schimpfen,
verb. iocari, illudere, dehonestare, maledicere. mhd. schimphen, schimpfen,
ahd. scimphan Graff 6, 497;
mnd. schimpen, schempen,
nnd. mndl. nndl. schimpen,
schwed. skymfa (
aus dem deutschen entlehnt).
das wort flectiert schwach, doch hat es vielleicht in alter zeit ein starkes verb. scimpan, scamp, scumpum
gegeben. vgl. gramm. 2, 59
und oben schimpf.
belege dafür fehlen. das heute in scherzhafter rede und mundartlich begegnende partic. geschumpfen (
nd. schumpen ten Doornkaat Koolman 3, 124
a)
ist wol als neubildung anzusehen. 11)
harmlos scherzen, spaszen, kurzweil treiben, spielen, in älterer sprache (
vgl. schimpf 1),
iocari Dief. 307
c. Schottel 1399,
ludere Dief. 338
b. Dasypodius.
mundartlich in diesem sinne erhalten, besonders oberdeutsch Stalder 2, 318. Schöpf 610. Frommann 3, 100 (
tirol.). 1@aa)
allgemein: sie sahen das kind an dem gestad schimpffen werffen mit dem stainlin in das wasser.
quelle bei Schmid 461; also da ein mensch den kopf und die vernunft braucht der
[] muosz ein underzug haben, dar umb sol und muosz er schimpfen, aber mit bescheidenheit. Keisersberg
sünden d. mundes (1518) 53
b; sie seint nit all narren die schimpffen, wann es gehört eim weisen etwan zuozeiten schimpfen oder yn annemmen.
narrensch. (1520) 136
b; laszt uns hie nicht schimpfen. ists ernst umb gottes wort, so leidets des gaukelns nicht. Luther
briefe 3, 104; nach dem morgenessen, die fürsten und diener ergiengen sich vor dem sall in dem hoff, schimpffen.
Aimon D 1
b; es ist aber ein bais ding, und die obrigkait sott billich straffen, ich houn wol gseha, das man sonst hie nit schimpffet, ich bin manches landt durcha zoga, allain das hann ich noch nit gseha, die galga vol, die räder vol. Heinr. Jul. v. Braunschweig 76
Holland; ich schimpfe nicht,
serio dico, ago, scribo. Stieler 1795; ey schimpfe nicht,
aufer ridicularia. ebenda; noch in einigen gegenden grob, höflich schimpfen. Adelung; ein vrouwe sol niht vrevelîch schimphen, daʒ stât vröuwelîch.
welsch. gast 397; swer schimpfen wil, der schimpfe also, daʒ sîn gesellen mit im sîn frô.
renner 5501; ich hân geschimpfet, Tristan! der segel ist wîʒ, den ich dâ hân ûf dem mer aldort gesehen. Heinr. v. Freiberg
Trist. 6401; Brieg du warst für allen nimpffen die am Oderstrome schimpffen lange zeit her, für und für, aller cavaliers begir. Logau 2, 21, 76. mit einem schimpfen: in derselben stat schympfeten vil kinde mit einander.
quelle bei Scherz-Oberlin 1408; mit groszen personen sol man nitt schimpffen. Keisersberg
narrensch. (1520) 136
d; sie (
die knaben) haben mit ainandern, wie die kinder pflegen, geschimpft.
Zimm. chron.2 3, 11, 31; er kurtzweylet oder schimpffet gern mit seines gleichen,
gestit paribus colludere. Maaler 352
d; ein tôr bewært sîn tôrheit wol, wenn der, der narrekeit ist vol, mit dem wîsen schimpfen wil. Boner 14, 3; nu lâʒet iuwer zürnen sîn, wan ich mit iu geschimpfet hâ
n. Lambel
schwänke 209, 343; gleichwol verzeih mir mein unglimpf, das ich zu bekant mit dir schimpf. Fischart 2, 235, 788
Kurz. mit etwas: schinphen mit dem balle.
quelle bei Schm.
2 2, 422.
freier, wie sein spiel treiben mit: man sol nit schimpfen mit dem glauben. Keisersberg
narrensch. (1520) 136
c; ist disz nicht ein armselig ding dasz man (
in der astrologie) also mit himmel und erden schimpffet. Fischart
groszm. 11;
nd. schimpe nich dermit. Schambach 229
a.
formelhaft mit etwas ist nicht zu schimpfen,
nicht zu spaszen: darumb ist nit mit im (
dem dryakers) zuo schimpffen, wenn eins in essen wil, so sol er vor und noch ein guote zyt gefastet han. Keisersberg
bilg. 16
c; derhalben ist nicht zu schimpffen mit den sacramenten, es mus der glaube da sein, der sich darauff verlasse. Luther 1, 181
b; darumb so thut jr zwar nit recht, das jr beschult die armen knecht, und wölts also verunglimpffen. mit solcher klag ist nit zu schimpffen. Waldis
Esop 4, 21, 198
Kurz; es lässet sich wahrlich mit lieben nicht schimpfen, recht lieben macht wallen dasz schlaffende bluht. Rist
Parnasz 665. einen schimpf schimpfen: wâ wart ie kein gans so wol verkoufet, und so kluoger schimpf geschimpfet, unt so wol geroufet, und so manik gouch versniten?
minnes. 3, 281
a Hagen. 1@bb)
auch von der fröhlichen munterkeit, dem spielen der thiere: der hund vyel an seinen meyster und schimpft mit jm.
Wilhelm von Österreich (1481) 21
b; die iungen hund in der iugent so schimpffen sie mit irem vatter und muoter, wan sy aber grosz werden und starck, umb ein bein so kriegen sie mit innen. Keisersberg
narrensch. (1520) 179
b; wann der wolf einen betrug understat zuo thuon auch so er überilet wirt, dasz im zuo hart zwang von den hunden beschicht, so thuot er eins und nimbt sich an einer fridlichen gestalt, schmuckt den schwanz, etwan schimpft er, dann zwackt er einen, wo im lust wirt. Schade
sat. u. pasqu. 3, 32, 2; welche maus mit katzen schimpfen wil, die mag es treiben also vil, ir wurd ir palk darumb zurissen.
fastnsp. 538, 18. 1@cc)
vom liebesgetändel, schön thun, oft verhüllend, mundartlich in diesem sinne erhalten, so im nördlichen Franken. Schm. 2, 422.
auch das schmalkaldische schäumpfen,
das die gleiche bedeutung [] hat, ist wol eigentlich schimpfen
in solcher anwendung. Vilmar 343.
vgl. unten schimpfer. mit einem weyb schimpfen, schertzen oder kurtzweylen,
alludere ad mulierem. Maaler 352
d: di vrouwe begunde unordenlîchen schimphen mit ime.
myst. 1, 99, 27; und sah in schimpfen mit Rebecca seiner hausfrau.
bibel von 1466
bei Adelung
1 Mos. 26, 8 (
ebenso bibel von 1483 16
b; ward gewar dasz Isaac schimpfet mit seinem weyb Rebeka.
Zürich. bibel von 1530 14
a,
bei Luther: das Isaac schertzet mit seinem weibe Rebeca); im wider ist gut mit frawen schimpfen und baden.
kalender von 1483
bei Schm.
2 2, 422; als die die huoren yn iren huszeren haben, oder sie dienen an den orten, da sie mit der kellerin, oder frawen schimpffen, oder da man spilt oder ander laster verbringt. Keisersberg
narrensch. (1520) 99
a; es begab sich, das ein kaiser die kaiserin in dem argwohn het, wie das sie schimpft mit einem ritter. Pauli
schimpf u. ernst (1546) 38; ir gesellen, ist das treuer dienst gehalten, das ir also mit der kellerin geschimpft haben und sie zur huren gemacht. 39; sie hatt den mann nicht gar lieb, als man jhr noch gar viel findet, denn er desz nachts mit jhr am bette nicht schimpffen mocht.
buch d. liebe 297, 1; ich kan mit schon frauen schimpfen.
fastnsp. 222, 29; ward heimlich auf mein fusz getreten und mit verdeckten worten peten, das ich mich gen ir solt gelimpfen und solt ein wenig mit ir schimpfen. 262, 3; ich weisz, wie ich mich gen ir thuo, und will ein wenig mit ir schimpfen. 339, 26; wann trauern macht manchen man, das er mit frauen nicht schimpfen kan. 745, 15; ich schimpfet heint mit unsern knecht.
Zimmer. chron.2 4, 11, 3; (
ein hechel spricht:) die bäwrin zog durch mich das haare, dort in der schewr sie mich verlor, da Cüntzlin dinnen bey ir war, er schimpfft mit jr, damit blieb ich verborgen.
Ambras. liederb. 140, 34. 1@dd)
vom scheinkampf: do kam der grove von Witelbach und det der glich, also ob er mit sime swerte wolte vor dem künige schimpfen.
d. städtechr. 8, 444, 8; denn man mus das bleiben lassen, das es ein rechter kampff gewesen ist, das jn (
Jacob) der engel mit aller krafft angegriffen hat, nicht mit jm geschimpfft. Luther 4, 181
b. 1@ee) schimpfen
mit sinnverwandten ausdrücken verbunden: man spricht, daʒ diu wisel mit dem hasen schimpf und scherz unz der has müed werd, so peiʒ si im dann den hals ab und freʒʒ in. Megenberg 149, 16; lacht und schimpft unzüchtiglichen mit wem er will. Keisersberg
pred. (1510) 121
b; als er was erwachet, geschimpfet und gelachet wart ob im dô harte vil. Heinrich v. Freiberg
Trist. 4952; alle, die heint zu euch gen, die wollen mit euch schimpfen und lachen.
fastnsp. 329, 9; noch wollust meines hertzen wil ich heben an zu schimpfen und zu schertzen.
bergreihen 40, 4
neudruck; mit schimpfen und mit schertzen, hat sie mir mein gemüth erfreut.
Ambras. liederb. 12, 5; die jägerin Diana stoltz, und wald- und wasser-nymphen, nun wider frisch in grünem holtz gahn spielen, schertz- und schimpffen. Spee
trutznacht. (1649) 36; wir spielen sorgen frey, wir schimpffen, lachen, schmehn! doch unser end ist dar. A. Gryphius (1698) 2, 340; die beckenjungen man loben soll: sie seind fein frisch und freuden voll, sie könn'n wol schimpfen und scherzen. Schade
handwerksl. 209. 22)
bitteren, verletzenden scherz treiben, spotten, verspotten, ebenfalls nur in älterer sprache (
vgl. schimpf 2). mit einem schimpfen,
ludificare, deludere aliquem. Stieler 1795, einen schimpfen,
laedere aliquem ludibrio. ebenda: inti skimphitun inan uniʒentê thaʒ siu tôt uuas,
et deridebant eum scientes quod mortua esset. Tatian 60, 13; ist giscinfit inti uuirdit bifillit inti anagispiuuan inti arhangan,
inludetur et flagellabitur et conspuetur et crucifigitur. 112, 1; thô spuuun siê sîn annuzi, thiêde inan habêtun scimfitun inan,
tunc exspuerunt in faciem eius, et qui tenebant eum inludebant ei. 192, 1; daʒ er (
Christus) verkoufet würde, geschimpfet unde gevangen. Konr. v. Würzburg
Silv. 4013;
[] mnd. here, ik vruchte, dat gy my schimpen; gy dreget doch eins papen timpen unde schynet als ein gelêrt man, wêt gy dan nicht, wat hôrsâm kan?
Theophilus 410. etwas schimpfen: eʒ schimpfet sumelîcher mîne dœne und mînen sank: er singe unt tihte mê unt baʒ, denne ich, des wiʒʒen im die liute dank.
minnes. 3, 64
a Hagen. mit objectivem genitiv: 'nein, zwâre', sprach her Jupiter, 'ich wolte ungerne schimpfen dîn ... Konr. v. Würzburg
troj. krieg 1809; mîn schimpfend unde lachende hœrt man dich sprechen denne: 'ich hete ouch eteswenne verborgenlîche ein herzetrût'. 29278; zwâr ich hân mich versündet, daʒ ich ir hân geschimpfet, diu mir sind ê gekündet für senen; daʒ hân ich nicht wol gelimphet. Hadamar v. Laber
jagd 374. 33)
contumelia afficere Stieler 1795 (
als zweite bedeutung neben jocari aufgeführt).
ignominia adficio, probrum infero. Steinbach 2, 415 (
als einzige bedeutung angegeben).
vgl. schimpf 3. 3@aa)
beleidigen, schelten: du sollst keinen schimpfen,
in neminem contumeliosus esto. Steinbach 2, 415; er hat mich geschimpft,
meine ehre mit worten beleidigt. Adelung; weil allzeit nur die schreier und rebellen ihren mund öffnen, die rechtschaffenen leute aber, die es gut meinen, lieber stillschweigen, als dasz sie sich schimpfen und lästern lassen und zulezt gleichwohl nichts ausrichten.
tirol. weisth. 2, 321, 41 (
von 1794); die, was uns treu, leichtfertig umgebracht und diese cron getrotzt, und dieses schwerdt verlacht, und diesen thron geschimpft, die fremden schutz gesuchet, die uns noch täglich höhnt, und in den banden fluchet. A. Gryphius (1698) 1, 128; so schimpft, so schilt man auch die beszte. Günther
bei Steinbach 2, 415; herr pfaff! uns soldaten mag er schimpfen, den feldherrn soll er uns nicht verunglimpfen. Schiller
Wallenst. lager 1, 8 (593).
milder, sprichwörtlich in Westfalen: wei will schimpet siyn, mot friggen (
freien). Wander 4, 186.
mit doppeltem acc. jemand einen spitzbuben, einen schändlichen betrüger, eine hure schimpfen,
schelten. Campe;
niederdeutsch hê hed mî'n rakker schumpen. ten Doornkaat Koolman 3, 124
b;
sprichwörtlich in Königsberg: de êne schömpt en glûpôg, de andere kûlpôg. Wander 4, 186.
ähnlich nd.: he schömpt min hûs fa 'ne kath.
ebenda; scherzhaft wie nennen: er läszt sich doctor (professor, hofrath) schimpfen,
duldet einen titel der ihm nicht zukommt. Albrecht 200
a;
im fabelstyl: den löwen freut's, dasz ihm der bär gehorcht, nicht, dasz ihn hund und katze könig schimpfen. Körner 2, 166. auf jemanden schimpfen Adelung: er schimpfte auf ihn,
notam turpitudinis ei inurebat. Steinbach 2, 415; schimpf' nicht auf der jugend glück. Raimund (1891) 1, 270.
sprichwörtlich: er schimpft auf gott und die ganze welt. Wander 4, 186. über einen schimpfen: spähst, sondirst, ... wer am meisten über die regierung schimpft. Schiller
räub. schausp. 2, 3.
auch absolut: herr, schimpf er nicht. Lenz 1, 58; hund, hör auf zu schimpfen. Schiller
räub. schausp. 2, 3;
besonders in heutiger volksthümlicher oder scherzhafter sprache: der wird schön schimpfen, wenn er das erfährt;
in festen wendungen und sprichwörtlichen redensarten: nd. schimpen un schellen. Schambach 183
b; schimpen un banditen.
nd. korrespondenzbl. 9, 75, 115 (
aus Mecklenburg); er schimpft wie ein fischweib, wie ein fuhrknecht, wie ein rohrsperling, rohrspatz. Wander 4, 186;
siebenbürgisch e schimpft wää en riiruessen, riirbika (
rohrdommel). Firmenich 3, 426, 33; wer schimpft, hat verloren. Simrock 425, 9024; wer schimpft, der schimpft sich selbst. Wander 4, 186 (
aus Schlesien);
niederöstr. wea schimpft, dea kafft (
kauft). Frommann 3, 390, 35. 3@bb)
im weiteren sinne von verunehren, verunglimpfen, zu schimpf gereichen, heute dafür beschimpfen: hat es mehr auf sich den geist eines schriftstellers zu retten, als seine sitten? welches schimpft denn mehr? Lessing 4, 10; aber der zuschauer will vielleicht keine ohrfeige geben sehen? oder höchstens nur einem bedienten, den sie nicht besonders schimpft, für den sie eine seinem stande angemessene züchtigung ist? Lessing 7, 252; wenn ich es also als ein gesetz annehme, dasz armuth schimpfen müsse, so bald sie nicht durch ein besonderes unglück ehrlich gemacht wird: so verstehe ich darunter den
[] mangel, der aus ungeschicklichkeit und faulheit entspringt. Möser
patriot. phant. 1, 75; ey sagt einer: dasz dir nicht dieses (
wunden) mehr schimpfft dein gesicht, so enthalt dich, ob du fliehest, dasz du nicht zurücke sihest. Logau 1, 87, 60; fremde kleider schimpffen uns. 2, 154, 79; hier schimpfft des heylands krippe die wiege Jupiters. Günther 982; uns männer schimpft, was Adelheide bat. Hagedorn 2, 167; ihr seyd zur freude geschaffen, der schmerz schimpft tugend und unschuld. E. v. Kleist (1771) 2, 6; weil dich das flehen schimpft, erspart ich dir das flehn. J. E. Schlegel 1, 243;
Wysz. .. sein beyspiel schimpfet uns —
Dücret. zwar ist der schimpf sehr klein, doch, möcht er euch ein sporn, mich so zu schimpfen sein. Lessing 3, 348. 3@cc)
niederd. wird schimpfen
ähnlich in folgender weise gebraucht: schimpt di dat gr nich,
schämst du dich gar nicht darüber. Frommann 2, 226. 3@dd)
freier wie wertlos, zu nichte machen, lügen strafen: so du von einem menschen ein laster weist, das noch in geheim ist, offenbahre es nicht, du wirst sonst ihn zu schanden, und dich zum untreuen an ihm machen, und das lob, das du sonst hast, selbst mit schimpffen.
pers. rosenth. 8, 53; geh unglücksbote! dein gesicht schimpft deine waare. Schiller
kab. u. liebe 5, 2; ich prahle freilich auch, doch nur mit treuer pflicht: auf diese trotzt der ruhm der ehrlichen gemüther, und diese schimpfft den wehrt der angenehmsten güther, womit die eitelkeit der einfalt netze flieht. Günther 660; du schimpffst hochseligster! nur die vergessungs-nacht, und kanst dich ohne gram der erde geben lassen. 680. 44)
substantivierter infinitiv. 4@aa)
im sinne von 1: des konte Paule sein schimpfen nit lassen.
Zimm. chron.2 2, 295, 26; ir solt schimpf für schimpf verstân unde solt mir mîn schimpfen so sêre niht unglimpfen.
Reinhart fuchs 342, 1391; es ist mir aus dem schimphen (
ist ernst, vgl. schimpf 1,
i, β am ende). Wittenweiler
ring 39
d, 4; drumb wer nit auch wil schimpff verstahn, der sol vorhin vom schimpffen lahn. Kirchhof
wendunm. 257
b.
spottend: ich sag dir, es hebt sich schier ein schimfen, das man euch paid umbzeucht im dreck.
fastnsp. 788, 7.
zum wächter, der nach der meinung des liebenden den tag mit üblem scherz zu früh verkündigt: schon, wachter, schon den hal, was hilft dich sölichs schimpffen? ... es scheint noch nit des tages glast. Cl. Hätzlerin 1, 23, 11; gut wächter, lasz dein schimpfen! um alle welt den tag nicht meld, eh dasz das feld in kühlem thau thut glimmen!
des knaben wunderhorn 1, 252
Boxberger. 4@bb)
im sinne von 2: o wê spotlîcheʒ schimpfen, wie bistu dâ so genge! Hadamar v. Laber
jagd 459. 4@cc)
im sinne von 3, das schimpfen,
ignominia, criminatio. Steinbach 2, 415: er läszt das schimpfen nicht,
verbis probrosis non abstinet. Frisch 2, 183
b;
sprichwörtlich: 's schimpf'n ist keine kunst, aber's bessermach'
n. Wander 4, 186 (
aus Wien).