lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Abgeschmackt

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 9 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
36
Verweise raus
3

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Abgeschmackt

Bd. 1, Sp. 46
Abgeschmackt, -er, -ste, adj. et adv. 1) Eigentlich ungeschmack, entweder gar keinen, oder doch einen widerlichen Geschmack habend, besonders wegen Mangel des Salzes. Kann man das abgeschmackte ungesalzene genießen? Hiob, 6, 6. nach des Herrn Hofr. Michaelis Übersetzung. Das sind, gerechter Gott! die abgeschmackten Früchte, Gryph. 2) Figürlich, der allgemeinen Empfindung des Schicklichen, der gesunden Vernunft, in einem hohen Grade zuwider laufend, thöricht, ungereimt, im gemeinen Leben absurd. Ein abgeschmacktes Gedicht. Ein abgeschmackter Mensch; wie bey den Römern insipiens von sapere in eben der Bedeutung üblich war. Ein abgeschmackter Einfall. Sich auf eine sehr abgeschmackte Art betragen. Anm. 1. Ab bedeutet hier so viel als un. Das Wort ist eigentlich das Particip. Passiv. von abschmecken, so fern es ehedem irregulär conjugiret wurde, es schmackte ab, abgeschmackt; steht aber, freylich wider alle Analogie, an Statt des Partic. Activi abschmeckend. Indessen ist es doch schon sehr alt, und wird durch den allgemeinen Gebrauch unterstützet. Frisch, der nicht sahe, daß es das Particip. Passiv. ist, wußte sich in das t am Ende nicht zu finden, hielt es für einen fehlerhaften Zusatz und wollte abgeschmackt geschrieben wissen; worin ihm denn auch manche andere nachfolgten. Im Niedersächsischen bedeutet Abschmack, einen unangenehmen Nebengeschmack, und in einigen Gegenden ist auch das Verbum abschmecken, für, einen solchen Nebengeschmack haben üblich. 2. In den Ober- und Niederdeutschen Provinzen hat man noch verschiedene andere Wörter, den verdorbenen Geschmack, oder Mangel des gehörigen Geschmackes der flüssigen und festen Körper auszudrucken. Dergleichen sind die Niedersächsischen liflaf, sulwaffen, sade, abel, flakk und flau, und das Oberdeutsche lass; obgleich jedes derselben seine eigene Nebenbedeutung hat.
1843 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abgeschmackt

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Abgeschmackt , -er, -ste, adj. et adv. 1) Eigentlich ungeschmack, entweder gar keinen, oder doch einen widerlichen Gesch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    abgeschmackt

    Goethe-Wörterbuch

    abgeschmackt auch ‘abgeschmakt’ AA13,16 Werth 1 I B5,150,20 Lavater 22.6.81 In Übs für frz ‘insipide’ 45,23,7 RamNeffe 4…

  3. modern
    Dialekt
    abgeschmackt

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    abg e schmackt wie hochd. Hlkr. Bf. Du schwätz t [wat] abg e schmackt Dings Bf. Dis Ding is t m i r bal d a. zum Ekel …

  4. Spezial
    abgeschmackt

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    abgeschmackt es mochte ~ sein, aber ... - может быть, это говорит о плохом вкусе, но ...; может, вы сочтёте это безвкуси…

Verweisungsnetz

44 Knoten, 36 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Hub 1 Kompositum 34 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abgeschmackt

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

abgeschmackt‑ als Erstglied (2 von 2)

abgeschmacktheit

DWB

abgeschmackt·heit

abgeschmacktheit , f. absurditas, ein irrthum, wo der schein auch dem gemeinen verstande offenbar ist, heiszt eine abgeschmacktheit. Kant 1,…

abgeschmacktnutzbar

GWB

abgeschmackt·nutzbar

abgeschmackt-nutzbar eine Frage [ Aussaat von Weidensamen ] die in dem unendlich abgeschmackt-nutzbaren Reichsanzeiger [ oder Allgemeines In…