treiber,
m., nomen agentis zu treiben.
bis zum 16.
jh. nur spärlich belegt: tripari
agitator (11.
jh.)
gl. 2, 628, 46
Steinm.-Siev.; tribare
agitator (12.
jh.) 675, 54; tribaere
exactor (
gloss. Herrad., 12.
jh.) 3, 411, 55; tryber (14.
jh.) Ernst von Kirchberg
s. unten bei 1; (
den) tribern (1405)
Marienb. treszlerb. 353
Joachim, s. u. 2 a; triber Joh. Melber
vocab. predic. (1486) b 2
b;
minator driver
vel drauwer (15.
jh., md.) Diefenbach 361
c;
mnd. driver
s. u. bei 2 a
und f. [] 11)
in functioneller anwendung auf personen kann treiber
zu jeder bedeutung des verbs gebildet werden; so bes. häufig in älterer sprache, z. teil wohl unter dem einflusz des lateinischen: diese Bojen aber fanden ... an den benachbarten Marckmannen und Quaden ... harte treiber, also, dasz die meisten sich über die Donau retiriren ... musten Ziegler
hist. labyrinth (1701) 42
b; diese plag (
des gewissens) ist dem sünder ... ein zeichen der barmhertzigkeit, damit der mensch also zurück getrieben werde, der sonst ohne dieses treibers niemahls umkehrte Abr. a
s. Clara
etwas für alle 2 (1711) 16;
oft als '
antreiber', '
ansporner',
vgl. treiben I C; du bist ein ewiger treiber, ich habe nie gemeint, dasz es gut sei in allem der erste (
d. h. früheste) zu sein Gotthelf
ges. schr. (1856) 2, 192;
auch mundartlich, vgl. Fischer
schwäb. 2, 356; Dähnert
pomm. 88
b; wenn Christus wahre religion einzig darenn setzt, dasz jeder aus eignem erkänntnisz mit innerer lust und freude seine pflicht thue, dazu keine äuszeren treiber bedörfe, weil er nicht etwa nur die scharfe regel des rechts und unrechts, sondern den inneren treiber zur aufopferndsten liebe und groszmuth, den geist gottes in sich habe Herder 20, 253
S.; mir wird dabei (
beim ansehen der agitation), als säh ich einen nagel gegen einen stein ... treiben, und den treiber nicht eher nachlassen, bis der nagel ... krumm gebogen herabfällt
F. H. Jacobi
werke 3, 502; die democratischen vereine Deutschlands gehören mit zu den treibern der deutschen zustände (
die die zustände vorwärts treiben, vgl. treiben III C 1) J. Venedey
die dt. wage (1848) 1, 45; wenn nun solche prediger odder Moses treiber (
die auf Moses gesetz halten und es durchführen wollen) kaiser werden Luther
br. 2, 520
de Wette, vgl. treiben IV C 3.
nicht mehr üblich sind heute anwendungen im sinne von treiben III C '
derjenige, der eine sache fördert, eine tat ausführen hilft', '
betreibt',
meist im übeln sinne; in älterer sprache nicht selten: nu was des houbetmannes schryber der vorrederye tryber (14.
jh.) Ernst von Kirchberg
bei Westphalen
monum. ined. 4, 820, 15; (
Petrus) dyser sorge hefftig begerthe freytzuwerden, und eigentlich erkennen den tichter und treiber szo groszer ubelthat Michael Risch
ev. Joh. (1529) H h 4
a; und desz rahtschlags und beschlusses bist du damals selbs urheber, angeber und treyber (
persuasor) gewesen Stumpf
Schweizerchron. (1606) 330; damit nicht sie auch als treiber und verfechter diese streites beschuldigt werden (
um 1570)
bei Birlinger
schwäb.-augsb. wb. 122
b; (
er) offenbarte dem landmeister und compter alle der bauren anschlege, und wer die anfenger und treiber dieses spiels weren
M. C. Schütz
historia rerum Prussic. (1592) 58
b; treiber einer sache
promotor negotii Stieler (1691) 2318.
nur vereinzelt zu IV A 2 '
der sich dauernd mit einer sache abgibt, eine kunst u. ähnl. übt u. pflegt'
: saltator springer, triber der geradigkeit (
d. i. circuskunst) J. Melber
vocab. pred. (1486) b 2
b; o bleibe daheimb ein obrister der weiber und der partita (
kabalen) treiber Th. Höck
blumenfeld 114
ndr. zu treiben VI 5: '
herumtreiber', '
durchtriebener bursche' 'n driewer vun jung Mensing 1, 862.
über diesen allgemeinen und unmittelbar auf das verb bezogenen gebrauch hinaus hat treiber
seit alter zeit festere anwendungen entwickelt. 22)
als mehr oder weniger gefestigte berufsbezeichnung. 2@aa) '
viehtreiber',
der weide- oder marktvieh treibt, actor pecoris (
s. auch ochsen-, sau-, schwein-, viehtreiber): wie die widder, die keine weide finden und matt für dem treiber her gehen
klag. Jer. 1, 6; item 4½
m. 18 tribern, ... die das vie von Bebereren ken Marienburg treben
Marienb. treszlerb. 353
Joachim; den alten Carbo plündern sie und führen die beute heim mit treibern und auf rossen G. Freytag
ges. w. 3, 139;
[] in der ma.: treiber
knecht, der das vieh dem metzger, händler o. dgl. nachtreibt; der das vieh auf die weide treibt Fischer
schwäb. 2, 356; drîwr
der treiber des zahmen viehs, besonders beim transport von heerden Danneil
altmärk. wb. 40.
auch für den '
viehhändler' (
vgl. auch treiben I B 3 e): were, dat ein knecht ... uth deme ammete mit rechte dreven worde, unde he en driver denne werden wolde, deme scholde nenn man afkopen in deme ammete (1375)
hamb. zunftrollen 140, 13
Rüdiger; der treiber meinte, alles vieh werden die Franzosen doch nicht gefressen haben W. Alexis
vaterl. romane 8, 222. 2@bb)
häufiger '
lasttiertreiber',
agitator, wie esel-, maul-, kameltreiber:
agitator (
aselli),
usitator ab agendo dicitur tripari (
zu Vergils georg. 1, 273)
gl. 2, 628, 46
Steinm.-Siev.; (
der wildesel) verlacht das getümmel der stad, das pochen des treibers höret er nicht
Hiob 39, 7; er befahl auch dem treiber, dasz er diesem frembden esel keine secke solt aufflegen
eselkönig 308; der hunger und das viele tragen, des treibers fluchen, stoszen, schlagen, mit einem wort, mein herr, die noth ist schuld daran (
dasz es d. esel elend geht) Lichtwer
äsop. fab. (1748) 121; ich stand bei meinem esel vor der thür, wie einer der kostbare waaren abgeladen hat und wieder ein eben so armer treiber ist als vorher Göthe 24, 31
W.; da striegelten die treiber die dampfenden kameele Freiligrath
ges. ged. (1870) 1, 123;
sprichwörtlich ist der gegensatz zwischen treiber
und esel (
vgl. Wander 1, 858, 107
u. 111): (
alles ist unzufrieden) da der wucherer, da der arme, da der todtengräber, da der accoucheur, da der treiber, da der esel
portraits (1779) 192; der esel und der treiber dencken nicht eins Petri
der Teutschen weish. (1604) 2, n 7
a;
ebenso brem.-nieders. wb. 1, 250; Doornkaat
ostfries. 1, 333
b; Woeste
westf. 58
b;
etwas anders: störrischem esel harter treiber Düringsfeld
sprichw. 1, 131
b. 2@cc) treiber
von zugtieren an wagen, fuhrmann, lenker, auriga (
vgl.rosz-, wagen-
u. pflugtreiber): vijrperdich wagen of carre
quadriga, ind die drijver dair af heit
quadrigarius v.
d. Schueren 454
a Verdam; agitator, vector qui currum agitat ein furman oder tryber
gemma gemmarum (
Straszb. 1508) a 6
a; in einem morgen frue der gardian seinen compan vorausz liesz gehn und er auf dem wagen sasz, und sein treiber war der vorgemelte dieb S. Grunau
preusz. chron. 2, 345; wann aber jemandt aus den treibern, das ist, von den fuhrleuten, ... sich unterstehen wirdt wider dis gebot zuhandeln ... Nigrinus
von zäuberern (1592) 438; (
am pferdegöpel) ist ein schemel, darauf der treiber sitzet (
auriga) Bech
Agricolas bergwerkb. 127; der ochse beym gesange seines treibers geduldiger zeucht Lohenstein
Arminius 2, 908
a; Alkibiades legt sich als spielender knabe wagen und ochsen in den weg, zwingt den treiber zu halten Heinse
sämtl. w. 4, 59;
später nur noch in gehobener sprache: höchster treiber des unermüdetfüszigen donnergespanns, Zeus! (
Pindar) Herder 26, 199
S. nd. in besonderer verwendung: driver, treiber.
besonders bei deicharbeiten, ein junge, der pferde und wuppen (
stürzkarren)
treibt brem.-nieders. wb. 1, 250; driwer
der junge, der dem pflüger hilft Schambach,
Gött. 49
a,
vgl. bei treiben I C 1 b. 2@dd) treiber,
jagdhelfer, der das wild aufscheucht und dem jäger zutreibt, seit dem 17.
jh. bis heute allgemein geläufig: ... dasz die (
reb)hüner des treibers nicht gewahr werden Aitinger
jagd- u. weidbüchlein (1681) 30; im jagen und treiben laufen sie (
die rehe) ins runde, auch zuweilen durch die treiber v. Fleming
vollk. jäger (1719) 102; die treiber trieben durch den wald, zu regen auf die thier Herder 25, 481
S.; immer näher drang der lärm der treiber, immer schärfer knallten die schüsse der schützen Holtei 40
jahre 2, 363;
[] wer glück und geschick entbehrt (
als jäger), schilt den treiber G. Freytag
ges. w. 8, 97; ich kenn einen jäger, man heiszt ihn tod ... hasz, ehrsucht und geizen nach ruhmesschall sind treiber im dienste des jägers all Fontane
ged. (1891) 18. 2@ee) '
geldeintreiber' (
vgl. treiben I C 3 e): endlich hat er (
ein sterbender anachoret in visionärem zustand) gleichsam als einer, von dem man rechnung fordert, seinen exactoribus und treibern geantwortet Dannhauer
catechismusmilch (1657) 6, 496;
coactor zusammenbringer, treiber, einnehmer Reyher
thes. (1668) 1, 1120;
an stelle eines älteren treibe (
s. 2treibe 1)
bezeichnung eines beamten in Frauenchiemsee: (
der vogt von S. Petersberg soll) den richter und castner herein senden zu dem steeg, desgleichen mein gnedige frau vom Kiembsee ihren cammerer und treiber (1684)
österr. weisth. 3, 385, 3,
auch 387, 22.
mit anklang an treiber 3: treiber bei unbarmherzigen leuten und schössern
esattore Kramer 2 (1702) 1125
a;
mit anlehnung an treiben I A 3 '
hetzen'
vom gläubiger: meine treiber setzten itzt stärker in mich als sonst noch nie. da hiesz es: hast du geld, ... so zahl auch mich U. Bräker
sämtl. schr. 1, 211. 2@ff)
bergmännisch. treiber
arbeiter in der silberhütte, vgl. treiben II B 2 d: jowelk drivere scal to rechte sweren ..., dat he iowelkes mannes bly unde gheld verheghen unde bewaren wille ... so he best kunne unde moghe (14.
jh.)
goslarsch. bergges., im vaterl. archiv ... f. Niedersachsen (1841) 319; (
es) haben die treiber in den hütten sich auch nicht geseumet, die hanen (
silberkörner) und testkörner unterschlagen (1583) Hard. Hake
bergchr. 104; der hüttenschreiber soll nach dem treiber kainen hert aufheben, ... es sei dan der schichtmeister und treibmeister mit und darbei (1548) Lori
baier. bergrecht 264;
s. auch mitt. d. hist. vereins d. Pfalz 21, 142; ehemals ... als der berg reich, die leut from waren, die meister, knappen, steiger, treiber Rollenhagen
froschm. 1, 114
Göd.; treiber
refiner, affineur Hoyer-Kreuter 1, 776. 2@gg)
im Salzburgischen '
schiffstreidler' (
vgl. treiben II B 2a): wann die sestaller an naufahren (
stromabfahrt) den treibern zuschreien, und die zeit des gegenfahrens, auch die anzahl der schiff benennen, so sollen die treiber zu rechter zeit zu den scheffen reuten (1616,
nach älterer fassung von 1581) Lori
baier. bergrecht 497
a,
vgl. 318
b. 2@hh) '
einer der holz treibt, triftet' (
s. treiben II B 2 b, treibholz 2
und triften): ez ist auch ze wizzen, wer den treibern ir holz ab dem wazzer nimpt, daz sol er pezzern (
Brixen 1379)
österr. weisth. 5, 393; die einrichtung des wasserbaues ... besorgten die 3 haalwöchner, die überdies noch den treibern und stiefelleuten an den gefährlichsten stellen vorschub zu leisten hatten
wirtemberg. Franken 8, 465. 2@ii) treiber
Louis, zuhälter (
aus Gmünd) Kluge
rotwelsch 1, 483; treiber
zuhälter, dirnenbeschützer und -ausbeuter (
grammeltreiber) Jakob
Wien. (1929) 195. 33) treiber
als '
arbeitsaufseher, bedrücker, despot'
; von 2 b
und c
seit Luther
auf den menschen als object des treibens übertragen; zumeist mit erneutem anschlusz an das verbum; besonders auch bei gefangenen '
stockmeister': so nu gott das gesetz also geben hat, ... so hat er auch darneben eingesetzt stockmeyster, treiber und anhalter; denn also nennet die geschrifft die oberkeyt durch ein gleychnis, wie die esels treiber Luther 20, 247
W.; Moses aber in seinen büchern treibet, dringet, dreuet, schlegt und straffet greulich, denn er ist ein gesetzschreiber und treiber
in der vorrede aufs n. testam. 7, 428
Bindseil; darumb ist das gesetz yhr herr und treyber, sie aber sind seyne knecht und gefangen 10, 1, 1, 360
W.; mit dem nebensinn des brutalen: das ampt aber der frohnvögten ist unehrlich und tyrannisch, darumb sie auch Moses nennt saremissim Exod. 1 und nogeschim Exod. 5, das ist schrapvögte oder treiber, welche nicht allein die leute mit dienst überlästigen, sondern schinden und plagen sie noch dazu mit
[] gelt und straff L. Milichius im
theatr. diabol. (1569) 387
b; treiber beym fronen, im zuchthausz, arbeitshausz Kramer 2 (1702) 1125
a; gefesselte sklaven singen dort (
im tode) miteinander ihr feierlied, und hören nicht mehr die stimme des treibers (
nach Hiob 3, 18)
bei Gerstenberg
schleswigsche lit.-br. 321
lit.-denkm.; weniger stark in verschiedener anwendung: celeusma ein ermanlich zesamenschreien etwas anzegreiffen ...
celeustes ein sölicher ermaner, zuschreier und treiber der ruderknächten Frisius 207
b; treiber auf der galee
aguzzino ... Kramer 2 (1702) 1125
a; wenn man mit gott und recht des treibers stock entflogen und dann voll ehr und lust auf hohe schulen kann Hoffmannswaldau 7, 238
Neukirch; in dieser stillen abenddämmerung, da der treiber unserer erdenmühe, die sonne, untergeht, und alle kreaturen sich ihrer entlaszung vom dienst der schweren eitelkeit zu freuen scheinen Herder 11, 355
S.; lasz mich, o leben, zürnender treiber, ruhen nur lasz mich, kurze erquickung nur gönne dem müden O. Ludwig
ges. schr. (1891) 1, 14.
in neuerer zeit von einem vorgesetzten, der übermäszig zur arbeit treibt: hochmütig war er (
der steuermann) ... aber er war kein treiber und kein schimpfer Frenssen
Hilligenlei 169.
in weiterer übertragung '
bedrücker', '
despot': du hast das joch irer last, und die rute irer schulter, und den stecken ires treibers zubrochen
Jes. 9, 4,
wozu Luther
sagt: da sehen wir, das Jesaia seine rede genomen hat von eim eseltreiber odder sonst eim grausamen tyrannen 19, 144
W.; vom bilde losgelöst: (
sie) werden herrschen über ihre treiber (
rev. ausg. dränger)
Jes. 14, 2,
und so in mehreren bibelstellen, die in theologischen und anderen schriften häufig verwandt sind, z. b.: damit die fürsten des jüdischen volcks gnug haben möchten ihre buhlerei zu treiben, sind sie darüber zu treibern des volcks worden und zu sclaven ihrer weiber (
zu Jes. 3, 12) J. D. Ernst
liebesgeschichte (1693) 311; ja musz er schon sein blutt und leben ... für räuber zur erlösung geben, dasz nicht mehr über uns der strenge treiber fährt (
zu Sach. 9, 8) Lohenstein
geistl. gedanken (
Breslau o. j.) 75.
freier: da hat der herr schon über Bugra und Edom, über die rothen blutgierigen edomitischen pharaones gewütet, und ist bereit aller gottlosen treiber ein ende zu machen J. W. Petersen
reich Jesu (1693) 2, )( )( 1
b; die wüsten hat er (
Antonius) mit unglücklichen verbannten flüchtlingen bevölkert. fern von ihren treibern leben sie, der welt entnommen, hier im brüderlichen fleisz Herder 28, 197
S.; werft eure feldzeichen, eure verdienstmedaillen vor die füsze eurer treiber G. Fr. Rebmann
das neue graue ungeheuer 2 (1795) 64; mit welchem rechte will man mäszigung von ihm (
dem volk) erwarten; wenn man es geiszelt, bis es in wuth geräth und seinen unbarmherzigen treiber nun zu zertreten droht? G. Forster
sämtl. schr. 3, 94; und sind doch die treiber nicht her von gott, und die plager gefallen dem allmächtigen nicht E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 256; der herr der den stecken des fremden treibers Napoleon zerbrochen hat, wird auch die götzenbilder unserer einheimischen tyrannen zerbrechen durch die hände des volkes G. Büchner
nachgel. schr. 301. 44)
von verschiedenen gegenständen, vorwiegend werkzeugen, die zum treiben dienen. in der böttcherei eine art keil zum treiben der faszreifen: treiber, treibel zum reiffen antreiben
dryf-hout van een kuiper Kramer
nider-hochteutsch 2 (1719) 215
a; Karmarsch-Heeren 1, 689; wenn dann die gesellen die schlägel schwingen und klipp-klapp, klipp-klapp es niederfällt auf die treiber, hei! das ist lustige musik E. T. A. Hoffmann 7, 168
Gris.; am webstuhl: zur ... bewegung der schütze dient der treiber
[] Karmarsch-Heeren 10, 526.
im mühlwerk: bei beweglichen hauen derjenige teil, welcher die drehung des mühleisens auf den stein überträgt Lueger 7, 708;
mundartlich: treiber
kurbel Martin-Lienhart 2, 737
a; triberli
der drehling, z. b. der zapfen eines hahns, die schraube, welche in die mutter paszt, die kurbel u. s. f. Tobler
appenzell. 152
a; treiber
käsequirl (
Allgäu) Martiny
milchwirtschaft 129. treiber
als segel: auf gröszeren schiffen ein raasegel, das hinter dem besan ausgebracht wird, wenn man vor dem winde segelt, auch brodwinner
genannt; auf kleinen segeljachten bezeichnung für besan,
s. Kluge
seem. 793. 55)
die treiberameise, anomma arcens (
s. Brehm
tierleben (1890) 9, 283): da fühlte ich mich plötzlich ... von den fürchterlichsten aller ameisen, den sogenannten 'treibern' bedeckt H. v. Koppenfels
in Brehm
tierl. 1, 82. 66)
zusammensetzungen mit treiber
sind zumeist nur jüngere gelegenheitsbildungen. älter sind treiberlohn (1581)
und im anschlusz an Jes. 9, 4 (
s. o. 3)
seit dem 17.
jh. treiberstecken.
triebkräftig nur in technischen bezeichnungen wie treiberarm, -welle
u. a., treibersegel
u. ähnl., darüber hinaus noch verbindungen mit treiber
als '
jagdhelfer'.
mundartlich einigermaszen verbreitet scheinen nur bildungen mit treiber '
viehhändler' (
s. bei 2 a): triwršwīn
im hausieren gekauftes schwein Hentrich
Eichsfeld. 72; treibersäule
in (
dass.) Fischer
schwäb. 6, 1771;
s. a. triebsau.