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trumpfen

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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30

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trumpfen vb.

Bd. 22, Sp. 1370
trumpfen, vb. , ableitung von 1trumpf, wie das (in der bedeutung 1) sinngleiche triumphen (im kartenspiel) von triumph, s. sp. 706; für trumpfen 4 kommt direkte umbildung aus triumphieren in betracht, s. dazu die angaben bei 1trumpf. die mundartliche verteilung der formen trumpfen (trumfen, tromfen), trumpen (trompen) und trufen (truwen) entspricht der bei 1trumpf (s. sp. 1363). 11) im kartenspiel. 1@aa) zufrühest erscheint trumpfen im 16./17. jh. als 'karten spielen', vgl. dazu trumpf 2 a γ als kartenspiel: jedoch hett er allerley spiel inn allerley wehren vor, ... als nämlich spilt er ... trumpffen (a la triomphe), neunundhundert, rum und stich Fischart Gargantua 259 ndr. (nach H. A. Rausch spielverz. in Fischarts Garg. [1908] xxxvii ähnlich dem spiel sechsundsechzig); damit sie leut bey inen haben, die mit ihnen trumpffen unnd in dem brett spielen Höniger narrensch. (1574) 270a; (er befahl, sie) nach dem essen mit kartlen und trumphen ... zu unterhalten Er. Francisci d. hohe traursaal (1665) 1, 597; was für ein spihl er mit den karten am meisten gespihlet? ... dasz er ... kein anders gespihlet als das trumpfen, oder wie es etliche nennen, triumpfen franz. kriegs-Simplic. (1683) 2, 166; vgl. noch: wenn der abt karten spielt, dann trumpfen auch die mönche Düringsfeld sprichw. 1, 4b. 1@bb) erst seit dem 17. jh. belegt in der heute noch geläufigen bedeutung von 'ausspielen der trumpffarbe' beim kartenspiel, vgl. trumpffen ludere triumphum Schönsleder prompt. (1647) Kkk 4a, ludo chartularum triumphare Weismann lex. bipart. (1725) 2, 416a; ich trumpfe charta validiore aliam vinco Steinbach dt. wb. (1734) 2, 874: seine (des spielers) gantze kunst bestehet in trumphen, pochen und stechen samml. allerh. auserl. meisterst. (1738) 2, 193; bildlich: (Valeria:) ich will euch allen freude machen und allen aufrichtig begegnen. (Porporino:) ja, farbe muszt du halten, bekennen oder trumpfen. (Valerio:) mache nur, dasz sie dich nicht in den scat legt Cl. Brentano ges. schr. (1852) 7, 106; was einem recht, das ist dem andern billig, du spielst — ich auch; du trumphst, und trumphen will ich Gaudy s. w. (1844) 24, 138. 22) von 1 b ausgehend häufig übertragen gebraucht; vgl. dazu die composita ab-, auf-, übertrumpfen. 'widerpart halten, eine abfuhr erteilen, eine abfertigende antwort geben', vgl. 1trumpf 2 b α aa: heut habe ich ... den lästerungen getrumpft Hermes Sophiens reise (1776) 1, 394; wenn ich ihn gut machen will, so musz ich ihm nur unrecht geben und brav trumphen (cum placo [eum], sedulo adversor et deterreo) J. G. Chph. Neide Terenz (1784) 2, 22; 'da hat er mich einen dalken gheiszen ...' (Michel:) 'für die red wirst ihn doch trumpft haben?' A. Bäuerle kom. theater (1820) 3, 71; vgl. auch nd. enen trumfen 'eine derbe antwort geben' brem.-nds. wb. 5, 118; ech hān en gedrombt 'habe ihn zurecht gewiesen, ihm bescheid gesagt' Heinzerling-Reuter Siegerl. 49; es ist nichts unmöglich, trumpfte Bovillard W. Alexis ruhe (1852) 1, 258; 'wie wollten wir ... eine spottende nachrede eintauschen?', 'gut getrumpft!' sagte der vater G. Keller ges. w. (1889) 8, 127; Maria Ev sagte: 'du weiszt doch, Even werden gern gelüstig.' er lachte und trumpfte: 'du folgst doch mehr der Maria als der Ev, mein ich' P. Dörfler notwender (1934) 120. im sinne von 'schelten, sticheln', vgl. 1trumpf 2 b α bb: Uli hatte sich brav gestellt, und doch trümpfte ihn ein baurensohn ..., als ob er am verlust schuld sei Jer. Gotthelf s. w. (1921) 4, 59; die andern dienstboten fingen ... bald an, ... zu trümpfen, sie müszten sich zur arbeit halten ders. ges. schr. (1855) 2, 42. schwächer, etwa 'ernstlich mahnend zureden': du weiszt, bruder, ich machte mir hoffnung auf dein weib ... vater hatte mir eben getrumpft, als du das haus deines schwiegers verlieszest L. Goldammer Litthauen (1858) 326. 33) 'die trumpfkarten beim ausspielen knallend auf den tisch schlagen': eichelkönig und schellenbube knallten, von der markigen hand des gewinners auf den tisch getrumpft W. Alexis Isegrim (1854) 1, 53; von einer in schall und gebärde ähnlichen bewegung: die fäuste, auf den tisch getrumpft, begleiteten ... die reden W. Alexis Roland v. Berlin (1840) 1, 352; als gebärde allein: hatte er schon die rentenmarkscheine in der hand, ... ordnete sie wie spielkarten und warf trumpfend einen um den andern auf die ... bettdecke Carossa Gion (1931) 104. 44) in älterer sprache im compositum hereintrumpfen 'feierlich daherkommen, einziehen', wohl unmittelbar von triumph A 2 abgeleitet wie mit anderer endung sinngleiches triumphieren 1 b (sp. 710), formal wie trumpfieren (sieh unten), vgl. hereintrumpfen magnifice incedere, basilice se inferre Schönsleder prompt. (1647) K k k 4a: der künig der vermags (prächtig einzureiten) und ist gewaldig, unser herr gott war arm, trumpfft nur auff einem esel herein M. Lindener katzipori 96 lit. ver., vgl. dazu Abr. a s. Clara unter triumphieren a. a. o.
4981 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trumpfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    trumpfen swv. in vertrumpfen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Trumpfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Trumpfen , verb. reg. act. verkürzen, abstumpfen, ein nur noch hin und wieder in einigen Fällen übliches Wort. So tru…

  3. modern
    Dialekt
    trumpfen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    trumpfen Band 4, Spalte 4,715

  4. Sprichwörter
    Trumpfen

    Wander (Sprichwörter)

    Trumpfen Dä ess tüchtig getrump worden. ( Bedburg. ) Hat eine empfindliche Lection erhalten.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trumpfen

15 Bildungen · 1 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

trumpfen‑ als Erstglied (1 von 1)

Trumpfenbœhn

MeckWB

trumpfen·boehn

Trumpfenbœhn m. über dem Stubenboden befindlicher Bodenraum, in dem Korn aufbewahrt wird Ha Belsch ; zu Trumpf 2 1. — Kü. 3, 460; Me. 5, 169…

trumpfen als Zweitglied (13 von 13)

abe strumpfen

MWB

abe strumpfen swV. ‘wegkürzen’ (wörtl. ‘bis auf einen Stumpf wegschneiden’): daz wir ein groz teil diz buchis hetten abgestrumpet Cranc Vorr…

abtrumpfen

DWB

abtrumpfen , triumphare in ludo chartarum: einen mit dem trumpfe abstechen; einen mit derber gegenrede abtrumpfen; sie haben sie abgetrumpft…

aftrumpfen

MeckWBN

Wossidia aftrumpfen mit Trumpfkarten die Karten des Gegners abziehen Bri. 2, 225.

auftrumpfen

DWB

auf·trumpfen

auftrumpfen , colorem praecipuum chartae lusoriae emittere, trumpf ausspielen: ich hätt dem major besser auftrumpfen sollen. Schiller 181 ; …

übertrumpfen

DWB

ueber·trumpfen

übertrumpfen , v. , untrennb. verbindung, trans., jem. ü., ( im kartenspiel ) das von ihm mit einem trumpfe gestochene blatt mit einem höher…

vertrumpfen

DWB

ver·trumpfen

vertrumpfen , v. 1 1) v. heiszt: die wegen einer hindurchgehenden treppe, eines schornsteins etc. abgeschnittenen balken in ein starkes quer…

Ableitungen von trumpfen (1 von 1)

vertrumpfen

DWB

vertrumpfen , v. 1 1) v. heiszt: die wegen einer hindurchgehenden treppe, eines schornsteins etc. abgeschnittenen balken in ein starkes quer…