrank

KöblerMnd

appel·drank

appeldrank , M. nhd. „Apfeltrank“, Apfelwein E.: s. appel, drank W.: s. nhd. Apfeltrank, M., Apfeltrank, DW 1, 536, DW2 3, 134? L.: MndHwb 1…

Arntrank

RhWB

arn·trank

Arn-trank -nts- Sol m.: dünnes Bier, bis 1800 in der Kornernte getrunken.

Arrank

MeckWB

arr·ank

Wossidia Arrank f. s. MeckWB Alfrank (Sp. 250) .

Arwtrank

MeckWB

Wossidia Arwtrank f. Erbsenranke; im Erntekranzspruch: so männig Arwtrank, so männig dusend Schrank Wa.

Arzeneischrank

Campe

arzenei·schrank

Der Arzeneischrank , des — es, Mz. die — schränke, ein Schrank, in welchem Arzeneien in Gläsern und Büchsen aufbewahrt werden.

Arzeneitrank

Campe

arzenei·trank

Der Arzeneitrank , des — es, d. Mz. ungew. eine Arzenei in Gestalt eines Trankes, oder ein Trank, welcher als Arzenei dient.

atomkrank

LDWB2

atom·krank

atom|krank adj. amaré a gauja de raiaziuns atomiches, amaré a gauja de radioativité atomara.

Bauchnervenkrank

Campe

bauchnerve·n·krank

○ Bauchnervenkrank , adj. u. adv. krank an den Bauchnerven (hypochondrisch); daher der Bauchnervenkranke ( Hypochondriacus).

Ableitungen von rank (8 von 8)

beranken

DWB

beranken , pampinis vestire, eine laube, wand mit ranken überziehen.

Erranken

Campe

△ Erranken , v. ntr. mit der Fügung eines trs. von Rankengewächsen, rankend erreichen. Der Wein errankt der Laube Dach. Das Erranken.

Gerank

Campe

Х Das Gerank , des — es , oder das Geranke, des — s , o. Mz . 1) Das Ranken, ein vielfaches Ranken. 2) Dasjenige, was sich ranket, die Ranke…

geranke

DWB

geranke , gerank , n. 1 1) das ranken. 2) collectiv zu ranke: auch des rauhen geranks brombeer, und die rothe kornelle. Voss Ovid nr. 2, 17 …

ranke

DWB

ranke , f. und m. sich windender schosz: ranke, am weinstock, palmes, sarmentum, flagellum vitis, hopfenranken, lupuli sarmenta Frisch 2, 86…

verranke

BMZ

verranke swv. was ich verrenke. vgl. Schmeller 3,111.

verranken

DWB

verranken , verb. mit ranken verschlieszen, zuranken.

verrankung

DWB

verrankung , verb. , übertragen: mitten aus der liebenden einwurzelung und verrankung in theuerste herzen, in häusliches glück. Gutzkow ritt…