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rinke

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rinke m. und f.

Bd. 14, Sp. 1016
rinke, m. und f. schnalle, spange. 11) Campe schreibt rinken m. und bezeichnet das wort als ein nicht eigentlich schriftmäsziges, den mundarten und der handwerkssprache angehörig. der nom. rinken ist aus der schwachen flexion eines m. rinke erwachsen, vergl. reifen. rinken, m. Stieler 1649, daneben in gekürzter form rink ebenda. mundartlich ist das wort in Ober- und Niederdeutschland erhalten, und zwar als m. und f. in der Schweiz als schwaches m.: Spreng 217b, der ringge Seiler 239a. Hunziker 206. Tobler 364b, ringgen m. Stalder 2, 278, ebenso kärnt. rinke und rinken Lexer 209, schles. rinke Weinhold 78a, hess. rinken Vilmar 327, ebenso im henneberg. rinken Spiesz 196. dagegen die rinke Kehrein 329. Schambach 172b. im mhd. findet dasselbe schwanken des geschlechtes statt, die handschriften überliefern rinke, rinche, ringge. im ahd. ist ein schwaches fem. hringa belegt Graff [] 4, 1169, das seinerseits dem altn. schwachen fem. hringja entspricht gramm. 3, 449. rinke verhält sich zu ring wie ranke zu ringen. s. oben sp. 104. 22) die gewöhnliche bedeutung ist fibula, spange, agraffe. ahd. hringa glossiert fibula Graff 4, 1169; ein rink mit seinem dorn. inschrift zu Basel bei Seiler 239a. d. städtechr. 4, 221, 8. 232, 22. am gürtel: der ich mich mit willen ie ze dienste bôt, an der hân ich ersehen einen gürtel rôt ... glesîn ist diu rinke, von kupfer ist der dorn. Neidhart von Reuenthal XLV, 29; doch sît ich niht wînes tranc des ist mêr danne ein woche: des gürte ich drîer loche an den gürtel mîn hinhinder. ich muoʒ et haben rinder ê diu rinke gestê an der stat dô si was ê. meier Helmbr. 1118. rinke als spange, mit welcher der mantel befestigt wird: der mantel ob der brust mit einem rinken zusammengehefft. Schm. 2, 124. besonders häufig in der bedeutung schuhschnalle, vergl. die unter 1 angeführten idiotiken. Schmid 434; bei demselben war von nöten schuoch ze tragen, doch ungenehet und one rinken. Frölich Stob. 463. auch mit näherer bezeichnung schuhrinke Vilmar 327. Kehrein 329. Tobler 364b. dann das derbe bauernstrumpfband von leder: beinrinke, knierinke. Kehrein 329; westfälisch rinkleder Woeste 215b. du verlierst deinen ringen (in andern ausgaben rinken). Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 2, 33. 33) rinke wird gewissermaszen als nebenform von ring betrachtet und erhält einen theil des bedeutungsgebietes von rink zugewiesen. es tritt auch gänzliche vermischung ein, so sagt man in Hessen der fingerrinken für der fingerring. Vilmar 327. vgl. Spiesz 196 und die dort angeführte litteratur. ringe des panzers: er wolt, dasz man von rincken zu rincken unnd glidsweisz den pantzer flick. Fischart Garg. 250; er kann nicht weiter sinken, doch weiter schaden thun, wo gott nicht einen rinken ihm durch die nasen zeucht. Scultetus bei Lessing 8, 280 (nach 2n. 19, 28 so wil ich dir einen rinck an deine nasen legen). wenn man um den kopf (eines neugeborenen) einen rinken sieht (nachher todtenkranz genannt), so prophezeit die hebamme dem kinde ein kurzes leben. Struve erz. d. kinder (1798) 65. rinke ist besonders ein groszer schwerer ring von metall, daher heiszt rinkenschmied, rinkschmied der schmied, welcher starke eiserne ketten schmiedet. Schm. 2, 124. besonders von ringen, die als handhabe dienen: der ring an der thür, türrinken cornix, marculus Stieler 1649; er hat mein hertz, gleich den rinken an meiner thür, mit unabläszlichen anklopffen, in verwirrung gesetzet. pers. baumg. 2, 3; den rinken an der tür laszen, s. oben ring 2, c sp. 987. als handhabe an gewichten: mit den händen 4 gewichtstucken, auf deren jeden das zeichen 1 centn. bemerkt, an ihren rincken hielt. Felsenb. 2, 409; ich hub noch zugleich das dritte mit den zähnen auf, nachdem ich nur ein wenig leinewand um den rincken gewickelt hatte. 364. handhaben am sarg: bei den eisenarbeitern waren die rincken und beschläge (des sarges) auch schon bestellt. 3, 238. Schambach 172b; die halbringe an kesseln Lexer 209. von den starken metallringen an der bundeslade, durch welche die tragestangen gesteckt wurden: und geus vier gülden rincken, und mache sie an jre (der lade) vier ecken ... und mache stangen von foern holtz und uberzeuch sie mit golde, und steck sie in die rincken an der laden seiten, das man sie da bey trage. 2 Mos. 25, 12. 44) besondere wendungen: schweiz. eine sache bey dem rincken nemen, etwas am rechten ende anpacken. Spreng idiot. raur. 217b. entweder von der bedeutung handhabe (s. unter 3) ausgehend, oder die wendung bedeutet etwas an der spange fassen, wo man das verknüpfte am schnellsten auflöst. weiter abliegend ist die schweiz. redensart einen beim rinken nehmen, ihn züchtigen, prügeln, hart mitnehmen Seiler 239a. Tobler 364b; jemanden an den rinken spannen, einem übelthäter, der geprügelt werden soll, die hände an ringe spannen. Spreng a. a. o. rinken gieszen, vgl. Zarncke zum narrenschiff 19, 68; die erklärung der redensart gibt Agr. 35a: rincken seind krumm, und mann bleibt offt drinnen behangen (am dorn); also gieszen rincken, die mit aller bberey umbgehn, andere leut damit zu betriegen. auf ähnlicher anschauung beruht nd. rinkefîlen, ränke [] schmieden, pläne machen, trachten nach etwas Schambach 172b; vgl. brem. wb. 3, 497. mhd. rinkelvîler in eigentlicher bedeutung Lexer mhd. wb. 2, 451; mnd. rinkvîler Schiller-Lübben 3, 485b. 55) technische bezeichnungen. geschmiedete beschläge aller art heiszen rinken Jacobsson 3, 424a; riemen-handhaben an der orgel. 423b.
5502 Zeichen · 136 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rinkeswf. swm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    rinke swf. swm. vgl. Graff 4,1169. fibula; am gürtel, am schuh, am pferdegeschirr. fibula rink voc. o. 14, 36. renda est…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rinkeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rinke , F. nhd. Zierring an der Kleidung, Schnalle, Beschlag Vw.: s. gorde-, sādelgorde- Hw.: vgl. mhd. rinke Q.: Neoc. …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    RinkeDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Rinke , Mz. — n , die Speckgrieben vom Speck der Wallfische und anderer Seethiere.

  4. modern
    Dialekt
    Rinke

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Rinke das Wort, ahd. rinka, mhd. Lexer rinke , ist mit der Sache völlig veralt.; nach der Überlieferung in Saarl , Prüm …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rinke

58 Bildungen · 31 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

rinke‑ als Erstglied (30 von 31)

rinkelen

KöblerMnd

rink·elen

rinkelen , sw. V. Vw.: s. ruchelen (1) L.: MndHwb 2, 2153 (rinkelen)

Rinkeleⁿchue

Idiotikon

Rinkeleⁿchue Band 3, Spalte 95 Rinkeleⁿchue 3,95

rinkelfeiler

DWB

rinkel·feiler

rinkelfeiler , m. der schnallen feilt, glättet Lexer mhd. wb. 2, 451 ; mnd. rinkvîler in gleicher bedeutung Schiller-Lübben 3, 485 b .

rinkelmacher

DWB

rinkel·macher

rinkelmacher , m. der ringlein und schnallen für die gürtler verfertigt. Schm. 2, 124 . Jacobsson 7, 77 a : Hanntz Heintz, ein rinckelmacher…

rinkelmachære

KöblerMhd

rinkelmachære , st. M. nhd. Rinkelmacher, Verfertiger von Ringen oder Schnallen aus Messing für die Gürtelmacher Q.: Tuch (1464-1475) E.: s.…

rinkeln

DWB

rink·eln

rinkeln , verb. schnallen, mundartlich: sie banden ihre strümpfe, ringgleten ( vgl. ringge neben rinke) ihre schuhe alsobald. Pestalozzi 2, …

Rinkel(t)i rënkel(t)i

ElsWB

Rinkel(t)i rënkel(t)i [Rìkəli rakəli Olti. Dü. ; Rìkələ rakələ Geberschw. ; Rìərlis raərlis Roppenzw. ; Rìlti ralti Osenb. ; Rìklti…

rinkelvīler

KöblerMhd

rinkelvīler , st. M. Vw.: s. rinkelvīlære*

rinkelvīlære

KöblerMhd

rinkelvīlære , st. M. nhd. „Rinkelfeiler“, Schnallenfeiler, Schnallenglätter Q.: Beh (1462-1465) E.: s. rinkel, vīlære* W.: nhd. (ält.) Rink…

Rinkenbühl

SHW

Rinken-bühl Band 4, Spalte 1417-1418

Rinkenbuckse

RhWB

rinken·buckse

Rinken-buckse -buts(ə) (s. S.) Allg. (veralt.) f.: kurze Kniehose, mit der Schnalle unter dem Knie.

Rinkendrad

WWB

Rinken-drad m. [ Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Kr. Iserlohn Isl Kr. Brilon Bri Alt] Sorte dicken Drahtes, groben Stacheldrahts.

rinkendrât

MNWB

rinken·drat

° rinkendrât , m. ( Gen. Sg. -des ) : Draht von best. Stärke (Steinen Westf. Gesch. 3, 1247 u. Süderland 4, 23: Altena).

rinkendrât

LW

rinken-drât, Draht zu Ringen oder Spangen, eine Drahtsorte.

rinkendrāt

KöblerMnd

rinken·drāt

rinkendrāt , M. nhd. ein Draht von bestimmter Stärke E.: s. rinke, drāt L.: MndHwb 2, 2153 (rinkendrât), Lü 303a (rinkendrât) Son.: örtlich …

rinken I

RhWB

rinken I s. o. bei Rinke.

rinken II

RhWB

rinken II = lenken s. renken.

rinken III

RhWB

rinken III -i-, –e- vereinzelt schw.: 1. etwas r. a. drehend hin- u. herziehen WBitb . — b. etwas Gewichtiges handhaben, bewegen, etwas mit …

rinkenmacher

DWB

rinken·macher

rinkenmacher , m. schnallenmacher, oder dasselbe wie rinkenschmied? C. Henntz rinckenmacher. deutsche städtechron. 2, 286, 9 var.

Rinkenschläpplis

ElsWB

Rinke n schläpplis [Rekəlaplis Dunzenh. Z. Han. ] n. Spiel der Dorfjugend auf dem Abe n dmärk t (s. d.) : um die im Kreise abwechselnd auf…

rinkenschmied

DWB

rinken·schmied

rinkenschmied , m. verfertiger von starken eisernen ketten für die fuhrleute. Lexer mhd. wb. 2, 451 . Schm. 2, 124 . nach Jacobsson 3, 423 b…

Rinkenschueh

ElsWB

rinken·schueh

Rinke n schue h m. Schuh mit grossen Schnallen Geberschw. ‘eire Rinkeschueh’ Stöber Mäder 47. †

rinkenschuh

DWB

rinken·schuh

rinkenschuh , m. schnallenschuh: ringgenschuoch, rinckschuoch clavatus Dief. 126 a .

rinkensmet

KöblerMnd

rinken·smet

rinkensmet , M. nhd. „Rinkenschmied“, Handwerker der Drahtringe fertigt E.: s. rinke, smet W.: s. nhd. (ält.) Rinkenschmied, M., Handwerker …

rinkensmit

Lexer

rinken·smit

rinken-smit stm. verfertiger von starken eisernen ketten für die fuhrleute etc. Nürnb. bürger- u. meisterbuch vom j. 1429 ( Nürnb. arch. nr.…

rinkentuch

DWB

rinken·tuch

rinkentuch , n. bei den jägern tücher, deren leinen in ringen gehen. Jacobsson 3, 424 a .

rinke als Zweitglied (27 von 27)

Amerinke

WWB

amer·inke

Amer-inke. āmɐiŋkn m. Feuerloch (beim Herd) Kr. Olpe Olp Kr. Olpe@Rhonard Ro = WWB-Source:42:Bröcher Bröcher 14. → WWB Inke .

getrinke

DWB

get·rinke

getrinke , n. , verbalsubstantiv zu trinken ( s. d. ). vereinzelte, jüngere bildung: desselben abends waren die redouten besuchter als jemal…

gorderinke

KöblerMnd

gorde·rinke

gorderinke , F. nhd. „Gurtring“, Beschlag am Sattelgurt Vw.: s. rōt- E.: s. gorde, rinke L.: MndHwb 2, 2153 (rinke/gortrinke) Son.: örtlich …

Gummirinke

WWB

gummi·rinke

Gummi-rinke Gummistrumpfband zum Schnallen ( Kr. Meschede Mes Kr. Meschede@Bracht Br ).

heusprinke

BMZ

heu·sprinke

heusprinke , heusprinkel m. heuschrecke. si bizêchenit den howesprenken Wernh. v. N. 38,13. vgl. Pfeiffer Cöln. mundart 103.

hewsprinke

KöblerMnd

hewsprinke , M. Vw.: s. höüsprinke

höusprinke

KöblerMhd

höusprinke , sw. M. nhd. Heuschrecke Hw.: s. höuschrecke; vgl. mnd. höüsprinke Q.: WildM (1170/1180) E.: s. höuwe, sprinke W.: nhd. DW- L.: …

höüsprinke

KöblerMnd

höüsprinke , M. nhd. Heuschrecke Hw.: s. höüsprengel, höüschrecke; vgl. mhd. höusprinke E.: s. höü, sprinke L.: MndHwb 2, 364f. (höükêse/höü…

Kamelledrinke

LothWB

Kamelle-drinke n. Kamillenabsud für Menschen,

kôlsprinke

MNWB

kol·sprinke

kôlsprinke (Gll. auch -sprenke, -spranke ) Heuschrecke. Vgl. höüsprengel, -schrecke.

kōlsprinke

KöblerMhd

kōl·sprinke

kōlsprinke , sw. M. nhd. Heuschrecken ÜG.: lat. locusta Voc Hw.: s. kōlsprinc; vgl. mnd. kōlsprinke Q.: Voc (1482) E.: s. kōl (1), sprinke (…

rōtgorderinke

KöblerMnd

rōt·gorderinke

rōtgorderinke , M. nhd. „Rotgurtring“, ein Beschlag am Sattelzeug E.: s. rōt (2), gorderinke, gorde, rinke L.: MndHwb 2, 2268 (rôtgortrinc) …

sādelgörderinke

MNWB

° sādelgörderinke, f. ( Pl. -n) : Beschlag am Sattelgurt, vȫr s.n 3 sol. (Elbing KR 1, 248). rinkvîlre, rinkendrât, ~smet

schnabelrinke

DWB

schnabel·rinke

schnabelrinke , m. eiserner ring an der hinterachse eines wagens ( vgl. rinke 3, th. 8, 1017): die hinter-achse, an welcher die zwey grossen…

Schnuddelrinke

RhWB

schnuddel·rinke

Schnuddel-rinke -e- Gummb-Dieringhsn Nümbrecht f.: verächtl. 1. schmutziger, verlotterter Mensch. — 2. junger, unreifer Bursche.

schuhrinke

DWB

schuh·rinke

schuhrinke , m. f. schnalle, spange am schuh, schuochringken (der), ansa Maaler 364 b , schuhrinken, m. Campe, schuhrincke, m. fibbia da sca…

sprinke

DWB

sprinke , m.? wie das vorige auf niederdeutschem gebiete benennung der heuschrecke: sprynke, brutus ( l. bruchus ). wörterbuchquelle bei Sch…

sādelgorderinke

KöblerMnd

sādelgorderinke , F. nhd. „Sattelgurtring“, Beschlag am Sattelgurt E.: s. sādelgorde, rinke L.: MndHwb 2, 2153 (rinke/sādelgörderinke) Son.:…

zirinke

DWB

zir·inke

zirinke , f. , syringe, flieder, s. oben ziringe.