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treiber

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

treiber m., nomen agentis

Bd. 22, Sp. 77
treiber, m., nomen agentis zu treiben. bis zum 16. jh. nur spärlich belegt: tripari agitator (11. jh.) gl. 2, 628, 46 Steinm.-Siev.; tribare agitator (12. jh.) 675, 54; tribaere exactor (gloss. Herrad., 12. jh.) 3, 411, 55; tryber (14. jh.) Ernst von Kirchberg s. unten bei 1; (den) tribern (1405) Marienb. treszlerb. 353 Joachim, s. u. 2 a; triber Joh. Melber vocab. predic. (1486) b 2b; minator driver vel drauwer (15. jh., md.) Diefenbach 361c; mnd. driver s. u. bei 2 a und f. [] 11) in functioneller anwendung auf personen kann treiber zu jeder bedeutung des verbs gebildet werden; so bes. häufig in älterer sprache, z. teil wohl unter dem einflusz des lateinischen: diese Bojen aber fanden ... an den benachbarten Marckmannen und Quaden ... harte treiber, also, dasz die meisten sich über die Donau retiriren ... musten Ziegler hist. labyrinth (1701) 42b; diese plag (des gewissens) ist dem sünder ... ein zeichen der barmhertzigkeit, damit der mensch also zurück getrieben werde, der sonst ohne dieses treibers niemahls umkehrte Abr. a s. Clara etwas für alle 2 (1711) 16; oft als 'antreiber', 'ansporner', vgl. treiben I C; du bist ein ewiger treiber, ich habe nie gemeint, dasz es gut sei in allem der erste (d. h. früheste) zu sein Gotthelf ges. schr. (1856) 2, 192; auch mundartlich, vgl. Fischer schwäb. 2, 356; Dähnert pomm. 88b; wenn Christus wahre religion einzig darenn setzt, dasz jeder aus eignem erkänntnisz mit innerer lust und freude seine pflicht thue, dazu keine äuszeren treiber bedörfe, weil er nicht etwa nur die scharfe regel des rechts und unrechts, sondern den inneren treiber zur aufopferndsten liebe und groszmuth, den geist gottes in sich habe Herder 20, 253 S.; mir wird dabei (beim ansehen der agitation), als säh ich einen nagel gegen einen stein ... treiben, und den treiber nicht eher nachlassen, bis der nagel ... krumm gebogen herabfällt F. H. Jacobi werke 3, 502; die democratischen vereine Deutschlands gehören mit zu den treibern der deutschen zustände (die die zustände vorwärts treiben, vgl. treiben III C 1) J. Venedey die dt. wage (1848) 1, 45; wenn nun solche prediger odder Moses treiber (die auf Moses gesetz halten und es durchführen wollen) kaiser werden Luther br. 2, 520 de Wette, vgl. treiben IV C 3. nicht mehr üblich sind heute anwendungen im sinne von treiben III C 'derjenige, der eine sache fördert, eine tat ausführen hilft', 'betreibt', meist im übeln sinne; in älterer sprache nicht selten: nu was des houbetmannes schryber der vorrederye tryber (14. jh.) Ernst von Kirchberg bei Westphalen monum. ined. 4, 820, 15; (Petrus) dyser sorge hefftig begerthe freytzuwerden, und eigentlich erkennen den tichter und treiber szo groszer ubelthat Michael Risch ev. Joh. (1529) H h 4a; und desz rahtschlags und beschlusses bist du damals selbs urheber, angeber und treyber (persuasor) gewesen Stumpf Schweizerchron. (1606) 330; damit nicht sie auch als treiber und verfechter diese streites beschuldigt werden (um 1570) bei Birlinger schwäb.-augsb. wb. 122b; (er) offenbarte dem landmeister und compter alle der bauren anschlege, und wer die anfenger und treiber dieses spiels weren M. C. Schütz historia rerum Prussic. (1592) 58b; treiber einer sache promotor negotii Stieler (1691) 2318. nur vereinzelt zu IV A 2 'der sich dauernd mit einer sache abgibt, eine kunst u. ähnl. übt u. pflegt': saltator springer, triber der geradigkeit (d. i. circuskunst) J. Melber vocab. pred. (1486) b 2b; o bleibe daheimb ein obrister der weiber und der partita (kabalen) treiber Th. Höck blumenfeld 114 ndr. zu treiben VI 5: 'herumtreiber', 'durchtriebener bursche' 'n driewer vun jung Mensing 1, 862. über diesen allgemeinen und unmittelbar auf das verb bezogenen gebrauch hinaus hat treiber seit alter zeit festere anwendungen entwickelt. 22) als mehr oder weniger gefestigte berufsbezeichnung. 2@aa) 'viehtreiber', der weide- oder marktvieh treibt, actor pecoris (s. auch ochsen-, sau-, schwein-, viehtreiber): wie die widder, die keine weide finden und matt für dem treiber her gehen klag. Jer. 1, 6; item 4½ m. 18 tribern, ... die das vie von Bebereren ken Marienburg treben Marienb. treszlerb. 353 Joachim; den alten Carbo plündern sie und führen die beute heim mit treibern und auf rossen G. Freytag ges. w. 3, 139; [] in der ma.: treiber knecht, der das vieh dem metzger, händler o. dgl. nachtreibt; der das vieh auf die weide treibt Fischer schwäb. 2, 356; drîwr der treiber des zahmen viehs, besonders beim transport von heerden Danneil altmärk. wb. 40. auch für den 'viehhändler' (vgl. auch treiben I B 3 e): were, dat ein knecht ... uth deme ammete mit rechte dreven worde, unde he en driver denne werden wolde, deme scholde nenn man afkopen in deme ammete (1375) hamb. zunftrollen 140, 13 Rüdiger; der treiber meinte, alles vieh werden die Franzosen doch nicht gefressen haben W. Alexis vaterl. romane 8, 222. 2@bb) häufiger 'lasttiertreiber', agitator, wie esel-, maul-, kameltreiber: agitator (aselli), usitator ab agendo dicitur tripari (zu Vergils georg. 1, 273) gl. 2, 628, 46 Steinm.-Siev.; (der wildesel) verlacht das getümmel der stad, das pochen des treibers höret er nicht Hiob 39, 7; er befahl auch dem treiber, dasz er diesem frembden esel keine secke solt aufflegen eselkönig 308; der hunger und das viele tragen, des treibers fluchen, stoszen, schlagen, mit einem wort, mein herr, die noth ist schuld daran (dasz es d. esel elend geht) Lichtwer äsop. fab. (1748) 121; ich stand bei meinem esel vor der thür, wie einer der kostbare waaren abgeladen hat und wieder ein eben so armer treiber ist als vorher Göthe 24, 31 W.; da striegelten die treiber die dampfenden kameele Freiligrath ges. ged. (1870) 1, 123; sprichwörtlich ist der gegensatz zwischen treiber und esel (vgl. Wander 1, 858, 107 u. 111): (alles ist unzufrieden) da der wucherer, da der arme, da der todtengräber, da der accoucheur, da der treiber, da der esel portraits (1779) 192; der esel und der treiber dencken nicht eins Petri der Teutschen weish. (1604) 2, n 7a; ebenso brem.-nieders. wb. 1, 250; Doornkaat ostfries. 1, 333b; Woeste westf. 58b; etwas anders: störrischem esel harter treiber Düringsfeld sprichw. 1, 131b. 2@cc) treiber von zugtieren an wagen, fuhrmann, lenker, auriga (vgl.rosz-, wagen- u. pflugtreiber): vijrperdich wagen of carre quadriga, ind die drijver dair af heit quadrigarius v. d. Schueren 454a Verdam; agitator, vector qui currum agitat ein furman oder tryber gemma gemmarum (Straszb. 1508) a 6a; in einem morgen frue der gardian seinen compan vorausz liesz gehn und er auf dem wagen sasz, und sein treiber war der vorgemelte dieb S. Grunau preusz. chron. 2, 345; wann aber jemandt aus den treibern, das ist, von den fuhrleuten, ... sich unterstehen wirdt wider dis gebot zuhandeln ... Nigrinus von zäuberern (1592) 438; (am pferdegöpel) ist ein schemel, darauf der treiber sitzet (auriga) Bech Agricolas bergwerkb. 127; der ochse beym gesange seines treibers geduldiger zeucht Lohenstein Arminius 2, 908a; Alkibiades legt sich als spielender knabe wagen und ochsen in den weg, zwingt den treiber zu halten Heinse sämtl. w. 4, 59; später nur noch in gehobener sprache: höchster treiber des unermüdetfüszigen donnergespanns, Zeus! (Pindar) Herder 26, 199 S. nd. in besonderer verwendung: driver, treiber. besonders bei deicharbeiten, ein junge, der pferde und wuppen (stürzkarren) treibt brem.-nieders. wb. 1, 250; driwer der junge, der dem pflüger hilft Schambach, Gött. 49a, vgl. bei treiben I C 1 b. 2@dd) treiber, jagdhelfer, der das wild aufscheucht und dem jäger zutreibt, seit dem 17. jh. bis heute allgemein geläufig: ... dasz die (reb)hüner des treibers nicht gewahr werden Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 30; im jagen und treiben laufen sie (die rehe) ins runde, auch zuweilen durch die treiber v. Fleming vollk. jäger (1719) 102; die treiber trieben durch den wald, zu regen auf die thier Herder 25, 481 S.; immer näher drang der lärm der treiber, immer schärfer knallten die schüsse der schützen Holtei 40 jahre 2, 363; [] wer glück und geschick entbehrt (als jäger), schilt den treiber G. Freytag ges. w. 8, 97; ich kenn einen jäger, man heiszt ihn tod ... hasz, ehrsucht und geizen nach ruhmesschall sind treiber im dienste des jägers all Fontane ged. (1891) 18. 2@ee) 'geldeintreiber' (vgl. treiben I C 3 e): endlich hat er (ein sterbender anachoret in visionärem zustand) gleichsam als einer, von dem man rechnung fordert, seinen exactoribus und treibern geantwortet Dannhauer catechismusmilch (1657) 6, 496; coactor zusammenbringer, treiber, einnehmer Reyher thes. (1668) 1, 1120; an stelle eines älteren treibe (s. 2treibe 1) bezeichnung eines beamten in Frauenchiemsee: (der vogt von S. Petersberg soll) den richter und castner herein senden zu dem steeg, desgleichen mein gnedige frau vom Kiembsee ihren cammerer und treiber (1684) österr. weisth. 3, 385, 3, auch 387, 22. mit anklang an treiber 3: treiber bei unbarmherzigen leuten und schössern esattore Kramer 2 (1702) 1125a; mit anlehnung an treiben I A 3 'hetzen' vom gläubiger: meine treiber setzten itzt stärker in mich als sonst noch nie. da hiesz es: hast du geld, ... so zahl auch mich U. Bräker sämtl. schr. 1, 211. 2@ff) bergmännisch. treiber arbeiter in der silberhütte, vgl. treiben II B 2 d: jowelk drivere scal to rechte sweren ..., dat he iowelkes mannes bly unde gheld verheghen unde bewaren wille ... so he best kunne unde moghe (14. jh.) goslarsch. bergges., im vaterl. archiv ... f. Niedersachsen (1841) 319; (es) haben die treiber in den hütten sich auch nicht geseumet, die hanen (silberkörner) und testkörner unterschlagen (1583) Hard. Hake bergchr. 104; der hüttenschreiber soll nach dem treiber kainen hert aufheben, ... es sei dan der schichtmeister und treibmeister mit und darbei (1548) Lori baier. bergrecht 264; s. auch mitt. d. hist. vereins d. Pfalz 21, 142; ehemals ... als der berg reich, die leut from waren, die meister, knappen, steiger, treiber Rollenhagen froschm. 1, 114 d.; treiber refiner, affineur Hoyer-Kreuter 1, 776. 2@gg) im Salzburgischen 'schiffstreidler' (vgl. treiben II B 2a): wann die sestaller an naufahren (stromabfahrt) den treibern zuschreien, und die zeit des gegenfahrens, auch die anzahl der schiff benennen, so sollen die treiber zu rechter zeit zu den scheffen reuten (1616, nach älterer fassung von 1581) Lori baier. bergrecht 497a, vgl. 318b. 2@hh) 'einer der holz treibt, triftet' (s. treiben II B 2 b, treibholz 2 und triften): ez ist auch ze wizzen, wer den treibern ir holz ab dem wazzer nimpt, daz sol er pezzern (Brixen 1379) österr. weisth. 5, 393; die einrichtung des wasserbaues ... besorgten die 3 haalwöchner, die überdies noch den treibern und stiefelleuten an den gefährlichsten stellen vorschub zu leisten hatten wirtemberg. Franken 8, 465. 2@ii) treiber Louis, zuhälter (aus Gmünd) Kluge rotwelsch 1, 483; treiber zuhälter, dirnenbeschützer und -ausbeuter (grammeltreiber) Jakob Wien. (1929) 195. 33) treiber als 'arbeitsaufseher, bedrücker, despot'; von 2 b und c seit Luther auf den menschen als object des treibens übertragen; zumeist mit erneutem anschlusz an das verbum; besonders auch bei gefangenen 'stockmeister': so nu gott das gesetz also geben hat, ... so hat er auch darneben eingesetzt stockmeyster, treiber und anhalter; denn also nennet die geschrifft die oberkeyt durch ein gleychnis, wie die esels treiber Luther 20, 247 W.; Moses aber in seinen büchern treibet, dringet, dreuet, schlegt und straffet greulich, denn er ist ein gesetzschreiber und treiber in der vorrede aufs n. testam. 7, 428 Bindseil; darumb ist das gesetz yhr herr und treyber, sie aber sind seyne knecht und gefangen 10, 1, 1, 360 W.; mit dem nebensinn des brutalen: das ampt aber der frohnvögten ist unehrlich und tyrannisch, darumb sie auch Moses nennt saremissim Exod. 1 und nogeschim Exod. 5, das ist schrapvögte oder treiber, welche nicht allein die leute mit dienst überlästigen, sondern schinden und plagen sie noch dazu mit [] gelt und straff L. Milichius im theatr. diabol. (1569) 387b; treiber beym fronen, im zuchthausz, arbeitshausz Kramer 2 (1702) 1125a; gefesselte sklaven singen dort (im tode) miteinander ihr feierlied, und hören nicht mehr die stimme des treibers (nach Hiob 3, 18) bei Gerstenberg schleswigsche lit.-br. 321 lit.-denkm.; weniger stark in verschiedener anwendung: celeusma ein ermanlich zesamenschreien etwas anzegreiffen ... celeustes ein sölicher ermaner, zuschreier und treiber der ruderknächten Frisius 207b; treiber auf der galee aguzzino ... Kramer 2 (1702) 1125a; wenn man mit gott und recht des treibers stock entflogen und dann voll ehr und lust auf hohe schulen kann Hoffmannswaldau 7, 238 Neukirch; in dieser stillen abenddämmerung, da der treiber unserer erdenmühe, die sonne, untergeht, und alle kreaturen sich ihrer entlaszung vom dienst der schweren eitelkeit zu freuen scheinen Herder 11, 355 S.; lasz mich, o leben, zürnender treiber, ruhen nur lasz mich, kurze erquickung nur gönne dem müden O. Ludwig ges. schr. (1891) 1, 14. in neuerer zeit von einem vorgesetzten, der übermäszig zur arbeit treibt: hochmütig war er (der steuermann) ... aber er war kein treiber und kein schimpfer Frenssen Hilligenlei 169. in weiterer übertragung 'bedrücker', 'despot': du hast das joch irer last, und die rute irer schulter, und den stecken ires treibers zubrochen Jes. 9, 4, wozu Luther sagt: da sehen wir, das Jesaia seine rede genomen hat von eim eseltreiber odder sonst eim grausamen tyrannen 19, 144 W.; vom bilde losgelöst: (sie) werden herrschen über ihre treiber (rev. ausg. dränger) Jes. 14, 2, und so in mehreren bibelstellen, die in theologischen und anderen schriften häufig verwandt sind, z. b.: damit die fürsten des jüdischen volcks gnug haben möchten ihre buhlerei zu treiben, sind sie darüber zu treibern des volcks worden und zu sclaven ihrer weiber (zu Jes. 3, 12) J. D. Ernst liebesgeschichte (1693) 311; ja musz er schon sein blutt und leben ... für räuber zur erlösung geben, dasz nicht mehr über uns der strenge treiber fährt (zu Sach. 9, 8) Lohenstein geistl. gedanken (Breslau o. j.) 75. freier: da hat der herr schon über Bugra und Edom, über die rothen blutgierigen edomitischen pharaones gewütet, und ist bereit aller gottlosen treiber ein ende zu machen J. W. Petersen reich Jesu (1693) 2, )( )( 1b; die wüsten hat er (Antonius) mit unglücklichen verbannten flüchtlingen bevölkert. fern von ihren treibern leben sie, der welt entnommen, hier im brüderlichen fleisz Herder 28, 197 S.; werft eure feldzeichen, eure verdienstmedaillen vor die füsze eurer treiber G. Fr. Rebmann das neue graue ungeheuer 2 (1795) 64; mit welchem rechte will man mäszigung von ihm (dem volk) erwarten; wenn man es geiszelt, bis es in wuth geräth und seinen unbarmherzigen treiber nun zu zertreten droht? G. Forster sämtl. schr. 3, 94; und sind doch die treiber nicht her von gott, und die plager gefallen dem allmächtigen nicht E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 256; der herr der den stecken des fremden treibers Napoleon zerbrochen hat, wird auch die götzenbilder unserer einheimischen tyrannen zerbrechen durch die hände des volkes G. Büchner nachgel. schr. 301. 44) von verschiedenen gegenständen, vorwiegend werkzeugen, die zum treiben dienen. in der böttcherei eine art keil zum treiben der faszreifen: treiber, treibel zum reiffen antreiben dryf-hout van een kuiper Kramer nider-hochteutsch 2 (1719) 215a; Karmarsch-Heeren 1, 689; wenn dann die gesellen die schlägel schwingen und klipp-klapp, klipp-klapp es niederfällt auf die treiber, hei! das ist lustige musik E. T. A. Hoffmann 7, 168 Gris.; am webstuhl: zur ... bewegung der schütze dient der treiber [] Karmarsch-Heeren 10, 526. im mühlwerk: bei beweglichen hauen derjenige teil, welcher die drehung des mühleisens auf den stein überträgt Lueger 7, 708; mundartlich: treiber kurbel Martin-Lienhart 2, 737a; triberli der drehling, z. b. der zapfen eines hahns, die schraube, welche in die mutter paszt, die kurbel u. s. f. Tobler appenzell. 152a; treiber käsequirl (Allgäu) Martiny milchwirtschaft 129. treiber als segel: auf gröszeren schiffen ein raasegel, das hinter dem besan ausgebracht wird, wenn man vor dem winde segelt, auch brodwinner genannt; auf kleinen segeljachten bezeichnung für besan, s. Kluge seem. 793. 55) die treiberameise, anomma arcens (s. Brehm tierleben (1890) 9, 283): da fühlte ich mich plötzlich ... von den fürchterlichsten aller ameisen, den sogenannten 'treibern' bedeckt H. v. Koppenfels in Brehm tierl. 1, 82. 66) zusammensetzungen mit treiber sind zumeist nur jüngere gelegenheitsbildungen. älter sind treiberlohn (1581) und im anschlusz an Jes. 9, 4 (s. o. 3) seit dem 17. jh. treiberstecken. triebkräftig nur in technischen bezeichnungen wie treiberarm, -welle u. a., treibersegel u. ähnl., darüber hinaus noch verbindungen mit treiber als 'jagdhelfer'. mundartlich einigermaszen verbreitet scheinen nur bildungen mit treiber 'viehhändler' (s. bei 2 a): triwršwīn im hausieren gekauftes schwein Hentrich Eichsfeld. 72; treibersäulein (dass.) Fischer schwäb. 6, 1771; s. a. triebsau.
17300 Zeichen · 366 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treiber

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Treiber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Treiberinn, eine Person, welche treibet, fast in allen eigentlichen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Treiber

    Goethe-Wörterbuch

    Treiber [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Treiber

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Treiber , ein kleines Gaffelsegel am Treibermast , am Heck von Jachten mit Kuttertakelung; vgl. Segelsport.

  4. modern
    Dialekt
    Treiberm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Treiber m. : 1. a. 'wer Tiere treibt und führt', s. PfWB Bären- , PfWB Esels- , Farren-, Ferkel-, Kühe-, PfWB Ochsen- , …

  5. Sprichwörter
    Treiber

    Wander (Sprichwörter)

    Treiber 1. De Driwer un de Esel denket nich öwerên. – Eichwald, 369; Schlingmann, 335. In Ostfriesland: De Drîver un de …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treiber

181 Bildungen · 19 Erstglied · 159 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von treiber

treib + -er

treiber leitet sich vom Lemma treib ab mit Suffix -er.

Zerlegung von treiber 2 Komponenten

trei+ber

treiber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

treiber‑ als Erstglied (19 von 19)

Treiberad

Adelung

treibe·rad

Das Treiberad , des -es, plur. die -räder, im Hüttenbaue, dasjenige Rad, welches bey dem Treiben des Silbers die Bälge treibet. In andern Fä…

treiberde

DWB

treib·erde

-erde : ( der mergel ) giebt auch eine besondere treibeerde vor die orangerie und andere zarte gewächse allg. haushaltlex. 2 (1749) 340 b ;

treiberdienst

DWB

treiber·dienst

-dienst : in Ermland hatten auch nichtkulmische gutsbesitzer freie jagd, ebenso auch der komtur, welchem treiberdienste geleistet werden mus…

treiberei

DWB

treibe·rei

treiberei , f. , verbalsubstantivum zu treiben, gelegentlich in verschiedener bedeutung: eine wechselseitige und ruhelose treiberei ( preist…

treiberin

DWB

treib·erin

treiberin , f.; mhd. in verbindung mit trüllerin neben trîbe ( s. 2 treibe 2) als ' kupplerin ' bei Berthold von Regensburg : nû sich, trîbe…

treiberisch

DWB

treibe·risch

treiberisch , adj. , hd. ungebräuchlich; treiberisch, treiberlich und treibend movens, urgens, agitans ... Stieler (1691) 2319 ; driewerig u…

Treiberknecht

DRW

treiber·knecht

Treiberknecht, m. Gehilfe eines Treibers (I) [Lohn:] tween driverknechten ... 4 mk. 2. Hälfte 16. Jh. ZSchleswHolst. 49 (1919) 59

Treiberleins

PfWB

treiber·leins

Treiberleins n. : ein Ballspiel, Treibeʳles [ BZ-Annw ], Treiweʳles [ LU-Limbghf ]; vgl. PfWB Treibelns BadWB Bad. I 546 , Z. 36.

treiberlinie

DWB

treiber·linie

-linie : die alten wisents durchbrachen wütend die treiberlinie Brehm tierleben 3, 265 ;

treiberlohn

DWB

treiber·lohn

-lohn , lohn des schifftreibers ( s. o. 2 g), v. j. 1581 bei Lori bairisch. bergrecht 319 a ;

treibermast

DWB

treiber·mast

-mast , -segel : yawl, eine segelyacht, welche einen treibermast mit treibersegel führt Lueger lex. d. ges. technik (1894) 7, 951 ;

Treiberschütz

DRW

treiber·schütz

Treiberschütz, m. wie Feldschütz, ²Schütze Sachhinweis: MannhGBl. 1 (1900) 211 min herre hat alle iar daselbes virundzweintzig malter korns …

treiberstecken

DWB

treiber·stecken

-stecken : wenn gott sich will mit kindern zäcken, das heist es tyrannei und einen herben treiberstecken, und meints doch gott so gut P. Bos…

treiberwehr

DWB

treiber·wehr

-wehr , dass. wie -linie: die vielen torfstiche und abzugsgräben im moore verhinderten die bildung einer geschlossenen treiberwehr H. Löns a…

treiber als Zweitglied (30 von 159)

Rumtreiber

RDWB1

Rumtreiber m umg. dein Vater ist ~ - отец твой гуляка

Übertreíber

Campe

Übertreíber , — s, Mz . gl. 1) Einer der etwas ǘbertreibet und übertreídet. 2) Bei den Böttichern ist der \Uumlacute;bertreiber das erste de…

antreiber

DWB

antre·iber

antreiber , m. incitator: ein guter antreiber ist besser als zehn faule arbeiter. an einigen orten heiszt das antreibende holz antreiber.

bärentreiber

DWB

baeren·treiber

bärentreiber , m. ductor ursi, dann leno, kuppler: was kosten in nur die alten weiber, die kuplerin und berentreiber. H. Sachs III. 3, 71 b …

bossentreiber

DWB

bossen·treiber

bossentreiber , m. scurra, gesticulator, bei Maaler 319 b possentreiber, der einem ein gemein schawspiel haltet und eines iede bärd an sich …

durchtreiber

DWB

durch·treiber

durchtreiber , m. niederd. dôrdrîwer Schamb. 45 a , ein mensch, besonders ein kind welches sich in wind wetter und kot herumtreibt.

eintreiber

DWB

eint·reiber

eintreiber , m. in mehrfachem sinne des eintreibens, z. b. geldeintreiber, exactor.

erzhurentreiber

DWB

erzhure·n·treiber

erzhurentreiber , m. scortator: o wie fein lauts, wenn ein bischof ein erzhurntreiber ist und heiszt einen armen pfaffen keusch leben. Luthe…

eselstreiber

DWB

esel·streiber

eselstreiber , m. asinarius: ja alle christen würden etwan esel und eselstreiber geschmäht umb Christi willen. Nasenesel 19 b .

Farren(s)treiber

PfWB

farren·streiber

Farren(s)-treiber m. : 'wer den Zuchtstier führt', auch Schimpfw., Farretriwweʳ [ KU-A'glan ], Faʳnstreiweʳ [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Far…

Feiltreiber

RhWB

feil·treiber

Feil-treiber fēldrevər Sieg-ODollend m.: Händler, der junge Schweine feil hält.

Ferkentreiber

RhWB

ferken·treiber

Ferken-treiber -drī:vər m.: 1. a. Händler mit Ferkeln Allg. — b. –hirt Dinsl-Aldenr , MGladb-Giesenk . — 2. Schimpfw.

Ableitungen von treiber (3 von 3)

Betreiber

DERW

Betreiber, M., ›Aufseher‹ 1239 Antwer- pen, ›Erheber‹ 1542, ›Bewirtschafter‹ 1436 Brandenburg, s. betreiben betreuen, V., ›betreuen, umsorge…

enttreiber

DWB

enttreiber , m. abigeus, fur pecoris.

vertreiber

DWB

vertreiber , m. , gebräuchliches subst. zu vertreiben. 1 1) gewöhnlich zu I 1, ' einer, der verjagt, austreibt, in die verbannung treibt ' :…