schmacken,
verb. ,
in älterer sprache neben schmecken (
s. dieses). II.
mhd. smacken
mhd. wb. 2, 2, 419
a. Lexer
mhd. handwb. 2, 995,
gustare, smacken, schmacken Dief. 271
c,
sapere, smacken, schmacken 511
b,
saporare, smacken 511
c,
saporus, schmackende
ebenda, odorare, smacken, schmacken 393
b,
olfacere, schmacken 394
c;
daneben smachen,
sapere Dief. 511
b (
vgl. Lexer
und mhd. wb. a. a. o.),
wie smach
neben smack,
ahd. gismahhen,
sapere Graff 6, 825.
mnd. smaken,
kosten, schmecken Schiller-Lübben 4, 256
b,
daneben smacken,
schmatzen (
aus smackeʒen),
geräuschvoll mit behagen essen 255
b,
mnld. smaecken,
sapere, gustare Kilian,
neunld. smaken,
daneben smakken,
schmatzen. hierzu tritt mnd. smacken,
schlagen Schiller-Lübben 4, 255
b, smacken,
collidere, illidere, concutere, iactare, projicere, prosternere, quassare cum vi aut sonitu impingere, quatere Kilian,
neunld. smakken,
engl. to smack;
wesentlich ist das beim schlagen entstehende klatschende geräusch. weiteres s. unter schmecken.
die nd. mundarten haben smacken,
schmatzen in lebendigem gebrauche erhalten, s. unten unter 5
und Frommanns
zeitschr. 3, 262, 70; smâken,
schmecken ist bezeugt bei Woeste 243
a. Stürenburg 226
a. ten Doornkaat Koolman 3, 222
b,
also in westlichen gegenden, sonst gewöhnlich smecken.
in der Stieger mundart (
Unterharz, übergang vom niederd. zum md. gebiete)
finden wir schmacken,
beim essen schmatzen, daneben aber schmâken,
die thür mit lautem geräusch zuschlagen; hier ist die länge des vocals gegenüber smacken,
schlagen höchst auffallend, auch Schottel 1403
schreibt schmaken,
projicere violenter. dieses finden wir im niederhess. schmacken,
schmetternd hinwerfen, klatschend an den boden oder gegen die wand werfen wieder Pfister
ergänzungsh. 1, 22,
vgl.schmackostern. schmacken
und schmecken
haben in älterer sprache gemeinsame präteritalformen, insofern schmecken
diese ohne umlaut bildet. IIII.
gebrauch. II@11)
von dingen, einen geschmack von sich geben, auf den geschmackssinn einwirken: saporanda, ding die eim wol schmacken Dief. 511
c; aber als die suppen uf den disch kam, war keiner, dem die basz schmackt, dann herr Johann Christoffen.
Zimm. chron.2 3, 160, 15; es war menigclichen hungerig und lustig zu esen und schmackt alles wol. 4, 271, 27; wie schmackt uch der wein in dem fasz. Pauli
schimpf u. ernst 15
Österley; gelt es schmackt wol uber nacht. Fischart
Garg. 95
a; ach wein du schmackst mir also wol. 98
a; das manchem dürstigen schnitter ein kalter trunck wassers basz schmacken würd, dann den reichen hünerfressern der badwarm gänszwein.
groszm. 5
neudruck; und heltst die hend auff beiden backen, und kiffelst was dir wol thuot schmacken.
Grobian. 3062
neudruck. übertragen: dieweil es nach dem latein und andern sprachen schmackt.
Simpl. 4, 374, 10
Kurz. auch in prägnanter anwendung für gut schmecken: die wîle den menschen hungert, die wîle smacket ime diu spîse.
myst. 2, 146, 36; mir schmackt der wein nit me. Pauli
schimpf und ernst 178
Österley; es will jm nicht schmacken ausz den schwartzen schmutzigen hofbechern zutrincken. Fischart
Garg. 46
b; die alte speise hatte jhr (
Eva) nicht mehr schmacken .. wollen. Philander 2, 16; das schmackte!
unw. doctor, anh. 49; lang mir dort her den vollen schlauch, ein guote bratwurst ausz dem sack, dasz mir ein küler drunck drauff
schmack.
Grobian. 108
neudruck; den andern lasz die kleinsten (
krebse) schmacken (: zwacken). 123;
in übertragener anwendung: ain mensch kummet etwan darin, das jm psalmen nit schmacken, desgleichen weder vasten, beten, zu chor gon schmackt jm ganz nit. Keisersberg
sieben haupts. (1510) dd 4
a.
sprichwörtlich: was schmackt unversucht. Zinkgref
apophth. 1, 342. II@22)
von personen, durch den geschmackssinn wahrnehmen, kosten, prüfen, genieszen: wanne er en weis niht, er mint niht, er en smacket niht wan das ein. Tauler
bei Wackernagel
leseb.2 870, 39; und gib jm an ganfer zuoschmacken. Gersdorf
wundarznei (1530) 35
a; drumm sol unsere l. mutter die h. kirch auch viertzig tag lang jren bauch mit allerley fischen füllen, one eynigs fleisch schmacken, nach dem ausztruckenlichen text Pauli, welcher sagt: esset nicht, schmacket nicht, handelt nicht. Fischart
bienenk. 151
a (
vgl.: ne tetigeritis, neque gustaveritis, neque contrectaveritis. Col. 2, 21);
übertragen, prüfend kennen lernen, erkennen: dieweil sie die künstlichkeit unserer muter der h. kirchen .. noch nicht im wenigsten geschmackt haben. 228
b. II@33)
riechen, geruch haben, von sich geben: swaʒ eht des êrsten in den haven kumet, dâ smacket er iemer mê gerne nâch. Berth. von Regensburg 1, 35, 29; und fundent sant Maternen lip noch do frisch und wol smackende.
d. städtechr. 9, 711, 8; wer möcht also lebendige farb machen als grasz von art ist, oder ein bluomen molen, das sye schmacht. Keisersberg
post. 3, 82
a; es fieng an zuo brennen und zuo schmacken, da sahe er das ein kol uff seinem mantel lag. Pauli
schimpf u. ernst 236
Österley; zecht er, sauft er, schmackt er nach köstlicher salben.
Terenz übers. von Bol (1544) 121
b; die reichen zelten auff den wol schmackenden angern auffgeschlagen waren.
Galmy 134;
wie riechen
auch in üblem sinne: do worent die doten libe also sere smackende worden.
d. städtechr. 9, 830, 7. II@44)
von personen, mit dem geruchssinn wahrnehmen: alse er diu unkiusche getân hât, sô smacket erʒ wol an dir. Berth. v. Regensburg 1, 434, 27; ein grosz hund in der kirchen war, die würst (
die Peter bei sich versteckt trug) er bald im sack vernam, damit er zu herr Petern kam, für das hinder ihm da schmackt.
Peter Leu 1143
Bobertag; ich darff nicht wol dahien schmäcken. ey so schmacke, sprach ich, dasz du deine ehre verschmackest. Philander 1, 155. den braten schmacken,
vom schmarotzer, der gleich wittert, wo es für ihn etwas zu essen gibt: den braten schmacken. schmacken brettly ist mein nam, schmorutzens ich mich nymmer scham. Murner
schelmenz. 28
neudruck; eyn schmack den broten,
coenipeta Dasypodius.
dann aber heiszt den braten schmecken, schmacken
soviel wie '
den handel merken': die h. römische kirch, die den braten zeitlich gschmackt. Fischart
bienenk. 10
b;
in gleicher bedeutung: aber zeitlich schmackt er die apotek.
Zimm. chron.2 1, 484, 5. II@55) schmacken,
geräuschvoll essen oder trinken, von mensch und thier, schmatzen zum zeichen des behagens: ich schmacke nicht wie eine sau. Rottmann
lust. poet 176; sieh, wie der teufel da schmackt, und die zottigen ohren beweget. Voss 2, 262.
diese anwendung des verbums ist nd. eigenthümlichkeit: du en scalt nicht smackende eten als ein mesteswin.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 255
b; alze eyn swyn smacket he smack smack.
ebenda; vgl. brem. wb. 4, 857. Schütze 4, 127. Dähnert 433
a. Danneil 197
a. Woeste 243
a. Stürenburg 226
a. ten Doornkaat Koolman 3, 222
b,
vgl. auch Liesenberg 196;
zugleich bezeichnet smacken
das geräuschvolle, rohe küssen (
wie schmatzen);
nld. smack-muylen,
maxillas sive labia inter se claro sono collidere manducando; basiare, pangere, affigere osculum; in der ersten bedeutung auch smack-tanden Kilian. II@66) schmacken,
schlagen, s. oben unter I. II@77)
von thieren, excremente auswerfen: die wisen und matten zu säubern, und zu verhüten, das kein viech mehr darauff schmacke. Sebiz 50; (
da) sonst wol nicht ein hund hin geschmackt hätte. Philander 1, 154;
wie bei klack, klacken (
s. diese th. 5, 889
und 891)
geht auch bei schmack, schmacken
der begriff des klatschens, schlagens in den des befleckens, verunreinigens über; vgl. schmack, schmackl,
macula bei Hintner 221, geschmackl,
auswurf eines sich erbrechenden Schm. 2, 543.