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schwibbogen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwibbogen m.

Bd. 15, Sp. 2609
schwibbogen, m. gewölbter steinbogen, gewölbe, ahd. swibogo, fornix, arcus Graff 3, 40, mhd. swiboge, mhd. wb. 1, 179a. Lexer mhd. handwb. 2, 1370. die herkunft des wortes ist unklar, zusammenhang mit schweben wegen des vocals der ersten silbe unwahrscheinlich, vgl. Andresen volksetym.4 223; anlehnung an schweben liegt deutlich vor in der form swebeboge, an schwingen in swingboge, an schweif, schweife (gewölbter bogen, s. sp. 2415. 2416) in schweifbogen. Lexer a. a. o. belegt eine reihe von entstellten formen aus älterer sprache (swiwoge, swie-, swe-, swebe-, swic-, swige-, swin-, swine-, swing-, zwi-, schwit-, schmidboge). vgl. oben schweifbogen sp. 2415; schwielbogen Schm. 2, 615; schwipboge, oder krumm gebewboge, arcus, fornix, camera Dasypodius, schwibogen, der, fornicatio Maaler 367d, schwybogen 368b; schwibboge, krumb gewelb Hulsius dict. (1616) 294a; testudo, schwiebbogen eines gewölbes. Corvinus fons lat. (1660) 675a; schwibboge, fornix, testudo Schottel 1413; schwibbogen, fornix Stieler 138; schwipbogen 1964; schweif-, schweib-, schwieb-, schwibbogen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 707a; schwiebogen Steinbach 2, 545; schwibbogen Frisch 2, 250a; Adelung will lieber schwiebbogen als schwibbogen schreiben; nd. swi-, swib-, swick-, swichboge Schiller - Lübben mnd. wb. 4, 495b, swibbagen Mi 90b. 11) schwibbogen bezeichnet gemauerten bogen, gewölbe, den durch bogen oder gewölbe überdeckten raum, hier und da auch strebepfeiler, die durch frei schwebende bogen mit dem zu stützenden gebäude verbunden sind (bemerkenswert ist, dasz mit swibogo spinx glossiert wird bei Graff a. a. o., spinula im mhd. wb. 1, 179b; das weist auf eine allgemeinere bedeutung des wortes; vgl. auch Schm. 2, 615): fornix schwinpogen Aventinus werke 1, 391, 36; etlich sagen, es hab alda ain mermelstainene pruck über die Thonau gehabt, und so das wasser etwan ganz clain sei, sech man noch die gruntvest der schwipogen. bair. chron. 1, 701, 10; zwainzig grosz mächtig pfeiler unden, darauf auch neunzehen schwindpogen (an einer brücke). 848, 29; ist sein wonung mit seinem weib nachts zuo Athene unter den offentlichen gewälben und schwebbogen geweszt. Frölich Stobaeus 362; ein krämer so under den schwibögen und öffenlichen gewölben feil hat. Maaler 367d; umb disz gieng ein umbgang auff caszidonischen und rot marmolsteinin seulen und schwibbögen. Fischart Garg. 280b; ein schöne brucken von gemeur und steinwerck uber den Roddan mit zweyen schwybogen gantz statlich gebauwen. Stumpf Schweizerchron. (1606) 658b; Semiramis die königinn zu Babel hat zu Babylon auff grosze pfeiler und schwibbogen grosze gärte in die höhe bauen lassen. Wiedemann gefangensch. octob. 42 (1690); (platz) der umb und umb mit schönen schwib-bögen, und darauf gebauten galerien umbschlossen ist. Plesse 3, 119; 7 hohe säulen mit schwipbögen. 134; 2 haupt - thore ..., deren jedes 5 schwibbögen hat, einen immer niedriger als den andern. 135; pfeiler, worauf die schwibbögen der kirche ruhen. wunderh. 1, 254 anm. Boxberger; zwischen alten schwiebbögen, thürmchen, kragsteinen, fragmenten von steinfiguren. Immermann Münchh. 1, 222 (1841); einen schwibbogen über die gasse zu bauen, und in schlafschuhen von einem haus in das andere zu wandeln. Freytag handschr. 2, 270. 22) schwibbogen in der stadtmauer über was serläufen: item auf iedem swipogen oben und unter der stat warn 4 man bestelt. d. städtechron. 2, 280, 6 (Nürnberg); turner und hüeter bei den toren und swipogen. 325, 2; der swigpogen ..., darunter die Pegnitz hin ausz fleust. 11, 556, 4; zu yedem der stat tor, türlein und auch swynbogen. Tucher baumeisterb. 333, 4; im graben vor dem schmidpogen. d. städtechr. 5, 144, 10 (Augsburg). 33) gewölbter durchgang: schwibbogen .. es ist dieses wort nur von einem gewölbten bogen gebräuchlich, da man unten durch zu gehen pflegt. Frisch 2, 250a. 44) in besonderer anwendung bei Jacobsson: man pflegt auch im hochdeutschen die gewölbte grabstätte, wo man verstorbene beysetzet, schwibbogen zu nennen. 4, 107a; vielleicht sind die in kirchhofsmauern hier und da angebrachten vertieften bogen gemeint (so bei Campe). 55) schwibbögen, bezeichnung der schläfebeine. Hyrtl kunstworte der anatomie 141. 66) in poetischem gebrauche: als er ... hinter hügeln und wäldchen den schwibbogen des himmels, den berg von der lindenstadt sah. J. Paul Titan 1, 84.
4408 Zeichen · 93 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwībbogen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schwībbogen , oder vielmehr Schwiebbogen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Die gewölbte steinerne Decke eines Raumes, …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwibbogen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwibbogen , dilettantische, in der Technik nicht mehr gebräuchliche, weil mit keinem bestimmten technischen Begriffe v…

  3. modern
    Dialekt
    Schwibbogen

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Schwibbogen Band 2, Spalte 2,1591

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