schmecken etwa 250 Archivbelege; bis etwa 1782 gelegentl ‘schmek(k)en’; vereinzelt Zusammenschr mit ‘wohl’, mBez auf das PartPräs ‘wohlschmeckend’ sd 1
den Geschmack von etw (prüfend) wahrnehmen; mit persönlichem Subjekt bzw in (metonym) Bezugsverschiebung a
konkr: durch Kosten den spezifischen Geruch u Geschmack einer Substanz als Sinneseindruck aufnehmen α
im Zshg mit der Nahrungsaufnahme; gelegentlich in bildl bzw gleichnishaftem Zshg Ich kost' und ich schmecke bei'm Essen GWB1,124 Gewohnt,getan 18 frische Mandeln, Maulbeeren und dergleichen das ich in vielen Jahren nicht geschmeckt GWBB25,13,8 Christiane 8.8.14 die kleine Bronze..Diese Brosamen, von dem großen Gastmahl der Vorwelt, sind demjenigen, der sie zu
s. versteht, ein köstlicher Genuß GWBB15,293,3 Hirt 29.11.01 K Die Eitelkeit ist ohngefähr das, was beim Essen der gute Appetit ist, das Wohlschmecken, das Innewerden des Genusses GWBGespr(He2,557) Riemer 13.8.10 GWB4,321 Todeslied eines Gefangenen 16 GWB8,178,2 Egm I
uö(selten) β
als physikal-chem Prüfmethode die Farbe..zu
s. ist sie. Blau wird alkalisch, Gelbroth sauer schmecken. Alle Manifestationen der Wesenheiten sind verwandt GWBN11,157,9 MuR(1301) Zink ist das erste Metall daß seine erregbarkeit manifestirt, und man schmeckt die Säure die durch die vereinigung der zwey Metall platten entsteht GWBGespr(Gr6,11) ChSchiller [31.1.06] GWBN11, nach 176 PhysikalWirkungen
uö(selten) γ
mit redensartl Anklang: ‘Wasser s.’ euphem-verhüllend iSv ins Wasser geworfen werden (u ertrinken) b
übertr: empfinden, spüren, erfahren; auch: genießen od erleiden Sünde, daß ich dich liebe..Ich hab sie in ihrer ganzen Himmelswonne geschmekt diese Sünde GWBAA148,15 Werth
1 II~GWBWerth
2 [
in Betrachtung des Straßburger Münsters] Ein ganzer, großer Eindruck füllte meine Seele, den, weil er aus tausend harmonirenden Einzelnheiten bestand, ich wohl
s. und genießen, keineswegs aber erkennen und erklären konnte GWB37,145,13 Von dtBaukunst 1773 Nie schmekt ein Mädgen einen Kuß,|Die sich nicht nach dem zweeten sehnte GWB37,22,30 Annette Kunst Spröden zu fangen I Das war das erstemal, daß ich das Gefängniß schmeckte [
gustassi] GWB43,303,7 Cell II 9 GWB37,161,11 BriefPastors [1773] GWB39,116,15 Götz
1 III
uö(selten) 2
einen bestimmten Geschmack haben; gelegentl mit (metonym) Bezugsverschiebung; häufig ‘sich etw (gut/wohl) s. lassen’ iSv etw mit großem Behagen (vereinzelt als Tröstung od Selbstbelohnung) zu sich nehmen a
(in versch Weise) auf den Geschmackssinn wirken; häufig mit Adv wie ‘(vor)trefflich/gut/wohl/köstlich/herrlich’ bzw ‘süß/salzig/bitter’ od ‘abscheulich/leidlich’ uä α
mBez auf Nahrungs- u Arzneimittel; auch im (vergleichenden) Bild [
Reineke:] Von Fischen, Rehen und anderm|Guten Wildpret, ich speis'te davon, es schmeckte
mir herrlich GWB50,162 ReinF XI 229 [
Antonio zu Alphons, eine Auseinandersetzung zwischen Tasso u dem Arzt schildernd:] „Schafft mir Genesung!” Gut! versetzt der Arzt..|So nehmet diesen Trank. - „O nein! der schmeckt|Abscheulich, er empört mir die Natur.” GWB10,223 Tasso 2903 Die neun Eger Wasser Flaschen..Laß sie dir nur wohl
s. und wohl bekommen GWBB21,316,22 Christiane 3.6.10 Amlet wird von seinen Gesellen gefragt, warum er sich von den gestrigen Speisen enthalten habe; er antwortet, das Brot habe nach Blut geschmeckt, der Trank nach Eisen und das Fleisch habe einen Leichengeruch gehabt GWB42
2,431,21 SaxoGramm,Amlet Ich halte es [
trotz des Besuches der Familie JFHSchlosser in Weimar] ..für sehr gerathen, den jenaischen Kelch, der mir dießmal keineswegs bitter schmeckte, bis auf den letzten Tropfen auszutrinken GWBB33,325,22 Conta 27.10.20 GWBB6,210,6 ChStein 9.11.83 GWBB36,210,22 Marianne [Korr Hecker
4 98] 18.11.22 GWBB4,168,27 Kayser 20.1.80
uö im Zshg äußerer, das Geschmackserleben beim Essen u Trinken beeinflussender Umstände ein Stückchen Brot,|Das, trocken, aus den schönen Händen schmeckt,|Als hätt' es in Ambrosia gesteckt GWB2,88 Lilis Park 28 [
Hauptmann:] macht man nicht gern eine entfernte Spazierfahrt, um einen Kaffee zu trinken, einen Fisch zu genießen, der uns zu Hause nicht so gut geschmeckt hätte? GWB20,87,23 Wv I 7 [
Vater, den Hausneubau begründend:] wenn du künftig deinen Gästen in bessern Zimmern, auf bequemern Sitzen deine guten Speisen aufsetzest, so werden sie ihnen gewiß besser
s. als bisher GWB13
1,45,22 Was wir bringen [1802] Ob das trinkbare Gold [
Wein des vorzüglichen Jahrganges 1811] , hier, hinter dem Thüringerwalde so gut
s. und duften wird, als damals, wo das Auge durch den Anblick des frohen Mayns..und das Herz durch vertrauende Freundschaft erquickt war, ist ein Problem, welches zu lösen nicht säumen werde GWBB25,122,3 Willemer 28.12.14 GWB22,135,19 Lj V 1 GWBB49,157,12 DZelter 26.11.31 K
uö β
übertr: eine bestimmte (angenehme/üble) Empfindung hervorrufen ich lerne den Feldzug nicht von der lustigen Seite kennen. Darauf wird..gutes Wetter desto besser
s. GWBB10,12,4 Voigt [27.]8.[92] Trutz Schnee und Himmelgrau laß ich mir das Beste von Kunst und Natur fürtrefflich
s. GWBB9,94,2 Herder 2.3.89 Sollte jeder Stunde Pein|Bitter
s. mir;|Würd' ich auch bescheiden sein GWB6,24 Div Derb u Tüchtig 6 [
Söller zu Sophie:] Man küßt bei'm Pfänderspiel..|Der Kuß wird ernstlicher und schmeckt nun immer besser GWB9,46 Mitsch
3 100 GWB21,159,23 Lj II 4 GWB19,258,6 BrSchweiz II
uö ‘nach etw s.’ iSv eine bestimmte Assoziation hervorrufen, an etw/jdn erinnern Er [
Wilhelm] ..kramte unter seinen Papieren..Was nach seiner bisherigen Bestimmung schmeckte, ward bei Seite gelegt GWB21,48,4 Lj I 10 bring' ich Euch ein Buch Epigrammen mit, die, hoff' ich, nach dem Leben
s. sollen GWBB9,199,11 Herder 3.4.90 Möge..meine Furcht ungegründet seyn: daß Sie Sich..in eine Reihe von Ausgaben verwickeln, die Ihnen am Ende beschwerlich werden könnten. Ew. Durchl. verzeihen diese..nach einem Ex Cammerpräsidenten s-de Äusserung GWBB9,106,20 AnnaAm 17.4.89 Dieser zweite Fritz [
Bury] ..hat..einen erstaunlichen Abscheu für Schnee, Eis..und Allem, was nach Norden schmeckt GWBB8,350,16 FStein 16.2.88 GWB27,50,21 DuW 6 GWBN4,72,7 FlH VI Mariotte
uö b
meliorativ: einen angenehmen Geschmack aufweisen; häufig in negierendem Kontext, mehrf anspielend auf den Zshg von physischem bzw psychischem Wohlbefinden u Appetit; einmal im Bild α
konkr: munden, auch: eine Gaumenfreude sein Du [
ChStein] erhälst 25 [
Pfund Kaffee] ..Schmeckt er; so kann ich mehr verschaffen GWBT1,296,18 v 13.10.86 Seitdem mir der leichte rothe Wein nicht mehr schmeckt bekommt er mir nicht GWBB23,125,1 Christiane 4.11.12 [
Junker zu Lucidor:] Wenn ich weiß was eine Sache kostet, so schmeckt mir kein Bissen GWB24,145,17 Wj I 8 Wer ist dVerrät Das beykommende Obst laßt euch
s. GWBB16,117,5 Christiane 19.8.02 Die Welt ist ein Sardellen-Salat;|Er schmeckt uns früh, er schmeckt uns spat GWB4,150 Die Welt ist ein 2 GWBB25,11,21 Christiane 7.8.14 GWB6,213 Vs 12 DivSchenk GWBB47,168,16 August 9.8.30 K GWB22,203,21 Lj V 12 GWB25
1,161,24 Wj III 6 Die neueMelusine
uö im Zshg äußerer, das Geschmackserleben beim Essen u Trinken beeinflussender Umstände [
Lord:] Wenigstens habe ich jetzt nicht den Verdruß..daß man mir eine liebe Tasse zerbricht und es mir eine ganze Zeit aus keiner andern
s. will GWB20,320,22 Wv II 10 [
Gottfried:] Ich will euch bewirten, meine Freunde. Ein Glas Wein schmeckt auf so einen Straus GWB39,103,26 Götz
1 III GWB41
2,230,21 Übs:LeGlobe
uö(selten) ―
mBez auf Tabakwaren [
Mutter, mBez auf ihren Mann:] Er scheint mir schon seit einigen Tagen ganz verändert. Seine Pfeife schmeckt ihm nicht mehr..Was kann das heißen? GWB13
1,40,14 Was wir bringen [1802] Der Spaniol [
Schnupftabak] des Herrn von Knebel schmeckte Ihnen und es fand sich noch ein Vorrath GWBB16,244,4 Zelter 1.7.03 GWBB2,55,3 Kestner [Jan/Feb 73 Korr GB2
1,10] β
übertr: iSv jdm gefallen, zusagen, behagen ich bin in dem Augenblicke [
beim Besuch der Sixtinischen Kapelle] so für Michel Angelo eingenommen, daß mir nicht einmal die Natur auf ihn schmeckt, da ich sie doch nicht mit so großen Augen wie er sehen kann GWB30,230,1 ItR [
Egle zu Eridon:] Schmeckt dir mein Kuß? Ich denk's; die heißen Lippen glühten|Nach mehr GWB9,34 LauneVerl 476 Es ist nicht ganz hübsch von Ihnen dass Sie Sich vom Herrn Vetter die Cour machen lassen, indess ich fast aller Miseley entsagt habe, es mir auch gar nicht
s. will GWBB4,243,17 ChStein 28.6.80 [
Reineke, den verletzt liegenden Wolf verhöhnend:] Nach der Mahlzeit schmeckte das Schläfchen GWB50,105 ReinF VIII 70 GWBB9,205,15 CHerder 4.5.90 GWBB5,90,11 ChStein 20.3.81 GWB39,135,6 Götz
1 IV
uö 3
oberdt: riechen, durch Geruch wahrnehmen1); in metasprachl Zshg Menschen, welche..früher in der Schweiz unter dem Namen Brunnenschmecker bekannt geworden, sind herumgezogen, haben Brunnen aufgesucht und gegraben. NB.
s. heißt dort riechen. (Von Hofrath Meyer erzählt.) GWBN13,460,24 Plp [G?]
→ GWB
vor- GWB
wohl- geistig-wohlschmeckend GWB
gutschmeckend GWB
abgeschmackt GWB
geschmackt GWB
Abgeschmack GWB
Abgeschmacktheit GWB
Geschmack GWB
Geschmäckler GWB
Vorschmack Syn zu 1
GWB
kosten zu 2b
GWB
munden zu 3
GWB
riechen 1) vgl ua Schweizerisches Idiotikon 9(1929),883ff Juliane BrandschJ.B.