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Schmecken

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schmecken v., intrs, trs, ntr

Bd. 4, Sp. 206b
Schmecken, v. I) intrs. u. trs. 1) Vermittelst des Geschmackes versuchen, den Geschmack einer Sache proben, zu erfahren suchen und urtheilen, von welcher Art er sei, indem man etwas davon auf die Zunge nimmt und auf die Geschmacksnerven wirken läßt, wobei die meisten Menschen die Lippen mehrmahls zu verschließen und zu öffnen pflegen und dadurch einen Laut hervorbringen, welchen das Wort nachahmet. S. Schmacken. Gewöhnlicher sagt man von dem Proben einer Speise  durch den Geschmack kosten. Eine Speise, die Suppe, den Wein schmecken. Uneigentlich, in weiterer Bedeutung auch, durch andere Sinne erkennen. So wird es in Baiern und andern O. D. Gegenden für ≠ riechen gebraucht. Die Blumen schmecken. Einem Kinde die Ruthe zu schmecken geben, es dieselbe fühlen lassen, indem man es damit schlägt. Er mag auch einmahl schmecken, wie so etwas thut. 2) Durch den Geschmack erkennen, des Eindruckes, welchen ein Körper auf die Geschmacksnerven macht, sich bewußt sein. Scharf schmecken. Nicht schmecken können. Ih schmecke, daß es mit Honig und nicht mit Zucker gesüßt ist. »Da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken.« Matth. 27, 34. Uneigentlich, mit Lust genießen. Ih schmecke nur dann ein Vergnügen, wenn ich es mit ihr theile. I weiterer Bedeutung auch, durch andere Sinne empfinden, erfahren und überhaupt, empfinden, erfahren. »Schmecket, wie freundlich der Herr ist.« Ps. 34, 9. »Die, welche geschmeckt haben die himmlische Gabe und das gütige Wort Gottes.« Ebr. 6, 4. »Den Tod schmecken.« II) ntr. mit haben. 1) Durch den Geschmack auf eine gewisse Art empfunden werden, irgend eine Empfindung, einen Eindruck auf die Geschmacksnerven hervorbringen. Die Galle schmeckt bitter, der Honig süß, der Essig sauer. Gut, wohl, übel, angenehm, unangenehm schmecken. Nicht so gut sagt man häßlich schmecken, und noch weniger gut, schön schmecken. Das schmeckt wie Milch. Nach etwas schmecken, den Geschmack von etwas haben, die Verbindung mit einem Körper durch den Geschmack verrathen. Die Speise schmeckt nach Rauche. Der Wein schmeckt nach dem Fasse. »Das Man (Manna) schmeckte, wie einer wollte, daß es ihm schmecken sollte.« Weish. 16, 20. I engerer Bedeutung, gut schmecken, einen guten angenehmen Geschmack haben, wie auch, mit Wohlgefallen genossen werden. Solche Speisen schmecken ihm. Auf salzige Speisen schmeckt ein Trunk. Es schmeckt ihm. Er läßt sichs schmecken. Wo bei der unbezahlten Freude Sichs Wirth und Fremdling schmecken läßt, Michälis. Es will mir nicht schmecken. Х Das schmeckt nach mehr, sagt man im gemeinen Leben von einer Sache, welche so gut schmeckt, daß man mehr davon haben und genießen möchte. I einer andern engern Bedeutung ist schmecken im Hennebergschen, nach Fäulniß schmecken und riechen. Uneigentlich, auch auf andere Art als durch den Geschmack empfunden, erfahren, erkannt werden, und in engerer Bedeutung, mit Wohlgefallen empfunden  werden. Ein solcher leichter Gewinn schmeckt freilich gut. Die Arbeit will ihm nicht schmecken. Das schmeckt nach der Schule, das verräth die Schule als die Quelle, aus welcher es kömmt, mit Bezug auf die Art und Weise jener Schule. »Die Frau schmeckt gewiß nach dem Dorfe, die ihrem Manne treu bleibt«, d. h. wird dadurch als herstammend vom Dorfe, wo die unverderbten Menschen noch Treue für Pflicht halten, erkannt. Weiße. I weiterer Bedeutung ehemahls, und in Schwaben und in der Schweiz noch jetzt, ≠ riechen, auf die Geruchswerkzeuge wirken. Es smeket so mans iender reget Als es volles Balsemen si. Walther von der Vogelweide. Je mehr man Safran reibet, Je stärker schmeckt er auch, Opiz. 2) ≠ Ganz ungewöhnlich wird schmecken im Schwäbischen auch gebraucht für, aus dem Zusammenhange im Predigen kommen; übel ankommen. I C. Schmid. — D. Schmecken.
3761 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmêcken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schmêcken , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Vermittelst des Geschmackes versu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmecken

    Goethe-Wörterbuch

    schmecken etwa 250 Archivbelege; bis etwa 1782 gelegentl ‘schmek(k)en’; vereinzelt Zusammenschr mit ‘wohl’, mBez auf das…

  3. modern
    Dialekt
    schmecken

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schmecke n [mèkə allg., im U. daneben auch wie in W. màkə s. d. ] 1. schmecken, einen Geschmack haben. Der Win schmeck…

  4. Sprichwörter
    Schmecken

    Wander (Sprichwörter)

    Schmecken 1. Am besten schmeckt, was man selber erjagt und schreckt. – Froschm., F. 2. Bat guet smaket, dat get 'n kuort…

  5. Spezial
    schmecken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schme|cken I vb.tr. 1 (den Geschmack feststellen) ciarcé (cercia) 2 (kosten) ciarcé (cercia), porvé (proa) II vb.intr. 1…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmecken

17 Bildungen · 6 Erstglied · 6 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schmecken 2 Komponenten

sch+mecken

schmecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmecken‑ als Erstglied (6 von 6)

schmeckenbecher

DWB

schmecken·becher

schmeckenbecher , m. , eigentlich schmeck den becher, bezeichnung eines trinkers: assagia-bicchiere, met. bevacchiatore, trincatore Kramer d…

schmeckenbrätlein

DWB

schmecken·braetlein

schmeckenbrätlein , m. , bezeichnung eines schmarotzers ( vgl. das vorige ), in der oberdeutschen form schmeckenbrätlin: aber die schmeckenb…

schmeckenicht

DWB

schmecke·nicht

schmeckenicht , n. eine ausländische, als abführmittel dienende wurzel ohne sonderlichen geschmack, die indische zaunrübe, bryonia indica, j…

schmeckenstengel

DWB

schmecken·stengel

schmeckenstengel , m. : ein kleinod der herzogin Anna (1552) hatte die form aines schmeckenstengels. Schm. 2 2, 543. gemeint ist wol eine la…

schmecken als Zweitglied (6 von 6)

abschmecken

DWB

abschmecken , saporem amittere, den geschmack verlieren. wenn eine speise lange steht, wird sie abschmeckend. Thümmel 7, 89 . vgl. abschmack…

nachschmecken

DWB

nach·schmecken

nachschmecken , verb. 1 1) intransitiv, einen nachschmack geben, zurücklassen: so wird sie ( die natur ) auch schon ihren beisatz zu mischen…

nāchschmecken

Idiotikon

nāchschmecken Band 9, Spalte 906 nāchschmecken 9,906

vorschmecken

DWB

vorsch·mecken

vorschmecken , verb. , pregustare, vorschmecken, kosten und versuchen Diefenbach gl. 454 b ; prelibare 454 c ; Adelung; Campe. 1 1) im eigen…

wohlschmecken

DWB

wohl·schmecken

-schmecken , n. , ' angenehmer gechmack, gaumenkitzel ': ( alles ) was zur anrichtung der speisen und zum wohlschmecken dienet Breitinger cr…

Ableitungen von schmecken (5 von 5)

beschmecken

DWB

beschmecken , olfacere, bericchen, belecken: was schads, dasz Lazarus von hunden kaum beschmeckt, obschon sein armer leib voll elends hier g…

entschmecken

DWB

entschmecken , desipere, stulte facere. voc. theut. 1482 g 5 a . vgl. abgeschmackt .

erschmecken

DWB

erschmecken , odorari, gustare, wittern: mhd. swëlhe würm sint eiterhaft, von dës sëlben tierlînes ( ecidemon ) kraft hânt si lëbens dechein…

geschmecken

ElsWB

g e schmecke n 1. munden. Vor dem Mittagessen trennt man sich mit dem Wunsche: Loss d i r's g.! Co. , mit dem Zusatz: wenn d u d a rzue kunn…

verschmecken

DWB

verschmecken , verb. schmecken. zusammensetzung zu schmecken, dessen bedeutung durch die silbe ver nicht geändert ist. das wort ist selten. …