beleidigen vereinzelt subst, auch ‘das B-de’ u ‘der, die Beleidigte’ 1
in älterer Bed: angreifen, beschädigen; auch iS eines Vergehens gegen die Unantastbarkeit von Personen u Einrichtungen [
Melina zu Wilh üb das aufgebrachte Publikum nach Bendels Auftritt:] drang der größte Theil des Parterres auf das Theater. Sie .. zertraten und zerbrachen alles .. doch wurde keiner von uns beleidiget GWB52,29,4 ThS IV 5 [
Alonzo:] sie [
die Straßen] | Sind jetzt nicht sicher .. [
Rugant:] Gesang und Saitenspiel .. schützen meinen Weg | .. Es wagt kein Thier, es wagt kein wilder Mensch | Den Sänger zu beleid’gen GWB11,238 Claud
2 799 äußerst verhaßt hatten sich diese [
die Perser] der griechischen Nation gemacht, indem sie Staat und Gottesdienst zugleich bekriegten .. verbrannte und zerstörte man die Tempel .. Diese Gesinnungen, ihren beleidigten Gottesdienst zu rächen, brachten die Griechen mit auf persischen Grund und Boden GWB7,28,9 DivNot
in Anlehnung an jur Tatbestand ward er [
der Pedant] auf einmal angefallen .. Der Graf .. behandelte diese That als das größte Verbrechen, qualificirte sie zu einem beleidigten Burgfrieden GWB21,297,9 Lj III 9 = 52,152,15 ThS V 8 2
Ehre, Gefühle, auch Regeln verletzen; mehrf mit nichtpers Subj a
jdn (vorsätzl) öffentl durch Worte (auch Verleumdungen), Verhalten, selten Tätlichkeiten in seinem Ehrgefühl, seiner persönl Würde, seiner sozialen Geltung verletzen (auch iS einer rechtl zu ahndenden Verfehlung), mehrf verbunden mit der Forderung nach Genugtuung; bes in Tasso, Cell u im amtl Bereich mBez auf Schauspieler u Studenten [
Antonio üb Tasso:] Als Menschen hab’ ich ihn vielleicht gekränkt, | Als Edelmann hab’ | ich ihn nicht beleidigt Tasso 1614 [
betr verleumderischen Klatsch üb G-s Familienverhältnisse] Ich bitte Sie .. mir die [
Ulmer] Zeitung .. nicht mehr zu schicken: denn es ist mir abscheulich, etwas von Ihrem guten Willen zu erhalten was mich oder meine Umgebung verletzt und beleidigt GWBB19,517 Cotta [24.12.06] K [
Serlo zu Aurelie:] Du übernimmst wohl Ophelien? Das Lächeln, womit er es aussprach, mißfiel Wilhelmen, denn es schien etwas B-des zu haben GWB52,231,9 ThS VI 8 daß er [
der Schauspieler Becker] wünsche, diesen unangenehmen Vorgang [
er hatte Frau Beck auf der Probe geohrfeigt] völlig aus dem Gedächtniß der Beleidigten zu vertilgen, und sie deßhalb mit aufrichtigem Herzen um Verzeihung bitte GWBB11,49,20 Henriette Beck u HBecker 23.3.96 K [
betr Unruhen, bei denen Studenten von einer Patrouille angegriffen wurden] den beleidigten und in einem unglaublichen Grade aufgebrachten Studenten A(JbGG6,281) Promem 12.3.90 [
für: dire parole ingiuriose] GWB43,43,5 Cell I 3
uö auch ‘jds Hoheit, Stolz, Eitelkeit uä b.’, einmal im Vergl [
Helena:] Wer in der Frauen Gegenwart die Mägde schilt, | Beleidiget die Hoheit der Gebieterinn. | Denn ihr gebührt allein das Lobenswürdige | Zu rühmen und zu strafen das Verwerfliche Helena 1800 Vs 248 [
vgl Wer gegenwarts der Frau die Dienerinnen schilt, | Der Gebietrin Hausrecht tastet er vermessen an GWBFaust II 8785] war seine [
Serlos] Selbstigkeit äußerst beleidigt, wenn er nicht jedem gefiel, und wenn er nicht überall Beifall erregte GWB22,119,8 Lj IV 18 GWBHermDor II 214
uö absol Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt b. GWB42
2,221,23 MuR(875) GWB1,37 Antworten bei gesellschaftl Fragespiel 21 b
sittl-ästh Anstoß erregen [
mBez auf Linnés Geschlechtssystem] Wenn .. solche unschuldige Seelen [
jugendl Menschen] .. botanische Lehrbücher in die Hand nahmen, so konnten sie nicht verbergen daß ihr sittliches Gefühl beleidigt sei GWBN6,194,13 Verstäubg VerdunstgVertropfg Da ich .. nach und nach lerne, offen zu seyn .. ohne die hergebrachten und natürlichen Schicklichkeiten zu b., so werd ich für andre, und mir selbst wohlthätiger GWBB5,204,5 CarlAug 12.10.81 ob man das bunte abwechselnde launige des Stückes [
TriumphEmpfindsamk] dem Leser gleich bey dem ersten Anblick sinnlich und auffallend machen kann ohne den guten Geschmack, der in dem Ganzen herrschen muß, zu b. GWBB8,389,29 Göschen 2.9.86 K Beilage GWB18,124,16 Unterhaltungen
uö allgemeiner mBez auf eine das Selbstgefühl verletzende Vollkommenheit das Bild einer berühmt-schönen Frascatanerin
1) .. Diese regelmäßigen Züge, diese vollkommene Gesundheit, diese innerliche selbstzufriedene Heiterkeit hat für uns arme nordische Krüppel etwas B-des, und man begreift, warum unsre Kunstwerke kränkeln GWBB45,132,19 Zelter 18.1.29 c
jdn (unüberlegt, unabsichtl) mit Worten od durch (liebloses) Verhalten in seinem Gemüt, seinen Gefühlen empfindl treffen; nur in der privaten Sphäre im Hinblick auf einander nahestehende Menschen, bes von Liebenden Was Sie mir heut früh zulezt sagten hat mich sehr geschmerzt .. Ja es ist eine Wuth gegen sein eigen Fleisch wenn der Unglückliche sich Lufft zu machen sucht dadurch dass er sein Liebstes beleidigt GWBB4,304,10 ChStein 10.10.[80] [
Bätely zu Jery:] Der du ganz dein Herz geschenkt, | .. Oft wie hat sie dich beleidigt, | Weggestoßen und gekränkt! GWB12,31,20 JeryBätely daß Sie mich durch ihr Billet recht tief b., indem Sie meine redlichen, treuen, heiligen Worte von heute früh [
vermutl Geburtstagsged ‘Daß du zugleich mit dem heiligen Christ’] so grad an der Quelle parodiren und trüben GWBB50,90,3 ChStein [Ende 15/Anf 16 Korr Fränkel
22,468] [
während der Genesungszeit 1768/69] auch er [
G-s Vater] ward auf mancherlei Weise durch mich verletzt und beleidigt GWB27,227,28 DuW 9 [
für: s’outrager] Tancred 1443
uö Syn GWB
kränken GWB
verletzen vgl zu 1 GWB
angreifen GWB
beschädigen zu 2 a GWB
beschimpfen GWB
hänseln GWB
insultieren verleumden verspotten verstoßen(v. gegen) verunglimpfen zu 2 c treffen treten(zu nahe t.) 1) Schuchardt 1,331 Nr29Maria Erxleben
M. E.