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zeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zeit f.

Bd. 31, Sp. 521
zeit, f. form: ahd., mhd. zît, as., afrs., ags. tîd, altn. tíð, mnd. tît, mnld. tijt; im got. fehlend, dafür das unverwandte þeihs, n.; eine ahd., nur im Isidor bezeugte nebenform nom. ziidh, dat. ziidi, zide zeigt grammatischen wechsel. der flexion nach ein fem. i-stamm, wie die ahd. formen sing. gen., dat., plur. nom., acc. zîti, plur. gen. zîteo, dat. zîtim, zîtin (Graff 5, 635) und altn. nom. plur. tíðir lehren; daneben besteht ein neutraler a-stamm (s. u.) im obd. die starken pluralformen weichen in der nhd. periode den schwachen, doch reichen sie noch ins 16. jahrh. hinein, vgl. schon gen. zyten N. v. Wyle transl. 21 K., sonst aber acc. zyte 157 K., auch nom. zeit H. Sachs [] 11, 47 K., zyt Zwingli freih. d. speis. 13 ndr., acc. zit N. Manuel 789 B., nom. zyt Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 37 ndr.; zeit Knebel chron. v. Kaisheim 273 H., acc. zeyt J. v. Schwarzenberg Cic. 115v; sogar noch zeit Fischart Stauffenberg v. 513. Luther gebraucht in der regel die schwachen formen, doch findet sich im compos. jarzeite Jes. 29, 1 noch die starke. der e-abfall im plur. beginnt im obd. schon in mhd. zeit; indessen kommt die form zît in der regel wol dem neutralen worte (s. u.) zu: diu siben zît meister Eckhart 481 Pf.; wie hânt sich diu zît gestalt! Tannhäuser bei v. d. Hagen minnes. 2, 91a; später: die zyt, die uns die menschen hand uffgelegt, ja nit nun die zyt, sunder ouch die personen, so das zyt also gebunden Zwingli freih. d. speis. 13 ndr. länger hält sich -e des fem. wortes im sing., obwohl schon bî dirre zît Wigalois 2613: zu rechter zeyte H. Sachs 1, 230 K.; in diser zeite Arigo dec. 67 K., aber in so kurczer zeit 74; zuo diser zyte N. v. Wyle transl. 13 K., aber zuo aller zyt 18; der zyt statschryber 13; gänzliche unsicherheit verräth desselben acc. sing. zyte 14; 15. im md. und nordd. gebiet bewahren volksthümliche schriften und ostmd. mundarten -e bis heute: bey zeite Chr. Reuter Harl. 79 ndr.; engl. com. 19 Creizenach; polit. maulaffe 13; Albrecht Leipz. 239b; Jecht 127b; Müller-Fr. 2, 698b; Lohenstein Ibr. Bassa 3, 120. ungewöhnlich: zuo einer tötlichen ... zeiten Arigo dec. 1 K. die lautliche wandlung des stammvocals durch die diphthongierung hat das übliche sprachgeographische bild erzeugt; von den nichtdiphthongierenden landschaften haben das alemannische (ohne das schwäbische), das lothringische und das ripuarische gebiet den vocal i gekürzt. ältere schreibungen mit -tt- haben daher hinter dem diphthong ei keinen besonderen lautlichen werth, wohl aber deuten sie hinter i auf dessen kürze: yn zytt (dat.) Eberlin v. Günzburg 3, 246 ndr.; zitt (acc.) Mone schausp. d. ma. 1, 283; alle zytt (acc. sing.) d. ew. wiszh. betb. 29a; zittes 112b; diser zitt Öheim Reich. chr. 1 Bar.; zuo sinen zitten Keisersberg bilg. 27c; zuo zidten S. Brant narr. 9 Z. geschlecht: mnld. sonderentwicklung bringt das masc. zur alleinherschaft; dieses gilt auch im nordwesten des nd. gebietes bis Bremen; das gesamte obd. einschl. Böhmen besitzt neben dem i- einen neutralen a-stamm: daz zît urteildo Notker ps. 85, 16; an sînem jungisten zît Thomasin wälsche gast 8345; ir wist nit, wen daz zeit kumt cod. Tepl. Mark. 13, 33 (weitere belege im mhd. wb. 3, 910b und bei Jelinek 980), doch ebda: lernt fleisziclich von in die zeit des sterns Matth. 2, 7; das zeit erste d. bib. ebda; wann das zeyt ist derfúllt 1, 122; doch seit 1475 wird das neutr. zumeist durch das fem. ersetzt, s. angaben bei H. Fischer 6, 1108. spätere belege zeugen indessen noch von einem bedeutungsunterschiede derart, dasz das neutr. den zeitpunkt, das fem. den zeitabschnitt ausdrückt, vgl.: soltu ouch verston den umbstand des zytes ..., das nit me zuo einer zyt dann zuo der andren ... Zwingli freih. d. speis. 12 ndr.; dasz er in dem selben zit von diser zit schied bibl. ält. schriftw. d. Schweiz 1, 1, 51; in disem zyt (leben) Bächtold schweiz. schausp. 1, 38, aber von diser zyt (leben) 1, 33; ein lange zit Tschudi chron. helv. 1, 3, doch im zit 1, 19. gegenwärtig gilt das neutr. nach H. Fischer 6, 1108 noch im östl. Schwaben, nach Martin-L. 2, 917a selten im Elsasz, nach Seiler Basl. 326a und Tobler Appenz. 457a allgemein noch in der bedeutung uhr, sonst nur noch in Vorarlberg und in resten wie appenz. langis zitt, s ganz zitt; ähnlich wohl bair., vgl. und langes zeit hat koaner geredt K. Stieler ged. 2, 6 Recl.; auf rechnung des nld.-nordwestnd. masc. kommen die restfälle zeits genoch lux. wb. 499b, buszer zids Rovenhagen wb. d. Aachen. mda. 168b, buten ties brem. wb. 5, 59; doch deutet buten tides Dähnert 485a auf weitere verbreitung des masc. an der küste; im übrigen gilt heute das fem. einige verstreute obd. fälle masc. geschlechts führt Lexer 3, 1136 an. bedeutung: die junge philosophische definition des zeitbegriffes als einer bloszen ununterbrochenen folge hat [] dem kraftvollen gehalt des wortbegriffes von z., wie er mit dem beginn der überlieferung auftritt und sich die jahrhunderte hindurch erhält, keinen abtrag gethan. dieser umfaszt auszer der abstracten vorstellung der folge noch die begriffe des realen geschehens und der begrenzung. auch die christliche gegenüberstellung von zeit und ewigkeit hat trotz starker verschiebung der grenzpunkte den begriff der endlichkeit nicht beseitigt, so dasz im theologischen sprachgebrauch des 17. jahrhs. und später ohne z. soviel wie ohne ende bedeutet. aus der bedeutungsgeschichte des wortes z. nicht nur im deutschen, sondern auch in den übrigen germ. sprachen läszt sich erkennen, dasz die vorstellung zeit an den abschnitten des lebens und naturgeschehens, welche durch geburt, mannbarkeit, alter, tod, tage, monate, jahreszeiten und jahre bezeichnet waren, gewonnen worden ist. z. bedeutet somit sowohl den abschnitt zwischen zwei punkten des geschehens als auch den zeitpunkt selbst. durch die festlegung dieser grundbedeutung bestimmt sich die etymologie: abzulehnen ist die ableitung von einer idg. wurzel *dei- im sinne von sich erstrecken, weil ihr sinn dem hauptmerkmal des wortbegriffes von z., der begrenzung, widerspricht, dagegen bietet sich die wurzel *dāi- theilen als passende grundlage für die ansätze idg. *dei-t-ís (*deí-t-is > ahd. Isidor zîd) und *dei-t-óm dar; deren bedeutung das abgetheilte, das zugetheilte, das zugemessene steht mit dem geschichtlich faszbaren begriff des wortes z. in bestem einklang. verwandt sind danach ai. dajatē theilt, griech. δαίεσθαι theilen, ai. áditiš zeitlos, unendlich, arm. ti zeit. neben dem germ. stamme tîd steht eine m-bildung *tî-m-en-: ags. tíma, m., zeit, zeitraum, rechte zeit, gelegenheit, woraus ne. time, welches das ags. tíd zu tide gezeiten eingeengt hat, stammt, und altn. tími, m., zeit, zeitraum, rechte zeit, mal, glück, sowie als ehrwürdiges überbleibsel eines allgemeinen vorkommens im deutschen sprachgebiet alem.-schweiz. zîmen, bezeugt als ziemen, zymen, n., 'ehedem eine ordentliche, wohlgelegene zeit' von Stalder 2, 472. * tîmen- ist dem griech. δῆμος aufgetheiltes land gleichzusetzen. z. nahe stehn 1zeile (sp. 513) und ziel. verbale ableitungen aus dem stamme tīd- sind ahd. *zîtên, *zîtôn (s. zeiten, verb.) und ags. tídan (s. unter 2zeitung); als denominativum hat 1zeitung 2 (s. d.) zu gelten. die stoffgliederung im folgenden wird durch den natürlichen gegensatz von zeitpunkt und zeitabschnitt bestimmt, ohne dasz dieser nach der grundbedeutung des wortes z. als grundlegend zu gelten hätte. so kommt der übergang zur zweiten gruppe ungezwungen gelegentlich vor, vgl. die z. des einschlafens, die z. der saat, der blüte. II. zeitpunkt. I@11) ohne zusätze: an thea selbun tîd Heliand 517; in thesa zîti Otfrid IV 22, 9; vgl.auf eine z. einst, zur zeit jetzt u. a. präpositionale verbindungen unter V A 7; eins anderen zittes ... sprach der herr zuo disem menschen ew. wiszh. betb. 112b; ich werd der zyt widerum zuo dir kummen, und wirt din husfrow Sara einen sun haben Zwingli d. schr. 1, 63; s. V A 3 a; es ist alles anderer, alleyn die z. und gegenwertig augenplick ist unser sprw. klugr. 149a; man mus die z. nemen, wie sie kOempt Friedr. Wilhelm sprw.-reg. a a α; heut ist die z. Lehmann flor. pol. (1662) 2, 933; jederz. immer s. V A 3 a β, allez. ebda c α ββ; im bes. künftiger zeitpunkt, früher festgelegter zeitpunkt, termin: vadimonium constituo ich setz die z. zu erscheinen Alberus n. dict. gen. 16b; welcher nit zalt uff gesetzte zyt Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 128 ndr.; buch d. liebe 81d; die z. oder das termin der bezahlung ist verfallen Duez nomencl. (1652) 59; z. bestimmen diem statuere, z. aufschieben prorogare Stieler 2619; Kramer teutsch-it. 2, 1439b; I@22) zumeist mit attributiver ergänzung oder einer bestimmung, die dem zusammenhange zu entnehmen ist; I@2@aa) mit genitiv: Hêrôdes ... lernêta fon in thie zît thes sterren, thie sih araugta (didicit ab eis tempus stellae, quae apparuit eis, Luther wenn der stern erschienen were Matth. 2, 7) Tatian 8, 4; o Deudschland, Deudschland, die du die z. deiner heimsuchung nicht erkennest Luther 18, 265 W.; wie die z. des wurffs da ist, fleühet sye (die eselin) das lyecht Eppendorf Plin. 8, 77; zur z. der geburt Peschel völkerkde 84; weyber ..., die [] grosz uff der z. (der entbindung) giengen (1525) H. Fischer 6, 1104; sie geht auf der z. est vicina partui voc. v. 1618 bei Schmeller-Fr. 2, 1161; auf der z., hoch auf der z. sein dem ende der schwangerschaft nahe sein ebda; mei weib is scho' auf der z. wird bald entbinden Hügel Wien. dial. 193b; sie gehet nahe auf die z., ob der z. Kramer teutsch-it. 2, 1439b; vgl. Frischbier 2, 490a; wenn einmal die z. (des todes) da ist, so nutzen alle mittel nichts W. Mozart bei O. Jahn Moz. 2, 537; die sehr häufige wendung es (urspr. gen.) ist z. s. 3 b; I@2@bb) mit relativsatz: die z., wie und wann jedes (jedes mittel gegen krankheit) am nutzlichsten zu gebrauchen seie Gäbelkover artzneyb. vorr. A 3a; ich weis auch z-en, wo ich früh aufgestanden bin Göthe IV 3, 19 W.; I@2@cc) durch einen dasz-satz oder inf. mit zu bestimmt: zît ward thô gireisôt,thaz er giangi furi got Otfrid I 4, 11; Heliand 94; die z. ist schier da, das ich muosz einer andern weisz geleben (prope adest, quom) Boltz Terenz 5b; die z. nAehend sich fast, das die sonne zuo gnaden geen wolt volksb. Aymont c 1b; von der z. an, dasz sie (die Angeln) daraus (aus ihrem heimatlande) gingen br. Grimm d. sag. 2, 44; die z. ze essen komen was Arigo dec. 54 K.; die z. des schweygens ist vorgangen und die z. zu reden ist kommen Luther 6, 404 W.; I@33) die rechte zeit; diese bedeutung, die schon an einigen stellen der abschnitte 1 und 2 durchschimmerte, folgt nothwendig aus der grundbedeutung von z. als der abgetheilten und deren verknüpfung mit dem menschenleben und dem geschehen in diesem, woraus sich der sinn des zu- und angemessenen ergibt; I@3@aa) ohne zusätze: man mus der z., des glcks erwarten, bis es dermaleins besser wird Friedr. Wilhelm sprw.-reg. a a α nr. 49; z., ebbe und fluth warten auf niemand Binder 220; kommt z., kommt rath ebda, sehr bekannt; dafür: den tied den raad brem. wb. 5, 59; hat er aber die z. (seine bitte anzubringen) nicht getroffen Chr. Weise erzn. 186 ndr.; heute, wo ich die z. verschlafen (hatte) A. v. Arnim s. w. 2, 162; zítò (< mhd. zîtâ) ruf der kinder beim versteckspiel, um anzuzeigen, dasz es zeit sei, sie zu suchen Hunziker 311; I@3@bb) insbesondere in den verbindungen es ist z. und ich habe (es) z., in denen es ursprünglich genitiv ist und durch dafür, dazu wiedergegeben werden musz: sô is zît was, sô nehal ih iz Notker ps. 39, 11 (2, 147 P.); und sint ouch sumelîchezen brusten alsô wît, swer sîn selbes hüetenwil, des ist wol zît Nibel. 1713, 1; der sy (die neider) verprennt, des wär zeitt! Hätzlerin 146; des is tyt, dattu ... Schiller-Lübben 4, 549a; ich ... merkte, dasz es z. über z. war U. Bräker s. schr. 1, 20; im neund. tritt für es mechanisch et und dat ein: nu is t tid, nu red! Fr. Reuter 3, 120 S.; verstärkt: und helfft mir!es ist grosze zeyt (höchste zeit!) H. Sachs 9, 29 K.; herr könig, wolauff!es ist hoch zeit 6, 108 K.; Reinicke fuchs (1650) 145; es ist hoch an der z., der feind ist nicht mehr weit Eichendorf s. w. 2, 321; Kramer teutsch-it. 2, 1438c; et is hoge flegende tiid Dähnert 485a; lux. wb. 500a; Müller-Fr. 2, 698; der gen. fehlt in früher zeit: ciit ist gio uns fona slaffe ze stanne Benedictinerregel 192b Steinm.; nû ist zît, nû standen ûf Notker 2, 631 P.; sonst wohl nicht mehr; ergänzt durch einen gen. des inf.: ezzens zît Wolfram Parz. 423, 16; Scheit Grob. 137 ndr.; Lindener rastb. 43 L., s. th. 3, 1169; do ist czeyt streyttens Luther 34, 2, 200 W.; es ist nicht säumens z. Göthe 8, 151 W.; dieser begegnet anfangs auch in der vb. ich habe z. habe es eilig, habe eile, die im obd., z. th. im md. gebräuchlich ist und früher auch im nordd. in diesem sinne vorkam: nu het er rîtennes zît (es war zeit für ihn zu reiten) Hartmann Iwein 206; ach, liebste, lasz uns eilen, wir haben zeit! Opitz opera (1690) 2, 194; ihr habt z., wann ihr noch in die stadt wollet non havete già tempo da perdere Kramer teutsch-it. 2, 1438a; [] Sepp, sag i, aber jetzt hast zeit, gib d gulden her, denn sonst is gfeit (gefehlt) K. Stieler ged. 2, 29 Recl.; drohend: jetz hesch awer zit! jetzt mach, dasz du wegkommst! Follmann 559a; Martin-L. 2, 917a; erweitert wie unter 2 c: dô was ouch zît, daz si riten Hartmann v. Aue Iwein 2764; es wer gar z., daz man ein Harpocratem allenthalben liesz uffrichten H. Gebwyler lob Marie 7b; H. Sachs 17, 18 G.; als es bald z. war, dasz das schiff fortsegeln wolte Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 47 ndr.; Göthe 21, 56 W.; Martin-L. 2, 917a; öft.; er hat zeyt (es war zeit), das er sich hat trolt R. Manuel weinsp. 670; Gelanor hatte z., dasz er die sache wieder gut machte Chr. Weise erzn. 142 ndr.; belege von frau Gottsched, Lessing, Jean Paul bei H. Paul d. wb.3 665b; so hatte Annchen hohe z., dasz es anfing lesen zu lernen Kästner verm. schr. 2, 136; es ist z. zu dempfen Scheit Grob. 27 ndr.; Lessing 18, 195 M.; Göthe 1, 162 W.; allerhöchste z., der miserablen wirthschaft ein ende zu machen v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 182; allgemein; dâ hân ich zît zer âventiure ze rîten Wigalois 6035; weil deinem schOenen lieb ihr bAeuchlein wil geschwellen, so hast du hohe zeit, ein hochzeit anzustellen J. Grob dichter. vers. 65; Dschengis hatte ... hohe z., mit seinem untergebenen unsichtbar zu werden Wieland (1794) s. w. 7, 154; ich habe würcklich z., wieder häuslicher mit meinem talent zu werden Göthe IV 4, 21 W.; er hett zitt ze go Seiler Basl. mda 326a; s. H. Fischer 6, 1104; mit zu und subst.: itzo ist es zeit zum lachen, zeit zum scherzen, zeit zur lust Gottsched ged. 97; ists jetzt zeit zu saufgelagen, zu banketten und feyertagen? Schiller 12, 34 (Wall. lager 8) G.; und nun dächt ich wäre zeit zum frieden Göthe 3, 284 W.; I@3@cc) verdeutlichend tritt ein adjectivum wie recht, gelegen, gut hinzu: ûz der rechten zît (zur unzeit) passional 116, 48 H.; zu rechter z. oder zur unzeit Luther 2. Tim. 4, 2; so ständig in gebrauch: Spreng Il. 14b; Frisius 971a; sprw. klugr. 108b; sondern wart auff gelegenheit und aller sachen rechte zeit Rollenhagen froschm. A 4b; wer nicht kommt zu rechter z., der musz essen, was übrig bleibt Binder 220, allgem.; gelegene, ungelegene z. Kramer teutsch-it. 2, 1438a; zuo gelAegner zeyt oder zuo seiner zeyt Frisius 971a; es muosz einmal geschehen, wann wir ein glegne zeit ersehen Scheit Grob. 112 ndr.; ich will zu gelegnerer z. zu euch reden Schiller 2, 14 G.; bequeme czit opportunium (-um?) Diefenbach n. gl. 272b; bey guter z. (solange es noch zeit ist, recht-, frühzeitig) Chr. Weise grün. jug. 43 ndr.; Scheit Grob. 29 ndr.; morgens guotter z. S. Franck weltb. 200b; welcher stand der beste wehre ... mich deucht, nie gebohren auff erden oder sterben ja gut zeit Gabr. Voigtländer od. u. lied. (1642) 58; morgen früh bei guter z. Göthe 16, 36 W.; dise krancken (epileptiker) haben kein gewisse oder sichere z. (wann ein anfall auftritt) Gäbelkover artzneyb. 1, 28; die vierfszigen ... thierer haben ein bestimpte z. sich miteinander zu vermischen Ambach vom zusauffen C 1a; die verbindungen eine z. bestimmen, ansetzen u. a. s. ob. 1; auch andere adjectiva dienen zur festlegung eines zeitpunktes, z. b.: wann dann herkommt die letzte zeit (todesstunde), dasz gleich die seel soll scheiden F. L. Mittler d. volksl. 298; vgl. auch hohe z. ob. b. (sp. 524); I@44) denselben sinn besitzt die verbindung von z. mit dem pronomen possessivum, indem einerseits der dem betheiligten menschen angemessene und rechte zeitpunkt bezeichnet, [] anderseits durch das neutrale sein der für den eintritt einer handlung geeignete und passende oder gehörige moment angedeutet wird; diese ausdrucksweise ist zu allen zeiten der geschichte des wortes z. bei frischem leben; I@4@aa) das pron. poss. ist auf eine betheiligte person bezogen: ne sint mîna noh tîdi cumana Heliand 2047, ebenso: ni quam mîn zît noh sô fram Otfrid II 8, 18, lat. nondum venit hora mea Joh. 2, 4, Luther: meine stunde ist noch nicht komen; noh iro zît ne ist ze irstânne Notker ps. 87, 6 (2, 362 Pip.); mein zeyt ist nahen Matth. 26, 18 erste d. bib. 1, 102; seiner z. schicket er (gott) ine (den frommen menschen) hilf Berthold v. Chiemsee 6; schweigen hat seine z., reden hat seine z. Luther pred. 3, 7; ein ding, das sin zyt und ougenblick hat Zwingli freih. d. speis. 14 ndr.; alles zu seiner z. Binder 220; wann nun ihr z. vorhanden ist, dasz sie leichen sollen fischbüchl. 8; der kranich, die schwalbe und der storch mercken ihre z. (die zeit ihrer ankunft) Kramer teutsch-it. 2, 49a; ähnlich: hab schon gerechnet ausz mein zeit (der entbindung) Eyering prov. 1, 71; bewaffne dich, landsturm, jetzt kommt deine zeit! Th. Körner w. 1, 127 H.; s. auch ob. 3 c; I@4@bb) es deutet den geeigneten, rechten zeitpunkt für die ausführung einer sache oder den richtigen augenblick, wann sich etwas ereignen soll, an, und ist daher unabhängig vom grammatischen subject inbezug auf person und geschlecht; erst in der nhd. zeit ausgebildet: alle ungerechtigkeyt kumpt an den tag zu seiner zeyt H. Sachs 2, 19 K.; die warheyt bisz auff sein z. und stat verhalten und schweigen ist offt ein gotswerck sprw. klugr. 171a; die ursachen werden seiner z. schon nachkommen Wieland s. w. 11, 300 (1794); Lessing 3, 158 M.; Rabener w. 3, 32; nun werden wir zu seiner z. finden, dasz ... Jung-Stilling w. 3, 138; schreibe mir alles ... zu seiner z. Göthe IV 8, 36 W.; Schiller 10, 274 G.; abweichend, da durch das subject im geschlecht bestimmt: eine übersicht der ... allegorien ... wird zu ihrer z. folgen Herder 23, 318 S.; diese worte, zu ihrer z. gesagt ..., waren von wirkung Schiller 7, 272 G.; eine besondere, dem franz. prendre son temps nachgebildete wendung gebraucht Wieland: er beschlosz uns zu beobachten und nahm seine z. so wohl, dasz er uns ... überraschte s. w. 12, 192 (1794); dsgl. sie nehmen ihre z. sehr übel 12, 214 (1794); die allgemein übliche rda. die z. nehmen s. ob. 1; I@55) auch in der verbindung mit den präpositionen an, auf, bei, nach, ohne, um, von ... her, von ... zu, vor, zu kann z. die bedeutung zeitpunkt, rechte zeit besitzen; s. V A 7; I@66) das gleiche gilt von den adverbial verwendeten genitiv-, dativ- und accusativconstructionen; s. V A 3. IIII. zeitabschnitt, zeitraum. II@AA. eine zeitspanne von kürzerer oder längerer dauer, deren abgrenzung aber deutlich erkennbar ist; die ausdehnung wird durch die bedingungen des einzelnen falls bestimmt; II@A@11) tageszeit, II@A@1@aa) stunde, die mit der uhr gemessene zeitstrecke; in concurrenz mit weile und stunde (s. th. 14, 1, 791); wie stunde so steht auch z. als bestimmte zeitangabe oft nur für einen augenblick einer stunde: warð thiu fiorðe tîd thera nahtes cuman Heliand 2911; wacon êne tîd 4778; ebenso im ags. und altn.; thia zît er eiscôta thô(was er es harto filu frô), thia stunta ouh mit giwurti,wanne imo baz wurti. hêrero, zellen wir thir thaz:thô sibunta zît thes dages was Otfrid III 2, 29; zi thero sibuntun zîti Tatian 55, 7; umbi thia niuntun zît 207, 2; enonu iâ sint zwelif cîti thes tages? 135, 5; after thiu luzilu samasô eineru zîti (post pusillum quasi horae unius) 188, 4; das geschahe umb dy dritte z. auf [] den tag chron. d. st. (Nürnberg 1402) 1, 367; vier z. (1407) 471; danach durch stunde verdrängt; in speciellem sinne die kirchliche gebetsstunde, hora canonica, deren es sieben am tage gab; über deren geschichte und den wechsel mit gezeit s. th. 4, 1, 6939: diu siben zît meister Eckhart 481 Pf.; daz du dinú zit denne mit sprechist Seuse 414; 416 B.; vgl. H. Fischer 6, 1107; der auffs vleiszigste seine z-en gebett ... hat Luther 32, 329 W.; mit bewahrter starker flexion: unszer gepet ist itzt nur die sieben zeytt murmeln 10, 1, 1, 435 W.; diese läszt auf beginnende zusammensetzung schlieszen, welche in der stelle dein sibentzeit 7, 812 W. (cit. th. 10, 1, 831) vollzogen erscheint (vgl. th. 4, 1, 6940 f.); ich sing die siben zit bi dem win N. Manuel v. papst u. s. priestersch. 789 B.; Murner narr. 172 ndr.; to begahnde unde to singende de tiden, nemlicken mettene, prime, tertie, sexte, none, vespere, nachtsang (1442) Riedel cod. dipl. Brand. I 19, 348; my duchte, dat he syne tyde las Reinke vos 3323; Verwijs-Verdam 8, 341; im mnld. und mnd. überwiegt getîde, das als collectivbildung die wiederkehr der gebetstunden auszudrücken geeigneter ist; vielfach in zss. als zeitangabe: es was auch wol über nonne z. Arigo dec. 107; es ist noch kum tercie zit, die drit stund des tags Keisersberg bilg. 19b; s. auch metten- th. 6, 2149, prîm- 7, 2128, terz- 11, 262, sexte 10, 1, 708, non- 7, 881, vesper— z. 12, 2, 15, nachtgesang 7, 180; II@A@1@bb) wohl kaum als nachklang jenes ahd. und mhd. gebrauches ist die verwendung in nachstehenden fällen zu werthen; vielmehr liegt eine von der officiellen zeitmessung unabhängige, aus dem praktischen bedürfnis hervorgehende angabe vor: zu mitten tag und zu mitternacht, welche z. das wäre weisth. 6, 13; um in der ganzen stadt ... zu wissen, um welche z. es war J. E. Schlegel w. 5, 439; wir ... wuszten wohl nicht genau die z., die später war, als wir glaubten Bettine Günderode 1, 152; übertr.: nachtwächter ... Germaniens, der ... abtutet, wie hoch es an der z. sei Immermann 1, 44 B.; im bes. in den formelhaften fragen nach der uhrzeit: wie ist es an der z.? schausp. engl. com. 154 Creizenach; so durchaus noch volksläufig: welche z. is, hammern? wieviel uhr? Müller-Fr. 2, 698a; weli zitt isch s? was isch für zitt? Seiler Basl. mda. 326a; wel zìt isch s? Ch. Schmidt Straszb. wb. 121a; Martin-L. 2, 917b; H. Fischer 6, 1106; was ess die zaëd? Crecelius 2, 932; adverbial (s. V A 3) in alten formeln: swen z. wann, wann z. wann Schmeller-Fr. 2, 1161, der aber auch gleiche aus der lebendigen sprache anführt: wie z. (is s, habmer)? wie früh, welche zeit, wieviel uhr? ebensolche auch andernorts: wat, wie zit es et? wie spät ist es? Rovenhagen Aach. wb. 168b; bat, bû tîd es et? Woeste 271a; vgl. mhd. nie zît Dietrich 2798 v. d. Hag.; übertr., wie die rda. zeigen, wissen, was die glocke geschlagen hat, auf persönliche verhältnisse und umstände weisend: Woeste; Seiler 326b; einem sagen, welche z. es ist ihn ausschelten H. Fischer 6, 1107; ist s um die z.? verhält sichs so? Schmeller-Fr.; aber schon älter, vgl.: da er hOerete, um welche z. es in der kche war Grimmelshausen Simpl. 1, 239 Kurz; ho ho, sagte Eurylas, ist es um die z. (verhält es sich so?)? Chr. Weise erzn. 116 ndr.; Adelmund ... (konnte) leichtlich mAerken ..., m welche z. es wAere und wo si der floh gebissen hAette (wie es um sie stand) Zesen Rosem. 22 ndr.; meynst du, ich bin blind, habe nicht durchgesehn, um welche z. es bey dir ist? maler Müller 3, 88; II@A@1@cc) tageszeit, II@A@1@c@aα) als gerichtsformel: is het tied dages (das ding zu hegen)? brem. wb. 5, 60; up wat stunde un tied dages ebda; iudex: gerichtsschöpfe, ich frage euch, ob es heute an der z. und stunde sei (thür.) weisth. 6, 105; II@A@1@c@bβ) auch sonst zur näheren bestimmung der zeit gern in einer gruppe mit stunde, schon seit ahd. zeit, s. ob. a; der hat all tag zuo wenig z. und stund Eberlin v. Günzburg 1, 42 ndr.; es thut und hilfft nichts, es sey dann die stund und z. da Lehmann flor. (1662) 2, 933; Zinkgref auserl. ged. 57 ndr.; eine wanduhr ..., die sichre zeit und stunde weiset Chr. Fr. Henrici ged. 4, 450; [] II@A@1@c@gγ) bei nachtschlafender z. s. th. 7, 214; freier: kaum zeigte sich Phoebus mit heiterm gesichte und stieg nach der zeiten gewöhnlichem lauf wie gold aus dem schoosze der Thetys herauf Lichtwer fab. 25; ähnlich Göthe 2, 35 W.; für stunden: die buoler zelen die z. wol (bis zum stelldichein) sprw. klugr. 101a; die vorwürfe meines gewissens ..., die es mir in schwachen z-en ... machte Klinger w. 4, 112; obs tag jetzt drauszen oder nacht? — die see hält keine zeit Eichendorf s. w. 4, 361; II@A@1@c@dδ) weitverbreitet als gruszformel: also zog er bald von hinnen, wünschet allen gute zeit Neumark lustwäldch. 104; ich wünsch ihr viel guter zeit A. v. Arnim w. 21, 1; 13, 16; (es gilt als unhöflich,) wenn ein bekannter dem andern, wenn sie sich begegnen, wie wir zu sagen pflegen, keine z. wünscht Lavater Philemon 1, 32; gute z. als grusz: guoten morgen und guote zît! Pleier Meleranz 5697; in der Trierer gegend Schmidt westerw. id. 338, im Westerwald deutsche dorfzeitg 13, 78, als grusz der katholiken statt guten tag Crecelius 2, 932; d zitt wüntsche grüszen Seiler Basl. mda 326a; ebda aim d. zitt biete, was allgemein volksüblich begegnet, vgl. de tied vam dage beden brem. wb. 5, 60; eenen de tied beeden Schütze holst. id. 4, 258; ebenso Rovenhagen Aach. wb. 168b; lux. wb. 499b; Follmann 559a; Schön Saarbr. wb.2 233b; Martin-L. 2, 917b; H. Fischer 6, 1107; Kehrein 1, 453; Jecht 127b: Albrecht Leipz. mda. 239b; Müller-Fr. 2, 698a; Bauer-Collitz 260b; ich biete ihm die z. Joh. Schlaf stille welten 40; seltener die tagesz. bieten Kehrein, Albrecht; die z. abnehmen für den grusz danken Seiler, H. Fischer, Martin-L.; österr. lasz dir z.! als abschieds- u. begegnungsgrusz, vgl. K. Prause gruszformeln (1930) 66; vgl.: je später die z., desto schöner die grüsze Auerbach 8, 125; II@A@1@c@eε) mahlzeit: die z. des nachtessens Grimmelshausen 3, 343 Keller; unter der z. zwischen den essenszeiten H. Fischer 6, 1107; zwischen der z. esse und trincke ich nicht, auch zur heiszesten z. J. J. Moser leb. 3 3, 14; II@A@22) jahreszeit, wetter, II@A@2@aa) in älterer sprache, wenn auch nicht häufig, dafür das den begriff der wiederkehr ausdrückende collectivum gezeit, s. th. 4, 1, 6937; jahreszeit: es werden liechter an der feste des himels und scheiden tag und nacht und geben zeichen, z-en (dafür bis 1527 seyen zu zeychen, zeyttungen, s. 1zeitung 2; 1534—1540 ... monden), tage und jare (gesetzten zeyten Zürch. bib. [1531]) Luther 1. Mos. 1, 14; die wîl daz zît heiter ist Leyser d. pred. 9; die zît was nas und warm und wurden alliu wazzer ser grozz (Augsburg 1384) chron. d. st. 4, 75; ist gewesen am ersten tag im mertzen nauch der zeyt (der jahreszeit nach; ebda 1462) 241; in der z. des lentzen 1. Mose 35, 16 erste d. bib. 3, 163; 5. Mose 16, 1 ebda 4, 185; Hätzlerin liederb. 59; vil schöner roter und weiszer rosen, die solche z. gab Arigo dec. 282; (das) schiffe ... do auch guoter z. (wetter) meinet ze warten 93; kalte z. H. Sachs 9, 3 K.; ein schöne clare zeyt Reymann wetterb. 2; die wrme wachsen ..., wann feuchte z. einfallt Sebiz feldb. 376; 42; und so nicht selten bezeugt; es wird sich freud und gute zeit nach trübem wetter finden P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 395b; dasz jedes jahr vier zeiten hat, hält man mehr nicht recht, der frühling ist desz winters, der herbst desz sommers knecht Logau sinnged. 46 E.; sonne, die die zeiten theilet, theilet amt und regiment 380; der bremsen hohe zeit vergaht, wenn der august ein ende hat Binder 28; vier zeiten (jahreszeiten) -mahlzeiten Brockes ird. vergn. 2, 158; holder may, schOenste der z-en! U. Bräker s. schr. 2, 246; in der winterlichen z. Ranke s. w. 1, 117; st. Veit (15. juni) wendet die z. H. Fischer 6, 1106; die vier [] z-en des jahrs Zehner nomencl. 45; Kramer 2, 1438b; die fische seynd nunmehr auszer der z. 1439b; s. zeitgeld; hierher auch das viel citierte sprw. z. bringt rosen, welches Bas. Faber 58b dem lat. annus producit, non ager gleichsetzt; ebenso: z. macht hew Petri d. Dtsch. weiszh. U u u 6r; zum ganzen abschnitt vgl. Verwijs-Verdam 8, 348 f.; d zitt is do, d zitt is do! grüszt die meise den frühling Martin-L. 2, 917b; vgl. Follmann 559a, Seiler Basl. mda. 326a; II@A@2@bb) kirchliche feste des jahres; zu jârgezît kirchliche jahresgedenktage vgl. th. 4, 1, 6937 und 4, 2, 2249 unter jahrzeit, desgl. zu hôchgezît th. 4, 1, 6937 und 4, 2, 1640 unter hochzeit; der sinn dieser zs. als eines kirchlichen festes hält sich in der lockeren fügung des attributes, s. das citat aus Berthold v. Regensburg th. 4, 2, 1603, ebenda hohe tage, hoher mittwoch; auch Lexer 1, 1313 unter hôch; ter hogher tijt kerstavond Verwijs-Verdam 8, 341; man solt die groszen glocken lüten nit mer denn zuo den hOechsten zeitten Murner mülle 292; meine brautschuh wAehren noch nach dreiszig jahren, indem ich sie nicht anders als auf allen vier hohen z-en anziehe Just. Möser s. w. 1, 446; hoge tiden hohe festtage brem. wb. 5, 60; sodann in derselben bedeutung mit heilig zsgs.: cerimonia heilig czeit Diefenbach n. gl. 86b; zu heiligen z-en Stranitzky ollapatrida 347 Wien. ndr.; heilige z. tempo di feste ò ferie solenni, massime natali Kramer teutsch-it. 2, 1440b; kennten mir nich zum wenigsten zu allen heilichen z-en a so a stickel gebratnes haben G. Hauptmann weber 35; schlieszlich: disse österliche zeyt Wackernell altd. pass. 19; ebenso J. Mathesius leychpred. 1, 5b; allwo die frömmste leut ... umb die Oesterliche z. in die kirch kommen Grimmelshausen 3, 355 K.; s. die zss. zeitenkappe, -kutte, -vortuch; II@A@2@cc) ungewöhnlich für jahr: bisz 7 zeit (dafür s. 46: jar) verschienen sein H. Sachs 11, 47 K.; II@A@33) lebenszeit, II@A@3@aa) gewisse abschnitte des lebens, vornehmlich die kraftvolle jugend- und manneszeit, die periode der blüte und höchsten leistung; die rolle des pron. poss. entspricht der unter I 4 beschriebenen: in sînen besten zîten,bî sînen jungen tagen Nibel. 23, 1; dem wâren sîner zîte jâr weder ze kurz noch ze lanc Wolfram Parzival 604, 10; noch ist die blühende, goldene zeit O. Roquette Waldmeist. brautf.59 66; daher denn auch z. die bedeutung geschlechtsreife in den zss. zeitbock, geisz, -kuh, -hammel, -schaf (s. d.) annehmen kann; auch fruchtreife, s. zeitbeere, -birne; wer on frawen lebt in der zeit, der ist auff erdt lebendig todt H. Sachs 6, 128 K.; versuffen ist sein junge zeit Forster liedlein 136 ndr.; ähnlich: Chr. Weise grün. jug. 85 ndr.; frühling seiner z. Rist parnasz 333; wer nur auf drei z-en hinaus dencken kan, auf seiner erwachsenen kinder ihre jugend, auf seine eigene und auf die erzählung der vAeter von ihren jungen tagen Zinzendorf Jeremias 158; in ihm hab ich seit meiner ersten zeit ein wunder des vollkommnen manns gesehn Göthe 10, 19 W.; (klavierconcerte) in seiner besten z. ... geschrieben O. Jahn Mozart 4, 64; Fontane I 5, 53; wat kanter Prim sin tit noch was J. Brinckman plattd. w. 5 (1929) 166; zu meiner z. als ich noch jung, tüchtig, thatkräftig war Müller-Fr. 2, 698a; rückschauend sagt wohl ein greis: zu meiner z. war das anders; nach der z. nach der dienstzeit des söldners Grob dicht. vers. 74; ungewöhnlich: nim der alten zeiten (deines alters) war 123; II@A@3@bb) lebensalter: (du wirst) dem Nestor so an zeit als seltner klugheit gleichen Gottsched ged. 173; II@A@3@cc) gesamte lebenszeit: er kam bey seyner zeyte nie in so grosze klag hürn. Seyfried 48 ndr.; [] auf sein z. kommen fabulam aetatis peragere voc. v. 1618 Schmeller-Fr. 2, 1161; das du in friden lebest dein zeyt Weller dicht. d. 16. jahrh.s 79 lit. ver.; Stieler 2620; nach vollbrachter z. (lebenszeit) P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 375b; tod, ach friste seine zeit Schubart s. ged. 2, 124; z. seines lebens und zeitlebens s.B 2 a γ. II@BB. ein zeitraum, dessen grenzen nicht genau bestimmbar sind oder unbestimmt bleiben; II@B@11) zeitalter: II@B@1@aa) vier z-en lAeszt uns Naso lesen A. G. Kästner verm. schr. 2, 221; die guldin zeyt oder das guldin alter aurea aetas Maaler 519d; die goldene, silberne, eiserne z. Kramer teutsch-it. 2, 1438a; die guldin z., da zucht, ehr und erbarkeit werder und hOeher dann goldt oder guot gehalten worden Scheit Grob. 4 ndr.; Gottsched ged. 1, 43. 169; wenn wir vom schäferleben, von der gldenen z., trAeumen Hippel lebensl. 3, 2, 213; übertr.: also war diese epoche fr hAendler, becken und mller eine gOeldene (ertragreiche) z. U. Bräker s. schr. 1, 193; vgl.: o der seligen z., das wil ein glden jar werden Luther 26, 605 W.; eiserne z. Wieland I 2, 81 ak. ausg.; sehr häufig die vb. die gute alte z.: zeuge der guten alten z. O. Jahn Mozart 1, 342; in den guten alten z-en Cl. Brentano ges. schr. 5, 36; für alterthum, mittelalter, neuzeit, auch plur. (s. V A 1): die geschichte der mittleren z-en A. v. Haller tageb. 1, 4; Gottsched n. ged. 46; Hagedorn nebenstund. 77 ndr.; die ... steinschneider neuer und alter z. Lessing 10, 288 M.; die kunstschätze der alten und mittlern z. Göthe IV 12, 345 W.; neigung zu den mittleren z-en 263 W.; in alter, mittler und neuer z. Ritter erdk. 1, V; nicht mehr üblich, jedoch noch: in den neueren z-en (gegenwart) Göthe 23, 146 W.; die gebäude der neuen z. IV 8, 41 W.; in den neuesten z-en A. W. Schlegel im Athenäum 1, 49; im dunkel vorgeschichtlicher z. W. H. Riehl d. arb. 57; die strenge der vorigen z-en (der vergangenheit) Gerstenberg schlesw. litbr. 29, 109 lit.-dkm.; zu olims z-en einstmals häufig, z. b. Cl. Brentano ges. schr. 5, 22; gegenwart: gegenwärtige z. Kramer 2, 1439b; in jetziger z. Kerner bilderb. 3; von meiner ersten jugent pisz auf dise z. Arigo dec. 1; 6; Grob dicht. vers. 108; bis zu diesen z-en A. v. Haller Usong 3b; männer dieser z. Bürger 1, 162 Bohtz; in dieser letzten z. Göthe IV 41, 205 W.; zu dieser unsrer z. Grimmelshausen Simpl. 6 ndr.; die vAetter unser zitt S. Brant narr. 9 Z.; bey unsern lebenden z-en graf v. Brandis ehrenkr. 133; zu unser z. Fischart Garg. 3 ndr.; Herder 3, 9 S., und so dauernd geläufig; zukunft: die künftigen z-en brauchen auch männer Göthe 8, 11 W.; mnld. toecomende tiden Verwijs-Verdam 8, 340; mnd., nnd. tôkomende tîden; ungewöhnlich für jahrhundert: in den vorigen hundertjährigen z-en J. B. Schupp schr. (1663) 777; benannt: zu Noachs z. Grob dicht. vers. 35; zu Homers z. Kretschmann s. w. 1, 30; monumente ... aus den besten römischen z-en Göthe IV 36, 107 W.; Ramlersche z. Immermann 1, 8 B.; die chronologische lage ergibt sich aus dem zusammenhang: die Rubens und Girardons seiner (d. i. Agathons) z. Wieland Agath. 1, 8; hymnen an die märtyrer ... machen ... einen groszen theil der dichtkunst dieser z-en (d. i. der ersten christlichen jahrhunderte) aus Herder 18, 17 S.; häufig steht nach dem gegenwärtigen sprachgebrauch der blosze artikel (vgl. das adverbiale der z. V A 3 a α): berichte der z. (d. i. derselben zeit; zeitgenössische berichte) klagen, dasz ... Häuszer d. gesch. 1, 151; geistliche oder 'pfaffen' nach dem sprachgebrauch der z. Scherer litgesch. 90; (buch ... in) lederband der z.; vgl. noch: die zeugnisse der z-en Göthe 46, 41 W.; persönlich gefühlt: nach dem ausspruch aller z-en Herder 22, 280 S.; ihn trifft der zeiten fluch Platen w. 1, 101 R.; II@B@1@bb) eine gewisse antheilnahme, die besonders der gegenwart eine bestimmte note verleiht, verrät sich in attributen, noch mehr aber im hinweis auf den herschenden geschmack, [] anschauung, tendenz; kennzeichen ist der ausdruck der geist der z.: in diesen erleuchteten z-en Lessing 10, 214 M.; in dieser feisten, engbrüstgen z. Shakespeare 3, 277; in den finstern z-en Archenholz Engl. u. It. 1, 1, 2; zwischen den rohen z-en der barbarei und dem kunstreichen ... weltalter (hat sich) eine tiefsinnige und romantische z. niedergelassen Novalis 4, 66 Min.; vgl.: ein argwönige zeyt Maaler 519d; die eine z. ist der andern frbilde Petri d. Dtsch. weiszh. Q 2v; verbesserung der z. Lohenstein Arm. 1, 24a; der z-en hochmuth Königsb. dichterkr. 64 ndr.; was ihr den geist der zeiten heiszt, das ist im grund der herren eigner geist, in dem die zeiten sich bespiegeln Göthe Faust 577; 3, 265 W.; vgl. 3, 230 W.; so ist denn der geist des volks und der geist der z. auch der geist des rechts Jhering geist d.m. rechts 34; Ranke s. w. 8, 165; vgl. auch -geist; zeichen der z. Göthe 15, 93; 41, 1, 251 W.; verlebendigt: ein zeitungsschreiber mag sich schmeichelnd quälen, so sagt die zeit: es sei der rechte nicht Göthe 3, 197 W.; vgl. H. v. Kleist 5, 376 E. Schm.; Herwegh ged. e. leb. 2, 79; denn wer den besten seiner zeit genug gethan, der hat gelebt für alle zeiten Schiller 12, 7 G.; die zeit ist aus den fugen: schmach und gram, dasz ich zur welt, sie einzurichten, kam! Shakespeare 3, 186: das wurde rasend beklatscht, die z., um den modeausdruck zu gebrauchen, war also richtig erkannt Hebbel II 2, 417 W.; die groszen fragen der z. entscheiden Bismarck red. 2, 30 Kohl; mode: boy (flanell) glatt oder auffgerieben, nachdem es die z. und trachten geben, zu verkauffen (1724) H. Fischer 6, 1106; auch zu gehn mit der zeit und oft zu verändern den hausrath Göthe 50, 211 W.; vgl. schon: einer jeden zeit zu thun ihr recht. das macht manchen armen knecht Petri d. Dtsch. weiszh. T 5v; ... viel zu frühe trat ich in die z. (öffentlichkeit) ... Platen 1, 147 R.; II@B@1@cc) zeitläufe, zeitverhältnisse, -umstände, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche lage: sî ne werdent keskendet in ubelemo zîte Notker ps. 36, 19 (2, 130 P.); lât iu die zît gevallen wol, sît noch ein bœser komen sol Freidank 141, 1; zu guoten und glückhafftigen zeyten Hutten op. 1, 448; misera conditio temporum est ... es ist bOese z. Alberus 77a; du muoszt ... (als lehrer) in der schuoll bell zyt han Platter 68 Boos; nach vil bel ziten Tschudi chron. helv. 1, 32; sawre z. Spee trutznacht. (1649) 27; betrbte z-en motus temporum Reyher p 2v a; bey sehr verwirrten z-en Besser schr. 1, 10 König; Stieler 2620; Kramer teutsch-it. 2, 1438a; die zeit beginnt bedenklich wiederum zu werden Lessing 3, 96 M.; über die schweren z-en (jammern) U. Bräker s. schr. 2, 83; die z-en sind gar zu elend Nicolai S. Nothanker 1, 59; was waren das für schöne z-en! Göthe 5, 1, 99 W.; in diesen gefährlichen z-en 50, 211 W.; bei den faulen z-en (unrentabel) H. v. Kahlenberg Eva Sehring 40; heillose z-en Pflugk-Harttung allg. weltgesch. 4, 721; sie hat bessere z-en gesehen H. Seidel Leb. Hühnch. 68, als rda. üblich; friedliche, stille z. Stieler 2620; insbes. theure z. theuerung: clades dr tijd Diefenbach n. gl. 94b; Schiller-Lübben 4, 549a; s. auch unter theuer th. 11, 369; mit pestilenz, theurer z. ... (lohnen) Luther hauspost. 32, 48 Erl.; Neukirch ged. 12; P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 358a; verlebendigt: der teuffel ... zeucht daher wie die tewre z., wie man pflegt zu sagen J. Pomarius gr. post. 3, 198b; he st ut as de dre tiid Dähnert 485a; Doornkaat-Koolman 3, 408a; Martin-L. 2, 917b; schleichen wie die teure z. im finstern Müller-Fr. 2, 698b; der schaut aus wie die sieben theuren z-en Hügel Wien. dial. 193b; [] rare teiden Bauer-Collitz 84b. verwundernd: du meine z.! o himmel! Jecht wb. Mansfeld. mda. 127b; Grillparzer 6, 61 S.; du meine z., sagte Nebendahl, was heutzutag auch alles studiert wird! H. Seidel Leb. Hühnchen 214; häufig: ach du meine z.! vergleichbar nordd. herr du meines lebens! zur betheuerung, verwunderung, noch mehr als ausruf des erstaunens, entsetzens, der entrüstung: o du heilige z.! o du liebe z.! Schmeller-Fr. 2, 1161; P. Rosegger nixnutzig volk 99; liebe z.! Tieck schr. 1, 212; ach du liebe z.! Gutzkow ritt. 2, 137; Bauer-Collitz 66b; ach du liebste z.! H. Fischer 6, 1106. diese ganze gruppe erklärt sich aus der vb. grosze z.! ebda und Martin-L. 2, 917b sowie vor allem aus der eindeutigen angabe o du liebi zitt! du lieber gott! Seiler Basl. mda. 326a als verhüllende formel für du mein (lieber ...) gott! wie schon M. Heyne th. 6, 901 gesehen hat; doch spielt offensichtlich die vorstellung der bösen zeitläufte bei der wahl des ersatzwortes eine rolle. z. für not: ich habe die liebe z. darvon io non mene voglio impegnare, io non ci voglio entrare Kramer 2, 1438c; ich hätte die liebe z. davon das sollte mir einfallen Hertel Thür. 263; M.: er (mein vater) mögte nach meinem tod thun, was er wollte. A.: ich hätte die liebe z. von dem tod, wann ich einen vatter hätte, der so vor meine wohlfahrt sorgete wie der eurige Stranitzky ollapatrida 289 Wien ndr.; 'ei hast du nicht die ehr davon? die ehr ist hohes gut —' 'ich hätt die liebe zeit davon, die ehr ist mir kein gut' Cl. Brentano ges. schr. 2, 331. zeitläufe älter getrennt (s. lauf 7 th. 6, 309): nach gelegenheit der z. und lAeuf Lehmann flor. (1662) 2, 856; die welt folgt den z-en und lauffen wie der schatten dem leib 2, 872; das ist der z-en lauff Ludwig teutsch-engl. 2569; vgl. zeitlauf; veränderlich: andere z. andere freud sprw. klugr. 149a; a. z. a. arbeit Düringsfeld sprw. 1, 39a; a. z-en a. gedancken Kramer teutsch-it. 2, 1438a; modern: a. z-en a. sitten Klinger w. 4, 83; wie die z. so die leut Binder 219; sehr geläufig: die z-en ändern sich nach dem lat. tempora mutantur, vgl. Günther ged. 208, Bauernfeld ges. schr. 1, 12; sich in die z. schicken: schicket euch in die z., denn es ist böse z. Luther Ephes. 5, 16; Bas. Faber 843a; Kramer teutsch-it. 2, 1439c; A. v. Ziegler as. Ban. 164; Ramler fabellese 2, 527; Göthe IV 39, 26 W.; allgemein; sich nach der zeyt schicken, der zeyt willfaren Frisius 1295b; der zeyt faaren 204a; der z. gefahren sprw. klugr. 44b; sich nach der z. richten Kramer 2, 1439c; in die z.: Hulsius (1618) 2, 409b; (man musz) der z. dienen und nach dem gemeinen lauff handlen Scheit Grob. 6 ndr.; Göthe 28, 139 W.; man musz mit der z. leben und vorwärts schreiten G. Keller ges. w. 3, 54; die z. soll es lehren Lessing 17, 17 M.; Göthe 23, 194 W.; schon alt, vgl. was nun ferner daraus wirt, gibt die z. zu erkennen (Augsburg 1548) chron. d. st. 32, 27; s. H. Fischer 6, 1106; die verbundenheit mit dem schicksal äuszert sich in solcher personification, vgl. hat nicht mich zum manne geschmiedet die allmächtige zeit und das ewige schicksal, meine herrn und deine? Göthe 2, 77 W.; s. 2 b γ; das gegenseitige verhältnis tritt zu tage in: menschen bildet die z. und menschen schaffen z-en Herder 23, 21 S.; gottes zielsetzung thut sich kund in dem worte: da aber die z. erfllet ward Gal. 4, 4; II@B@22) zeitstrecke von unbestimmter dauer, die zeit in ihrem verlauf: II@B@2@aa) blosze angabe II@B@2@a@aα) die dauer ist durch adjective angedeutet; lang: wirs dan ein âs daz lange zît an der heizen sunnen lît Wigalois 5064; noch nie chain zeitt mir lenger wardt Hätzlerin 52; ich fürchte, dasz euch die z. lang werden möchte Gottsched anm. gel. 2, 604; sehr häufig, beliebter aber noch ist diese wendung in der vb. z. und weile, s. V B 1; volksthümlicher scherz: wenn dî de tîd to lank word, den nim sê dübbeld (d. h. falte sie zusammen) Doornkaat-K. [] 3, 408a; lux. wb. 499b; Martin-L. 2, 917b; s. auch zeitlang und lange z. (s. V B 2); es ist noch nicht lange z. vergangen Arigo dec. 51 K.; modern dafür: es ist noch nicht lange (z.) her; do mitt sie lange zeyt hAer ... verplendt gewest Hutten op. 1, 410 B.; sie ... weinte eine lange z. Storm w. 1, 81; i ha ne d längst zit nit (schon lange nicht) gsë Martin-L. 2, 917b; soldatensprache u. sonst: du bist die längste z. fourier gewesen! als ankündigung der bevorstehenden abberufung vom posten; seltener geraum: welche ich schon eine geraume z. verfertiget gehabt Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 5 ndr.; vor geraumer z. A. v. Droste-H. ges. schr. 2, 232; schön in diesem sinne kaum literarsprachlich: diss isch schun e schöni zitt schon lange her Martin-L. 2, 917b; geläufiger und noch üblich gut: ein guote zyt gefastet han Keisersberg bilg. 16c; lasz ihn ein gute z. drinnen liegen fischb. 92; Scheit Grob. 106 ndr.; liebe z. s. II B 1 c und V B 2; die träge z.! Lessing 3, 364 M.; eine ganze z. vornehmlich in volksthümlichem stil, doch auch beim alten Göthe (s. die gleiche feststellung bei weile th. 14, 1, 799): glaubte ... eine ganze z. ... Göthe II 1, 4 W.; a herrschaft die is gfahrn nach Kreuth, dös geht im schritt die ganze zeit K. Stieler ged. 4, 49 Recl.; uf den rëjen het mer s ganz zit (schon lange) gebasst Martin-L. 2, 917a; i hab s ganz zit (während des vorganges) gschlofe ebda; so weiter verbreitet, auch nordd. dial.; literar. dagegen mit pron. poss.: die erziehung ... nahm seine ganze z. in anspruch O. Jahn Mozart 1, 13; kurz: die z. ist kurtz, wenn sie gleich noch so lang were Petri d. Dtsch. weiszh. R 7v; die zeit ist kurz, die kunst ist lang Göthe 14, 85 (Faust 1787) W.; satyrische schriften ... (werden) nur eine kurtze z. gesuchet Liscow schr. vorr. 4; zumeist nach präpos.: vor kurtzer z. Spreng Il. 98a, wofür modern vor kurzem beliebter ist; in kurzen z-en Rachel sat. ged. 93 ndr.; in kurzer z. stand ein ... tisch (vor ihnen) Göthe 21, 15; 43, 28; IV 8, 29 W.; klein: sy wölle mich in kleiner z. ... gesunt machen Arigo dec. 227 K.; yetz vor kleiner z. (d. h. noch vor kurzer zeit) Boltz Terenz 98b; in so kleiner z. (in so kurzer zeit) Dietr. v. d. Werder buszps. B 3a; auszer gebrauch, dagegen ohne präpos. nicht selten, wenn auch gegenwärtig zurücktretend: harre eyn kleyne tzeyt Luther 10, 2, 41 W.; ein klayn zeyt und yeczund werdet ir mich nit sehen (uber ein kleines so werdet ir mich nicht sehen Luther) Joh. 16, 16 var. erste d. bib. 1, 403; eine kleine z. zu bleiben buch d. liebe 155b; sich eine kleine z. ... zu gedulten Grimmelshausen 3, 339 Keller; die ... eine kleine z. wehret Moscherosch cura 31 ndr.; zaudert eine kleine z. Platen w. 1, 9 R.; geläufig bei Stifter, z. b. s. w. 3, 137; 5, 1, 40; klein wird jetzt lieber mit weile verbunden; wenig selten: soll ... in weniger z. erscheinen Göthe IV 36, 110 W.; viel: alt mit gen., s. V A 4; weil ... nicht vil z. zu verschlieszen (verschlieszen, s. β) ist Scheit Grob. 7 ndr.; dieweil er nicht viel z. hat Ringwaldt laut. wahrh. A 4a; das (buch) ich viele z. ... bey mir trug U. Bräker s. schr. 1, 236; aber gott bessers, das die meisten zeiten da worden zugebracht mit eitelkeiten Gabr. Voigtländer od. u. lied. (1642) 104; die meiste z. durft ich ... allein wandeln U. Bräker s. schr. 1, 94; gewisz: es hat nichts sein gewisse z. als das predigen, das soll in einer stund auffhOeren Lehmann flor. (1662) 2, 936; all andere thyerer haben ein bestimpte z. zuo tragen (der trächtigkeit) Eppendorf Plin. 7, 10; offen: offene z. 1) zeit auszerhalb des banns, auf der keine verbote lasten H. Fischer 6, 1105; 5, 47; zu offnen z-en müssen z. b. dem berechtigten hirten die erblücken geöffnet werden (belege von 1518 und 1598) 5, 47; zu offnen z-en wenn das weiden nach der ernte auf fremden äckern und wiesen gestattet ist Frisch 2, 29b, Stieler 2619, Kramer 2, 1438b; gegensatz ver- (Stieler, Kramer), geschlossene z. die zeit vor der ernte, wo das vieh auf den äckern und wiesen noch nicht weiden darf Frisch 2, 199b; 2) gerichtlich, vgl. open daeghen dies fasti Kilian 466b Hass.; gegensatz ghebonden daeghen ebda, gebundene [] dage sachsensp. 2, 10, 3; 2, 11, 4; bebundene tied gerichtsferien brem. wb. 5, 60; 3) kirchlich: open tijd die zeit von epiphanien bis aschermittwoch, in welcher hochzeiten gefeiert werden Kilian 466b Hass.; gegensatz geschlossene z. die zeit zwischen fastnacht und ostern, wo heiraten u. dgl. nur gegen dispens möglich war H. Fischer 3, 478; die verbunden z. Luther 29, 37 W.; II@B@2@a@bβ) z. in vb. mit verben: haben: z. haben musze haben (s. aber z. haben es eilig haben ob. sp. 524 unter I 3): ihr habt z., bis Schiller 14, 276 G.; Göthe 3, 267 W.; hast du z.? bist du frei? det hat z. das eilt nicht Brendicke Berl. wortsch. 195a; ich habe z., viel z., z. genug allgemein; auch südd.: das gut werk z. haben musz (1569) H. Fischer 6, 1105; doch hier meist mit gen., woraus das höhere alter der verneinten vb., in der der gen. von nicht abhing, folgt: der z. h., auch übrig(e) z. h. H. Fischer 6, 1105, Martin-L. 2, 917a, Seiler Basl. mda. 326a, ech hun zeits (aber: ömmer z. hun saumselig sein) lux. wb. 499b; der hait no álli zitt zeit genug, übrige zeit Seiler; häufiger verneint: nu aber ich die tzeytt nicht habe Luther 10, 2, 375 W.; ich habe nicht z. Stieler 2619; gewöhnlich mit folgendem inf. mit zu: zu melden mich hat ietzt nit zeyt H. Sachs 8, 140 K.; Lessing 3, 88 M.; hatte nicht z., ... zu betrachten Göthe 24, 5 W.; keine z. haben Steinbach 2, 1081; habe keine z. ... ein andermal Fontane I 5, 134; kaum hatt ich z., mich ... zu erkundigen Klinger w. 4, 28; südd. wie ob.: i ha nitt der zitt Seiler, H. Fischer; es ist z.: es ist z. mit den sorgen, bisz ich wieder komme Chr. Weise comöd.-probe 28; jetzt es ist noch z. üblich: dauern, währen mit acc. der zeit: alles ding währt seine zeit, gottes lieb in ewigkeit P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 347a; es dauert ... eine z., bis Göthe IV 29, 6 W.; wofür gegenwärtig weile mehr im schwange ist, s. th. 14, 1, 795; vertreiben: mhd. und älternhd. die zeit zubringen reichlichst bezeugt, s. Lexer 3, 275; sie ... mit fröhlichem gesange die z. verdriben Arigo dec. 15; 110; 657; ich musz leider mein zeit vertreiben (verweilen) alda etwa bey zweyen jaren H. Sachs 8, 305 K.; ich vertreib die z. mit lesen Alberus 12a; noch: wil ich bey ihr (der geliebten) die zeit vertreiben Chr. Weise grün. jug. 41 ndr.; später mit tadelndem nebensinn: womit vertreibt denn das frauenzimmer nach tische die z.? Chr. Reuter ehrl. frau zu Plissine 41; spielen heiszt die z. vertreiben, arbeiten die z. festhalten W. H. Riehl d. arb. 6; mit dativ: den kindern die z. ... vertreiben Moscherosch cura 79 ndr.; euch und mir die z. zu vertreiben Kortum Jobs. 1, 1; Tieck schr. 2, 239; dinge, mit deren ... betrachtung die leute sich die z. vertrieben v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 2, 25; zu-, hinbringen: dardurch man vil zeyt und unnOetiges unkostens zuobringet Vogelsang-Cochläus gespr. v. Joh. Hussen 12 ndr.; dasz sie ... mit embsiger arbeit ihre z. zubringet Moscherosch cura 60 ndr.; Göthe IV 12, 13 W.; z. hinbringen Hulsius (1618) 281b; du bringst die zeit mit puppen hin Chr. F. Weisze lied. f. kind. 57; verleben: verlebte die z. in lust und freude kind-. u. hausmärch.32 136; de z. verschlafen, de scheene z. vertrödeln Brendicke Berl. wortsch. 195a; vgl. verschleffts (das meydlin) und vertantzet und verspielet es doch wol mehr zeyt Luther 15, 47 W.; verzehren zubringen: verzehren ihr z. in N. Sattler phraseol. 404; derhalb musz ich meins alters zeyt verzeren nun in trawrigkeyt H. Sachs 2, 32 K.; Berthold v. Chiemsee 5; verschleiszen: zuo Athen wonen ... seine tag oder zeyt zuo Athen verschleiszen Frisius 65a; indesz musz ich mein z. verschleiszen Dietr. v. d. Werder buszps. B 4a; Opitz poet. 5 ndr.; verspilden vergeuden, s. belege th. 12, 1427; unnützlich verthun H. Sachs 6, 137 K.; verderben: ein saufer ... verdirbet die z. Reinicke fuchs (1650) 292; wie man [] seine z. nur so verderben könne? Göthe 21, 7 W.; umgangssprachlich: die z. tot schlagen, vgl. dieses nichtsthuende zeittodtschlagen Bismarck br. an s. braut 401; verlieren: wir müssen aber die z. ... nit untzlich verlieren Vogelsang - Cochläus gespr. v. Joh. Hussen 12 ndr.: sie haben nicht die zeit mit aberwiz verlohren Rompler v. Löwenhalt 1. geb. 28; Herder 5, 34 S.; ich habe viel z. verloren A. v. Arnim w. 15, 38; weil ich keine z. zu verlieren hatte Stifter s. w. 5, 1, 98; kürzen: indem der fürst die zeit mit tausend listen kürtzt Gryphius trauersp. 30 P.; einem die z. kürtzen Kramer teutsch-it. 2, 1438b; auch als ein wort: (die neuere fabel) will ... selten mehr als zeitkürzen Herder 23, 56 S., s. zeitkürzend, ferner zeitkürzer, -kürzung; verkürzen Stieler 2619; unterredungen ..., womit ich meinem vater des abends die z. zu verkürzen pflegte Wieland Agath. 1, 329; verlängern Stieler 2619, Kramer 2, 1438b; stehlen: habe ich mir so viel z. gestohlen, meinen geist sampt eurem ... zu erwecken Luther 41, 130 Erl.; verachtet ... nicht das gebett, ... stehlet z. darzuo Moscherosch cura 76 ndr.; volksläufige wendung ich habe meine z. nicht gestohlen, um anzudeuten, dasz man für eine unnütze sache keine zeit aufwenden wolle; ich möcht sunde daran thun, das ich mir und dem leser die z. raubet mit solchen faulen zoten Luther 26, 429 W.; gewinnen: z. gewonnen alles gewonnen sprw. z. b. bei Körte 7122, auch bei Fontane I 5, 90; auch sonst z. gew. üblich; vgl.: man mOet sikk tiid maken Dähnert 486b; anlegen, anwenden: (seine) z. wol, übel anlegen Stieler 2620; anwenden Kramer teutsch-it. 2, 1438b; sich z. nehmen: ich will mir die z. darzu nemen Stieler 2619; Kramer 2, 1439a; die ... stunde ..., wo er sich die z. nehmen wird, mir das ... geheimnisz zu entdecken Rabener s. w. 4, 163; sie nimmt sich zum kredenzen und er zum dank sich zeit Göthe 1, 94 W.; sehr geläufig; lassen: lasz mir z.! Kramer 2, 1439b; Lessing 3, 109 M.; lasz ihr z. noch, sich zu fassen Müllner dram. w. 2, 44; laat di tiid = do di tiid Dähnert 485a; gewähren: so will mir der tod nit zit mer geben N. Manuel 12 B.; Stieler 2619; gib z. (lasz dir zeit) Rachel sat. ged. 49 ndr.; dasz ich dem ersten buch Mosis viel z. gewidmet Göthe 7, 154 W.; und gOennt mir gott die zeit Chr. Weise grün. jug. 139 ndr.; kosten u. ä.: es hätte ihn ... mehr z. gekostet Bettine d. buch geh. d.n. 2, 373; ich danke dir, dasz du z. gefunden hast, an mich zu schreiben Moltke ges. schr. 6, 171; mit bereits erörtertem werde ich ihre z. ... nicht in anspruch nehmen 7, 89, modern; II@B@2@a@gγ) mit hinzufügung eines die dauer bestimmenden substantivs, αα) im genitiv: noh thanne ni was zît thero fîgono Tatian 121, 1; an demo zîte dero âhtungo Notker ps. 78, 1 (2, 325 P.); z. der unkäusch (brunstzeit) Konrad v. Megenberg b. d. nat. 139; in diesen z-en der unruhe und der finsternisz Ramler einl. in d. schön. wiss. 1, 63; die z. der entdeckungen beider Indien Ranke s. w. 1, 155; zur z. des waffenstillstandes Bismarck ged. u. erinn. 2, 52 volksausg.; der bärte zeit, die zeit der waffen Denis lied. Sineds 28; die z. der nachtigallen Tiedge w. 2, 178; u. v. a.; da wards auch so gehalten mit schäferfesten und singen, wenns z. scheerens war maler Müller w. 1, 234; s. auch I 3 b; bes. reich bezeugt der acc. zeit (meines) lebens; zunächst mit artikel: da ich ihn doch die z. meines lebens nichts zuwieder gethan Chr. Reuter ehrl. frau zu Plissine 7; schausp. engl. comöd. 175 Creizenach; die knechtschafft, in der er die z. seines lebens gestanden hat disc. d. mahl. 1, 4; noch Stifter s. w. 3, 84 ; auch: all mein lAebtag, alle zeyt meines lAebens Frisius 1392a; alle die z. seines lebens Ranke s. w. 9, 78; min zitt des [] tags des lëwens Martin-L. 2, 917b; in jüngerer zeit ohne artikel, so dasz z. der präposition während entspricht: mit welchem (menschen) ich ... z. meines lebens auch das geringste wort nicht gewechselt J. Rist friedew. Teutschl. (1648) 16; A. Olearius persian. reisebeschr. (1696) 144; Stranitzky ollapatrida 165 Wien. ndr.; ich habe z. meines lebens gelegenheit genug gehabt mich zu verwundern Göthe IV 26, 338 W.; Immermann 1, 40 B.; Ranke s. w. 1, 65; ungewöhnlich: vor dem all ehrliche biderleut sich hten ihres lebens zeit Lehmann flor. (1662) 1, 327; verkürzt gleich beliebt: sie werde ich z. lebens nicht vergessen samml. v. schausp. (Wien 1764) 1, caffeehaus 81; z. lebens will ich auf keinen grünen zweig kommen Heinse s. w. 2, 113 Sch.; z. lebens des landesfrsten Micrälius alt. Pommerland 4, 65; auch mit präpos.: macht sich ... auf z. lebens unglücklich Gellert w. 10, 160; Lessing 2, 318 M.; gegenwärtig wird zeitlebens als zs. empfunden; auszerdem mit anderen genitiven verbunden: daz es uwer lieb zit disser zit wol gang privatbr. d. ma. 1, 308 St.; vorwahrung der schlesischen gräntz gegen Hungern z. der hungrischen rebellionen acta publ. 1, 41 Palm; B. Schupp schr. (1663) 406; vergosz z. solcher rede ihre thrAenen Bucholtz Herk. 1144; z. meines bisherigen practicirens Chr. Thomasius ged. u. erinn. 1, 2; mich noch z. meines hierseyns ... zu vergngen Menantes n. briefe 485; z. seiner regierung Chr. Scriver seelensch. 1, 237b; danach nicht mehr bezeugt; s. auch unter V A 3 c β; nicht hergehörig ein fall wie zeitwehrender solcher auferbauung Grimmelshausen 4, 902 K., da nicht für z. wehrender ...; s. zeitwährend. der übergang zur präposition erhellt gut aus dem ansatz von -s in folgendem falle: nachdem ... ich zeits der ersten jugend in dem christenthumb ... underwiesen Moscherosch ges. (1650) 5; ββ) mit von: z. von fnff jahren Hulsius (1618) 2, 385b; seculum eine z. von hundert jahren nomencl. lat.-germ. (1634) 13; Stieler 2620; in z. von vierzehn tagen Zimmermann nationalstolz 15; in zitt vun ere stund Martin-L. 2, 917a; allgemein; älter auch gen.: czweier jar czeit Diefenbach ml.-hd.-böhm. wb. 51; woneben nach wegfall von van eine anscheinende vb. mit einem acc. tritt: eene tyd jahre einige jahre Strodtmann id. osnabr. 245; γγ) vor z.: in so viel monat z. Rachel sat. ged. 64 ndr.; in sechs tagen z. v. König ged. 320; in ein paar minuten z. H. v. Barth Kalkalp. 20; wir haben noch eine stunde z. Kramer teutsch-it. 2, 1439a; nimm dir noch acht tage z. Gellert w. 3, 123; II@B@2@a@dδ) durch nebensätze erweitert: zuo der czeit, so die hicze an dem grösten ist Arigo dec. 169 K.; zur z., so die Oepffel zeitig seind M. Herr feldb. 139a; allgemein und andauernd im gebrauch; gaben dem sänger z., weiterzudenken Herder 18, 425 S.; s. I 2 c; II@B@2@a@eε) wie in I 4 durch ein pronomen possessivum bestimmt: ein ieglich zît hât sîn zît Freidank 117, 18 Gr.; ein ieglich ding wil sein z. haben sprw. klugr. 114b; ähnlich weit verbreitet; es hat ein yetlich weyn sein zeyt, die er wol ligen mag Frisius 53b; Faust: ... ich bin dein herr. teufel: so lange deine zeit rollt Klinger w. 3, 62; dazu ... ist mir meine z. und meine lunge zu lieb Bismarck pol. red. 3, 26 Kohl; von acht bis zwölfi is sei zeit (hat er seine dienststunden) K. Stieler ged. 2, 38 Recl.; II@B@2@a@zζ) ohne bes. bestimmungen: so ging eine z. vorbei, bis die Medicis zurückkamen Göthe 43, 23 W.; prägnant: (sie) schien ... mir fast gar nicht verändert, und zehn jahre sind doch eine z.! 23, 74 W.; ebenso K. Stieler ged. 2, 29 Recl.; zwischen blitz und donner war noch eine z. Stifter s. w. 5, 1, 80; er lebte darnach noch eine reihe von jahren in die z. hinein 3, 119; noch fünf minuten, dann ist die z. um graf Pocci komödienb. 184; die Berliner z. (mein aufenthalt in Berlin) war mir eine rechte erholung modern; II@B@2@bb) die zeit als flüchtige erscheinung, als ein wesen mit gewissen eigenschaften und kräften, α) die bewegliche: dasz die z. geht, ist uralte vorstellung, vgl. ahd. in irganginimo [] zîte in tempore praeterito (nhd. in der vergangenen z.) Notker ps. 78, 1 (2, 324 Pip.); mhd. u. a.: wie diu zît zergê Walther 103, 9; vgl. auch mnld. Verwijs-Verdam 8, 346; die z. geht hin, leuft weg hora effluit Stieler 2619; Kramer teutsch-it. 2, 1438c; tyt löpt enwech as water Tunnicius nr. 1256; lauf der z-en E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Dtsch. 1, 262; gottes zeit hält ihren schritt P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 356a; die z. galoppirt mit dem verbrecher zur richtstätte und schleicht mit der braut zum brautgemach Binder 219; sie kommt: dô daz zît dô chom Vorauer gen. 21 Diemer; die z. war gekommen, wo Ranke s. w. 1, 263; so ständig im gebrauch: die z. rückt heran Schiller 3, 21 G.; flüchtig: die z. floche Arigo dec. 239 K.; die flüchtige, geschwinde, unwiderbringliche z. Kramer teutsch-it. 2, 1438a; Göthe IV 42, 230 W.; und wenn die zeit verrauschend flieht, jahreszeiten kommen wieder 3, 32 W.; der z-en flucht Schiller 15, 1, 3 G.; die rasche flucht der z. v. Ebner - Eschenbach ges. schr. 4, 62; flieszt: die z. fleust weg wie wasser Petri d. Dtsch. weiszh. R 7v; strom der z. Eichendorf s. w. 1, 572; strom der z-en Mommsen m. gesch. 2, 367; häufiges bild: den ocean der z. (dämmen) Kretschmann s. w. 1, 136; den ocean der z-en durchsegeln Herder 16, 46 S.; ähnlich: vom sturm der z. gepeitscht H. v. Kleist 2, 336 E. Schm.; graf Strachwitz ged. 2; nicht angebunden, sprw.: z. ist an keinn pfal bunden sprw. klugr. 160a; gern wird der werth der zeit betont; alt ist der ausdruck z. hat ehre, den Stieler 2620 deutet tempus observare honestum est, dispensare tempora laudem habet, der sprw. klugr. 86b aber mit recht z. halten ist ehrlich erläutert wird; ebenso: zu rechter z. ist ehrlich Eyering prov. 3, 596; es ist rahtsam, dasz ich bald geh: die zeit hat ehr; hiemit ade W. Spangenberg ausgew. dicht. 349; bei Binder 219 erscheint das modern-engl. z. ist geld; früher in diesem sinne die z. als edel bezeichnet: bring die edel z. wol ein Scheit Grob. 122 ndr.; die edle z. verlieren Zachariä poet. schr. 1, 109; Rabener s. w. 3, 217; β) die thätige: z. verreth (verräth) den dieb Friedr. Wilhelm sprw.-reg. G 2 β; z. friszt alles sprw. klugr. 150a; z. verzehrt stahl und eisen Kern sprw. 67; hiernach literarisch der z-en zahn Chr. Stieff samml. 112; Rückert ges. poet. w. 3, 29; Eichendorf s. w. 2, 420; hie were nu viel von tz sagen, aber die tzeytt leydet es nit Luther 10, 2, 146 W.; noch üblich; Stieler 2619; von der heilung durch die z., die selbs der arzet ist Paracelsus opus chir. 232; die z., die alles heilt Triller betr. 3, 488; vielfach; dasz die zeit mich trOesten kan Chr. Weise grün. jug. 47 ndr.; γ) personificiert: theils in den bildern und gestalten der griech. mythologie: die z. verzehrt die eignen kinder (vgl.Kronos) Stoppe Parn. 72; (das) rad der z. Göthe 16, 135 W.; Blumauer ged. 48; unaufhaltsam rollt die z. 15; theils der germ.: am sausenden webstuhl der z. Göthe Faust 508; S. Brunner erz. u. schr. 1, 167; volksth.: die allegorische figur der z. ist ein dürrer, hagerer greis mit grauem barte und haaren, zween grosze flgeln auf dem rcken, und einer sense in der hand Gottsched wb. d. sch. wiss. 1677; O. Jahn Mozart 4, 340; poetisches bild: ihr (der nacht) auge sieht die wage nun der zeit in gleichen schalen stille ruhn Mörike w. 1, 116 G.; II@B@33) christlich-theologische auffassung stellt die zeit in gegensatz zur ewigkeit; dieser begriff der zeit umschlieszt sowohl die dauer der welt von ihrer schöpfung bis zu ihrem untergang wie den zeitraum vom leben des einzelnen menschen bis zum jüngsten tage; vgl.: z. ... bedeutet der natürlichen dinge eigenschaft, dasz sie nehmlich ihren anfang und ende haben. die dauerung dieses zwischenraumes heiszet also die z. und wird der ewigkeit entgegengesetzet, die ohne anfang und ende ist, wenn das wort eigentlich genommen wird Noel Chomel öc. u. phys. lex. 8, 2396; bildlich ausgedrückt: der strom der z. flieszt [] ins meer der ewigkeit Campe wb. 5, 831b; a) dieser gegensatz wird betont: in dero êwigkeite ... in zîte Notker ps. 61, 12; ich masz, daz die martern ditz zeitz nit seint entzampt wirdig zuo der kúnftigen wunnicklich (diser z. leiden Luther) m. 8, 18 erste bib. 2, 35; das eyn (auge der seele) ist muglichkeyt zu sehen yn die ewigkait, das ander zu sehen yn die tzeit und yn die creaturen theol. deutsch 17 M.; weder yn zytt noch in ewigkait Eberlin v. Günzburg 3, 246 ndr.; J. A. Cramer s. ged. 1, 13; für die z. und für die ewigkeit Göthe 24, 10 W.; wer hand an sich selbst legt, ist verdammt in z. und ewigkeit G. Hauptmann eins. mensch. 89; diese scharfe scheidung macht einer vereinigung der beiden begriffe platz, zunächst nach der seite der ewigkeit: (ich) gleube, das er (Jesus) ... nun und tzu ewigen tzeytten geporn wirt ält. katech. 30 ndr.; sodann nach der seite der zeit: die (eine kirche) er ... begabet hatt mit guoten zinszsen in ewig z. Fortunatus 64 ndr.; die gemeinden der städte und dörfer verschulden sich dergestalt, dasz sie auf ewige z-en keine rettung sehen Göthe IV 12, 255 W.; I. v. Döllinger ak. vortr. 1, 41; G. Hauptmann biberp. 8; ewigkeit wird durch verneinung der zeit ausgedrückt: pine wirt dir unde we eweclichen ane zit Daniel 4986 H.; mit dir wil ich endlich schweben voller freud ohne zeit dort im andern leben P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 331b; vgl.: wie du warst vor aller zeit, so bleibst du in ewigkeit Ignaz Franz bei M. Böhme volksth. lied. d. Dtsch. 567; der begriff der ewigkeit wird auch so ausgedrückt: bisz in aller z-en z. Neumark fortgepfl. lustw. 2, 8; z. bedeutet schlieszlich die welt, die zeitlichkeit, das irdische leben: als vill du hie in der z. geziert bist gewesen mit gtten tugenden Keisersberg granatapfel (1510) G 8d; H. Sachs 7, 63 K.; die zyt leiten in tempore vivere gemma gemm. B 4b 2; vgl.den tijt leiden den tijd doorbrengen, slijten Verwijs-Verdam 8, 346; theol. deutsch 90 M.; allen ... bilgern in diser zyt (erläutert durch uff erden) Keisersberg bilg. B 7a; im bes. für sterben: des ritters weib ... ausz diser z. verscheiden ist Wickram 1, 35 B.; berfft ... ausz diser z. Eberlin v. Günzburg 1, 69 ndr.; (er) zohe ... aus disem z. Heyden Plin. (1565) 73 (nat. hist. 7, 53, 182 expiravit); Tschudi chron. helv. 1, 36; ich musz scheiden aus der zeit Cl. Brentano ges. schr. 1, 332; in der sacralsprache noch heute: aus der z. in die ewigkeit abberufen werden; vgl. auch: doe hoor man utter tijt was (overleden was) Verwijs-Verdam 8, 348; die zeit vor dem jüngsten tage: ich sehe ..., dasz wir in die letzten z-en gerathen seyen, von welchen Christus geweissaget Schupp schr. (1663) 236; A. G. Meiszner skizz. 1, 30; z. welt im gegensatz zum kloster: der kaufcontract war kaum geschlossen, so ging der bisherige pfarrer ... aus der z. (ins kloster) D. Cranz brüderhistorie (1771) 115; vgl.: uyt den tyt gaen zich in een klooster begeven, uyt der tyt zijn ordegeestelijke geworden zijn (1548) Verwijs-Verdam 8, 348. IIIIII. der wissenschaftliche zeitbegriff, der keine begrenzung der zeitlichen ausdehnung anerkennt und in der zeit eine ordnung dessen, was aufeinander folget (Chr. Wolf vern. ged. 1, § 94) oder nach Kant eine alle erfahrung bedingende anschauungsweise sieht, hat sich sprachgeschichtlich nur in der schaffung einer neuen bedeutung von zeitlich (zeitlich 5) und zeitlichkeit (zeitlichkeit 3) sowie in der bildung einiger zss. ausgewirkt, vgl. -anschauung 1, -bedingung 1, -begriff 2, -bestimmung 4, -betrachtung 2, -charakter 2, -einheit 2, -folge 1, -form 1, -gefühl 2, -inhalt, -schwelle, -sinn 2, -stufe 2, -vorstellung 1, -zeichen. IVIV. sonderfälle: IV@11) gleich gezeit, selten, aber doch nicht, wie th. 4, 1, 6943 angegeben, gänzlich fehlend; indessen, da nur bei theoretikern belegt, augenscheinlich blosze übertragung des nd. [] tide; stets nur die halbperiode entweder der fluth oder der ebbe meinend; vgl. folgende belege bei Röding wb. d. marine (1794): z. oder gezeit stoppen beim rücklauf der ebbe oder fluth vor anker gehn 2, 733; wanz. zusammenstoszende ebbe und fluth 2, 872; windwärtsz. gegen den wind anlaufende gezeit 2, 925; leewärtsz. 2, 40; widerz. rückkehr der ebbe oder fluth 2, 902; springz. springfluth 2, 674; zeitstrom 2, 940 (s. dieses wort hinten); ferner bei Bobrik seewb.: mit der z. aufsegeln, absacken, eine ganze z., eine halbe z. 747a. im nd. steht früh, doch wol als rein satzphonetische erscheinung, tide neben getide (s. belege th. 4, 1, 6942), und das nun fortlebende tide, f., (selten m., s. th. 4, 1, 6943) geht vereinzelt (so bei Schütze holst. id. 4, 258 anstatt des wortes tyde in seiner vorlage, Richey id. hamb. 307) in tied, f., über.alt für mondphase: he ni mag is tîdi bemîðen Heliand 3627; IV@22) menstruation: mensis, menstruum, ... muliebrium fluxus, purgatio der weiber z. oder bluom Alberus G G 3a; defecta a menstruis mulier die ir zeyt nit mer hat Frisius 376a; acetabula in der bAermuoter die auszgeng der bluotadern, dardurch den weybern ire zeyt fleüszt 23a; so lang sie ire z. hat Luther 3. Mose 15, 21; Heyden Plin. 167; J. Ruoff hebammenb. 40; wider das weis gesicht oder die weisze z. der weiber: soll man ... prüh trincken Sebiz feldb. 84; wo einer frauen z. über sich stiege Wirsung arzneib. 16; der weiber z. zu frdren 553c; ein herrlich gut pulver, das die z. treibt Gäbelkover artzneyb. 2, 4; ihre weibliche z. v. Hoh berg georg. 3, 248a; die monatliche z. zu befOerdern 3, 276a; se hett ere tiid Dähnert 485a; seng z. hun lux. wb. 499b; si hett ihri zitt Martin-L. 2, 917b; H. Fischer 6, 1107; IV@33) seit dem 17. jahrh. grammatisch technischer ausdruck für tempora verbi: tempus praesens die gegenwertige z., t. praeteritum die vergangene z., t. futurum die zukünfftige z. nomencl. lat.-germ. (1634) 11; zeitwort der unfolkommen-vergangnen z. Zesen rosenmând (1651) A 4b; las von lesen ... (ist) die unvolkommene z. Gueintz rechtschr. 94; IV@44) in musik, metrik und lautlehre die dauer einer silbe, übersetzung von quantität: die breve, die mittelst under den noten, der auch an dem gebürlichsten der name temporis, das ist der gemessene zeyt zuo stett Virdung musica getutscht 53; z-en, taktz-en sind die theile, in welche der takt eines tonstcks eingetheilt wird Sulzer theor. 4, 757; 1, 8; in gemessener rede wird die kürze als eine z. (more), die länge gewöhnlich als zwei behandelt J. H. Vosz zeitm. 10; takte, welche man die schweren oder guten z-en oder die accentuirten takttheile nennt Schopenhauer w. 2, 534 Gr.; IV@55) dramaturgisch: die einheit der. z. Gottsched crit. dichtk. 614; es ist an der physischen einheit der z. nicht genug; es musz auch die moralische dazu kommen Lessing 9, 375 M.; Gerstenberg schlesw. litbr. 17 lit.-dkm. 29, 152; G. Freytag ges. w. 14, 26; IV@66) von der stundenrechnung nach der astronomischen zeit eines ortes: in deme es unter einerley polus hOehe ungleiche z. giebt J. Prätorius winterfl. vortrab A 7b; wir rechnen in Norddeutschland, einschlieszlich Sachsen, mit Berliner z. Moltke ges. schr. 7, 38; einheitsz. für gröszere ländergebiete gemeinsame zeit im gegensatz zur verschiedenheit der ortsz-en; weltz. die Greenwicher zeit, zugleich seit 1911 die westeuropäische z.; von dieser sind alle anderen zonenz-en um eine volle stunde verschieden, so die mitteleuropäische z. um eine stunde voraus, usw.; IV@77) uhr, nur alemannisch: Götze 2 234b; zitt, plur. zitter, n., eine gröszere uhr (stoba-, chilcha-, sonnazitt) im gegensatz zu uhr (sack-) taschenuhr Tobler appenz. sprachsch. 456b; Hunziker 310; zitt, n., Schwarzwälder wanduhr Seiler Basl. mda. 326a; J. P. Hebel alem. ged.4 232b Wig.; Stalder 2, 468; s zitt god nomma recht er ist nicht mehr bei gesundem verstande Tobler; aim s zitt usbuze jem. ernste vorwürfe machen Seiler; dim. zittli(n) taschenuhr: Brandstetter Cysat § 133; Seiler 326a; O. Meisinger Wiesental 43; zeitlein Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 3, 34; s. zeitmacher. [] VV. grammatische besonderheiten. V@AA. syntaktisches. V@A@11) der gebrauch der ein- oder mehrzahl wird durch die vorstellung des einmaligen oder der wiederholung geregelt; so steht der sing. für einen einmaligen vorgang, den rechten zeitpunkt eines einmaligen geschehens, die tageszeit, das lebensalter eines einzelnen menschen, die zeitdauer eines bestimmten vorganges, die verschiedenen stufen der abstracten zeitvorstellung und die verlebendigte erscheinung der zeit, der plur. für die kirchlichen horen; im übrigen treten beide numeri auf. die verbindung mit einem verbum und zumeist auch mit einem adjectiv bedingen in der regel den singular. älterer brauch läszt den plur. in der verbindung meine (rechte) z. (s. I 4 a) und meine (beste) z. (s. II A 3 a) zu. als blosze zeitbestimmung ist der sing. üblich, der plur. drückt auszer der wiederholung (vgl.: der zu rechten zeiten [d. h. öfters, wenn es angebracht ist] seinen gecken weist [d. h. einmal närrisch thut] Gabr. Voigtländer od. u. lied. 83) sowohl die aufeinanderfolgenden zeitalter aus (vgl.: gleich wie alle dinge in der welt von z-en zu z-en ihre abwechselungen ... gehabt, also ist auch das reich der Perser von seinem alten ... zustande so gar abgangen A. Olearius persian. reisebeschr. 3; in den z-en der völkerwanderung Ranke s. w. 1, 9 und bes.: da die z. in z-en zerspringt wie der regenbogen in fallende tropfen Jean Paul 55/58, 32 H.) wie die zeitumstände (vgl.: zu z-en Catonis Lehmann flor. (1662) 1, 310; zuo den z-en des marggrafen Aro von Ferrar (al tempo) Arigo dec. 59 K.; zu keysers Augusti z-en ... war in Teutschland grosze empOerung und unruh H. Rätel Curäi chron. 20: doch gab es zu CAesars z. noch überreste der Gallier K. F. Eichhorn staats- u. rechtsgesch.3 1, 42); doch läszt sich in älterer sprache der plur. als blosze zeitangabe (s. eb.) beobachten; vgl. noch: wann wir nicht innszigl zu disen z-en bei uns hetten (1347) frh. v. Brandis landeshauptleute 65; in jetzwerenden z-en Scheit Grob. 3 ndr.; weitere fälle s. V A 7 o γ und q β αα; V@A@22) der artikel fehlt in sprichwörtlichen wendungen, bei verlebendigter vorstellung, in festen verbindungen mit adjectiven, präpositionen, und verben und in der verwendung als präposition; s. bes. die abschnitte II A 2 a, II B 2 b, II B 2 a α, I 3 b, V A 7 und II B 2 a γ αα; beachtenswerth: (zu II B 3) ein ding, das ich in zyt (in der welt) nye fant ew. wiszh. betb. 19a; (zu II B 2 a γ αα) in z. eines monats Göthe 43, 186 W. u. ä.; V@A@33) adverbieller gebrauch V@A@3@aa) des genitivs, α) mit artikel: der zît Rudolf v. Ems Barlaam 21, 9 Pf.; des tîdes Schiller-Lübben 4, 549a; eines zîtes Boner 22, 7; einer z. Arigo dec. 59 K.; êner tît einst Schiller-Lübben 4, 549a; gern bei amtsbezeichnungen: Jobsten von Brant ... yetz der z. haubtman zu Waldsachssen Forster liedl. 111 ndr.; weisth. 6, 12; arch. noch: N. N. der z. decan; s. derzeit (th. 2, 1027); doch bin ich hoffen auch der zeyt Hutten op. 1, 452 B.; Amadis 1, 13 lit. ver.; wir ... haben der z. eine menge menschen gesehen Göthe IV 12, 1 W.; Schubart ästh. 224; β) mit pronomen: deiner z. Logau 234 E.; bes. seiner z., belege ob. I 4 a und b; ich ietz diser zitt mit alter und libs krankhait beladen Öheim Reichen. chron. 1 B.; H. Sachs 1, 440 K.; Neumark fortgepfl. lustw. 1, 34; Stieler geh. Ven. 39 ndr.; in Göthes alterssprache: mein vater war jener z. einer der ersten, der 25, 54; IV 40, 256 W.; derselben z. ich war kleinmtig Spreng Il. 1, 12b; das was selbiger z. die nechste würde nach dem herzogthumb frh. v. Brandis landeshauptl. 11; J. B. Schupp schr. (1663) 710; eines anderen zittes ... sprach der herr ew. wiszh. betb. 112b; morgens, abends oder anderer z. Neumark fortgepfl. lustw. 1, 4; häufig jeder z.: ein herr und kOenig jeder zeit ein freund und feind mus sein bereit Friedr. Wilhelm sprw.-reg. B 2 β; ider z. Melissus ps. 41; seitdem meist jederz.: Lehmann flor. (1662) 1, 361; O. Jahn Mozart 3, 88; selten plur.: den (vogel) facht man zweyer zeyten desz jars Stumpf Schweizerchron. 613a; uralte ttsche schrifften ... diser [] ziten gar unverständlich Tschudi chron. helv. 1, 102; γ) mit adj.: als aber in das wanckel glück kurtzer zeyt (in kurzer zeit) sehen liesz sein dück H. Sachs 8, 440 K.; öft.; morgens guotter z. S. Franck weltb. 200b; jetziger z. erzherz. Ferdinand II. v. Tirol spec. vit. h. 79 ndr.; acta publ. 1, 34 P.; jetziger z. Gueintz rechtschr. (1666) 14; volgender z. J. Agricola sprw. a a 1b; alter z. Logau 134; 142 E.; neuerer z. Lessing 11, 388 M.; häufig: neulicher z. Fischart gorg. meduse 417 Hauff.; Gabr. Voigtländer od. u. lied. 83; Chr. Reuter ehrl. frau 9 ndr.; verschiner (vergangener, s. th. 12, 1, 1065) zeyt Berthold v. Chiemsee 9; newlich verschiener z. H. Walther bei Luther 26, 539 W.; Ambach v. zusauffen B 3a; Hutten op. 1, 405 B.; vergangner zeyt Stumpf Schweizerchron. 151a; verflossener z. M. Hayneccius Hans Pfriem 3 ndr.; summerzyts s. unten c γ; mittler z. s. 7 h δ; auch nächtlicher z. Herder 27, 34 S. wahrscheinlich aus bei n. z. und vielleicht verschiner z. u. ä. aus in v. z.; δ) nach interjection: o der schlimmen z.! Tieck schr. 1, 70; V@A@3@bb) des dativs; nur in nachbildung lat. construction, so in der frühen interlinearversion der Benedictinerregel vielfach, vgl. eocouueliheru citi (omni tempore) 192b Steinm., nahtlihhen citim (nocturnis horis) 248b, selten bei Otfrid: ju manageru zîtiist daga leitenti I 5, 60, sodann: behuotet iuch disen churzen citen Wien. genesis 87, 7 Diem.; der denselben z-en ein richter zuo Elwangen was (15. jahrh.) schwäb. arch. 28, 19; auch so begeyt sich mengen zeytten H. Sachs fastnachtssp. 1, 31 G.; ein grosz wunder, das ... geschach den zeitten, als ich bey dem weyasit was Schiltberger reiseb. 15, 4 L.; dagegen sind z-e recht-, frühzeitig (s. 7 e ζ) und z-en zu zeiten (s. 7 q β γγ) aus einer präpositionalverbindung verkürzt; V@A@3@cc) des accusativs, α) vgl. die fälle unter II B 2 a α und γ αα; stets beliebt; ahd. häufig für lat. ablativ: alle zîte lobont sie in tota die benedicent ei Notker ps. 71, 15 (2, 285 P.); these iungiston éina zît (stunde) tâtun hii novissimi una hora fecerunt Tatian 109, 2; und die ir zît (zu ihrer zeit) mit rîterschaft grôzen prîs erwurben Wirnt v. Gravenberg Wigalois 3395; nhd. αα) mit artikel: her Helffrich von der Öhe die czeith compthur zu Danczk handelsrechn. d. dtsch. ord. 283 S.; acta publ. 1, 178 P.; (Reinke) quam de tyd to hove nicht Reinke vos 3296; wie der teuffel die aufschürische bawern die z. allenthalben zuosammenjagt Alberus widder Jörg Witzeln G 4b; Neumark fortgepfl. lustw. 1, 454; wie viel hat nicht die z. (die zeit über) durch den kopf und das herz müssen Göthe IV 3, 44. 4; 31, 160 W.; die während z. während dieser zeit Schön wb. Saarbr.2 233b; ich han gemeint ein zyt Zwingli d. schr. 1, 86. 46; H. Sachs 6, 196 K.; êne tît einst Schiller-Lübben 4, 549a; der eine z. auf beyde (gefeuert hatte) J. v. Besser schr. 1, 37 König; dafür von Heynatz antibarb. 2, 660 eine zeitlang oder einige z. empfohlen; ββ) mit pronomen: wer diese z. (in dieser zeit) dessen stelle ... vertriet acta publ. d. schles. fürst. 1, 4 P.; von den krafttäfelin seind dise z. die kraftbrot, so wir ... marzapan ... nennen, die aller gebreuchlichsten ... darumb sie diser z. ... kraftbrot genant werden W. Ryff teutsch apothek (1548) 258; vereinzelt jede z. immer M. Hayneccius Hans Pfriem 22 ndr., gewöhnlich jeder z. (s. a.); geläufige formel alle z. stets, immer, aus dem ahd., frühmhd. plur. alle zîte: alle zîte tota die Notker ps. 71, 15, toto tempore 85, 3 (s. bemerkung ob.); mhd. bereits alle zît: hl. Elisabeth 1762; alle tît Schiller-Lübben 4, 549a; so stets nhd.: das liebkind ... huot sich alle z. vor súnden heyl. leb. summerteil 2 ab; alltzeit und allez. Hutten op. 2, 187 B.; alle zyt Zwingli freih. d. speis. 14 ndr.; alle z. J. Ayrer dram. 1, 23 K., u. v. a.; im 17. jahrh. allez. die regel; in [] neuerer literatursprache gemieden, in einigen mdaa. noch am leben; auch in gruppe: allort und z. Weckherlin ged. 1, 149 F.; welche z. zu welchem zeitpunkt Scheit Grob. 71 ndr.; etlich z. eine zeitlang: Arigo dec. 96 K.; Spreng Il. 1, 9a; dafür später das gleichbedeutende einige z.: der zug ist ... schon einige z. in bewegung O. Jahn Mozart 4, 236; auch: einige z. nach der geburt v. König ged. 49; auffällig: mad. B. (ist um weihnachten gestorben); einige z. (einige zeit vorher) hatte sie noch ... einen jungen ... gebohren Bürger br. 1, 64 St.; manche z. recht lange zeit, oft Göthe 3, 54 W.; von andern bösen künsten will ich ein andere z. sagen J. B. Schupp schr. (1663) 722, wofür bei demselben ebenso gut auch zu anderer z. vorkommt; ungewöhnlich: keine z. niemals S. Dach 187 Ö.; γγ) mit adjectiven, wozu bes. II B 2 a α heranzuziehen ist: viel z. und jahr seit vieler zeit Sandrub kurzw. 36 ndr.; viele z. U. Bräker s. schr. 1, 236; die meiste z. 1, 94; mehrere z. hintereinander E. Th. A. Hoffmann s. w. 10, 18 Gr.; kurze z. hernach maler Müller w. 1, 248; besonderes: kamen gutz. (früh) zum dorffe A. Olearius persian. reisebeschr. 179; de kost warth gude tydt (zur rechten zeit) gaer quelle bei Schiller-Lübben 4, 549a; gut z. (sterben) Gabr. Voigtländer od. u. lied. 58; ich bitte, du wollest mir eine kleine z. (in breve tempus) deinen Virgilium senden Orsäus nomencl. 310; δδ) mit bestimmendem, nachstehendem zusatz: (ihr,) die ain zeither (seit einiger zeit) ... verirrt seyt Berthold v. Chiemsee 5; eine z. her Zesen helik. ros. 5; eine z. hero Stranitzky ollapatrida 146; 305 Wien. ndr.; eine z. her Lessing 17, 22 M.; eine zeither Göthe IV 3, 114 W.; jünger die z. her seit dieser zeit, diese zeit über: Lessing 3, 7 M.; Göthe IV 33, 56 W.; diese z. her 23, 133 W.; die zeithero bibl. ält. schrw. d. Schweiz II 1, 50; die z. her Stifter s. w. 1, 26; zeither, adv., s. hinten; wie fünf tage lang auch eine z. lang: die hatten mit einander ein z. lang fried gehabt buch d. liebe 332a; es dauerte eine z. lang, bis ... Göthe II 1, 16 W.; Ranke s. w. 9, 91; Storm w. 1, 274; weit häufiger die zusammenschreibung eine zeitlang (s. zeitlang); besonderes: zeiten hinab und zeiten hinan tönt ewig Homerus einiges lied Herder 26, 38 S.; β) besonderes: z. in re stund innerhalb einer stunde. z. in drei täg, auch z. drei täg binnen, seit H. Fischer 6, 1108; eine sehr ausgedehnte verwendung als präpos. in der bedeutung während ist II B 2 a γ αα dargestellt; abweichend hiervon überwiegt im folgenden die bedeutung seit: zick der zick seit der zeit Hönig 207b, wo nach dem zeugnis von seit lebens zeitlebens Bremser medic. paröm. 108 z. als mundartlich umgestaltetes seit aufzufassen ist; vgl.: ich wart schon z. vier uhr nassauisch; γ) früh in zss. oder zusammenrückungen mit genitiv: sich fuogt ains tags zeitt, das ... Hätzlerin 152; ihr (der sonne) liecht gieng under abendts zeit Spreng Il. 259a; ebenso J. B. Schupp schr. (1663) 542; winters z. frh. v. Brandis landeshauptl. 6; wintersz. Schupp schr. (1663) 770; undertagen schlaaffen oder tageszeyt ein schlAeffle thuon Frisius dict. 817; s. friedenszeit (th. 4, 1, 194); mit adverbiellem -s: messenzeits Göthe 27, 64 W., wogegen alter gen. in dem schweiz. volksb. von Diogenes summerzyts B 5a, winters zits D 4a vorliegt; s. sogar zeits unter II B 2 a γ αα; vgl. auch -zeiten 7 q β γγ; γ) die bedeutung mal, welche auch sonst schon angesetzt werden konnte, tritt deutlich in folgenden fällen zutage: die haselhner fahet man zwey zeyt (eig. in zwei jahreszeiten) im jar Herold-Forer Geszners thierb. 158; filzit oft Hunziker 310; he kümmt man alle veer tiiden eens Dähnert 485a; V@A@44) reste des genitivus partitivus, nur von zît, n., und tîd, m., möglich (s. sp. 522): nach vil zeytz Matth. 25, 19 erste bib. 1, 97; so vil zyttes Keisersberg bilg. 71b; doch schon on vil zyt Ebeblin v. Günzburg 1, 203 ndr., was danach üblich wird; etwas zeyts Zürch. bib. (1531) 1. Makk. 11, 1; Agricola Bechs bergwerkb. 22; Stumpf Schweizerchron. 253b; zeits genoch hun es nicht eilig haben lux. wb. 499b; sprw. tiedsgenoog is int heff (watt) bleven Lüpkes seemannsspr. 11; [] V@A@55) als conjunction selten; zunächst nur durch die weil (s. th. 14, 1, 762) veranlaszt: die wil und zyt er lept Fr. Riederer spieg. d. rhet. u 5a; seine junge gebirt es, die zeyt es innligt und schlaafft Herold-Forer Geszners thierb. 14; wie dieweil auch mit folgendem und: die z. und sie nit hie gewesen (Augsburg 1528) H. Fischer 6, 132, wo weitere belege; später nur noch: seit der zeit sie sich gesehen, darff ich nimmer zu ihr gehen Stieler geh. Ven. 33 ndr.; seit der z. wir uns nicht unmittelbar berührt haben Göthe IV 15, 4 W.; selten ohne artikel: z. dasz ich von euch bin Zesen Ros. 8 ndr.; der kommt nimmer, z. ich ihn gebalget haun seit ich ihn getadelt habe Buck bei Fischer 6, 1108; hier wäre auch an eine umgestaltung von seit (s. ob. 3 c β) zu denken; V@A@66) z. ist ausgefallen: nach essens soll sie gebraten byren (birnen) ... nieszen ... und nim drey lOeffel voll vor essens Wirsung arzneib. 544b; nach essens J. B. Schupp schr. (1663) 828; V@A@77) präpositionen treten in einigen fällen zu festen verbindungen, denen bei hohem alter der artikel zu fehlen pflegt, mit z. zusammen. nicht selten wandelt sich der sinn einer vb. nach dem zusammenhange. V@A@7@aa) an in der formel (es ist) an der z. (es ist) soweit, zeitgemäsz, der rechte augenblick seit mhd. zeit dauernd in gebrauch; zumeist in der vb. mit es ist: nû was ez an dem zîte, daz man solde ezzen Wirnt v. Gravenberg Wigalois 3468; H. Sachs fastnachtssp. 1, 1 G.; Kramer teutsch-it. 2, 1439b; mit folgendem inf. mit zu: Treitschke d. gesch. 1, 251; Stifter s. w. 5, 1, 183; frei: jâ soltu wider kêren;daz ist an der zît Nibel. 1480, 1; Mone schausp. d. ma. 1, 281; gleichfalls noch üblich; neuerdings als reine zeitangabe: es ist ja schon spät an der z. Cl. Brentano ges. schr. 4, 172; Chamisso w. 4, 237; wie hoch es an der z. ist, ich weisz es nicht A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 112; mit concretem subject: eine physik der philosophie scheint noch nicht an der z. zu seyn Fr. Schlegel im Athen. 1, 2, 127; O. Ludwig ges. schr. 5, 242; Stifter s. w. 2, 346; bes.: der fride chom an der zîte (12. jahrh.) Wackernagel leseb.2 194; wenn ich es an der z. hette si tempus me non deficeret M. Neander syll. loc. 107; nur alt: an demo zîte, sô Notker ps. 29, 6; 78, 1; an sînem jungisten zît Thomasin wälsch. gast 8345 R.; unz an die zît Hartmann v. Aue Iwein 2671; u. a.; V@A@7@bb) auf, V@A@7@b@aα) auf eine z. einstmals, eines tages ist vom 16. bis 17. jahrh. im gebrauch, danach nur noch in resten, bes. bei schweizerdeutschen schriftstellern: Zwingli freih. d. speis. 12 ndr.; Er. Alberus fab. 12 ndr.; Scheit Grob. v. 2989; M. Lindener rastb. 3 L.; Rein. fuchs (1650) 149; P. F. Sperling Nicod. quaerens 1, 685; Bodmer crit. poet. schr. 1, 29; Hunziker 310; arch.: kinder- u. hausmärch. 1, 77; auf eine ander z. Scheit Grob. v. 3518; ein betont: dise lebiten alle ûffe eine zît (zu der selben zeit) Hermann v. Fritzlar bei Pfeiffer myst. 1, 242; V@A@7@b@bβ) auf die z. damals: uff dy zit K. Stolle thür. chron. 2 H.; Marienburger treszlerb. 52 Joachim; of dy selbe zyt 504; H. Fischer 6, 1104; V@A@7@b@gγ) jünger, zeitlich an α anschlieszend auf eine z. für eine, einige zeit: er solte alles ... auf eine z. eingehen Lohenstein Arm. 1, 1074b; Göthe 24, 44 W.; Shakespeare 4, 138; Tieck schr. 4, 98; geläufiger auf kurze (o. ä.) z.: kurz Lessing 8, 34 M.; Stifter s. w. 5, 1, 334; lang: Lessing 8, 4 M.; plur.: auf alle z-en Göthe 46, 59 W.; kürzer: W. Löhe sommerpostille 53a; auf lange z. hinaus E. Baumeister zimmermannsspr. 69; uf zeiten öfters Müller - Fr. 2, 598c; V@A@7@b@dδ) auf z. zu einem festen termin, auf credit, kaufmännisch: auffs erst machen ettliche keyn gewissen davon, das sie yhr wahr auff borgen und zeyt theurer verkeuffen denn umb bahr gellt (1524) Luther 15, 305 W.; Schirmer kfmspr. 213; das übrige soll ihm auff z. und ziel bezahlt werden J. B. Schupp (1663) 797; auf z. kaufen, verkaufen: Kramer teutsch-it. 2, 1439b, Schwan n. dict. 2, 1095a, Doren Florent. wolltuchind. 191; V@A@7@b@eε) bis auf [] die z. bis jetzt (Augsburg 1548) chron. d. st. 32, 43; diese: Arigo dec. 1 K.; bis auf andere z-en E. Th. A. Hoffmann s. w. 12, 39 Gr.; V@A@7@b@zζ) mit dativ: s. I 2 a; auszerdem gelegentlich: auff ainer jeden z. Schaidenreiszer Od. vorr. 5; auf (an) allen vier hohen z-en (festen) Just. Möser s. w. 1, 446; V@A@7@cc) aus: formelhaft: (es ist) noch nit us der zitt noch nicht zu spät Martin-L. 2, 917a, erinnert an ûz der rechten zît zur unzeit alt. passional 116, 48 H.; er ist noch aus der guten alten z. (s. II B 1 a) allgemeine rda., vgl. Bauernfeld ges. schr. 1, 10; aus der z. gekommen (nicht mehr zeitgemäsz) Stifter s. w. 2, 129 (s. II B 1 b); aus der z. (dieser z.) scheiden abscheiden, sterben s. II B 3, gehn ins kloster gehn s. ebda; nachgestellt: die hie nach bestimpte zyt usz (über) urk. schwäb. bund. 1, 2 Klü.; V@A@7@dd) auszer: a. der z. tempore alieno Stieler 2619; a. d. z. etwas thun vor der zeit, zur unzeit Kramer teutsch-it. 2, 1439b; a. d. z. zur unrechten zeit, auszer der sprechstunde; zur ungewöhnlichen zeit, z. b. den dienst, die wohnung verlassen Brendicke Berlin. sprachsch. 195a; Hofmann niederhess. wb. 268b; es ist vielleicht nicht auszer der z., wenn ich ihnen sage, dasz Göthe 23, 195 W.; bûten tîdes zur unrechten zeit Schiller-Lübben 4, 549a; t is buten ties mit den lassen es werden jetzt keine lachse gefangen brem. wb. 5, 59; bes. von der gewöhnlichen mietzeit der dienstboten Dähnert 485a; buszer zids auszer der gewöhnlichen arbeitszeit Rovenhagen wb. d. Aach. mda. 168b; V@A@7@ee) bei, V@A@7@e@aα) mit sing. und ohne artikel feste formel, belegt seit dem 10. jahrh. (bizit ein andrez naturam ... animalium [sequens], quae etiam se invicem persecuntur ahd. gl. 1, 78738; sicher seit dem 12. jahrh.), im mhd. neben voller form (bî zîte Nibel. 1192, 2) bereits häufiger abgeschwächt und adverbiell (bezîte Nibel. 400, 4, Wolfram Parz. 290, 17 u. öft., s. mhd. wb. 3, 912b, Lexer 1, 260), sogar adjectivisch: in gar bezîtir trechtikeit Nikolaus v. Jeroschin 509 Str.; im nhd. als bei z. bis ins 18. jahrh. am leben (Luther 23, 372 W.; H. Sachs 8, 7 K.; by zyt R. Manuel weinsp. v. 1881; H. v. Hoffmannswaldau ged. 3, 282; v. König ged. 172), aber auch noch beim jungen Schiller 2, 91 (räuber); 3, 473 G. (kab.), bei Göthe nur im sprw. bei z. auf die zäun, so ... trocknen die windeln 28, 201 W. (dss. sprw. klugr. 155b) und Faust 4277 im reim auf heut; bedeutung: in tempore, mature, commode Stieler 2619, also zur (rechten) zeit, (früh)zeitig; erhalten noch in md. mdaa.: bei z-e Jecht 127b; Albrecht 239b; Müller-Fr. 2, 598b; als einheitsform gefühlt: zu langsam oder zu bezeit (zu zeitig) sprw. klugr. 87b; nd.: by tidt Busemann spruchs. B 39; bi tieds brem. wb. 5, 59; Schütze 4, 257; vereinzelt: bey der z. Forster liedl. 199 ndr.; V@A@7@e@bβ) daneben tritt, im späten mhd. nur selten belegt (Lexer 1, 260), bei z-en in gleicher bedeutung: Hulsius (1618) 281b; Scheit Grob. 49 ndr.; Grimmelshausen 3, 422 K.; J. Rist friedew. Teutschland 20; Lohenstein Arm. 1, 38a; Gryphius Horrib. 6 ndr.; Lessing 17, 178 M.; Göthe 28, 12 W.; seitdem herschend; auch mnd.: Reinke vos 5721; im mnld. heiszt bi tiden bisweilen (Verwijs-Verdam 8, 342); V@A@7@e@gγ) das mhd. bî zîten, bî den zîten damals (Milst. genes. 31, 20 D.) erscheint noch einigemal, aber mit genitiv verbunden: by zitten (zu den zeiten) Heleseo Mone schausp. d. ma. 2, 206; (1441) Bauer-Collitz 176; Steinhausen privatbr. 1, 182; Stumpf Schweizerchron. 4b; Gueintz rechtschr. 8; mit adj. und pron.: ahd. pi alten zîtin Graff 5, 635; bî disen zîten leb. d. hl. Elisabeth 7795 R.; nhd. selten: pey unsern z-en Arigo dec. 2 K.; Neumark fortgepfl. lustw. 1, 329; bey diesen z-en jetzt Reinicke fuchs (1650) 250; eher noch im sing.: mhd. bî mîner zît Wolfram v. Eschenbach Parz. 645, 25; bî dirre zît Wirnt v. Gravenberg Wigalois 2613; bey dieser z. mediz. maulaffe 6b; V@A@7@e@dδ) geläufiger nur bei guter z. (früh-) zeitig, rechtzeitig: Chr. Weise grün. jug. 43 ndr.; Rachel sat. ged. 35 ndr.; Lessing 17, 379 M.; jetzt veraltet; bei früher z. Göthe 21, 269 W.; V@A@7@e@eε) bey mitler zeyt inzwischen R. Manuel weinsp. v. 2928 ndr. vereinzelt, dafür in m. z., s. h. δ; V@A@7@e@zζ) wahrscheinlich aus mhd. bezîte, ebenso wahrscheinlich aber auch aus enzîte, ist mhd.-nhd. zîte, zeit früh-, rechtzeitig durch schwund der präposition entstanden; ableitung aus ahd. gizîti, adj. (Graff 5, 638), mhd. [] gezîte, gezît. adv., (th. 4, 1, 6945) kommt weniger in betracht; mhd., wo schon der comparativ begegnet: des slâfes wart begunnen zîte Lohengrin 78; den tisch er dester zîterrucken dan gebôt Nibel. 911, 2; s. mhd. wb. 3, 915a, Lexer 3, 1137, Schmeller-Fr. 2, 1161, bes. H. Fischer 6, 1108; man siht z. am kamm, was zum gucker wil werden S. Franck sprw. (1545) 1, 16a; so z. graw werden sprw. klugr. 168b; weil aber ettlich (kräuter) z-er, andere spater in irer volkommenheit sin Wirsung arzneib. 6, 542c; sitze ... zeyter auff Amadis 1, 175 K.; seitdem nur noch in modernen mdaa.: z-e und frizeite zeitig Jecht 127b; ziede zeitig Bruns volksw. prov. Sachs. 77a; doch noch in der vb. z. genug früh genug bes. bei md. schriftstellern: ein ding ist z. genuog thon, wann es recht thon ist sprw. klugr. 19b; Schoch studentenleb. 26 F.; sie sollen z. genug weiter avanciren Lessing 8, 13; 2, 365 M., öfter; Rabener s. w. 6, 152; Herder 15, 430 S.; Adelung2 4, 1676; Kind ged. 4, 172; Müllner dram. w. 5, 118; sonst: z-er genug Hertel Thür. 263; auch: zitt genueg Martin - L. 2, 917a; die mnd. wb. tîde nôch (genôch) Schiller-L. 4, 538b ist im neund. ausgestorben; einziger rest des mnd. adv. tîde scheint so tieden (Hamburg) bei Schütze holst. id. 4, 258 zu sein; V@A@7@ff) durch begegnet sehr selten; s. Otfrid V 4, 11; durch lange zeyt (im verlauf langer zeit) werden sie (die künste) wider erfunden Dürer underweys. A 1b; durch einige z. herrschte ... eine tiefe stille v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 36; V@A@7@gg) für; mhd. vür die zît Hartmann Greg. 2183 var. (vürdermâl ed. H. Paul) von der zeit an, künftig tritt nhd. nur mit attribut auf: für eine z. bedOecket (für einige zeit) Weckherlin ged. 1, 366 Fi.; für die z. des krieges K. F. Eichhorn staats- u. rechtsgesch.3 1, 58; für längere z. wohnung (nehmen) Gregorovius wanderjahre 2, 56; u. ä.; V@A@7@hh) in steht V@A@7@h@aα) dauernd in verbindungen wie ahd. in demo zîte dînero schînun Notker ps. 20, 10, in dem zeyte des schnittes (umb der erndte z. Luther) Matth. 13, 30 erste d. bib. 1, 51, in der z. seines lebens Cl. Brentano ges. schr. 5, 319; in rehter zît Wolfram Parz. 400, 10; in alten zîten Walther v. d. Vog. 106, 24; in (innerhalb) diser z. Arigo dec. 145 K.; in dem z. (in illo tempore) Matth. 12, 1 erste d. bib. 1, 43; im selben zit Tschudi chron. helv. 1, 3; in alten z-en Uhland ged. 1, 306; auch artikellos: in z. des wolgeens Schede-M. ps. 107 ndr., in zit vun ere (einer) stund Martin-L. 2, 917a; s. hierzu verstreute belege in den vorhergehenden abschnitten, bes. aber II A 3 a, B 1 a und b: ungewöhnlich: in der z. ist sie ein wirkliches frauenzimmer geworden Bauernfeld ges. schr. 1, 5, wofür sonst mit der z. gebraucht wird; in z. und ewigkeit s. II B 3; V@A@7@h@bβ) als feste formel, zunächst ohne artikel, in zît, bald, früh-, rechtzeitig: thaz her in gebe muos in zîti (in tempore, zu rechter z. Luther) Matth. 24, 45 Tatian 147, 10; mhd. reichlich als adverbium enzît (Hartmann Greg. 511; Wirnt Wigalois 2682, u. v. a.) bezeugt, woraus, wie aus bezît, wahrscheinlich das frühnhd. adv. z-e, z. (s. e. ζ) abgeleitet werden darf; nhd. nicht mehr belegt, dafür in der z.: A. Lobwasser calumnia A 7; J. Walther pferde- u. viehzucht 54; Chr. Weise grün. jug. 155 ndr.; sprw.: spare in der z., so hast du in der not; Martin-L. 2, 917a, Weinhold schles. 108a, Müller-Fr. 2, 598a; sonst auszer gebrauch; dafür der plur. in z-en (wie bei bei z., s. e) von v. Chemnitz schwed. kr. 2, 18 bis Göthe (3, 258; 8, 206 W.), Schiller (8, 41 G.) und Stifter (s. w. 3, 12), auch Schmeller-Fr. 2, 1161, doch im 19. jahrh. sonst unbezeugt; anders: rathmannen der stadt zu Breslaw, die nu sein oder in zceiten (in künftigen zeiten) sein werden lehnsurk. Schles. 1, 80; auch Dähnert 485a; in der z. bei Göthe für an der z.: das verrichten ..., was in der z. und am platz war 22, 352; 37, 207 W.; mit betontem artikel gleich unterdessen, bis dahin: in deren zit Martin-L. 2, 917a, Follmann 559a, Hofmann niederhess. wb. 268b, auch weiter in volksthümlicher sprache verbreitet; V@A@7@h@gγ) für das lat. tota die gebraucht Notker neben in allen zîten ps. 87, 18 und alle zîte ps. 71, 15 die dem letzten falle [] syntaktisch gleichwerthige verbindung in alle zîte ps. 88, 17; später unbelegt; V@A@7@h@dδ) in mittler z. inzwischen, bezeugt bei Luther 18, 236 W.; Sleidanus red. 205 B.; Dürer tageb. 47; M. Herr feldb. 16a, wandelt sich unter verlust der präpos., wie mittler weile, in mittler z.: Pauli schimpf 13 Ö.; interim Hutten op. 1, 410. 448 B.; Luther 1. Makk. 6, 55; 9, 1; danach bis ins 18. jahrh. gebräuchlich: Kramer teutsch-it. 2, 65c; Stranitzky ollapatrida 92 Wien. ndr.; später durch mittlerweile verdrängt; V@A@7@ii) mit der z., V@A@7@i@aα) durch die satzconstruction bedingt, z. b.: was mit der zeit herkOemt, musz mit der zeit hinfahren Königsb. dichterkr. 8 ndr.; mit den z-en wandelbar O. Jahn Mozart 4, 207; mit der z. fortschreiten, vgl. Göthe 50, 211 W. (s. ob. II B 1 b); V@A@7@i@bβ) als feste formel, deren bedeutung allmählich, nach und nach, schlieszlich aus dem gleichlauf der zeit und der handlung folgt; erst nhd.: darmb sind sOelche stcke mit der z. gefallen Luther 26, 573; 18, 294 W.; H. Sachs 8, 96 K.; mit der tyt ein har, so wert dat hovet kal Tunnicius sprw. nr. 81; allgemein und dauernd im schwange; vgl. noch Göthe Faust 6605; Brentano ges. schr. 4, 27; als übersetzung für tempore procedente bei Frisius dict. 1062b; sprw.: mit der z. vergehet alles Spanutius 569, auch: alles mit der z. ebda 633; vereinzelt: mit z. (unter verszwang) P. Fleming d. ged. 1, 36 L.; mit lAenge der z. v. Chemnitz schwed. kr. 1, widm. 2; mundartlich wohl allgemein, vgl. lux. wb. 499b; Hofmann niederhess. wb. 268b; Müller-Fr. 2, 598a; abweichend: mat z. bei zeiten, mat z-en mitunter, bisweilen lux. wb. 499b; V@A@7@jj) nach in verbindungen wie nach kurzer z. geläufig; vgl. nach einiger z. kinder- u. hausmärch. 32 114; nach disser zit (leben) Alsfeld. pass. 23; nach der z., als sie (die jungen gänslein) ausgekrochen viehb. 105; gemäsz: pro tempore nach gelegener zeyt, nach gelegenheyt der zeyt Alberus t t 4b; der engel des herren staig ab nach dem zeyt (secundum tempus; zu seiner z. Luther) Joh. 5, 4 erste d. bib. 1, 351; fest im sinne von nachher, hernach, später: nâ der tît, auch nâ tîden Schiller-Lübben 4, 549a; es ist genug, wenn nach der zeit mich liebe jungfern werden lesen Stieler geh. Ven. 14 ndr.; Adelung2 4, 1676; von Heynatz antib. 2, 660 abgelehnt; reciprok: erzeigten sich z. nach z. (nach und nach) Herder 22, 127 S.; Göthe IV 36, 164 W.; V@A@7@kk) ohne: kein har kan mann jemand krümmen ... on die z. (nur zur gemessenen zeit) und willen gottes sprw. klugr. 83b; ebenso: red ohne zeit und statt hat kein fug noch gnad Körte sprw. 359; s. auch unter II B 3; V@A@7@ll) über V@A@7@l@aα) zu lange: uber zit Alsfeld. pass. 36; H. Sachs 1, 152 K.; der voith hatte (ihn) obir syne rechte ziet behalden 10 wochen Marienb. treszlerb. 88 Joachim; über die z. gehen über den errechneten tag schwanger gehn Kramer teutsch-it. 2, 1439c; lux. wb. 500a; Dähnert 485a; ein paar stunden ber der z. Chr. Reuter Schelm. vollst. ausg. 11 ndr.; V@A@7@l@bβ) über eine z. nach einiger zeit: J. Spreng Il. 1, 3a; über ettlich zeyt Steinhöwel Äsop 49 Ö.; uber ein lange zeyt H. Sachs 1, 51 K.; vgl.: uber ein kleines Luther Joh. 16, 16; V@A@7@l@gγ) in jüngerem sprachgebrauch die z. über während der zeit: man musz ... die ganze z. ber auf der zunft bleiben Klopstock gelehrtenrep. 9; Schiller 2, 37 G.; Bettine nd. 1, 4; Fontane I 1, 4; V@A@7@mm) um: V@A@7@m@aα) umb die z. desz ersten schlaffs Grimmelshausen 3, 422 K.; um die z., wann Kramer teutsch-it. 2, 1439c; um die z. des peloponnesischen krieges Göthe 46, 43 W.; V@A@7@m@bβ) reciprok: der ahorn läszt z. um z. (von zeit zu zeit) ein blatt fallen Stifter s. w. 1, 296; Bernhardt gesch. d. waldeig. 1, 1; selten; V@A@7@m@gγ) s. II A 1 b; V@A@7@nn) unter: die mhd. formel under (den) zîten inzwischen, zuweilen (Konrad v. Megenberg b. d. nat. 236; Diefenbach 304a; Schiller - Lübben 4, 549b) begegnet noch Eulenspiegel (1515) 56 ndr., danach nur noch in der form unter der z.: ich will unter der z. ewer zu hausz warten Creizenach schausp. engl. com. 273; Babo schausp. 7; [] V@A@7@oo) von: V@A@7@o@aα) die alte construction ohne nachgesetzte partikel (fona ziidi Isidor 18, 7 H.) hält sich nur in der sonderform fon manageru zîti (ex multo tempore) Tatian 196, 4 und auch nur vereinzelt: von undencklicher z. Lohenstein Arm. 1, 23b; von langer z. Lessing 11, 209 M.; V@A@7@o@bβ) dafür erscheint einerseits von — her, sowohl beim sing. wie beim plur.: ab illo tempore von der zeyt hAer Frisius 1a; von der z. hero Chr. Duduläus Ahasv. A 2b; von den ersten z-en her Haller Alfred vorr. 2; Schleiermacher Platon 2, 13; anderseits von — an, nur mit sing.: von z. an Reinicke fuchs (1650) 55; von der z. an Kramer teutsch-it. 2, 1440a; ebenso Ramler einl. 1, 334; Göthe 21, 23 W.; V@A@7@o@gγ) durch von — zu werden zeitpunkte oder -räume zu einander in beziehung gebracht: (ein geschäft) von einer z. zur andern spielen Lehmann flor. (1662) 1, 303; was sich ... von ainer z. zur anndern denckwirdigs zuegetragen frh. v. Brandis landeshauptl. 51; danach: van tyden to tyden so brande he yomer in der leiffte des heren quelle bei Schiller-Lübben 4, 549b; damit ... die brunnquellende adern der reinen hochteutschen sprache ... von z-en zu z-en reinlicher aus gearbeitet werden mOegen Neumark palmb. 86; sodann: was ... von z. zue z-en vorgehen möchte act. publ. 2, 6 P.; Chr. Fr. Henrici ged. 1, 261; Lessing 1, 15 M.; auch: von z. in z-en Spee trutznacht. 128 B; von z. in z. (schweiz. 16. jh.) zs. d. phil. 25, 195; schlieszlich: bricht von z. zu z. (wiederholt, öfters, hin und wieder) sich datteln Lessing 3, 25 M.; so noch gang und gäbe, vgl. Wieland Ag. 1, 5. 175; Göthe 23, 197 W.; G. Hauptmann weber 8; Follmann 559a; V@A@7@pp) vor in fester fügung, V@A@7@p@aα) vor z-en ehedem, ehemals, früher seit Reinhart fuchs 338, 1277 Gr. bis zur gegenwart, aber nicht gleichmäszig im gebrauch, da anfangs die Schweizer und obd. schriftsteller diese formel bevorzugen und später Göthe und Schiller sie meiden; daneben für z-en Logau 279 E., Bauer-C. 36a; jüngstes zeugnis: vor z-en muß sie wunderschön gewesen sein v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 134; bei Arigo decam. in der regel vor langen z-en 47; 248 und vor alten zeyten 48; abweichend: kurtz vor den zeyten kurz vorher H. Sachs 2, 385 K.; vor z-en des hertzogs Albani J. B. Schupp schr. (1663) 710; V@A@7@p@bβ) vor der z. V@A@7@p@b@aaαα) ehemals, vorher, früher: wie es war vor der z. Zinkgref auserl. ged. 50 ndr.; D. v. d. Werder buszps. B 3a; Rompler v. Löwenhalt 1. geb. 104; Opitz op. (1690) 1, 1; ebenso vor z. Scheit Grob. v. 1305; V@A@7@p@b@bbββ) daneben und schon vorher in der bedeutung zu früh, vor der rechten zeit: bistu her komen vor dem zeyt (Luther: ehe denn es z. ist) uns ze quelen? Matth. 8, 29 erste bib. 1, 31; für der z. acta publ. 2, 275 P.; Logau 405 E.; vor der z. Göthe 21, 13 W., und so fortdauernd; auch volksläufig: Hofmann 268b; lux. wb. 499b; verdeutlicht: geboren ... vor der naturlichen zeyt gemma gemm. a 2b 2; vor der gesetzlichen z. (volljährig) Ranke s. w. 1, 104; V@A@7@p@gγ) vor alter z.: R. Manuel weinsp. v. 2304; Göthe 3, 181 W.; V@A@7@qq) zu: V@A@7@q@aα) in unfesten fügungen, s. I 3 c. 4 b; II A 1 a. 3 a; II B 1 a. 2 a α. 3; V A 1 sowie th. 16, 213; vgl. noch römischer kaiser, zu allen z-en mehrer des reichs z. b. L. Ercker beschreib. all. mineral. ertzt vorr. 2a; im sinne von bis zu: wollen en daz stede und vast holden tzo ewigen tziden unvorbrochen (1392) Bauer - C. 302; die mAegde ... sollen ... sehen, das sie noch lang zu irer monatlichen z. haben Sebiz feldb. 100; V@A@7@q@bβ) in festen formeln, V@A@7@q@b@aaαα) im plur., zu z-en; älter zu den z-en: es waren auch zu den z-en (damals) tyrannen auff erden Luther 1. Mose 6, 4, woraus sich zun z-en (s. hierzu th. 16, 166) entwickelt, um schließlich in ze, zu z-en überzugehen. zuo z en (dann) ..., wann Arigo decam. 62 K.; zuo zyten, so Urner spiel v. Wilh. Tell 197 B.; nu to tiden jetzt Brem. stat. 156; du ze zieen damals Müller-Weitz Aach. mda. 267. in der regel jedoch von sich wiederholenden vorgängen oder zuständen: mit unsern wizzen und geheizze oder des, der den stift zuo zijden (jeweils) inne hait (1350) hess. urkundenb. 2, 2, 575 W.-R.; (die weisheit) weis ..., wie es zun z-en und stunden ergehen sol Luther weish. Sal. 8, 8; Stumpf Schweizerchron. 405a; zur rechten zeit: das man einen zuzeitten lob Xylander Polyb. 492; to tiden eten unde to tiden slapen gan unde upstan Schiller-L. [] 4, 549b; diese distribuierende verwendung ist einigemale durch je verdeutlicht: ye zun zeyten (jeweils, öfters) Forster liedl. 54 ndr.; je zu z-en nonnunquam, quandoque, interdum Stieler 2620; alle volte, alle occasioni bisweilen Kramer teutsch-it. 2, 1440a; diese bedeutung bisweilen, manchmal beherscht die hauptmasse der fälle, das mhd. etswenne ersetzend, vgl. den Frankfurter druck des renner 29b zu v. 5345; belege von Niclas v. Wyl (translat. 7 K.), Luther (19, 305 W.), Scheit (Grob. v. 1222) bis zur gegenwart: G. Hauptmann bahnw. Thiel 7; auch brem. wb. 5, 59, Hunziker (auch z' zitenum) 310; correspondierend: darnach soll ein knab ein lectíon ausz dem newen testament ... zu z-en lateinisch, zu z-en deutsch lesen kirchenord. f. Braunschweig (1569) 6; Opitz poet. 14 ndr.; V@A@7@q@b@bbββ) im sing. selten ohne artik., zu z. bisweilen: A. Dürer underw. J 3b; Leop. Mozart bei O. Jahn Mozart 3, 158; selten auch zu einer z. einstmals: kinder- u. hausmärch.32 159; meist mit dem bestimmten artik., V@A@11) auf die zeit der handlung bezogen, damals: zu der z. Spreng Il. 5, 59a; Arigo dec. 20; 588; Gueintz rechtschr. 2; ze dȧre z. damals Müller-Fr. 2, 598a; als conjunction: zu der z. und s. H. Fischer 6, 132; später nur zur z.: Hoffmannswaldau bei Steinbach 2, 1081; verdeutlicht: du zer zitt damals Müller-Weitz 267; im 17. jahrh. auch wie zu z-en distributiv für bisweilen, manchmal: ein pfenning ist zur z. so werth als ein thaler Lehmann flor. (1662) 1, 289; Logau 99; 106; 633 E.; Rachel sat. ged. 38 ndr.; ferner für zur rechten zeit: das man zur zeit und unzeit sol die leut mit vleis erinnern wol M. Hayneccius H. Pfriem 42 ndr.; ebenso Lehmann flor. 1, 329, Herder 23, 156 S.; ihr kommt zur z. Schnitzler grün. kakadu 7; allgemein üblich, auch in den mdaa.; V@A@22) auf die handlung des redenden bezogen 'gegenwärtig, jetzt': noch zur z. ist dies kOennigreich blos geistlich Jung-Stilling w. 3, 25; Bismarck ged. u. erinn. 1, 30 volksausg.; allgemein und von Heynatz antibarb. 2, 660 zu unrecht abgelehnt; verdeutlicht: nunc temporis nun, ietzt, ietzt zur z. Alberus u u 1b; bis jetzt: von denen wir noch zur z. wenige thaten gesehen Lohenstein Arm. 1, 18a; V@A@2@ggγγ) mit schund der präposition, z-en bisweilen, nur md.: daß wir z-en uneinig seynd, geschieht derhalben Carlstadt bei Melanchthon op. 1, 545 Br.; ders. v. abthuung d. bild. E 2a; ders. auch bei Luther 18, 145. 444 W.; sprw. klugr. 103b; z-en zu zeiten, z-ens von zeit zu zeit, zaiden emâl Hertel Thür. 263; jahrmarktszeiten ist gedränge Müller-Fr. 2, 698b; z. jemals H. Fischer 6, 1108; V@A@2@rr) zwischen selten: zwischen der z. interjecto brevi spatio Stieler 2619; Kramer teutsch-it. 2, 1439c; zwischen z-en (bisweilen) W. Lüpkes seemannsspr. XII; V@A@88) nach den alten comparativen V@A@8@aa) ehe: êr zîti ante tempus Tatian 53, 6; ê zîtis Graff 5, 634; mhd. ê zît; êr tîden vor der rechten zeit Lübben-W. 104b; brem. wb. 4, 62; 1549 im Frankfurter druck des renner 29b für die z. anstatt ê der zît des originals 5308 und auch später selten: mancher ... grawt eh z. sprw. klugr. 35b; R. Manuel weinsp. v. 2193; Frisius 9a; 22b; Schmeller-Fr. 2, 1161, auch ê z. ehmals ebda; ebenso êrtîdes früher Lübben-W. 104b; brem. wb. 4, 62; eertît früher brandenburgisch; subst.: in eertieden vorzeiten Schütze 4, 257, eertiid vorige zeit Dähnert 102b; V@A@8@bb) seit: syt der zyt seit dieser zeit, seitdem Murner narrenb. 119 ndr.; seid der z. her C. Scheit heimf. A 2a; sint der z. Stieler geh. Ven. 19 ndr.; er hatte seit der z. sich gar nicht ... geändert Gellert w. 4, 224; Göthe IV 42, 259 W.; seit undenklichen z-en Lenz ges. schr. 3, 285 T.; Hans Grimm volk ohne raum 1, 11; allgemein. V@BB. stilistisches. V@B@11) feste gruppen sinnverwandter substantive sind von jeher beliebt; V@B@1@aa) theils verdeutlicht sich in ihnen der begriff der zeit, wie in ziel und z.: Knebel chron. v. Kaisheim 85 Hü.; sechs stund gib ich dir z. und zil Pauli schimpf 195 Ö.; kein ziel noch z. (setzen) Luther 7, 585 W.; Amadis 1, 31 K.; häufig, zuletzt Göthe 4, 17 W.; z. und umstände, erst seit Leibnitz d. schr. 2, 112: wenn z. und umstände es erlauben Göthe IV 15, 235 W.; Lenz ges. schr. 2, 318 T.; noch gang und gäbe; z. und [] gelegenheit: es wil mit groszen herren zu reden seine gelegenheit und z. haben Friedrich Wilhelm sprw.-reg. (1577) q α nr. 918; z. und gelegenheit geben ... sich anzukleiden Zesen rosenmând (1651) 32; Lessing 8, 59 M.; F. M. Böhme gesch. d. tanz. 283; z. und fug: so hastu zeit und guoten fuog zu zürnen und ursach genuog Scheit Grob. v. 2517; on z., stat und fuog sprw. klugr. 171a; Stieler geh. Ven. 133 ndr.; z. und glück: zeyt und das glück all ding verkert H. Sachs 2, 26 K.; Lehmann flor. (1662) 1, 369; J. J. C. Bode Yorrick 1, VI; selten; z. und musze: Fischart Eul. 12 Hauff.; v. Gaudy s. w. 2, 64; am häufigsten z. und weile, zunächst in umgekehrter reihenfolge, s. th. 14, 1, 803, auszerdem Keisersberg granatapf. A 3b; z. u. w.: der herczog im z. und weyle name sich mit im selbs ze bedencken Arigo dec. 113 K.; seitdem fortlaufend, bes. mit geben, haben bis jetzt, vgl. noch: mit solchem streit verliert man zeit und weile Göthe Faust 7871; zumeist aber als stehende wendung z. und weile wird mir lang: Steinhausen privatbr. d. mas. 1, 127; Hayneccius Hans Pfriem 21 ndr.; Lessing 17, 270 M.; in der umgangssprache und volksthümlichem stil weiterlebend; s. auch th. 14, 1, 803; z. und (oder) stunde: es gebrt euch nicht zu wissen z. oder stunde, welche der vater seiner macht furbehalten hat Luther apost. 1, 7; Schweinichen denkw. 5; (ich) weisz weder z. noch stund Mittler volksl. 215; Lessing 8, 35 M.; z. und stunde rennt durch den rauhsten tag Göthe 33, 94 W.; jedes ding hat seine z. und stunde E. Th. A. Hoffmann 12, 82 Gr.; V@B@1@bb) theils gesellen sich ergänzende begriffe hinzu, z. b. in der gruppe z. und statt (ort): H. Sachs 6, 157 K.; zeit und stat macht manchen unflat Friedrich Wilhelm sprw.-reg. G 2 β; zu jeder z. und orth Barth weibersp. A 3a; Zinkgref ged. 33 ndr.; als es die z. und der ort litte Lohenstein Arm. 1, 37a; es sei weder z. noch ort, solche kleider zu tragen Göthe 43, 320 W., oft; z. und raum: davon weiter zu handeln ist nicht z. noch raum Luther 26, 342. 535 W.; sonst noch Mastalier ged. 4; z. und mühe: als hab ich so viel z. und mhe hierzu genomen Hay neccius Hans Pfriem 3 ndr., bis jetzt im gebrauch, vgl. weder z. noch mühe verschwenden Göthe 21, 49 W., gern es kostet z. und mühe, so Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 5, 277; ähnlich: seine kraft und z. ... vergeuden Ranke s. w. 2, 267; z. und geld: sprw. klugr. 44b; z. und geld (einbüszen) Knigge umgang 1, 52; V@B@22) kennzeichnende adjective außer den schon oben mitgetheilten: vor grauer z. Gottsched ged. 39; ich höre, dasz er euch seit kurzem oft vertraute zeit geschenkt Shakespeare 3, 168; es ist keine heitere z. (stimmung) in mir Bettine nd. 1, 43; gut: guote zîte dies bonos Notker ps. 33, 13; Hartmann Erec 8614; tempus fortunatum lune, gut tijd Diefenbach n. gl. 360b; du kanst dir selbs wol gtlich thuon oder dich selbs wol halten und guote zeyt gAeben Frisius 1180a; gott gebe ihm eine gute z.! Kramer teutsch-it. 2, 1438b; Gellert w. 1, 139; er hat gute z. dem geht es gut Campe 5, 831b; s. II B 2 a; lang: o herzvoll schmerzund langer zit (sehnsucht)! bibl. ält. schrw. d. Schweiz I 4, 137; ich habe mitunter lange z. (langeweile) Göthe IV 10, 38 W.; G. Keller ges. w. 1, 418; langis zit, n., langi zit, f., häufig als ein wort die, das langizit, auch die längiziti langeweile, heimweh, sehnsucht schweiz. id. 3, 1322; Hunziker 310, Seiler Basl. mda. 326a; langeweile, heimweh Martin-L. 2, 917a; s. zeitlang und oben II B 2 a α; lieb: Gryphius Peter Squenz 22 ndr.; Chr. Weise grün. jug. 106 ndr.; die liebe z. ... vertreiben Stranitzky ollapatrida 358 Wien. ndr.; zubringen: Rachel sat. ged. 62 ndr.; in volksthümlicher redeweise bes. häufig: die liebe, lange z. todtschlagen Holtei erz. schr. 1, 40; s. th. 6, 901 und oben II B 1 c; kurz: durch die kurzen zît (kurzweile) Gottfried Tristan 17 268; so dasz ich auf dem wege recht kurze z. [] (kurzweile) hatte J. Gotthelf ges. schr. 1, 98; heit churzi zitt! laszt es euch gut gehn! Martin-L. 2, 917b; in dieser verwendung nur alemannisch; doch s. zeitkürzer und -kürzung; s. auch II B 2 a α. V@CC. V@C@11) dim. -chen: nu wir verbringe noch so ein z. vor dem spiegel Bettine d. buch geh. d. könig 1, 11; A. Stifter br. 3, 258; obd. landschaftlich -lein: ein zeytle diecula Frisius 414a; drumb haltend üch ein zytlin still R. Manuel weinsp. v. 130; -ly v. 1271; noch ein zeitle bleiben Kirchhof wend. 2, 123 Ö.; ein kleines zeitlein Dannhawer cat. 6, 521; K. Stieler ged. 4, 6 Recl.; bes.: zitli schweiz. veronica officinalis Pritzel-J. 433b, vicia sepium 438b; V@C@22) zss. (gesperrte bereits mhd.): abend- (th. 1, 27), advent- (Kramer teutsch-it. 2, 1440b), arbeits- (th. 1, 545), bedenk- (1224), bet- (1741) blumen- (2, 166), braut-, brut- (457), bürgers-policeistunde (Bauer-C. 17b), disputations- (Uhland tageb. 3), ernte- (th. 3, 932), essens- (1169), fasten- (1353), freuden- (4, 1, 157), friedens- (194), frühlings- (317), geburts- (1912), gnaden- (Kramer teutsch-it. 2, 1440b), herbst- (th. 4, 2, 1073), hoch- (1640), jahres- (2241), jahr- (2249), jugend- (2369), karnevals- (G. Keller gr. Heinr.2 2, 215), kirchen- (th. 5, 815), kriegs- (2302), lauf- (6, 337), lebens- (459) lege- (536), maien- (1480), mesz- (2141), metten- (2149), mittags- (2378), mittel- (2414), morgen- (2587), nacht- (7, 225), none- (881), orts- (1368), oster- (1381), pest- (1577), pfingst- (1703), predigt- (2086), rosen- (8, 1227), ruhe- (1436), saat- (1586), schlaf- (9, 314), sommer- (10, 1, 1569), spiel- (2429), sterbe-, studier-, tages- (11, 74), tag- (91), trauer-, umlauf-, un-, vesper- (12, 2, 15), vor-, weiber- (14, 1, 419), weihnachts- (731), winter- zeit.
115416 Zeichen · 4116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zeit

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Zeit , plur. die -en, ein Wort, welches eigentlich einen sehr abstracten Begriff bezeichnet, daher es von jeher auch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zeit

    Goethe-Wörterbuch

    Zeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zeit

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Zeit , Stadt im bayr. Regbez. Unterfranken, Bezirksamt Haßfurt, am Main und an der Staatsbahnlinie Bamberg-Würzburg, 226…

  4. modern
    Dialekt
    Zeit

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Zeit s. Zit.

  5. Sprichwörter
    Zeit

    Wander (Sprichwörter)

    Zeit 1. Ach, du lewe Tît, hadd' öck doch gefrît, wär' öck rusch e Wiew geworde. – Frischbier, 4158. 2. Abgeredet vor der…

  6. Spezial
    Zeitf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +7 Parallelbelege

    Zeit , f время , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zeit

1.875 Bildungen · 835 Erstglied · 1.030 Zweitglied · 10 Ableitungen

zeit‑ als Erstglied (30 von 835)

Zeitgeist

SHW

Zeit-geist Band 6, Spalte 777-778

Zeitlang

SHW

Zeit-lang Band 6, Spalte 779-780

Zeitlauf

SHW

Zeit-lauf Band 6, Spalte 779-780

zeitlebens

SHW

zeit-lebens Band 6, Spalte 779-780

zeitlos

SHW

zeit-los Band 6, Spalte 779-780

Zeitnarr

SHW

Zeit-narr Band 6, Spalte 779-780

Zeitspanne

SHW

Zeit-spanne Band 6, Spalte 779-780

zeitweilig

SHW

zeit-weilig Band 6, Spalte 781-782

zeitweise

SHW

zeit-weise Band 6, Spalte 781-782

zeitablauf

DWB

zeit·ablauf

zeitablauf , m. , das verstreichen, ablaufen der zeit: dasz sie des z-s gar nicht gedachte K. Braun Wisbyfahrt 165 ; Luschin v. Ebengreuth m…

zeitabmessung

DWB

zeit·abmessung

-abmessung , f. : dasz sie ( die ewigkeit ) unter keine zeitabmAessung zu rechnen sei A. v. Sandrart iconologia deorum (1680) 11 a . —

zeitabschnitt

DWB

zeit·abschnitt

-abschnitt , m. , epoche, ein zeitraum von längerer oder kürzerer dauer; erstzeugnis: ( ich habe den stoff ) nach gewissen hauptvorgängen in…

Zeitabstand

LDWB2

zeit·abstand

Zeit|ab|stand m. (-[e]s, ...abstände) interval (-ai) m. , spana de tëmp f. , perioda (-des) f.

zeitabtheilung

DWB

zeit·abtheilung

-abtheilung , f. , 1) eintheilung der zeit in zeitabschnitte: seit einigen jahren hat sie eine andere z. beliebt J. A. Eberhard Amyntor (178…

Zeitadverb

FiloSlov

zeit·adverb

Zeitadverb , n наречие , ср времени → FiloSlov Temporaladverb, n

zeitänderung

DWB

zeit·aenderung

-änderung , f. , 1) änderung der zeitrechnung: von der anno 1582 vorgenommenen ... zeitenderung E. Weigel zeitspiegel (1664) 64 ; 2) witteru…

zeitalter

DWB

zeit·alter

-alter , n. , 1) ein bildungszeitraum des menschengeschlechtes, d. h. ein zeitabschnitt mit einheitlichen eigenschaften: a) aus dem galanten…

zeitanfang

DWB

zeit·anfang

-anfang , m. , weltbeginn: Noel Chomel 3, 1019; Herder 6, 77 S. ; die nahen felsen stehen still seit z. H. Federer berge u. menschen (1911) …

zeitangabe

DWB

zeit·angabe

-angabe , f. , angabe der zeit: z-n allg. d. bibl. anh. 53/86, 802; ausdrückliche z. Jac. Grimm kl. schr. 3, 37 ; die zeit- und ortsangabe f…

zeit als Zweitglied (30 von 1.030)

Altersteilzeit

RDWB1

Altersteilzeit f государственная программа постепенного перехода на пенсию раньше наступления пенсионного срока (вступает в силу начиная с 5…

Auszeit

RDWB1

Auszeit f (в зависимости от контекста) пауза, перерыв, отпуск Er hatte drei Jahre ~ während des Studiums. - Он на три года прерывал учёбу в …

Elternzeit

RDWB1

Elternzeit f родительский отпуск по уходу за малолетним ребёнком (в отпуск может уйти как мать, так и отец)

Erntezeit

RDWB1

Erntezeit f (nicht immer "время убоки урожая") страда

Hochzeit

RDWB1

Hochzeit f das ist nicht meine ~ idiom. , das ist nicht mein Bier idiom. - мне до этого дела нет, а мне какое дело, а мне что? auf zwei ~en …

Ɉagdzeit

Campe

Die Ɉagdzeit , d. Mz . ungew. diejenige Zeit im Jahre, während welcher gejagt werden darf.

Ɉahreszeit

Campe

Ɉahreszeit , Mz. die — en , diejenige Zeit im Jahre, oder derjenige Theil des Jahres, in welchem die Erde den vierten Theil ihrer Bahn um di…

Ɉahrzeit

Campe

Die Ɉahrzeit , Mz. die — en , eine feierliche Zeit, welche des Jahres Ein oder mehrere Mahle gefeiert wird. I der Bibel kömmt es mehrmahls v…

Ɉammerzeit

Campe

Jammer·zeit

Die Ɉammerzeit , Mz. die — en , eine jammervolle, eine jämmerliche Zeit.

Ɉederzeit

Campe

Ɉederzeit , adv . zu jeder Zeit oder zu aller Zeit. Ih habe jederzeit sein Bestes gewollt.

Ɉubelhochzeit

Campe

Die Ɉubelhochzeit , Mz. die — en , das feierliche Andenken der vor funfzig Jahren begangenen Hochzeit, sofern ein Paar Eheleute dasselbe fei…

Ɉudenhochzeit

Campe

Die Ɉudenhochzeit , Mz. die — en , eine Jüdische Hochzeit, welche noch mit allerlei sonderbaren Gebräuchen gefeiert wird.

Ɉugendzeit

Campe

Die Ɉugendzeit , Mz. die — en , die Zeit der Jugend, die Zeit, da man jung ist; bestimmter als die Jugend. Auch, die früheste Zeit überhaupt…

Karenzzeit

RDWB1

Karenzzeit f auch Karenz f период, на который запирается денежный вклад (напр., при страховании)

Mahlzeit

RDWB1

Mahlzeit f пища; приём пищи; трапеза устар., книж. или шутл. Mahlzeit!: Здравствуйте! Приветствую! (приветствие в обеденное время) . Ну вот,…

Schonzeit

RDWB1

Schonzeit f (Lakune) запретное время для охоты übertr. послабление, поблажки, испытательный срок Die Schonzeit ist vorbei. - Поблажки кончил…

Teilzeit

RDWB1

Teilzeit f in Teilzeit beschäftigt sein - работать не на полную ставку

Überdénkzeit

Campe

Die Überdénkzeit , Mz . u. diejenige Zeit, welche man gebraucht, welche man sich nimmt, etwas zu überdenken. Stieler.

Übungszeit

Campe

Die Übungszeit , besser Übezeit, Mz. — en, s. Campe Übungsstunde .

Úmlaufzeit

Campe

○ Die Úmlaufzeit , Mz. — en , die Zeit des Umlaufes, welche ein Umlauf erfodert. Die Umlaufzeit der Erde um die Sonne beträgt ein Jahr, die …

Unzeit

RDWB1

Unzeit f zur ~ fest. - в неурочное время идиом. , в недобрый час идиом. , не ко времени идиом. , в неблагоприятное время, не вовремя, некста…

Vollzeit

RDWB1

Vollzeit f in Vollzeit beschäftigt sein - работать на полную ставку

Zwischenzeit

RDWB1

Zwischenzeit f (kein Bezug zu "промежуточный") in der ~ - тем временем, между тем, меж тем, в это время, за это время

ABFAHRTSZEIT

DWB2

abfahrt·s·zeit

DWB2 ABFAHRTSZEIT f. : DWB2 DWB2 ⟨1883⟩ die abfahrtszeit ( d. schiffes ) .. war schon vorüber Fontane ges.-ausg. [ 1925 ] I 3,514. 1894 ich …

Ableitungen von zeit (10 von 10)

bezeite

DWB

bezeite , adv. mature, mhd. bezîte ( pass. K. 6, 49. 241, 56), engl. betimes: bezeite junker und spate knecht. Mich. Neander ethice vetus s.…

gezeit

DWB

gezeit , f. und n., in den ältesten zeugnissen verstärkte form zum fem. zeit ( s. d. ), in etwas späteren verwendungen auch einer collectivb…

gezeiten

DWB

gezeite , gezeiten , adverbiale verbindungen. 1 1) im gegensatz zu der spärlichkeit des freien gebrauches adjectivischer ableitungen von der…

unzeit

DWB

unzeit , f. , zeit mit un IV b. ahd. mhd. unzît; mnd. untît; mnl. ontijt; nl. ontijd; an. útíð; dän. utid; schwed. otid. vgl. an. útími, ags…

unzeitlich

DWB

unzeitlich , adj. adv. , nicht zeitlich. ahd. unzîtlîh, -lîho; mhd. unzîtlich, -lîche; mnd. untîtlik, -liken; mnl. ontidelijc, -like; nl. on…

unzeitung

DWB

unzeitung , f. , gs. zu 1 zeitung 1: ingber ( wird ) leichtlich zerstochen und zermilbet, welches die kaufleut und materialisten der u., aus…

urzeit

DWB

urzeit , f. , zeit mit ur- C 4 c, zwar schon im 17. jh. bezeugt, aber erst seit dem ende des 18. jhs. häufig geworden. vgl. DWB urwelt , DWB…

urzeitlich

DWB

urzeitlich , adj. adv. : urzeitliche thiere Chamisso (1836) 1, 155 , einfachheit Platen 3, 246 H., bildung Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 2…

verzeit

Lexer

ver-zeit part. s. verzagen.

verzeiten

DWB

verzeiten , adv. , frühnhd.; s. DWB vorzeiten , teil 12, 2, sp. 1998 und vor zeiten unter zeit 7 p, teil 15, sp. 547. —