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krallen

mnd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krallen

Bd. 11, Sp. 1982
krallen , die kralle, klaue brauchen. II. Gebrauch und bedeutung. I@11) intrans. I@1@aa) mit der kralle zufahren, die kralle einschlagen: nimm dich in acht, die katze krallt; dieser seelengeier läszt, wenn er gekrallt hat, nicht mehr los. Tiedge ep. 1, 288. [] I@1@bb) mit der kralle hantieren, arbeiten überhaupt: (der sterbende) Emanuel schauete still in die sonne .. und krallte nicht am deckbette wie andre. J. Paul Hesp. 4, 73, griff angstvoll mit gekrümmten fingern, mit den nägeln, die eben auch krallen heiszen (s. d. II, 2, b). I@1@cc) mit der kralle nach etwas greifen, daher mit nach: die katze krallt nach dem hunde, fährt krallend; Emanuel kämpfte in der stillen finsterniss mit grimmigen gedanken, die ... nach seinem erbleichenden angesicht krallten. J. Paul Hesp. 4, 55, wie raubthiere; der endlich nach dessen hut krallte. ders. 31, 70. I@22) trans. I@2@aa) mit der kralle verwunden: wer mit katzen spielt, wird gekrallt. I@2@bb) mit der kralle packen, 'uncis capere et tenere' Stieler 701. I@2@cc) besonders in zusammensetzung, z. b.: bohrt und krallet den verwegnen ... ungesäumt die augen aus. Göthe 14, 96 (vögel); da hatt' am arm die löwin etwas fleisch ihm ab gekrallt. Voss Shaksp. 3, 117. I@33) oft auch refl. sich krallen, in mehrfacher wendung: also krallt sich eifersucht im busen fest des mannes. Göthe 41, 205; das leben krallt sich gleich wieder an. an Zelter 2, 289; sie (die faust) spannt sich auf, sie krallt sich zu. Bürger 71b; und die schrecknisse, die um sie strömten, faszten die welt und krallten sich leichenkalt um die menschheit. Sonnenberg bei Campe; (das gethier) krallt an decke sich und tisch. Freiligrath. I@44) in ungewöhnlicher, kühnerer verwendung: an seine seele kralle ich meine rache! Klinger 2, 224; so kreischt uns ein griffel ins ohr, der einen stein hinunter krallet. Herder 4, 253, kratzend fährt wie eine kralle. I@55) dazu sich ankrallen, einkrallen, umkrallen, zerkrallen, bekrallen, sich verkrallen u. a., alle jetzt unentbehrlich und fest, obwol wie es scheint erst seit dem 18. jh. so entwickelt. IIII. Alter, heimat, nebenbedeutungen. II@11) nach den zeugnissen erscheint es ziemlich jung, von den wbb. erst spät anerkannt. zwar schon Stieler 701 nennt es, aber nur als nebenform von grellen und schwankend grallen, krallen (wegen des gr- s. unter kralle a. e.), dann M. Kramer 1768. 1787 beiläufig unter grellen. noch bei Aler, Rädlein, Ludwig, Steinbach, ja bei Adelung fehlt es ganz, sie haben nur krällen, das Adelung vermutlich gegen das einreiszende krallen aufrechthalten wollte. aber krällen kann krallen keineswegs ersetzen, da es im begriff weit enger ist. II@22) völlig heimisch ist es im md., wenigstens in Sachsen, Thüringen, offenbar erst von kralle gebildet, wie ähnlich knallen von knall. übrigens besteht dort krällen, krellen daneben, wie ebenda kräller m. gleich krall m., kratzwunde. fraglich ist dagegen, wie bei kralle, sein bestand auszer dem md. als schwäb. z. b. gibt Schmid 325 nur krällen und bezeichnet dabei krallen als obersächs.; krâlen im bair. gebiete, das zudem blosz kratzen bedeutet, ist blosze sprechform von kräueln (s. d.), wie krâl, krâle dort von kräuel (s.kralle I, 2, c). auch als nd. find ichs nicht. II@33) doch finden sich anklänge auch auszer dem md. II@3@aa) als nd. wird ein krallen stehlen angegeben im brem. wb. 2, 863, 'von [den] krallen, klauen der raubvögel'; aber dahinter wird etwas andres stecken. der anklang daran von henneb. 'krâllen, erwischen, festhalten, stehlen' Frommann 2, 413 ist wol nur scheinbar, das wird wie das bair. krâlen aus kräueln geworden sein, genauer aus kraueln, wie âg auge,thau u. a. ebenda (Fromm. 2, 328). II@3@bb) auch ein andrer niederd. anklang wird nur zufällig sein: grallen, grallern, kratzen, wie fett im halse Schambach 676. ebenso schwäbisch grallen 'das geräusch im schlunde vom genusse fetter speisen' Schmid 241, zu grell gehörig, vgl. md. grallig herbe zusammenziehend von geschmack Rüdiger zuwachs 2, 79; jenes 'kratzen' wird nur nhd. auslegung sein. s. auch unter krällen I, 2, c.
4114 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krallenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    krallen , Adj. Vw.: s. korallen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krallenv., intrs, trs, rec

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Krallen , v. I) intrs . u. trs . mit den Krallen reißen, kratzen, verwunden; auch, mit den Krallen fassen. Einen krallen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    krallen

    Goethe-Wörterbuch

    krallen a zukrallen, mit den Krallen verwunden [ Treufreund zu den Vögeln, selbst vorgebend, ein Vogel zu sein: ] Sie [ …

  4. modern
    Dialekt
    Krallen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Kralle n [Kràlə Heidw. Banzenh. Rapp. Mütt. Str. Hf. ] f. Pl. Krallen, Nägel: uf d Kralle n schla gen auf die Finger Hei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krallen

64 Bildungen · 31 Erstglied · 29 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von krallen 2 Komponenten

kral+len

krallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krallen‑ als Erstglied (30 von 31)

krallenaffe

DWB

kralle·naffe

krallenaffe , m. eine affenart mit krallen: die leichten meerkatzen und krallenaffen gehen noch am besten. Brehm illustr. thierleben 1, 8 .

Krallenband

MeckWB

krallen·band

Wossidia Krallenband n. 'Korallenband', Halsband von Glasperlen, in Schö @ zur weiblichen Tracht gehörend Jb. 2, 151.

Krallenbeeren

RhWB

krallen·beeren

Krallen-beeren -bEzə Pl.: 1. -al- Beeren der Eberesche Klev-Frasselt . — 2. -ęləkəs- Johannistrauben Klev-Warbeyen .

Krallenbleªder

WWB

Krallen-bleªder Pl. [ Kr. Münster Mün Lhs] Malve (Malva silvestris). ⟨ - blāer ⟩

Krallenbohnen

RhWB

krallen·bohnen

Krallen-bohnen (s. S.) May , Ahrw-Sinzig , MGladb , Geilk , Erk , Heinsb , Kemp , Mörs Pl.: eine B.sorte, perlartig, Goldbohnen.

krallenfaust

DWB

krallen·faust

krallenfaust , f. faust mit krallen: sah man den teufel schwarz und scheuszlich liegen, die krallenfäuste grimmig wild geballt. Körner 1, 23…

krallenhaft

DWB

krallen·haft

krallenhaft , krallenartig, krallig: der meisten hände ( der gespenster ) waren krallenhaft. Klopstock 12, 384 .

Krallenhals

ElsWB

krallen·hals

Kralle n hals m. Halskette, 4-reihige Perlenschnur aus gläsernen, übersilberten Kügelchen, woran meist ein Crucifix, bes. von Mädchen getrag…

krallenhand

DWB

krallen·hand

krallenhand , f. hand mit krallen, krallende: o lasz mich los, du scharfe krallenhand des lebens. Arnim schaub. 1, 89 ; aus dem dunklen scha…

krallen II

RhWB

krallen II = perlen s. bei Kralle II;

Krallenkiᵉten

WWB

Krallen-kiᵉten f. [verstr.] Kette aus Korallen oder Perlen.

Krallenkraut

RhWB

krallen·kraut

Krallen-kraut Zell-Enkirch Raversbeuren n.: Kerbel, anthriscus cerefolium; die Kinder schneiden die hohlen Stengel in kleine Stückchen u. re…

Krallenpaternoster

MeckWB

krallen·paternoster

Wossidia Krallenpaternoster n. Gebetschnur, Rosenkranz aus Korallen: 'myne beste Krallen Paternoster mit tween güldenen Reigen' (Wi 1516) D.…

Krallenpüsch

RhWB

Krallen-püsch -e- Neuw-Giershf m.: Löwenzahn, dessen Hohlstengel zu Halsketten ineinandergefügt werden.

Krallensnaur

MeckWB

Wossidia Krallensnaur a. Spr. -snor m. , f. Korallenschnur, Halsband aus Korallen, Glasperlen u. a.: 'dat drudde part van eneme krallensnore…

Krallensnōr

WWB

krallen·snor

Krallen-snōr Schmuck aus echtem Bernstein mit silbernen Haken oder Schloss ( Kr. Minden Min Fr).

krallensnōr

KöblerMnd

krallensnōr , M. Vw.: s. korallensnōr L.: Lü 187b (krallensnôr)

krallentatze

DWB

krallen·tatze

krallentatze , f. krallichte tatze: ich jagte gerne das lernen all zum teufel, in seine glühende krallentatze. Albertine v. Grün in Mercks b…

krallenteufel

DWB

krallen·teufel

krallenteufel , m. teufel mit krallen, vgl. DWB teufelskralle : es wimmert durch die luft, wo sein ein krallenteufel harret. Hölty 43 .

krallenthier

DWB

krallen·thier

krallenthier , n. eine thiergattung, nach ihren krallen benannt. Brehm illustr. thierleben 2, 59 .

krallen als Zweitglied (29 von 29)

Abkrallen

Campe

Abkrallen , v. trs. mit den Krallen herabbringen, absondern, abkratzen. Etwas abkrallen. Auch uneigentlich. △ »Schon hat der neue Attila die…

Aufkrallen

Campe

auf·krallen

Х Aufkrallen , v. trs. 1) Mit den Krallen, oder wie mit Krallen auffassen. Etwas aufkrallen. 2) So viel als aufkratzen, durch Krallen d. h. …

Auskrallen

Campe

aus·krallen

Auskrallen , v. trs. mit den Krallen aus einem Orte, Raume nehmen oder reißen. Einem die Augen auskrallen. Das Auskrallen. Die Auskrallung.

Beªrnstē²n—krallen

WWB

Beªrn-stē²n—krallen. „ Bernstoeinkrallen Bernsteinkette, aus großen Bernsteinstücken bestehend“ ( Kr. Herford Hfd Kr. Herford@Gohfeld Go ). …

bekrallen

DWB

bek·rallen

bekrallen , ungulis laedere: ein land, das kein unthier bekrallet. Nicolais leben von Gökingk s. 164 .

einkrallen

DWB

ein·krallen

einkrallen , 1 1) ungulas injicere, die krallen einschlagen: dieses ganze einkrallen in die heiligen bilder und wünsche seines herzens empör…

erkrallen

DWB

erk·rallen

erkrallen , unguibus prehendere: der adler hatte ein lamm erkrallt und fortgeführt.

festkrallen

GWB

fest·krallen

festkrallen refl, bei Personifikation [ Phorkyas: ] krallt sich Eifersucht | Im Busen fest des Mannes, der das nie vergißt | Was einst er be…

Gesetzkrallen

ElsWB

gesetz·krallen

G e setzkralle n f. Pl. die grösseren Kugeln an den Rosenkränzen, welche auf 10 kleinere folgen und bei denen » Ehre sei dem Vater « u. s. w…

Herkrallen

Campe

her·krallen

Herkrallen , v. I) intrs . an diesen Ort  krallen, mit der Kralle greifen, kratzen. II) trs . mit der Kralle herziehen. — Das Herkrallen. D…

Höpperkrallen

WWB

hoepper·krallen

Höpper-krallen Pl. Froschlaich (Frbg.) ( Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil) Wal Sf).

Nachkrallen

Campe

nach·krallen

Nachkrallen , v. intrs . mit den Krallen, oder krallend hinter her fahren, um zu greifen, zu kratzen  D. Nachkrallen .

Tähnkrallen

MeckWB

Wossidia Tähnkrallen Pl. f. Samen der Bauernrose, paeonia officinalis, kleinen Kindern zur Erleichterung des Zahnens um den Hals gehängt E. …

Teufelskrallen

RhWB

teufels·krallen

Teufels-krallen -a·l.ə Pl.: 1. Beifuss, Artemisia vulg. MGladb-Rheind . — 2. Teufelskralle, Phyteuma spicatum od. orbiculare Simm-Laub . — 3…

Umkrallen

Campe

Umkrallen , v. trs . D. Umkrallen. D. — ung. 1. Úmkrallen, ich kralle um, umgekrallt, umzukrallen , mit den Krallen umreißen. 2. Umkrállen, …

verkrallen

DWB

verk·rallen

verkrallen , verb. reflex. die krallen in etwas schlagen, und davon nicht loskommen können. Heinsius 4, 2, 1310 b . mundartlich auch nichtre…

Wegkrallen

Campe

weg·krallen

Wegkrallen , v. trs . 1) Krallend, mit den Krallen wegnehmen. 2) Krallend, durch Krallen oder Kratzen vertreiben. D. Wegkrallen .

zerkrallen

DWB

zer·krallen

zerkrallen , verb. , jung für älteres zerkrellen, s. th. 5, 1983; mit krallen zerreiszen, zerfetzen, zerkratzen: ein adler ... schleudert si…

zukrallen

DWB

zukrallen , v. , Campe : und aus der erd' empor, huhu! fährt eine schwarze riesenfaust, sie spannt sich auf, sie krallt sich zu Bürger 71 b …

Ableitungen von krallen (4 von 4)

bekrallen

DWB

bekrallen , ungulis laedere: ein land, das kein unthier bekrallet. Nicolais leben von Gökingk s. 164 .

erkrallen

DWB

erkrallen , unguibus prehendere: der adler hatte ein lamm erkrallt und fortgeführt.

verkrallen

DWB

verkrallen , verb. reflex. die krallen in etwas schlagen, und davon nicht loskommen können. Heinsius 4, 2, 1310 b . mundartlich auch nichtre…

zerkrallen

DWB

zerkrallen , verb. , jung für älteres zerkrellen, s. th. 5, 1983; mit krallen zerreiszen, zerfetzen, zerkratzen: ein adler ... schleudert si…