-gehen,
s. fürbeigehen
th. 4, 1, 1,
sp. 662:
pretergradi vorbygaen Diefenbach
gloss. 458
a;
mnld. vorebigaen Verwijs-Verdam 9, 955; vorbeygehen,
praeterire, praetergredi, transire Stieler 627; Steinbach 1, 547. aa)
dem eigentlichen, räumlichen sinne von vorbei
entsprechend (
s. 1 a), gehen
in engerer oder weiterer bedeutung: derohalben konte ich nicht vorbeygehen, ohne ihm mit einem freundlichen grusz zuzusprechen Grimmelshausen 4, 520
Keller; (
er) gab Franzen
die hand, wie er vorbei ging Göthe
w. 8, 25
W.; er lauert nachts, wo er meint, dasz eine v. musz gehn O. Ludwig
schr. (1891
ff.) 2, 53; du, der du gehst vorbey, vergönne mir die ruh Hoffmannswaldau
ged. (1697
ff.) 2, 133; selbst ein unsterblicher gott verweilete, wenn er vorbeiging, voll verwunderung dort (
ἐπελθών) Voss
Od. 5, 73
Bernays; sihest du nicht, wie sie aller vorbeygehenden augen auf sich ziehen
d. discourse d. mahlern (1721
ff.) 2, 123. —
mit näherer örtlicher bestimmung: hier, dort, vorn, hinten, links, rechts vorbeigehen
u. ä.; (
die) an ihm mit einem grusze vorbeigingen Göthe
w. 21, 136
W.; der pfad war ... so schmal, dasz nicht zwei aneinander vorbeigehen konnten G. Keller
w. (1889
ff.) 6, 68; diesmal gings etwas enger, am plattigen absturze v. H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 384; geh ich vorbei am rabensteine, so blinz ich nur
das rechte auge zu Schiller
räuber 2, 3. Sesitach gieng ... bey den euszerlichen wachen vorbey Lohenstein
Armin. 2, 1043
b; statuen, bei denen wir mit niedergeschlagenem blick vorbeizugehen haben
M. v. Ebner-Eschenbach
schr. (1893
ff.) 4, 397. — sehet aber zu, dasz ihr morgen eurem manne ursach für meinem hause vorbey zugehen geben möget Prätorius
glückstopf (1669) 123; geh ich mit ängstlich scheuen füszen vor einer offnen gruft vorbei Schubart
ged. (1825) 1, 182. vorbeigehen,
nicht stehen bleiben, achtlos vorüber gehen: geht v. wie der priester und dankt gott wie der pharisäer Göthe
w. 19, 66
W.; dagegen schweiz. bei einem vorbeigehen,
im vorbeigehen vorsprechen schweiz. idiot. 4, 907. bb)
andere arten der bewegung: mit pferden, mit schiffen vorbeygehen Stieler 627; wagen, so mit speisen und waffen vorbeygehen würden Bucholtz
Herkuliskus (1665) 743; (
wagen) der langsam vorbey ging Laroche
gesch. d. frl. v. Sternheim (1771) 1, 210. —
im allgemeinen sinne des reisens: frau v. Kalb, die dieszmal leider nur in der ferne an mir vorbeygegangen ist Göthe IV 10, 216
W. —
von der bewegung auf dem schachbrett: nimm den springer nur.ich will ihn nicht, ich geh vorbey Lessing
Nathan 2, 1.
geschosse: kugel, welche dicht vor dem schiff vorbeiging Forster
schr. (1843) 1, 34; vaters pfeil gieng mir am leben hart vorbei Schiller
Wilh. Tell 5, 2;
im prägnanten sinn, s. unter e. —
bewegung von himmelskörpern: wenn er (
ein planet) über oder unter der sonne vorbeygeht Schubert
schr. (1823
ff.) 3, 117. —
bewegung des getragen, gereicht werdens: das glas vorbey gehen lassen Adelung; ungekostet bleibt kein teller, und kein glas geht voll vorbey Gotter
ged. (1787) 1, 32. cc)
von dem auf dem wege bewegten auf diesen übertragen: ich weisz nicht anders, als dasz der weg von Kassel allerdings bey Wolfenbüttel vorbeygeht Lessing
w. 17, 375
M. dd)
von der räumlichen vorstellung aus in mannigfacher freier und übertragener anwendung. —
mit dem nebensinne des nicht haltmachens, nicht achtens: der tod, der ... so viele tausende hinwegraft ist bey euch vorbeygegangen Miller
predigten f. d. landvolk (1776
ff.) 1, 43; die österreichischen manifeste ... muszten an dieser thatsache so viel als möglich vorbeigehen Ranke
w. 30, 239; an schwierigkeiten v.,
ihnen ausweichen; (
gleichgültigkeit) geht an der schönheit v. ohne begeisterung Ebner-Eschenbach
schr. (1893
ff.) 3, 342; das geht vor der wahrheit v.,
ist erlogen schweiz. idiot. 4, 907;
anders, innerhalb der geistigen entwicklung: wo wir ja was träumen, ists kaum seiner jugend gleich. weil er längst vorbey gegangen, wo wir denken anzufangen Neukirch
ged. (1744) 4; kein tag vergeht, dasz du nicht hundertmal an meiner seele vorbeigehst Schubart
br. 2, 33
Str.; wie das ungeheure mit ganz leidlichem schritt bey uns vorbeygegangen Göthe IV 24, 21
W. ee)
prägnant von wurf, hieb, stosz, schusz u. ä., das ziel verfehlen: schade um jeden schlag, der, ohne zu treffen, vorbeigegangen Görres
schr. (1854
ff.) 5, 186. ff)
auszerordentlich häufig ist im vorbeigehen,
zunächst im eigentlichen räumlichen sinne: jemanden im vorbeigehen ansprechen, grüszen, besuchen
u. s. w.; es kann dann die vorstellung sich damit verbinden, dasz dem gegenstande, eben weil an ihm vorbeigegangen wird, nur eine geringe oder gar keine aufmerksamkeit geschenkt werden konnte, besonders, wenn nur
hinzutritt: ich habe es nur im vorbeigehen gesehen. — im vorbeigehen für des Tyridates zimmer wurde sie gewar A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 2, 219; unsere bekanntschaft, lady, fängt sich sehr im vorbeygehen (
flüchtig) an Lessing
w. 2, 325
M.; ein nachlässiger knicks im vorbeygehen Nicolai
Seb. Nothanker (1773) 1, 181; (
eiland,) dessen schönheiten wir kaum im vorbeigehen hatten kennen lernen G. Forster
schr. (1843) 1, 353; da ich mir denn im vorbeigehen die sämmtlichen munteren gäste flüchtig beschaute Göthe
w. 33, 215
W.; so viel ich im vorbeygehen am schlüsselloch erlauschen konnte Kotzebue
dram. w. (1827) 2, 84; kam auch im vorbeigehen durch Africa Immermann
w. 1, 15
B.; welche verstohlen im vorbeigehn nur freundlich mir streifet den arm Göthe
w. 1, 326
W. dann aber übertragen, besonders auf thätigkeit oder darstellung in rede oder schrift, im sinne von gelegentlich, bei dieser gelegenheit, nebenbei, nicht als hauptsache, flüchtig: wir merken als im vorbeygehen an Gottsched
beyträge z. crit. hist. (1732)
ff. 1, 45; (
anmerkungen,) die herr Klopstock mehr im vorbeygehen, als mit vorsatz zu machen scheinet Lessing
w. 8, 44
M.; so wohl über das, was er im flüchtigsten vorbeigehen, als was er am ausführlichsten erzählt Herder
w. 18, 423
S.; dies sey im vorbeigehn ein zwar kurzer, aber ... nützlicher commentar Bürger
w. 184
Bohtz; vielleicht spreche ich einmal, im vorbeygehen, bey anderer gelegenheit davon Göthe IV 16, 87
W.; grosze kunstwerke gleichsam im vorbeygehn aufzubaun
Athenäum 1, 1, 138; alles wird im vorbeigehen abgethan Hebbel
br. 3, 32
W. — von etwas im vorbeigehen hören, reden hören,
so dasz es nicht ganz aufgefaszt wird: ein dorfpredikant, der vom alten Homer im vorbeigehn etwa gehört hat Voss
ged. (1802) 3, 143.
häufig sind absolute verbindungen mit dem part. prät., oder im vorbeigehen
allein wird aus dem satz herausgehoben: welchen (
don Quichote) ich, im vorbeygehn gesagt, ... lieber habe ... als den gröszten helden des alterthums Bode
Tristram Schandi (1774) 1, 49; doch das nur im vorbeigehn gesagt Tieck
schr. (1828
ff.) 5, 33. — im vorbeygehen: sie sind doch wohl nicht gar eifersüchtig? Lessing
w. 2, 22
M.; wofür mich, im vorbeigehen, niemand entschädigt Bauernfeld
schr. (1871) 2, 35. gg)
in verbindung mit dem accus. (
s. oben vorbei 1 c),
auszerordentlich häufig noch im 18.
jh., doch dann seltner werdend und jetzt gemieden; '
sehr unschicklich ist es, wenn einige diese wortfügung auch in der eigentlichen bedeutung des nebenwortes und des zu ihm gehörigen zeitwortes nachahmen' Adelung.
dasz dieses verbot dem sprachgebrauch seiner zeit nicht gerecht wird, ist schon a. a. o. bemerkt, s. die gehäuften beispiele unter α. g@aα)
im eigentlichen räumlichen sinne; der acc. bezeichnet eine person: die Crabaten, so in den vorquartieren lagen, war der feldmarschalck vorbey gegangen Chemnitz
schwed. krieg 1 (1648), 300; Bartel, man spricht doch wohl ein freundliches wort, wenn man ehrbare jungfern vorbeigeht Voss
ged. (1802) 2, 294; jemanden vorbeigehen,
ihn wenn man an seiner wohnung vorüber kommt, auf der reise seinen wohnsitz berührt, nicht aufsuchen, so oft bei Göthe: erhalten sie mir ein freundliches andenken und gehen mich nicht vorbey, wenn sie in meine nähe gelangen
w. IV 23, 66
W. —
unpersönliches object; auch hier wird entweder die blosze bewegung in bezug auf einen gegenstand oder aber das nicht haltmachen, nicht eintreten, nicht beachten u. ä. bezeichnet: das gebürge vorbey gehen Steinbach 1, 547; die dörffer, so wir heute vorbey giengen A. Olearius
pers. reisebeschr. (1696) 179; alle baurenkinder, die sein haus vorbey gingen Miller
Siegwart (1777) 1, 7; körperkrankheiten pflegen nicht den kopf vorbeyzugehen Hippel
lebensläufe 3, 1, 141; als ich das Thomasthor vorbeiging Schiller
Fiesko 3, 11; ich ging mehrere blenden von heiligen v. Thümmel
w. (1812) 4, 150; ich ging einmal alle diese fenster vorbey Ayrenhoff
w. (1814) 6, 46; oft trocknet ich die augen mir, und ging vorbei den lieben ort Herder
w. 25, 591
S.; er ging viel hohe palläste prächtiger sünder vorbey Klopstock
Messias 4, 1053; und geht dein schwung den sitz allvaters vorbey Denis
lieder Sineds (1772) 142; diesen (
thron) gehe vorbei (
τὸν παραμειψάμενος) Voss
Od. 6, 310
Bernays; ich ging die traube stumm vorbei Rückert
w. (1867
ff.) 3, 90.
s. schweiz. idiot. 2, 33. g@bβ)
dann freier und übertragen, übergehen, mit persönlichem und unpersönlichem object: das sie andere, höher begabte, leute hierin vorbey giengen und ihm ... dieses werck anvertrauen wolten Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653), 70; mein vater, den ich gleichwohl nicht vorbeygehen darf, war ein mann schlecht und recht Musäus
physiogn. reisen (1778
ff.) 3, 11; (
ich) bitte wenn ich sonst dienstlich sein kann, mich nicht vorbey zu gehn Göthe IV 30, 21
W.; manch andre wollen wohl dienen, gehn unser einen vorbey maler Müller
w. (1811) 3, 157; eine menge reizender lüstlinge ging sie vorbei und wählte den meerzwiebelkopf Pericles Meiszner
Alcibiades (1781) 1, 263; nicht ungern gehen sie den bischof v. und wenden sich an den pabst Ranke
w. (1867)
ff. 1, 170;
in besonderer wendung: ich freue mich, dasz das rectorat sie diesesmal vorbeygehen wird Gottschedin
br. (1771
ff.) 1, 154. —
mit unpersönlichem object: das böse, das gott daneben gibt, verdecket er und gehets vorbey Petri
d. Teutschen weiszh. (1604
ff.) 2, z 1
b; vieles andere in der lateinischen sprache, welches kürtze halben jetzo vorbey gehe Morhof
unterr. v. d. d. spr. (1682) 1, 163; nur einen umstand können wir nicht vorbeygehen Wieland
Agathon (1766
ff.) 2, 209; die geschichte geht solche kleine begebenheiten vorbey Klopstock
gelehrtenrepubl. (1774) 287; manche versuche vorbeigehend Göthe
w. 49, 378
W.; ich musz hier vieles vorbeigehen Grimm
rechtsaltert.4 1, 595; was er ganz unachtsam bisher vorbey gegangen, erwecket itzo sein gemüth Gottsched
ged. (1751) 1, 33. ein ding mit stilschweigen vorbeygehen Kramer
teutschital. dict. 1 (1700), 492
b; doch gehet er auch nicht mit stillschweigen vorbey den verstand und klugheit der schwalben Prätorius
winterflucht d. sommervögel (1678) 139. —
im sinne von verfehlen: alle drei erklärungen gehen das wesen der schönheit gerade vorbei Herder
w. 22, 39
S. g@gγ)
passivische wendungen, im eigentlichen und übertragenen sinne: (
umstände, die) mit stillschweigen nicht können vorbey gegangen werden
M. Walther
erl. des propheten Daniel (1645) 2, 4; als sie sahen, dasz sie in Mahomets testament vorbey gegangen waren A. Olearius
pers. baumgarten 7, 15
anm.; ob alle posten visitiert, und nicht etwan eine vorbey gegangen worden v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 421; der hauptfehler der gantzen sache ist, dasz die wahre hertzensveränderung ... vorbeygegangen wird Francke
sonn-, fest- u. aposteltagspred. (1746) 1, 604; weil er, der landesfürst vorbeigegangen worden Ranke
w. (1867
ff.) 4, 193; rosen, heut vorbei gegangen, sucht man morgen oft zu spät Hegner
schr. (1828) 3, 244; doch gehn ihr die meisten gesellen vorbey Voigtländer
oden u. lieder (1642) 82; hh)
mit dem dativ (
s. oben vorbei 1 d). h@aα)
im eigentlichen sinne: zu dem sprach ein geistlicher, der ihm vorbeygienge, also A. Olearius
pers. baumgarten 9, 21; geht gerade zu ... und der stadt Ravenna vorbey auf Rom
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778
ff.) 1, 149; geht dem geheimen rath und dem major mit viel freundlichen scharrfüszen v. Lenz
hofmeister 1, 1; daher man ihr (
einer festung) vorbeigehen und ohne gefahr sie im rücken liegen lassen darf Schopenhauer
w. 1, 157
Gr.; zumal ich bei so schlechtem wetter ihnen nicht vorbeigegangen war (
sie aufgesucht hatte) Hoffmann v. Fallersleben
leben 5, 127; h@bβ)
freier und übertragen: dergleichen anlässen und gelegenheiten, die szene zu beleben, geht Shakespeare jederzeit v. O. Ludwig
schr. (1891
ff.) 5, 141; die scherze ihres tänzers schienen ungehört ihrem ohr vorbeizugehn Storm
w. (1899) 2, 100; gingen meine blicke dem leeren, gemalten spiegel v. hinter die coulisse G. Keller
w. (1889
ff.) 1, 113; ach, in schweigender nacht, ging mir die todtenerscheinung, unsre freunde, vorbey Klopstock
oden 1, 41
M.-P.; dem zuruf eines aschenkruges von dieser seltenheit geh nie mein stab vorbei Thümmel
w. (1812) 4, 365. ii)
von der zeit und dem verlauf des geschehens in der zeit: de joget geit bolde vorbey Tunnicius
sprichw. nr. 770; denn kein tag ist vorbeigegangen, dasz nicht Liegnitzische ... da zulangeten Schweinichen
denkw. (1878) 502; es solle nicht jahr und tag vorbeygehen, so solt ihr wunder über wunder hören Harsdörfer
frauenz. gesprächsp. (1641
ff.) 2, 312; nach vorbeygeganger winterkälte Hohberg
georg. cur. (1682) 2, 45; in dieser einsamkeit waren zwanzig jahre vorbey gegangen Rabener
schr. (1777) 4, 111; so war ich ursache, dasz dieses fest aufs glücklichste vorbeiging Göthe
w. 43, 334
W.; während sie (
die scene eines dramas) ohne dies wirkungslos und störend vorbeigehen würde O. Ludwig
schr. (1891
ff.) 5, 192; eine gelegenheit geht ungenützt v.; hundert jahr, aus gottes gunst, sind nunmehr vorbey gegangen
Königsb. dichterkreis 208
ndr.; es geht kein tag vorbey, dasz er nicht reime saget Neukirch
ged. (1744) 174; rosenzeit! wie schnell vorbei, schnell vorbei bist du doch gegangen Mörike
werke 1, 64
Göschen; mit dem dat. (
s.h): wie schnell ist uns der tag vorbeigegangen! fünfundzwanzig (
jahre) noch einmal gingen mir vorbei Rückert
w. (1867
ff.) 3, 29. kk)
eine häufige verbindung ist vorbeigehen lassen: wir wollen erst den regen vorbeigehen lassen; eine gelegenheit vorbeigehen lassen,
ohne sie zu benützen; (
er) wollte diese treffliche gelegenheit, seine kunst und seinen witz zu zeigen, nicht vorbeygehen lassen Breitinger
crit. dichtk. (1740) 1, 249; ich will den honigmonat vorbeygehen lassen, ehe ich ihm schreibe Lessing
w. 17, 181
M. —
in ganz anderem sinne: sie furchten mich (
die hofmeisterin) wie den teuffel, auch liesz ich ihnen nichts vorbeygehen (
jetzt: nichts durchgehen) Elisab. Charlotte v. Orleans
br. 5, 118
Holland. ll)
mit betonung des nicht dauerns, des zu ende gehens (
vgl. das jetzt in diesem sinne vorgezogene vorübergehen): der schmerz geht v., es geht alles v.
u. ä.; (
dasz) iedermann nun das ungewitter vorbey gegangen zu seyn glaubte Lohenstein
Arminius 1 (1689) 483
a; befand mich nicht ganz wohl, doch ging der anfall bald vorbey Göthe III 4, 63
W.; doch es ist nun vorbey, und mir thut nichts herzlicher leid, als das alles sobald vorbey gegangen ist Caroline 1, 210
W.; wir wollen alles vorbey gegangene vergessen Hafner
lustsp. (1812) 2, 195; sterbliche sind wir und sterblich sind all unsere wünsche: leid und freude sie gehn oder wir gehen vorbei Herder
w. 26, 23
S.; das geht vorbei, trift ihn einmal die reihe zu befehlen Schiller
dom Karlos 2, 13; schweig herz! kein schrei! denn alles geht vorbei Brentano
schr. (1852
ff.) 2, 199.
das part. präs. geht in den sinn von flüchtig über: der reichthumb ist ein vorbeygehender schatten A. Olearius
pers. baumgarten s. 108
a; (
der) ein vorbeigehendes abenteuer nicht verschmähete Göthe
w. 21, 286
W. mm)
im sinne von stattfinden, geschehen (
veraltet): (
welches) in der eilfärtigen druckverbässerung forbeigegangen ist Bellin
hochd. rechtschreibg. (1657) b 5
b; an demselben ort, wo dieser blutige brudermord vorbeygegangen Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 145; es geht hier eine schelmerey vorbey Hafner
lustsp. (1812) 2, 65;
vgl. schweiz. idiot. 4, 907
und vorbeilaufen. —