zeit,
f. form: ahd., mhd. zît,
as., afrs., ags. tîd,
altn. tíð,
mnd. tît,
mnld. tijt;
im got. fehlend, dafür das unverwandte þeihs,
n.; eine ahd., nur im Isidor bezeugte nebenform nom. ziidh,
dat. ziidi, zide
zeigt grammatischen wechsel. der flexion nach ein fem. i-
stamm, wie die ahd. formen sing. gen., dat., plur. nom., acc. zîti,
plur. gen. zîteo,
dat. zîtim, zîtin (Graff 5, 635)
und altn. nom. plur. tíðir
lehren; daneben besteht ein neutraler a-
stamm (
s. u.)
im obd. die starken pluralformen weichen in der nhd. periode den schwachen, doch reichen sie noch ins 16.
jahrh. hinein, vgl. schon gen. zyten
N. v. Wyle
transl. 21
K., sonst aber acc. zyte 157
K., auch nom. zeit H. Sachs
[] 11, 47
K., zyt Zwingli
freih. d. speis. 13
ndr., acc. zit
N. Manuel 789
B., nom. zyt Eberlin v. Günzburg
s. schr. 1, 37
ndr.; zeit Knebel
chron. v. Kaisheim 273
H., acc. zeyt J. v. Schwarzenberg
Cic. 115
v;
sogar noch zeit Fischart
Stauffenberg v. 513. Luther
gebraucht in der regel die schwachen formen, doch findet sich im compos. jarzeite
Jes. 29, 1
noch die starke. der e-
abfall im plur. beginnt im obd. schon in mhd. zeit; indessen kommt die form zît
in der regel wol dem neutralen worte (
s. u.)
zu: diu siben zît meister Eckhart 481
Pf.; wie hânt sich diu zît gestalt! Tannhäuser
bei v.
d. Hagen
minnes. 2, 91
a;
später: die zyt, die uns die menschen hand uffgelegt, ja nit nun die zyt, sunder ouch die personen, so das zyt also gebunden Zwingli
freih. d. speis. 13
ndr. länger hält sich -e
des fem. wortes im sing., obwohl schon bî dirre zît
Wigalois 2613: zu rechter zeyte H. Sachs 1, 230
K.; in diser zeite Arigo
dec. 67
K., aber in so kurczer zeit 74; zuo diser zyte
N. v. Wyle
transl. 13
K., aber zuo aller zyt 18; der zyt statschryber 13;
gänzliche unsicherheit verräth desselben acc. sing. zyte 14; 15.
im md. und nordd. gebiet bewahren volksthümliche schriften und ostmd. mundarten -e
bis heute: bey zeite Chr. Reuter
Harl. 79
ndr.; engl. com. 19
Creizenach; polit. maulaffe 13; Albrecht
Leipz. 239
b; Jecht 127
b; Müller-Fr. 2, 698
b; Lohenstein
Ibr. Bassa 3, 120.
ungewöhnlich: zuo einer tötlichen ... zeiten Arigo
dec. 1
K. die lautliche wandlung des stammvocals durch die diphthongierung hat das übliche sprachgeographische bild erzeugt; von den nichtdiphthongierenden landschaften haben das alemannische (
ohne das schwäbische),
das lothringische und das ripuarische gebiet den vocal i
gekürzt. ältere schreibungen mit -tt-
haben daher hinter dem diphthong ei
keinen besonderen lautlichen werth, wohl aber deuten sie hinter i
auf dessen kürze: yn zytt (
dat.) Eberlin v. Günzburg 3, 246
ndr.; zitt (
acc.) Mone
schausp. d. ma. 1, 283; alle zytt (
acc. sing.)
d. ew. wiszh. betb. 29
a; zittes 112
b; diser zitt Öheim
Reich. chr. 1
Bar.; zuo sinen zitten Keisersberg
bilg. 27
c; zuo zidten S. Brant
narr. 9
Z. geschlecht: mnld. sonderentwicklung bringt das masc. zur alleinherschaft; dieses gilt auch im nordwesten des nd. gebietes bis Bremen; das gesamte obd. einschl. Böhmen besitzt neben dem i-
einen neutralen a-
stamm: daz zît urteildo Notker
ps. 85, 16; an sînem jungisten zît Thomasin
wälsche gast 8345; ir wist nit, wen daz zeit kumt
cod. Tepl. Mark. 13, 33 (
weitere belege im mhd. wb. 3, 910
b und bei Jelinek 980),
doch ebda: lernt fleisziclich von in die zeit des sterns
Matth. 2, 7; das zeit
erste d. bib. ebda; wann das zeyt ist derfúllt 1, 122;
doch seit 1475
wird das neutr. zumeist durch das fem. ersetzt, s. angaben bei H. Fischer 6, 1108.
spätere belege zeugen indessen noch von einem bedeutungsunterschiede derart, dasz das neutr. den zeitpunkt, das fem. den zeitabschnitt ausdrückt, vgl.: soltu ouch verston den umbstand des zytes ..., das nit me zuo einer zyt dann zuo der andren ... Zwingli
freih. d. speis. 12
ndr.; dasz er in dem selben zit von diser zit schied
bibl. ält. schriftw. d. Schweiz 1, 1, 51; in disem zyt (
leben) Bächtold
schweiz. schausp. 1, 38,
aber von diser zyt (
leben) 1, 33; ein lange zit Tschudi
chron. helv. 1, 3,
doch im zit 1, 19.
gegenwärtig gilt das neutr. nach H. Fischer 6, 1108
noch im östl. Schwaben, nach Martin-L. 2, 917
a selten im Elsasz, nach Seiler
Basl. 326
a und Tobler
Appenz. 457
a allgemein noch in der bedeutung uhr, sonst nur noch in Vorarlberg und in resten wie appenz. langis zitt, s ganz zitt;
ähnlich wohl bair., vgl. und langes zeit hat koaner geredt K. Stieler
ged. 2, 6
Recl.; auf rechnung des nld.-nordwestnd. masc. kommen die restfälle zeits genoch
lux. wb. 499
b, buszer zids Rovenhagen
wb. d. Aachen. mda. 168
b, buten ties
brem. wb. 5, 59;
doch deutet buten tides Dähnert 485
a auf weitere verbreitung des masc. an der küste; im übrigen gilt heute das fem. einige verstreute obd. fälle masc. geschlechts führt Lexer 3, 1136
an. bedeutung: die junge philosophische definition des zeitbegriffes als einer bloszen ununterbrochenen folge hat [] dem kraftvollen gehalt des wortbegriffes von z.,
wie er mit dem beginn der überlieferung auftritt und sich die jahrhunderte hindurch erhält, keinen abtrag gethan. dieser umfaszt auszer der abstracten vorstellung der folge noch die begriffe des realen geschehens und der begrenzung. auch die christliche gegenüberstellung von zeit
und ewigkeit
hat trotz starker verschiebung der grenzpunkte den begriff der endlichkeit nicht beseitigt, so dasz im theologischen sprachgebrauch des 17.
jahrhs. und später ohne z.
soviel wie ohne ende bedeutet. aus der bedeutungsgeschichte des wortes z.
nicht nur im deutschen, sondern auch in den übrigen germ. sprachen läszt sich erkennen, dasz die vorstellung zeit
an den abschnitten des lebens und naturgeschehens, welche durch geburt, mannbarkeit, alter, tod, tage, monate, jahreszeiten und jahre bezeichnet waren, gewonnen worden ist. z.
bedeutet somit sowohl den abschnitt zwischen zwei punkten des geschehens als auch den zeitpunkt selbst. durch die festlegung dieser grundbedeutung bestimmt sich die etymologie: abzulehnen ist die ableitung von einer idg. wurzel *dei-
im sinne von sich erstrecken, weil ihr sinn dem hauptmerkmal des wortbegriffes von z.,
der begrenzung, widerspricht, dagegen bietet sich die wurzel *dāi-
theilen als passende grundlage für die ansätze idg. *dei-t-ís (
*deí-t-is >
ahd. Isidor zîd)
und *dei-t-óm
dar; deren bedeutung das abgetheilte, das zugetheilte, das zugemessene steht mit dem geschichtlich faszbaren begriff des wortes z.
in bestem einklang. verwandt sind danach ai. dajatē
theilt, griech. δαίεσθαι theilen, ai. áditiš
zeitlos, unendlich, arm. ti
zeit. neben dem germ. stamme tîd
steht eine m-
bildung *tî-m-en-:
ags. tíma,
m., zeit, zeitraum, rechte zeit, gelegenheit, woraus ne. time,
welches das ags. tíd
zu tide
gezeiten eingeengt hat, stammt, und altn. tími,
m., zeit, zeitraum, rechte zeit, mal, glück, sowie als ehrwürdiges überbleibsel eines allgemeinen vorkommens im deutschen sprachgebiet alem.-schweiz. zîmen,
bezeugt als ziemen, zymen,
n., '
ehedem eine ordentliche, wohlgelegene zeit'
von Stalder 2, 472.
* tîmen-
ist dem griech. δῆμος aufgetheiltes land gleichzusetzen. z.
nahe stehn 1zeile (
sp. 513)
und ziel.
verbale ableitungen aus dem stamme tīd-
sind ahd. *zîtên,
*zîtôn (
s. zeiten,
verb.)
und ags. tídan (
s. unter 2zeitung);
als denominativum hat 1zeitung 2 (
s. d.)
zu gelten. die stoffgliederung im folgenden wird durch den natürlichen gegensatz von zeitpunkt und zeitabschnitt bestimmt, ohne dasz dieser nach der grundbedeutung des wortes z.
als grundlegend zu gelten hätte. so kommt der übergang zur zweiten gruppe ungezwungen gelegentlich vor, vgl. die z. des einschlafens, die z. der saat, der blüte. II.
zeitpunkt. I@11)
ohne zusätze: an thea selbun tîd
Heliand 517; in thesa zîti Otfrid IV 22, 9;
vgl.auf eine z.
einst, zur zeit
jetzt u. a. präpositionale verbindungen unter V A 7; eins anderen zittes ... sprach der herr zuo disem menschen
ew. wiszh. betb. 112
b; ich werd der zyt widerum zuo dir kummen, und wirt din husfrow Sara einen sun haben Zwingli
d. schr. 1, 63;
s. V A 3
a; es ist alles anderer, alleyn die z. und gegenwertig augenplick ist unser
sprw. klugr. 149
a; man mus die z. nemen, wie sie kOempt Friedr. Wilhelm
sprw.-reg. a a
α; heut ist die z. Lehmann
flor. pol. (1662) 2, 933; jederz.
immer s. V A 3
a β, allez.
ebda c α ββ; im bes. künftiger zeitpunkt, früher festgelegter zeitpunkt, termin: vadimonium constituo ich setz die z. zu erscheinen Alberus
n. dict. gen. 16
b; welcher nit zalt uff gesetzte zyt Eberlin v. Günzburg
s. schr. 1, 128
ndr.; buch d. liebe 81
d; die z. oder das termin der bezahlung ist verfallen Duez
nomencl. (1652) 59; z. bestimmen
diem statuere, z. aufschieben
prorogare Stieler 2619; Kramer
teutsch-it. 2, 1439
b; I@22)
zumeist mit attributiver ergänzung oder einer bestimmung, die dem zusammenhange zu entnehmen ist; I@2@aa)
mit genitiv: Hêrôdes ... lernêta fon in thie zît thes sterren, thie sih araugta (
didicit ab eis tempus stellae, quae apparuit eis, Luther wenn der stern erschienen were
Matth. 2, 7)
Tatian 8, 4; o Deudschland, Deudschland, die du die z. deiner heimsuchung nicht erkennest Luther 18, 265
W.; wie die z. des wurffs da ist, fleühet sye (
die eselin) das lyecht Eppendorf
Plin. 8, 77; zur z. der geburt Peschel
völkerkde 84; weyber ..., die
[] grosz uff der z. (
der entbindung) giengen (1525) H. Fischer 6, 1104; sie geht auf der z.
est vicina partui voc. v. 1618
bei Schmeller-Fr. 2, 1161; auf der z., hoch auf der z. sein
dem ende der schwangerschaft nahe sein ebda; mei weib is scho' auf der z.
wird bald entbinden Hügel
Wien. dial. 193
b; sie gehet nahe auf die z., ob der z. Kramer
teutsch-it. 2, 1439
b;
vgl. Frischbier 2, 490
a; wenn einmal die z. (
des todes) da ist, so nutzen alle mittel nichts W. Mozart
bei O. Jahn
Moz. 2, 537;
die sehr häufige wendung es (
urspr. gen.) ist z.
s. 3
b; I@2@bb)
mit relativsatz: die z., wie und wann jedes (
jedes mittel gegen krankheit) am nutzlichsten zu gebrauchen seie Gäbelkover
artzneyb. vorr. A 3
a; ich weis auch z-en, wo ich früh aufgestanden bin Göthe IV 3, 19
W.; I@2@cc)
durch einen dasz-
satz oder inf. mit zu
bestimmt: zît ward thô gireisôt,thaz er giangi furi got Otfrid I 4, 11;
Heliand 94; die z. ist schier da, das ich muosz einer andern weisz geleben (
prope adest, quom) Boltz
Terenz 5
b; die z. nAehend sich fast, das die sonne zuo gnaden geen wolt
volksb. Aymont c 1
b; von der z. an, dasz sie (
die Angeln) daraus (
aus ihrem heimatlande) gingen br. Grimm
d. sag. 2, 44; die z. ze essen komen was Arigo
dec. 54
K.; die z. des schweygens ist vorgangen und die z. zu reden ist kommen Luther 6, 404
W.; I@33)
die rechte zeit; diese bedeutung, die schon an einigen stellen der abschnitte 1
und 2
durchschimmerte, folgt nothwendig aus der grundbedeutung von z.
als der abgetheilten und deren verknüpfung mit dem menschenleben und dem geschehen in diesem, woraus sich der sinn des zu- und angemessenen ergibt; I@3@aa)
ohne zusätze: man mus der z., des glcks erwarten, bis es dermaleins besser wird Friedr. Wilhelm
sprw.-reg. a a
α nr. 49; z., ebbe und fluth warten auf niemand Binder 220; kommt z., kommt rath
ebda, sehr bekannt; dafür: den tied den raad
brem. wb. 5, 59; hat er aber die z. (
seine bitte anzubringen) nicht getroffen Chr. Weise
erzn. 186
ndr.; heute, wo ich die z. verschlafen (
hatte) A. v. Arnim
s. w. 2, 162; zítò (<
mhd. zîtâ)
ruf der kinder beim versteckspiel, um anzuzeigen, dasz es zeit sei, sie zu suchen Hunziker 311; I@3@bb)
insbesondere in den verbindungen es ist z.
und ich habe (es) z.,
in denen es
ursprünglich genitiv ist und durch dafür, dazu wiedergegeben werden musz: sô is zît was, sô nehal ih iz Notker
ps. 39, 11 (2, 147
P.); und sint ouch sumelîchezen brusten alsô wît, swer sîn selbes hüetenwil, des ist wol zît
Nibel. 1713, 1; der sy (
die neider) verprennt, des wär zeitt! Hätzlerin 146; des is tyt, dattu ... Schiller-Lübben 4, 549
a; ich ... merkte, dasz es z. über z. war U. Bräker
s. schr. 1, 20;
im neund. tritt für es
mechanisch et
und dat
ein: nu is t tid, nu red! Fr. Reuter 3, 120
S.; verstärkt: und helfft mir!es ist grosze zeyt (
höchste zeit!) H. Sachs 9, 29
K.; herr könig, wolauff!es ist hoch zeit 6, 108
K.; Reinicke fuchs (1650) 145; es ist hoch an der z., der feind ist nicht mehr weit Eichendorf
s. w. 2, 321; Kramer
teutsch-it. 2, 1438
c; et is hoge flegende tiid Dähnert 485
a;
lux. wb. 500
a; Müller-Fr. 2, 698;
der gen. fehlt in früher zeit: ciit ist gio uns fona slaffe ze stanne
Benedictinerregel 192
b Steinm.; nû ist zît, nû standen ûf Notker 2, 631
P.; sonst wohl nicht mehr; ergänzt durch einen gen. des inf.: ezzens zît Wolfram
Parz. 423, 16; Scheit
Grob. 137
ndr.; Lindener
rastb. 43
L., s. th. 3, 1169; do ist czeyt streyttens Luther 34, 2, 200
W.; es ist nicht säumens z. Göthe 8, 151
W.; dieser begegnet anfangs auch in der vb. ich habe z.
habe es eilig, habe eile, die im obd., z. th. im md. gebräuchlich ist und früher auch im nordd. in diesem sinne vorkam: nu het er rîtennes zît (
es war zeit für ihn zu reiten) Hartmann
Iwein 206; ach, liebste, lasz uns eilen, wir haben zeit! Opitz
opera (1690) 2, 194; ihr habt z., wann ihr noch in die stadt wollet
non havete già tempo da perdere Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a;
[] Sepp, sag i, aber jetzt hast zeit, gib d gulden her, denn sonst is gfeit (
gefehlt) K. Stieler
ged. 2, 29
Recl.; drohend: jetz hesch awer zit!
jetzt mach, dasz du wegkommst! Follmann 559
a; Martin-L. 2, 917
a;
erweitert wie unter 2
c: dô was ouch zît, daz si riten Hartmann v. Aue
Iwein 2764; es wer gar z., daz man ein Harpocratem allenthalben liesz uffrichten H. Gebwyler
lob Marie 7
b; H. Sachs 17, 18
G.; als es bald z. war, dasz das schiff fortsegeln wolte Chr. Reuter
Schelm. vollst. ausg. 47
ndr.; Göthe 21, 56
W.; Martin-L. 2, 917
a;
öft.; er hat zeyt (
es war zeit), das er sich hat trolt R. Manuel
weinsp. 670; Gelanor hatte z., dasz er die sache wieder gut machte Chr. Weise
erzn. 142
ndr.; belege von frau Gottsched, Lessing, Jean Paul
bei H. Paul
d. wb.3 665
b; so hatte Annchen hohe z., dasz es anfing lesen zu lernen Kästner
verm. schr. 2, 136; es ist z. zu dempfen Scheit
Grob. 27
ndr.; Lessing 18, 195
M.; Göthe 1, 162
W.; allerhöchste z., der miserablen wirthschaft ein ende zu machen v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 4, 182;
allgemein; dâ hân ich zît zer âventiure ze rîten
Wigalois 6035; weil deinem schOenen lieb ihr bAeuchlein wil geschwellen, so hast du hohe zeit, ein hochzeit anzustellen J. Grob
dichter. vers. 65; Dschengis hatte ... hohe z., mit seinem untergebenen unsichtbar zu werden Wieland (1794)
s. w. 7, 154; ich habe würcklich z., wieder häuslicher mit meinem talent zu werden Göthe IV 4, 21
W.; er hett zitt ze go Seiler
Basl. mda 326
a;
s. H. Fischer 6, 1104;
mit zu
und subst.: itzo ist es zeit zum lachen, zeit zum scherzen, zeit zur lust Gottsched
ged. 97; ists jetzt zeit zu saufgelagen, zu banketten und feyertagen? Schiller 12, 34 (
Wall. lager 8)
G.; und nun dächt ich wäre zeit zum frieden Göthe 3, 284
W.; I@3@cc)
verdeutlichend tritt ein adjectivum wie recht, gelegen, gut
hinzu: ûz der
rechten zît (
zur unzeit)
passional 116, 48
H.; zu rechter z. oder zur unzeit Luther 2.
Tim. 4, 2;
so ständig in gebrauch: Spreng
Il. 14
b; Frisius 971
a;
sprw. klugr. 108
b; sondern wart auff gelegenheit und aller sachen rechte zeit Rollenhagen
froschm. A 4
b; wer nicht kommt zu rechter z., der musz essen, was übrig bleibt Binder 220,
allgem.; gelegene, ungelegene z. Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a; zuo gelAegner zeyt oder zuo seiner zeyt Frisius 971
a; es muosz einmal geschehen, wann wir ein glegne zeit ersehen Scheit
Grob. 112
ndr.; ich will zu gelegnerer z. zu euch reden Schiller 2, 14
G.; bequeme czit
opportunium (
-um?) Diefenbach
n. gl. 272
b; bey
guter z. (
solange es noch zeit ist, recht-, frühzeitig) Chr. Weise
grün. jug. 43
ndr.; Scheit
Grob. 29
ndr.; morgens guotter z. S. Franck
weltb. 200
b; welcher stand der beste wehre ... mich deucht, nie gebohren auff erden oder sterben ja gut zeit Gabr. Voigtländer
od. u. lied. (1642) 58; morgen früh bei guter z. Göthe 16, 36
W.; dise krancken (
epileptiker) haben kein gewisse oder sichere z. (
wann ein anfall auftritt) Gäbelkover
artzneyb. 1, 28; die vierfszigen ... thierer haben ein bestimpte z. sich miteinander zu vermischen Ambach
vom zusauffen C 1
a;
die verbindungen eine z. bestimmen, ansetzen
u. a. s. ob. 1;
auch andere adjectiva dienen zur festlegung eines zeitpunktes, z. b.: wann dann herkommt die letzte zeit (
todesstunde), dasz gleich die seel soll scheiden
F. L. Mittler
d. volksl. 298;
vgl. auch hohe z.
ob. b. (
sp. 524); I@44)
denselben sinn besitzt die verbindung von z.
mit dem pronomen possessivum, indem einerseits der dem betheiligten menschen angemessene und rechte zeitpunkt bezeichnet, [] anderseits durch das neutrale sein
der für den eintritt einer handlung geeignete und passende oder gehörige moment angedeutet wird; diese ausdrucksweise ist zu allen zeiten der geschichte des wortes z.
bei frischem leben; I@4@aa)
das pron. poss. ist auf eine betheiligte person bezogen: ne sint mîna noh tîdi cumana
Heliand 2047,
ebenso: ni quam mîn zît noh sô fram Otfrid II 8, 18,
lat. nondum venit hora mea Joh. 2, 4, Luther: meine stunde ist noch nicht komen; noh iro zît ne ist ze irstânne Notker
ps. 87, 6 (2, 362
Pip.); mein zeyt ist nahen
Matth. 26, 18
erste d. bib. 1, 102; seiner z. schicket er (
gott) ine (
den frommen menschen) hilf Berthold v. Chiemsee 6; schweigen hat seine z., reden hat seine z. Luther
pred. 3, 7; ein ding, das sin zyt und ougenblick hat Zwingli
freih. d. speis. 14
ndr.; alles zu seiner z. Binder 220; wann nun ihr z. vorhanden ist, dasz sie leichen sollen
fischbüchl. 8; der kranich, die schwalbe und der storch mercken ihre z. (
die zeit ihrer ankunft) Kramer
teutsch-it. 2, 49
a;
ähnlich: hab schon gerechnet ausz mein zeit (
der entbindung) Eyering
prov. 1, 71; bewaffne dich, landsturm, jetzt kommt deine zeit! Th. Körner
w. 1, 127
H.; s. auch ob. 3
c; I@4@bb)
es deutet den geeigneten, rechten zeitpunkt für die ausführung einer sache oder den richtigen augenblick, wann sich etwas ereignen soll, an, und ist daher unabhängig vom grammatischen subject inbezug auf person und geschlecht; erst in der nhd. zeit ausgebildet: alle ungerechtigkeyt kumpt an den tag zu seiner zeyt H. Sachs 2, 19
K.; die warheyt bisz auff sein z. und stat verhalten und schweigen ist offt ein gotswerck
sprw. klugr. 171
a; die ursachen werden seiner z. schon nachkommen Wieland
s. w. 11, 300 (1794); Lessing 3, 158
M.; Rabener
w. 3, 32; nun werden wir zu seiner z. finden, dasz ... Jung-Stilling
w. 3, 138; schreibe mir alles ... zu seiner z. Göthe IV 8, 36
W.; Schiller 10, 274
G.; abweichend, da durch das subject im geschlecht bestimmt: eine übersicht der ... allegorien ... wird zu ihrer z. folgen Herder 23, 318
S.; diese worte, zu ihrer z. gesagt ..., waren von wirkung Schiller 7, 272
G.; eine besondere, dem franz. prendre son temps
nachgebildete wendung gebraucht Wieland: er beschlosz uns zu beobachten und nahm seine z. so wohl, dasz er uns ... überraschte
s. w. 12, 192 (1794);
dsgl. sie nehmen ihre z. sehr übel 12, 214 (1794);
die allgemein übliche rda. die z. nehmen
s. ob. 1; I@55)
auch in der verbindung mit den präpositionen an, auf, bei, nach, ohne, um, von ... her, von ... zu, vor, zu
kann z.
die bedeutung zeitpunkt, rechte zeit besitzen; s. V A 7; I@66)
das gleiche gilt von den adverbial verwendeten genitiv-, dativ- und accusativconstructionen; s. V A 3. IIII.
zeitabschnitt, zeitraum. II@AA.
eine zeitspanne von kürzerer oder längerer dauer, deren abgrenzung aber deutlich erkennbar ist; die ausdehnung wird durch die bedingungen des einzelnen falls bestimmt; II@A@11)
tageszeit, II@A@1@aa)
stunde, die mit der uhr gemessene zeitstrecke; in concurrenz mit weile
und stunde (
s. th. 14, 1, 791);
wie stunde
so steht auch z.
als bestimmte zeitangabe oft nur für einen augenblick einer stunde: warð thiu fiorðe tîd thera nahtes cuman
Heliand 2911; wacon êne tîd 4778;
ebenso im ags. und altn.; thia zît er eiscôta thô(was er es harto filu frô), thia stunta ouh mit giwurti,wanne imo baz wurti. hêrero, zellen wir thir thaz:thô sibunta zît thes dages was Otfrid III 2, 29; zi thero sibuntun zîti
Tatian 55, 7; umbi thia niuntun zît 207, 2; enonu iâ sint zwelif cîti thes tages? 135, 5; after thiu luzilu samasô eineru zîti (
post pusillum quasi horae unius) 188, 4; das geschahe umb dy dritte z. auf
[] den tag
chron. d. st. (
Nürnberg 1402) 1, 367; vier z. (1407) 471;
danach durch stunde
verdrängt; in speciellem sinne die kirchliche gebetsstunde, hora canonica, deren es sieben am tage gab; über deren geschichte und den wechsel mit gezeit
s. th. 4, 1, 6939: diu siben zît meister Eckhart 481
Pf.; daz du dinú zit denne mit sprechist Seuse 414; 416
B.; vgl. H. Fischer 6, 1107; der auffs vleiszigste seine z-en gebett ... hat Luther 32, 329
W.; mit bewahrter starker flexion: unszer gepet ist itzt nur die sieben zeytt murmeln 10, 1, 1, 435
W.; diese läszt auf beginnende zusammensetzung schlieszen, welche in der stelle dein sibentzeit 7, 812
W. (
cit. th. 10, 1, 831)
vollzogen erscheint (
vgl. th. 4, 1, 6940
f.); ich sing die siben zit bi dem win
N. Manuel
v. papst u. s. priestersch. 789
B.; Murner
narr. 172
ndr.; to begahnde unde to singende de tiden, nemlicken mettene, prime, tertie, sexte, none, vespere, nachtsang (1442) Riedel
cod. dipl. Brand. I 19, 348; my duchte, dat he syne tyde las
Reinke vos 3323; Verwijs-Verdam 8, 341;
im mnld. und mnd. überwiegt getîde,
das als collectivbildung die wiederkehr der gebetstunden auszudrücken geeigneter ist; vielfach in zss. als zeitangabe: es was auch wol über nonne z. Arigo
dec. 107; es ist noch kum tercie zit, die drit stund des tags Keisersberg
bilg. 19
b;
s. auch metten-
th. 6, 2149, prîm- 7, 2128, terz- 11, 262, sexte 10, 1, 708, non- 7, 881, vesper— z. 12, 2, 15, nachtgesang 7, 180; II@A@1@bb)
wohl kaum als nachklang jenes ahd. und mhd. gebrauches ist die verwendung in nachstehenden fällen zu werthen; vielmehr liegt eine von der officiellen zeitmessung unabhängige, aus dem praktischen bedürfnis hervorgehende angabe vor: zu mitten tag und zu mitternacht, welche z. das wäre
weisth. 6, 13; um in der ganzen stadt ... zu wissen, um welche z. es war J. E. Schlegel
w. 5, 439; wir ... wuszten wohl nicht genau die z., die später war, als wir glaubten Bettine
Günderode 1, 152;
übertr.: nachtwächter ... Germaniens, der ... abtutet, wie hoch es an der z. sei Immermann 1, 44
B.; im bes. in den formelhaften fragen nach der uhrzeit: wie ist es an der z.?
schausp. engl. com. 154
Creizenach; so durchaus noch volksläufig: welche z. is, hammern?
wieviel uhr? Müller-Fr. 2, 698
a; weli zitt isch s? was isch für zitt? Seiler
Basl. mda. 326
a; wel zìt isch s? Ch. Schmidt
Straszb. wb. 121
a; Martin-L. 2, 917
b; H. Fischer 6, 1106; was ess die zaëd? Crecelius 2, 932;
adverbial (
s. V A 3)
in alten formeln: swen z.
wann, wann z.
wann Schmeller-Fr. 2, 1161,
der aber auch gleiche aus der lebendigen sprache anführt: wie z. (is s, habmer)?
wie früh, welche zeit, wieviel uhr? ebensolche auch andernorts: wat, wie zit es et?
wie spät ist es? Rovenhagen
Aach. wb. 168
b; bat, bû tîd es et? Woeste 271
a;
vgl. mhd. nie zît
Dietrich 2798
v. d. Hag.; übertr., wie die rda. zeigen, wissen, was die glocke geschlagen hat,
auf persönliche verhältnisse und umstände weisend: Woeste; Seiler 326
b; einem sagen, welche z. es ist
ihn ausschelten H. Fischer 6, 1107; ist s um die z.?
verhält sichs so? Schmeller-Fr.;
aber schon älter, vgl.: da er hOerete, um welche z. es in der kche war Grimmelshausen
Simpl. 1, 239
Kurz; ho ho, sagte Eurylas, ist es um die z. (
verhält es sich so?)? Chr. Weise
erzn. 116
ndr.; Adelmund ... (
konnte) leichtlich mAerken ..., m welche z. es wAere und wo si der floh gebissen hAette (
wie es um sie stand) Zesen
Rosem. 22
ndr.; meynst du, ich bin blind, habe nicht durchgesehn, um welche z. es bey dir ist? maler Müller 3, 88; II@A@1@cc)
tageszeit, II@A@1@c@aα)
als gerichtsformel: is het tied dages (
das ding zu hegen)
? brem. wb. 5, 60; up wat stunde un tied dages
ebda; iudex: gerichtsschöpfe, ich frage euch, ob es heute an der z. und stunde sei (
thür.)
weisth. 6, 105; II@A@1@c@bβ)
auch sonst zur näheren bestimmung der zeit gern in einer gruppe mit stunde,
schon seit ahd. zeit, s. ob. a; der hat all tag zuo wenig z. und stund Eberlin v. Günzburg 1, 42
ndr.; es thut und hilfft nichts, es sey dann die stund und z. da Lehmann
flor. (1662) 2, 933; Zinkgref
auserl. ged. 57
ndr.; eine wanduhr ..., die sichre zeit und stunde weiset Chr. Fr. Henrici
ged. 4, 450;
[] II@A@1@c@gγ) bei nachtschlafender z.
s. th. 7, 214;
freier: kaum zeigte sich Phoebus mit heiterm gesichte und stieg nach der zeiten gewöhnlichem lauf wie gold aus dem schoosze der Thetys herauf Lichtwer
fab. 25;
ähnlich Göthe 2, 35
W.; für stunden: die buoler zelen die z. wol (
bis zum stelldichein)
sprw. klugr. 101
a; die vorwürfe meines gewissens ..., die es mir in schwachen z-en ... machte Klinger
w. 4, 112; obs tag jetzt drauszen oder nacht? — die see hält keine zeit Eichendorf
s. w. 4, 361; II@A@1@c@dδ)
weitverbreitet als gruszformel: also zog er bald von hinnen, wünschet allen gute zeit Neumark
lustwäldch. 104; ich wünsch ihr viel guter zeit A. v. Arnim
w. 21, 1; 13, 16; (
es gilt als unhöflich,) wenn ein bekannter dem andern, wenn sie sich begegnen, wie wir zu sagen pflegen, keine z. wünscht Lavater
Philemon 1, 32; gute z.
als grusz: guoten morgen und guote zît! Pleier
Meleranz 5697;
in der Trierer gegend Schmidt
westerw. id. 338,
im Westerwald deutsche dorfzeitg 13, 78,
als grusz der katholiken statt guten tag Crecelius 2, 932; d zitt wüntsche
grüszen Seiler
Basl. mda 326
a;
ebda aim
d. zitt biete,
was allgemein volksüblich begegnet, vgl. de tied vam dage beden
brem. wb. 5, 60; eenen de tied beeden Schütze
holst. id. 4, 258;
ebenso Rovenhagen
Aach. wb. 168
b;
lux. wb. 499
b; Follmann 559
a; Schön
Saarbr. wb.2 233
b; Martin-L. 2, 917
b; H. Fischer 6, 1107; Kehrein 1, 453; Jecht 127
b: Albrecht
Leipz. mda. 239
b; Müller-Fr. 2, 698
a; Bauer-Collitz 260
b; ich biete ihm die z. Joh. Schlaf
stille welten 40;
seltener die tagesz. bieten Kehrein, Albrecht; die z. abnehmen
für den grusz danken Seiler, H. Fischer, Martin-L.;
österr. lasz dir z.!
als abschieds- u. begegnungsgrusz, vgl. K. Prause
gruszformeln (1930) 66;
vgl.: je später die z., desto schöner die grüsze Auerbach 8, 125; II@A@1@c@eε)
mahlzeit: die z. des nachtessens Grimmelshausen 3, 343
Keller; unter der z.
zwischen den essenszeiten H. Fischer 6, 1107; zwischen der z. esse und trincke ich nicht, auch zur heiszesten z. J. J. Moser
leb. 3 3, 14; II@A@22)
jahreszeit, wetter, II@A@2@aa)
in älterer sprache, wenn auch nicht häufig, dafür das den begriff der wiederkehr ausdrückende collectivum gezeit,
s. th. 4, 1, 6937;
jahreszeit: es werden liechter an der feste des himels und scheiden tag und nacht und geben zeichen, z-en (
dafür bis 1527 seyen zu zeychen, zeyttungen,
s. 1zeitung 2; 1534—1540 ... monden), tage und jare (gesetzten zeyten
Zürch. bib. [1531]) Luther
1. Mos. 1, 14; die wîl daz zît heiter ist Leyser
d. pred. 9; die zît was nas und warm und wurden alliu wazzer ser grozz (
Augsburg 1384)
chron. d. st. 4, 75; ist gewesen am ersten tag im mertzen nauch der zeyt (
der jahreszeit nach; ebda 1462) 241; in der z. des lentzen
1. Mose 35, 16
erste d. bib. 3, 163;
5. Mose 16, 1
ebda 4, 185; Hätzlerin
liederb. 59; vil schöner roter und weiszer rosen, die solche z. gab Arigo
dec. 282; (
das) schiffe ... do auch guoter z. (
wetter) meinet ze warten 93; kalte z. H. Sachs 9, 3
K.; ein schöne clare zeyt Reymann
wetterb. 2; die wrme wachsen ..., wann feuchte z. einfallt Sebiz
feldb. 376; 42;
und so nicht selten bezeugt; es wird sich freud und gute zeit nach trübem wetter finden P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 395
b; dasz jedes jahr vier zeiten hat, hält man mehr nicht recht, der frühling ist desz winters, der herbst desz sommers knecht Logau
sinnged. 46
E.; sonne, die die zeiten theilet, theilet amt und regiment 380; der bremsen hohe zeit vergaht, wenn der august ein ende hat Binder 28; vier zeiten (
jahreszeiten) -mahlzeiten Brockes
ird. vergn. 2, 158; holder may, schOenste der z-en! U. Bräker
s. schr. 2, 246; in der winterlichen z. Ranke
s. w. 1, 117; st. Veit (15.
juni) wendet die z. H. Fischer 6, 1106; die vier
[] z-en des jahrs Zehner
nomencl. 45; Kramer 2, 1438
b; die fische seynd nunmehr auszer der z. 1439
b;
s. zeitgeld;
hierher auch das viel citierte sprw. z. bringt rosen,
welches Bas. Faber 58
b dem lat. annus producit, non ager
gleichsetzt; ebenso: z. macht hew Petri
d. Dtsch. weiszh. U u u 6
r;
zum ganzen abschnitt vgl. Verwijs-Verdam 8, 348
f.; d zitt is do, d zitt is do!
grüszt die meise den frühling Martin-L. 2, 917
b;
vgl. Follmann 559
a, Seiler
Basl. mda. 326
a; II@A@2@bb)
kirchliche feste des jahres; zu jârgezît
kirchliche jahresgedenktage vgl. th. 4, 1, 6937
und 4, 2, 2249
unter jahrzeit,
desgl. zu hôchgezît
th. 4, 1, 6937
und 4, 2, 1640
unter hochzeit;
der sinn dieser zs. als eines kirchlichen festes hält sich in der lockeren fügung des attributes, s. das citat aus Berthold v. Regensburg
th. 4, 2, 1603,
ebenda hohe tage, hoher mittwoch;
auch Lexer 1, 1313
unter hôch; ter hogher tijt
kerstavond Verwijs-Verdam 8, 341; man solt die groszen glocken lüten nit mer denn zuo den hOechsten zeitten Murner
mülle 292; meine brautschuh wAehren noch nach dreiszig jahren, indem ich sie nicht anders als auf allen vier hohen z-en anziehe Just. Möser
s. w. 1, 446; hoge tiden
hohe festtage brem. wb. 5, 60;
sodann in derselben bedeutung mit heilig
zsgs.: cerimonia heilig czeit Diefenbach
n. gl. 86
b; zu heiligen z-en Stranitzky
ollapatrida 347
Wien. ndr.; heilige z.
tempo di feste ò ferie solenni, massime natali Kramer
teutsch-it. 2, 1440
b; kennten mir nich zum wenigsten zu allen heilichen z-en a so a stickel gebratnes haben G. Hauptmann
weber 35;
schlieszlich: disse österliche zeyt Wackernell
altd. pass. 19;
ebenso J. Mathesius
leychpred. 1, 5
b; allwo die frömmste leut ... umb die Oesterliche z. in die kirch kommen Grimmelshausen 3, 355
K.; s. die zss. zeitenkappe, -kutte, -vortuch; II@A@2@cc)
ungewöhnlich für jahr: bisz 7 zeit (
dafür s. 46: jar) verschienen sein H. Sachs 11, 47
K.; II@A@33)
lebenszeit, II@A@3@aa)
gewisse abschnitte des lebens, vornehmlich die kraftvolle jugend- und manneszeit, die periode der blüte und höchsten leistung; die rolle des pron. poss. entspricht der unter I 4
beschriebenen: in sînen besten zîten,bî sînen jungen tagen
Nibel. 23, 1; dem wâren sîner zîte jâr weder ze kurz noch ze lanc Wolfram
Parzival 604, 10; noch ist die blühende, goldene zeit O. Roquette
Waldmeist. brautf.59 66;
daher denn auch z.
die bedeutung geschlechtsreife in den zss. zeitbock, geisz, -kuh, -hammel, -schaf (
s. d.)
annehmen kann; auch fruchtreife, s. zeitbeere, -birne; wer on frawen lebt in der zeit, der ist auff erdt lebendig todt H. Sachs 6, 128
K.; versuffen ist sein junge zeit Forster
liedlein 136
ndr.; ähnlich: Chr. Weise
grün. jug. 85
ndr.; frühling seiner z. Rist
parnasz 333; wer nur auf drei z-en hinaus dencken kan, auf seiner erwachsenen kinder ihre jugend, auf seine eigene und auf die erzählung der vAeter von ihren jungen tagen Zinzendorf
Jeremias 158; in ihm hab ich seit meiner ersten zeit ein wunder des vollkommnen manns gesehn Göthe 10, 19
W.; (
klavierconcerte) in seiner besten z. ... geschrieben O. Jahn
Mozart 4, 64; Fontane I 5, 53; wat kanter Prim sin tit noch was J. Brinckman
plattd. w. 5 (1929) 166; zu meiner z.
als ich noch jung, tüchtig, thatkräftig war Müller-Fr. 2, 698
a;
rückschauend sagt wohl ein greis: zu meiner z. war das anders; nach der z.
nach der dienstzeit des söldners Grob
dicht. vers. 74;
ungewöhnlich: nim der alten zeiten (
deines alters) war 123; II@A@3@bb)
lebensalter: (
du wirst) dem Nestor so an zeit als seltner klugheit gleichen Gottsched
ged. 173; II@A@3@cc)
gesamte lebenszeit: er kam bey seyner zeyte nie in so grosze klag
hürn. Seyfried 48
ndr.; [] auf sein z. kommen
fabulam aetatis peragere voc. v. 1618 Schmeller-Fr. 2, 1161; das du in friden lebest dein zeyt Weller
dicht. d. 16. jahrh.s 79
lit. ver.; Stieler 2620; nach vollbrachter z. (
lebenszeit) P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenl. 3, 375
b; tod, ach friste seine zeit Schubart
s. ged. 2, 124; z. seines lebens
und zeitlebens
s.B 2
a γ. II@BB.
ein zeitraum, dessen grenzen nicht genau bestimmbar sind oder unbestimmt bleiben; II@B@11)
zeitalter: II@B@1@aa) vier z-en lAeszt uns Naso lesen A. G. Kästner
verm. schr. 2, 221; die guldin zeyt oder das guldin alter
aurea aetas Maaler 519
d; die goldene, silberne, eiserne z. Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a; die guldin z., da zucht, ehr und erbarkeit werder und hOeher dann goldt oder guot gehalten worden Scheit
Grob. 4
ndr.; Gottsched
ged. 1, 43. 169; wenn wir vom schäferleben, von der gldenen z., trAeumen Hippel
lebensl. 3, 2, 213;
übertr.: also war diese epoche fr hAendler, becken und mller eine gOeldene (
ertragreiche) z. U. Bräker
s. schr. 1, 193;
vgl.: o der seligen z., das wil ein glden jar werden Luther 26, 605
W.; eiserne z. Wieland I 2, 81
ak. ausg.; sehr häufig die vb. die gute alte z.: zeuge der guten alten z. O. Jahn
Mozart 1, 342; in den guten alten z-en Cl. Brentano
ges. schr. 5, 36;
für alterthum, mittelalter, neuzeit, auch plur. (
s. V A 1): die geschichte der mittleren z-en A. v. Haller
tageb. 1, 4; Gottsched
n. ged. 46; Hagedorn
nebenstund. 77
ndr.; die ... steinschneider neuer und alter z. Lessing 10, 288
M.; die kunstschätze der alten und mittlern z. Göthe IV 12, 345
W.; neigung zu den mittleren z-en 263
W.; in alter, mittler und neuer z. Ritter
erdk. 1, V;
nicht mehr üblich, jedoch noch: in den neueren z-en (
gegenwart) Göthe 23, 146
W.; die gebäude der neuen z. IV 8, 41
W.; in den neuesten z-en A. W. Schlegel im
Athenäum 1, 49; im dunkel vorgeschichtlicher z. W. H. Riehl
d. arb. 57; die strenge der vorigen z-en (
der vergangenheit) Gerstenberg
schlesw. litbr. 29, 109
lit.-dkm.; zu olims z-en
einstmals häufig, z. b. Cl. Brentano
ges. schr. 5, 22;
gegenwart: gegenwärtige z. Kramer 2, 1439
b; in jetziger z. Kerner
bilderb. 3; von meiner ersten jugent pisz auf dise z. Arigo
dec. 1; 6; Grob
dicht. vers. 108; bis zu diesen z-en A. v. Haller
Usong 3
b; männer dieser z. Bürger 1, 162
Bohtz; in dieser letzten z. Göthe IV 41, 205
W.; zu dieser unsrer z. Grimmelshausen
Simpl. 6
ndr.; die vAetter unser zitt S. Brant
narr. 9
Z.; bey unsern lebenden z-en graf v. Brandis
ehrenkr. 133; zu unser z. Fischart
Garg. 3
ndr.; Herder 3, 9
S., und so dauernd geläufig; zukunft: die künftigen z-en brauchen auch männer Göthe 8, 11
W.; mnld. toecomende tiden Verwijs-Verdam 8, 340;
mnd., nnd. tôkomende tîden;
ungewöhnlich für jahrhundert: in den vorigen hundertjährigen z-en J. B. Schupp
schr. (1663) 777;
benannt: zu Noachs z. Grob
dicht. vers. 35; zu Homers z. Kretschmann
s. w. 1, 30; monumente ... aus den besten römischen z-en Göthe IV 36, 107
W.; Ramlersche z. Immermann 1, 8
B.; die chronologische lage ergibt sich aus dem zusammenhang: die Rubens und Girardons seiner (
d. i. Agathons) z. Wieland
Agath. 1, 8; hymnen an die märtyrer ... machen ... einen groszen theil der dichtkunst dieser z-en (
d. i. der ersten christlichen jahrhunderte) aus Herder 18, 17
S.; häufig steht nach dem gegenwärtigen sprachgebrauch der blosze artikel (
vgl. das adverbiale der z. V A 3
a α): berichte der z. (
d. i. derselben zeit; zeitgenössische berichte) klagen, dasz ... Häuszer
d. gesch. 1, 151; geistliche oder 'pfaffen' nach dem sprachgebrauch der z. Scherer
litgesch. 90; (
buch ... in) lederband der z.;
vgl. noch: die zeugnisse der z-en Göthe 46, 41
W.; persönlich gefühlt: nach dem ausspruch aller z-en Herder 22, 280
S.; ihn trifft der zeiten fluch Platen
w. 1, 101
R.; II@B@1@bb)
eine gewisse antheilnahme, die besonders der gegenwart eine bestimmte note verleiht, verrät sich in attributen, noch mehr aber im hinweis auf den herschenden geschmack, [] anschauung, tendenz; kennzeichen ist der ausdruck der geist der z.: in diesen erleuchteten z-en Lessing 10, 214
M.; in dieser feisten, engbrüstgen z.
Shakespeare 3, 277; in den finstern z-en Archenholz
Engl. u. It. 1, 1, 2; zwischen den rohen z-en der barbarei und dem kunstreichen ... weltalter (
hat sich) eine tiefsinnige und romantische z. niedergelassen Novalis 4, 66
Min.; vgl.: ein argwönige zeyt Maaler 519
d; die eine z. ist der andern frbilde Petri
d. Dtsch. weiszh. Q 2
v; verbesserung der z. Lohenstein
Arm. 1, 24
a; der z-en hochmuth
Königsb. dichterkr. 64
ndr.; was ihr den geist der zeiten heiszt, das ist im grund der herren eigner geist, in dem die zeiten sich bespiegeln Göthe
Faust 577; 3, 265
W.; vgl. 3, 230
W.; so ist denn der geist des volks und der geist der z. auch der geist des rechts Jhering
geist d. röm. rechts 34; Ranke
s. w. 8, 165;
vgl. auch -geist; zeichen der z. Göthe 15, 93; 41, 1, 251
W.; verlebendigt: ein zeitungsschreiber mag sich schmeichelnd quälen, so sagt die zeit: es sei der rechte nicht Göthe 3, 197
W.; vgl. H. v. Kleist 5, 376
E. Schm.; Herwegh
ged. e. leb. 2, 79; denn wer den besten seiner zeit genug gethan, der hat gelebt für alle zeiten Schiller 12, 7
G.; die zeit ist aus den fugen: schmach und gram, dasz ich zur welt, sie einzurichten, kam!
Shakespeare 3, 186: das wurde rasend beklatscht, die z., um den modeausdruck zu gebrauchen, war also richtig erkannt Hebbel II 2, 417
W.; die groszen fragen der z. entscheiden Bismarck
red. 2, 30
Kohl; mode: boy (
flanell) glatt oder auffgerieben, nachdem es die z. und trachten geben, zu verkauffen (1724) H. Fischer 6, 1106; auch zu gehn mit der zeit und oft zu verändern den hausrath Göthe 50, 211
W.; vgl. schon: einer jeden zeit zu thun ihr recht. das macht manchen armen knecht Petri
d. Dtsch. weiszh. T 5
v; ... viel zu frühe trat ich in die z. (
öffentlichkeit) ... Platen 1, 147
R.; II@B@1@cc)
zeitläufe, zeitverhältnisse, -umstände, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche lage: sî ne werdent keskendet in ubelemo zîte Notker
ps. 36, 19 (2, 130
P.); lât iu die zît gevallen wol, sît noch ein bœser komen sol
Freidank 141, 1; zu guoten und glückhafftigen zeyten Hutten
op. 1, 448;
misera conditio temporum est ... es ist bOese z. Alberus 77
a; du muoszt ... (
als lehrer) in der schuoll bell zyt han Platter 68
Boos; nach vil bel ziten Tschudi
chron. helv. 1, 32; sawre z. Spee
trutznacht. (1649) 27; betrbte z-en
motus temporum Reyher p 2
v a; bey sehr verwirrten z-en Besser
schr. 1, 10
König; Stieler 2620; Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a; die zeit beginnt bedenklich wiederum zu werden Lessing 3, 96
M.; über die schweren z-en (
jammern) U. Bräker
s. schr. 2, 83; die z-en sind gar zu elend Nicolai
S. Nothanker 1, 59; was waren das für schöne z-en! Göthe 5, 1, 99
W.; in diesen gefährlichen z-en 50, 211
W.; bei den faulen z-en (
unrentabel) H. v. Kahlenberg
Eva Sehring 40; heillose z-en Pflugk-Harttung
allg. weltgesch. 4, 721; sie hat bessere z-en gesehen H. Seidel
Leb. Hühnch. 68,
als rda. üblich; friedliche, stille z. Stieler 2620;
insbes. theure z.
theuerung: clades dr tijd Diefenbach
n. gl. 94
b; Schiller-Lübben 4, 549
a;
s. auch unter theuer
th. 11, 369; mit pestilenz, theurer z. ... (
lohnen) Luther
hauspost. 3
2, 48
Erl.; Neukirch
ged. 12; P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel 3, 358
a;
verlebendigt: der teuffel ... zeucht daher wie die tewre z., wie man pflegt zu sagen J. Pomarius
gr. post. 3, 198
b; he st ut as de dre tiid Dähnert 485
a; Doornkaat-Koolman 3, 408
a; Martin-L. 2, 917
b; schleichen wie die teure z. im finstern Müller-Fr. 2, 698
b; der schaut aus wie die sieben theuren z-en Hügel
Wien. dial. 193
b;
[] rare teiden Bauer-Collitz 84
b.
verwundernd: du
meine z.!
o himmel! Jecht
wb. Mansfeld. mda. 127
b; Grillparzer 6, 61
S.; du meine z., sagte Nebendahl, was heutzutag auch alles studiert wird! H. Seidel
Leb. Hühnchen 214;
häufig: ach du meine z.!
vergleichbar nordd. herr du meines lebens!
zur betheuerung, verwunderung, noch mehr als ausruf des erstaunens, entsetzens, der entrüstung: o du heilige z.! o du liebe z.! Schmeller-Fr. 2, 1161; P. Rosegger
nixnutzig volk 99; liebe z.! Tieck
schr. 1, 212; ach du liebe z.! Gutzkow
ritt. 2, 137; Bauer-Collitz 66
b; ach du liebste z.! H. Fischer 6, 1106.
diese ganze gruppe erklärt sich aus der vb. grosze z.!
ebda und Martin-L. 2, 917
b sowie vor allem aus der eindeutigen angabe o du liebi zitt!
du lieber gott! Seiler
Basl. mda. 326
a als verhüllende formel für du mein (lieber ...) gott!
wie schon M. Heyne
th. 6, 901
gesehen hat; doch spielt offensichtlich die vorstellung der bösen zeitläufte bei der wahl des ersatzwortes eine rolle. z.
für not: ich habe die liebe z. darvon
io non mene voglio impegnare, io non ci voglio entrare Kramer 2, 1438
c; ich hätte die liebe z. davon
das sollte mir einfallen Hertel
Thür. 263;
M.: er (
mein vater) mögte nach meinem tod thun, was er wollte. A.: ich hätte die liebe z. von dem tod, wann ich einen vatter hätte, der so vor meine wohlfahrt sorgete wie der eurige Stranitzky
ollapatrida 289
Wien ndr.; 'ei hast du nicht die ehr davon? die ehr ist hohes gut —' 'ich hätt die liebe zeit davon, die ehr ist mir kein gut' Cl. Brentano
ges. schr. 2, 331.
zeitläufe älter getrennt (
s. lauf 7
th. 6, 309): nach gelegenheit der z. und lAeuf Lehmann
flor. (1662) 2, 856; die welt folgt den z-en und lauffen wie der schatten dem leib 2, 872; das ist der z-en lauff Ludwig
teutsch-engl. 2569;
vgl. zeitlauf;
veränderlich: andere z. andere freud
sprw. klugr. 149
a; a. z. a. arbeit Düringsfeld
sprw. 1, 39
a; a. z-en a. gedancken Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a;
modern: a. z-en a. sitten Klinger
w. 4, 83; wie die z. so die leut Binder 219;
sehr geläufig: die z-en ändern sich
nach dem lat. tempora mutantur, vgl. Günther
ged. 208, Bauernfeld
ges. schr. 1, 12; sich in die z. schicken: schicket euch in die z., denn es ist böse z. Luther
Ephes. 5, 16; Bas. Faber 843
a; Kramer
teutsch-it. 2, 1439
c; A. v. Ziegler
as. Ban. 164; Ramler
fabellese 2, 527; Göthe IV 39, 26
W.; allgemein; sich nach der zeyt schicken, der zeyt willfaren Frisius 1295
b; der zeyt faaren 204
a; der z. gefahren
sprw. klugr. 44
b; sich nach der z. richten Kramer 2, 1439
c; in die z.: Hulsius (1618) 2, 409
b; (
man musz) der z. dienen und nach dem gemeinen lauff handlen Scheit
Grob. 6
ndr.; Göthe 28, 139
W.; man musz mit der z. leben und vorwärts schreiten G. Keller
ges. w. 3, 54; die z. soll es lehren Lessing 17, 17
M.; Göthe 23, 194
W.; schon alt, vgl. was nun ferner daraus wirt, gibt die z. zu erkennen (
Augsburg 1548)
chron. d. st. 32, 27;
s. H. Fischer 6, 1106;
die verbundenheit mit dem schicksal äuszert sich in solcher personification, vgl. hat nicht mich zum manne geschmiedet die allmächtige zeit und das ewige schicksal, meine herrn und deine? Göthe 2, 77
W.; s. 2
b γ; das gegenseitige verhältnis tritt zu tage in: menschen bildet die z. und menschen schaffen z-en Herder 23, 21
S.; gottes zielsetzung thut sich kund in dem worte: da aber die z. erfllet ward
Gal. 4, 4; II@B@22)
zeitstrecke von unbestimmter dauer, die zeit in ihrem verlauf: II@B@2@aa)
blosze angabe II@B@2@a@aα)
die dauer ist durch adjective angedeutet; lang: wirs dan ein âs daz lange zît an der heizen sunnen lît
Wigalois 5064; noch nie chain zeitt mir lenger wardt Hätzlerin 52; ich fürchte, dasz euch die z. lang werden möchte Gottsched
anm. gel. 2, 604;
sehr häufig, beliebter aber noch ist diese wendung in der vb. z. und weile,
s. V B 1;
volksthümlicher scherz: wenn dî de tîd to lank word, den nim sê dübbeld (
d. h. falte sie zusammen) Doornkaat-K.
[] 3, 408
a;
lux. wb. 499
b; Martin-L. 2, 917
b;
s. auch zeitlang
und lange z. (
s. V B 2); es ist noch nicht lange z. vergangen Arigo
dec. 51
K.; modern dafür: es ist noch nicht lange (z.) her; do mitt sie lange zeyt hAer ... verplendt gewest Hutten
op. 1, 410
B.; sie ... weinte eine lange z. Storm
w. 1, 81; i ha ne d längst zit nit (
schon lange nicht) gsë Martin-L. 2, 917
b;
soldatensprache u. sonst: du bist die längste z. fourier gewesen!
als ankündigung der bevorstehenden abberufung vom posten; seltener geraum: welche ich schon eine geraume z. verfertiget gehabt Chr. Reuter
Schelm. vollst. ausg. 5
ndr.; vor geraumer z. A. v. Droste-H.
ges. schr. 2, 232;
schön in diesem sinne kaum literarsprachlich: diss isch schun e schöni zitt
schon lange her Martin-L. 2, 917
b;
geläufiger und noch üblich gut: ein guote zyt gefastet han Keisersberg
bilg. 16
c; lasz ihn ein gute z. drinnen liegen
fischb. 92; Scheit
Grob. 106
ndr.; liebe z.
s. II B 1
c und V B 2; die träge z.! Lessing 3, 364
M.; eine
ganze z.
vornehmlich in volksthümlichem stil, doch auch beim alten Göthe (
s. die gleiche feststellung bei weile
th. 14, 1, 799): glaubte ... eine ganze z. ... Göthe II 1, 4
W.; a herrschaft die is gfahrn nach Kreuth, dös geht im schritt die ganze zeit K. Stieler
ged. 4, 49
Recl.; uf den rëjen het mer s ganz zit (
schon lange) gebasst Martin-L. 2, 917
a; i hab s ganz zit (
während des vorganges) gschlofe
ebda; so weiter verbreitet, auch nordd. dial.; literar. dagegen mit pron. poss.: die erziehung ... nahm seine ganze z. in anspruch O. Jahn
Mozart 1, 13;
kurz: die z. ist kurtz, wenn sie gleich noch so lang were Petri
d. Dtsch. weiszh. R 7
v; die zeit ist kurz, die kunst ist lang Göthe 14, 85 (
Faust 1787)
W.; satyrische schriften ... (
werden) nur eine kurtze z. gesuchet Liscow
schr. vorr. 4;
zumeist nach präpos.: vor kurtzer z. Spreng
Il. 98
a,
wofür modern vor kurzem
beliebter ist; in kurzen z-en Rachel
sat. ged. 93
ndr.; in kurzer z. stand ein ... tisch (
vor ihnen) Göthe 21, 15; 43, 28; IV 8, 29
W.; klein: sy wölle mich in kleiner z. ... gesunt machen Arigo
dec. 227
K.; yetz vor kleiner z. (
d. h. noch vor kurzer zeit) Boltz
Terenz 98
b; in so kleiner z. (
in so kurzer zeit) Dietr. v.
d. Werder
buszps. B 3
a;
auszer gebrauch, dagegen ohne präpos. nicht selten, wenn auch gegenwärtig zurücktretend: harre eyn kleyne tzeyt Luther 10, 2, 41
W.; ein klayn zeyt und yeczund werdet ir mich nit sehen (uber ein kleines so werdet ir mich nicht sehen Luther)
Joh. 16, 16
var. erste d. bib. 1, 403; eine kleine z. zu bleiben
buch d. liebe 155
b; sich eine kleine z. ... zu gedulten Grimmelshausen 3, 339
Keller; die ... eine kleine z. wehret Moscherosch
cura 31
ndr.; zaudert eine kleine z. Platen
w. 1, 9
R.; geläufig bei Stifter,
z. b. s. w. 3, 137; 5, 1, 40; klein
wird jetzt lieber mit weile
verbunden; wenig
selten: soll ... in weniger z. erscheinen Göthe IV 36, 110
W.; viel: alt mit gen., s. V A 4; weil ... nicht vil z. zu verschlieszen (
verschlieszen, s. β) ist Scheit
Grob. 7
ndr.; dieweil er nicht viel z. hat Ringwaldt
laut. wahrh. A 4
a; das (
buch) ich viele z. ... bey mir trug U. Bräker
s. schr. 1, 236; aber gott bessers, das die meisten zeiten da worden zugebracht mit eitelkeiten Gabr. Voigtländer
od. u. lied. (1642) 104; die meiste z. durft ich ... allein wandeln U. Bräker
s. schr. 1, 94;
gewisz: es hat nichts sein gewisse z. als das predigen, das soll in einer stund auffhOeren Lehmann
flor. (1662) 2, 936; all andere thyerer haben ein bestimpte z. zuo tragen (
der trächtigkeit) Eppendorf
Plin. 7, 10;
offen: offene z. 1)
zeit auszerhalb des banns, auf der keine verbote lasten H. Fischer 6, 1105; 5, 47; zu offnen z-en
müssen z. b. dem berechtigten hirten die erblücken geöffnet werden (
belege von 1518
und 1598) 5, 47; zu offnen z-en
wenn das weiden nach der ernte auf fremden äckern und wiesen gestattet ist Frisch 2, 29
b, Stieler 2619, Kramer 2, 1438
b;
gegensatz ver- (Stieler, Kramer), geschlossene z.
die zeit vor der ernte, wo das vieh auf den äckern und wiesen noch nicht weiden darf Frisch 2, 199
b; 2)
gerichtlich, vgl. open daeghen
dies fasti Kilian 466
b Hass.; gegensatz ghebonden daeghen
ebda, gebundene
[] dage
sachsensp. 2, 10, 3; 2, 11, 4; bebundene tied
gerichtsferien brem. wb. 5, 60; 3)
kirchlich: open tijd
die zeit von epiphanien bis aschermittwoch, in welcher hochzeiten gefeiert werden Kilian 466
b Hass.; gegensatz geschlossene z.
die zeit zwischen fastnacht und ostern, wo heiraten u. dgl. nur gegen dispens möglich war H. Fischer 3, 478; die verbunden z. Luther 29, 37
W.; II@B@2@a@bβ) z.
in vb. mit verben: haben: z. haben
musze haben (
s. aber z. haben
es eilig haben ob. sp. 524
unter I 3): ihr habt z., bis Schiller 14, 276
G.; Göthe 3, 267
W.; hast du z.?
bist du frei? det hat z.
das eilt nicht Brendicke
Berl. wortsch. 195
a; ich habe z., viel z., z. genug
allgemein; auch südd.: das gut werk z. haben musz (1569) H. Fischer 6, 1105;
doch hier meist mit gen., woraus das höhere alter der verneinten vb., in der der gen. von nicht
abhing, folgt: der z. h.,
auch übrig(e) z. h. H. Fischer 6, 1105, Martin-L. 2, 917
a, Seiler
Basl. mda. 326
a, ech hun zeits (
aber: ömmer z. hun
saumselig sein)
lux. wb. 499
b; der hait no álli zitt
zeit genug, übrige zeit Seiler;
häufiger verneint: nu aber ich die tzeytt nicht habe Luther 10, 2, 375
W.; ich habe nicht z. Stieler 2619;
gewöhnlich mit folgendem inf. mit zu: zu melden mich hat ietzt nit zeyt H. Sachs 8, 140
K.; Lessing 3, 88
M.; hatte nicht z., ... zu betrachten Göthe 24, 5
W.; keine z. haben Steinbach 2, 1081; habe keine z. ... ein andermal Fontane I 5, 134; kaum hatt ich z., mich ... zu erkundigen Klinger
w. 4, 28;
südd. wie ob.: i ha nitt der zitt Seiler, H. Fischer;
es ist z.: es ist z. mit den sorgen, bisz ich wieder komme Chr. Weise
comöd.-probe 28;
jetzt es ist noch z.
üblich: dauern, währen
mit acc. der zeit: alles ding währt seine zeit, gottes lieb in ewigkeit P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenl. 3, 347
a; es dauert ... eine z., bis Göthe IV 29, 6
W.; wofür gegenwärtig weile
mehr im schwange ist, s. th. 14, 1, 795;
vertreiben: mhd. und älternhd. die zeit zubringen reichlichst bezeugt, s. Lexer 3, 275; sie ... mit fröhlichem gesange die z. verdriben Arigo
dec. 15; 110; 657; ich musz leider mein zeit vertreiben (
verweilen) alda etwa bey zweyen jaren H. Sachs 8, 305
K.; ich vertreib die z. mit lesen Alberus 12
a;
noch: wil ich bey ihr (
der geliebten) die zeit vertreiben Chr. Weise
grün. jug. 41
ndr.; später mit tadelndem nebensinn: womit vertreibt denn das frauenzimmer nach tische die z.? Chr. Reuter
ehrl. frau zu Plissine 41; spielen heiszt die z. vertreiben, arbeiten die z. festhalten W. H. Riehl
d. arb. 6;
mit dativ: den kindern die z. ... vertreiben Moscherosch
cura 79
ndr.; euch und mir die z. zu vertreiben Kortum
Jobs. 1, 1; Tieck
schr. 2, 239; dinge, mit deren ... betrachtung die leute sich die z. vertrieben v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 2, 25;
zu-, hinbringen: dardurch man vil zeyt und unnOetiges unkostens zuobringet Vogelsang-Cochläus
gespr. v. Joh. Hussen 12
ndr.; dasz sie ... mit embsiger arbeit ihre z. zubringet Moscherosch
cura 60
ndr.; Göthe IV 12, 13
W.; z. hinbringen Hulsius (1618) 281
b; du bringst die zeit mit puppen hin Chr.
F. Weisze
lied. f. kind. 57; verleben: verlebte die z. in lust und freude
kind-. u. hausmärch.32 136; de z. verschlafen, de scheene z. vertrödeln Brendicke
Berl. wortsch. 195
a;
vgl. verschleffts (das meydlin) und vertantzet und verspielet es doch wol mehr zeyt Luther 15, 47
W.; verzehren zubringen: verzehren ihr z. in
N. Sattler
phraseol. 404; derhalb musz ich meins alters zeyt verzeren nun in trawrigkeyt H. Sachs 2, 32
K.; Berthold v. Chiemsee 5;
verschleiszen: zuo Athen wonen ... seine tag oder zeyt zuo Athen verschleiszen Frisius 65
a; indesz musz ich mein z. verschleiszen Dietr. v.
d. Werder
buszps. B 4
a; Opitz
poet. 5
ndr.; verspilden
vergeuden, s. belege th. 12, 1427; unnützlich verthun H. Sachs 6, 137
K.; verderben: ein saufer ... verdirbet die z.
Reinicke fuchs (1650) 292; wie man
[] seine z. nur so verderben könne? Göthe 21, 7
W.; umgangssprachlich: die z. tot schlagen,
vgl. dieses nichtsthuende zeittodtschlagen Bismarck
br. an s. braut 401;
verlieren: wir müssen aber die z. ... nit untzlich verlieren Vogelsang - Cochläus
gespr. v. Joh. Hussen 12
ndr.: sie haben nicht die zeit mit aberwiz verlohren Rompler v. Löwenhalt 1.
geb. 28; Herder 5, 34
S.; ich habe viel z. verloren A. v. Arnim
w. 15, 38; weil ich keine z. zu verlieren hatte Stifter
s. w. 5, 1, 98;
kürzen: indem der fürst die zeit mit tausend listen kürtzt Gryphius
trauersp. 30
P.; einem die z. kürtzen Kramer
teutsch-it. 2, 1438
b;
auch als ein wort: (
die neuere fabel) will ... selten mehr als zeitkürzen Herder 23, 56
S., s. zeitkürzend,
ferner zeitkürzer, -kürzung; verkürzen Stieler 2619; unterredungen ..., womit ich meinem vater des abends die z. zu verkürzen pflegte Wieland
Agath. 1, 329; verlängern Stieler 2619, Kramer 2, 1438
b;
stehlen: habe ich mir so viel z. gestohlen, meinen geist sampt eurem ... zu erwecken Luther 41, 130
Erl.; verachtet ... nicht das gebett, ... stehlet z. darzuo Moscherosch
cura 76
ndr.; volksläufige wendung ich habe meine z. nicht gestohlen,
um anzudeuten, dasz man für eine unnütze sache keine zeit aufwenden wolle; ich möcht sunde daran thun, das ich mir und dem leser die z. raubet mit solchen faulen zoten Luther 26, 429
W.; gewinnen: z. gewonnen alles gewonnen
sprw. z. b. bei Körte 7122,
auch bei Fontane I 5, 90;
auch sonst z. gew.
üblich; vgl.: man mOet sikk tiid maken Dähnert 486
b;
anlegen, anwenden: (seine) z. wol, übel anlegen Stieler 2620; anwenden Kramer
teutsch-it. 2, 1438
b; sich z.
nehmen: ich will mir die z. darzu nemen Stieler 2619; Kramer 2, 1439
a; die ... stunde ..., wo er sich die z. nehmen wird, mir das ... geheimnisz zu entdecken Rabener
s. w. 4, 163; sie nimmt sich zum kredenzen und er zum dank sich zeit Göthe 1, 94
W.; sehr geläufig; lassen: lasz mir z.! Kramer 2, 1439
b; Lessing 3, 109
M.; lasz ihr z. noch, sich zu fassen Müllner
dram. w. 2, 44; laat di tiid = do di tiid Dähnert 485
a;
gewähren: so will mir der tod nit zit mer geben
N. Manuel 12
B.; Stieler 2619; gib z. (
lasz dir zeit) Rachel
sat. ged. 49
ndr.; dasz ich dem ersten buch Mosis viel z. gewidmet Göthe 7, 154
W.; und gOennt mir gott die zeit Chr. Weise
grün. jug. 139
ndr.; kosten u. ä.: es hätte ihn ... mehr z. gekostet Bettine
d. buch geh. d. kön. 2, 373; ich danke dir, dasz du z. gefunden hast, an mich zu schreiben Moltke
ges. schr. 6, 171; mit bereits erörtertem werde ich ihre z. ... nicht in anspruch nehmen 7, 89,
modern; II@B@2@a@gγ)
mit hinzufügung eines die dauer bestimmenden substantivs, αα)
im genitiv: noh thanne ni was zît thero fîgono
Tatian 121, 1; an demo zîte dero âhtungo Notker
ps. 78, 1 (2, 325
P.); z. der unkäusch (
brunstzeit) Konrad v. Megenberg
b. d. nat. 139; in diesen z-en der unruhe und der finsternisz Ramler
einl. in d. schön. wiss. 1, 63; die z. der entdeckungen beider Indien Ranke
s. w. 1, 155; zur z. des waffenstillstandes Bismarck
ged. u. erinn. 2, 52
volksausg.; der bärte zeit, die zeit der waffen Denis
lied. Sineds 28; die z. der nachtigallen Tiedge
w. 2, 178;
u. v. a.; da wards auch so gehalten mit schäferfesten und singen, wenns z. scheerens war maler Müller
w. 1, 234;
s. auch I 3
b; bes. reich bezeugt der acc. zeit (meines)
lebens; zunächst mit artikel: da ich ihn doch die z. meines lebens nichts zuwieder gethan Chr. Reuter
ehrl. frau zu Plissine 7;
schausp. engl. comöd. 175
Creizenach; die knechtschafft, in der er die z. seines lebens gestanden hat
disc. d. mahl. 1, 4;
noch Stifter
s. w. 3, 84
; auch: all mein lAebtag, alle zeyt meines lAebens Frisius 1392
a; alle die z. seines lebens Ranke
s. w. 9, 78; min zitt des
[] tags des lëwens Martin-L. 2, 917
b;
in jüngerer zeit ohne artikel, so dasz z.
der präposition während
entspricht: mit welchem (
menschen) ich ... z. meines lebens auch das geringste wort nicht gewechselt J. Rist
friedew. Teutschl. (1648) 16; A. Olearius
persian. reisebeschr. (1696) 144; Stranitzky
ollapatrida 165
Wien. ndr.; ich habe z. meines lebens gelegenheit genug gehabt mich zu verwundern Göthe IV 26, 338
W.; Immermann 1, 40
B.; Ranke
s. w. 1, 65;
ungewöhnlich: vor dem all ehrliche biderleut sich hten ihres lebens zeit Lehmann
flor. (1662) 1, 327;
verkürzt gleich beliebt: sie werde ich z. lebens nicht vergessen
samml. v. schausp. (
Wien 1764) 1,
caffeehaus 81; z. lebens will ich auf keinen grünen zweig kommen Heinse
s. w. 2, 113
Sch.; z. lebens des landesfrsten Micrälius
alt. Pommerland 4, 65;
auch mit präpos.: macht sich ... auf z. lebens unglücklich Gellert
w. 10, 160; Lessing 2, 318
M.; gegenwärtig wird zeitlebens
als zs. empfunden; auszerdem mit anderen genitiven verbunden: daz es uwer lieb zit disser zit wol gang
privatbr. d. ma. 1, 308
St.; vorwahrung der schlesischen gräntz gegen Hungern z. der hungrischen rebellionen
acta publ. 1, 41
Palm; B. Schupp
schr. (1663) 406; vergosz z. solcher rede ihre thrAenen Bucholtz
Herk. 1144; z. meines bisherigen practicirens Chr. Thomasius
ged. u. erinn. 1, 2; mich noch z. meines hierseyns ... zu vergngen Menantes
n. briefe 485; z. seiner regierung Chr. Scriver
seelensch. 1, 237
b;
danach nicht mehr bezeugt; s. auch unter V A 3
c β; nicht hergehörig ein fall wie zeitwehrender solcher auferbauung Grimmelshausen 4, 902
K., da nicht für z. wehrender ...;
s. zeitwährend.
der übergang zur präposition erhellt gut aus dem ansatz von -s
in folgendem falle: nachdem ... ich zeits der ersten jugend in dem christenthumb ... underwiesen Moscherosch
ges. (1650) 5;
ββ)
mit von: z. von fnff jahren Hulsius (1618) 2, 385
b;
seculum eine z. von hundert jahren
nomencl. lat.-germ. (1634) 13; Stieler 2620; in z. von vierzehn tagen Zimmermann
nationalstolz 15; in zitt vun ere stund Martin-L. 2, 917
a;
allgemein; älter auch gen.: czweier jar czeit Diefenbach
ml.-hd.-böhm. wb. 51;
woneben nach wegfall von van
eine anscheinende vb. mit einem acc. tritt: eene tyd jahre
einige jahre Strodtmann
id. osnabr. 245;
γγ)
vor z.: in so viel monat z. Rachel
sat. ged. 64
ndr.; in sechs tagen z. v. König
ged. 320; in ein paar minuten z. H. v. Barth
Kalkalp. 20; wir haben noch eine stunde z. Kramer
teutsch-it. 2, 1439
a; nimm dir noch acht tage z. Gellert
w. 3, 123; II@B@2@a@dδ)
durch nebensätze erweitert: zuo der czeit, so die hicze an dem grösten ist Arigo
dec. 169
K.; zur z., so die Oepffel zeitig seind
M. Herr
feldb. 139
a;
allgemein und andauernd im gebrauch; gaben dem sänger z., weiterzudenken Herder 18, 425
S.; s. I 2
c; II@B@2@a@eε)
wie in I 4
durch ein pronomen possessivum bestimmt: ein ieglich zît hât sîn zît
Freidank 117, 18
Gr.; ein ieglich ding wil sein z. haben
sprw. klugr. 114
b;
ähnlich weit verbreitet; es hat ein yetlich weyn sein zeyt, die er wol ligen mag Frisius 53
b;
Faust: ... ich bin dein herr.
teufel: so lange deine zeit rollt Klinger
w. 3, 62; dazu ... ist mir meine z. und meine lunge zu lieb Bismarck
pol. red. 3, 26
Kohl; von acht bis zwölfi is sei zeit (
hat er seine dienststunden) K. Stieler
ged. 2, 38
Recl.; II@B@2@a@zζ)
ohne bes. bestimmungen: so ging eine z. vorbei, bis die Medicis zurückkamen Göthe 43, 23
W.; prägnant: (
sie) schien ... mir fast gar nicht verändert, und zehn jahre sind doch eine z.! 23, 74
W.; ebenso K. Stieler
ged. 2, 29
Recl.; zwischen blitz und donner war noch eine z. Stifter
s. w. 5, 1, 80; er lebte darnach noch eine reihe von jahren in die z. hinein 3, 119; noch fünf minuten, dann ist die z. um graf Pocci
komödienb. 184; die Berliner z. (
mein aufenthalt in Berlin) war mir eine rechte erholung
modern; II@B@2@bb)
die zeit als flüchtige erscheinung, als ein wesen mit gewissen eigenschaften und kräften, α)
die bewegliche: dasz die z. geht,
ist uralte vorstellung, vgl. ahd. in irganginimo
[] zîte
in tempore praeterito (
nhd. in der vergangenen z.) Notker
ps. 78, 1 (2, 324
Pip.);
mhd. u. a.: wie diu zît zergê Walther 103, 9;
vgl. auch mnld. Verwijs-Verdam 8, 346; die z. geht hin, leuft weg
hora effluit Stieler 2619; Kramer
teutsch-it. 2, 1438
c; tyt löpt enwech as water Tunnicius
nr. 1256; lauf der z-en E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Dtsch. 1, 262; gottes zeit hält ihren schritt P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenl. 3, 356
a; die z. galoppirt mit dem verbrecher zur richtstätte und schleicht mit der braut zum brautgemach Binder 219;
sie kommt: dô daz zît dô chom
Vorauer gen. 21
Diemer; die z. war gekommen, wo Ranke
s. w. 1, 263;
so ständig im gebrauch: die z. rückt heran Schiller 3, 21
G.; flüchtig: die z. floche Arigo
dec. 239
K.; die flüchtige, geschwinde, unwiderbringliche z. Kramer
teutsch-it. 2, 1438
a; Göthe IV 42, 230
W.; und wenn die zeit verrauschend flieht, jahreszeiten kommen wieder 3, 32
W.; der z-en flucht Schiller 15, 1, 3
G.; die rasche flucht der z. v. Ebner - Eschenbach
ges. schr. 4, 62;
flieszt: die z. fleust weg wie wasser Petri
d. Dtsch. weiszh. R 7
v; strom der z. Eichendorf
s. w. 1, 572; strom der z-en Mommsen
röm. gesch. 2, 367;
häufiges bild: den ocean der z. (
dämmen) Kretschmann
s. w. 1, 136; den ocean der z-en durchsegeln Herder 16, 46
S.; ähnlich: vom sturm der z. gepeitscht H. v. Kleist 2, 336
E. Schm.; graf Strachwitz
ged. 2;
nicht angebunden, sprw.: z. ist an keinn pfal bunden
sprw. klugr. 160
a;
gern wird der werth der zeit betont; alt ist der ausdruck z. hat ehre,
den Stieler 2620
deutet tempus observare honestum est, dispensare tempora laudem habet, der sprw. klugr. 86
b aber mit recht z. halten ist ehrlich
erläutert wird; ebenso: zu rechter z. ist ehrlich Eyering
prov. 3, 596; es ist rahtsam, dasz ich bald geh: die zeit hat ehr; hiemit ade W. Spangenberg
ausgew. dicht. 349;
bei Binder 219
erscheint das modern-engl. z. ist geld;
früher in diesem sinne die z.
als edel
bezeichnet: bring die edel z. wol ein Scheit
Grob. 122
ndr.; die edle z. verlieren Zachariä
poet. schr. 1, 109; Rabener
s. w. 3, 217;
β)
die thätige: z. verreth (
verräth) den dieb Friedr. Wilhelm
sprw.-reg. G 2
β; z. friszt alles
sprw. klugr. 150
a; z. verzehrt stahl und eisen Kern
sprw. 67;
hiernach literarisch der z-en zahn Chr. Stieff
samml. 112; Rückert
ges. poet. w. 3, 29; Eichendorf
s. w. 2, 420; hie were nu viel von tz sagen, aber die tzeytt leydet es nit Luther 10, 2, 146
W.; noch üblich; Stieler 2619; von der heilung durch die z., die selbs der arzet ist Paracelsus
opus chir. 232; die z., die alles heilt Triller
betr. 3, 488;
vielfach; dasz die zeit mich trOesten kan Chr. Weise
grün. jug. 47
ndr.; γ)
personificiert: theils in den bildern und gestalten der griech. mythologie: die z. verzehrt die eignen kinder (
vgl.Kronos) Stoppe
Parn. 72; (das) rad der z. Göthe 16, 135
W.; Blumauer
ged. 48; unaufhaltsam rollt die z. 15;
theils der germ.: am sausenden webstuhl der z. Göthe
Faust 508; S. Brunner
erz. u. schr. 1, 167;
volksth.: die allegorische figur der z. ist ein dürrer, hagerer greis mit grauem barte und haaren, zween grosze flgeln auf dem rcken, und einer sense in der hand Gottsched
wb. d. sch. wiss. 1677; O. Jahn
Mozart 4, 340;
poetisches bild: ihr (
der nacht) auge sieht die wage nun der zeit in gleichen schalen stille ruhn Mörike
w. 1, 116
G.; II@B@33)
christlich-theologische auffassung stellt die zeit
in gegensatz zur ewigkeit;
dieser begriff der zeit
umschlieszt sowohl die dauer der welt von ihrer schöpfung bis zu ihrem untergang wie den zeitraum vom leben des einzelnen menschen bis zum jüngsten tage; vgl.: z. ... bedeutet der natürlichen dinge eigenschaft, dasz sie nehmlich ihren anfang und ende haben. die dauerung dieses zwischenraumes heiszet also die z. und wird der ewigkeit entgegengesetzet, die ohne anfang und ende ist, wenn das wort eigentlich genommen wird
Noel Chomel öc. u. phys. lex. 8, 2396;
bildlich ausgedrückt: der strom der z. flieszt
[] ins meer der ewigkeit Campe
wb. 5, 831
b; a)
dieser gegensatz wird betont: in dero êwigkeite ... in zîte Notker
ps. 61, 12; ich masz, daz die martern ditz zeitz nit seint entzampt wirdig zuo der kúnftigen wunnicklich (diser z. leiden Luther)
Röm. 8, 18
erste bib. 2, 35; das eyn (
auge der seele) ist muglichkeyt zu sehen yn die ewigkait, das ander zu sehen yn die tzeit und yn die creaturen
theol. deutsch 17
M.; weder yn zytt noch in ewigkait Eberlin v. Günzburg 3, 246
ndr.; J. A. Cramer
s. ged. 1, 13; für die z. und für die ewigkeit Göthe 24, 10
W.; wer hand an sich selbst legt, ist verdammt in z. und ewigkeit G. Hauptmann
eins. mensch. 89;
diese scharfe scheidung macht einer vereinigung der beiden begriffe platz, zunächst nach der seite der ewigkeit: (
ich) gleube, das er (
Jesus) ... nun und tzu ewigen tzeytten geporn wirt
ält. katech. 30
ndr.; sodann nach der seite der zeit: die (
eine kirche) er ... begabet hatt mit guoten zinszsen in ewig z.
Fortunatus 64
ndr.; die gemeinden der städte und dörfer verschulden sich dergestalt, dasz sie auf ewige z-en keine rettung sehen Göthe IV 12, 255
W.; I. v. Döllinger
ak. vortr. 1, 41; G. Hauptmann
biberp. 8;
ewigkeit wird durch verneinung der zeit ausgedrückt: pine wirt dir unde we eweclichen ane zit
Daniel 4986
H.; mit dir wil ich endlich schweben voller freud ohne zeit dort im andern leben P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenl. 3, 331
b;
vgl.: wie du warst vor aller zeit, so bleibst du in ewigkeit Ignaz Franz
bei M. Böhme
volksth. lied. d. Dtsch. 567;
der begriff der ewigkeit wird auch so ausgedrückt: bisz in aller z-en z. Neumark
fortgepfl. lustw. 2, 8; z.
bedeutet schlieszlich die welt, die zeitlichkeit, das irdische leben: als vill du hie in der z. geziert bist gewesen mit gtten tugenden Keisersberg
granatapfel (1510) G 8
d; H. Sachs 7, 63
K.; die zyt leiten
in tempore vivere gemma gemm. B 4
b 2;
vgl.den tijt leiden
den tijd doorbrengen, slijten Verwijs-Verdam 8, 346;
theol. deutsch 90
M.; allen ... bilgern in diser zyt (
erläutert durch uff erden) Keisersberg
bilg. B 7
a;
im bes. für sterben: des ritters weib ... ausz diser z. verscheiden ist Wickram 1, 35
B.; berfft ... ausz diser z. Eberlin v. Günzburg 1, 69
ndr.; (
er) zohe ... aus disem z. Heyden
Plin. (1565) 73 (
nat. hist. 7, 53, 182
expiravit); Tschudi
chron. helv. 1, 36; ich musz scheiden aus der zeit Cl. Brentano
ges. schr. 1, 332;
in der sacralsprache noch heute: aus der z. in die ewigkeit abberufen werden;
vgl. auch: doe hoor man utter tijt was (
overleden was) Verwijs-Verdam 8, 348;
die zeit vor dem jüngsten tage: ich sehe ..., dasz wir in die letzten z-en gerathen seyen, von welchen Christus geweissaget Schupp
schr. (1663) 236; A. G. Meiszner
skizz. 1, 30; z.
welt im gegensatz zum kloster: der kaufcontract war kaum geschlossen, so ging der bisherige pfarrer ... aus der z. (
ins kloster) D. Cranz
brüderhistorie (1771) 115;
vgl.: uyt den tyt gaen
zich in een klooster begeven, uyt der tyt zijn
ordegeestelijke geworden zijn (1548) Verwijs-Verdam 8, 348. IIIIII.
der wissenschaftliche zeitbegriff, der keine begrenzung der zeitlichen ausdehnung anerkennt und in der zeit eine ordnung dessen, was aufeinander folget (Chr. Wolf
vern. ged. 1, § 94)
oder nach Kant
eine alle erfahrung bedingende anschauungsweise sieht, hat sich sprachgeschichtlich nur in der schaffung einer neuen bedeutung von zeitlich (zeitlich 5)
und zeitlichkeit (zeitlichkeit 3)
sowie in der bildung einiger zss. ausgewirkt, vgl. -anschauung 1, -bedingung 1, -begriff 2, -bestimmung 4, -betrachtung 2, -charakter 2, -einheit 2, -folge 1, -form 1, -gefühl 2, -inhalt, -schwelle, -sinn 2, -stufe 2, -vorstellung 1, -zeichen. IVIV.
sonderfälle: IV@11)
gleich gezeit,
selten, aber doch nicht, wie th. 4, 1, 6943
angegeben, gänzlich fehlend; indessen, da nur bei theoretikern belegt, augenscheinlich blosze übertragung des nd. [] tide;
stets nur die halbperiode entweder der fluth oder der ebbe meinend; vgl. folgende belege bei Röding
wb. d. marine (1794): z. oder gezeit stoppen
beim rücklauf der ebbe oder fluth vor anker gehn 2, 733; wanz.
zusammenstoszende ebbe und fluth 2, 872; windwärtsz.
gegen den wind anlaufende gezeit 2, 925; leewärtsz. 2, 40; widerz.
rückkehr der ebbe oder fluth 2, 902; springz.
springfluth 2, 674; zeitstrom 2, 940 (
s. dieses wort hinten);
ferner bei Bobrik
seewb.: mit der z. aufsegeln, absacken, eine ganze z., eine halbe z. 747
a.
im nd. steht früh, doch wol als rein satzphonetische erscheinung, tide
neben getide (
s. belege th. 4, 1, 6942),
und das nun fortlebende tide,
f., (
selten m., s. th. 4, 1, 6943)
geht vereinzelt (
so bei Schütze
holst. id. 4, 258
anstatt des wortes tyde
in seiner vorlage, Richey
id. hamb. 307)
in tied,
f., über. —
alt für mondphase: he ni mag is tîdi bemîðen
Heliand 3627; IV@22)
menstruation: mensis, menstruum, ... muliebrium fluxus, purgatio der weiber z. oder bluom Alberus G G 3
a;
defecta a menstruis mulier die ir zeyt nit mer hat Frisius 376
a;
acetabula in der bAermuoter die auszgeng der bluotadern, dardurch den weybern ire zeyt fleüszt 23
a; so lang sie ire z. hat Luther
3. Mose 15, 21; Heyden
Plin. 167; J. Ruoff
hebammenb. 40; wider das weis gesicht oder die weisze z. der weiber: soll man ... prüh trincken Sebiz
feldb. 84; wo einer frauen z. über sich stiege Wirsung
arzneib. 16; der weiber z. zu frdren 553
c; ein herrlich gut pulver, das die z. treibt Gäbelkover
artzneyb. 2, 4; ihre weibliche z. v. Hoh berg
georg. 3, 248
a; die monatliche z. zu befOerdern 3, 276
a; se hett ere tiid Dähnert 485
a; seng z. hun
lux. wb. 499
b; si hett ihri zitt Martin-L. 2, 917
b; H. Fischer 6, 1107; IV@33)
seit dem 17.
jahrh. grammatisch technischer ausdruck für tempora verbi: tempus praesens die gegenwertige z.,
t. praeteritum die vergangene z.,
t. futurum die zukünfftige z.
nomencl. lat.-germ. (1634) 11; zeitwort der unfolkommen-vergangnen z. Zesen
rosenmând (1651) A 4
b; las von lesen ... (
ist) die unvolkommene z. Gueintz
rechtschr. 94; IV@44)
in musik, metrik und lautlehre die dauer einer silbe, übersetzung von quantität: die breve, die mittelst under den noten, der auch an dem gebürlichsten der name temporis, das ist der gemessene zeyt zuo stett Virdung
musica getutscht 53; z-en, taktz-en sind die theile, in welche der takt eines tonstcks eingetheilt wird Sulzer
theor. 4, 757; 1, 8; in gemessener rede wird die kürze als eine z. (
more), die länge gewöhnlich als zwei behandelt J. H. Vosz
zeitm. 10; takte, welche man die schweren oder guten z-en oder die accentuirten takttheile nennt Schopenhauer
w. 2, 534
Gr.; IV@55)
dramaturgisch: die einheit der. z. Gottsched
crit. dichtk. 614; es ist an der physischen einheit der z. nicht genug; es musz auch die moralische dazu kommen Lessing 9, 375
M.; Gerstenberg
schlesw. litbr. 17
lit.-dkm. 29, 152; G. Freytag
ges. w. 14, 26; IV@66)
von der stundenrechnung nach der astronomischen zeit eines ortes: in deme es unter einerley polus hOehe ungleiche z. giebt J. Prätorius
winterfl. vortrab A 7
b; wir rechnen in Norddeutschland, einschlieszlich Sachsen, mit Berliner z. Moltke
ges. schr. 7, 38; einheitsz.
für gröszere ländergebiete gemeinsame zeit im gegensatz zur verschiedenheit der ortsz-en; weltz.
die Greenwicher zeit, zugleich seit 1911
die westeuropäische z.;
von dieser sind alle anderen zonenz-en
um eine volle stunde verschieden, so die mitteleuropäische z.
um eine stunde voraus, usw.; IV@77)
uhr, nur alemannisch: Götze
2 234
b; zitt,
plur. zitter,
n., eine gröszere uhr (stoba-, chilcha-, sonnazitt)
im gegensatz zu uhr (sack-)
taschenuhr Tobler
appenz. sprachsch. 456
b; Hunziker 310; zitt,
n., Schwarzwälder wanduhr Seiler
Basl. mda. 326
a; J. P. Hebel
alem. ged.4 232
b Wig.; Stalder 2, 468; s zitt god nomma recht
er ist nicht mehr bei gesundem verstande Tobler; aim s zitt usbuze
jem. ernste vorwürfe machen Seiler;
dim. zittli(n)
taschenuhr: Brandstetter
Cysat § 133; Seiler 326
a; O. Meisinger
Wiesental 43; zeitlein Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 3, 34;
s. zeitmacher.
[] VV.
grammatische besonderheiten. V@AA.
syntaktisches. V@A@11)
der gebrauch der ein- oder mehrzahl wird durch die vorstellung des einmaligen oder der wiederholung geregelt; so steht der sing. für einen einmaligen vorgang, den rechten zeitpunkt eines einmaligen geschehens, die tageszeit, das lebensalter eines einzelnen menschen, die zeitdauer eines bestimmten vorganges, die verschiedenen stufen der abstracten zeitvorstellung und die verlebendigte erscheinung der zeit, der plur. für die kirchlichen horen; im übrigen treten beide numeri auf. die verbindung mit einem verbum und zumeist auch mit einem adjectiv bedingen in der regel den singular. älterer brauch läszt den plur. in der verbindung meine (rechte) z. (
s. I 4
a)
und meine (beste) z. (
s. II A 3
a)
zu. als blosze zeitbestimmung ist der sing. üblich, der plur. drückt auszer der wiederholung (
vgl.: der zu rechten zeiten [
d. h. öfters, wenn es angebracht ist] seinen gecken weist [
d. h. einmal närrisch thut] Gabr. Voigtländer
od. u. lied. 83)
sowohl die aufeinanderfolgenden zeitalter aus (
vgl.: gleich wie alle dinge in der welt von z-en zu z-en ihre abwechselungen ... gehabt, also ist auch das reich der Perser von seinem alten ... zustande so gar abgangen A. Olearius
persian. reisebeschr. 3; in den z-en der völkerwanderung Ranke
s. w. 1, 9
und bes.: da die z. in z-en zerspringt wie der regenbogen in fallende tropfen Jean Paul 55/58, 32
H.)
wie die zeitumstände (
vgl.: zu z-en Catonis Lehmann
flor. (1662) 1, 310; zuo den z-en des marggrafen Aro von Ferrar (
al tempo) Arigo
dec. 59
K.; zu keysers Augusti z-en ... war in Teutschland grosze empOerung und unruh H. Rätel
Curäi chron. 20: doch gab es zu CAesars z. noch überreste der Gallier K.
F. Eichhorn
staats- u. rechtsgesch.3 1, 42);
doch läszt sich in älterer sprache der plur. als blosze zeitangabe (
s. eb.)
beobachten; vgl. noch: wann wir nicht innszigl zu disen z-en bei uns hetten (1347) frh. v. Brandis
landeshauptleute 65; in jetzwerenden z-en Scheit
Grob. 3
ndr.; weitere fälle s. V A 7
o γ und q β αα; V@A@22)
der artikel fehlt in sprichwörtlichen wendungen, bei verlebendigter vorstellung, in festen verbindungen mit adjectiven, präpositionen, und verben und in der verwendung als präposition; s. bes. die abschnitte II A 2
a, II B 2
b, II B 2
a α, I 3
b, V A 7
und II B 2
a γ αα;
beachtenswerth: (
zu II B 3) ein ding, das ich in zyt (
in der welt) nye fant
ew. wiszh. betb. 19
a; (
zu II B 2
a γ αα) in z. eines monats Göthe 43, 186
W. u. ä.; V@A@33)
adverbieller gebrauch V@A@3@aa)
des genitivs, α)
mit artikel: der zît Rudolf v. Ems
Barlaam 21, 9
Pf.; des tîdes Schiller-Lübben 4, 549
a; eines zîtes Boner 22, 7; einer z. Arigo
dec. 59
K.; êner tît
einst Schiller-Lübben 4, 549
a;
gern bei amtsbezeichnungen: Jobsten von Brant ... yetz der z. haubtman zu Waldsachssen Forster
liedl. 111
ndr.; weisth. 6, 12;
arch. noch: N. N. der z. decan;
s. derzeit (
th. 2, 1027); doch bin ich hoffen auch der zeyt Hutten
op. 1, 452
B.; Amadis 1, 13
lit. ver.; wir ... haben der z. eine menge menschen gesehen Göthe IV 12, 1
W.; Schubart
ästh. 224;
β)
mit pronomen: deiner z. Logau 234
E.; bes. seiner z.,
belege ob. I 4
a und b; ich ietz diser zitt mit alter und libs krankhait beladen Öheim
Reichen. chron. 1
B.; H. Sachs 1, 440
K.; Neumark
fortgepfl. lustw. 1, 34; Stieler
geh. Ven. 39
ndr.;
in Göthes
alterssprache: mein vater war jener z. einer der ersten, der 25, 54; IV 40, 256
W.; derselben z. ich war kleinmtig Spreng
Il. 1, 12
b; das was selbiger z. die nechste würde nach dem herzogthumb frh. v. Brandis
landeshauptl. 11; J. B. Schupp
schr. (1663) 710; eines anderen zittes ... sprach der herr
ew. wiszh. betb. 112
b; morgens, abends oder anderer z. Neumark
fortgepfl. lustw. 1, 4;
häufig jeder z.: ein herr und kOenig jeder zeit ein freund und feind mus sein bereit Friedr. Wilhelm
sprw.-reg. B 2
β; ider z. Melissus
ps. 41;
seitdem meist jederz.: Lehmann
flor. (1662) 1, 361; O. Jahn
Mozart 3, 88;
selten plur.: den (
vogel) facht man zweyer zeyten desz jars Stumpf
Schweizerchron. 613
a; uralte ttsche schrifften ... diser
[] ziten gar unverständlich Tschudi
chron. helv. 1, 102;
γ)
mit adj.: als aber in das wanckel glück kurtzer zeyt (
in kurzer zeit) sehen liesz sein dück H. Sachs 8, 440
K.; öft.; morgens guotter z. S. Franck
weltb. 200
b; jetziger z. erzherz. Ferdinand II. v. Tirol
spec. vit. h. 79
ndr.; acta publ. 1, 34
P.; jetziger z. Gueintz
rechtschr. (1666) 14; volgender z. J. Agricola
sprw. a a 1
b; alter z. Logau 134; 142
E.; neuerer z. Lessing 11, 388
M.; häufig: neulicher z. Fischart
gorg. meduse 417
Hauff.; Gabr. Voigtländer
od. u. lied. 83; Chr. Reuter
ehrl. frau 9
ndr.; verschiner (
vergangener, s. th. 12, 1, 1065) zeyt Berthold v. Chiemsee 9; newlich verschiener z. H. Walther
bei Luther 26, 539
W.; Ambach
v. zusauffen B 3
a; Hutten
op. 1, 405
B.; vergangner zeyt Stumpf
Schweizerchron. 151
a; verflossener z.
M. Hayneccius
Hans Pfriem 3
ndr.; summerzyts
s. unten c γ; mittler z.
s. 7
h δ; auch nächtlicher z. Herder 27, 34
S. wahrscheinlich aus bei
n. z.
und vielleicht verschiner z.
u. ä. aus in v. z.;
δ)
nach interjection: o der schlimmen z.! Tieck
schr. 1, 70; V@A@3@bb)
des dativs; nur in nachbildung lat. construction, so in der frühen interlinearversion der Benedictinerregel vielfach, vgl. eocouueliheru citi (
omni tempore) 192
b Steinm., nahtlihhen citim (
nocturnis horis) 248
b,
selten bei Otfrid: ju manageru zîtiist daga leitenti I 5, 60,
sodann: behuotet iuch disen churzen citen
Wien. genesis 87, 7
Diem.; der denselben z-en ein richter zuo Elwangen was (15.
jahrh.)
schwäb. arch. 28, 19; auch so begeyt sich mengen zeytten H. Sachs
fastnachtssp. 1, 31
G.; ein grosz wunder, das ... geschach den zeitten, als ich bey dem weyasit was Schiltberger
reiseb. 15, 4
L.;
dagegen sind z-e
recht-, frühzeitig (
s. 7
e ζ)
und z-en
zu zeiten (
s. 7
q β γγ)
aus einer präpositionalverbindung verkürzt; V@A@3@cc)
des accusativs, α)
vgl. die fälle unter II B 2
a α und γ αα;
stets beliebt; ahd. häufig für lat. ablativ: alle zîte lobont sie in
tota die benedicent ei Notker
ps. 71, 15 (2, 285
P.); these iungiston éina zît (
stunde) tâtun
hii novissimi una hora fecerunt Tatian 109, 2; und die ir zît (
zu ihrer zeit) mit rîterschaft grôzen prîs erwurben Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 3395;
nhd. αα)
mit artikel: her Helffrich von der Öhe die czeith compthur zu Danczk
handelsrechn. d. dtsch. ord. 283
S.;
acta publ. 1, 178
P.; (
Reinke) quam de tyd to hove nicht
Reinke vos 3296; wie der teuffel die aufschürische bawern die z. allenthalben zuosammenjagt Alberus
widder Jörg Witzeln G 4
b; Neumark
fortgepfl. lustw. 1, 454; wie viel hat nicht die z. (
die zeit über) durch den kopf und das herz müssen Göthe IV 3, 44. 4; 31, 160
W.; die während z.
während dieser zeit Schön
wb. Saarbr.2 233
b; ich han gemeint ein zyt Zwingli
d. schr. 1, 86. 46; H. Sachs 6, 196
K.; êne tît
einst Schiller-Lübben 4, 549
a; der eine z. auf beyde (
gefeuert hatte) J. v. Besser
schr. 1, 37
König; dafür von Heynatz
antibarb. 2, 660 eine zeitlang
oder einige z.
empfohlen; ββ)
mit pronomen: wer diese z. (
in dieser zeit) dessen stelle ... vertriet
acta publ. d. schles. fürst. 1, 4
P.; von den krafttäfelin seind dise z. die kraftbrot, so wir ... marzapan ... nennen, die aller gebreuchlichsten ... darumb sie diser z. ... kraftbrot genant werden W. Ryff
teutsch apothek (1548) 258;
vereinzelt jede z.
immer M. Hayneccius
Hans Pfriem 22
ndr., gewöhnlich jeder z. (
s. a.);
geläufige formel alle z.
stets, immer, aus dem ahd., frühmhd. plur. alle zîte: alle zîte
tota die Notker
ps. 71, 15,
toto tempore 85, 3 (
s. bemerkung ob.);
mhd. bereits alle zît:
hl. Elisabeth 1762; alle tît Schiller-Lübben 4, 549
a;
so stets nhd.: das liebkind ... huot sich alle z. vor súnden
heyl. leb. summerteil 2 a
b; alltzeit
und allez. Hutten
op. 2, 187
B.; alle zyt Zwingli
freih. d. speis. 14
ndr.; alle z. J. Ayrer
dram. 1, 23
K., u. v. a.;
im 17.
jahrh. allez.
die regel; in [] neuerer literatursprache gemieden, in einigen mdaa. noch am leben; auch in gruppe: allort und z. Weckherlin
ged. 1, 149
F.; welche z.
zu welchem zeitpunkt Scheit
Grob. 71
ndr.; etlich z.
eine zeitlang: Arigo
dec. 96
K.; Spreng
Il. 1, 9
a;
dafür später das gleichbedeutende einige z.: der zug ist ... schon einige z. in bewegung O. Jahn
Mozart 4, 236;
auch: einige z. nach der geburt v. König
ged. 49;
auffällig: mad. B. (
ist um weihnachten gestorben); einige z. (
einige zeit vorher) hatte sie noch ... einen jungen ... gebohren Bürger
br. 1, 64
St.; manche z.
recht lange zeit, oft Göthe 3, 54
W.; von andern bösen künsten will ich ein andere z. sagen J. B. Schupp
schr. (1663) 722,
wofür bei demselben ebenso gut auch zu anderer z.
vorkommt; ungewöhnlich: keine z.
niemals S. Dach 187
Ö.;
γγ)
mit adjectiven, wozu bes. II B 2
a α heranzuziehen ist: viel z. und jahr
seit vieler zeit Sandrub
kurzw. 36
ndr.; viele z. U. Bräker
s. schr. 1, 236; die meiste z. 1, 94; mehrere z. hintereinander E. Th. A. Hoffmann
s. w. 10, 18
Gr.; kurze z. hernach maler Müller
w. 1, 248;
besonderes: kamen gutz. (
früh) zum dorffe A. Olearius
persian. reisebeschr. 179; de kost warth gude tydt (
zur rechten zeit) gaer
quelle bei Schiller-Lübben 4, 549
a; gut z. (
sterben) Gabr. Voigtländer
od. u. lied. 58; ich bitte, du wollest mir eine kleine z. (
in breve tempus) deinen Virgilium senden Orsäus
nomencl. 310;
δδ)
mit bestimmendem, nachstehendem zusatz: (
ihr,) die ain zeither (
seit einiger zeit) ... verirrt seyt Berthold v. Chiemsee 5; eine z. her Zesen
helik. ros. 5; eine z. hero Stranitzky
ollapatrida 146; 305
Wien. ndr.; eine z. her Lessing 17, 22
M.; eine zeither Göthe IV 3, 114
W.; jünger die z. her
seit dieser zeit, diese zeit über: Lessing 3, 7
M.; Göthe IV 33, 56
W.; diese z. her 23, 133
W.; die zeithero
bibl. ält. schrw. d. Schweiz II 1, 50; die z. her Stifter
s. w. 1, 26; zeither,
adv., s. hinten; wie fünf tage lang
auch eine z. lang: die hatten mit einander ein z. lang fried gehabt
buch d. liebe 332
a; es dauerte eine z. lang, bis ... Göthe II 1, 16
W.; Ranke
s. w. 9, 91; Storm
w. 1, 274;
weit häufiger die zusammenschreibung eine zeitlang (
s. zeitlang);
besonderes: zeiten hinab und zeiten hinan tönt ewig Homerus einiges lied Herder 26, 38
S.; β)
besonderes: z. in re stund
innerhalb einer stunde. z. in drei täg,
auch z. drei täg
binnen, seit H. Fischer 6, 1108;
eine sehr ausgedehnte verwendung als präpos. in der bedeutung während ist II B 2
a γ αα dargestellt; abweichend hiervon überwiegt im folgenden die bedeutung seit: zick der zick
seit der zeit Hönig 207
b,
wo nach dem zeugnis von seit lebens
zeitlebens Bremser
medic. paröm. 108 z.
als mundartlich umgestaltetes seit
aufzufassen ist;
vgl.: ich wart schon z. vier uhr
nassauisch; γ)
früh in zss. oder zusammenrückungen mit genitiv: sich fuogt ains tags zeitt, das ... Hätzlerin 152; ihr (
der sonne) liecht gieng under abendts zeit Spreng
Il. 259
a;
ebenso J. B. Schupp
schr. (1663) 542; winters z. frh. v. Brandis
landeshauptl. 6; wintersz. Schupp
schr. (1663) 770; undertagen schlaaffen oder tageszeyt ein schlAeffle thuon Frisius
dict. 817;
s. friedenszeit (
th. 4, 1, 194);
mit adverbiellem -s: messenzeits Göthe 27, 64
W., wogegen alter gen. in dem schweiz. volksb. von Diogenes summerzyts B 5
a, winters zits D 4
a vorliegt; s. sogar zeits
unter II B 2
a γ αα;
vgl. auch -zeiten 7
q β γγ;
γ)
die bedeutung mal,
welche auch sonst schon angesetzt werden konnte, tritt deutlich in folgenden fällen zutage: die haselhner fahet man zwey zeyt (
eig. in zwei jahreszeiten) im jar Herold-Forer
Geszners thierb. 158; filzit
oft Hunziker 310; he kümmt man alle veer tiiden eens Dähnert 485
a; V@A@44)
reste des genitivus partitivus, nur von zît,
n., und tîd,
m., möglich (
s. sp. 522): nach vil zeytz
Matth. 25, 19
erste bib. 1, 97; so vil zyttes Keisersberg
bilg. 71
b;
doch schon on vil zyt Ebeblin v. Günzburg 1, 203
ndr., was danach üblich wird; etwas zeyts
Zürch. bib. (1531) 1.
Makk. 11, 1; Agricola
Bechs bergwerkb. 22; Stumpf
Schweizerchron. 253
b; zeits genoch hun
es nicht eilig haben lux. wb. 499
b; sprw. tiedsgenoog is int heff (watt) bleven Lüpkes
seemannsspr. 11;
[] V@A@55)
als conjunction selten; zunächst nur durch die weil (
s. th. 14, 1, 762)
veranlaszt: die wil und zyt er lept Fr. Riederer
spieg. d. rhet. u 5
a; seine junge gebirt es, die zeyt es innligt und schlaafft Herold-Forer
Geszners thierb. 14;
wie dieweil
auch mit folgendem und: die z. und sie nit hie gewesen (
Augsburg 1528) H. Fischer 6, 132,
wo weitere belege; später nur noch: seit der zeit sie sich gesehen, darff ich nimmer zu ihr gehen Stieler
geh. Ven. 33
ndr.; seit der z. wir uns nicht unmittelbar berührt haben Göthe IV 15, 4
W.; selten ohne artikel: z. dasz ich von euch bin Zesen
Ros. 8
ndr.; der kommt nimmer, z. ich ihn gebalget haun
seit ich ihn getadelt habe Buck
bei Fischer 6, 1108;
hier wäre auch an eine umgestaltung von seit (
s. ob. 3
c β)
zu denken; V@A@66) z.
ist ausgefallen: nach essens soll sie gebraten byren (
birnen) ... nieszen ... und nim drey lOeffel voll vor essens Wirsung
arzneib. 544
b; nach essens J. B. Schupp
schr. (1663) 828; V@A@77)
präpositionen treten in einigen fällen zu festen verbindungen, denen bei hohem alter der artikel zu fehlen pflegt, mit z.
zusammen. nicht selten wandelt sich der sinn einer vb. nach dem zusammenhange. V@A@7@aa)
an in der formel (es ist) an der z. (
es ist)
soweit, zeitgemäsz, der rechte augenblick seit mhd. zeit dauernd in gebrauch; zumeist in der vb. mit es ist: nû was ez an dem zîte, daz man solde ezzen Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 3468; H. Sachs
fastnachtssp. 1, 1
G.; Kramer
teutsch-it. 2, 1439
b;
mit folgendem inf. mit zu: Treitschke
d. gesch. 1, 251; Stifter
s. w. 5, 1, 183;
frei: jâ soltu wider kêren;daz ist an der zît
Nibel. 1480, 1; Mone
schausp. d. ma. 1, 281;
gleichfalls noch üblich; neuerdings als reine zeitangabe: es ist ja schon spät an der z. Cl. Brentano
ges. schr. 4, 172; Chamisso
w. 4, 237; wie hoch es an der z. ist, ich weisz es nicht A. v. Droste-Hülshoff
w. 2, 112;
mit concretem subject: eine physik der philosophie scheint noch nicht an der z. zu seyn Fr. Schlegel im
Athen. 1, 2, 127; O. Ludwig
ges. schr. 5, 242; Stifter
s. w. 2, 346;
bes.: der fride chom an der zîte (12.
jahrh.) Wackernagel
leseb.2 194; wenn ich es an der z. hette
si tempus me non deficeret M. Neander
syll. loc. 107;
nur alt: an demo zîte, sô Notker
ps. 29, 6; 78, 1; an sînem jungisten zît Thomasin
wälsch. gast 8345
R.; unz an die zît Hartmann v. Aue
Iwein 2671;
u. a.; V@A@7@bb)
auf, V@A@7@b@aα) auf eine z.
einstmals, eines tages ist vom 16.
bis 17.
jahrh. im gebrauch, danach nur noch in resten, bes. bei schweizerdeutschen schriftstellern: Zwingli
freih. d. speis. 12
ndr.; Er. Alberus
fab. 12
ndr.; Scheit
Grob. v. 2989;
M. Lindener
rastb. 3
L.;
Rein. fuchs (1650) 149; P.
F. Sperling
Nicod. quaerens 1, 685; Bodmer
crit. poet. schr. 1, 29; Hunziker 310;
arch.: kinder- u. hausmärch. 1, 77; auf eine ander z. Scheit
Grob. v. 3518; ein
betont: dise lebiten alle ûffe eine zît (
zu der selben zeit) Hermann v. Fritzlar
bei Pfeiffer
myst. 1, 242; V@A@7@b@bβ) auf die z.
damals: uff dy zit K. Stolle
thür. chron. 2
H.; Marienburger treszlerb. 52
Joachim; of dy selbe zyt 504; H. Fischer 6, 1104; V@A@7@b@gγ)
jünger, zeitlich an α anschlieszend auf eine z.
für eine, einige zeit: er solte alles ... auf eine z. eingehen Lohenstein
Arm. 1, 1074
b; Göthe 24, 44
W.; Shakespeare 4, 138; Tieck
schr. 4, 98;
geläufiger auf kurze (
o. ä.) z.: kurz Lessing 8, 34
M.; Stifter
s. w. 5, 1, 334; lang: Lessing 8, 4
M.; plur.: auf alle z-en Göthe 46, 59
W.; kürzer: W. Löhe
sommerpostille 53
a; auf lange z. hinaus E. Baumeister
zimmermannsspr. 69; uf zeiten
öfters Müller - Fr. 2, 598
c; V@A@7@b@dδ) auf z.
zu einem festen termin, auf credit, kaufmännisch: auffs erst machen ettliche keyn gewissen davon, das sie yhr wahr auff borgen und zeyt theurer verkeuffen denn umb bahr gellt (1524) Luther 15, 305
W.; Schirmer
kfmspr. 213; das übrige soll ihm auff z. und ziel bezahlt werden J. B. Schupp (1663) 797; auf z. kaufen, verkaufen: Kramer
teutsch-it. 2, 1439
b, Schwan
n. dict. 2, 1095
a, Doren
Florent. wolltuchind. 191; V@A@7@b@eε) bis auf
[] die z.
bis jetzt (
Augsburg 1548)
chron. d. st. 32, 43; diese: Arigo
dec. 1
K.; bis auf andere z-en E. Th. A. Hoffmann
s. w. 12, 39
Gr.; V@A@7@b@zζ)
mit dativ: s. I 2
a;
auszerdem gelegentlich: auff ainer jeden z. Schaidenreiszer
Od. vorr. 5; auf (
an) allen vier hohen z-en (
festen) Just. Möser
s. w. 1, 446; V@A@7@cc)
aus: formelhaft: (
es ist) noch nit us der zitt
noch nicht zu spät Martin-L. 2, 917
a,
erinnert an ûz der rechten zît
zur unzeit alt. passional 116, 48
H.; er ist noch aus der guten alten z. (
s. II B 1
a)
allgemeine rda., vgl. Bauernfeld
ges. schr. 1, 10; aus der z. gekommen (
nicht mehr zeitgemäsz) Stifter
s. w. 2, 129 (
s. II B 1
b); aus der z. (dieser z.) scheiden
abscheiden, sterben s. II B 3, gehn
ins kloster gehn s. ebda; nachgestellt: die hie nach bestimpte zyt usz (
über)
urk. schwäb. bund. 1, 2
Klü.; V@A@7@dd)
auszer: a. der z.
tempore alieno Stieler 2619; a.
d. z. etwas thun
vor der zeit, zur unzeit Kramer
teutsch-it. 2, 1439
b; a.
d. z.
zur unrechten zeit, auszer der sprechstunde; zur ungewöhnlichen zeit, z. b. den dienst, die wohnung verlassen Brendicke
Berlin. sprachsch. 195
a; Hofmann
niederhess. wb. 268
b; es ist vielleicht nicht auszer der z., wenn ich ihnen sage, dasz Göthe 23, 195
W.; bûten tîdes
zur unrechten zeit Schiller-Lübben 4, 549
a; t is buten ties mit den lassen
es werden jetzt keine lachse gefangen brem. wb. 5, 59;
bes. von der gewöhnlichen mietzeit der dienstboten Dähnert 485
a; buszer zids
auszer der gewöhnlichen arbeitszeit Rovenhagen
wb. d. Aach. mda. 168
b; V@A@7@ee)
bei, V@A@7@e@aα)
mit sing. und ohne artikel feste formel, belegt seit dem 10.
jahrh. (bizit ein andrez
naturam ... animalium [
sequens],
quae etiam se invicem persecuntur ahd. gl. 1, 787
38;
sicher seit dem 12.
jahrh.),
im mhd. neben voller form (bî zîte
Nibel. 1192, 2)
bereits häufiger abgeschwächt und adverbiell (bezîte
Nibel. 400, 4, Wolfram
Parz. 290, 17
u. öft., s. mhd. wb. 3, 912
b, Lexer 1, 260),
sogar adjectivisch: in gar bezîtir trechtikeit Nikolaus v. Jeroschin 509
Str.;
im nhd. als bei z.
bis ins 18.
jahrh. am leben (Luther 23, 372
W.; H. Sachs 8, 7
K.; by zyt R. Manuel
weinsp. v. 1881; H. v. Hoffmannswaldau
ged. 3, 282; v. König
ged. 172),
aber auch noch beim jungen Schiller 2, 91 (
räuber); 3, 473
G. (
kab.),
bei Göthe
nur im sprw. bei z. auf die zäun, so ... trocknen die windeln 28, 201
W. (
dss. sprw. klugr. 155
b)
und Faust 4277
im reim auf heut;
bedeutung: in tempore, mature, commode Stieler 2619,
also zur (
rechten)
zeit, (
früh)
zeitig; erhalten noch in md. mdaa.: bei z-e Jecht 127
b; Albrecht 239
b; Müller-Fr. 2, 598
b;
als einheitsform gefühlt: zu langsam oder zu bezeit (
zu zeitig)
sprw. klugr. 87
b;
nd.: by tidt Busemann
spruchs. B 39; bi tieds
brem. wb. 5, 59; Schütze 4, 257;
vereinzelt: bey der z. Forster
liedl. 199
ndr.; V@A@7@e@bβ)
daneben tritt, im späten mhd. nur selten belegt (Lexer 1, 260), bei z-en
in gleicher bedeutung: Hulsius (1618) 281
b; Scheit
Grob. 49
ndr.; Grimmelshausen 3, 422
K.; J. Rist
friedew. Teutschland 20; Lohenstein
Arm. 1, 38
a; Gryphius
Horrib. 6
ndr.; Lessing 17, 178
M.; Göthe 28, 12
W.; seitdem herschend; auch mnd.: Reinke vos 5721;
im mnld. heiszt bi tiden
bisweilen (Verwijs-Verdam 8, 342); V@A@7@e@gγ)
das mhd. bî zîten, bî den zîten
damals (
Milst. genes. 31, 20
D.)
erscheint noch einigemal, aber mit genitiv verbunden: by zitten (
zu den zeiten) Heleseo Mone
schausp. d. ma. 2, 206; (1441) Bauer-Collitz 176; Steinhausen
privatbr. 1, 182; Stumpf
Schweizerchron. 4
b; Gueintz
rechtschr. 8;
mit adj. und pron.: ahd. pi alten zîtin Graff 5, 635; bî disen zîten
leb. d. hl. Elisabeth 7795
R.;
nhd. selten: pey unsern z-en Arigo
dec. 2
K.; Neumark
fortgepfl. lustw. 1, 329; bey diesen z-en
jetzt Reinicke fuchs (1650) 250;
eher noch im sing.: mhd. bî mîner zît Wolfram v. Eschenbach
Parz. 645, 25; bî dirre zît Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 2613; bey dieser z.
mediz. maulaffe 6
b; V@A@7@e@dδ)
geläufiger nur bei guter z. (
früh-)
zeitig, rechtzeitig: Chr. Weise
grün. jug. 43
ndr.; Rachel
sat. ged. 35
ndr.; Lessing 17, 379
M.;
jetzt veraltet; bei früher z. Göthe 21, 269
W.; V@A@7@e@eε) bey mitler zeyt
inzwischen R. Manuel
weinsp. v. 2928
ndr. vereinzelt, dafür in
m. z.,
s. h. δ; V@A@7@e@zζ)
wahrscheinlich aus mhd. bezîte,
ebenso wahrscheinlich aber auch aus enzîte,
ist mhd.-nhd. zîte, zeit
früh-, rechtzeitig durch schwund der präposition entstanden; ableitung aus ahd. gizîti,
adj. (Graff 5, 638),
mhd. [] gezîte, gezît.
adv., (
th. 4, 1, 6945)
kommt weniger in betracht; mhd., wo schon der comparativ begegnet: des slâfes wart begunnen zîte
Lohengrin 78; den tisch er dester zîterrucken dan gebôt
Nibel. 911, 2;
s. mhd. wb. 3, 915
a, Lexer 3, 1137, Schmeller-Fr. 2, 1161,
bes. H. Fischer 6, 1108; man siht z. am kamm, was zum gucker wil werden S. Franck
sprw. (1545) 1, 16
a; so z. graw werden
sprw. klugr. 168
b; weil aber ettlich (
kräuter) z-er, andere spater in irer volkommenheit sin Wirsung
arzneib. 6, 542
c; sitze ... zeyter auff
Amadis 1, 175
K.; seitdem nur noch in modernen mdaa.: z-e
und frizeite
zeitig Jecht 127
b; ziede
zeitig Bruns
volksw. prov. Sachs. 77
a;
doch noch in der vb. z. genug
früh genug bes. bei md. schriftstellern: ein ding ist z. genuog thon, wann es recht thon ist
sprw. klugr. 19
b; Schoch
studentenleb. 26
F.; sie sollen z. genug weiter avanciren Lessing 8, 13; 2, 365
M., öfter; Rabener
s. w. 6, 152; Herder 15, 430
S.; Adelung
2 4, 1676; Kind
ged. 4, 172; Müllner
dram. w. 5, 118;
sonst: z-er genug Hertel
Thür. 263;
auch: zitt genueg Martin - L. 2, 917
a;
die mnd. wb. tîde nôch (genôch) Schiller-L. 4, 538
b ist im neund. ausgestorben; einziger rest des mnd. adv. tîde
scheint so tieden (
Hamburg)
bei Schütze
holst. id. 4, 258
zu sein; V@A@7@ff)
durch begegnet sehr selten; s. Otfrid V 4, 11; durch lange zeyt (
im verlauf langer zeit) werden sie (
die künste) wider erfunden Dürer
underweys. A 1
b; durch einige z. herrschte ... eine tiefe stille v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 4, 36; V@A@7@gg)
für; mhd. vür die zît Hartmann
Greg. 2183
var. (vürdermâl
ed. H. Paul)
von der zeit an, künftig tritt nhd. nur mit attribut auf: für eine z. bedOecket (
für einige zeit) Weckherlin
ged. 1, 366
Fi.; für die z. des krieges K.
F. Eichhorn
staats- u. rechtsgesch.3 1, 58; für längere z. wohnung (
nehmen) Gregorovius
wanderjahre 2, 56;
u. ä.; V@A@7@hh)
in steht V@A@7@h@aα)
dauernd in verbindungen wie ahd. in demo zîte dînero schînun Notker
ps. 20, 10, in dem zeyte des schnittes (umb der erndte z. Luther)
Matth. 13, 30
erste d. bib. 1, 51, in der z. seines lebens Cl. Brentano
ges. schr. 5, 319; in rehter zît Wolfram
Parz. 400, 10; in alten zîten Walther v.
d. Vog. 106, 24; in (
innerhalb) diser z. Arigo
dec. 145
K.; in dem z. (
in illo tempore)
Matth. 12, 1
erste d. bib. 1, 43; im selben zit Tschudi
chron. helv. 1, 3; in alten z-en Uhland
ged. 1, 306;
auch artikellos: in z. des wolgeens Schede-
M. ps. 107
ndr., in zit vun ere (
einer) stund Martin-L. 2, 917
a;
s. hierzu verstreute belege in den vorhergehenden abschnitten, bes. aber II A 3
a, B 1
a und b: ungewöhnlich: in der z. ist sie ein wirkliches frauenzimmer geworden Bauernfeld
ges. schr. 1, 5,
wofür sonst mit der z.
gebraucht wird; in z. und ewigkeit
s. II B 3; V@A@7@h@bβ)
als feste formel, zunächst ohne artikel, in zît,
bald, früh-, rechtzeitig: thaz her in gebe muos in zîti (
in tempore, zu rechter z. Luther)
Matth. 24, 45
Tatian 147, 10;
mhd. reichlich als adverbium enzît (Hartmann
Greg. 511; Wirnt
Wigalois 2682,
u. v. a.)
bezeugt, woraus, wie aus bezît,
wahrscheinlich das frühnhd. adv. z-e, z. (
s. e. ζ)
abgeleitet werden darf; nhd. nicht mehr belegt, dafür in der z.: A. Lobwasser
calumnia A 7; J. Walther
pferde- u. viehzucht 54; Chr. Weise
grün. jug. 155
ndr.; sprw.: spare in der z., so hast du in der not; Martin-L. 2, 917
a, Weinhold
schles. 108
a, Müller-Fr. 2, 598
a;
sonst auszer gebrauch; dafür der plur. in z-en (
wie bei bei z.,
s. e)
von v. Chemnitz
schwed. kr. 2, 18
bis Göthe (3, 258; 8, 206
W.), Schiller (8, 41
G.)
und Stifter (
s. w. 3, 12),
auch Schmeller-Fr. 2, 1161,
doch im 19.
jahrh. sonst unbezeugt; anders: rathmannen der stadt zu Breslaw, die nu sein oder in zceiten (
in künftigen zeiten) sein werden
lehnsurk. Schles. 1, 80;
auch Dähnert 485
a; in der z.
bei Göthe
für an der z.: das verrichten ..., was in der z. und am platz war 22, 352; 37, 207
W.; mit betontem artikel gleich unterdessen, bis dahin: in dere
n zit Martin-L. 2, 917
a, Follmann 559
a, Hofmann
niederhess. wb. 268
b,
auch weiter in volksthümlicher sprache verbreitet; V@A@7@h@gγ)
für das lat. tota die gebraucht Notker
neben in allen zîten
ps. 87, 18
und alle zîte
ps. 71, 15
die dem letzten falle [] syntaktisch gleichwerthige verbindung in alle zîte
ps. 88, 17;
später unbelegt; V@A@7@h@dδ) in mittler z.
inzwischen, bezeugt bei Luther 18, 236
W.; Sleidanus
red. 205
B.; Dürer
tageb. 47;
M. Herr
feldb. 16
a,
wandelt sich unter verlust der präpos., wie mittler weile,
in mittler z.: Pauli
schimpf 13
Ö.; interim Hutten
op. 1, 410. 448
B.; Luther 1.
Makk. 6, 55; 9, 1;
danach bis ins 18.
jahrh. gebräuchlich: Kramer
teutsch-it. 2, 65
c; Stranitzky
ollapatrida 92
Wien. ndr.; später durch mittlerweile
verdrängt; V@A@7@ii)
mit der z., V@A@7@i@aα)
durch die satzconstruction bedingt, z. b.: was mit der zeit herkOemt, musz mit der zeit hinfahren
Königsb. dichterkr. 8
ndr.; mit den z-en wandelbar O. Jahn
Mozart 4, 207; mit der z. fortschreiten,
vgl. Göthe 50, 211
W. (
s. ob. II B 1
b); V@A@7@i@bβ)
als feste formel, deren bedeutung allmählich, nach und nach, schlieszlich aus dem gleichlauf der zeit und der handlung folgt; erst nhd.: darmb sind sOelche stcke mit der z. gefallen Luther 26, 573; 18, 294
W.; H. Sachs 8, 96
K.; mit der tyt ein har, so wert dat hovet kal Tunnicius
sprw. nr. 81;
allgemein und dauernd im schwange;
vgl. noch Göthe
Faust 6605; Brentano
ges. schr. 4, 27;
als übersetzung für tempore procedente bei Frisius
dict. 1062
b;
sprw.: mit der z. vergehet alles Spanutius 569,
auch: alles mit der z.
ebda 633;
vereinzelt: mit z. (
unter verszwang) P. Fleming
d. ged. 1, 36
L.; mit lAenge der z. v. Chemnitz
schwed. kr. 1,
widm. 2;
mundartlich wohl allgemein, vgl. lux. wb. 499
b; Hofmann
niederhess. wb. 268
b; Müller-Fr. 2, 598
a;
abweichend: mat z.
bei zeiten, mat z-en
mitunter, bisweilen lux. wb. 499
b; V@A@7@jj)
nach in verbindungen wie nach kurzer z.
geläufig; vgl. nach einiger z.
kinder- u. hausmärch. 32 114; nach disser zit (
leben)
Alsfeld. pass. 23; nach der z., als sie (
die jungen gänslein) ausgekrochen
viehb. 105;
gemäsz: pro tempore nach gelegener zeyt, nach gelegenheyt der zeyt Alberus t t 4
b; der engel des herren staig ab nach dem zeyt (
secundum tempus; zu seiner z. Luther)
Joh. 5, 4
erste d. bib. 1, 351;
fest im sinne von nachher, hernach, später: nâ der tît,
auch nâ tîden Schiller-Lübben 4, 549
a; es ist genug, wenn nach der zeit mich liebe jungfern werden lesen Stieler
geh. Ven. 14
ndr.; Adelung
2 4, 1676;
von Heynatz
antib. 2, 660
abgelehnt; reciprok: erzeigten sich z. nach z. (
nach und nach) Herder 22, 127
S.; Göthe IV 36, 164
W.; V@A@7@kk)
ohne: kein har kan mann jemand krümmen ... on die z. (
nur zur gemessenen zeit) und willen gottes
sprw. klugr. 83
b;
ebenso: red ohne zeit und statt hat kein fug noch gnad Körte
sprw. 359;
s. auch unter II B 3; V@A@7@ll)
über V@A@7@l@aα)
zu lange: uber zit
Alsfeld. pass. 36; H. Sachs 1, 152
K.; der voith hatte (ihn) obir syne rechte ziet behalden 10 wochen
Marienb. treszlerb. 88
Joachim; über die z. gehen
über den errechneten tag schwanger gehn Kramer
teutsch-it. 2, 1439
c;
lux. wb. 500
a; Dähnert 485
a; ein paar stunden ber der z. Chr. Reuter
Schelm. vollst. ausg. 11
ndr.; V@A@7@l@bβ) über eine z.
nach einiger zeit: J. Spreng
Il. 1, 3
a; über ettlich zeyt Steinhöwel
Äsop 49
Ö.; uber ein lange zeyt H. Sachs 1, 51
K.; vgl.: uber ein kleines Luther
Joh. 16, 16; V@A@7@l@gγ)
in jüngerem sprachgebrauch die z. über
während der zeit: man musz ... die ganze z. ber auf der zunft bleiben Klopstock
gelehrtenrep. 9; Schiller 2, 37
G.; Bettine
Günd. 1, 4; Fontane I 1, 4; V@A@7@mm)
um: V@A@7@m@aα) umb die z. desz ersten schlaffs Grimmelshausen 3, 422
K.; um die z., wann Kramer
teutsch-it. 2, 1439
c; um die z. des peloponnesischen krieges Göthe 46, 43
W.; V@A@7@m@bβ)
reciprok: der ahorn läszt z. um z. (
von zeit zu zeit) ein blatt fallen Stifter
s. w. 1, 296; Bernhardt
gesch. d. waldeig. 1, 1;
selten; V@A@7@m@gγ)
s. II A 1
b; V@A@7@nn)
unter: die mhd. formel under (den) zîten
inzwischen, zuweilen (Konrad v. Megenberg
b. d. nat. 236; Diefenbach 304
a; Schiller - Lübben 4, 549
b)
begegnet noch Eulenspiegel (1515) 56
ndr., danach nur noch in der form unter der z.: ich will unter der z. ewer zu hausz warten Creizenach
schausp. engl. com. 273; Babo
schausp. 7;
[] V@A@7@oo)
von: V@A@7@o@aα)
die alte construction ohne nachgesetzte partikel (fona ziidi
Isidor 18, 7
H.)
hält sich nur in der sonderform fon manageru zîti (
ex multo tempore)
Tatian 196, 4
und auch nur vereinzelt: von undencklicher z. Lohenstein
Arm. 1, 23
b; von langer z. Lessing 11, 209
M.; V@A@7@o@bβ)
dafür erscheint einerseits von — her,
sowohl beim sing. wie beim plur.: ab illo tempore von der zeyt hAer Frisius 1
a; von der z. hero Chr. Duduläus
Ahasv. A 2
b; von den ersten z-en her Haller
Alfred vorr. 2; Schleiermacher
Platon 2, 13;
anderseits von — an,
nur mit sing.: von z. an
Reinicke fuchs (1650) 55; von der z. an Kramer
teutsch-it. 2, 1440
a;
ebenso Ramler
einl. 1, 334; Göthe 21, 23
W.; V@A@7@o@gγ)
durch von — zu
werden zeitpunkte oder -räume zu einander in beziehung gebracht: (
ein geschäft) von einer z. zur andern spielen Lehmann
flor. (1662) 1, 303; was sich ... von ainer z. zur anndern denckwirdigs zuegetragen frh. v. Brandis
landeshauptl. 51;
danach: van tyden to tyden so brande he yomer in der leiffte des heren
quelle bei Schiller-Lübben 4, 549
b; damit ... die brunnquellende adern der reinen hochteutschen sprache ... von z-en zu z-en reinlicher aus gearbeitet werden mOegen Neumark
palmb. 86;
sodann: was ... von z. zue z-en vorgehen möchte
act. publ. 2, 6
P.; Chr. Fr. Henrici
ged. 1, 261; Lessing 1, 15
M.; auch: von z. in z-en Spee
trutznacht. 128
B; von z. in z. (
schweiz. 16.
jh.)
zs. d. phil. 25, 195;
schlieszlich: bricht von z. zu z. (
wiederholt, öfters, hin und wieder) sich datteln Lessing 3, 25
M.; so noch gang und gäbe, vgl. Wieland
Ag. 1, 5. 175; Göthe 23, 197
W.; G. Hauptmann
weber 8; Follmann 559
a; V@A@7@pp)
vor in fester fügung, V@A@7@p@aα) vor z-en
ehedem, ehemals, früher seit Reinhart fuchs 338, 1277
Gr. bis zur gegenwart, aber nicht gleichmäszig im gebrauch, da anfangs die Schweizer und obd. schriftsteller diese formel bevorzugen und später Göthe
und Schiller
sie meiden; daneben für z-en Logau 279
E., Bauer-C. 36
a;
jüngstes zeugnis: vor z-en muß sie wunderschön gewesen sein v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 4, 134;
bei Arigo
decam. in der regel vor langen z-en 47; 248
und vor alten zeyten 48;
abweichend: kurtz vor den zeyten
kurz vorher H. Sachs 2, 385
K.; vor z-en des hertzogs Albani J. B. Schupp
schr. (1663) 710; V@A@7@p@bβ) vor der z. V@A@7@p@b@aaαα)
ehemals, vorher, früher: wie es war vor der z. Zinkgref
auserl. ged. 50
ndr.; D. v.
d. Werder
buszps. B 3
a; Rompler v. Löwenhalt 1.
geb. 104; Opitz
op. (1690) 1, 1;
ebenso vor z. Scheit
Grob. v. 1305; V@A@7@p@b@bbββ)
daneben und schon vorher in der bedeutung zu früh, vor der rechten zeit: bistu her komen vor dem zeyt (
Luther: ehe denn es z. ist) uns ze quelen?
Matth. 8, 29
erste bib. 1, 31; für der z.
acta publ. 2, 275
P.; Logau 405
E.; vor der z. Göthe 21, 13
W., und so fortdauernd; auch volksläufig: Hofmann 268
b;
lux. wb. 499
b;
verdeutlicht: geboren ... vor der naturlichen zeyt
gemma gemm. a 2
b 2; vor der gesetzlichen z. (
volljährig) Ranke
s. w. 1, 104; V@A@7@p@gγ) vor alter z.: R. Manuel
weinsp. v. 2304; Göthe 3, 181
W.; V@A@7@qq)
zu: V@A@7@q@aα)
in unfesten fügungen, s. I 3
c. 4
b; II A 1
a. 3
a; II B 1
a. 2
a α. 3; V A 1
sowie th. 16, 213;
vgl. noch römischer kaiser, zu allen z-en mehrer des reichs
z. b. L. Ercker
beschreib. all. mineral. ertzt vorr. 2
a;
im sinne von bis zu: wollen en daz stede und vast holden tzo ewigen tziden unvorbrochen (1392) Bauer - C. 302; die mAegde ... sollen ... sehen, das sie noch lang zu irer monatlichen z. haben Sebiz
feldb. 100; V@A@7@q@bβ)
in festen formeln, V@A@7@q@b@aaαα)
im plur., zu z-en;
älter zu den z-en: es waren auch zu den z-en (
damals) tyrannen auff erden Luther
1. Mose 6, 4,
woraus sich zun z-en (
s. hierzu th. 16, 166)
entwickelt, um schließlich in ze, zu z-en
überzugehen. zuo z en (
dann) ..., wann Arigo
decam. 62
K.; zuo zyten, so
Urner spiel v. Wilh. Tell 197
B.; nu to tiden
jetzt Brem. stat. 156; du ze zieen
damals Müller-Weitz
Aach. mda. 267.
in der regel jedoch von sich wiederholenden vorgängen oder zuständen: mit unsern wizzen und geheizze oder des, der den stift zuo zijden (
jeweils) inne hait (1350)
hess. urkundenb. 2, 2, 575
W.-R.; (
die weisheit) weis ..., wie es zun z-en und stunden ergehen sol Luther
weish. Sal. 8, 8; Stumpf
Schweizerchron. 405
a;
zur rechten zeit: das man einen zuzeitten lob Xylander
Polyb. 492; to tiden eten unde to tiden slapen gan unde upstan Schiller-L.
[] 4, 549
b;
diese distribuierende verwendung ist einigemale durch je
verdeutlicht: ye zun zeyten (
jeweils, öfters) Forster
liedl. 54
ndr.; je zu z-en
nonnunquam, quandoque, interdum Stieler 2620;
alle volte, alle occasioni bisweilen Kramer
teutsch-it. 2, 1440
a;
diese bedeutung bisweilen, manchmal beherscht die hauptmasse der fälle, das mhd. etswenne
ersetzend, vgl. den Frankfurter druck des renner 29
b zu v. 5345;
belege von Niclas v. Wyl (
translat. 7 K.), Luther (19, 305
W.), Scheit (
Grob. v. 1222)
bis zur gegenwart: G. Hauptmann
bahnw. Thiel 7;
auch brem. wb. 5, 59, Hunziker (
auch z' zitenum) 310;
correspondierend: darnach soll ein knab ein lectíon ausz dem newen testament ... zu z-en lateinisch, zu z-en deutsch lesen
kirchenord. f. Braunschweig (1569) 6; Opitz
poet. 14
ndr.; V@A@7@q@b@bbββ)
im sing. selten ohne artik., zu z.
bisweilen: A. Dürer
underw. J 3
b; Leop. Mozart
bei O. Jahn
Mozart 3, 158;
selten auch zu einer z.
einstmals: kinder- u. hausmärch.32 159;
meist mit dem bestimmten artik., V@A@11)
auf die zeit der handlung bezogen, damals: zu der z. Spreng
Il. 5, 59
a; Arigo
dec. 20; 588; Gueintz
rechtschr. 2; ze dȧre z.
damals Müller-Fr. 2, 598
a;
als conjunction: zu der z. und
s. H. Fischer 6, 132;
später nur zur z.: Hoffmannswaldau
bei Steinbach 2, 1081;
verdeutlicht: du zer zitt
damals Müller-Weitz 267;
im 17.
jahrh. auch wie zu z-en
distributiv für bisweilen, manchmal: ein pfenning ist zur z. so werth als ein thaler Lehmann
flor. (1662) 1, 289; Logau 99; 106; 633
E.; Rachel
sat. ged. 38
ndr.; ferner für zur rechten zeit: das man zur zeit und unzeit sol die leut mit vleis erinnern wol
M. Hayneccius
H. Pfriem 42
ndr.; ebenso Lehmann
flor. 1, 329, Herder 23, 156
S.; ihr kommt zur z. Schnitzler
grün. kakadu 7;
allgemein üblich, auch in den mdaa.; V@A@22)
auf die handlung des redenden bezogen '
gegenwärtig, jetzt': noch zur z. ist dies kOennigreich blos geistlich Jung-Stilling
w. 3, 25; Bismarck
ged. u. erinn. 1, 30
volksausg.; allgemein und von Heynatz
antibarb. 2, 660
zu unrecht abgelehnt; verdeutlicht: nunc temporis nun, ietzt, ietzt zur z. Alberus u u 1
b;
bis jetzt: von denen wir noch zur z. wenige thaten gesehen Lohenstein
Arm. 1, 18
a; V@A@2@ggγγ)
mit schund der präposition, z-en
bisweilen, nur md.: daß wir z-en uneinig seynd, geschieht derhalben Carlstadt
bei Melanchthon
op. 1, 545
Br.; ders. v. abthuung d. bild. E 2
a;
ders. auch bei Luther 18, 145. 444
W.; sprw. klugr. 103
b; z-en
zu zeiten, z-ens
von zeit zu zeit, zaiden emâl Hertel
Thür. 263; jahrmarktszeiten ist gedränge Müller-Fr. 2, 698
b; z.
jemals H. Fischer 6, 1108; V@A@2@rr)
zwischen selten: zwischen der z.
interjecto brevi spatio Stieler 2619; Kramer
teutsch-it. 2, 1439
c; zwischen z-en (
bisweilen) W. Lüpkes
seemannsspr. XII; V@A@88)
nach den alten comparativen V@A@8@aa)
ehe: êr zîti
ante tempus Tatian 53, 6; ê zîtis Graff 5, 634;
mhd. ê zît; êr tîden
vor der rechten zeit Lübben-W. 104
b;
brem. wb. 4, 62; 1549
im Frankfurter druck des renner 29
b für die z.
anstatt ê der zît
des originals 5308
und auch später selten: mancher ... grawt eh z.
sprw. klugr. 35
b; R. Manuel
weinsp. v. 2193; Frisius 9
a; 22
b; Schmeller-Fr. 2, 1161,
auch ê z.
ehmals ebda; ebenso êrtîdes
früher Lübben-W. 104
b;
brem. wb. 4, 62; eertît
früher brandenburgisch; subst.: in eertieden
vorzeiten Schütze 4, 257, eertiid
vorige zeit Dähnert 102
b; V@A@8@bb)
seit: syt der zyt
seit dieser zeit, seitdem Murner
narrenb. 119
ndr.; seid der z. her C. Scheit
heimf. A 2
a; sint der z. Stieler
geh. Ven. 19
ndr.; er hatte seit der z. sich gar nicht ... geändert Gellert
w. 4, 224; Göthe IV 42, 259
W.; seit undenklichen z-en Lenz
ges. schr. 3, 285
T.; Hans Grimm
volk ohne raum 1, 11;
allgemein. V@BB.
stilistisches. V@B@11)
feste gruppen sinnverwandter substantive sind von jeher beliebt; V@B@1@aa)
theils verdeutlicht sich in ihnen der begriff der zeit,
wie in ziel und z.: Knebel
chron. v. Kaisheim 85
Hü.; sechs stund gib ich dir z. und zil Pauli
schimpf 195
Ö.; kein ziel noch z. (setzen) Luther 7, 585
W.; Amadis 1, 31
K.; häufig, zuletzt Göthe 4, 17
W.; z. und
umstände, erst seit Leibnitz
d. schr. 2, 112: wenn z. und umstände es erlauben Göthe IV 15, 235
W.; Lenz
ges. schr. 2, 318
T.; noch gang und gäbe; z. und
[] gelegenheit: es wil mit groszen herren zu reden seine gelegenheit und z. haben Friedrich Wilhelm
sprw.-reg. (1577) q
α nr. 918; z. und gelegenheit geben ... sich anzukleiden Zesen
rosenmând (1651) 32; Lessing 8, 59
M.; F. M. Böhme
gesch. d. tanz. 283; z. und
fug: so hastu zeit und guoten fuog zu zürnen und ursach genuog Scheit
Grob. v. 2517; on z., stat und fuog
sprw. klugr. 171
a; Stieler
geh. Ven. 133
ndr.; z. und
glück: zeyt und das glück all ding verkert H. Sachs 2, 26
K.; Lehmann
flor. (1662) 1, 369; J. J. C. Bode
Yorrick 1, VI;
selten; z. und
musze: Fischart
Eul. 12
Hauff.; v. Gaudy
s. w. 2, 64;
am häufigsten z. und
weile, zunächst in umgekehrter reihenfolge, s. th. 14, 1, 803,
auszerdem Keisersberg
granatapf. A 3
b; z. u. w.: der herczog im z. und weyle name sich mit im selbs ze bedencken Arigo
dec. 113
K.; seitdem fortlaufend, bes. mit geben, haben
bis jetzt, vgl. noch: mit solchem streit verliert man zeit und weile Göthe
Faust 7871;
zumeist aber als stehende wendung z. und weile wird mir lang: Steinhausen
privatbr. d. mas. 1, 127; Hayneccius
Hans Pfriem 21
ndr.; Lessing 17, 270
M.;
in der umgangssprache und volksthümlichem stil weiterlebend;
s. auch th. 14, 1, 803; z. und (oder)
stunde: es gebrt euch nicht zu wissen z. oder stunde, welche der vater seiner macht furbehalten hat Luther
apost. 1, 7; Schweinichen
denkw. 5; (ich) weisz weder z. noch stund Mittler
volksl. 215; Lessing 8, 35
M.; z. und stunde rennt durch den rauhsten tag Göthe 33, 94
W.; jedes ding hat seine z. und stunde E. Th. A. Hoffmann 12, 82
Gr.; V@B@1@bb)
theils gesellen sich ergänzende begriffe hinzu, z. b. in der gruppe z. und
statt (ort): H. Sachs 6, 157
K.; zeit und stat macht manchen unflat Friedrich Wilhelm
sprw.-reg. G 2
β; zu jeder z. und orth Barth
weibersp. A 3
a; Zinkgref
ged. 33
ndr.; als es die z. und der ort litte Lohenstein
Arm. 1, 37
a; es sei weder z. noch ort, solche kleider zu tragen Göthe 43, 320
W., oft; z. und
raum: davon weiter zu handeln ist nicht z. noch raum Luther 26, 342. 535
W.;
sonst noch Mastalier
ged. 4; z. und
mühe: als hab ich so viel z. und mhe hierzu genomen Hay neccius
Hans Pfriem 3
ndr., bis jetzt im gebrauch, vgl. weder z. noch mühe verschwenden Göthe 21, 49
W., gern es kostet z. und mühe,
so Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 5, 277;
ähnlich: seine kraft und z. ... vergeuden Ranke
s. w. 2, 267; z. und
geld: sprw. klugr. 44
b; z. und geld (
einbüszen) Knigge
umgang 1, 52; V@B@22)
kennzeichnende adjective außer den schon oben mitgetheilten: vor grauer z. Gottsched
ged. 39; ich höre, dasz er euch seit kurzem oft vertraute zeit geschenkt
Shakespeare 3, 168; es ist keine heitere z. (
stimmung) in mir Bettine
Günd. 1, 43;
gut: guote zîte
dies bonos Notker
ps. 33, 13; Hartmann
Erec 8614;
tempus fortunatum lune, gut tijd Diefenbach
n. gl. 360
b; du kanst dir selbs wol gtlich thuon oder dich selbs wol halten und guote zeyt gAeben Frisius 1180
a; gott gebe ihm eine gute z.! Kramer
teutsch-it. 2, 1438
b; Gellert
w. 1, 139; er hat gute z.
dem geht es gut Campe 5, 831
b;
s. II B 2
a;
lang: o herzvoll schmerzund langer zit (
sehnsucht)!
bibl. ält. schrw. d. Schweiz I 4, 137; ich habe mitunter lange z. (
langeweile) Göthe IV 10, 38
W.; G. Keller
ges. w. 1, 418; langis zit,
n., langi zit,
f., häufig als ein wort die, das langizit,
auch die längiziti
langeweile, heimweh, sehnsucht schweiz. id. 3, 1322; Hunziker 310, Seiler
Basl. mda. 326
a;
langeweile, heimweh Martin-L. 2, 917
a;
s. zeitlang
und oben II B 2
a α;
lieb: Gryphius
Peter Squenz 22
ndr.; Chr. Weise
grün. jug. 106
ndr.; die liebe z. ... vertreiben Stranitzky
ollapatrida 358
Wien. ndr.;
zubringen: Rachel
sat. ged. 62
ndr.;
in volksthümlicher redeweise bes. häufig: die liebe, lange z. todtschlagen Holtei
erz. schr. 1, 40;
s. th. 6, 901
und oben II B 1
c;
kurz: durch die kurzen zît (
kurzweile) Gottfried
Tristan 17 268; so dasz ich auf dem wege recht kurze z.
[] (
kurzweile) hatte J. Gotthelf
ges. schr. 1, 98; heit churzi zitt!
laszt es euch gut gehn! Martin-L. 2, 917
b;
in dieser verwendung nur alemannisch;
doch s. zeitkürzer
und -kürzung;
s. auch II B 2
a α. V@CC. V@C@11)
dim. -chen: nu wir verbringe noch so ein z. vor dem spiegel Bettine
d. buch geh. d. könig 1, 11; A. Stifter
br. 3, 258;
obd. landschaftlich -lein: ein zeytle
diecula Frisius 414
a; drumb haltend üch ein zytlin still R. Manuel
weinsp. v. 130; -ly
v. 1271; noch ein zeitle bleiben Kirchhof
wend. 2, 123
Ö.; ein kleines zeitlein Dannhawer
cat. 6, 521; K. Stieler
ged. 4, 6
Recl.;
bes.: zitli
schweiz. veronica officinalis Pritzel-J. 433
b,
vicia sepium 438
b; V@C@22)
zss. (
gesperrte bereits mhd.): abend- (
th. 1, 27), advent- (Kramer
teutsch-it. 2, 1440
b), arbeits- (
th. 1, 545), bedenk- (1224), bet- (1741)
blumen- (2, 166), braut-, brut- (457), bürgers-
policeistunde (Bauer-C. 17
b), disputations- (Uhland
tageb. 3),
ernte- (
th. 3, 932),
essens- (1169), fasten- (1353), freuden- (4, 1, 157),
friedens- (194), frühlings- (317), geburts- (1912), gnaden- (Kramer
teutsch-it. 2, 1440
b),
herbst- (
th. 4, 2, 1073),
hoch- (1640), jahres- (2241),
jahr- (2249), jugend- (2369), karnevals- (G. Keller
gr. Heinr.2 2, 215), kirchen- (
th. 5, 815), kriegs- (2302), lauf- (6, 337), lebens- (459) lege- (536),
maien- (1480),
mesz- (2141), metten- (2149), mittags- (2378), mittel- (2414), morgen- (2587),
nacht- (7, 225),
none- (881), orts- (1368), oster- (1381), pest- (1577), pfingst- (1703), predigt- (2086), rosen- (8, 1227), ruhe- (1436), saat- (1586), schlaf- (9, 314),
sommer- (10, 1, 1569), spiel- (2429), sterbe-, studier-, tages- (11, 74), tag- (91), trauer-, umlauf-,
un-, vesper- (12, 2, 15), vor-, weiber- (14, 1, 419), weihnachts- (731),
winter- zeit.