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kofent

mhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kofent m.

Bd. 11, Sp. 1574
kofent, m. 11) so heiszt das dünne bier, dünnbier, das nach dem bier durch aufgusz auf die träbern entsteht, nachbier, afterbier, auch speisebier, tafelbier, tischbier und mit andern namen, wie scherp, schemper, bair. hainzel, schles. langfel; hie und da unterscheidet man noch nachbier als ersten und kofent als zweiten nachgusz. 22) es bedeutet eig. klosterbier, von convént kloster (s. d.). schon spätmhd. findet sich dieses selbst so gekürzt, offenbar aus dem volksmunde (wie frz. couvent): der leigenfursten ingesegil die sint recht (haben rechtliche geltung), unde allir covent ingesegil die sint recht. kulmisches recht 5, 64; wir, der kovent des barfuszinordens in dem closter ... urk. bei Joh. v. Guben s. 50, im genauen alten sinne, versammlung, brüderschaft (s. dazu nachher kofentstube). im 15. jh. wird in vocc. das volle lat. conventus selbst mit covent erklärt z. b. in Diefenbachs wb. v. 1470 sp. 79, conventualis mit coventbruder das., kofentbruder Dief. gl. 148c, nd. das. cavent, caventbroder; jenes scheint besonders md., wie denn z. b. die Straszb. gemma von 1518 die volle form convent wiederherstellt. 33) als urspr. form hätte man danach conventbier, kofentbier zu erwarten. aber ich finde letzteres nur spät im 16. jh. (s. unten), conventsbier bei Frisch 1, 174b aus Apherdian 84, wie conventswein, conventsbrot weisth. 3, 791, während kofent, selbst coventus schon im 15. jh. fest ist (s. 4). dazu meint jenes conventswein vielmehr guten wein, und auch cloosterbier im Reinaert 1960 scheint vielmehr gutes zu meinen, nicht kofent. wie kommt dieser zu seinem klosternamen? Nach Frisch im gegensatz zu besserem biere 'das die patres trinken, im gegensatz des convents oder der andern im closter, der fratrum'; diesz auf grund einer angabe von Chytraeus nomencl. lat.-sax. im 103. cap.: cerevisia primaria, dat beste beer, patersbeer; cerevisia secundaria, kavent, conventzbeer (nicht in seiner vorlage, Golius). bei Krünitz 42, 367 wird hinzugefügt, dasz in der Dauphiné ebenso der lauer, tresterwein couvin heisze, in einer lat. urk. von 1348 vinum conventus, vocatus bibende, wie auch der kofent das trinken heisze, als gewöhnlicher tischtrunk. der übergang des wortes ins volksleben erklärt sich vielleicht daher, dasz diesz nachbier in klöstern auch an die armen und nach auszen verschenkt wurde? dunkel bleibt aber auch so der punkt, dasz kovent eben nicht gekürzt scheint aus conventbier (vgl. unter 6). 44) das nachbier heiszt 4@aa) um 1490 selbst konvent, nd., es heiszt im spott von plebejern, die sich des regiments bemächtigt: keines bêrs und drankes konden se herre wesen, besunder des konvents konden se am besten genesen. Liliencron hist. volksl. 2, 218a, aus Braunschweig, konvent im gegensatz zum bêr, mit letzterm ist wol die sog. mumme gemeint, vgl. bei Leibnitz script. brunsv. 2, 90. 4@bb) gewöhnlich aber gekürzt: covent, das bier nechst bei dem pesten, conventus. voc. 1482 e 5a; aciatum, cofent, kovent. Dief. gl. 9b, auch mlat. covéntus dess. nov. gl. 112b, de gener. ebrios. 144, 30 Z. (daher Garg. 59b, bei Sch. 97 conventus). 4@cc) mnd. mit a für o (wie für kloster u. 2): ptisana, aqua decocta ex hordeo, scharber eft kavent. gemma Leipzig 1503 hor. belg. 7, 33a, caventum, kavent 28b. 55) schwankend ist die betonung. während jetzt kófent betont wird, auch in der bed. kloster, z. b. in kófentviertel wie noch in Arnstadt der bezirk um das ehemalige kloster heiszt, wird doch auch für das bier noch kofént angegeben (Sanders), und ebenso vom kloster, z. b.: flaisch, visch und grosz und karpfent müsz wir haben in unserm kofent. fastn. sp. 605, 17. unter 2 ist wol immer covént zu lesen, auch die umdeutschung gevéntprueder conventualis Dief. n. gl. 112b war nur möglich bei lat. betonung. anderseits konnte die nd. form cavent (2. 4) wol nur aus cóvent werden, wie auch im 16. jh. bezeugt ist: musz oft den sawren covent trinken. Waldis Es. 4, 42, 56; vorzeiten war der kophant sterker. Ad. Schubarth (s. 3, 1636), letzteres mit wunderlich gelehrter umformung. 66) auch das geschlecht schwankt. doch ist das m. vorherschend, wie es jetzt gilt, das allein spricht stark gegen entstehung aus coventbier, da dann das n. vorherschen müszte (s. z. b. kabel tau a. e.): kein bürger, köndte er seinen kofend für bier verkeufen ... so macht er im kein gewissen davon. Luther 6, 49a; er geuszt den kofent mit in die bierfässer. Weise erzn. 116; den keiterling sieht mancher mann vor reformirten kofent an. überfl. ged. 2, 72. seltner als neutr. (durch bier herbeigeführt): nach einem guten bier kommt auch ein bessers kofent und nach einem schlechten bier ein wässeriges. Hohberg 2, 89a, auf derselben seite noch zweimal als masc., einmal als neutrum. unsicher: er sal dem kelner helfen die bier und cofent füllen. Michelsen der Mainzer hof zu Erfurt 37. 36; man pflegt zur kühlung des braunen und weiszen biers zweierlei kühlen zu gebrauchen, die eine zum guten bier, die andere zum koffent. Hohberg 2, 83a (wie gut beer und dunnebeer weisth. 4, 688); ein kretschmer kam dazu und schenkte kofent ein. Günther 466. 860; ich musz mit kovent mich begnügen. Pfeffel (1802) 1, 34. auch altdän. koventhe, isl. koventa.
5226 Zeichen · 149 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kofënt

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kofënt s. convënt.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kōfent

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kōfent , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein geringes, schwaches Bier, welches entstehet, indem m…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kōfent

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kōfent ( Kovent, Schöps ), ein Dünnbier oder Nachbier, das in früherer Zeit nach Abzug der zweiten Würze durch einen kal…

  4. modern
    Dialekt
    Kofentm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kofent Kovent m. Dünnbier, Schwachbier, für den Konvent der Mönche bestimmt, während die Klosterherren Starkbier erhielt…

  5. Sprichwörter
    Kofent

    Wander (Sprichwörter)

    Kofent Kofent für Bier verkauffen. – Luther's Tischr., 252 a .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kofent

15 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kofent 2 Komponenten

kof+ent

kofent setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kofent‑ als Erstglied (15 von 15)

kofentbier

DWB

kofent·bier

kofentbier , n. kofent: mit dünnen koventbier oder knoll. Fischart bien. A iiij a .

Kofentsbruger

MeckWB

Kofentsbruger m. Koventbrauer: 'Ein jeder bruwer schal in diesem jhar nicht mehr als twelff molte in die mole schicken und allein tein secke…

kofentschlauch

DWB

kofent·schlauch

kofentschlauch , m. kräftiges scherzwort für magen: von dem edlen weine fast mehr auf dem tische herummer schwamm, als sie in ihre überfüllt…

kofentspahn

DWB

kofentspahn , m. kraus geschnittener holzspahn, der zum zeichen des kofentverkaufs ausgehängt wird. Amaranthes frauenzimmerlexicon 1072 .

Kofentsstann'

MeckWB

kofent·s·stann

Kofentsstann' f. Konventszuber: '3 grote haneken vor de konventstanden' (1532) Jb. 91, 202.

kofentstube

DWB

kofent·stube

kofentstube , f. auf der burg in Nürnberg, sitzungszimmer: die grosz kofentstuben ist alle verglast ( worden ). Tucher baumeisterbuch 301, 3…

Kofentstült

MeckWBN

Wossidia Kofentstült f. ä. Spr. ein Biergefäß: de Covents-Tülte Mantz. Ruh. 25, 75.

Kofentstunjunker

MeckWB

Kofentstunjunker m. 'Dünnbier-Zaunjunker': 'Ock moth he nicht syn ein Coventsthunyunker, so synen anderhalven hungerigen Buren mit dem ende …

kofentsuppe

DWB

kofent·suppe

kofentsuppe , f. suppe aus kofent, auch lumpensuppe, bettlersuppe. Stieler 1687 .