schimpf,
m. iocus, ludus, derisus, ignominia, mhd. schimph, schimpf, schinpf,
md. auch schemph, schimp. Lexer
mhd. handwb. 2, 744,
mnd. nnd. mndl. nndl. schimp,
schwed. skymf (
entlehnt aus dem deutschen).
sichere bezüge auszerhalb des germanischen fehlen. vielleicht ist das wort ebenso wie das zu ihm im ablautsverhältnis stehende älterer sprache angehörige schampf (
s. dieses theil 8,
sp. 2122),
mnd. mndl. schamp,
schimpf, nndl. schamp,
streifschusz, verbalsubstantiv zu einem alten starken verb. schimpfen, schampf, geschumpfen.
gramm. 2, 59.
ebenda wird auch das mhd. schumpfe,
buhlerin zur vergleichung herangezogen, s. auch schimpfen
unten. nur in älteren quellen begegnet pluralischer gebrauch von schimpf: es seind etlich also grob buerisch leut, das sie kein schimpffe künnen. Keisersberg
narrenschiff 137
a; aller schimpfe si verdrôʒ.
Parz. 138, 24; diu klôs was freudenlære, dar zuo aller schimpfe blôʒ. 437, 17; nemt der schimpf von uns vergut.
fastnsp. 107, 34. 11)
scherz, spasz, kurzweil, eine bedeutung, die im mhd. und früheren nhd. herrscht, später allmählich zurücktritt und heute nur noch in mundarten, besonders oberdeutschen, fortlebt. Stalder 2, 318. Hunziker 220. Schm.
2 2, 421. Schottel 1399
giebt als alleinige bedeutung iocus an, während Steinbach 2, 415
diese schon als veraltet bezeichnet und aus der sprache seiner zeit nur die auch heute noch geltende anwendung im sinne von ignominia, contumelia, dedecus, probrum anführt. 1@aa)
allgemein, fröhliche munterkeit, harmloser scherz. iocus, schertz, schimpf Aventin
werke1 (1881), 407, 18: pei dem vogel (
ulula) verstên ich die argen strâfer, die den läuten kainen schimpf noch kain werk ze guot kêrent und all zeit verkêrent zuo dem pœsten. Megenberg 227, 29; diese hochzeit ward eingeleit zu sant Michelstag und lange zeit darnach mit unauszsprechlichem schimpf begangen.
d. städtechron. 3, 162, 25; Aristotiles spricht, schimpf sol man brauchen als saltz, wan man ein muosz saltzen wil ein haffen vol, da darff man wenig saltz zuo einer schüssel vol. Keisersberg
sünden d. mundes 53
b; es (
der tanz) ist ein gruob in dem hoff, da aller wuost zuosammenflüsset alle sünd da ist hoffahrt, uppige eer, neid und hasz, verachtung, unküschheit in sehen, horen, greifen, in dem gemüt, in reden, in geberden, zierung, und on zal narheit verbringt man dunckt dich das ein schimpff sein.
narrensch. 128
a; ich hab allweg gemeint, es wer kein böser volk uf erden als meine armen huoren, aber es ist alles schimpf gegen denen phariseiern, schreibern und gleisnern, si seind ärznequam per omnes casus. Schade
sat. u. pasqu. 3, 178, 23; als nun die andren meinten, des schimpfs wer genuog, haben sy friden gemacht.
rollwagenb. 87, 19
Kurz; aber auff dasz man nit meyne, das es schimpf sei, so wil ich auff das aller kürtzest und deutlich, jre (
der geistlichen) edele liebliche ankonfft eym jeden vor augen stellen. Fischart
bienenk. 205
b; das khnollen pulfer ist, wo man etwas auszrichten soll, am nutzlichsten, aber zuem schimpf und feuuerwerkhenn ist
[] das gefäede pulfer guett genueg.
quelle von 1591
bei Schm.
2 2, 422;
im bilde: ir schimpf ertranc in riuwen furt.
Parz. 114, 4; deiswâr wir tuon in schimpfes buoʒ. 205, 8; eʒ ist ein man der schimpfes kraft hât, swie trûrc wir anders sî
n. 229, 16; ir was diu minne gar ein schimpf und ein troum gewesen ê, wan ir enwas nie worden wê von rehter liebe grunde. K. v. Würzburg
tr. kr. 7444; herr der wirt, vergebt uns unser schallen und laszt euch unsern schimpf wol gefallen. ob iemant het zu grob gespunnen, da mit wir eur ungunst heten gewunnen, so scholt irs uns zu eim schimpf geruchen, weil wir neur gut freund da heim suchen.
fastnachtsp. 319; herr wirt, unsern schimp lat euch wol pehagen! 788, 26; ir thut mit spott mich uberhönen, halts da vor schimpff und hoff, mir armen werd jr euch miltigklich erbarmen. H. Sachs
fastnsp. 1, 39, 77
neudruck; ihr dürfft euch aber nicht entsetzen, wenn Thisbe sich so wird verletzen, sie ersticht sich nicht, es ist nur schimpff! wir wollen schon brauchen glimpff. A. Gryphius (1698) 1, 734 (
Squentz).
auch von der munterkeit, dem spielen der thiere: der aff stäcket voller schimpfs. Forer
Gesners thierb. (1583) 3
b. 1@bb)
vom liebesgetändel, oft verhüllend: wann ein knab und ein töchterlein zeitig sindt zu dem schimpff.
quelle bei Schm.
2 2, 422; swes er phlæge swenne er bî mir læge, mit sô frömden sachen könder wol gemachen daʒ ich sîner schimpfe müese lachen.
minnes. frühl. 200, 29; die also süsz entschlauffen sind, in wunnenberndem schimpffe, die bewar ich (
wächter) uff die triüe mein, hütt eüch vor ungelimpffe. Cl. Hätzlerin 1, 3, 5; (
zu einem liebespaar): ewr schimpf hat nicht gewert als kurtz, wann ir es recht bedächtet. 6, 44; lieb, lieber schertz und süszer glimpf, liebkosen, küsz und kützlens schimpf wirt sie dir machen bald willfahren. Weckherlin 458. 1@cc)
im sinne von lustbarkeit: dabey gepewt auch eyn erber rate, das hinfüro eynich frow oder junckfrow, burgerin oder inwonerin dieser statt, eynich hefftlein, das achtzehen guldin reinisch am werdt übertreffe, kost oder werdt sey, zu eynicher hochzeyt, tantz oder annder schonhait oder schympfe nyt tragen solle.
Nürnb. polizeiordn. 102. 1@dd) ritterlicher schimpf,
kampfspiel, turnier: zu einem thurnier und ritterlichem schimpff
lädt ao. 1483
der bairische adel nach Ingolstadt ein. quelle bei Schm.
2 2, 422; es waren die fürsten des reichs auf einem kaiserlichen hoff zu Nurenberg und pflagen ritterliches schimpfs und spils mit stechen turnieren und rennen gar herlich.
d. städtechron. 3, 111, 23; nu ist dieser schimpf, scharpf rennen, einem ernst gar gleich und besorglich. 112, 4; als sie zu eyme ritterlichen schympfe zu Andernache gewest waren.
quelle bei Scherz-Oberlin 1408.
in gleichem sinne erscheint auch schimpf
ohne zusatz: durch schimpf er (
der burghof) niht zetretet was (dâ stuont al kurz grüene gras: dâ was bûhurdiern vermiten).
Parz. 227, 9; ein junger ritter der sal gerne zu dem schemphe ritin und sal mit sime swerte lerne beide vechtin und ouch stritin.
rittersp. 1218. 1@ee)
wendungen wie die folgenden, in denen auf einen wirklichen kampf bezug genommen wird: froun Jeschûten wart der gruoʒ mit swertes schimpfe aldâ bejagt mit heldes handen unverzagt.
Parz. 263, 25; sie griffen mit langen spieszen, der schimpf war gar nicht süsz.
des knaben wunderhorn 1, 378
Boxberger; gute polberk thet mir machen; alle die in der stat gelegen sind, des schympfs möchtens nicht lachen. Liliencron
hist. volksl. 416, 6, 5; der schimpf wirt sich noch machen, Neuburg, Rein und Wasserburg die sollen des nit lachen. Gödeke-Tittmann
liederb. aus d. 16. jh. 278, 77
vermitteln es, dasz schimpf
auch geradezu vom ernstkampf gebraucht wird (
vergl. kurzweil 3,
e theil 5,
sp. 2860, scherz 2,
d [] theil 8,
sp. 2596): da empfieng Dagobertus wiederumb ein hertz, und sprach seinem volck tapffer zu, dasz sie allesampt mannlich und ritterlich auff die heyden schlugen, dadurch begundten sie des schimpffs müde zu werden.
buch d. liebe 27, 1; da nun der soldan solchen schimpff sahe, welcher jhm nicht wolgefiel, sprach er zu seinem volck: verflucht sey die stunde, da ich je in Franckreich kommen bin.
ebenda. 1@ff)
gleich schertz
und kurzweil (
s. diese theil 5,
sp. 2859
und theil 8,
sp. 2596)
wird auch schimpf
gebraucht für den gegenstand des scherzes, die veranlassung dazu. so heiszt es vom geliebten: gesegne dich gott mein liebster herr und süszer hort, gesegne dich gott mein aufenthaltung, mein kurtzweil unnd schimpff, viel mehr, denn zu tausendt malen.
buch d. liebe 276, 4; sie sahe den knaben freundlich an: der liebe gott tu dich beleiten! mein schimpf und scherz, scheiden bringt schmerz. Gödeke-Tittmann
liederb. aus d. 16. jh. 72, 11. 1@gg)
wie in dem letzten der oben angeführten belege wird schimpf
auch sonst in der bedeutung '
scherz, kurzweil'
gern mit dem allitterierenden scherz
oder scherzen
inf. zusammengestellt: alsust hattin si manchirleie ubunge in frolichkeit schimphes unde scherzes.
leben d. heil. Ludwigs 41, 7; dieweil uns uber disser sache, ja auch allen andern sachen, szo gott belangen, kein schimpf und schercz sundern ein gestrackter emsiger ernst ist.
schreiben des raths von Orlamünde an herzog Johann von Sachsen vom 12.
sept. 1524 (
Weimar, Ernest. ges.-arch.); man gibt offt wort auff schimpff und schertzen, und kommen doch aus falschem hertzen. Waldis
Esop 1, 43, 35
Kurz; du (
scheiden) vertreibst mir schimpff und schertz zu der aller liebsten mein.
bergreihen 19, 21
neudruck; denn du bist gar ein jungfraw fein mit schimpff und auch mit schertzen. Forster
teutsche liedlein (1539)
nr. 82.
Ambras. liederb. nr. 72, 4; kein frewdt kan kummen in mein hertz, kein fröligkeit, schimpff oder schertz. H. Sachs 14, 261, 7
Keller-Götze; der geht knap rein und hat ein hertz, ist keck zu allem schimpff und schertz. Ayrer 291, 21
Keller; denn sag man die warheit von hertzen und red vom ernst in schimpff und schertzen. Rollenhagen
froschm. (1595) A 4
b; schertz und schimpff. flut, die nicht ersaufft, nur badet: schimpff und schertz, der keinem schadet, ... wer nicht diese mag erdulden, gibt verdacht von sondren schulden. Logau 1, 222, 17; spielende würde. mancher kan durch fleisz und schweisz, dennoch nicht zu ehren kummen: mancher wird in schimpff und schertz, auff die oberbanck genummen. 2, 225, 90. schimpf
mit dem reimworte glimpf
verbunden: künd weder schimpf noch glimpf versteen.
fastnsp. 770, 34.
mit anderen sinnverwandten ausdrücken: wanne sine wort die worent alle uff grosze froide und schimpf.
quelle bei Scherz-Oberlin 1407; alle arbait ist dir ain schimpfe und kurtzwil.
N. v. Wyle 47, 33
Keller; die fünfft schell ist lust und schimpff haben in narren. Keisersberg
narrensch. (1520) 136
d; schimpff unnd fatzwerck treiben,
agitare iocos. Maaler 352
c; zugeschweigen, das offt kluge leute, bey höflicher kurzweil und schimpff praeambuliren, und gleichsam eine symphoni machen derer dinge, so nachgehends von ihnen mit ernst vorzunehmen. Butschky
Pathm. 395; ouch enhet ir vreude und ir schimpf deheiner slahte gelimpf.
Iwein 4411; wonet bei ihn all freud und mut, schimpf, müssiggang und liebe gut. Wickram
kunst z. trinken (1537) 2, D 2
b; jetzt ohne schimpf und ohne spasz. Göthe 12, 135. 1@hh)
dem schimpf,
scherz, wird der ernst
gegenübergestellt: du solt wissen, die also freffeliche reddent widder got und widder christenliche ordenunge, in si schimpf oder ernst, umbe die menschen stot es gar sorcliche. Rulman Merswin 54; darumb der tantz ist kein spil, wan vil sünd darvon entspringen, wan ist tantzen ein schimpff, so hab ich nie kein schimpff gesehen der dem ernst gleicher ist. Keisersberg
narrensch. (1520) 127
d; besorge auch, so diesem mittel nicht folge geschicht, und weiter werde angefochten mit gewalt odder worten, so wird das ding allererst recht eraus fahren, und aus dem schimpf ein ernst werden. Luther
briefe 1, 208; wir narren
[] thun alle ding zuvor, ehe wir gott darumb fragen, und treiben narrenteiding damit, darnach wenn wir sehen, das der schimpff aus ist, und sich der ernst hebt, murren wir und sind ungedültig.
werke 4, 132
a; ist schimpff oder ernst, was ihr furgebt? Alberus
widder Jörg Witzeln mammeluken J 3
a; aus einem schimpff einen ernst machen,
convertere in serium quod per iocum est dictum. Maaler 352
c; in ernst aufnemmen, das in schimpf geredt. auszm ernst einn schimpff machen.
quelle von 1618
bei Schm.
2 2, 421; dasz wir nicht weniger zu dem schimpf zierlich und förtig, als in dem ernst streitbar und sigreich seyen. Weckherlin 860; leichtfertige ketzerische reden, welche mehr aus schimpf als ernst ausgestoszen werden, sind mit willkürlicher strafe anzusehen.
quelle von 1751
bei Schm.
2 2, 422; aber das übel war, dasz er sie weder durch schimpf noch ernst dahin bringen konnte, die sache aus einem vernünftigen gesichtspunkte zu beherzigen. Wieland 20, 184; ich half dir ie ze schimpfe, nu hilf ich dir alrgernst, sît eʒ gât an den ernst. R. v. Ems
Barl. 19, 10; daʒ was der hoch geborne kunic Ladamus der kunde sich kondewieren mit ritterschaft eʒ schimpf oder ernst were. A. v. Scharfenberg
jüng. Tit. 5254; eʒ wære ir ernst oder ir schimpf, eʒ was ein tœrisch ungelimpf daʒ im von ir die wârheit in diser nôt nicht wart geseit. Heinr. v. Freiberg
Trist. 6389; mer sin ritter wol bekant, mer alle uber disse lant. sij ernst adder schimpp, so haben mer gudden gelimpp.
Alsf. pass. 6897; dasz kein schimpf bleib ohn ernst, dasz kein spil end ohn spot, hat newlich man zu Rom in ewerm spil gesehen. Weckherlin 695; die kürasz' sie sich schon offt durchgebohret hatten, in summa alles das, sie hier im schimpffe thaten, was sich todtfeinde thun, im ernst, auch können an, nur dasz der könig sie, wann er wil, scheiden kan. Dietr. v.
d. Werder
Ariost 17, 72, 6; schimpff aber ist nicht ernst. Logau 1, 25, 84.
sehr häufig ist die verbindung von schimpf
mit dem gegensatze ernst,
die noch Stalder 2, 318
als in der Schweiz allgemein üblich bezeichnet: allen den harnasch der ouch zu sinem libe hört zuo schympffe und zu ernst.
quelle bei Scherz-Oberlin 1408; schimpf und ernst
titel einer schwanksammlung von Joh. Pauli (1522); zu schimpff und ernst geschickt,
homo omnium horarum. Dasyp.; im schimpf und ernst redt man die warheit. Schade
sat. u. pasqu. 3, 292, 6; dieweil aber derselbig Rauchschnabel ein geschwinder, leufiger man und der zu schimpf und ernst war zu gebrauchen.
Zimm. chron.2 2, 368, 30; (
kaiser Maximilian) hat auch mit im in schimpf und ernst reden lassen. 4, 53, 1; diesen aber unsern kindischen studenten fleisz, und darauff erfolgetes langweiliges bedencken, bitte ich wollestu dir, günstiger läser, freundlich gefallen, und den verneweten froschmeuseler zum schimpff und ernst fruchtberlich dienen lassen. Rollenhagen
froschm. (1595) B 5
b; es ist schimpf und ernst beysammen,
haec festivitas conjuncta est cum severitate, hi sales salsiores sunt urbanis salibus. Stieler 1797; Hermann Axel dünkt sich in schimpf und ernst maitre passé: er will nicht blosz die lacher auf seiner seite haben, sondern auch die denkenden köpfe. Lessing 6, 265; war auch gerustet wol zu feldt mit harnisch, wehr und dem gezelt, zu schimpf und ernst, was man wolt han. H. Sachs 14, 283, 20
Keller-Götze; was wär ein solches ding zu schimpf und ernste gut? Wieland 4, 118 (
n. Amadis 5, 21); wir haben manchen ritt zusammen gethan, und manchen speer in schimpf und ernst gebrochen. 18, 24; willkommen, sohn des ritterlichen, frommen, preiswerthen herrn, mit dem in meiner bessern zeit ich manches abenteur in schimpf und ernst bestanden! 22, 18 (
Oberon 1, 26).
in umgekehrter stellung, adverbial, mit wiederholung der präposition: ze erneste und ze schimpfe was er zem besten ûʒ erkant. R. v. Ems
Barl. 6, 40.
mit der umschreibung schimpfes spil,
sonst ebenso: alsus getâner rede vil von ernest und von schimpfes spil geschach des mâles ûf dem sal. Konr. v. Würzburg
troj. krieg 26920.
[] 1@ii)
sonstige besondere wendungen und sprichwörtliche redensarten. 1@i@aα) schimpff treiben,
ludere ludum. Dasyp.: in dem andern flügel aber hat das glück seinen wunderbaren schimpff getrieben. Fronsperger
kriegsb. 3, 136
a; alsô treip sie zarten schimpf. Heinr. von Neustadt
Apollonius 14370; mit einem, etwas: sollen zu zeiten auch mit einander schimpff treiben und spielen. Forer
fischb. 102
b; mit den (
frauen) het er solchen schimpf getriben daʒ eʒ in allen gap gelimpf
Lohengr. 1324; mit ainer (
frau) sô traib ich den schimph, zwâr des gewan ich ungelimph. O. v. Wolkenstein 5, 1, 9. schimpf haben: ich habe dir auch gesendet einen ballen, und einen krummen stab, und ein guldin kemelin, das du domit solt uben und schimpf haben, wanne ich erkenne, das du arm bist und jung.
quelle bei Scherz-Oberlin 1407; dieweil er aber domals noch ein junger, angehender herr, hat er viel schimpfs und abenteur bei seinnen unterthonnen gehabt, sich auch ganz gnedigclichen gegen inen erwisen.
Zimm. chron.2 2, 137, 24. schimpf nehmen mit einem: und jhr mit samt den andern frauen rath fürnam mit im seiner lieb halben schimpf und kurzweil zu nemen. Steinhöwel
Bocc. 10, 16
a; einen schimpf schimpfen,
vom streit (
vgl. oben e): wâ wart ie kein gans so wol verkoufet, unt so kluoger schimpf geschimpfet, unt so wol geroufet, unt so manik gouch versniten?
minnes. 3, 281
a Hagen. eines schimpfs spielen: und da er (
Jupiter) söllichs schimpfs selber gespielt hat, ward myn gemut je meer und meer erfröwet.
Terentius deutsch (1499) 64
b. 1@i@bβ)
etwas geschieht, man thut etwas in, im, in einem schimpf: im schimpff reden,
ioco dicere. Dasyp.; in einem schimpff, gar spöttlich oder lächerig,
perridiculum, per ludum et iocum, ludo, iocose, ioco. Maaler 352
d;
mnd. so dat syne gn. sachte, dat hedde he in schympe gesacht.
quelle im brem. wb. suppl. 284; habt uns nichts für übel, es ist im schimpf geredt. Schade
sat. u. pasqu. 3, 292, 5; gleichwol der könig sich der sach weiter nit sonder anname, redt im proposito für und thette dergleichen als ob das in schimpf beschehen.
Zimm. chron.2 2, 574, 12; swaʒ in schimpfe alsus geschiht, ob daʒ von êrste bringet zorn, der ist schier dâ nâch verkorn.
Parz. 555, 28; vil hobischer rede dâ geschach, der marcgrave Chûnrât in schimphe sprach: 'man sal der tât nicht strâfen in ...'
Ludwigs kreuzf. 2777; swie diu red in schimph geschach, doch het si für ungemach des vâlandes kappelâ
n. Ottokar
reimchron. 41909
Seemüller; er sprach: gnad mir armen man, ich han die red in schimpff gethan.
pf. von Kalenb. 186; darumb wirt hie angezeigt in schimpf, dasz er (
der papst) der sachen hab kein glimpf und nimpt sich an das er nicht kan. Schade
sat. u. pasqu. 3, 100, 27; ich habs in einem schimpff geredt.
Ambras. liederbuch 100, 31.
etwas in schimpf aufnehmen,
als scherz: Gâwein daʒ in schimpf ûf nam, und hôrt doch wol, daʒ er im gram was, als er selber jach. Heinr. v.
d. Türlin
krone 21427; im schimpf verstehen: verstands im schimpf, ich main es guot.
ein hübsch new unnd kurtzweylig spil wie mann die narren von einem beschweren soll (1554) F 5
b;
gleichbedeutend für einen schimpf verstehen: ob wir es zu grob hetten gemacht, so solt ir es für einen schimpf versten.
fastnsp. 329, 7.
ähnlich: ein weis mann soll etwan das unrecht das im geschicht in ein schimpf ziehen und soll gedultig sein. Pauli
schimpf u. ernst (1546) 86. in sînem schimpfe sprechen,
im scherz: in sînem schimpfe sprach er daʒ: 'vrouwe küniginne, zurnet ir noch?' Heinrich v. Freiberg
Trist. 4264. mit schimpfe: dô zerstuben in die schilde, als der mit schimpfe spilde und vedern würfe in den wint.
Parz. 211, 30. durch schimpf,
aus scherz: eʒ was zwâre mîn wân, ir hetent die rede durch schimpf getâ
n. Erec 3847.
[] aus schimpf: sampt jhren gemahlin und töchtern, die er (
Rudolf von Habsburg) freundlich hertzte, ausz schimpff sagend: er weisz kein besser artzney zu finden, seinen matten leib auffzuhalten, als wenn er jhren lieblichen frischen athem ausz jhrem mund in sich zöge. Zincgref
apophth. 47. ze schimpfe: und wâren sîn puneiʒe in dem ernestkreiʒe sô ringe und sô schimphbære, als eʒ ze schimphe wære.
Trist. 170, 38
Maszmann. zuo unserm schimpf,
unserer belustigung: aber sam die maister dâ von (
dem regenbogen) schreibent, die perspectivi haiʒent, die all ir kunst legent auf spiegelwerch und auf scheinprechen, daʒ gehœrt niht hie her zuo unserm schimpf. Megenberg 98, 4. ohn allen schimpff,
abiectis nugis. Maaler 352
d.
quelle von 1618
bei Schm.
2 2, 421. ohne schimpf,
extra jocum, joco remoto. Stieler 1797: der süeʒe wænen wolte für ein gewislich mære, daʒ der hirte wære ân allen schimpf der vater sî
n. Konr. v. Würzburg
troj. krieg 593. sunder schimpf: ich rede eʒ sunder schimpf und âne schimpfes ungelimpf. Heinr. v. Freiberg
Trist. 2489.
es ist ûʒ dem schimpfe,
ist ernst: dô was eʒ gar ûʒ dem schimph. Ottokar
reimchron. 58623
Seemüller. ähnlich: alrêrst kom eʒ ûʒ dem schimph. 5436.
in gleichem sinne: wann sich der schimpf tät trennen und wann es an ein treffen gieng. Uhland
volksl.2 331.
ebenso mit anschaulichem bilde: dem schimph dem ist der poden aus. Wittenweiler
ring 9
a, 41; dem schimpf dem was der boden aus.
quelle bei Schmeller
2 2, 421; erst ist dem schimpff der boden ausz. H. Sachs 14, 173, 27
Keller-Götze; so ist dem schimpf der boden aus.
ders. bei Schmeller
a. a. o. auch: erst wil dem schimpff der bodn auszwerden!
ders. 14, 243, 17
Keller-Götze. 1@i@gγ) wann der schimpff am allerbesten ist, so soll man aufhören. Pauli
schimpf u. ernst (1546) 18; am besten. Franck
sprichw. (1541) 1, 76
a. 2, 18
a. 81
b. Petri 2 (1604) B bb 2
b. Schottel 1127
a. Simrock 425; uff hören sei ein ieder gerist, so der schimpff am besten ist. Murner
bei Wander 4, 184
a.
vom kampf, der ja auch schimpf
heiszt (
vgl. oben e): wann der schimpff am besten ist, so gebens die flucht. Franck
weltb. 183
b,
doch bekommen solche wendungen wol einen allgemeineren sinn (
vgl. unten wenn einen der schimpf reut). es wirdt ausz dem schimpff offt ein ernst,
nugae saepe seria ducunt. Henisch 928, 4: also treget sichs oft zu nach dem gemeinen sprichwort, das aus schimpf leichtlich kan ernst werden. Schütz
beschreib. der lande Preuszen u. s. w. (1599) 22; schimpff und ernst stehet beysammen,
iocandum ut seria agas. Henisch 928, 61; in schimpf und ernst soll betrug vermitten bleiben. 55; in schimpff und ernst sagt und thut man alle dinge. Lehmann
bei Wander 4, 185, 13; schimpff wil ernst, gnesch streych haben. Franck
sprichw. (1541) 1, 82
b. Henisch 1493, 18; schimpf will ernst haben. Simrock 425, 8021; schimpff will schaden haben. Franck
sprichw. 1, 84
b. Simrock 425, 9022; das ist schimpff der schaden bringt. Agricola
sprichw. (1534) 237; es ist ein böser schimpff, der schaden bringt. Petri 2 (1604) Aa 5
a; schade schimpf ist dicke leit. Vridanc 121, 4. da mirs bald nach dem sprüchwort goht: der katzen schimpf ist der maus tod. Fischart 2, 20, 644
Kurz; schimpff ohn schaden stehet wol zu tragen. Petri 2 (1604) Ss 4
a; schimpff und kurtzweil ohn schaden ist wol gegönnet.
ebenda; schimpff soll haben glimpff, und on schaden abgehen. Franck
sprichw. 1, 84
b. Petri 2, Ss 4
a. Schottel 1127
b; schimpf soll haben glimpf. Simrock 425, 9020; im schimpf kann man eim wol die warheit sagen. Lehmann
bei Wander 4, 185, 12; in schimpff und spil sagt man die warheit vil. Sutor
ebenda 15; schimpf und pillen musz man nicht kauen. Frischbier
ebenda 21. schimpf für schimpf verstân:
[] ir solt schimpf für schimpf verstân unde solt mir mîn schimpfen so sêre niht unglimpfen.
Reinh. fuchs 342, 1390. nicht, keinen schimpf verstehen: schympf nit verston. Brant
narrensch. 68
überschrift; du grober betz, und du brodt-hemel, kanst du den keinen schimpff verstahn? H. Sachs 14, 33, 11
Keller - Götze; wer nicht kan schimpf verstehn, soll nicht zu leuten gehn. Pistorius
bei Wander 4, 185, 32.
auch kein schimpffe künnen. Keisersberg
narrensch. (1520) 137
a,
die stelle s. oben unter dem formalen. 1@i@dδ)
in der wendung der schimpf reut einen
gewinnt das wort den allgemeineren sinn von '
sache, handel' (
vergl. heute übliche redensarten wie der scherz, spasz wird dir theuer zu stehen kommen): zuo morgens, da er nüchtern ward, hett in (
einen pfaffen, der in der trunkenheit das fegefeuer geleugnet hatte) der schimpf gereuen. Schade
sat. u. pasqu. 3, 156, 18; jedoch, wie du gebetten, so sage ich dir für meinen rath, dasz du für allen dingen den rath bei dir selber haben must, und dir hierinnen (
bei der heirat) rathen, damit du niemands, wenn dich der schimpff gerewet, zu eiffern hast. Luther
tischr. (1568) 306
b; hat dich der schimpff gerewen, so zeuch du widerumb heym, singt man. Franck
sprichw. (1541) 2, 88
b; ja den pabst selbst hat endlich der schimpff gereuet. Schuppius 387; wenn uns der schimpf nur nicht gereuen dürffte. Schoch
studentenleb. 8, 33
Fabricius (1, 2); darauff du baw und mir vertraw, du reines weyb! lasz dich den schympff nicht reuen!
bergreihen 62, 27
neudruck. 1@kk)
in verbindungen wie die folgenden steht die bedeutung des worts auf der grenze zwischen der hier behandelten und der folgenden: ungefüeger schimpf bestêt mich alle tage: si jehent daʒ ich ze vil gerede von ir und diu liebe sî ein lüge diech von ir sage.
minnes. frühling 197, 9; bœs ernst kumt von bœsem schimphe: man sol schimphen daʒ eʒ glimphe.
welsch. gast 661; der iuch mit triuwen minne an den sult ir iuch lâʒen, und bœses schimpfes mâʒen.
Wigal. 293, 35. 22)
boshafter scherz, spott, verhöhnung: habe ieman dise rede vor spot, der gê, dar grôzer schimphen sî, wan dise rede ist schimphes vrî. Heinr. v. Krolewiz
vaterunser 2837; er (
Christus) leit ouch spot vil manicvalt, durch die vuoge und den gelimph, daʒ von uns aller tiufel schimph müge übersiget werden. K. v. Würzburg
Silv. 4452; doch in den selben ziden mûse unser herre lîden der juden slege unde ir schimpf.
erlösung 4592; die torheit deren kund zumachen, die mit schimpf und unsinnigkait die teutsche poesy verlachen. Weckherlin 373; ein andrer, o erzeuger, der würde wol ein kalter, blasser schweiger, wollt' er mit schimpf und faxen verspotten mich, weil ich nicht lang gewachsen. Immermann 12, 25
Boxberger. 2@aa) schimpff
mit spott
verbunden: was das für schimpf und ain spott, das gib ich aim ieden zu bedenken.
Zimm. chron.2 2, 436, 4; schimpfes unde spottes ich von im niht dulden wil. Neidh. v. Reuenthal 238, 42
Haupt. 2@bb)
etwas thun in schimpf,
im, zum spott: dô wânde Parzivâl, si lüge, unt daʒ sin anders gerne trüge. er sprach in schimpfe zir dar în 'durch wen tragt ir daʒ vingerlîn?'
Parz. 439, 11; si brachten einen rôrstab, den man im (
Jesus) in die hant gab, daʒ solte in schimp sin zepter wesen.
pass. 65, 83
Hahn. in sînem schimpf,
gleicher bedeutung: sus sprach Keye in sîme schimpf. daʒ was gein friunde ein swach gelimpf.
Parz. 675, 15. durch sînen (
refl.) schimpf,
ebenso: wan dô er hôrte daʒ sanctus Ambrosius prediete, dô ginc her dare durch sînen schimph.
myst. 1, 186, 20; si têten im (
Jesus) durch iren schimph einen phellelînes mantel
an. pass. 65, 76
Hahn. [] einen in sînem (
refl.) schimpfe haben,
ihn verspotten: der voget, des ubelen tûvels knecht, gedachte also, eʒ wêre spot und si der cristenen got wolde in irme schimpfe haben.
pass. 481, 3
Köpke. in gleichem sinne einen zu schimpfe haben: an manigerhande glimpfe haten si in zu schimpfe. 357, 10. 2@cc) schimpf treiben mit einem, etwas,
spott treiben: do man in vor deme keisere sach nâch eime tôren gestalt do was ir schimpf manicvalt, den si mit im triben dâ.
pass. 33, 74
Köpke; mit guter leute nahm soltu kein schimpff nicht treiben.
pers. rosenthal 1, 43. schimpf treiben ûf einen: der selbe man wart also balt, daʒ er sînen schimpf treib ûf disen, der dâ vor im schreib, wand er in spotlich ansach.
pass. 214, 47
Köpke. schimpf machen ûʒ einem: ûʒ dem gotes knechte machten si vil starken schimph. K. v. Würzburg
Silv. 4845. einem schimpf erweisen,
perstringere aliquem facetiis. Stieler 1797.
sprichwörtlich: schimpf ist kein scherz. Wander 4, 185, 20;
nd. bai den schaden het, bruket för schimp nitt te sorgen. Woeste 229
a. 2@dd)
auch die veranlassung zu solchem scherz, der gegenstand desselben heiszt schimpf (
vgl. 1,
f): swaʒ er sprach daʒ was ir schimpf.
siebenschl. 649. 33)
indem der begriff der kränkung den des scherzes völlig verdrängt, entwickelt sich aus der vorigen die heute allein übliche anwendung im allgemeinen sinne von ehrverletzung, schmach, schande. ignominia. Frisch 2, 183
b. schimpf ist nur noch in dieser bedeutung gebräuchlich,
quidquid honorem laedit atque imminuit: der gröszte schimpf,
summa ignominia. Steinbach 2, 415; ein ewiger schimpf,
sempiterna ignominia. ebenda; einem ein schimpf seyn,
dedecori, probro esse alicui. ebenda. 3@aa) ein schimpf widerfährt einem: mein kind würd mich bringen umbs leben, dann solt jhr ein schimpff widerfahrn, dafür sie die götter bewahrn, so must ich des vor traurn sterben. Ayrer 1030, 27
Keller; der gröst schimpff der kunst widderfehrt, wenn sie dem dient ders ist unwerd. Rollenhagen
froschm. (1595) E 5
a. in schimpf gerathen,
in dedecus incurrere. Steinbach 2, 415; der schimpf fällt auf ihn,
ignominia cadit in eum. ebenda; schimpf von etwas haben,
ignominia ob aliquam rem affici. Frisch 2, 183
b; einen schimpf ertragen,
ignominiam ferre. Steinbach 2, 415: dennoch die vermessene antwort von sich hören lassen, er wolle lieber verdammt seyn, als solchen schimpff ertragen. Weise
erzn. 21
neudruck. einen schimpf leiden: mit vermeldung, der im duell beschädigte mensch gehöre einem graffen zu, welcher diesen schimpff nicht leiden wolle. 23. den schimpf auf sich sitzen lassen,
contumedium accipere. Steinbach 2, 415: du must den schimpf nicht auf dir sitzen lassen. Schiller
räuber schausp. 2, 1. nichts nach dem schimpfe fragen,
ignominiam sine dolore ferre. ebenda. einen schimpf verschmerzen: hast du den schimpff verschmertzt? Opitz 1, 2. etwas vor den grösten schimpf halten,
aliquid in turpissimis habere. ebenda; annehmen
ebenda, aufnehmen Frisch 2, 183
b;
nd. he räkent sikk dat tom schimp,
er siehet es als eine verachtung an. Dähnert 407
b. 3@bb) das gereicht ihm zum schimpfe,
isthoc illi probrum infertur. Steinbach 2, 415.
ähnlich, freier: wie er da steht der schmerzenssohn! — da steht, dem sechsten schöpfungstag zum schimpfe. Schiller
kab. u. liebe 4, 3; bist du der henker nicht, der übermorgen zum schimpf des christenthums, das flammenfest des glaubens feiert, und zu gottes ehre der hölle die verfluchte gastung gibt?
dom Karlos 1, 1. 3@cc) einem schimpf anthun: man dingte mich dazu schimpf anzuthun dem fürsten von Temim. Rückert (1882) 4, 93. einem schimpf mit worten anthun,
contumeliam dicere. Steinbach 2, 415; einem einen schimpf erweisen: (
ich) wuste nicht, was ich der untreuen seele vor einen schimpff erweisen wolte.
[] Weise
erzn. 171
neudr.; beibringen:
sprichwörtlich wenn einem ein schimpff beygebracht ist, so wils niemand gethan haben. Petri 2 (1604) Bbb 8
a; anhängen Steinbach 2, 415; einen in schimpf bringen. Frisch 2, 183
b; in einen schimpf: doch die unbarmhertzigen angst-läuse stacken mir in haaren, dasz ich die historie in der gantzen stadt ausbreitete, und das mensch in einen unerhörten schimpff brachte. Weise
erzn. 172
neudr.; einen in schimpf setzen. Luther
tischr. 326
a (
die stelle s. unten unter d am ende); in schimpff und unverwindlichen schaden geführt. Kirchhof
milit. discipl. 12. 3@dd)
häufig ist die alliterierende verbindung schimpf und schande,
labes ignominiaque. Steinbach 2, 415: in schimpf und schande gerathen, bringen. Adelung; schimpf und schande davon tragen. Steinbach 2, 415; mit schimpf und schande bestehen: so dasz ich mit schimpf und schanden bestanden wäre, wenn nicht der gröszere theil der zuschauer behauptet hätte, mein ungeschicktes betragen sey bloszer eigensinn. Göthe 25, 275;
nd. mit schimp un schande wâr fan kamen. ten Doornkaat Koolman 3, 124
a; von etwas nichts als schimpf und schande haben. Spiesz 212; mit schimpf und schande davongejagt werden.
ebenda; schimpf und schande gewohnt seyn. Adelung,
auch freier von schlechten kleidern, die man nicht mehr zu schonen braucht, so nd. Schambach 183
b.
nd. schimp un schann' 'n kopp affbît'n,
unempfindlich gegen tadel, schimpf sein. Danneil 185
b. Mi 76
a; hei het schimp und schanne de næse afebeten,
er ist aller ehre bar und ledig. Schambach 183
b. schimpf
mit anderen dieser bedeutung verwandten ausdrücken verbunden: sihe, wie du mich, mein frommes weib und arme kinderlein hast wöllen in schimpff und hohn und spott setzen. Luther
tischr. (1568) 326
a; nu gedachte sie auff gelegenheit, wie sie solchen hohn und schimpff an denen von der Naumburg rechnen wolte. 328
a. 3@ee) schimpf
im sinne von ehrverminderung als gegensatz zu kränkung: was härter treffe kränkung oder schimpf, will ich nicht untersuchen. Göthe 9, 208. 3@ff)
auch was unehre bringt heiszt schimpf (
vgl. 1,
f und 2,
d),
so die schimpfliche handlung, schandthat: so lauffends aus dem land gar wit, fahend solch schimpff zuo zeiten an, das sie gar niemans fristen kan. Wickram
irr reit. bilger 44
b. 44)
in Ost- und Westpreuszen und auch sonst auf nd. sprachgebiete bedeutet schimp, schmp
schelte; schmp kriegen Frischbier 2, 273.
dort wird schmp
als fem. gefaszt, doch ist es wol eher als plural zu denken. vgl. schimpfen 3,
a. 55) schimpf
personificiert. im sinne von 2: aber schimpff lege dich, höre, was folget. Luther 5, 74
b;
nach 3: ihr (
der unvollkommenheit) folgt die dummheit nach, die stets im finstern gehet; die unruh, blasz vor angst; der schimpf, der nackend stehet. Lichtwer 166.