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strupfen

mhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
13 in 9 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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23

Eintrag · Pfälzisches Wb.

strupfen schw.

Bd. 6, Sp. 735
strupfen, strüpfen schw.: 1. 'streifend überziehen oder abstreifen', von Kleidung, Haut der Tiere, Blättern usw., struppe (šdrubə) [Lambert Penns 145], strippe (šdribə) [verbr., Andre 124 Höh 59 Müller Dietschw 63 PfId. 138 Lambert Penns 145 Krämer Gal 210], streppe (šdrebə) [KU-Altkch O'alb WD-Niedkch HB-N'alth Walsh IB-Rohrb]; Zs.: ab- 1, an-, aus-, darüber-, herum-, herunter-, hinauf-, über-, um-, zusammen-, zurückstrüpfen; sich st. 'sich ausziehen, die Kleider wechseln', bes. wenn man naß geworden ist [ZW-Bottb, verbr.]; die Kleeder iwer die Ohre st. [BZ-Albw]; Laab st. 'Laub abstreifen zur Futtergewinnung im September' [KL-Gerhbn PS-Heltbg]; Welschkarn st. 'Maiskolben entblättern' [Lambert Penns 145]; Kleesame st. 'den Samen vom Klee abstreifen' [BZ-Dernb]; Duwack st. 'Tabak von den Stengeln abstreifen' [Beam Penns 90]; Kersche st. 'Kirschen ohne Stiele abstreifen' [BZ-Dernb]. Die Heidelbeeren werden gestrippt [Wilms Alph. 52]. [] Die Wäsch es gestrippt 'nur glattgestrichen, aber nicht richtig gebügelt' [KB-Kriegsf]. Wann's orich naß is, muß mer die Grumbeere st. 'muß man den anhängenden Schmutz mit der Hand abstreifen' [KU-Schmittw/O]. 's Kind hat die Worscht g'strippt 'das Wurstfüllsel aus dem Darm herausgestreift' [BZ-Dernb]. Wann's net veel Fuurer (Futter) gibt, gihⁿ die Leit in de Wald un strippe Läib (Laub) [KU-Schmittw/O]. Un wie ehr vor Staune gar 's Mailche ufgeht, do stripp ich ehr was an de Finger [PfRSch. 7. 1. 1927]. Wie bischde dann widder gestribbd? 'gekleidet' [Hussong Kirkel 147]. Ich bin so geschwitzt, daß ich mich st. 'umkleiden' muß [IB-Ommh]. Ich bin in e Gewirrer ninkumm, wie ich hääm sin kumm, han ich mich misse st. von Kopp bis zu Fuß [KU-Börsbn]. Stribb die Blus grad iwer de Kopp [Wilms Alph. 52]. RA.: eem 's Fell (die Haut) iwer die Ohre (de Kopp) st. 'jemanden übervorteilen, wirtschaftlich ausbeuten, ihn finanziell ruinieren' [KU-Bedb, mancherorts]; 's Koppgestell st. 'Bankerott machen' [KU-Eschau]; sich st., dass. [KU-Kaulb]. Er strippt de Wammes ääbsch aⁿ, dass. [Hebel 24]. Einen VR. s. Grete 1 a. a. 1798: in der Bruchhöll Laub gestrüpft ... in der Obergeilbach Laub gestrübt [StArch. Kus, Beilagen zu den Gemeinderechnungen Nr. 25]. — 2.a. 'melken' [WD-Niedkch HB-Kirrbg KB-Kriegsf]; die Gaaß st. [KB-Kriegsf]. VR.: Hopperlobopp, Modder koch Sopp! / Wannde käi Milch hascht, / dann streppde (stripp dir) de Bock [WD-Niedkch]. — b. 'Tanzmusik spielen', pfälz. Musikantenspr., strippe [Bei uns daheim 19. 5. 1926]. — c. 'die Stoppeln erstmalig flach pflügen' [NPf (Klein Wag. 121)]; vgl. stürzen 3 c. — d. 'beim Durchziehen durch eine Öffnung an den Seiten schleifen, hängenbleiben' [KB-Kriegsf]. De Wickel strippt sich 'Der Heuwickel geht beim Befördern in die Höhe nicht glatt durch das Scheuerloch' [KB-Kriegsf]. — e. 'scheuern, schrubben', struppe (šdrubə) [BZ-Dörrb]; vgl. schruppen, strupfern. — f. 'stoßen', struppe [KU-Reichsth]; wohl aus stupfen. — 3. 'das Wild in Schlingen fangen', strippe [KU-Wahnwg]; vgl. Strupf 1. — 4. 'jemandem eine herunterhauen, einen Schlag versetzen, hauen, ohrfeigen' [verbr.]; Zs.: abstrüpfen 2; Syn. s. verhauen, ohrfeigen. Ich stripp der ääⁿ! [KL-Reichbstg]. Ich han em eeni gestrippt [HB-Schwarzack]. Er hot e paar gestrippt kriet [KU-Elzw]. — 5.a. 'jemanden beim Spiel ausnehmen, ihm alles, bes. alle Klicker abgewinnen' [mancherorts]; Syn. s. abgewinnen. Er is g'strippt [KB-Kerzh]. Den hammer g'strippt [RO-Börrstdt]. Mer hun en gestrippt [RO-Als]. Er hat ne beim Kartespiel gestribbt [Wilms Alph. 52]. Die große Buwe strippe die kläine, beim Klickerspiel [KU-Schmittw/O]. — b. 'jemanden geschäftlich übervorteilen, finanziell ruinieren' [IB-Blieskst PS-Geisbg LA-Herxh]. Er is gestrippt 'hat kein Geld mehr' [PS-Geisbg]. — c. '(fremden) Gänsen die Schwungfedern heimlich herausziehen' [LA-Impfl Land]. — d. [] 'stehlen, entwenden', strippe [verbr., Glass 99 Thielen 108]; Syn. s. stehlen. Sie hen Obs im Feld g'strippt [BZ-Dernb]. Sie hemmer (haben mir) die Beere (Birnen) g'strippt [LA-Venn]. — 6. 'jemandem die Meinung sagen, ihn kritisieren, zurechtweisen', strippe [KU-Bedb Nerzw O'staufb Rutsw/G Schmittw]. Ich hon 's em gestrippt [KU-Nerzw]. Die mit ehrem freche Maul muß jere (jeden) st. [KU-Schmittw/O]. — Mhd. strupfen 'streifen, abrupfen' ( Lexer II 1255). — Rhein. VIII 842 ff. strippen, 888/89 struppen; Lothr. 507 strippen; Els. II 634.
4536 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    strupfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    strupfen swv. BMZ streifen, abrupfen Frisch 2,349 c ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strupfen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    * Strupfen , verb. regul. welches nur im gemeinen Leben üblich ist. 1. Mit Heftigkeit streifen, als ein Activum und das …

  3. modern
    Dialekt
    Strupfen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Strupfe n [ʿStrûpfə Hi. ; ʿStropfə Felleri. ; ʿStrùpfə Mittl. Horbg. Dü. Hf. ; ʿStrỳpfə Bf. ; ʿStrypə Tieffenb. ] m. 1. …

  4. Sprichwörter
    Strupfen

    Wander (Sprichwörter)

    Strupfen Me strupft, wo Federn sind. ( Luzern. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strupfen

14 Bildungen · 5 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

strupfen‑ als Erstglied (5 von 5)

Strupfenhaken

PfWB

strupfen·haken

Strupfen-haken m. : ' Haken zum Einhängen der Zugstränge ', Schtrubbehooke [ Kleeberger 122]; vgl. PfWB Strupfhaken .

strupfen als Zweitglied (8 von 8)

ABSTRUPFEN

DWB2

DWB2 ABSTRUPFEN vb. DWB2 abstreifen: DWB2 1539 so bald man die selben lynsen bletlin abstrupffet Bock kreütterb. 1,158 a . ⟨1644⟩ ( der wall…

einstrupfen

DWB

einst·rupfen

einstrupfen , dasselbe, marcere. Maaler 127 b ; dise kalte liebe macht, dasz ein mensch instrupft. evangelia mit Keisersbergs auslegung. Str…

hinuf strupfen

ElsWB

hi nuf strupfe n hinaufrutschen. s Hëmb d is t m i r nufg e strupft Horbg.

ineinandstrupfen

Idiotikon

ineinandstrupfen Band 11, Spalte 2329 ineinandstrupfen 11,2329

instrupfen

DWB

instrupfen , verb. für einstrupfen ( theil 3, 316), welken, dorren: dieweil dieser flus auch die leber dorret und inzustrupfen machet. Thurn…

us strupfen

ElsWB

us strupfe n die letzten Tropfen Milch ausmelken Geberschw.

verstrupfen

DWB

verst·rupfen

verstrumpfen , verstrupfen , verb. , hauptsächlich obd.: torridus, vor frost verstrupfft Diefenbach gloss. 589 b ; convulsus Frisius 328 a ;…

Ableitungen von strupfen (1 von 1)

verstrupfen

DWB

verstrumpfen , verstrupfen , verb. , hauptsächlich obd.: torridus, vor frost verstrupfft Diefenbach gloss. 589 b ; convulsus Frisius 328 a ;…