lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

kessel

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
53
Verweise raus
69

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kessel m.

Bd. 11, Sp. 619
kessel, m. ahenum, lebes, mhd. keʒʒel, ahd. cheʒʒil, cheʒil. 11) Verwandtschaft, herkunft, formen. 1@aa) die goth. form ist katils (Marc. 7, 4), schon als ehernes gefäsz, χαλκίον; ihr entspricht genau ahd. cheʒil, ferner altnorw. ketill (dat. katli, pl. katlar), altschwed. kätil, kätl, ags. cetel (cytel), altfries. ketel (tsetel, szetel u. a.). jetzt nd. nl. ketel, engl. kettle, n. kjedel, schwed. kittel (landsch. kätel, merkwürdig auch kessle Rietz 384b), fries. tjettel, tsetel, settel u. a., s. Diefenb. goth. wb. 2, 448. mit erweichung und verschwinden des t schwed. käl, norw. kjel, kil, nordfries. sêl. 1@bb) auch die östlichen und nordöstl. nachbarn haben das wort: litt. katilas, lett. katls, finn. lapp. kattila, ehstn. kattal, katla; altsl. kot'l'', kotel'', russ. böhm. sloven. kotel, oberwend. kotoł, niederwend. kotl und koschél, poln. kocieł, alle in der bed. kessel und masc.; auch ungr. katlan, rumän. kotlon. und das alles sollte (nach Frisch u. a.) aus lat. catinus napf, teller, schüssel, genauer aus dem dem. catillus tellerchen, schüsselchen gekommen sein? dann müszten die Gothen u. s. w. kessel zuerst bei den Römern gesehen haben, und zwar nicht als ahenum, sondern als (irdenen) catillum? 1@cc) wie es auch mit der östlichen verwandtschaft sein mag (vgl. sp. 196), bei uns zeigt sich leicht ein weg zu weiterer aufhellung des wortes. zunächst bestand ahd. neben cheʒil eine form cheʒi gloss. cassell. Gb, 22, cheʒʒi caldarium Graff 4, 537; wie cheʒil, katils selbst (gr. 2, 109), so sieht auch diesz cheʒi einem deminutivum gleich, nach besonders alemannischer art (gr. 3, 684), und die form cheʒʒin oder cheʒʒîn widerspricht dem nicht, die einmal vorkommt. so auch mhd. in alemannischer mundart, keʒʒî n. wb. 1, 803b (im reim auflieders. 1, 314), und bis jetzt: als diu sunne für eines keʒʒîs boden. Eckhart 338, 21; so sol ein meigerin ein kessi über das für henken mit wasser (um ein gericht zu kochen). weisth. 1, 307, oberrh. um 1500; sol der jeger sin eigen liecht, kessin, hefen (töpfe), gelten und ander geschir zuo siner noturft haben. Mones zeitschr. 7, 112, aus St. Blasien im Schwarzwalde. noch schweiz. chessi n., und zwar als sehr groszer, länglich runder kessel, z. b. zum kochen der lauge, zur bereitung der käse, s. Stalder 2, 96. 1, 288. Tobler 100b (s. auch 3, b), aus dem vorarlb. Walserthal Fromm. 4, 327, 10. vom ahd. cheʒi leitet übrigens Diez 96 romanische wörter ab, wie it. cazza pfanne (vgl. kasserol). 1@dd) fragt man nach dem worte, von dem cheʒil, cheʒi als dem. genommen sind (und von dem aus auch jene rom. cazza u. s. w. besser begreiflich wären), so könnte das altn. die antwort geben, da ist kati m. schiff Egilsson 457a (vgl.ketla f. schiff 461b), isl. kati boot. schiffe und gefäsze haben oft éinen namen (s. sp. 204), der kessel als kleines schiff bezeichnet wäre recht denkbar (vgl. das länglich runde kessi vorhin). verwandt sein könnte ags. cäd kahn (s.kad), ced Haupt 9, 406b; und wäre etwa das nd. nl. kat sp. 291, 'katze' als schiff nur spätere umdeutung? mit dem ags. ced aber könnte das ahd. ketti (s.kett 4, c) urspr. eins sein, wenn die dort geäuszerte vermutung die wahrheit trifft. 1@ee) Biörn 1, 444a gibt aber auch für kati die bed. 'catinus, et fad' (n., fasz, gefäsz, schüssel), ags. cete soll cacabus sein, schott. heiszt kit ein hölzernes geschirr zum aufwaschen (vgl. kitz schiff), sodasz wol das einfache wort schon schiff und geschirr zugleich bezeichnete, ganz wie kar. dazu stimmt bei uns, was Tobler 101a als 'in andern kantonen' angibt, kessi, speisegeschirr, und in den gemeinden am Monte Rosa (s. 382) chessjo n. napf Schott 280; ahd., ags. und noch in den voc. des 15. jh. wird cacabus mit cheʒi, cheʒil u. s. w. glossiert (Dief. 86b), ist da immer nur kessel gemeint ('cacabus aeneus'), nicht auch kochtopf, was das lat. wort eigentlich bedeutet? nach alle dem scheint lat. catinus vielmehr urverwandt mit kessel u. s. w., ein beispiel der mangelnden lautverschiebung (sp. 196); skr. kaṭhìna schüssel. 1@ff) in frage kann auch kommen schweiz. kätze f., chätzi n. kupfernes schöpfgefäsz mit stiel (ähnlich jenem rom. cazza). Tobler 92a, das gleichfalls von dem anzunehmenden einfachen chaʒ o. ä. gebildet wäre; die nebenform gatze freilich (s. d.) deutet auf entlehnung oder doch einwirkung von it. cazza (s.K 2, f). 1@gg) nhd. nebenformen von kessel sind bair. fränk. kestl (Frommann 5, 516), und merkwürdig kesser, hessisch 16. jh., im Alsfelder passionsspiel 208 (vgl. 174) Haupt 3, 486; vgl. md. fesser gleich fessel, käner aus känel sp. 161. 22) Nhd. kessel, im eigentlichen sinne. 2@aa) kupferner, eiserner, messingener kessel, kupferkessel, messingkessel u. a. dem gebrauch nach kochkessel, siedkessel, suppenkessel, milchkessel, theekessel, kaffeekessel, fischkessel, schinkenkessel, waschkessel, wasserkessel, brütkessel, auch spül- oder schwenkkessel, kühlkessel, brotkessel (calathus, canistrum Comenius orb. pictus 2, 109, unter arbeiten des kupferschmidts). vielfach im gewerbsleben, wie schmelzkessel, gieszkessel, pechkessel, farbe- oder färberkessel, kessel der garnsieder Henisch 404, wurstkessel (beim fleischer), braukessel u. ä.: bisher sind vielleicht zweihundert kessel im lande gewesen. Möser phant. (1778) 2, 51, zum brantweinbrennen. von solchen kesseln stammt der neuere dampfkessel, doch mit veränderter form, nicht mehr offen, sondern geschlossen. 2@bb) als behälter für wasser u. ä. überhaupt: Schalk dem fuhrmann 2 fl. 24 kr. (als belohnung), alweil er den ersten köstl zur prunst ins zeughaus geführt. Schmeller 2, 336, 16. jh., zum zuführen des wassers bei einer feuersbrunst; badkessel, caldarium Dief. 89c, 16. jh., s. kessel als badewanne für kinder RA. 577 fg.; ein silberen kessel, darin der touf (das taufwasser) im stein (taufstein) behalten. Mones anz. 5, 375; weihwasser- oder weihkessel: weihwasser aus dem weistein und kessel. Garg. 151a (278); kessel und zuber das. 98a (172) zum reinigen der stube. eigen kessel als weingefäsz, beim keltern: und sall dann der windelbode den lesten (letzten) kessel weins behalten. weisth. 3, 808 unten, vgl. weinkessel vom bauche (s. unter bierstiefel). 2@cc) im hauswesen meint kessel schlechthin den kochkessel, der im hause einst eine bedeutung hatte, die uns heutigen städtern sehr fern getreten ist; einen kessel auf dem herde, auf dem dreifusz stehend oder am kesselhaken hängend, bekommen wir ja nicht mehr zu sehen, unsere küchen kennen fast nur noch eingesetzte oder eingemauerte waschkessel u. ä. die redensarten und zusammensetzungen spiegeln die bedeutung des alten kessels noch ab: sie pflegt des heerdes, er haut zu, und als der kessel siedet .... (sie) schäumt ab den kessel, wann er wallt, und nährt die glut darunter. Voss (1825) 4, 133; wir schmausen wie's der kessel giebt. 4, 134, vgl.kelle 1, b feuer, brenne! kessel, siede! Schiller 572b; eine meerkatze sitzt bei dem kessel und schäumt ihn, und sorgt dasz er nicht überläuft. Göthe 12, 119, hexenkessel. 2@dd) von diesem kessel handeln viele sprichwörter und redensarten: wo der kessel überm heerde hänget, freihet sichs am besten. Stieler 913. besonders vom ruszigen, schwarzen kessel: o Luciper, du werest (warst) ein morgenstern vor, nu luchstu (leuchtest du) als ein swarz kesser gar. Alsfelder passionssp. Haupt 3, 486, vgl. s. 485 luchte als ein röstrige (ruszige) phanne, diese ironie war beliebt, vgl. unter kachelofen, karfunkelstein a. e.; wer sich an alte kessel reibt, der empfahet gerne ram (ruszigen schmuz). also geschicht dir jungen (Alebrand) wol von mir alten man (Hildebrand). Hildebrandslied str. 14, Uhlands volksl. 334, vgl. Fischarts citat dieser stelle groszm. 631 Sch., der spruch ist schon mhd. und älter, s. altd. bl. 1, 10, Müllenhoff u. Scherer denkm. 328; an alten kesseln beromet man sich gern. Frank spr. 2, 117a; so sol sich, ob gott wil, ire hohe kunst an den alten kessel reiben und den rechten ram fahen. Luther 8, 5b, eine drohung gleich der Hildebrands; alte kessel machen ruszig. Simrock spr. s. 257; an schwarzen kesseln kann man sich nicht weisz brennen. das.; der kessel schilt immer den ofentopf. das., und haben sich doch beide nichts vorzuwerfen; der kessel schilt den ofentopf, schwarz sind sie alle beide. Göthe 3, 252; nd. de ketel verwît dem pott dat he swart is (ähnlich nl.), engl. derb the pot calls the kettle burnt-arse. kessel und topf treten da zusammen auf wie vertreter des ganzen küchengeräts: der alberne tropf! er kennt nicht den topf, er kennt nicht den kessel. Göthe 12, 123. den kessel scheuern heiszt in Aachen beichten, das gewissen reinigen. Müller und Weitz 103. eigen ist ein sprichw.: kleine kessel haben ohren. Simrock 5569; hüt dich vor kleinen kesseln, sie haben ohren. Weidners Zinkgref 3, 266. 2@ee) redensarten: alles in éinen kessel werfen. Wieland 33, 388, wie in einen topf werfen u. ä. (über éinen kamm scheren), man kochte fleisch und gemüse zugleich im kessel. vom wurstkessel musz herrühren in den kessel hauen, vernichten: durch ire arglistige dück, vil schendlich arger schelmenstück, durch nachred in den kessel hawen. H. Sachs 5, 52b. eig. zerstückeln wie das schwein (vgl. kesselfleisch, kesselsuppe), ebenso in die pfanne hauen, eig. zerhacken, dann auch bildlich vernichten. 2@ff) einem rechtsgebrauch wird entstammen einem den kessel abhauen, etwa bei verlust des bürgerrechts oder dergl., gleich dem einschlagen des ofens, dem löschen des feuers (s. rechtsalt. 729, vgl. myth. 1139). denn wie der herd so war bes. der darüber am kesselhaken, kesselring hangende kessel ein hauptzeichen der eignen wolbestellten häuslichkeit, er gehörte auch zum heergewede (rechtsalt. 570. 572 ff.); franz. heiszt pendre la crémaillère (den kesselhaken aufhängen) den hausstand eröffnen, eine neue wohnung einweihen (mit einem schmause), 'den herd begieszen': erst ist uns alle frewd erloschen, der kessel ist im abgehawen, man will uns umb kein mal mehr trawen. H. Sachs 3, 1, 199b (1588 147b), nämlich dem verlornen sohne, der nun das seine durchgebracht hat, sein begleiter, der schmarotzer führt die klage; bald nachher kündigt er seinem 'junker' auf mit den worten: weil mir ewr kessel ist abghawen, musz ich gehn und wider umbschawen umb einen andern herren milt. 1588 147c; drumb komb ich nit mehr in sein haus, weil der kessel ist abgehawen. 3, 2, 117c. ein verdorbner sohn klagt von seiner mutter: sie hat es vor eim jar wol than (mich neu gekleidet), aber ich kumb (kamb?) zu oft herwider, das sie abhieb den kessel sider (seitdem). 1, 232c, mir das haus verbot, sich von mir lossagte. ähnlich ist bei Neidhart 68, 27 dem ist ein richel in den hert geleit. 2@gg) kessel als gottesurtheil. der beklagte muszte in einen wallenden (kochenden) kessel greifen und einen ring oder stein herauslangen (Sachsensp. 1, 39. Schwabensp. 39. 165), das hiesz der kesselfang, altn. ketilfâng, s. rechtsalt. 919 fg. 922. daher noch im 16. jh.: nun rat, räter gut, wie wir ungebrent vom kessel kummen, es hilft doch weder schreien noch salben. N. Manuel die kranke messe, Strobel neue beiträge 1, 2, 68. 69, wie wir mit heiler haut aus der klemme kommen, das salben beweist die entlehnung vom wasserurtheil; ein andrer druck, kloster 10, 372, hat unbrämt (unberuszt) für ungebrent, es ist da nach dem sprichw. unter c aufgefaszt. 2@hh) eine grausame strafe war mit dem kessel richten, d. i. sieden im kessel, wie sie z. b. an falschmünzern ergieng, s. Wackernagel bischofsrecht von Basel s. 35, auch an ketzern, s. rechtsalt. 700, welsch. gast 12685, Mai 165, 26: dem felscher deilet man den kessel, in dar inne zu sieden. weisth. 1, 547, 14. jh. daher noch bei Gryphius bei einer christenverfolgung: disz was man täglich sieht, band, geiszel, kessel, stock, sack, ruthen, blei und schwerdt. 1, 480. 33) Übertragen. 3@aa) bei der bodenbildung, einsenkung in kesselform, im groszen und im kleinen, oft als benennung von örtlichkeiten in flur und wald, vgl. thalkessel, bergkessel, gebirgskessel u. a.: Würzburg liegt wie in einem kessel; Drusus der in dem tiefen waldkessel umzingelt war. Klopstock 9, 254; von da übersieht man den groszen landschaftlichen kessel (des Rheinthals bei Mainz). Göthe 30, 280; der grosze kessel, in welchem Mainz liegt. 30, 291; in der nähe von Erfurt war mir der kessel merkwürdig, worin diese stadt liegt. 43, 19; zwischen beiden bergen ist ein kessel, in dem sich das wasser sammelt. auch vom krater eines vulcans. dichter lassen denn solche kessel auch brodeln, dampfen u. ä.: dein kessel, brodemvolle stadt, liegt dampfend unter mir. G. Schwab musenalm. f. 1834 s. 162. der name musz alt sein, nach den häufigen namen Kesselbrunn, Kesselgraben (s. d.), als ortsnamen z. b. imn. Sachsen Kesselsdorf, Kesselshain, Kessel, ein mhd. Cheʒʒeldorf Mones anz. 6, 235. im Thüringer walde ist ein berg Kesselhaupt, ein wald Kesselwald, vgl. altniederrh. Ketil als waldname Förstemann 2, 872. 3@bb) kessel in flüssen, bächen, teichen, tiefere stelle, also ein 'kessel' im vorigen sinne, aber mit wasser gefüllt. in der Mulde bei Roszwein ist ein 'pferdekessel', weil er als pferdeschwemme dient. der Kessel im Bodethal am Harz. auch in der see, z. b. am strande, nd. nl. ketel, ein tümpfel zwischen zwei seichten. Noch deutlicher erinnert das an den kochkessel, wenn damit ein wirbel, strudel verbunden ist: kessel, gurges, vorago aquae, wirbel. Stieler 913. Frisch 1, 512a, vor den mühlrädern ist ein solcher kessel (sächs.); schnelle wellen (am Rheinfall), lakengischt im sturz, gischt unten im kessel, siedende strudel im kessel. Göthe 43, 152 (tagebuch der reise 1797). appenz. das chessi unter einem wasserfall oder einer wehre. Tobler 101a. kessel bei wasserkünsten, die flache vertiefung, worein sich das springwasser sammelt, das becken. vgl. kesselloch. 3@cc) die bed. unter a ist mehrfach auch in technischem gebrauch. so im bergbau von einer bodensenkung, die z. b. durch einfall einer grube, einen erdfall verursacht wird, vgl. kesseln 6; ebenda auch ein künstlicher kessel im göpel. Im festungsbau der mittlere leere raum eines hohlen bollwerks, das innere einer schanze; in der belagerungskunst vertiefungen für die mörser; auch der innere raum des mörsers bis zur kammer; das innere der mine. 3@dd) bei den jägern der hohle raum im dachsbaue, ihr lager. Flemming teutscher jäger 108; das ausgetiefte lager der wildschweine; bei jagden der rings geschlossene platz, wohin das wild getrieben wird, s. kesseljagen; bei fischern der letzte theil des netzes, worin sich die fische sammeln. 3@ee) die bed. a im kleinen im kinderspiel, loch in der erde, besonders in dem spiel sautreiben (schweiz. morenjagen), wo ein holzstück, die sau (schwz. more) in einen kessel getrieben wird, s. Rochholz alem. kinderlied s. 395 fg., der damit eine stelle bei S. Brant erklärt: wer urteln sol und raten schlecht (richtig), der dunk und folg (stimme ab) allein zuo recht, uf das er nit ein zunsteck blib domit man die suw (l. d'suw) in kessel trib. narr. 2, 10, dasz man ihn nicht willenlos handhabe wie einen stecken beim sautreiben. das fürstenbündnis von 1499 drohte den Schweizern, sie wollten ihnen 'die sau in den kessel treiben', so erzählt J. Lenz: zu Wurms ward geschlagen an (der anschlag gemacht), wie sie ein turnier wolten han (der krieg übermütig als lustiges turnier gedacht), mit dem adel der eidgnoszschaft die suw in kessel stoszen mit kraft. Schwabenkrieg 27b, wenn da nicht das wirkliche sautreiben, das kesseljagen gemeint ist. schweiz. heiszen die spielgrübchen überhaupt kesseli. 3@ff) nach der äuszern form des kessels nennt man in der baukunst kessel den kesselförmigen kern (s.kern 8, a zuletzt) derm. und korinth. kapitäler, den blattschmuck weggedacht.
15881 Zeichen · 401 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kesselstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kessel stm. s. keʒʒel.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kêssel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Der Kêssel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Kesselchen, Oberd. Kessellein, eine jede Vertiefung, ein tiefer…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kessel

    Goethe-Wörterbuch

    Kessel 1 großes, bauchiges (Metall-)Gefäß a als Kochgefäß, auch mehrfach mBez auf den Hexenkessel (besonders in ‘Faust I…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kessel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kessel , Jan van, der Aeltere, holl. Landschafts-. Thier- und Blumenmaler, geb. 1626 zu Antwerpen, seit 1680 in Spanien,…

  5. modern
    Dialekt
    Kessel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Kessel [Khèsl Dü. U. W. ] m. 1. Kessel, gewöhnlich aus Blech, mit Henkeln; spöttelnd oder scherzend auch für grossen Koc…

  6. Sprichwörter
    Kessel

    Wander (Sprichwörter)

    Kessel 1. Alte Kessel machen russig. – Simrock, 5565. 2. Alte Kessel schwertzen. – Lehmann, 7, 25. 3. Alte Kessel seynd …

  7. Spezial
    Kessel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kes|sel m. (-s,-) 1 (sehr großer Topf) cialdira (-res) f. 2 (kleiner Kessel) cialdrin (-s) m. 3 (Wasserkessel) sehte (-s…

Verweisungsnetz

95 Knoten, 88 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 2 Kompositum 77 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kessel

246 Bildungen · 217 Erstglied · 28 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von kessel

kes + -sel

kessel leitet sich vom Lemma kes ab mit Suffix -sel.

kessel‑ als Erstglied (30 von 217)

Kesselberg

SHW

Kessel-berg Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselblume

SHW

Kessel-blume Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselbodem

SHW

Kessel-bodem Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselfeuer

SHW

Kessel-feuer Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselgasse

SHW

Kessel-gasse Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselhahl

SHW

Kessel-hahl Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselhaus

SHW

Kessel-haus Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselhohl

SHW

Kessel-hohl Band 3, Spalte 1269-1270

Kesselrose

SHW

Kessel-rose Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselrost

SHW

Kessel-rost Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselspeck

SHW

Kessel-speck Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselstein

SHW

Kessel-stein Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselwagen

SHW

Kessel-wagen Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselwiese

SHW

Kessel-wiese Band 3, Spalte 1271-1272

Kesselarbeit

GWB

kessel·arbeit

Kesselarbeit ‘Kessel arbeit’ zu Kessel 1a: Fertigung (bzw Ausbesserung) von (Feld-) Kesseln T5,343,16 v 30.12.13 Michael Schilar M.S.

kessel als Zweitglied (28 von 28)

Alaunkêssel

Adelung

alaun·kessel

Der Alaunkêssel , des -s, plur. ut nom. sing. in den Alaunhütten, ein bleyerner Kessel, worin die alaunhaltige Lauge eingesotten wird; die A…

bergkessel

DWB

bergk·essel

bergkessel , m. die schlünde, in denen früher das gewässer des bergkessels ablief. Niebuhr 2, 569 .

Bleykêssel

Adelung

bley·kessel

Der Bleykêssel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Kattundruckern, ein hölzerner mit eisernen Reifen belegter Zuber, der inwendig mit Bley…

Eiskêssel

Adelung

eis·kessel

Der Eiskêssel , des -s, plur. ut nom. sing. ein kupferner zierlich gearbeiteter Kessel, das zur Kühlung des Getränkes bestimmte Eis darin in…

Fällkêssel

Adelung

fall·kessel

Der Fällkêssel , des -s, plur. ut nom. sing. im Hüttenbaue, ein Kessel, in welchem die in einem flüssigen Körper aufgelöseten Erze oder Mine…

färbekessel

DWB

faerbe·kessel

färbekessel , m. ahenum infectivum: die buchhandlung gleicht einem färbekessel. Nicolai bei Merk 1, 53 .

Gießkêssel

Adelung

giess·kessel

Der Gießkêssel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Orgelbauern, ein eiserner Kessel, Zinn und Bley zu den Orgelpfeifen darin zu schmelzen.

grützkessel

DWB

gruetz·kessel

grützkessel , m. , kessel für grütze: ( die mutter ) tauchte das grosze stück bergsalz, das an einem stricke aus dem rauchfange baumelte, in…

hexenkessel

DWB

hexen·kessel

hexenkessel , m. : in der fremde musz ich traurig als verwünschter mops verschmachten, und den hexenkessel hüten! H. Heine 17, 89 .

klatschkessel

DWB

klatsch·kessel

klatschkessel , m. der fünfte kessel beim zuckersieden ( vom klatschenden niederfallen des sirups ), s. Krünitz.

Ofenkêssel

Adelung

ofen·kessel

Der Ofenkêssel , des -s, plur. ut nom. sing. auf dem Lande, ein eingemauerter Kessel in dem Stubenofen, Wasser darin warm zu machen.

scharlachkessel

DWB

scharlach·kessel

scharlachkessel , m. ein aus zinn gegossener groszer kessel, worin die färber scharlachrot färben. Jacobsson 3, 550 .

schinkenkessel

DWB

schinken·kessel

schinkenkessel , m. länglicher kessel, in dem schinken abgekocht wird. Schultz alltagsleben einer deutschen frau 145 .

Schwänkkêssel

Adelung

schwank·kessel

Der Schwänkkêssel , des -s, plur. ut nom. sing. ein zierliches Gefäß von Kupfer, Silber etc. die Trinkgeschirre darin auszuspülen.

Teerkessel

DRW

teer·kessel

Teerkessel, m. großes Metallgefäß zum Erhitzen von Teer wol ... enen teerketel hittet den boden neger als 10 elen, de schal broken 1 marck 1…

theekessel

DWB

thee·kessel

theekessel , m. 1 1) kessel zum kochen des theewassers, theemaschine, samowar Amaranthes a. a. o. Jacobsson 4, 387 a : dieser theekessel die…

walkkessel

DWB

walk·kessel

walkkessel , m. ein länglicher kessel, in dem die walkbeize für den hutfilz gekocht wird; sein rand ist von holzbohlen, den walktafeln umgeb…

waschkessel

DWB

wasch·kessel

waschkessel , m. zum waschen dienender kessel: der ärne gstül macht er auch zehen, auf räderen im tempel zu stehen, auf welchen die waschkes…

wasserkessel

DWB

wasser·kessel

wasserkessel , m. gröszeres, unten gerundetes wassergefäsz. Garg. 90 Alsleben; über dem herde hängend oder darauf stehend: etlich ein andre …

weihkessel

DWB

weih·kessel

weihkessel , m. vas lustrale, in seiner bed. eins mit weihbrunnen- und weihwasserkessel ( s. d. ), älter und reicher bezeugt als beide, trot…

windkessel

DWB

wind·kessel

windkessel , m. Adelung ; auch windhose; ' mit luft gefüllter behälter an pumpwerken zum ausgleichen der ungleichheiten des wasserstoszes ' …

Zuckerkessel

Wander

zucker·kessel

Zuckerkessel Wer von unten an den Zuckerkessel schlägt, hört die Stimme des Zuckerlochs. Die Neger in Surinam, um zu sagen: Wenn man den Rec…

Ableitungen von kessel (1 von 1)

Gekessel

ElsWB

Gekessel n. Su. , Kesslete f. Banzenh. Lärm, Getöse. ‘

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kessel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kessel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kessel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kessel/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kessel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kessel/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_kessel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kessel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kessel/dwb},
  urldate      = {2026-05-18},
}