stupfen,
vb. ,
auch stüpfen, '
stecken, stoszen'.
herkunft und form. zur wurzel *steu '
stoszen, schlagen',
germ. *stupp,
s. Walde - Pokorny 2, 619;
zugehörig ist stupf. j-
ableitung, daneben schon ahd. gleichbedeutend stopfon,
s. teil 10, 3, 326: undirstupfit Notker 1, 400, 25
Piper; stuffentes
gl. 2, 47, 10;
vgl. zu dieser form: stuffen
stoszen Reinwald
henneberg. 1, 159
a,
auch im Harz (
s. 1); stoffen Zingerle
Lusern 53
a. —
das wort ist im ganzen obd. verbreitet; darüber hinaus in einem md. gebiet in unverschobener form stuppen,
s. Christa
Trier 203; Schön
Saarbrücken 206; Kisch
Nösner ma. 219
a; Follmann
lothring. 510
b; Rovenhagen
Aach. ma. 144; Hönig
Kölner ma. 178
a; Hertel
Thür. 239; stupen Kramer
Bistritz 128;
schon alt, im sinne von 2,
hier '
verstecken': wan sy moesten beyde stelen, stupen, bergen ind verhelen
Karlmeinet 148
Keller; auch u. 3 e;
vereinzelt im norden: stup Schmidt-Petersen
nordfries. 130
a. —
von dem seit alters bezeugten entrundeten hd. stipfen
ist ein nd. und vielleicht md. stippen (
s. d.)
mit echtem i
zu scheiden; doch kann in stipfen
gelegentlich mischung des südl. stüpfen
mit dem nördl. stippen
vorliegen, vgl. Crecelius
oberhess. 811.
bedeutung und gebrauch. 11)
mit mehr oder weniger scharf eindringenden waffen und werkzeugen stechen; häufig mit pungere glossiert: stuffentes
pungentis ahd. gl. 2, 47, 10 (11.
jh.); stechen, stupffen
pungo gemma gemm. (1508) v 4
a; stüpfen
pungere Stieler 2135; ob die wund grosz, klain, tief oder seycht sey, ob sy gehawen, gestochen oder geschossen sey mit aim schwert oder tegen oder mit aim pfeil oder ander instrument, das da stupfet oder stichet H. Braunschweig
chir. (1539) 59
b; wurden die von Mülhusen ... mit kriegsnadlen vast gestupfet D. Schilling
Berner chron. 8
Tobler; wenn man gleich mit nadeln in ihre haut stüpffet, fühlen sies doch nicht S. Artomedes
christl. auszlegung (1609) 1, 668; dasz si ... ein 4 järig knäbli ... mit guffen (
stecknadeln) so lang gestupfft, bisz es gestorben Ä. Tschudi
chron. Helv. (1734) 1, 378;
[] jeder drang im auf seinen pauch und zukt sein faustmesser aus. do was er also gancz von horn, daz al ir stupfen was verlorn Heinr. v. Wittenweiler 237, 20
Bechstein; die jeger ... stupffen in die hurst (
dickicht) mit den spieszen Keisersberg
bilgerschaft (1512) 175
b; darnach schwang er den reiszspiesz ..., focht mit den degen, stach mit den rapiren, durchstrich mit den sebelen, stupfft mit den tolchen Fischart
Gargantua 280
ndr. als medicinische operation: der nervus were gestupffet oder gestochen, so ist die wundt der haut beschlossen, so haisset sie dann exsecata punctura oder vulnus H. Braunschweig
chirurgia (1539) 14
b; die doctores stupfent ain und ertaylent, ob er aussetzig sey oder nit H. Staygmayer
bei Fischer
schwäb. 5, 1925; lassen inen auch das fleysch umb die klawen stupffen, das es blute Sebiz
feldbau (1579) 127.
in weiteren anwendungen: stupff nit damit (
mit dem messer) in den tisch J.
V. Deyger
paedonomia (1547) e 8
a; die harzsammler kehren daher oft zu demselben baume zurück, stuffen und pulken mit ihren messer und meiszeln von neuem in der alten 'galle' und halten die wunde ... beständig offen J. G. Kohl
deutsche volksbilder aus dem Harz (1866) 145.
auch von stechenden tieren: ob einer gestüpffet würt von einem vergifftigen tier H. Braunschweig
liber pestilentialis (1500) 28
b; uf das si (
die hornissen) all an das ross sassend, stupfent es so lang, bis es tod im wald lag H. Brennwald
Schweizer chron. 1, 153
Luginbühl; wie komts, er (
der floh) springt iz nicht so hoch, als wan er pflegt die leut zu stupfen? er kan izunt kaum hinken, hupfen Fischart
flöhhaz 55
Hauffen, und so öfter; desgleichen von stechenden pflanzen: darumb das ... sy die spiez der dorn vester stupften Joh. Hartlieb
buch Ovidii (1482) 36
a; trugen ... geflochten dorn, das sie gestupfft der gebott gottes gedachten Seb. Franck
bei Fischer
schwäb. 5, 1925.
abstracter im sinne von '
wider den stachel löcken': der papst ein so scharpffen stachel fürte, wider den niemand stupffen noch stächen dorffte Stumpf
Schweizerchr. (1606) 367;
auch J. v. Watt
dtsche hist. schr. 1, 277
Götzinger. vereinzelt im sinne von '
herumstochern': er trägt eine masse von problemen zusammen, stupft und nestelt an jedem herum, und löst keines D. Fr. Strausz
ausgew. br. (1895) 480
Zeller. 22) '
stecken, hineinstecken': man musz in keinen immen (
wespennest) stupfen Kirchhofer
schweiz. sprichw. 283; er hat in e wefzgenest gstupft Fischer
schwäb. 5, 1925; Schöpf
tirol. 35;
besonders samenkörner u. s. w. in die erde stecken und dazu eine vertiefung im boden machen, heute mundartlich: erbis in der erden, so zu stain worden, als sie ain baur gestupfft
urk. a. d. 17.
jh. in zs. d. hist. ver. f. Schwaben 8, 102; eine weibermode, dasz man in die erde von blumentöpfen verschiedene samenkörnchen stupft K. Reiser
sagen des Allgäus 2, 12; (
im februar soll man) kern und steinobst stupffen, so bald man in die erden kan v. Hohberg
georg. cur. (1682) 109; stupf mi (
die kartoffel), wann du witt, voar m braochet siehst mi nitt Birlinger
sprichw. (1868)
nr. 619;
s. auch Kirchhofer
schweiz. sprichw. 307;
anders '
eintauchen, tunken',
nd. stippen
entsprechend, z. b. die feder, s. Fischer
schwäb. 5, 1926;
auch stüpfen Hupel
Lief- u. Ehstland 232; stipfe mit einem finger ins salz und reibe die zähne wol damit J. C. Coler
hausapothek (1640) 131. —
hierher wohl auch: aber fingerlin sint ring und ich meyn, wann man sprach: fingerlin sint geben, das ist: sie haben alle in ringe gestüpfft ze kommen
Terenz deutsch (1499) 62
b. 33) '
stoszen',
auch im sinne von '
schlagen'. 3@aa)
feindlich, verletzend: (
die leute) mohten des niht gefüegen, daz diu frouwe gestozen würde, die wile sie daz kindelin truoc, oder daz sie niht wart gedrungen ze kirchen oder markte, oder daz sie gevallen wære oder gestupfet
[] Berthold v. Regensburg 1, 31
Pfeiffer; sie sollen globen und schweren ... euch an kein andern ort dan auf der wacht, wie sich geburt, euch alle stund, wie alhie gebreuchig, mit einem stecken, spies oder stab zu stupfen herumber gehn, auf alle seyten und ort zum laden hinaussehen ...
urk. v. j. 1577
in württ. ländliche rechtsquellen (1910) 1, 711; warfür ists gut, mit brügeln stupffen, wie narrn und teuffel umbher hupffen Kirchhof
wendunmuth 3, 214
lit. ver.; bohre mit füsz und ellenbogen in deinen nachbar, kützle ihn, so er trinkt, stupf ihn in die seiten
Ludwig Tölpels bauren moral (1752) 44;
allgemeiner '
tätlich verletzen', 1
nicht völlig ausschlieszend: er lert die lüt ruppffen und hinderwertiklichen stuppffen
des teufels netz 366
lit. ver.; wolt Amor, die seine underworffne offt stupfft und rupfft, sie nicht lenger in so groszer freud lassen
Amadis 391
Keller; der fuchs aber, sobald er in die gruoben kam, fieng er an den pfaffen zuo stupfen und zuo rupfen an seinem rock Wickram 3, 60, 33
Bolte; biz diu vrouwe Irmengart einen stap erkripfete und mit der gerte stipfete (
Straszb. hs. stúpfete); der kom ir da ze heile. des toren hinderteile gap si stich über stich, bis er begunde regen sich Laszberg
liedersaal 1, 221, 368. 3@bb)
durch stoszen zerkleinern: damit auch die laug und alle scherpffe wol darausz ziehe, soltu in (
den ingwer) allso gestupfft etlich tag und nacht in frischem brunnwasser ligen lassen Ryff
confectbuch (1548) 89
b; stupf ihn (
den zimmet) B. Hikmann
wien. kochb. (1808) 245. 3@cc) '
anstoszen, berühren',
ohne verletzende absicht: darnach küsz mich widerumb, das noch gröszer werd die sum, stüpf mich auch mit deiner zungen ungezwungen, die süszer dan honig ist Weckherlin
ged. 1, 264
lit. ver.; Rothköpfchen muszte erst das vögelchen noch etliche male mit dem finger der andern hand tupfen und stupfen, dasz es bisz und krabbelte Stelzhamer
ausgew. dicht. 4, 124
Ros.; darnach stipffet er ine mit dem daumen
Aymont (1535) a 2
b;
besonders '
jemanden anstoszen, um dessen aufmerksamkeit zu erregen': so bald der könig griff nach dem glasz, das er in in die seiten stuff oder am rock ein wenig zupff, damit er die aufgesatzte straf allhie nicht leichtlichen verschlaf Eyering
proverb. (1601) 1, 391;
besonders im jüngeren schrifttum alem. bair. herkunft: die speckmolchin, die auch da war, stupfte die Grithe und sagte Pestalozzi
s. w. 5, 259
Buchenau; wir waren in einem oratoire der musik gegenüber; auf einmal stupfte mich Neumann Mozart
bei O. Jahn
Mozart 3, 479; nun stupfte man den bürgermeister, er solle auch aufstehen und dem fürsten danken W. Menzel
denkwürdigk. (1877) 190; erst neulich geht uns einer nach schritt für schritt, ich stupf gschwind meine madeln, sag: sehts den nit? Nestroy
ges. w. 10, 114; der geängstigte vater zappelte von einem zum andern, stupfte jeden, deutete E. G. Kolbenheyer
Paracelsus (1926) 3, 247.
in unverschobener form: stupp — stupp — stupp! stuppete die äbtissin mit ihrem ... spazierstocke auf den boden Bode
Tristram Schandi 2, 72,
offenbar lautmalend; stuppen
precipitare, neben schuppen,
md. voc. a. d. 15.
jh. bei Diefenbach 452
a; gestuppet
obrutus voc. v. 1421
bei Diefenbach
nov. gloss. 268
a. 3@dd) '
kennzeichen aufprägen': vor der stirne, auf den backen, daumen und waden stipfen sie ihnen einige zeichen O. Dapper
Africa (1671) 32
b; brenn dem rosz einen zirckel umb das aug herumb, darnach stupffs mit
[] einem warmen eysen mitten auf die stirnen Seutter
roszartzney (1599) 149;
besonders '
leinwand mit dem obrigkeitlichen stempel versehen': nur ware, die mit dem geschauzeichen gestupft ist, darf in den handel gegeben oder auf die bleiche gelegt werden
bei Fischer
schwäb. 5, 1926;
ähnlich in jüngerem obd.: stupfen '
tätowieren',
s. wörter u. sachen 6, 7;
anders '
punktieren, tüpfeln': (
der glasmaler) stupft die aufgetragenen farben mit dem stupfen so, dasz die ganze fläche gekörnt erscheint Lueger 4, 692. 3@ee)
in der rechtssprache '
bei eiden und vertragsabschlüssen mit dem finger aufstoszen',
vgl. rechtsalterth.4 2, 146
f., auch aufstupfen,
s. teil 1, 754; Frisch (1741) 2, 353
a; Haltaus 68;
auf gleichem brauch beruht topp,
interj., s. teil 11, 1, 1, 864;
meist stipulari entsprechend: stipulatio verheissung als da einer stupfft by glauben
gemma gemm. (
Straszbg. 1508) a 3
b;
stipulari stupffen by glauben
ebda; stipulor est verbis quibusdam ex formula iuris civilis promittere aut pecuniam spondere stupffen by glauben oder verhaissen Altenstaig
voc. (1516) 92
a;
im md.: stuppen
stipulare md. voc. lat.-germ. d. 15.
jh. bei Diefenbach 553
c; der egenante ritter hat ouch globt und gestupfet, das er schaffen und versorgen welle, das ...
Straszbg. urk. v. j. 1296
bei Schilter
thes. 770
a; etlich stupftent auf glauben, sy wolten in laszen ein; man sagt von Bair und Schwaben, daran hetens keinn glaben
hist. volkslieder 3, 259
Liliencron; wan er hat gestupft und geschworen, das also gegeben und nit wölfler aber wol thürer Keisersberg
brösamlin (1517) 1, 94
b; sie (
monopoli) stupfen numer zesamen das keiner ein ellen des thuochs oder was es ist wölfler gebe den also
ebda, vgl. Ch. Schmidt
elsäss. 346
b; man bracht die rede uf die bau von dem markgrafen, do wardt beim wein uf der taffel zusammen gestupft und beschlossen, das sie ... den schneiderknecht von Baden fahen und fressen wolten
zimmer. chron.2 2, 397
Barack; da (
der wirt) uns morgen wölle umb ein solches gelt widerumben also ehrlich tractieren, wöllen wir den gantzen tag und noch ein nachttleger bey ime zubringen; stupften dariber in ein kraisz, von kreyden gezeichnett, zusammen H. U. Krafft
reisen 351
lit. ver. 3@ff)
vereinzelt intransitiv im sinne von '
hervordringen, stoszen',
vgl. 1stupfeln 3: die swammen (
pilze) lupfen, stupfen ausz der erde herde Wolkenstein 37, 73
Schatz. 44) '
haustiere antreiben',
oft, 1
entsprechend, mit spitzen instrumenten, in anderen fällen aber auch 2
nahe: das rind mit dem gard stupffen
stimulo, iuvencum lacessere Maaler 394
d;
stimulus ein gert, so man braucht die ochsen damit zu stupffen und manen Calepinus
undec. ling. (1598) 1382; ein pferd mit der spitzgerte stupfen
toccare, pizzicare Kramer 2 (1702) 1027
a; der gart diu rinder schupfet, so er siu dicke stupfet H. v. Langenstein
Martina 421, 50
Keller; (
er) erschlug allain mit aim stäckl, damit man die ochsen stupht, sechshundert man Joh. Aventinus
werke 4, 1, 562; (
sie) stupfften die esel mit den spiessen, das sie rennen und lauffen musten
F. Faber
beschr. d. hinfarth z. d. heil. landt (1557) 158; darumb spricht Bernhardus, das strafung sein stupfeln und gerten, damit man die ochsen stupft, das sie gond Keisersberg
evang. mit uszleg. (1517) 23
b; wenn man den esel stupfft, so gumpet er Murner
gotsheilige mess (1528) e 2
b; stupf den essel, se geht er Ch. Schmidt
Straszbg. 107
a;
besonders '
pferde mit den sporen antreiben': das pferd mit den sporn stupfen Kramer-Moerbeck (1768) 333
b; daz er hab zwen sporen, damit er daz pferd stupffet Keisersberg
bilgerschafft (1512) 163
c; mit disen zweien sporen ... solt du stüpffen und treiben dein pferdt Wimpheling
sendbrief d. grafen v. Mirandel 10,
s. Ch. Schmidt
elsäss. 346
b. ja, ich empfind numehr (zwar spaht und nicht ohn zorn), daz ein alt-lahmes pferd, ob schon von gold die sporn es stüpfen, machen es doch kaum geschwinder rennen Weckherlin
ges. 2, 328
lit. ver. [] mit den schencklen und füszen saszen sie zu stopffen und zu stupffen (
die pferde) Moscherosch
Philander (1650) 1, 168;
bildlich: jedoch ich bit und warn euch trewlich, das ir nit wölt stupffen mit den scharpffen sporn die jungen fürstin auszerkorn, mit der ir thet die andern plagen H. Sachs 2, 63, 22
Keller. 55)
die gleichen wirkungen wie unter 1-3
ohne waffen und werkzeuge, meist mit worten, hervorbringen. 5@aa) '
antreiben, veranlassen',
in den älteren glossaren als entsprechung besonders von instigare, stigare, incitare, stimulare: instigare reytzen, triben, entzünden, stypffen
voc. pred. (1486) o 3
a;
stimulare stechen, stupffen
voc. rer. 1420
bei Diefenbach 552
c; stupffen, treyben, reitzen, ermanen, bewegen Frisius (1556) 1242
a; stupffen, treiben, nötigen, reitzen,
citare, extimulare Decimator
thes. (1608)
index s. v. stupffen; stupfften Arsacius und Valens den keiser Constancium, dasz er ... eine grosze verfolgung wider die christen übet Seb. Franck
chron. zeytbuch (1531) 276
b; die fründ ... stupften Casandrum so vil, daz sie zuo dem tod vertailet ward Stainhöwel
de clar. mulier. 208
lit. ver.; hab ich dich ermant und gestupfft (
addidi stimulos) Mich. Herr
sittl. zuchtb. (1536) 77
b; diese, wie sie beydes vom geld- und ehrgeiz gestüpfet ward, gab zur antwort Bucholtz
Herkuliskus (1665) 1066;
ähnlich: dann maister Hainrich, der tuott nicht, man stupff in dann mit gelt (1468) Steinhausen
privatbr. 1, 371;
besonders das gemüt stupfen: sitzt in den besten ein kraft, die tag und nacht das gemüt mit begird der eeren stupfft, bewegt und reytzt Leo Jud
von wahren u. falschen glauben (1526) 2
b; darumb ob etwan die schnöd unküscheit din gemüt stupffet oder anreitzt, so gedenck im alsbald mit disen waffen entgegen kummen Joh. Adelphus
enchiridion (1520) c 4
b;
im bilde, wie 4: ich stüpf min sin mit wisheit sporn Heinrich v. Neustadt
Apollonius 122, 30. stupfen zu, in '
zu etwas treiben, bringen': desz künigs räth stupfften den schwäbischen bund, so vol krieg steckt, zuo dem krieg S. Franck
Germ. chron. (1538) 217
b; und auch stipfft euch eben dieselbe seuch zum mord eines unschuldigen und guttetigen menschen Misch. Risch
paraphrasis Erasmi (1524) y 2
b; so unser mut gestuphet wirt in ein bekennen unser missetat
urkdl. bei Schmeller-Fr. 2, 774;
anders, im sinne von '
gewaltsam hinstoszen': den jüngsten haben sie von hause gleich wieder fort zur armee gestupft Dor. v. Schlegel
briefwechsel 2, 204
Raich. 5@bb) '
plagen, ärgern, reizen',
meist seelisch vom menschen: pervellere einen bekümmern, beleidigen und plagen, einen stupffen Frisius 995
b;
pervello, vellico maerore, tristitia, angore animi affligo et torqueo stupffen, plagen Calepinus
undec. ling. (1598) 1080
a; es stupffet ihn auch, dasz die Byzantier hetten dem Attalo zuo dem spiel, so er der göttin Minerva hielte, etliche geschickt, die mit ihm opfferten Xylander
Polybius (1574) 230; in der nacht ... begundte die closter- und mönchskeuschheit bruoder L. zu kützeln und stupffen Kirchhof
wendunmuth 1, 519
lit. ver.; wenn er isset, trincket ... stupffet ihn das unruhige gewissen Abr. a
s. Clara
etwas für alle (1711) 2, 16;
auch medizinisch im sinne von reizen: weiter auch so pflegen alle scharpffe gsaltzne speiss den magen zu stupffen und erbeissen Ryff
spiegel der gesundheit (1544) 67
a;
in einem anderen sinne von '
reizen': rupfende, stupfende ... tanzmusik Brentano
ges. schr. 5, 336.
besonders '
sticheln, schmähen': ich veracht es, ir neiden und haimlich stupffen und beissen, als aigensinnig leüt tuond Neidhart
Terenz Eunuch 74
lit. ver.; wie würdest du für zorn aufleben, vor grim in deiner kutten hupffen und gleich mit hundert lügen stupffen Fischart
wider die lest. Joh. Nasen 150
Kurz; esz soll auch ein jede parthey ... unnottürftig, spetlich stupfent schmach- oder scheltwort ... nit gebrauchen
urk. v. j. 1567
in württ. ländliche rechtsquellen 1, 201.