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kitt

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kitt m.

Bd. 11, Sp. 860
kitt, m. , früher kütt u. a. (s. 2), ein künstliches bindemittel für harte, besonders steinartige gegenstände, was beim holze der leim. 11) kitt m., die jetzt geltende form. 1@aa) eigentlich: der kitt zum porcellain bestehet aus geronnener milch und gelöschtem kalke ... leimen (sie) damit was sie leimen wollen. wenn es so lange hält als unsre freundschaft halten soll, so ist es ein kitt den wir loben wollen. Lessing 12, 297, brieflich an mad. König, sie hatte ihn (13, 292) um auskunft gebeten, wie man den kitt, um das porcellain zu leimen, macht. gebrochnes glas wird mit kitt wieder verbunden, verschiedene handwerke brauchen verschieden bereiteten kitt, es gibt käsekitt, leimkitt, kalkkitt, ölkitt, harzkitt, mehlkitt u. a. nach dem stoffe zur bereitung des kittes, glaskitt, fensterkitt, eisenkitt, steinkitt, ofenkitt, porzellankitt, diamantkitt, dann glaserkitt, bildhauerkitt, malerkitt, treibekitt, wasserkitt, zahnkitt, schmelzkitt u. a. nach zweck und verwendung, s. Krünitz 39, 218 ff., wo kitt als gesamtname aller ähnlicher bindemittel gebraucht ist, mit einschlusz auch des mörtels (vgl. u. b). auch im bauwesen wird ein kitt gebraucht, mit ziegelmehl bereitet. Adelung. auch wird hie und da am bienenstocke das vorwachs kitt genannt, womit die bienen die öffnungen des stockes verschmieren. ders. 1@bb) bildlich: dieses verhältnis war der kitt, womit der stifter Roms sein politisches gebäude zusammengefügt hatte. Wieland Horaz. briefe 1, 84, also gleich mörtel, wie nachher Rückert u. c, vgl. unter a und 3, d; die gliederfülle, sonst vom kitte der jugend straff. Spiritus Asper (Hempel) ABCbuch 1, 122; so fest und stark ist was der eintracht kitt verküttet (: zerrüttet). Rückert weish. d. br. s. 142; kleinkinderdreck ist der beste kitt für weibertreue. Simrock sprichw. 5618; vergl. ehekitt. leim ist für diesen gebrauch zu unedel, geschweige denn kleister. s. auch kitten. 1@cc) eine nebenform die kitte, angegeben von Adelung, Krünitz 39, 218: gehalten von der vorzeit derber kitte, steht eine burg in waldger hügel mitte. Rückert ged. 89 (2, 162); dasz fremde völker von so fremden zungen, so fremder abkunft und so fremder sitte doch so verkittet sind von éiner kitte. 136 (2, 174). 1@dd) aber auch neutr., so gibt das brem. wb. 2, 777 nd. 'kitt, kütte; es bestehet aus kalcinirtem marmor- oder alabasterstein oder auch cement, welcher mit leinöl durchgeknetet wird'. 1@ee) früher auch kiet Steinbach, kieth maltha calidaria, lithocolla B. Faber, Kirsch cornuc. (im lat. theil aber kütt). unsicher ist kytt lithocolla Pinicianus (Augsb. 1521) Dief. 333c, auch kyt: wie er (der betrügerische goldmacher) mit feistem kyt die siegel all abgedruckt hett von dem diegel. Rollenhagen froschmeus. O 6a. 22) kütt, kütte, in älterer zeit vorherschend. 2@aa) kütt, küt: leinöl, das man zu wagenschmir und küt bedarf. Tucher Nürnb. baumeisterbuch 116, 19, 15. jh.; nimmet man zu kütt kalch, mel und ochsenblut, wol durch einander geknetten. Mathesius Sar. 72a. kütt M. Herr übers. des Palladius 1538 1, 41. kütt geben noch Kirsch (s. 1, e), Rädlein 575a, M. Kramer 1719, Wachter 900. kütten als zeitwort noch bei J. Paul, verkütten Rückert (s. 1, b). 2@bb) kütte fem. geben Comenius orb. p. 2, 51 (1719), Schmotther, Frisch (auch im franz. wb., schreinerkütte futée), M. Kramer 1787, ohne angabe des geschlechts Kirsch, Steinbach (kitt m. doch als hauptform): am mastbaum gebunden und kütt' in'n ohren. Claudius 1, 216 (131). s. auch das brem. wb. unter 1, d. 2@cc) eine nebenform köt oder köte, köde verrät sich in köden gleich kitten (s. d.), mit md. vocal, aber mhd. küte bestätigend. [] 33) herkunft und verwandtschaft. es gibt da viel fragen und wenig antwort. 3@aa) als die echte form stellt sich die zweite heraus, nach der ahd. gestalt, die sich glücklich fand in einer gl. zu Heinrici summarium: gluten, cuti velm. Graff 4, 365. Diut. 3, 265, m. oder n. danach musz es in mhd. zeit küte (küt) geheiszen haben, das doch auch schon zu kütte werden konnte. vielleicht gab es auch schon ahd. kutja f. (ein beispiel eines wortes in allen drei geschlechtern s. sp. 775). 3@bb) doch ist kitt darum nicht sicher als entstellung anzusehen, da die nd. mundarten ü sonst rein bewahren (s. z. b. kissen 1, e); wie das brem. wb., das doch ausdrücklich als hd. kütte daneben stellt (1, d), so gibt auch Dähnert kitt. das tt könnte freilich entlehnung aus dem hd. darthun. 3@cc) es heiszt auchn. kit, schwed. kitt n.; aber sie mögen entlehnt sein, wie sicher poln. kit m., böhm. kyt, ehstn. kitt 'kütt' Hupel. im nl., engl. ist es nicht vorhanden (kit a smear or dab bei Halliwell gibt wol nur zufälligen anklang). aber auch die oberd. idiotica wie meist die älteren oberd. wbb. schweigen davon (Dasypodius nennt es steinleim s. v. 'lithocolla'); wäre es ursprünglich md.? 3@dd) fraglich und doch wichtig sind endlich angaben, die Stieler macht. sp. 1020 gibt er kütt m., ohne pl., maltha factitia, marga (mergel); eigentlich aber sei es lutum, argilla, creta figularis et lateratitia, also auch ziegelerde, thon u. dgl. (er leitet es nämlich von kot ab). sp. 958 dagegen kitt m. sabulum, caementum (mörtel), dann 'kisz et kitt dicuntur etiam lapilli seu lapidum fragmenta, quibus structurae farciuntur', die masse aus steingerölle, die man, doch mit mörtel vermengt, als füllung dicker mauern brauchte, fartura. ist das nicht mehr als selbst vermengung ähnlicher und doch verschiedener worte und dinge? merkwürdig kommt kisz um 1700 wirklich gleich kitt maltha vor: aus kalk und neuem käse ein stein oder kisz kan werden, welcher an härte dem demant nicht viel weichet. dr. Becher 47, der zusatz stein zeigt freilich dasz mehr an kies als kitt gedacht ist. s. auch kies 3, c. 3@ee) fände sich übrigens eine noch ältere form quiti für cuti, aus der sich auch kütt und kitt erklären würden (wie bei kirre, kürre), und wäre der kitt von seiner flüssigen, schmierigen gestalt beim verarbeiten benannt, so fände es anlehnung an den stamm quad, quat, der ähnliche dinge mehrfach bezeichnet; s. koth, das bair. selbst auch thon, mergel bedeutet.
6144 Zeichen · 158 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kitt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kitt , des -es, plur. von mehrern Arten, die-e, eine Art eines zähen Verbindungsmittels harter Körper. Im Bauwesen, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kitt

    Goethe-Wörterbuch

    Kitt Kü- 1) GWB T8,259,6 1 künstlich hergestellte, beim Trocknen hart werdende Masse a als Material zur Verbindung harte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kitt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kitt , eine Substanz, die, im flüssigen oder breiartigen Zustand zwischen gleichartige oder ungleichartige Flächen gebra…

  4. modern
    Dialekt
    Kittf.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kitt I [khit Grt.; khet Bo. ] f. Baumwolle. — frz. coton.

  5. Spezial
    Kitt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kitt m. (-[e]s,-e) chit m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kitt

185 Bildungen · 145 Erstglied · 36 Zweitglied · 4 Ableitungen

kitt‑ als Erstglied (30 von 145)

kittern

SHW

kitt-ern Band 3, Spalte 1353-1354

Kittanning

Meyers

Kittanning , Hauptort der Grafschaft Armstrong im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, am Alleghany River, mit Walzwerk, Gießerei und (1900) 3…

kittarbeiter

DWB

kitt·arbeiter

kittarbeiter , m. smaltatore, ouvrier en ciment. Rädlein 575 a , er schreibt küttarbeit, küttarbeiter.

Kittband

RhWB

kitt·band

Kitt-band ketbaŋk Mettm-Cronenbg ; ke(t)baŋk Wermelsk m.: Reifen, den die Knaben treiben, schlagen.

kittbauchen

DWB

kitt·bauchen

kittbauchen , schweiz., kittbûchen, mit angleichung des t kibbûchen ( s. sp. 3 gegen unten ), keichen, in langen ' stöszen ' atmen, s. Stald…

Kitt, Cement, Mastik

Herder

Kitt, Cement, Mastik , teigartige Masse, welche zwischen die Fugen fester Körper gebracht wird, allmälig erhärtet und so als Bindemittel die…

Kittchen

Pfeifer_etym

kitt·chen

Kittchen n. ‘Gefängnis’ ist als Wort der Gaunersprache (19. Jh.) wohl Deminutivum zu rotw. Kitte(e) ‘Haus, Herberge, Gefängnis’ (18. Jh.), K…

kittegêl

LothWB

kitt·egel

kitte-gêl adj. ganz gelb, sehwefelgelb: k. vor Nid. ElsWB els. 1, 213 küttegelb.

kittei

DWB

kit·tei

kittei , m. ein glattes, schmales baumwollenes zeug. Bernd Posen 124 ; es wird zu futter gebraucht, futterkattun ( Leipzig ). im vorigen jh.…

Kitteken

WWB

kitte·ken

Kitteken n. [allg.] Gefängnis. He sitt int Kittken ( Kr. Warendorf Wdf Wd). ⟨ Vokalismus: i [allg.], ü [Bri] ⟩ ¶ RhWB WWB-Source:238:RhWb Rh…

Kittekenbum

WWB

kitteken·bum

Kitteken-bum n. [ Kr. Minden Min Hfd, verstr. Kr. Tecklenburg Tek Kr. Halle Hal Bie] Gefängnis (Frbg.). He kümp int Kittkebomm ( Kr. Herford…

kittel

DWB

kit·tel

kittel , m. rock, kleid als überwurf, hemdartig. ahd. nicht bezeugt, mhd. kittel, pl. kittele wb. 1, 821 b , echter kitel (: bitel), s. 1, a…

Kittelknopf

SHW

Kittel-knopf Band 3, Spalte 1353-1354

Kittelsack

SHW

Kittel-sack Band 3, Spalte 1353-1354

kitt als Zweitglied (30 von 36)

Ölkitt

Campe

Der Ölkitt , — es, Mz. — e , bei den Steinmetzen, ein aus Glas, Eisenschlacken, Ziegelmehl, gelöschtem Kalke und Leinöle bereiteter Kitt.

Bildhauerkitt

Campe

bildhauer·kitt

Der Bildhauerkitt , des — es, d. Mz. ungew. ein dauerhafter Kitt, welcher steinhart wird, und womit die Bildhauer an ihren Arbeiten hohle St…

Brandkitt

Adelung

brand·kitt

Der Brandkitt , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, ein Kitt von Ziegelmehl, Asche, Feilspänen und Leimwasser, das Holzwerk damit zu b…

ehekitt

DWB

ehe·kitt

ehekitt , m. maltha jugalis: dasz man etwas anders als geld zum ehekitt mache. J. P. nachlasz 4, 148.

Glaskitt

Adelung

glas·kitt

Der Glaskitt , des -es, plur. inus. ein Kitt, zerbrochene Gläser damit wieder zusammen zu kitten.

holzkitt

DWB

holz·kitt

holzkitt , m. kitt für holz, leim: wir haben in disen landen .. unsere holzkütten oder leime ausz den köthen, füszen und viehohren sieden ..…

Hufkitt

Meyers

huf·kitt

Hufkitt , verschiedene Zusammensetzungen, die eine unter dem Einfluß von Wärme weiche und in beliebige Form zu pressende Masse ergeben, die …

käsekitt

DWB

kaese·kitt

käsekitt , m. ein kitt aus quark und kalk, bei holz angewandt, vgl. Lessing 9, 481 .

kakitt

KöblerMnd

kakitt , F. Vw.: s. kalite? L.: MndHwb 2, 502 (kakitt)

Karkitt

RhWB

kar·kitt

Karkitt , Pl. -tə Rees-Milling f.: Grasmücke; ndl. karkiet.

Klakitt

RhWB

kla·kitt

Klakitt klaket , Pl. -tə Eup f.: Schale, in der in der Kirche die Opferpfennige eingesammelt werden.

malerkitt

DWB

maler·kitt

malerkitt , m. kitt zur ausbesserung des grundes der gemälde. Jacobsson 6, 506 b .

Milchkitt

Campe

milch·kitt

○ Der Milchkitt , — es, Mz . u. ein Kitt, welcher mit saurer Milch angemacht ist und sehr fest hält.

Öhlkitt

Adelung

Der Öhlkitt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, bey den Steinmetzen, ein aus Glas, Eisenschlacken, Ziegelmehle, gelöschtem …

Oskitt

RhWB

Oskitt ǫskit , Pl. -dər Aach-Stdt n.: Oblate.

schmelzkitt

DWB

schmelz·kitt

schmelzkitt , n. , bez. -kütte, f., kitte, die für metallarbeiten oder für zerbrochenes porzellan verwendet werden, von verschiedener zusamm…

schwächkitt

DWB

schwach·kitt

schwächkitt , subst. das wirtshaus ( gaunersprache ) Avé-Lallemant gaunersp. 4, 608 ., s. DWB schwäche , DWB schwächen . kitt bezeichnet her…

schwefelkitt

DWB

schwefel·kitt

schwefelkitt , m. eine art rostkitt ( metallkitt ) mit zusatz von schwefel, s. Karmarsch-Heeren 3 4, 774.

silberkitt

DWB

silber·kitt

silberkitt , m. mischung aus pech und thonstaub, die zum ausfüllen der aus dünnem silberblech gefertigten hohlen silberwaren verwendet wird.…

steinkitt

DWB

stein·kitt

-kitt , m. , ältere nebenform -kütt, m. und f.; -kütte, f. Jagemann 2, 1158 , vgl. th. 5, 860; ' eine aus festbindenden materien gemachte mi…

Ableitungen von kitt (4 von 4)

kitte

DWB

kitte , f. weidmännisch, s. DWB kütte .

verkitten

DWB

verkitten , verb. mit kitt befestigen, leimen. fortbildung aus dem worte kitt, mit der älteren form oder nebenform kütt ( s. theil 5, 860), …

verkittung

DWB

verkittung , f. verbindung, conglutinatio Steinbach (1734) 1, 856 . am häufigsten beobachtet man die verkittungen von geröllen, geschieben u…