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schmacken

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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28
Verweise raus
33

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmacken verb.

Bd. 15, Sp. 897
schmacken, verb. , in älterer sprache neben schmecken (s. dieses). II. mhd. smacken mhd. wb. 2, 2, 419a. Lexer mhd. handwb. 2, 995, gustare, smacken, schmacken Dief. 271c, sapere, smacken, schmacken 511b, saporare, smacken 511c, saporus, schmackende ebenda, odorare, smacken, schmacken 393b, olfacere, schmacken 394c; daneben smachen, sapere Dief. 511b (vgl. Lexer und mhd. wb. a. a. o.), wie smach neben smack, ahd. gismahhen, sapere Graff 6, 825. mnd. smaken, kosten, schmecken Schiller-Lübben 4, 256b, daneben smacken, schmatzen (aus smackeʒen), geräuschvoll mit behagen essen 255b, mnld. smaecken, sapere, gustare Kilian, neunld. smaken, daneben smakken, schmatzen. hierzu tritt mnd. smacken, schlagen Schiller-Lübben 4, 255b, smacken, collidere, illidere, concutere, iactare, projicere, prosternere, quassare cum vi aut sonitu impingere, quatere Kilian, neunld. smakken, engl. to smack; wesentlich ist das beim schlagen entstehende klatschende geräusch. weiteres s. unter schmecken. die nd. mundarten haben smacken, schmatzen in lebendigem gebrauche erhalten, s. unten unter 5 und Frommanns zeitschr. 3, 262, 70; smâken, schmecken ist bezeugt bei Woeste 243a. Stürenburg 226a. ten Doornkaat Koolman 3, 222b, also in westlichen gegenden, sonst gewöhnlich smecken. in der Stieger mundart (Unterharz, übergang vom niederd. zum md. gebiete) finden wir schmacken, beim essen schmatzen, daneben aber schmâken, die thür mit lautem geräusch zuschlagen; hier ist die länge des vocals gegenüber smacken, schlagen höchst auffallend, auch Schottel 1403 schreibt schmaken, projicere violenter. dieses finden wir im niederhess. schmacken, schmetternd hinwerfen, klatschend an den boden oder gegen die wand werfen wieder Pfister ergänzungsh. 1, 22, vgl.schmackostern. schmacken und schmecken haben in älterer sprache gemeinsame präteritalformen, insofern schmecken diese ohne umlaut bildet. IIII. gebrauch. II@11) von dingen, einen geschmack von sich geben, auf den geschmackssinn einwirken: saporanda, ding die eim wol schmacken Dief. 511c; aber als die suppen uf den disch kam, war keiner, dem die basz schmackt, dann herr Johann Christoffen. Zimm. chron.2 3, 160, 15; es war menigclichen hungerig und lustig zu esen und schmackt alles wol. 4, 271, 27; wie schmackt uch der wein in dem fasz. Pauli schimpf u. ernst 15 Österley; gelt es schmackt wol uber nacht. Fischart Garg. 95a; ach wein du schmackst mir also wol. 98a; das [] manchem dürstigen schnitter ein kalter trunck wassers basz schmacken würd, dann den reichen hünerfressern der badwarm gänszwein. groszm. 5 neudruck; und heltst die hend auff beiden backen, und kiffelst was dir wol thuot schmacken. Grobian. 3062 neudruck. übertragen: dieweil es nach dem latein und andern sprachen schmackt. Simpl. 4, 374, 10 Kurz. auch in prägnanter anwendung für gut schmecken: die wîle den menschen hungert, die wîle smacket ime diu spîse. myst. 2, 146, 36; mir schmackt der wein nit me. Pauli schimpf und ernst 178 Österley; es will jm nicht schmacken ausz den schwartzen schmutzigen hofbechern zutrincken. Fischart Garg. 46b; die alte speise hatte jhr (Eva) nicht mehr schmacken .. wollen. Philander 2, 16; das schmackte! unw. doctor, anh. 49; lang mir dort her den vollen schlauch, ein guote bratwurst ausz dem sack, dasz mir ein küler drunck drauff schmack. Grobian. 108 neudruck; den andern lasz die kleinsten (krebse) schmacken (: zwacken). 123; in übertragener anwendung: ain mensch kummet etwan darin, das jm psalmen nit schmacken, desgleichen weder vasten, beten, zu chor gon schmackt jm ganz nit. Keisersberg sieben haupts. (1510) dd 4a. sprichwörtlich: was schmackt unversucht. Zinkgref apophth. 1, 342. II@22) von personen, durch den geschmackssinn wahrnehmen, kosten, prüfen, genieszen: wanne er en weis niht, er mint niht, er en smacket niht wan das ein. Tauler bei Wackernagel leseb.2 870, 39; und gib jm an ganfer zuoschmacken. Gersdorf wundarznei (1530) 35a; drumm sol unsere l. mutter die h. kirch auch viertzig tag lang jren bauch mit allerley fischen füllen, one eynigs fleisch schmacken, nach dem ausztruckenlichen text Pauli, welcher sagt: esset nicht, schmacket nicht, handelt nicht. Fischart bienenk. 151a (vgl.: ne tetigeritis, neque gustaveritis, neque contrectaveritis. Col. 2, 21); übertragen, prüfend kennen lernen, erkennen: dieweil sie die künstlichkeit unserer muter der h. kirchen .. noch nicht im wenigsten geschmackt haben. 228b. II@33) riechen, geruch haben, von sich geben: swaʒ eht des êrsten in den haven kumet, dâ smacket er iemer mê gerne nâch. Berth. von Regensburg 1, 35, 29; und fundent sant Maternen lip noch do frisch und wol smackende. d. städtechr. 9, 711, 8; wer möcht also lebendige farb machen als grasz von art ist, oder ein bluomen molen, das sye schmacht. Keisersberg post. 3, 82a; es fieng an zuo brennen und zuo schmacken, da sahe er das ein kol uff seinem mantel lag. Pauli schimpf u. ernst 236 Österley; zecht er, sauft er, schmackt er nach köstlicher salben. Terenz übers. von Bol (1544) 121b; die reichen zelten auff den wol schmackenden angern auffgeschlagen waren. Galmy 134; wie riechen auch in üblem sinne: do worent die doten libe also sere smackende worden. d. städtechr. 9, 830, 7. II@44) von personen, mit dem geruchssinn wahrnehmen: alse er diu unkiusche getân hât, sô smacket erʒ wol an dir. Berth. v. Regensburg 1, 434, 27; ein grosz hund in der kirchen war, die würst (die Peter bei sich versteckt trug) er bald im sack vernam, damit er zu herr Petern kam, für das hinder ihm da schmackt. Peter Leu 1143 Bobertag; ich darff nicht wol dahien schmäcken. ey so schmacke, sprach ich, dasz du deine ehre verschmackest. Philander 1, 155. den braten schmacken, vom schmarotzer, der gleich wittert, wo es für ihn etwas zu essen gibt: den braten schmacken. schmacken brettly ist mein nam, schmorutzens ich mich nymmer scham. Murner schelmenz. 28 neudruck; eyn schmack den broten, coenipeta Dasypodius. dann aber heiszt den braten schmecken, schmacken soviel wie 'den handel merken': die h. römische kirch, die den braten zeitlich gschmackt. Fischart bienenk. 10b; in gleicher bedeutung: aber zeitlich schmackt er die apotek. Zimm. chron.2 1, 484, 5. II@55) schmacken, geräuschvoll essen oder trinken, von mensch und thier, schmatzen zum zeichen des behagens: ich schmacke nicht wie eine sau. Rottmann lust. poet 176; sieh, wie der teufel da schmackt, und die zottigen ohren beweget. Voss 2, 262. diese anwendung des verbums ist nd. eigenthümlichkeit: du en scalt nicht smackende eten als ein mesteswin. quelle bei [] Schiller-Lübben 4, 255b; alze eyn swyn smacket he smack smack. ebenda; vgl. brem. wb. 4, 857. Schütze 4, 127. Dähnert 433a. Danneil 197a. Woeste 243a. Stürenburg 226a. ten Doornkaat Koolman 3, 222b, vgl. auch Liesenberg 196; zugleich bezeichnet smacken das geräuschvolle, rohe küssen (wie schmatzen); nld. smack-muylen, maxillas sive labia inter se claro sono collidere manducando; basiare, pangere, affigere osculum; in der ersten bedeutung auch smack-tanden Kilian. II@66) schmacken, schlagen, s. oben unter I. II@77) von thieren, excremente auswerfen: die wisen und matten zu säubern, und zu verhüten, das kein viech mehr darauff schmacke. Sebiz 50; (da) sonst wol nicht ein hund hin geschmackt hätte. Philander 1, 154; wie bei klack, klacken (s. diese th. 5, 889 und 891) geht auch bei schmack, schmacken der begriff des klatschens, schlagens in den des befleckens, verunreinigens über; vgl. schmack, schmackl, macula bei Hintner 221, geschmackl, auswurf eines sich erbrechenden Schm. 2, 543.
7636 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmackenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Schmacken , v. intrs . ein Wort, welches einen Laut, den man beim Essen und Kauen hören läßt und welcher verstärkt ein…

  2. modern
    Dialekt
    schmacken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB schmacke n [màkə K. Z. ; Betschd. Obrröd. (Bed. 2); Wh. Rauw. Saarunion ] 1. schmecken, munden. Ëss un…

  3. Sprichwörter
    Schmacken

    Wander (Sprichwörter)

    Schmacken 1. Harde Schmacken leeren well. – Franck, II, 16 a . 2. Achtern Smack kam'n. – Eichwald, 1752.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmacken

20 Bildungen · 7 Erstglied · 10 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schmacken 2 Komponenten

sch+macken

schmacken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmacken‑ als Erstglied (7 von 7)

Schmackenblett

ElsWB

schmacken·blett

Schmacke n blett f. gew. Pl. Salbeiblatt. Sonntags nehmen die Frauen ein Blatt mit in die Kirche; oft legt man solche Blätter auch ins Gesan…

Schmackenbrätlein

Wander

schmacken·braetlein

Schmackenbrätlein Sein Nam' ist Schmackenbrätlin. – Murner, Schelm., 17. Von denen, die um einer guten Mahlzeit willen herumschmarotzen gehe…

schmackenfahrer

DWB

schmacken·fahrer

schmackenfahrer , m. schiffer, der eine schmacke führt ( s. d. ) Frischbier 2, 292 a ; in entsprechendem sinne schmackenreeder ebenda. schma…

Schmackenführer

DRW

Schmackenführer, m. Schiffer, der eine Schmacke führt schmacken- boͤrding vnnd weißel kahnenfuͤhrer [sollen] ... hundert reichsthaler, dauon…

schmacken II

RhWB

sch·mackenii

schmacken II PfWB PfWB ElsWB ElsWB LothWB LothWB das Wort ist allg. u. hat im ganzen Geb. -a- [urkundl. smachen Lilie, Wierstraet; den aller…

Schmackensack

RhWB

schmacken·sack

Schmacken-sack -agəzak Dür-Birgel m.: verächtl. einer, der viele Butterbrote hintereinander verzehrt; Vielfresser.

schmacken als Zweitglied (10 von 10)

abschmacken

RhWB

ab-schmacken: einen a., prügeln Allg.

erschmacken

ElsWB

ersch·macken

PfWB erschmacke n 1. durch den Geruch ausfindig machen. D e r Hund het eps erschmackt, s is t allewëj ierigs e Ratt um de n Wëj Ingenh. 2. ü…

geschmacken

DWB

geschmacken , verb. einem gut schmecken, verstärktes schmacken (ding die eim wol schmacken Dief. 511 c ), ahd. smakken, gismahhan Schm. 2 2,…

Umschmǘcken

Campe

○ Umschmǘcken , v. trs . ich umschmücke, umschmückt, zu umschmücken , rundum schmücken, mit Schmuck umgeben. Uneigentlich, mit verschönenden…

verschmacken

DWB

versch·macken

verschmacken , verb. einer sache einen schlechten geschmack geben, etwas widerwärtig machen, zu verschmack nr. 2: als ich hineingieng zu hör…

vorschmacken

PfWB

vorsch·macken

vor-schmacken schw. : 'im Geschmack vorherrschen'. Die Zwiwwele schmacken e bissel voʳ [ LU-Friesh ]. SHW Südhess. II 888 vorschmecken; RhWB…

zuschmacken

RhWB

zu-schmacken: die Türe z., knallend zuwerfen Allg.

Ableitungen von schmacken (3 von 3)

erschmacken

ElsWB

PfWB erschmacke n 1. durch den Geruch ausfindig machen. D e r Hund het eps erschmackt, s is t allewëj ierigs e Ratt um de n Wëj Ingenh. 2. ü…

geschmacken

DWB

geschmacken , verb. einem gut schmecken, verstärktes schmacken (ding die eim wol schmacken Dief. 511 c ), ahd. smakken, gismahhan Schm. 2 2,…

verschmacken

DWB

verschmacken , verb. einer sache einen schlechten geschmack geben, etwas widerwärtig machen, zu verschmack nr. 2: als ich hineingieng zu hör…