abscheulich Auch ‘abscheulig’ (s Sp 137,72
). Etwa ein Drittel der 186 Belege in Br u Tgb, selten in natwiss Schr 1
physisch: Widerwillen, Ekel erregend nehmet diesen Trank. — “O nein! der schmeckt | A., er empört mir die Natur.” Tasso 2904 daß ich für meine Theescheue durch den a-sten Kräuterthee bestraft werde GWBB12,55,11 Schiller 1.3.97 eine Krankheit [
Schwindsucht] .. die .. dich .. dem Anblick der Menschen a. macht GWB11,101,1 Clav IV 2
im affektvollen Urteil, häufig unprägnant als konventionelles Scheltwort: schlecht, tadelnswert; mehrf vom Wetter, von Orten und Wegen Das Clima ist a. und ich bin ein bestimmtes Barometer GWBB5,100,17 Merck [28.3.81] obgleich das Wetter ganz a. ist GWBB10,278,12 Christiane 19.7.95 in so a-em Regen und Sturm GWBB21,347,18 PGotter 4.7.10 Das Wetter ist entsetzlich und der Koth überall a. GWBB10,31,5 Christiane 10.10.92
uö An den Wegen .. ist wenig oder nichts gebessert, einige haben sich sehr verschlimmert, wie der von Neuhaus auf Asch. Dieser Ort ist noch der a-ste in der ganzen Christenheit GWBT4,278,8=GWBB23,4,3 Christiane 2.5.12 Asch, so schmutzig und a. wie jemals GWBTgb 8.9.07 find’ ich sie [
die Wege] nicht nur schlechter wie vor’m Jahr, sondern so a., daß sie alle Übel einer schlechten Chaussee verbinden GWB18,34,1 Aufgeregten II 2
uö ähnl im gesellschaftl Bereich ist der päbstliche Staat ein Muster einer a-en Administration GWBB8,200,21 Seidel 20.2.87 Es ist a., wenn Mannspersonen reisen, als wenn sie Wöchnerinnen wären GWB17,15,11 TriumphEmpfindsamk II Man fand a., daß der Mann von Verdienst immer zurück stehen müsse GWB22,17,22 Lj IV 2 Es ist höchst a. und unartig von euch, mir die Comission von den [
Ehe-]Ringen nicht aufzutragen GWBB2,72,4 Kestner [März 73] daß nichts den Völkern nützlicher sei als die Lüge .. daß die Leute von Genie ganz a. [
détestables] sind GWB45,12,13 RamNeffe GWB20,404,4 Wv II 18
uö als galantes Tadelswort iGz anziehend [
Bätely:] Findest du mich nicht a.? | Jery, aber schmeichle nicht! GWB12,31,16 [
Söller:] Er schildert mich so greulich, | Und doch fand mich Sophie nicht ganz und gar a. GWBMitsch
2 76 Sie [
Helena] findet ihn a., allein da er zu schmeicheln weiß, so findet sie sich nach und nach in ihn GWB15
2,176 Faust II Plp [
für: détestable] GWB40,235,25 Staël,Dichtgn
als iron Verstärkung (vgl auch Sp 137,48
u Sp 137,64
) Ich bin bey Fritzgen gewesen .. So sittsam, so tugendhaft .. Sie ist a. erber, erber im eigentlichen Verstande. Kein nackend Hälsgen mehr, nicht mehr ohne Schnürbrust, daß es mir ordentlich lächerlich tuht GWBB1,133,10 Behrisch 7.11.67
jdm abscheulich sein Die Männer .. würden mir auch hier wieder a. gewesen sein, wenn mich nicht ihre Eigenheiten und Albernheiten unterhalten hätten GWB52,256,19 ThS VI 11 Weg von meinem Angesicht! Du bist mir a. GWB12,28,24 JeryBätely
mehrf ellipt u als emphat Ausruf [
Schuhu:] Wie finde ich Worte, die eure Ungezogenheit ausdrücken? .. Schändlich! und was schlimmer ist, a.! und was schlimmer ist, gottlos! und was schlimmer ist, abgeschmackt! GWB17,88,15 Vögel [
Vater:] keiner will mir zu Gefallen etwas wagen .. Es ist erschrecklich, es ist a.! GWB12,23,4 JeryBätely [
Caroline:] Ich habe mich gegen ihn [
den Baron] betragen, daß ich mir keine Vorwürfe zu machen habe; aber er — .. O es ist a. Wie frech, wie verwegen! GWB18,13,10 Aufgeregten I 4 GWB3,192 Valet 23 GWB17,183,4 GrCoph III 5 GWB8,279,16 Egm V
uö ―
prägnant: verabscheuungswürdig, verwerflich [
Clär üb das Blutgerüst für Egm:] sie [
die Erde] trägt nicht länger die a-e Last, reißt ihre tiefen Spalten grausend auf, und knirscht das Mordgerüst hinunter GWB8,287,15 Egm V Der ält’ste dieser Männer ist ein verwünschtes Haupt, um einer Blutschuld willen von Furien verfolgt und in des Wahnsinns a-e [verabscheute GWB39,375,8] Bande gefesselt GWB39,477 Iph
1 Var [
Fieberphantasie] kam ein schrecklicher Alter .. der mich gewaltsam in seinen ungeheuren Kahn hineinreißen wollte .. rief ich Felix: er sollte .. den a-en Alten [
vecchione ribaldo] verjagen GWB43,241,21 Cell II 5 Da faßt er einen recht herzlichen Haß auf die armen Leute; sie kommen ihm a., ja wie Thiere und Ungeheuer vor GWB8,234,28 Egm III Denn ungeachtet Eurer Rolle, die so elend, verworfen, niederträchtig und a. [
abominable] ist, habt Ihr im Grunde eine zarte Seele GWB45,80,23 RamNeffe Als Geschäfftsmann hat er [
Kammerpräsident Kalb] sich mittelmäsig, als politischer Mensch schlecht, und als Mensch a. aufgeführt GWBB6,16,8 Knebel 27.7.82 [
Beaum zu Clav:] zuvörderst erklären Sie .. daß Sie ein a-er Mensch [
un homme abominable] sind, der meine Schwester betrogen, verrathen, sie .. erniedrigt hat GWB11,70,26 Clav II [
Meph:] Sie ist die Erste nicht. [
Faust:] Hund! a-es Unthier! GWBFaust I TrübTag 20 A-e niederträchtige Kupplerin! so hast du das unglückliche Geschöpf geopfert? GWB23,95,10 Lj VII 8 die a-e Katharine [
für das PejorSuffix in ‘Caterinaccia’] GWB44,89,2 Cell III 7 [
für: isgraziato] GWB43,171,26 Cell I 12
uö subst [
Weisl:] Weh! Gift von meinem Weibe! — Mein Franz verführt durch die A-e! GWB8,162,16 Götz
2 V (= GWB13
1,356,30)
uö den a-sten Auftrag wegen meines Todes [
commissione bruttissima] GWB43,363,15 Cell II 13 a-er Mord! GWB11,72,6 Clav II einen so a-en [
vituperosa] Betrug GWB44,169,11 Cell IV 3 das a-e [
iscellerato] Unrecht GWB43,351,24 Cell II 12 solches Papier vorzulegen, das unverschämteste Unwahrheit, aufgebrachtester Haß, ausgelassenste Schmähsucht um die Wette zur a-sten Mißgeburth gebildet haben DjG
3 2,240,2 RAnw [3.2.72] Eines ist mir verdrießlich .. ein andres | Bleibt mir a., empört jegliche Faser in mir .. ganz a. ist’s, auf dem Wege der Liebe | Schlangen zu fürchten, und Gift unter den Rosen der Lust GWB1,257 RömEleg XVIII 370u373 GWB1,341 Bakis XXX 118 GWBNatT 686
uö von Tieren [
Meerkatzen] Weit und groß ihr Maul mit langen häßlichen Zähnen, | Lange Nägel an Händen und Füßen und hinten ein langer | Schwanz an den Rücken gesetzt; so was A-es hab’ ich | Nicht im Leben gesehn! GWBReinF XI 188 GWBReinF XI 267u269u315 Da ging ein haariger Wurm von mir .. die Haare waren groß, und der Wurm a. [
bruttissimo], gefleckt, mit verschiedenen Farben GWB43,249,22 Cell II 5 Silens a. Thier GWB2,29 DtParnaß 172
uö im Geschmacksurteil als scharfer Tadel, auch prägnant: Abscheu erregend, bes für die das ästhet Empfinden verletzenden Bildgegenstände Eschenburg ist ein elender Kerl. Seine Uebersetzung [
Shakespeares] .. ist a. GWBB2,4,23 Herder [Sept 71 Korr DjG
3 2,64,13] [
auf Reinhards “Vorstellung der Kantischen Philosophie”?] Die Wolle, sie ist gut und fein, | Jedoch die Arbeit nicht zu loben .. a. schlecht gewoben GWB5
1,193 Vs 4 die a-e Vorrede Stolbergs zu seinen platonischen Gesprächen .. Die Blößen, die er darinne giebt sind so abgeschmackt und unleidlich .. Es ist sehr leicht die unsinnige Unbilligkeit dieses bornirten Volks anschaulich zu machen GWBB10,334,15 Schiller 21.11.95 Simson, eine Art Melodrama, an und für sich a.; die Vorstellung noch a-er GWBTgb 31.8.23 Schauspieler .. zeigen sich fratzenhaft, affectirt und comödiantisch .. in dem ganzen Stück nicht einen einzigen wahren Ton .. Die Weiber sind vollends ganz a. GWBB19,166,28 Christiane 28.7.06 Zugemess’ne Rhythmen reizen freilich, | Das Talent erfreut sich wohl darin; | Doch wie schnelle widern sie a., | Hohle Masken ohne Blut und Sinn GWB6,40 Vs 3 DivHafis wenn man in der Poesie nur den Stoff erblickt .. dann lassen sich wohl sogar Sophokleische Tragödien als ekelhaft und a. darstellen GWB47,168,10 Samml 6 Tasso’s Anmuth, Ariosts Gewandtheit, Dante’s widerwärtige oft a-e Großheit GWB36,194,20 TuJ Zum Schauderfeste dieser Nacht .. Tret’ ich einher, Erichtho, ich die düstere; | Nicht so a. wie die leidigen Dichter mich | Im Übermaß verlästern GWBFaust II 7007 [
üb Carracci, Guido Reni, Domenichino] die meist unsinnigen Gegenstände der Bilder, über die man toll wird .. so möchtest du gleich die Augen von den a. dummen, mit keinen Scheltworten der Welt genug zu erniedrigenden Gegenständen wegkehren .. man ist immer auf der Anatomie, dem Rabensteine, dem Schindanger GWB30,164,11 ItR [von den a-en, dummen GWBT1,307,6 v 19.10.86] [
üb Milton] Das verlorne Paradies .. Der Gegenstand ist a., äußerlich scheinbar und innerlich wurmstichig und hohl GWBB14,139,5 Schiller 31.7.99 Die Thüren des Tempels St. Paul außerhalb der Mauern wurden im eilften Jahrhundert zu Constantinopel gegossen und die Felder derselben mit eingegrabenen Figuren a. verziert GWB34
1,166,12 KuARheinMain Der Jacobis Portraits sind da .. sie sind a. und du lässest allen dreck stechen GWBB2,226,16 Lavater [2. Hälfte Nov 74 Korr B30,254] [
üb schlechte Gemäldekopien] Durch die abscheulige Verderbniss der meisten Stüken sieht man freilich die Grosheit der Form noch durch .. der Herzog will sie gerne behalten ob er gleich höchlich von denen a. verklebten und verschmierten Werken choquirt war GWBB5,112,15 u 113,9 Lavater 16.4.81 [
vgl Lavater: “wenn du alles Übertünchungsgräuels ungeachtet .. der .. Großheit froh bist” SchrGG16,155f] ein Brief von ihm der a. gesudelt ist GWBB7,98,7 ChStein 20.9.85 Druckfehler .. Welche a-e Empfindung ist es nun, wenn man sieht daß der Leser, durch solchen Widersinn, gerade um den Genuß solcher Stellen gebracht wird GWBB16,182,17 Cotta 7.2.03 [
für: maledetto] GWB43,34,16 Cell I 2 [
für: affreuse] GWB45,196,10 RamNeffe Anm GWB27,241,3 DuW 9 GWB31,28,15 ItR GWBB7,170,21 ChStein 26.1.86 GWB3,120 Abwege 4 GWB35,243,16 TuJ
uö subst Die göttliche Kunst, welche alles zu veredeln und zu erhöhen weiß, mag auch das Widerwärtige, das A-e nicht ablehnen. Eben hier will sie ihr Majestätsrecht gewaltig ausüben; aber sie hat nur einen Weg dieß zu leisten: sie wird nicht Herr vom Häßlichen, als wenn sie es komisch behandelt GWB48,146,16 TänzerinGrab=GWBB22,363,18 Sickler 28.4.12 K die gränzenlosen Schrecknisse der neusten französischen Romanliteratur [
ua VHugos Notre Dame] .. es ist eine Literatur der Verzweiflung .. Das Häßliche, das A-e, das Grausame, das Nichtswürdige, mit der ganzen Sippschaft des Verworfenen, in’s Unmögliche zu überbieten, ist ihr satanisches Geschäft GWBB48,243,5 Zelter 18.6.31 [
sa ‘Abomination’ u ‘absurd’ Sp 197,50] GWB27,240,1 DuW 9 GWB7,305 DivNot Plp [
vgl AADiv3,99]
uö → GWB
allerabscheulichst Syn GWB
abgeschmackt GWB
detestabel GWB
ekelhaft GWB
entsetzlich GWB
erbärmlich GWB
erschrecklich GWB
fratzenhaft GWB
fürchterlich GWB
garstig GWB
gräßlich GWB
graulich GWB
greulich GWB
häßlich GWB
höllisch GWB
horribel GWB
jämmerlich GWB
miserabel GWB
niederträchtig GWB
schändlich GWB
schauderlich GWB
scheußlich GWB
schlecht GWB
schlimm GWB
übel GWB
unangenehm GWB
unerträglich GWB
unleidlich verabscheuenswert GWB
verrucht GWB
widerlich GWB
widerwärtig GWB
widrig GWB
zuwiderGustav-Adolf Zekert, Horst UmbachG.-A.
Z./H. U.