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zwirbeln

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DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwirbeln vb.

Bd. 32, Sp. 1299
zwirbeln, vb. , drehen, wirbeln. iterative l-ableitung von mhd. zwirben, das meist als mischbildung aus zirben und wirbel aufgefaszt wird, s. Heyne dt. wb. 3, 1462; ähnlich Kluge-Götze 15916a. 11) für den vorgang einer drehbewegung, meist schwankender oder gar taumelnder art. 1@aa) in kreisen sich hin- und herbewegen: dem riet der tiufel, daz er ein seil nam und in einen stadel gienc und sich an einen balken hienc. und dô er zwirbelt hin und her, dô brach daz seil, zehant lief er in einen wîer und ertranc Hugo v. Trimberg der renner 15661 Ehrismann; wie du uns am sail gezwirbelt, uns im ring herumgewirbelt, dasz uns nacht ums auge grauszte, dasz's uns in den ohren sauszte Schiller 1, 213 G. häufiger von einer flugbewegung: ain zwirbelfalck, vnd der nam wirt im darumb zugelegt, wann sein aigenschafft ist, das er sich an der paisz in dem absteigen zwirbelt alszlang, bis er den vogel, den er paisset, geschlagen vnd gepaissen mag Mynsinger v. d. falken 8 lit. ver.; was zwirbeln und wirbeln ohne ziel? wir tragen bei uns, was uns von nöten J. V. Widmann maikäferkomödie (1911) 206. bes. von dingen, die vom wind in eine unbestimmte, flugähnliche drehbewegung versetzt werden: zwirblen yr nit auch yetz in einer windsbrut herumb ob yr schon nit empfinden! M. Herr sittl. zuchtbücher (1536) 183b; ein grosses brastlen unnd sausen ..., das wie ein windsbraut alle ding umb sich eynriss und zwirbelt S. Franck bei Fischer schwäb. 6, 1465; vivat de winter! heisso! vivallero! schneiflocken zwirwelt! bei Bauer-Collitz waldeck. wb. 191a; wirbelnd fliegen Clausz ma. v. Uri (1929) 116; guck' einmal, wie die blätter in dem wind durcheinander zwirbeln Spiess henneberg. id. 296; dr stāb zwerwlt auf der staub wirbelt auf Blumer westböhm. ma. 98b. 1@bb) deutlicher mit dem nebensinn eines völligen durcheinanders: verfluocht seiendt ihr grausamen wallen auff dem mör. warumb hand ir mich nit gantz verdilcket, als ich in Frankreich schiffet, da ir mich also mit ewerem ungestümen zwirbeln umbgeben hatten! (1551) Wickram w. 1, 344 lit. ver. (vgl. zwirbel 1 a 'wasserwirbel'); da erhebt sich denn ein solch rennen, lauffen, und durcheinander zwirbeln E. Sacerius buch v. heil. ehestande (1553) 103a. meist übertragen: der kopf zwirbelt mir es geht mir alles untereinander Berndt (1787) 168; Anton Oberlausitz (1830) 11; s' zwirwelt mir für den aujen es wird mir schwarz vor den augen Martin-Lienhart els. wb. 2, 926b; 'schwindlig, verdreht sein': da war es eines morgens, als wäre ganz Paris von einem elektrischen schlag getroffen aus dem bett gefahren und zwirble noch sturm und betäubt herum J. Gotthelf ges. schr. (1856) 1, 252; er musz nicht recht gescheit sein, er sieht so verzwirbelt aus Crecelius oberhess. wb. 941; Hertel Thüringen 268; vgl. unten zwirblich. 1@cc) sich um sich selbst drehen: 'sich dauernd im kreise herumdrehen, von kindern, die zu zweit ihre hände ineinanderhaken, die füsze gegeneinander stemmen, sich zurücklehnen und dann um ihre füsze im kreise wirbeln' Heinzerling-Reuter Siegerland 345b. in der turnersprache: das zwirbeln eine drehübung Sanders 2, 1814b. in der umgangssprache häufig als drohung, wo eine drehung um sich selbst als beabsichtigte und mögliche wirkung hingestellt wird: ich gAe dir ê dachtel, dasz du rum zwirbelst Reinwald Henneberg (1793) 152b; sich um sich selbst drehen ech gä der en oarfij, dadde dech zwierwelst Heinzerling-Reuter Siegerland 345b; ich haii dir eins, dasz de zwirbelst! Martin-Lienhart els. wb. 2, 926b. in transitiver wendung jem. zwirbeln ihn beim tanze drehen: de kan döi weisleu regt zwörbeln Schmidt westerwäld. id. 344; vgl. auch Friedli Bärndütsch 5 (1922) 380. hier auch von der sich beim spinnen drehenden spule: die hängende, in leises zwirble versetzte spule 5, 513. 1@dd) der gedanke des sich-drehens tritt zurück gegenüber der vorstellung einer unsicheren, schwankenden, wirbelnden vorwärtsbewegung. α) schwanken, torkeln: wie der bär also ein gut weyl vmbgezwirblet vnd zletst nidergefallen, gestorben Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 18; taumeln, wie ein trunkener kollern Seiler Basel 330b; taumeln, im zickzack gehen (wie trunkene), zu boden stürzen Martin-Lienhart els. wb. 2, 926b; taumeln Schild Brienz in PBB 18, 332; herumzwirbeln, hinanzwirbeln besinnungslos hinfallen Fischer schwäb. 6, 1465. β) sich vorwärtsbewegen; mit unsicheren, schwankenden und abwehrenden bewegungen: es wird der armen maus angst, sie wehrt sich, und zwirbelt, und musz der schlange denn doch noch zum maul hinzu laufen (1785) Pestalozzi s. w. 3, 88 Stecher; (er) drehte und zwirbelte den zornschnaubenden keuchenden bauern zur türe L. Thoma ges. w. 5, 525. rasch und wirbelnd vorwärtsstürmen: das mägdlein aber hat sich bald ermannt und ist über den kirchhof davon und zum dorf hinausgezwirbelt, wie eine katz, dasz alle leute voll entsetzen heimgeflohen sind und ihre thüren verriegelt haben G. Keller ges. w. (1889) 1, 55; wöi dat könd dort hinaus zwörbelt schnell sich fortarbeitet Schmidt westerwäld. id. 344; sich wirbelnd bewegen Weber ma. d. Zürcher Oberlandes (1923) 32. 22) in vornehmlich transitiver verwendung, einen gegenstand drehen oder ihn in eine drehende bewegung versetzen. 2@aa) in häufiger wendung den bart zwirbeln, ihn mit den fingern spitz aufwärtsdrehen: er ... zwirbelte seinen stichelhaarigen knebelbart M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 167; er trug einen klemmer, hatte kluge dunkle augen und einen gezwirbelten schnurrbart Sven Hedin 50 jahre in Deutschl. (31939) 57; das waren gut angezogene herren mit gezwirbelten schnurrbärten Renn adel im untergang (1947) 104; die männer trugen lange bärte zur schau oder zwirbelten zum mindesten einen mächtigen schnurrbart als weithin erkennbares attribut ihrer männlichkeit empor St. Zweig welt v. gestern (1947) 94; (er) zwirbelt seinen schnurrbart L. Feuchtwanger Simone (1950) 102. auch 'locken drehen': du solltest dir übrigens jetzt eben auch so eine reihe kleiner löckchen zwirbeln, so um die stirn hier Mörike ges. schr. (1905) 3, 116 Göschen. 2@bb) einen faden mit den fingerspitzen drehen: 'zusammendrehen, z. b. ein aufgelöstes fadenende' Fischer schwäb. 6, 1465; 'zwirnen' ebda; 'einen faden zu hart zwirnen, drillen' Martin-Lienhart els. wb. 2, 926b; die baronin zwirbelte (beim nähen) an einem schwarzen faden quelle von 1930. im bilde: rauch von einem feuer der waldhüter stieg dünn und kerzengrade bis in sehr grosze höhe, er schien sich im steigen nicht zu bewegen; dann aber war es mit einem male, als würde der rauchfaden in den fingern einer unsichtbaren riesenhand gezwirbelt Ponten rhein. zwischenspiel (1937) 190. 2@cc) etwas in kreisende bewegung versetzen; mit unterdrücktem objekt: 'quirlen' Schmeller-Fr. 2, 1181; 'kreiseln' Schmitz Eifler volk 234; 'dullern, den kreisel schlagen' Pfister nachtr. z. Vilmar 348. vereinzelt: sich erinnern, erzählen, auch ein wenig fabulieren darf doch das alter — die kinder hören es gerne, diese zuversicht musz das alter haben, sonst schweigt es und setzt sich still auf die ofenbank und zwirbelt die daumen übereinander H. Thoma im winter d. lebens (1925) 4; dazu stieszen sie (die umstehenden frauen) glucksende rufe aus, zwirbelten mit den fingern vor den augen der kleinen kreatur (dem kinde) und spitzten die lippen E. M. Remarque drei kameraden (1951) 68. 2@dd) jemanden drehen, ihn hart behandeln, quälen, plagen, s. Schmitz Eifler volk (1856) 234; Martin-Lienhart els. wb. 2, 926b; vgl. auch Andresen dt. volksetym. 397, der zwiebeln von zwirbeln herleiten will; doch s. dazu zwiebeln teil 16, 1138f.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zwirbelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    zwirbeln , vb. , drehen, wirbeln. iterative l- ableitung von mhd. zwirben, das meist als mischbildung aus zirben und wir…

  2. modern
    Dialekt
    zwirbeln

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    zwirbeln das hd. Wort; jem., der einen Stecken schneidet, denkt: wat sast lang' zwirbeln mühsam abdrechseln Lu Warl .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwirbeln

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zwirbeln‑ als Erstglied (1 von 1)

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verzwirbeln

DWB

verzwirbeln , vb. , mundartl. bildung zu zwirbeln ( s. d. ) im obd. u. md. raum. ' durcheinander wirbeln, verdrehen, durch zwirbeln verwirre…