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keif

mhd. bis spez. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

keif m.

Bd. 11, Sp. 441
keif, m. rixa, die wesentlich mitteld. form des strenghochd. keib (s. d.), nd. kîf: als Adam êrst geschapen wort, im paradîs nam ên echte (ehlich) wîf, dâr van kam alle moije unde kîf. Waldis verl. sohn 494, wie wîf hd. weib lautet, sollte auch kîf hd. keib sein, s. darüber keifen. 11) keif, zank, hader, in mitteld. und rhein. voc. 15. 16. jh. oft kyff, kijff rixa, lis, contentio Dief. s. vv.: hute dich (vor gericht dem gegner gegenüber) vor kyfe, wen der gewin lyt an redelichen worten unde nicht an smelichen worten. richtsteig landrechts cap. 4, in mitteld. übers. (Homeyer s. 104), zank, der zu schmähworten führt; ist also ein ewiger keif .. so wirt nimmermehr kein fried. Luther tischr. 405a; sie hat den Rodomont und Ruggier eingenommen mit Mandricard und macht' dasz sie stracks musten kommen mit ihrem zank und keif für könig Agramant. Werder Ariost 26, 31, 3. noch Schottel 1343, Stieler 937 geben keif, jetzt wol erloschen. 22) wie aber oberd. keib ein kib (kieb) neben sich hatte, so das md. keif eine nebenform kiff (kief), die in dem 'kyff' der alten vocc. vorhin nicht zu unterscheiden ist; der Leipziger voc. opt. 1501 aber gibt dicht neben lis, litigium keif: 'litigiosus, vol kiffes' P 5b, 'rixosus von kiff zu kif' Aa 1b (vgl. keifstreit). noch heute in Nürnberg kif m. hader, auch zorn (wie keib) Schm. 2, 285, wie im Nürnberger voc. th. 1482 kyff, krieg, urloge mit worten q 4a; das läszt sich nicht alles als kîf fassen. gewöhnlich wird es kief geschrieben (Stieler neben keif), wie auch im brem. wb. 2, 766. 778 nd. kief zank, auch verweis (kîf Danneil), bei Campe ebenso nordd. kiff, kiffe (pl.) bekommen, ausgezanktes: hader, kief und zank. Ringwald laut. warheit 372 (keif in Brodkorbs ausg. Langensalza 1700 378); der kund den kief nit lenger leiden, den er so lang het angehort, im verdrossen die lesterwort. Waldis Es. 173a (3, 78, 12), er hat freilich auch biel für beil (1, 1816); wir waren kaum erwarmt, alsbald entstand ein kief, wer bei der frauen hätt allda den besten brief. Dan. v. Czepko sat. ged. 6, 32 (handschr.). s. auch kifig gleich keifig, kifen neben keifen sp. 445 fg. 33) keif von hundegebell: (der 'saufinder' bellt um die sauen herum), bisz solche auf solchen keif von dem weidemann besprungen, erschlichen und geschossen werden. Flemming teutscher jäger 176b; weidmännisch den hund auf den keif hetzen. eine übertragung von keif 1 liegt nahe, zumal dieses blosz wortgezänk zu bezeichnen scheint (vgl. keib, mnd. kîf von waffenstreit sp. 430). doch s. weiter sp. 445.
2562 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    keifadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    keif adj. s. kîf.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    keifm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    keif , m. rixa, die wesentlich mitteld. form des strenghochd. keib ( s. d. ), nd. kîf: als Adam êrst geschapen wort, im …

  3. Sprichwörter
    Keif

    Wander (Sprichwörter)

    Keif 1. Alter Keif erhebt sich bald. Bei Tunnicius (823) : Olt kyf vorhevet sik bolde. (Lites praeteritae facile renovan…

  4. Spezial
    Keif

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Keif m. (-[e]s) (Geschimpfe) bruntorada (-des) f. , slomenada (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keif

29 Bildungen · 23 Erstglied · 1 Zweitglied · 5 Ableitungen

keif‑ als Erstglied (23 von 23)

Keifeister

RhWB

keife·ister

Kei-feister kę·i.əsfīstər Geld-Hinsbeck m.: einer, der alles genau untersucht; ich gläuf dat ken ennem K.

keifeln

DWB

keif·eln

keifeln , dem. zu keifen: da war ein keifeln und ein klaffen. Krüger vom anfang und ende der welt C 8 ; wo aber dargegen das töchterlein sic…

keifen

DWB

keifen , altercari, die im nhd. herschende form für das strenghd. keiben, mit der stufe des stammauslauts die den sprachen der nd. lautstufe…

keifen I

RhWB

keifen I = schelten s. keiben.

keifen II

RhWB

keifen II -ēf- MülhRh-Overath schw.: etwas, einen k., quetschen, drücken. — Abl.: die Keferei, dat Gekefs.

keifer

DWB

kei·fer

keifer , m. altercator. Stieler 937 , Steinbach. nnl. kijver, dän. kiver, mnd. kîver.

keïferen

LothWB

keif·eren

keïferen intr. v. Si. als Küfer arbeiten. — lux. 218.

keiferin

DWB

keif·erin

keiferin , f. altercatrix. Stieler 937 , Steinbach, nl. kijfster: mich jammert Zeus, dasz ihn die keiferin ( Juno ) mit ihrer ekelhaften lie…

keifern

RhWB

keif·ern

keifern -ēf- Daun-Stdt Gerolst Tettschd , Prüm-KlLangenf Reuth Steffeln , Malm-Bütgenb Mürring Meyerode Rocherath Weywertz schw.: das Gesich…

keifhaare

DWB

keif·haare

keifhaare , pl. die haare im nacken, in denen sich nach einem volksglauben die zanksucht aussprechen soll, auch zankhaare; in Sachsen.

keifig

DWB

kei·fig

keifig , kifig , zänkisch. 1 1) keifig. Stieler 937 ( vgl. keibig): ist er des schweigens nicht gewohnt ( der gewünschte mann ), so mag er k…

keifisch

DWB

keif·isch

keifisch , dasselbe, Stieler 937 : ein muster von einem alten häszlichen keifischen weibe. Seume. s. keibisch, kiffelisch.

keifstreit

DWB

keif·streit

keifstreit , m. conflictatio, kyffstrit, keifstreit gemma Dief. 141 c , kiffstreit voc. opt. Lpz. 1501 G 3 a . vgl. kampfstreit, und nd. kyf…

keifung

DWB

keif·ung

keifung , f. altercatio. Stieler 937 . kyffung contentio. voc. opt. Lpz. 1501 G 4 a .

keifweib

DWB

keif·weib

keifweib , n. keiferin: die keif- und zankweiber. Leyermatz 218.

keifwort

DWB

keif·wort

keifwort , n. im pl. zankende rede: der schmidt polterte seine keifworte die esse herauf. J. Paul herbstbl. 3, 64 . mit anderm vocal kifwort…

Keifwurm

Wander

keif·wurm

Keifwurm Ein Keifwurm (böses) Weib ist besser kalt als alt.

keif als Zweitglied (1 von 1)

weibergekeif

DWB

weibergekeif , n. R. Wagner 2, 204. 6, 226 . —

Ableitungen von keif (5 von 5)

bekeifen

DWB

bekeifen , conviciis prosequi, beschelten.

erkeifen

DWB

erkeifen , rixando extorquere. Stieler 937 .

gekeife

DWB

gekeife , n. keiferei: mit vergnügen spür ich mich nach so langem gekeife etwas betäubt. J. Paul 11, 65 . nl. gekijf. bei Henisch 1451 gekyf…

keife

DWB

keife , f. densitas, soliditas, s. keif adj.: wie die leber dem milz ganz ungleich, also auch die nieren, welche sovil die keife und art des…

verkeifen

DWB

verkeifen , verb. keifend verbringen: eine ganze stunde verkeifen. Heinsius 4, 2, 1307 b .