abgeschmackt auch ‘abgeschmakt’ AA13,16 Werth
1 I GWBB5,150,20 Lavater 22.6.81
In Übs für frz ‘insipide’ GWB45,23,7 RamNeffe GWB45,71,14 RamNeffe GWB45,116,17 RamNeffe
‘sot’ GWB45,82,20 RamNeffe
‘saugrenu’ GWB45,47,19 RamNeffe
‘das A-e’ in Übs für frz ‘l’absurdité’ GWB45,273,24 Diderot,Malerei I
Das Wort ist Gegenbegriff zu dem Adj ‘geschmackt’ (mhd ‘gesmac’: wohlschmeckend, schmackhaft), belegt noch beim jungen G ½7 nach dem Steeg. Fische gebachen geschmackt GWBT1,6,14 v 20.6.75
Auch bei a. klingt die sinnliche Bedeutung ‘unschmackhaft’ gelegentlich noch an Warum man sich .. plackt | Das ist gewöhnlich abgeschmackt. | Zum Beispiel unser täglich Brot | Das ist nun eben nicht das feinste GWB15
2,183 Faust II Plp [
Mandandane:] Sollte sein [
des Prinzen] Andenken so eine erlogene a-e Nahrung [
ausgestopfte Puppe in der Gestalt Mandandanes] brauchen, so müßte seine Liebe selbst von dieser kindischen Art sein; er würde nicht mich, sondern eine Wolke lieben GWB17,62,12 TriumphEmpfindsamk V
im Bild Die Künste sind das Salz der Erde; wie dieses zu den Speisen, so verhalten sich jene zu der Technik. Wir nehmen von der Kunst nicht mehr auf als nur daß das Handwerk nicht a. werde GWB24,377,25 Wj II 7
Durchgehende Bedeutung des Wortes ist ‘geschmacklos, geschmackswidrig’, was die verschiedensten Nuancen von ‘schal, platt, banal, albern’ über ‘gewöhnlich, alltäglich, gemein’ bis zu dem rationalen ‘unsinnig, absurd’ durchläuft; G selbst verbindet a. mit folgenden Ausdrücken: ‘unschmackhaft’ GWB28,69,4 DuW 11
‘reizlos’ GWB45,292,28 Diderot,Malerei II
‘schal’ GWBNatT 1634
‘leer, schal, abscheulich’ GWBB7,170,20 ChStein 26.1.86
‘leer’ GWBB11,267,7 Schiller 19.11.96
‘satt, übermütig, leer’ GWB22,87,14 Lj IV 15~GWB52,246,8 ThS VI 10
‘platt’ GWB5
1,250 Xen 312(392) [Schiller?]
‘platt, unnatürlich’ GWB51,34,24 ThS I 10
‘schief’ GWBB11,149,20 Meyer 5./8.8.96
‘wunderlich’ GWB19,218,9 BrSchweiz I GWBB13,173,18 GehConsilium 11.6.98 K
‘klein’ GWBB8,230,23 ChStein 8./9.6.87
‘kleinlich’ GWB30,91,5 ItR
‘kümmerlich’ [
Adv] GWB47,340,16
‘lächerlich’ GWB22,151,7 Lj V 3 GWBN4,105,20 FlH VI GWBB23,444 Zelter 19.5.12 K GWBN2,4,21 FlP 6
‘kindisch’ Gespr(Bi 1,456) Riemer 18.11.06 GWB51,126,27 ThS II 3
‘kindisch, barbarisch’ GWBB12,382,26 Schiller 23.12.97
‘albern’ GWBB6,114,25 ChStein 29.12.82 GWB22,19,24 Lj IV 2~GWB52,178,24 ThS V 13 GWB22,138,5 Lj V 1
‘gemein’ GWB24,255,20 Wj II 2 GWBB7,237,24 ChStein 6.7.86
‘ungeschickt, konventionell’ GWB7,102,13 DivNot UrElemente orientPoesie
‘unschicklich’ GWB47,333,12 Zu:Meyer,Lehranst Plp
‘ungehörig, unverständlich’ GWBB24,31,14 Knebel 13.11.13 GWB27,134,28 DuW 7
‘unanständig’ GWB21,207,17 Lj II 11
‘scheltenswert’ GWB30,213,2 ItR=GWBB8,51,25 Herder uFr 10./11.11.[86]
‘unleidlich’ GWBB10,334,17 Schiller 21.11.95
‘traurig’ GWBN3,274,10 FlH V
‘mißgestaltet’ GWB31,111,4 ItR
‘kalt’ GWB37,335,13 PhysiognFragm
‘brutal’ GWB47,343,12
‘absurd’ Gespr Boisserée 7.8.15
‘schlecht’ GWB45,256,12 Diderot,Malerei I AA13,16 Werth I
‘böse’ GWBN1,320,11 FlD 800
‘elendest’ GWB52,92,8 ThS IV 16
‘furchtbar’ GWB33,263,10 Camp
Als Gegenbegriffe zu a. erscheinen: ‘geschmackvoll’ GWBT2,151,17 v 18.9.97=GWB34
1,364,2
‘delizios’ GWBN5
1,467 EntoptFarb Var
‘artig’ GWBB15,284,6 JSchlosser 24.11.01 K GWBB16,251,7 Schiller 5.7.03
‘verständig und geistreich’ GWBB19,4,21 Eichstädt 25.5.05
‘vernünftig’ GWB23,23,15 Lj VII 3 GWB20,25,3 Wv I 2
‘gut’ GWBB20,200,1 Christiane 7.11.08
‘wahr’ GWB47,130,2 Samml 2
‘wahr und schön’ GWBB24,365 Sartorius [28.2.14] K
‘gut und schön’ GWB22,28,4 Lj IV 3=GWB52,224,24 ThS VI 7
‘edel’ GWBT1,257,8 v 3.10.86 GWB40,66,21 Üb:Piccolom
‘vortrefflich’ GWB31,109,19 ItR
‘würdig’ GWB24,255,20 Wj II 2
‘göttlich, herrlich’ GWB37,335,13 PhysiognFragm
Das Wort wurzelt in der Geschmacksästhetik des 18. Jahrhunderts, s Geschmack, Geschmacksurteil1).
Besonders bemerkenswert, wie G diese gesellschaftlich-ästhetische Geschmacksnorm in pointierter, ironischer Weise in den verschiedensten Bereichen anwendet. Bei dem sehr komplexen Charakter des Worts ist eine Differenzierung noch Bedeutungen nicht scharf durchführbar. Die Belege werden deshalb im folgenden nach Anwendungsbereichen geordnet 1
bezogen auf Personen: einzelne, literarische (bes dramatische) Figuren, Gruppen, Typen Heute hab ich ganz alleine zugebracht, indem in Tiefurt gros Essen und Versammlung war. Die schöne Gräfinn und die a-en Grafen GWBB6,46,15 ChStein 26.8.82 [
Gräfin Brühl] wird nicht liebenswürdiger, sie fängt an sich gehn zu lassen .. kennt weder Maas noch Ziel und wird gelegentlich höchst gemein und a. GWBB7,237,24 ChStein 6.7.86 indeß ist es wahr, daß diese Frau [
Wilhelms Mutter] .. noch in ihren ältern Jahren eine Leidenschaft für einen a-en Menschen kriegte GWB51,11,20 ThS I 3 dieser .. Weltmann .. wendet .. seinen Beifall dem Elendesten und A-esten der ganzen Gesellschaft zu [
dem Pedanten], und eine .. kluge .. Dame schenkt ihre Gunst einer liederlichen Greatur [
Philine] GWB52,92,8 ThS IV 16 [
Alceste:] Wir gingen neulich, mein Gemahl und ich, in dem Hayn .. als ich auf einmal meinen Namen mit einem unleidlichen Tone ausrufen hörte. Wir wandten uns. Da erschienen zwey a-e gezierte hagre blasse Püppchens, die sich einander Alceste! Admet! nannten GWB38,16,14 GöttHeldWieland diese magische Gewalt .. die den Prinzen an eine a-e ausgestopfte Puppe fesselt GWB17,58,17 TriumphEmpfindsamk V [
Serlo als Polonius] ich werde die gehörige Ruhe und Sicherheit, Leerheit und Bedeutsamkeit, Annehmlichkeit und geschmackloses Wesen, Freiheit und Aufpassen, treuherzige Schalkheit und erlogene Wahrheit .. recht zierlich aufstellen. Ich will einen solchen grauen, redlichen, ausdauernden, der Zeit dienenden Halbschelm auf’s allerhöflichste vorstellen .. Ich will reden wie ein Buch, wenn ich mich vorbereitet habe, und wie ein Thor, wenn ich bei guter Laune bin. Ich werde a. sein, um jedem nach dem Maule zu reden, und immer so fein, es nicht zu merken, wenn mich die Leute zum Besten haben GWB22,174,17 Lj V 6 Eine neue Deutsche Oper nach der andern bricht zusammen, wegen Mangel schicklicher Texte .. Die alttestamentlichen Gegenstände thun bey uns einen ganz wunderlichen Effect; es ließ sich bey Roberts Jephtha und bey Alfieri’s Saul bemerken. Es ist kein Widerwille, der erregt wird .. aber eine Unneigung. Jene Mythen .. stehen in einer ernsten Ferne respectabel vor uns .. Wie jene Heroen aber wieder in die Gegenwart treten [
dh als dramatische Personen auftreten], so fällt uns ein daß es Juden sind und wir können es nicht lassen sie ein bischen lächerlich wo nicht a. zu finden [> und wir fühlen einen Contrast zwischen den Ahnherren und den Enkeln, der uns irre macht und verstimmt
R] GWBB23,444 Zelter 19.5.12 K ― wenn man vom Tisch aufstehe, einem Leichen-Conduct zu begegnen sey gar zu widerwärtig, wie das Skelett von Silber, was der a-e reiche Römer Trivultio [
Trimalchio] seinen Gästen immer beym Desert als Memento mori zugeschoben habe Gespr Kanzl Müller 16.2.30 ― Die Maske der Quacqueri .. Man siehet, daß sich diese Figur sehr dem Buffo caricato der komischen Oper nähert, und wie dieser meistentheils einen läppischen, verliebten, betrogenen Thoren vorstellt, so zeigen sich auch diese als a-e Stutzer GWB32,235,19 ItR ― Ich hofte daß die Kopenhagner .. aus unsern Xenien ein neues Argument für die wirkliche und unwiderlegliche Existenz des Teufels nehmen werden .. Freylich ist es .. sehr schmerzlich daß ihnen die unschätzbare Freyheit, leer und a. zu seyn, auf eine so unfreundliche Art verkümmert wird GWBB11,267,7 Schiller 19.11.96 Die Leipziger sind als eine kleine moralische Republick anzusehn. Jeder steht für sich .. ieder produzirt sein kleines Original, er sey nun verständig, gelehrt, albern, oder a., thätig, gutherzig, trocken oder eigensinnig, und was der Qualitäten mehr seyn mögen GWBB6,114,25 ChStein 29.12.82 [
Meph:] Viel klüger, scheint es, bin ich nicht geworden; | Absurd ist’s hier, absurd im Norden, | Gespenster hier wie dort vertrackt, | Volk und Poeten abgeschmackt. | Ist eben hier eine Mummenschanz GWBFaust II 7794 Klass Walpurgisnacht [
Wilh üb den Edelmann und den Bürger:] Wenn der Edelmann durch die Darstellung seiner Person alles gibt, so gibt der Bürger durch seine Persönlichkeit nichts und soll nichts geben. Jener darf und soll scheinen; dieser soll nur sein, und was er scheinen will, ist lächerlich und abgeschmackt. Jener soll thun und wirken, dieser soll leisten und schaffen .. es wird schon vorausgesetzt, daß in seinem Wesen keine Harmonie sei, noch sein dürfe GWB22,151,7 Lj V 3 Das Publicum im Gedränge. | Wohin flüchten wir uns? Sind wir natürlich, so sind wir | Platt, und geniren wir uns, nennt man uns [es GWB5
1,250] a. gar GWB5
2,313 Xen 312 Var (395) [Schiller?] [
Aurelie üb ihre Tante:] Was mußten wir Kinder mit dem reinen und deutlichen Blick der Unschuld uns für Begriffe von dem männlichen Geschlechte machen? Wie dumpf, dringend, dreist, ungeschickt war jeder, den sie herbeireizte; wie satt, übermüthig, leer und a. dagegen, sobald er seiner Wünsche Befriedigung gefunden hatte GWB22,87,14 Lj IV 15~GWB52,246,8 ThS VI 10 [
Aurelie:] Da ich nicht vermeiden konnte, sie [
die Männer] auf dem Theater und auch im Hause zu sehen, nahm ich mir vor, alle auszulauren .. wenn Sie denken, daß von dem a-en Ladendiener und dem eingebildeten Kaufmannssohn bis zum gewandten abwiegenden Weltmann .. alle nach und nach bei mir vorbeigegangen .. so werden Sie mir zugeben, daß ich .. glauben durfte, mit meiner Nation ziemlich durchgekommen zu sein GWB52,256,26 ThS VI 11 man muß nicht immer auf gleiche Weise Beifall geben, man würde .. für einen Heuchler gelten, man würde a. [
insipide]. Dieß läßt sich nur durch Urtheilskraft und Fruchtbarkeit vermeiden GWB45,71,14 RamNeffe Nach einigen Augenblicken .. wachte er auf, streckte die Arme, gähnte, rieb sich die Augen und suchte seine a-en [
insipides] Schmeichler noch um sich her GWB45,23,7 RamNeffe Niemand hat Geist, wenn er nicht so a. [
sot] ist wie wir GWB45,82,20 RamNeffe Nichts A-ers find’ ich auf der Welt, | Als einen Teufel der verzweifelt GWBFaust I 3372=Fragm 2043
bezogen auf Tiere [
Meph:] Wie findest du die zarten Thiere [
Meerkatzen]? [
Faust:] So a., als ich nur jemand sah! GWBFaust I 2387 Hexenküche~Fragm 854 2
mBez auf Betragen, Verhalten, Gefühle, Veranstaltungen, äußere Erscheinung Ich habe in derselben [
Stadt Schaffhausen] nichts geschmackvolles und nichts a-es bemerkt, weder an Häusern, Gärten, Menschen und Betragen GWBT2,151,17 v 18.9.97=GWB34
1,364,2 Wie sehr wünschte ich daß Sie .. mich .. unter meinem alten Schieferdach [
in Oberroßla] besuchten. Sie sollten in einer Gesellschaft speisen .. die wenn sie sich gleich ein wenig zur Carricatur neigt doch wie ich hoffe nicht ins A-e fallen soll GWBB15,218,2 HWolfskeel 23.4.01 K So konnte er [
Behrisch] sich .. Stunden lang beschäftigen, die Vorübergehenden zu recensiren und .. genau .. anzuzeigen, wie sie .. sich betragen müßten .. Dergleichen Vorschläge liefen meistentheils auf etwas Ungehöriges und A-es hinaus GWB27,134,28 DuW 7 [
Besuch beim ‘tollen Hagen’] In den Ecken des Saales standen saubere Abgüsse des Apollin und ähnlicher Statuen, wunderlich aber sah man sie aufgeputzt: denn er [
der Gastgeber] hatte sie mit Manschetten, von seinen abgelegten, wie mit Feigenblättern der guten Gesellschaft zu accomodiren geglaubt. Ein solcher Anblick gab nur um so mehr Apprehension, da man versichert sein kann, daß ein A-es gewiß auf ein anderes hindeutet GWB35,235,20 TuJ Wie finde ich Worte, die eure Ungezogenheit ausdrücken? .. Schändlich! und was schlimmer ist, abscheulich! und was schlimmer ist, gottlos! und was schlimmer ist, a.! GWB17,88,16 Vögel Endlich wurden meiner schönen Figur [
einem als Frau verkleideten Knaben] .. die a-en Zudringlichkeiten [
der zum Fest mitgeführten anderen Frauen] zur Last [
ragionamento di quelle bestie
donne] GWB43,82,8 Cell I 5 Durch ungegründete und a-e Eifersüchteleien verdarb ich mir und ihr [
Käthchen] die schönsten Tage [
in Leipzig] GWB27,111,16 DuW 7 Wenn nun überdieß gar eins und das andere [
der Schauspieler] in den Proben verdrießlich ward und etwa aus a-em Trutz kurz vor dem bestimmten Tage der Aufführung seine Rolle absagte GWB51,36,18 ThS I 10 Sich den Obern zu widersetzen, einem Sieger störrig und widerspenstig zu begegnen .. ist kindisch und abgeschmackt. Das ist Professorstolz, wie es Handwerksstolz, Bauernstolz und dergleichen giebt, der seinen Inhaber ebenso lächerlich macht, als er ihm schadet Gespr(Bi 1,456) Riemer 18.11.06 Was soll ihr, Julies [
v Egloffstein], längeres Wegbleiben heißen? Es hat keinen vernünftigen Sinn. Es sieht einer Boutade, einem Ertrotzenwollen durch Wegbleiben ähnlich .. Glauben Sie, der Grosherzog würde Julie ein zweytesmal wegreisen lassen ohne ihr die Stelle [
bei Hofe] einzuräumen? .. es war unrecht schon, daß sie das erstemal weggieng — viel unrechter, ja a. ist es, daß sie so lange wegbleibt Gespr(Bi 3,123) Kanzl Müller Ende Jun/Anf Jul 24 [
Serlo findet bei Aurelie einen Dolch] Ich habe einen innerlichen Haß gegen solche Sonderbarkeiten: ein ernstlicher Gedanke dieser Art [
Selbstmord] ist toll, und ein so gefährliches Spielwerk ist a. GWB22,93,12 Lj IV 16 = GWB52,252,9 ThS VI 11 ― Mit physiognomischen Gefühlen und Urtheilen geht es wie mit allen Gefühlen und Urtheilen. Wenn man Misverstand verhüten, keinen Widerspruch dulden wollte, müßte man damit sich gar nicht an Laden legen. Keinem Menschen kann die Allgemeinheit zugestanden werden, sie wird keinem zugestanden. Das, was ein Theil Menschen als göttlich, herrlich, überschwänglich anbeten, wird von andern als kalt, als a. verworfen GWB37,335,13 PhysiognFragm Sie fragten nach Lenz! — Es thut mir leid für Wieland dass er den sich aufgereizt, und auf eine abgeschmackte Weise aufgereizt hat, da ich ruhig bin GWBB2,196,24 SLaRoche 15.9.[74] Der junge Werther. | “Worauf lauerst du hier?” — Ich erwarte den dummen Gesellen, | Der sich so a. über mein Leiden gefreut GWB5
1,256 Xen 355(492) ein Leben .. das mir ohne dich ganz und gar a. und unerträglich wird GWBB7,94,3 ChStein 11.9.85 [
Faust üb Gretchen:] Gefangen! Im unwiederbringlichen Elend! Bösen Geistern übergeben und der richtenden gefühllosen Menschheit! Und mich wiegst du indeß in a-en Zerstreuungen [Freuden GWBUrfaust TrübTag 11], verbirgst mir ihren wachsenden Jammer und lässest sie hülflos verderben! GWBFaust I TrübTag 15 [
Die Hexe bereitet den Zaubertrank. Faust:] Das tolle Zeug, die rasenden Gebärden, | Der a-este Betrug, | Sind mir bekannt, verhaßt genug GWBFaust I 2534 Hexenküche=Fragm 997 [
Karneval in Rom] Diese Lustbarkeit, welche einem Fremden gar bald a. vorkommen muß, ist das Leben der Römer GWBB8,197,15 JFFritsch 20.2.87 Das Carnaval .. ist a-er Spas, besonders da innre Fröhlichkeit den Menschen fehlt GWBB8,183,13 ChStein 13.2.87 Man spricht von einer sehr a-en [
saugrenu] Heirath der Mademoiselle .. wie heißt sie doch? GWB45,47,19 RamNeffe ― wie ich mich zuletzt in den geborgten, abgetragenen grauen Rock einzwängte und die kurzen Ärmel mir das a-este Ansehen gaben GWB27,357,27 DuW 10 [
Reflexionen beim Auskleiden eines Mädchens] Erschrecken wir nicht, wenn eine von diesen fremden, ungehörigen, unwahren Umgebungen [
die Kleidungsstücke] uns entzogen wird, und irgend ein Theil unserer wahren Natur entblößt dastehen soll? Wir schaudern, wir schämen uns, aber vor keiner wunderlichen und a-en Art, uns durch äußern Zwang zu entstellen, fühlen wir die mindeste Abneigung GWB19,218,9 BrSchweiz I [
beim Nahen der Vögel, Treufreund:] Welch ein buntes a-es Gefieder! Lauter Tagvögel! Sie spüren ihren nächtlichen Feind, den mächtigen Kriticus GWB17,92,1 Vögel 3
Äußerungen, Gedanken, Meinungen Narciß vermied seit jener Zeit unser Haus .. Dagegen versagte ich mir nicht, meiner Neigung zu Narcissen nachzuhängen .. so schrieb ich ihm ein höfliches, nicht zärtliches Billet, und fragte ihn, warum er nicht mehr zu mir komme? .. Ich erhielt eine lange und wie mir schien a-e Antwort, in einem weitläufigen Stil und unbedeutenden Phrasen GWB22,296,17 Lj VI Der Brief den ihm [
dem Chirurgus Hähling] Hirzel an den Herzog mitgegeben, ist höchst abgeschmakt. Der Herzog las erst flüchtig den Nahmen als wenn es Hoze wäre, und konnte unter dem Lesen nicht begreifen, wie aus dieses ehrlichen Mannes Feder solche selbstische ungeschikte Albernheiten fließen könnten GWBB5,150,20 Lavater 22.6.81 Vernehmet nur .. die tolle a-e Botschaft [
Friedrichs Brief] GWB23,222,3 Lj VIII 6 ein a-er Calembourg [
Kalauer] mit [
Papst] Pie VII und Pisser GWB47,352 Üb:Frz satirKupferst Plp seine wunderliche mailändische Sprache, die a-en Redensarten [
in freier Wiedergabe für it: lingua isciocha] und die dummen Worte .. recht närrisch GWB44,22,28 Cell III 2 unser .. Versuch .. der aber hier isolirt und ins enge gebracht nur eine stumpfe Verwunderung erregt, und deshalb a-en hypothetischen Redensarten von Polarisation und Depolarisation des Lichtes Raum giebt [> indessen man sich von .. des Lichtes muß vorreden lassen] GWBN5
2,366 Plp Hooks a-e Meynung über das Vorkommen des Goldes: Es liege in dem Tiefsten der Erde und was wir kennen sey durch Erdbeben und Feuerausbrüche heraufgeschleudert GWBN5
2,290,7 Fl Plp [
über Diderots ‘Sur la peinture’] Paradoxen, schiefe und a-e Behauptungen wechseln mit den luminosesten Ideen ab, die tiefsten Blicke in das Wesen der Kunst, in die höchste Pflicht und die eigenste Würde des Künstlers, stehen zwischen trivialen, sentimentalen Anforderungen GWBB11,149,20 Meyer 5./8.8.96 In langweiligen Versen und a-en Gedanken | Lehrt ein Präceptor [
JKFManso] uns hier, wie man gefällt und verführt GWB5
1,210 Xen 36(768) Dieser Ehrenmann [
ZWerner] .. übersieht die Kotzebuischen Sümpfe genugsam .. aber gegen einige Felsstücke, die über ihn reichen, verdreht er sich gar zu sehr den Hals, um hinaufzusehen; wenn sein Tadel ganz verständig und geistreich ist, so wird sein Lob mitunter ganz a. GWBB19,4,21 Eichstädt 25.5.05 ― woher das Mährchen der gestrigen Desertion entstanden: durch seltsam zufällige Combinationen, so a. als möglich, aber doch einige Zeit umherlaufend GWB33,276,5 BelagergMainz 4
im Bereich von Sprache, Stil, Literatur a
Allgemeines Kaum schreiben unsere Mädchen und Jünglinge, unsere Hausfrauen und Geschäftsmänner einen natürlichen Styl und wissen sich allgemein verständlich und angenehm auszudrücken, so treten junge Männer [
wie JKHSchulze] auf, um etwas ganz fremdes, ungehöriges, unverständliches und a-es geltend zu machen GWBB24,31,14 Knebel 13.11.13 seine [
Lavaters] Schriften .. sind in einer Coteriesprache geschrieben, die man kennen muß .. sonst wird dem verständigen Leser manches ganz toll und a. erscheinen GWB29,141,12 DuW 19 [
die Verfasserin] stört ihren wohlwollenden Leser ohne Noth, wenn sie unversehens irgend ein Gänschen von Leserin anredet, sich einen a-en Einwurf machen läßt und ihn auf eine nicht freundliche Weise beantwortet GWB40,383,5 Rez:Bekenntn schöneSeele/ Melanie/Dumont ich .. fand, daß die gute Frau [
Erzählerin] den ganzen reinen menschlichen Faden der Geschichte behalten und alle a-en Anwendungen dieses Schriftstellers [
Martin vCochem] .. vergessen hatte GWB19,285,23 BrSchweiz I So hatten wir auch eine Geographie in solchen Gedächtnißversen, wo uns die a-esten Reime das zu Behaltende am besten einprägten GWB26,46,10 DuW 1 Um die alten a-esten locos communes der Menschheit durchzupeitschen, hat Klopstock Himmel und Hölle, Sonne, Mond und Sterne, Zeit und Ewigkeit, Gott und Teufel aufgeboten GWB42
2,249,5 MuR(1043) Wie man nun zu sagen pflegt, daß jedes Gleichniß hinke .. so muß eben dieses sogleich bemerkt werden, wenn man ein Gleichniß zu lange und zu umständlich durchführt, da die Unähnlichkeiten, welche durch den Glanz des Witzes verborgen wurden, nach und nach in einer traurigen, ja sogar a-en Realität zum Vorschein kommen GWBN3,274,10 FlH V IntentFarb von den ersten nothwendigen Ur-Tropen ausgehend .. zu den gewagtesten, willkürlichsten, ja zuletzt ungeschickten, conventionellen und a-en GWB7,102,13 DivNot UrElemente orientPoesie [
Padua, Besichtigung des Universitätsgebäudes] Die Statuen sind in einer braven modernen Manier gemacht .. Die Inschriften sind auch zu loben. Es findet sich nichts A-es oder Kleinliches darunter GWB30,91,5 ItR~GWBT1,239,2 v 27.9.86 Karmesin, eine Farbe, die den Franzosen sehr verhaßt sein muß, da sie die Ausdrücke sot en cramoisi, méchant en cramoisi als das Äußerste des A-en und Bösen bezeichnen GWBN1,320,11 FlD 800 b
Dichtung Was mir das Stück [
‘Elektra’ von Crébillon] a. vorkam, und wie es mir fürchterliche Langeweile machte GWB30,126,20 ItR=GWBT1,275,7 v 7.10.86 [
Aurelie erzählt:] wenn ich hoffte, sie [
die Menschen] sollten einen Autor loben .. so machten sie eine alberne Anmerkung .. und nannten ein a-es [
Theater-] Stück, in welchem sie wünschten mich spielen zu sehen GWB22,98,19 Lj IV 16 [
Trauerspiel Wilhelms] kindisch und a. und ohne Nachdenken geschrieben GWB51,126,27 ThS II 3 [
üb Palissot] Es erschienen nämlich in diesem Stücke [
‘Cirkel’] übertriebene Poeten, anmaßliche Gönner und Gönnerinnen, gelehrte Frauen und dergleichen Personen .. Was sie nun Lächerliches haben mögen, wird hier bis in’s A-e übertrieben dargestellt GWB45,187,26 RamNeffeAnm Sie [
die Komponisten der älteren Schule] haben sich eingebildet .. man könnte vor ihre Ohren .. die wahren Klagen der Liebe, die .. Scherze des italiänischen oder französischen Theaters bringen, und sie könnten fortfahren Ragonde und Platée zu bewundern .. Sie haben sich überredet .. daß sie nicht Langeweile haben würden bei ihrer Feerei, bei ihrer a-en [
insipide] Mythologie, bei ihren kleinen süßlichen Madrigalen GWB45,116,17 RamNeffe Die [
Theater-] Direction sparte keinen Aufwand, durch Decoration und Kleidung den Sinn und Geist des Gedichts würdig auszuführen und die Aufgabe, das barbarische Costüm jener Zeit, welches dargestellt werden mußte, dem Auge gefällig zu behandeln und eine schickliche Mitte zwischen dem A-en [< Lächerlichen] und dem Edlen zu treffen, so viel als möglich sein wollte, zu lösen GWB40,66,21 Üb:Piccolom [Schiller] Sie [
Wilhelm und seine Kameraden] fielen gar bald auf’s Trauerspiel, sie hatten gar oft sagen hören und glaubten es selbst, es sei leichter ein Trauerspiel als ein Lustspiel zu machen und vorzustellen, und waren auch durchgehends bei jenem zufriedner als bei diesem, weil hier das Platte, A-e, Unnatürliche gar schnell in die Augen fiel, dort aber sie sich selbst als erhabne Wesen vorkamen GWB51,34,24 ThS I 10 Gesetzt, das Schicksal hätte einen zu einem guten Schauspieler bestimmt .. unglücklicherweise führte der Zufall aber den jungen Mann in ein Puppenspiel, wo er sich früh nicht enthalten könnte, an etwas A-em Theil zu nehmen, etwas Albernes leidlich .. zu finden GWB21,193,3 Lj II 9 [
Schauspieler üb Erfahrungen mit hochstehenden Personen:] Wem man günstig war, der gefiel, und man war dem nicht günstig, der zu gefallen verdiente. Es war nicht erlaubt, wie oft das Alberne und A-e Aufmerksamkeit und Beifall auf sich zog GWB22,19,24 Lj IV 2~GWB52,178,24 ThS V 13 [
üb Wilhelms dramatische Versuche, wie ‘Jesabel’ und ‘Belsazar’] Ei, eil rief er [
Werner] aus, eine Königin vom Fenster gestürzt! eine Hand, die aus der Wand reicht! das als theatralische Gegenstände zu denken, dazu gehört viel Muth der Einbildung. Es ist mir lieb, sagte Wilhelm, daß dir das A-e sogleich auffällt GWB51,139,21 ThS II 4 [
üb die Rolle des Hamlet] Bis auf einen gewissen Grad hatte er in Künsten und Wissenschaften das Gute und Schöne erkennen und würdigen gelernt; das A-e war ihm zuwider GWB22,28,4 Lj IV 3=GWB52,224,24 ThS VI 7 furchtbarer und zugleich a-er Stoff [
GrCophta] GWB33,263,10 Camp ich fühlte mich getroffen, wenn ich zurück dachte, daß unter den Liedern [
Zinzendorfs], die mich erbauet hatten, manches a-e mochte gewesen sein GWB22,338,18 Lj VI Philine stand auf .. Der Alte begann die Melodie, und sie sang ein Lied, das wir unsern Lesern nicht mittheilen können, weil sie es vielleicht a. oder wohl gar unanständig finden könnten GWB21,207,17 Lj II 11 c
Wissenschaft, Philosophie, Theologie jenes Buch [
Holbachs ‘Système de la nature’] .. die rechte Quintessenz der Greisenheit, unschmackhaft, ja a. GWB28,69,4 DuW 11 Das tolle philosophische Gespräch ist aus des Erasmus Francisci neupolirtem Geschicht-, Kunst- und Sittenspiegel, einem a-en Buche, das aber manchen für uns brauchbaren Stoff enthält GWBB13,21,3 Schiller 13.1.98 Haben Sie schon die abscheuliche Vorrede Stolbergs zu seinen platonischen Gesprächen gelesen? Die Blößen, die er darinne giebt sind so a. und unleidlich, daß ich große Lust habe drein zu fahren GWBB10,334,17 Schiller 21.11.95 Wenn unser einer seine Eigenheiten und Albernheiten einem Helden aufflickt, und nennt ihn Werther, Egmont, Tasso wie du willst, giebt es aber am Ende für nichts als was es ist, so gehts hin .. Nun findet Hans Caspar [
Lavater] diese Methode des dramatisirens .. allerliebst, und flickt seinem Cristus [
Korr GWBB7,380] auch so einen Küttel zusammen und knüpft aller Menschen Geburt und Grab .. und Heil und Seeligkeit dran, da wird’s a. dünckt mich und unerträglich GWBB5,299,24 ChStein 6.[4.82] Verdienst der Philosophie, die trotz der vielen a-en Systeme, alles mit neuer Lebenskraft durchdrungen habe Gespr Kanzl Müller 24.9.23 Zwar von den abenteuerlichen Forderungen, Ratschlägen und Recepten ist noch immer [
2. Auflage von ‘De magia naturali’] .. die Rede; doch sieht man hie und da, wo das gar zu A-e überliefert wird, den klugen Mann der sich eine Hinterthüre offen läßt GWBN3,225,21 FlH IV Porta die Entscheidung eines Streites [
um die Farbenlehre] .. der schon über hundert Jahre dauert, und so oft er erneuert worden, von der triumphirenden Schule als verwegen, frech, ja als lächerlich und a. weggewiesen und unterdrückt wurde GWBN2,4,21 FlP 6 Man würde sagen müssen: das Glanzgold bestehe aus doppeltem Mattgold, das Glanzsilber aus doppeltem Mattsilber und der blanke Stahl aus doppeltem angelaufenen. Dieses nennen wir freilich a.; aber es könnte doch seyn, daß die Newtonianer es delicios fänden GWBN5
1,467 Fl Var Eine nachgesprochene Wahrheit verliert schon ihre Grazie; ein nachgesprochener Irrthum erscheint a. und lächerlich GWBN4,105,20 FlH VI Dociren .. ist, wie das Predigen, ein a-es [> bedenkliches
weitere Var] Wesen GWB42
2,334 MuR(354) Var
Journale Theater Calender .. hat mich fast zur Verzweiflung gebracht .. niemals ist er mir und sein Gegenstand so leer, schaal, a. und abscheulich vorgekommen GWBB7,170,20 ChStein 26.1.86 Reichsanzeiger. | Edles Organ, durch welches das deutsche Reich mit sich selbst spricht, | A. [Geistreich GWB5
1,241], wie es hineinschallet, so schallt es heraus GWB5
2,311 Xen 252(438) Var Über die Erfurter Zusammenkunft der Kaiser und Könige ist eine Art von höchst a-em Tagebuch zum Vorschein gekommen GWBB20,238,6 August [5.12.08] 5
im Bereich der Kunst a
Allgemeines Eine Musik, die den heiligen und profanen Charakter vermischt, ist gottlos, und eine halbschürige, welche schwache, jammervolle, erbärmliche Empfindungen auszudrücken Belieben findet, ist a. .. Denn sie ist nicht ernst genug .. und es fehlt ihr .. die Heiterkeit GWB48,192,22 MuR(488) Serlo, ohne selbst Genie zur Musik zu haben .. wußte ihren hohen Werth zu schätzen .. Er pflegte zu sagen: Der Mensch ist so geneigt, sich mit dem Gemeinsten abzugeben, Geist und Sinne stumpfen sich so leicht gegen die Eindrücke des Schönen und Vollkommenen ab, daß man die Fähigkeit, es zu empfinden, bei sich auf alle Weise erhalten sollte. Denn einen solchen Genuß kann niemand ganz entbehren, und nur die Ungewohntheit etwas Gutes zu genießen, ist Ursache, daß viele Menschen schon am Albernen und A-en, wenn es nur neu ist, Vergnügen finden GWB22,138,5 Lj V 1 [
Handwerk] Welche ungeheuere Summen sind von Fürsten, Staaten oder einzelnen Personen auf Monumente des Ungeschmacks verwendet worden, und so respectabel das Handwerk ist, wenn es der Kunst gehorcht, so ohnmächtig und a. zeigt es sich, wenn es die Stelle der Kunst vertreten will, denn alle Ordnung und Reinlichkeit, ja der Schmuck, den es einem Gebäude geben kann, wird den Mangel an Verhältnissen und Übereinstimmung nicht verbergen, ja vielmehr nun erst recht sichtbar machen GWB53,180,7 Üb verschZweige hiesigerTätigk [
Die Handwerker sollten im Zeichnen mit einiger Sorgfalt unterrichtet werden] damit ihnen das Schiefe, Krumme in dem Auge selbst weh thäte, und sie das Unschickliche
2), A-e hassen lernten GWB47,333 Zu:Meyer,Lehranst Plp Ein Mensch, der sich nach ihnen [
Kunstregeln] bildet, wird nie etwas a-es und schlechtes hervorbringen AA13,16 Werth I Die Künste sind das Salz der Erde; wie dieses zu den Speisen, so verhalten sich jene zu der Technik. Wir nehmen von der Kunst nicht mehr auf als nur daß das Handwerk nicht a. werde GWB24,377,25 Wj II 7 Die Technik im Bündniß mit dem A-en ist die fürchterlichste Feindin der Kunst GWB48,212,1 MuR(1129) [
üb das Studium des Modells] Eben so gut möchte man die Künstler, um ja das A-e zu vollenden [
pour compléter l’absurdité] .. zu irgend einem .. Tanzmeister schicken, damit sie da die Grazie lernen GWB45,273,24 Diderot,Malerei I Sie werden .. gehört haben, daß man nach Lesung eines guten Romans gewünscht hat, den Gegenstand auf dem Theater zu sehen .. Eben so wollen die Menschen jede interessante Situation gleich in Kupfer gestochen sehen. Damit nur ja ihrer Imagination keine Thätigkeit übrig bleibe .. Diesen eigentlich kindischen, barbarischen, a-en Tendenzen sollte nun der Künstler aus allen Kräften widerstehn, Kunstwerk von Kunstwerk durch undurchdringliche Zauberkreise sondern, jedes bey seiner Eigenschaft und seinen Eigenheiten erhalten GWBB12,382,26 Schiller 23.12.97 b
Einzelnes [
Grabrelief] Im Ganzen abgeschmackt. Das Hautrelief ist mit dem flachsten und mit Mittel-Relief ohne Geschmack durcheinander gebraucht GWB48,243 Üb:MagdebKunstsachen Plp [
‘Über Flaxmans Compositionen’: ‘Gegenstände aus der Ilias’] Ares von den Riesen gefangen, nicht gut, wie eine Fratze von Füßli, die Riesen sind brutal und a. GWB47,343,12 diese leidige, groß- und schwerköpfige, kurzbeinige .. Figur würde man wohl schwerlich in einem Kunstwerke dulden, wenn sie auch noch so organisch consequent wäre .. sie ist .. schlecht und a. GWB45,256,12 Diderot, Malerei I [
Bildbeschreibung zu Hans Sachs] V,4. Die Narren treten ein. — Nichts zu erinnern! Nur müßte deren kein Ende seyn und damit dieses sinnlich werde, wünscht ich in dem leeren Raum eine bäuerische junge Weibsfigur, mit einer Art Storchennest statt eines Korbs auf dem Kopfe, woraus die kleine Narrenbrut herauswüchse und sich a., munter und halbflick [
halbflügge] erwiese GWBB26,413 Gutachten 26.2.16 Meine Schwester sollte [
von einem Kunstmaler] .. dargestellt werden .. woraus zwar zuletzt kein geschmackvolles, aber natürliches und wahres Bild entsprang .. Glücklicherweise fanden sich diese Umstände [
malerisches Beiwerk] sehr wahr zusammen ohne a. zu sein GWB47,130,2 Samml 2 Ich hörte .. vom Grafen Brühl und dessen gränzenloser Prunkliebe, deren Einzelnes beinahe a. erschien GWB27,148,2 DuW 7 Zeit [
Anf 18. Jh] .. wo alle Umgebungen der Menschen, Kleider und Mobilien sich in’s A-e verloren hatten; die widerwärtigsten Anhäufungen von Prachtschnörkeln waren mir .. höchst zuwider GWBB49,100,18 Zelter 4.10.31 Das Ägyptische Zimmer ist im höchsten Grade a. GWBB11,148,20 Meyer 5./8.8.96 er [
CWGabriel] bewohnt ein unansehnliches .. Haus .. und hat die Grille gehabt vier kleine, aber artige Zimmer auf eine wunderliche, man darf wohl sagen, a-e Weise durch Verzierung unbrauchbar zu machen. Er hat nämlich mit Augsburger und Nürnberger Kupferstichen die Wand regelmäßig tapezirt und den Zwischenraum der einzelnen Blätter mit kleinen Schleifen von Goldpapier bedeckt GWBB13,173,18 GehConsilium 11.6.98 K Ich habe diese Zeit her .. in den alten Büchern der Baukunst fortstudiret .. Serlio war mir ein eignes Phänomen .. allein wo er in Mannigfaltigkeit und Zierrath übergehen will, wird er oft, man kann sagen, a., obgleich selbst aus diesen Schlacken noch manches Metallkorn herauszufinden wäre GWBB10,360,18 Meyer 30.12.95/3.1.96 [
nach Besichtigg v Kloster San Martin] Wir fuhren mit ganz andern Gesinnungen nach Hause als gestern. Heute hatten wir eine große Anstalt zu bedauern, die eben zu der Zeit versinkt, indessen an der andern Seite ein a-es Unternehmen mit frischem Wachsthum hervorsteigt [
Schloß Pallagonia] GWB31,118,11 ItR Der jetzige Besitzer [
des Schlosses Pallagonia] .. erlaubt seiner Lust und Leidenschaft zu mißgestaltetem a-em Gebilde den freisten Lauf GWB31,111,4 ItR [
Mailänder Dom] welchen zu erbauen man ein ganzes Marmorgebirg in die a-esten Formen gezwungen hat GWBB8,373,11 CarlAug 23.5.88 damit ja dem Grausamen und Abscheulichen [
Ermordung von Kreusa und Jasons Kindern auf einem Gemälde] nicht auch ein A-es fehle, so ringelte sich, hinter dem rothen Sammt des .. Thronrückens .. der weiße Schweif jenes Zauberstiers hervor GWB27,240,2 DuW 9 [
‘Zu Meyers Aufsatz über die Passion des Martin Schön’] Die auf Thron sitzenden [
Figuren] gelingen ihm nicht, sie sitzen kümmerlich und a. GWB47,340 Plp Hochzeit zu Kana [
von Tintoretto, in S. Maria della Salute in Venedig]. Ein Bild das man aus Kupfern kennt und da schon reitzend ist. Herrliche Frauensköpfe und der a-e Gegenstand eines langen Tisches mit Gästen gar edel behandelt GWBT1,257,8 v 3.10.86 6
Religion, religiöses Brauchtum Der Strengling und der Frömmling
3). | Jener fodert durchaus, daß dir das Gute mißfalle, | Dieser will gar, daß du liebst, was dir von Herzen mißfällt. | Muß ich wählen, so sei’s in Gottes Namen die Tugend, | Denn ich kann einmal nicht lieben, was abgeschmackt ist GWB5
1,307 tab vot 19(894) Wir halten es für eine verdammungswürdige Frechheit .. mit diesen tiefen Geheimnissen [
Kruzifix] .. zu spielen, zu tändeln, zu verzieren und nicht eher zu ruhen, bis das Würdigste gemein und a. erscheint
4) GWB24,255,20 Wj II 2 Die feierlichen und allegorischen Aufzüge [
im Karneval] von Tugenden und Lastern, Künsten und Wissenschaften, Welttheilen und Jahreszeiten versinnlichten dem Volke eine Menge Begriffe, und gaben ihm Ideen entfernter Gegenstände, und so waren diese Scherze nicht ohne Nutzen, da von einer andern Seite die geistlichen Mummereien nur einen a-en Aberglauben befestigten GWB22,116,7 Lj IV 18 [
anläßl des Fronleichnams in Rom] diese Kirchlichen Cerimonien .. diese Bemühungen eine Lüge gelten zu machen kommen mir schaal vor und die Mummereyen die für Kinder und sinnliche Menschen etwas imposantes haben, erscheinen mir auch sogar wenn ich die Sache als Künstler und Dichter ansehe, a. und klein. Es ist nichts groß als das Wahre GWBB8,230,23 ChStein 8./9.6.87 nicht sowohl das fromme Festgewirre [
an Fronleichnam], das bei einem imposanten Ganzen doch hie und da durch a-es Einzelne den innern Sinn verletzt, sondern die Anschauung der Teppiche nach Raphaels Cartonen hat mich wieder in den Kreis höherer Betrachtungen zurückgeführt GWB32,3,17 ItR Auf ähnliche humane Weise erklärt Goethe sich die Verehrung der Kuh — als nützlichstes Haus-Thier — gold. Kalb und sey also nicht gar so absurd
u. a. als es aussehe! Gespr Boisserée 7.8.15 7
Zeit, Welt, Leben, Tat, Schicksal, Tod bei der größten Wahrheitsliebe kommt derjenige, der vom Absurden Rechenschaft geben soll, immer in’s Gedränge .. so muß ich noch eine andere allgemeine Reflexion vorausschicken: daß weder das A-este noch das Vortrefflichste ganz unmittelbar aus Einem Menschen, aus Einer Zeit hervorspringe, daß man vielmehr beiden mit einiger Aufmerksamkeit eine Stammtafel der Herkunft nachweisen könne GWB31,109,19 ItR [
Jarno zu Wilh:] Nach dem Tode meines Fürsten .. habe ich mich aus der Welt und aus allen weltlichen Verhältnissen herausgerissen. Ich beförderte gern was vernünftig war, verschwieg nicht, wenn ich etwas a. fand, und man hatte immer von meinem unruhigen Kopf und von meinem bösen Maule zu reden GWB23,23,15 Lj VII 3 man verdient wenig Dank von den Menschen, wenn man .. ihnen das Herrliche eines wahren edlen Daseins zum Gefühl bringen will. Aber wenn man die Vögel belügt, Mährchen erzählt, von Tag zu Tag ihnen forthelfend, sie verschlechtert, da ist man ihr Mann, und darum gefällt sich die neuere Zeit in so viel A-em GWB30,78,23 ItR Faßlichkeit ist eine Eigenschaft alles Vollkommenen in der Natur und der Kunst, diese Faßlichkeit muß es mit dem Alltäglichen gemein haben; nur daß dieses reizlos, ja a. sein kann, Langeweile und Verdruß erregt, jenes aber reizt, unterhält, den Menschen .. erhöht GWB45,292,28 Diderot, Malerei II Möge Ihnen viel Freude auf Ihrer Fahrt [
nach Lauchstädt] gewährt seyn; denn es ist für Sie doch immer eine große Resignation sich in das zu begeben was man Welt heißt. In das a-e, momentane Bruchstück, das recht artig wäre, wenn sie es nicht wollten für ein Ganzes gelten lassen GWBB16,251,7 Schiller 5.7.03 Sich selbst zu loben ist ein Fehler, | Doch jeder thut’s, der etwas Gutes thut; | Und ist er dann in Worten kein Verhehler, | Das Gute bleibt doch immer gut. | Laßt doch, ihr Narren, doch die Freude | Dem Weisen, der sich weise hält, | Daß er, ein Narr wie ihr, vergeude | Den a-en Dank der Welt. GWB6,108 Vs 8 DivUnmut Alles geht auf die gewohnte Weise,
d.h. zwischen dem Guten kommt einmal was A-es und gelegentlich was sehr A-es vor. Da muß man denn nur suchen, es wieder ins Gleiche zu bringen GWBB20,200,1f Christiane 7.11.08 [
Mittler:] Das Vernünftigste habe ich mißlingen sehen, das A-este gelingen GWB20,25,3 Wv I 2 Wie schal und a. ist solch ein Leben, | Wenn alles Regen, alles Treiben stets | Zu neuem Regen, neuem Treiben führt | Und kein geliebter Zweck euch endlich lohnt GWBNatT 1634 Bald aber beliebte es den verruchten Dämonen mich auf eine empfindlich a-e Weise mit Fäusten zu schlagen
5) .. zu gleicher Zeit das Schicksal der Welt sich auf eine seltsam ungeheuere Weise herumwandte [
Rückkehr Napoleons] GWBB25,335,21 Sartorius 17.5.15 K Es war ungeschickt vom Zufall daß er uns in Göttingen nicht zusammenbrachte. Da er sich so manchen a-en Spas macht, so hätte er uns wohl auch diesen artigen machen können GWBB15,284,6 JSchlosser 24.11.01 K daß ernste, traurige, ja schreckliche Schicksale oft durch ein unversehenes a-es Ereigniß, als von einem lächerlichen Zwischenspiel, unterbrochen werden [
wie eine kirchliche Prozession durch den Fang eines Dachses] GWB34
1,22,9 Rochusf wie wenig selbst die Besseren [
der Römer] begriffen, was Regieren heißt, sieht man an der a-esten That, die jemals begangen worden, an der Ermordung Cäsars GWBN3,127,26 FlH II Warum man sich .. plackt | Das ist gewöhnlich abgeschmackt. | Zum Beispiel unser täglich Brot | Das ist nun eben nicht das feinste | Auch ist nichts a-er als der Tod | Und grade der ist der [das?] gemeinste GWB15
2,183 Faust II Plp 8 a
das Abgeschmackte auch wieder zum Menschen gehörig mir .. macht die monotone Absurdität der Neutonischen Lehre .. längst Langeweile. Weil aber der Mensch der nach dem Wahren und Schönen strebt, sich ja dem A-en nicht entziehen muß, da es ihm doch öfters zu Haus und Hof kommt, so habe ich mich wieder in ein neues Studium der Art vertieft [
Geschichte der christlichen Glaubenslehren] GWBB24,365 Sartorius [28.2.14] K Die größte Aufmerksamkeit zog endlich gar unser alter Bedienter auf sich. Diesen könnte man wohl den Untercustode unserer Sammlung nennen .. Dieser hat sich bei verschiedenen Gemählden gewisse Späße ausgedacht .. Er ließ zuletzt einen künstlichen Trommelschläger .. vor seinem Publico ein Stückchen aufspielen .. das A-e setzte jedermann in einen behaglichen Zustand GWB47,191,5 Samml 7 Der Jesuiten Thun und Wesen .. Kirchen, Thürme, Gebäude haben etwas Großes und Vollständiges in der Anlage .. Hier und da fehlt es auch nicht an etwas A-em, damit die Menschheit versöhnt und angezogen werde GWB30,9,5 ItR~GWBT1,151,3 v 3.9.86 b
das Abgeschmackte mit dem Erhabenen und Großen vereinbar Heute war ich bei der Pyramide des Cestius, und Abends auf dem Palatin .. es gibt hier nichts Kleines, wenn auch wohl hier und da etwas Scheltenswerthes und A-es; doch auch ein solches hat Theil an der allgemeinen Großheit genommen GWB30,213,2 ItR~GWBB8,51,25 Herder u Fr 10./11.11.[86] Mit Niethammer spatzieren gefahren. Schönes mit dem A-en durchs Erhabene
6) vermittelt. Nachmittag Fortschritte an Helena GWBTgb 26.9.00 [
üb Shakespeare und Calderon] Wäre nicht durch die romantische Wendung ungebildeter Jahrhunderte das Ungeheure mit dem A-en in Berührung gekommen, woher hätten wir einen Hamlet, einen Lear, eine Anbetung des Kreuzes, einen standhaften Prinzen? Uns auf der Höhe dieser barbarischen Avantagen, da wir die antiken Vortheile
7) wohl niemals erreichen werden, mit Muth zu erhalten ist unsre Pflicht GWB45,176,26 RamNeffeAnm Geschmack Übrigens bleibts dabey daß der Dichter [
Milton] ein fürtrefflicher und in jedem Sinne interessanter Mann ist, dessen Geist des Erhabenen fähig ist, und man kann bemerken daß der a-e Gegenstand ihn bey dieser Richtung oft mehr fördert als hindert, ja dem Gedicht bey Lesern, die nun einmal den Stoff gläubig verschlucken, zum großen Vortheil gereichen muß GWBB14,143,4 Schiller 3.8.99 Gustav-Adolf Zekert, Rosel Weidhase G.-A.
Z./R. W.